"Eingriff in die freie Religionsausübung"
Türkische Gemeinde will sich Deutsch in Moscheen nicht vorschreiben lassen

Osnabrück (ots) – In der Debatte um ein Islam-Gesetz will sich die Türkische Gemeinde in Deutschland nicht die Sprache Deutsch in Moscheen vorschreiben lassen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoglu: „Deutsch für Predigten in Moscheen festzulegen, ist ein Eingriff in die freie Religionsausübung. In katholischen Kirchen wird ja auch noch Latein gesprochen.“ Sofuoglu hält ein solches Gesetz zudem für verfassungswidrig: „Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit. Es ist verfassungswidrig, für eine einzelne Religion ein Gesetz zu erlassen.“ Es sei falsch, Moscheen unter Generalverdacht zu stellen: „Da wird mit dem Finger auf Muslime gezeigt. Das ist diskriminierend und stigmatisierend.“ Sofuoglu wertet den Vorschlag aus den Reihen der Union als reinen Populismus: „Das ist ein Versuch von CDU und CSU, die AfD rechts zu überholen.“ Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde stellte sich aber hinter die Idee, dass in Deutschland aktive Imame auch in Deutschland ausgebildet werden sollten: „Wer hier studiert hat, ist hier sozialisiert und hat einen realistischeren Blick auf die Gesellschaft“, sagte Sofuoglu.

"Hohe Bedrohungslage"
Anti-Terror-Kampf: Bundeskriminalamt fordert schnellen Datenaustausch in EU

BKA-Chef Münch: Anschlagspläne früh verhindern Osnabrück (ots) – Nach der Einigung der Koalition auf ein Anti-Terror-Paket hat der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, einen schnellen Informationsaustausch über Verdächtige auf europäischer Ebene gefordert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Münch: „Dateninseln darf es nicht mehr geben.“ Der BKA-Chef forderte, dass verfügbare Informationen – unter Beachtung der rechtlichen Voraussetzungen – „zu jeder Zeit allen Sicherheitsbehörden vollständig zur Verfügung stehen.“ Münch begrüßte, dass die Koalition die Sicherheitsbehörden weiter stärken will. Nach seiner Einschätzung bleibt die Bedrohungslage in Europa hoch. „Weitere Anschläge islamistischer Terrorzellen sind nicht auszuschließen“, sagte Münch. „Umso wichtiger ist es, Anschlagsplanungen frühzeitig zu unterbinden und Täter zur Verantwortung zu ziehen.“

Preis zwischen 500.000 und 550.000 Euro
Wer wird den neuen Ford GT fahren? – Bewerbungsfrist endet am 12. Mai 2016

