Antikapitalistische Message auf Twitter
Bolivianischer Präsident Morales: Guantanamo gehört Kuba

Havanna (nex) – Der bolivianische Präsident Evo Morales äußerte am gestrigen Samstag seine Ansicht, dass Guantanamo Bay Kuba zurückgegeben würde, wenn die USA einen antikapitalistischen und antiimperialistischen Präsidenten bekommen würden. Morales äußerte sich in den sozialen Medien über die seit mehr als einem halben Jahrhundert andauernde internationale Isolation Kubas und wies darauf hin, dass das Wirtschaftsembargo die USA selbst von der Welt isoliert habe. Neben der Rückgabe Guantanamo Bays an Kuba, wo die USA seit 1902 einen Marinestützpunkt betreiben, erwähnte Morales auch andere geografische Fragen bezüglich des amerikanischen Kontinents, die auf eine Lösung warteten. Darunter befänden sich auch die Forderung seines landumschlossenen Staates, durch Chile wieder Zugang zum Meer zu erlangen sowie der langjährige Streit zwischen Argentinien und Großbritannien um die Malwinen (Falklandinseln). „Meerzugang für Bolivien, Malwinen für Argentinien und Guantanamo für Kuba”, postete der bolivianische Präsident auf Twitter. Morales brachte seine Meinung am Ende seines zweitägigen offiziellen Kubabesuchs zum Ausdruck, bei dem die beiden Länder die Intensivierung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen beschlossen.

"Vorbeugung von Konflikten"
Türkei: Erster World Humanitarian Summit in Istanbul

Dass der weltweit erste World Humanitarian Summit am kommenden Montag in Istanbul stattfindet, ist kein Zufall. Istanbul (nex) – Der Krieg in Syrien geht nun in das sechste Jahr, Europa hat mit der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen und die globale soziale Ungleichheit hat einen Höchststand bei steigendem Bevölkerungswachstum erreicht. Mindestens 125 UN-Mitgliedsstaaten versammeln sich am kommenden Montag und Dienstag in Istanbul Mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan als Gastgeber werden sich Staatschefs von Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, unter ihnen auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der US-Vizepräsident Joe Biden, am kommenden Montag und Dienstag in der größten Stadt der Türkei versammeln. Während des Gipfels, an dem 125 der insgesamt 193 UN-Mitgliedsstaaten teilnehmen werden, werden mindestens 50 Staatschefs ihre Engagements zur Verringerung humanitärer Katastrophen bekanntgeben. Diese sind unter anderem: Vorbeugung und Beendigung von Konflikten, Beachtung der Regeln der Kriegsführung, Verwirklichung der Geschlechtergleichstellung, Bewältigung des Klimawandels, Beendigung der Notwendigkeit von Beihilfen und Investition in die Menschheit. Warum der Ort des World Humanitarian Summits wichtig ist Im Jahr 2014 teilte die UNO mit, dass etwa 540 Millionen der weltweit etwa 135 Milliarden US-Dollar des globalen Hilfsbudgets für das Katastrophenmanagement ausgegeben wurden. Nach den neuesten Zahlen des Türkischen Präsidiums für Internationale Kooperation und Koordination (TIKA) belegte die Türkei in den Jahren 2012 und 2013 auf der Liste der Länder mit dem größten humanitären Engagement den dritten Platz. Nach einem weiteren Bericht über Globale Humanitäre Hilfe waren im Jahr 2013 die fünf größten Spendengeber die USA mit 3,8 Milliarden US-Dollar, gefolgt von EU-Institutionen mit 1,9 Milliarden US-Dollar, der Türkei mit einer Milliarde US-Dollar und Schweden mit 784 Millionen US-Dollar. Seit Beginn der Flüchtlingskrise hat die Türkei, die fast drei Millionen Syrer beherbergt, etwa 10 Milliarden US-Dollar für deren Versorgung ausgegeben.
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Flüchtlinge in Malaysia
Malaysia: Erste 100 Syrien-Flüchtlinge auf dem Weg nach Kuala Lumpur