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Voraussichtlicher Verkaufspreis: zwischen 500.000 und 550.000 Euro – Bewerbungsfrist endet am 12. Mai 2016, 23.59 Uhr – Köln (ots) – Die weltweite Ford GT-Produktion ist auf 250 Einheiten pro Jahr limitiert – Treue Ford-Kunden und/oder Interessenten, die bereits ein Ford GT-Vorgängermodell ihr Eigen nennen, haben grundsätzlich bessere Karten. Neuer „Ford GT Concierge Service“ für ein personalisiertes Einkaufserlebnis Ford startete am 13. April, den globalen Bewerbungsprozess für den neuen Supersportwagen Ford GT. Ford hat dazu eine Internetseite – www.FordGT.com – eingerichtet, über die sich alle Interessenten bis spätestens Donnerstag, 12. Mai 2016, 23.59 Uhr, offiziell bewerben können. Sie erhalten dann innerhalb von 24 Stunden eine Bestätigungsmail, dass ihre Bewerbung eingegangen ist. Der voraussichtliche Verkaufspreis des Ford GT beträgt zwischen 500.000 und 550.000 Euro (inklusive Mehrwertsteuer und Überführungskosten). Die ersten Kundenfahrzeuge sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Beim neuen Ford GT handelt es sich um eines der exklusivsten Serienfahrzeuge in der Geschichte des Ford-Konzerns: Die weltweite Ford GT-Produktion ist auf 250 Einheiten pro Jahr limitiert und der am Mittwoch gestartete Bewerbungsprozess bezieht sich auf die Produktion der ersten zwei Jahre – somit geht es nun weltweit nur um insgesamt 500 Ford GT-Exemplare.
(Foto: Ford)
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Die neue Ford GT-Bewerbungs-Website bietet einen anschaulichen Konfigurator, mit dem die Interessenten ihren Ford GT individuell zusammenstellen und mittels Social Media teilen können. So lassen sich zum Beispiel verschiedene Farben sowie Räder und Innenraum-Materialien auswählen. Bestimmte Kombinationen aus der Online-Konfiguration stehen für den neuen Ford GT zum Zeitpunkt des Produktionsstarts möglicherweise noch nicht zur Verfügung. Dennoch bietet die Internetseite www.FordGT.com insbesondere Enthusiasten eine hervorragende Möglichkeit, das Auto ihrer Träume zumindest virtuell zu verwirklichen. Der Bewerbungs- und Auswahlprozess Im Zuge des Online-Bewerbungsprozesses werden die Interessenten gebeten, einen bevorzugten Ford-Händler zu benennen, über den der Kauf dann abgewickelt würde – vorausgesetzt, der Bewerber käme zum Zuge. Treue Ford-Kunden (Stichwort: langjährige Markenloyalität) und/oder Interessenten, die bereits ein Ford GT-Vorgängermodell (oder sogar mehrere) ihr Eigen nennen, haben im Auswahlprozess grundsätzlich bessere Karten. Die weltweit ausgewählten Bewerber werden persönlich kontaktiert. Nach Bestätigung des Kaufinteresses dürfen sie sich dann über einen eigens geschaffenen „Ford GT Concierge-Service“ freuen. Es handelt sich dabei um speziell geschulte Produkt- und Service-Experten, die beim Abschluss des konkreten Kaufvertrages und bei der Auslieferung des Fahrzeugs helfen und selbstverständlich auch nach der Fahrzeugübergabe mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.
(Foto: Ford)
(Foto: Ford)
Die Auslieferung des Ford GT erfolgt – je nach Kundenwunsch – entweder in einem Ford Store seiner Wahl oder an seinem Wohnort. Ein Produkt-Experte des „Ford GT Concierge Service“ ist in jedem Fall mit vor Ort und erklärt dem Kunden detailliert alle Funktionalitäten seines neuen Supersportwagens. „Der Bestellvorgang ist ebenso einzigartig und außergewöhnlich wie der neue Ford GT-Supersportwagen selbst“, sagte Henry Ford III, Global Marketing Manager, Ford Performance. „Wir verstehen die GT-Kunden als Botschafter der Marke Ford und wir freuen uns darauf, ihnen einen besonderen Service anzubieten, der diesem fantastischen Auto gerecht wird“. Der Ford GT steht für eine Vision: Innovation durch Performance Der neue Ford GT steht für eine Vision: Innovation durch Performance – und steht an der Spitze des High-Performance-Modellprogramms von Ford.
(Foto: Ford)
(Foto: Ford)
Der Supersportwagen hat eine aerodynamisch ausgefeilte Kohlefaser-Karosserie und setzt neue Standards in puncto Leichtbau und EcoBoost-Motorentechnologie. Mit einer Leistung von mehr als 600 PS ist sein 3,5-Liter-Sechszylinder-Bi-Turbo das bisher stärkste EcoBoost-Serienaggregat überhaupt. Die Kraftübertragung an die Hinterräder übernimmt ein siebengängiges Ford PowerShift-Doppelkupplungsgetriebe. Hochmoderne, besonders leichte Verbundwerkstoffe kommen zum Einsatz. So besteht zum Beispiel die Sicherheitszelle ebenso wie die Karosserie aus Kohlefaser, die vorderen und hinteren Rahmenstrukturen werden aus Aluminium gefertigt.