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Kuala Lumpur (nex) – Malaysia wird in der kommenden Woche weitere 100 syrische Flüchtlinge von insgesamt 3000 aufnehmen, denen das Land im Laufe der nächsten drei Jahre Zuflucht in Aussicht gestellt hat. Dies gab der stellvertretende Premierminister und Innenminister des Landes, Ahmad Zahid Hamidi, bekannt. Die 100 Syrer kommen aus insgesamt 24 Familien, die derzeit noch in einem Flüchtlingslager im Libanon untergebracht seien, und sollen am 28. Mai nach Kuala Lumpur gebracht werden. „Sie werden mit drei Spezialmaschinen auf die Basis der Königlichen Malaysischen Luftwaffe gebracht. Dort wird sie der Premierminister [Najib Razak] empfangen“, heißt es in einem Statement. Hamidi erklärte darüber hinaus, ein Team von Offiziellen aus seinem Ministerium sei nach Beirut geflogen, um die Syrer vor ihrem Transport noch einmal einem Sicherheits- und Gesundheitscheck zu unterziehen. In Malaysia sollen sie in Shah Alam im westlich gelegenen Bundesstaat Selangor untergebracht werden. Im Dezember waren die ersten acht Syrer mit Familienangehörigen in Malaysia aufgenommen worden, nachdem Premierminister Razak im Oktober vor der UN-Generalversammlung angekündigt hatte, Malaysia wolle bei der Linderung der Flüchtlingskrise helfen, indem das Land im Laufe der kommenden drei Jahre seine Tore für 3000 Flüchtlinge öffnen wolle. Bis dato haben fünf syrische Flüchtlingsfamilien Malaysia erreicht, alle wurden in Zusammenarbeit mit Interpol und dem UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) einem Screening durch das Erweiterte Passagier-Screeningsystem unterzogen. In den Jahren 2016 bis 2018 will Malaysia jeweils 1000 Flüchtlinge aufnehmen. Malaysia ist kein Mitgliedsstaat der UN-Konvention über den Status von Flüchtlingen von 1951 oder des dazu ergangenen Protokolls von 1967. Kuala Lumpur hat auch keine Bereitschaft erkennen lassen, diesem Abkommen beizutreten. Das Land hilft jedoch trotzdem aktiv Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Angehörigen der verfolgten Rohingya-Minderheit, die aus Myanmar geflüchtet sind. Derzeit beherbergt das Land eine der größten urbanen Flüchtlingspopulationen weltweit. Im Jahr 2014 wurden etwa 146 020 Flüchtlinge und Asylbewerber in Malaysia durch das UNHCR registriert. Der größte Teil davon, etwa 135 000, stammte aus Myanmar. Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 insgesamt 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, was den höchsten Wert weltweit darstellt. In Syrien starben seit Ausbruch der Kampfhandlungen 250 000 Menschen, etwa zehn Millionen sind auf der Flucht.

Kampf gegen den Terror
Türkei: Meinungsverschiedenheiten zwischen PKK-Führern nehmen zu