Syrien-Konflikt
US-Senator Graham gegen Unterstützung der YPG

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Washington (nex/ds/aa) – Der republikanische Senator Lindsey Graham kritisierte die Außenpolitik des US-Präsidenten Obama, und sagte, dass die Zusammenarbeit mit der YPG im Kampf gegen den IS in Syrien keine effektive Strategie sei. Nach seinem Besuch im Nahen Osten, sprach Graham bei einer Pressekonferenz im Senat mit den Reportern und erklärte: „Die Türken sehen die YPG als Cousin der PKK. Ich habe des Öfteren zu Wort gebracht, dass die Zusammenarbeit mit der YPG nie eine siegreiche Strategie im Kampf gegen den IS sein wird. Dies ist nicht die Strategie, die die Daesh zerstören wird.“ Bekannt als einer der Hardliner der republikanischen Senatoren, ist Graham einer der schärfsten Kritiker der Strategie der Obama-Regierung in Syrien, vor allem im Kampf gegen die Daesh. „Die in Syrien trainierten Kurden werden später ein Problem an der Grenze sein. Ich kann nicht oft genug sagen, wie unglücklich die Türkei über unsere Syrien-Politik ist“, fügte Graham hinzu. Graham sagte, dass die US-Bemühungen in Syrien nicht strategisch genug waren, um Baschar Assad zu ersetzten, und fügte hinzu, dass das Versagen im Kampf gegen die Daesh, Russland und dem Iran half, Assad länger an der Macht zu halten. Darüber hinaus, wird das Versagen der Außenpolitik weitere Konflikte in der Region anfachen. Während seiner Reise im Nahen Osten besuchte Graham auch die Türkei, und lobte die humanitären Anstrengungen für die rund 2,7 Millionen Syrer und Iraker in der Türkei. Er sagte, dass die Flüchtlingslager die Besten seien, die er bisher gesehen hatte. Der Senator betonte, dass die internationale Gemeinschaft nicht genug Aufmerksamkeit auf den humanitären Aspekt des syrischen Bürgerkriegs schenkt. Er sagte, selbst wenn Assad jetzt sofort ersetzt werden würde, wäre die Situation für die Flüchtlinge, die nach Syrien zurückkehren, katastrophal. Gründe dafür sind die Unsicherheit und die Auseinandersetzungen zwischen den Rebellengruppen im Land. Während Ankara erklärt, dass die PYD mit der PKK -eine anerkannte Terrororganisation- zusammenarbeitet, teilt Washington nicht die Besorgnis von Ankara, und bewaffnet weiterhin die Gruppen. Die Vereinigten Staaten schickten im Oktober Waffen an die PYD und ihrem bewaffneten Flügel, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), was heftige Kritik aus Ankara erhielt. Die US-Luftwaffe lieferte 50 Tonnen an Waffen und Munition an die PYD in der nordsyrischen Provinz al-Hasaka. Laut Berichten enthielten die 112 Paletten Munition für die M-16 und AK-47. Washington verteidigt die PYD, aufgrund ihres Kampfs gegen die Daesh in Syrien, und ist somit nicht auf der gleichen Seite mit Ankara zum Thema PYD. Obwohl die USA sagt, dass die PYD die einzige effektive Kraft sei, die gegen den IS kämpft, bekräftigt Ankara, dass es keinen Unterschied zwischen guten oder schlechten Terrororganisation geben kann.

1853 erbaut und unter Denkmalschutz
JVA Münster ist einsturzgefährdet

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Düsseldorf (ots) – Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster ist nach Angaben des Bundes der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) in Teilen einsturzgefährdet. „In dem maroden Gebäude ist vor Kurzem eine Reihe von Messgeräten platziert worden, die Bewegungen und Schwingungen aufzeichnen und im Notfall sofort Alarm schlagen“, sagte der NRW-Vorsitzende Peter Brock der „Rheinischen Post“. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums bestätigte der Redaktion, dass es Probleme mit der Statik des Gebäudes gebe. „Darum haben wir Sonden an den Decken anbringen lassen“, sagte er. Die 1853 erbaute und unter Denkmalschutz stehende JVA Münster ist derzeit überbelegt. Nach einem internen, der Redaktion vorliegenden Bericht des Justizministeriums sitzen dort aktuell 542 Insassen ein, obwohl eigentlich nur Platz für 519 wäre. Das entspricht einer Belegungsquote von 104,43 Prozent. Pläne für einen Neubau gibt es seit Jahren. Doch bislang wurde kein Standort für einen Neubau gefunden. Der Leiter der JVA, Carsten Heim, sieht den maroden Zustand des Gebäudes noch entspannt. „Wir müssen jedenfalls noch keine Schutzhelme aufziehen“, sagt er der „Rheinischen Post“. „Wir sind aber alle froh, dass die Sensoren da sind. So wissen wir immer, was los ist.“

Bundeswehr Logistikübung
Joint Derby 2016 (JODY16): Wichtigste und größte Logistikübung der Bundeswehr

Garlstedt/Bremerhaven (ots) – Mit Joint Derby 2016 (JODY16) startete am 7. April die wichtigste und größte Logistikübung der Bundeswehr in diesem Jahr. 12 Nationen, rund 450 Gefechtsfahrzeuge, Transport über See, Luft und Land – an zwölf Tagen werden die Kompetenzen und Fähigkeiten, wie sie im Falle einer Verlegung in ein Einsatzgebiet zur Anwendung kommen, geübt. Im Rahmen der Verlegeübung der Bundeswehr „JOINT DERBY 2016″ trifft am Samstag, den 16. April gegen 07:00 Uhr das erste Transportschiff mit rund 150 Militärfahrzeugen in Bremerhaven ein. Insgesamt werden rund 420 Fahrzeuge nach Bremerhaven gebracht und dort entladen. Vom einfachen Geländewagen Typ „Wolf“ über den Transportpanzer „Fuchs“ bis hin zu schwerem Pioniergerät, wie z.B. dem Brückenlegepanzer „Biber“, reicht die Palette der für den fiktiven Einsatz notwendigen Fahrzeuge. Darunter befinden sich u.a. auch Fahrzeuge und Panzer anderer, an der Übung beteiligter Nationen wie Tschechien, Östereich und der Niederlande. Nach der Ankunft im Hafen wird das Roll-On/Roll-Off-Schiff „SUECIA SEAWAYS“ entladen, bevor die Militärkraftfahrer der beteiligten Verbände ihre Fahrzeuge übernehmen. Anschließend verlassen sie zunächst in kleinen Kolonnen von bis zu 15 Kfz den Hafenbereich Richtung Garlstedt. Außerhalb des Stadtgebiets von Bremerhaven wachsen diese Kolonnen dann auf jeweils max. 30 Wagen auf, deren gemeinsames Ziel eine sogenannte „staging area“ in der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt ist. Dort findet die Zusammenführung von Fahrzeugen und deren Besatzungen statt. Zugleich erfolgt dort die gesamte Versorgung von Mensch und Material.

PKK-Terror
Türkei: Anti-Terror-Einheiten töten Top-Terroristen Cemil Ates

  Das Innenministerium hatte eine Million Türkische Lira (350 000 US-Dollar) auf Cemil Ates’ Kopf ausgesetzt   Ankara (nex) – Ein PKK-Terrorist, auf dessen Ergreifung die Türkei eine Belohnung in Höhe von einer Million Türkische Lira (350 000 US-Dollar) ausgesetzt hatte, wurde am heutigen Donnerstag während eines Anti-Terror-Einsatzes im osttürkischen Distrikt Hasköy (Provinz Mus) getötet. Die Türkei hatte wegen des Terroristen Cemil Ates mit dem Codenamen “Hemgin Kocer“ einen Suchauftrag, eine so genannte Green Notice, an Interpol gerichtet. Ates befand sich auf der Most-Wanted-List des türkischen Innenministeriums. Nach Angaben von Sicherheitsquellen, die sich unter dem üblichen Vorbehalt der Anonymität äußerten, fungierte Ates als ein regionaler Anführer der PKK-Terrororganisation. Während der Operation wurde ein zweiter Terrorist ebenfalls getötet und ein weiterer gefasst. Zahlreiche Waffen und Dokumente der Terrororganisation wurden während des Einsatzes konfisziert, so die Sicherheitsquellen weiter.    