Ankara (nex) – Aktuelle Geheimdienstberichte zeigen, dass es große Meinungsverschiedenheiten in der Führungsriege der PKK-Terrororganisation gibt. Diese beschuldigten einander des Versagens, so militärische Quellen am gestrigen Samstag. Den Berichten zufolge seien Funkgesprächen die zunehmenden Differenzen in Meinungen und Argumenten zwischen den Gruppenmitgliedern, besonders zwischen den hochrangigen PKK-Persönlichkeiten Cemil Bayik und Murat Karayilan, zu entnehmen. In der letzten Auseinandersetzung sei es um die Misserfolge bei den Terroraktivitäten im südosttürkischen Distrikt Yüksekova in der Provinz Hakkari gegangen, unter anderem weil die für den Distrikt verantwortliche Person Yusuf Saydut mit dem Codenamen „Yilmaz Kürdo“ während der Operationen die Gruppe verlassen habe, heißt es in den Berichten weiter. Murat Karayilan halte Cemil Bayik für den Verantwortlichen des Versagens der Gruppe in Yüksekova. Karayilan und seine Unterstützer argumentierten, dass Yüksekova eine große Bedeutung für die Terrororganisation habe, da viele Tunnels und Gräben in dem Gebiet den Terroristen als Waffenlager und Zufluchtsort vor Sicherheitskräften dienten. Yüksekova war auch ein wichtiger Umschlagplatz für den Drogenhandel der PKK. Nach erfolgreichen Operationen der Sicherheitskräfte wurde Yüksekova von PKK-Terroristen befreit, etwa 200 Gruppenmitglieder wurden getötet. Über 200 Barrikaden wurden beseitigt und mehr als 300 selbstgemachte Sprengsätze kontrolliert zur Detonation gebracht. Bayik hingegen vertrete die Auffassung, dass der Grund für das Versagen der Operationen in Yüksekova die Flucht Yusuf Sayduts, der Karayilans Unterstützung genieße, sei. Die Berichte zeigen, welches Ausmaß die internen Meinungsverschiedenheiten erstmals angenommen haben. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen, bei dem bislang über 430 Sicherheitskräfte ihr Leben verloren. Nach Angaben militärischer Quellen vom 11. Mai töteten türkische Sicherheitskräfte seit Beginn der Anti-Terror-Operationen am 22. Juli 2015 mehr als 4 500 PKK-Terroristen. Die Zahl der getöteten Terroristen schließe neben denen, die in der Türkei eliminiert worden seien auch diejenigen mit ein, die bei gegen die Gruppe durchgeführten Operationen in nordirakischen Lagern ihr Leben verloren hätten. 695 Gruppenmitglieder seien verletzt außer Gefecht gesetzt worden, während 716 weitere in unversehrtem Zustand gefasst worden seien und 641 sich den Sicherheitskräften ergeben hätten. Ankara hat bei verschiedenen Anlässen seine entschiedene Haltung gegenüber der PKK-Terrororganisation bekräftigt und versprochen, die Operationen fortzuführen, bis alle Terrordrohungen beseitigt seien.

Türkei
Ehemaliger türkischer Zentralbankchef wird Botschafter bei der OECD

Ankara (nex) – Nach einer Mitteilung des Amtsblatts vom gestrigen Freitag wurde der ehemalige Präsident der Türkischen Zentralbank, Erdem Basci, zum Botschafter bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gewählt. Basci, dessen Amtszeit als Chef der Zentralbank am 19. April endete, wird nun mit der Aufgabe des Ständigen Vertreters der Republik Türkei bei der OECD betraut. Gegen Ende seiner Amtszeit wurde Basci wegen seiner restriktiven Geldpolitik, die die Zentralbank unter seiner Führung praktizierte, heftig kritisiert. Viele Regierungsvertreter hatten nach einer entgegenkommenderen Geldpolitik zur Ankurbelung des Wachstums verlangt.

US-Wahlen
USA: Trump würde Assad nicht bekämpfen

„Amerika hat größere Probleme als Assad“, so der Präsidentschaftskandidat New York (nex) – Der de facto designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump versprach am vergangenen Freitag, im Falle seines Sieges bei den Wahlen im November härter gegen den IS (Daesh) durchzugreifen. Er werde jedoch davon absehen, so Trump weiter, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad anzugreifen. „Ich hätte mich aus Syrien rausgehalten, und ich hätte nicht so sehr für oder gegen Assad gekämpft, weil ich denke, dass das keine gute Idee ist“, meint er in der Show ‚Morning Joe‘ im US-amerikanischen Fernsehsender MSNBC. „Wir haben den Iran und Russland, die voll hinter Assad stehen, was zwar kein zwingender Grund für mich wäre, mich rauszuhalten – aber es macht die Dinge sicherlich komplizierter.“ Die USA hätten „größere Probleme als Assad“, fährt er fort. Als der Co-Moderator Joe Scarborough Trump zu vergangenen militärischen Operationen befragt, betont dieser, dass er gegen die Einsätze im Irak und in Libyen sei, aber nicht zögern würde, den IS zu bekämpfen. „Ich würde gegen den IS härter durchgreifen“, verspricht er und fügt hinzu, dass er den US-Generälen befehlen würde, dem IS „die Hölle heißzumachen“ Trump übt scharfe Kritik an den diplomatischen Bemühungen der Obama-Regierung, ein Nuklearabkommen mit dem Iran auszuhandeln, da dies der Islamischen Republik zu einer stärkeren Präsenz auf der internationalen Bühne verholfen habe. „Wir haben den Iran, den wir zu