EU-Türkei-Kooperation
Dank enger Zusammenarbeit zwischen Türkei und EU: Schweden nimmt Ex-PKK-Chef fest

Stockholm (nex) – Nachdem deutschen Sicherheitsbehörden bereits im Februar durch die Festnahme des hochrangigen Funktionärs Muhsin K (Codename „Delil“) ein Erfolg im Kampf gegen die PKK gelungen war, hat nun auch Schweden einen großen Coup gelandet. Nach Angaben der schwedischen Behörden nahm die Polizei am gestrigen Mittwoch einen türkischen Staatsbürger fest, nach dem in Deutschland wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK gefahndet werde. Der Mann wurde um etwa 0630 GMT am größten Flughafen Schwedens, Arlanda-Stockholm, festgenommen. „Die betreffende Person wird der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation, namentlich der PKK, beschuldigt“, erklärte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Sie fügte hinzu, dass der Verdächtige ein türkischer Staatsbürger sei und verdächtigt werde, zwischen Juli 2012 und Juli 2014 einer der so genannten regionalen Anführer der PKK in Deutschland gewesen zu sein. Die schwedischen Staatsanwälte bearbeiteten den Auslieferungsantrag, so die Sprecherin weiter. Die PKK wird in der Türkei, der Europäischen Union und den USA als eine Terrororganisation angesehen. Tausende Terroristen und Hunderte Zivilisten und Soldaten wurden seit letztem Sommer getötet, als die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) nach zweieinhalbjährigem Waffenstillstand und Friedensprozess ihren Kampf für eine größere Autonomie wiederaufgenommen hat. Deutschland ist für circa drei Millionen türkischstämmige Menschen ihr Zuhause. Etwa jeder Vierte ist ethnischer Kurde, die in den 1960-er und 70-er Jahren zum Arbeiten oder als Flüchtlinge, die vor der Gewalt in den 1980-er und 90-er Jahren flohen, nach Deutschland kamen. Während Deutschland sich um die Eindämmung einer diplomatischen Krise, ausgelöst durch das Schmähgedicht Jan Böhmermanns über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, bemüht, sind Experten zunehmend über einen Nebeneffekt des Flüchtlingsabkommens mit Ankara besorgt: die Eskalation der Gewalt zwischen türkischen Nationalisten und PKK-Anhängern. Der für den Fall zuständige Staatsanwalt Ronnie Jacobsson erklärte am Mittwochmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass die deutsche Polizei einen internationalen Haftbefehl gegen den am Flughafen in Gewahrsam genommenen Verdächtigen erlassen habe. Jacobsson teilte mit, dass der 1980 geborene Mann sich auf der Durchreise befand. Die türkischen Nachrichtenagenturen Dogan und IHA berichteten, dass der Mann bei der Passkontrolle festgenommen worden sei. Er sei auf dem Weg zu einem Flugzeug der Turkish Airlines gewesen.

Meinungsfreiheit in Deutschland
Protest: ZDF-Mitarbeiter wollen Erdogan-Schmähgedicht jetzt wieder in Mediathek stellen

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Berlin (nex) – Mehrere Mitarbeiter des ZDF protestieren gegen die Entscheidung des eigenen Senders, das umstrittene Erdogan-Schmähgedicht aus der Mediathek zu entfernen. Man wolle den Beitrag nun wieder verfügbar machen. Rapper Bushido dazu: „Ist man ein Böhmermann, ist es Kunst, ist man Rapper, landet es auf dem Index. Fickt Euch, Ihr Feuilleton-Lutscher!!!“ Wie der „Spiegel“ berichtet, heißt es in einem Schreiben, das über die Hauspost verteilt wurde, offenbar: „Wir würden es begrüßen, wenn die ‚Schmähkritik‘ vom Giftschrank wieder in die Mediathek gestellt wird. Eine ZDF-Sendung bewegt Regierungschefs und ersetzt ein juristisches Proseminar. Programmauftrag erfüllt.“   Auch in anderen Sendungen würden „Politiker notorisch so hart angegangen, dass sie sich beleidigt fühlen könnten“, heißt es in dem Schreiben weiter. Böhmermann hatte in der Late-Night-Show „Neo Magazin Royale“ eine Schmähkritik über den türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdogan verfasst und bezeichnete ihn dort unter anderem als Pädophilen und Ziegenficker. Böhmermann erhielt in Deutschland viel Applaus für seinen „Mut“, gerade von Künstlern und Medienschaffenden, die seinen Einsatz für Satire- und Medienfreiheit bewunderten. Doch nicht alle klatschten und jubelten. Politik- und Islamwissenschaftler Fabian Köhler etwa erinnerte in seinem Blog Schantall und die Scharia an die Krise 2005, als der deutsche Politiker Otto Schily von seinem türkischen Amtskollegen Abdülkadir Aksu verlangte, die türkische Zeitung „Vakit“ zu verbieten. „Unter dem Deckmantel seriöser Berichterstattung“ verbreite die Zeitung „antijüdische und antiwestliche Hetze“, gab Innenminister Otto Schily am 25. Februar 2005 bekannt, verbat den deutschen Verlag der Vakit und ließ dessen Vermögen beschlagnahmen. Doch mit dem Verbot wurde die mediale und politische Debatte erst losgetreten. Nicht die Holocaust-Leugnungen der Vakit waren es, die die Bundesregierung erzürnten, sondern ihre „Schmähbeiträge“ gegenüber deutschen Politikern. In den Wochen nach dem Verbot veröffentlichte die Vakit eine Reihe von Beiträgen und Karikaturen, die neben Kristina Köhler und Gerhard Schröder vor allem einen deutschen Politiker zum Ziel hatten – den deutschen Bundesinnenminister: Schily mit Hakenkreuz. Schily mit Hitlerbart. Schily vor einem Ofen, in dem offenbar Ausgaben der Vakit verbrannt werden, berichtet Köhler weiter.

Auch Rapper Bushido kritisiert das Mit-zweierlei-Maß-Messen der Politiker und Medien in Deutschland.

In einem Twitter-Beitrag schrieb er: „Ist man ein Böhmermann, ist es Kunst, ist man Rapper, landet es auf dem Index. Fickt Euch, Ihr Feuilleton-Lutscher!!!“

Der Rapper meinte damit seinen indizierten Song „Stress ohne Grund“, in dem er Politiker wie Claudia Roth, Serkan Tören und Klaus Wowereit beleidigte. „Du wirst in Berlin in deinen Arsch gefickt wie Wowereit“, lautet eine Zeile des besagten Songs. Serkan und Wowereit zeigten Bushido daraufhin an.

             

Humanitäres Engagement
Türkei: Sauberes Wasser für weitere Millionen Menschen in Afrika

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Ankara (nex) – Die Türkei weitet ihre Anstrengungen aus, um etwa drei Millionen Menschen in mehreren afrikanischen Ländern, die derzeit eine Dürre erleben, Zugang zu sauberem, gebrauchstauglichem Wasser zu ermöglichen. Dies erklärte der türkische Minister für Forst- und Wasserwirtschaft, Veysel Eroglu am Mittwoch in Ankara. „Wir planen, weiteren neun afrikanischen Ländern mit unserer Erfahrung und unserem Wissen zur Hand zu gehen“, so der Minister. Projekte des Ministeriums umfassen die Hilfe beim Bau von Brunnen, die Überwachung und das Management der Wasserqualität, Reinigungstechnologien für Wasser und Abwasser, Bewässerung, Dammbau sowie den Schutz, die Verbesserung und das Management der Wasserressourcen. „Wir haben in diesem Rahmen unser Ziel gesetzt“, erklärte Eroglu. „Wir haben bislang acht afrikanische Länder mit Wasser versorgt. Und nun sind neun weitere Länder in Afrika an der Reihe.“ Derzeit profitieren 1,7 Millionen Menschen auf dem Kontinent von den türkischen Projekten, bis 2019 soll diese Zahl auf drei Millionen ansteigen. Bis dato gibt es Projekte in Äthiopien, Somalia, Sudan, Burkina Faso, Gambia, Mauretanien, Niger, Mali und Djibouti; künftig wird türkisches Know-How in der Wasserwirtschaft auch im Tschad, in Togo, Benin, Ghana, Guinea, Senegal, Guinea Bissau, Gambia und Kenia verfügbar sein. Zusätzlich gibt es auch noch türkische humanitäre Projekte, die das Direktorat für staatliche Wasserwirtschaft, die Kooperations- und Koordinationsagentur des Amts des türkischen Premierministers (TIKA) oder Nichtregierungsorganisationen betreuen. Diese Gruppen haben in zahlreichen afrikanischen Ländern, die unter verschärften Bedingungen leben, etwa 2600 Brunnen gebohrt, die insgesamt etwa neun Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen.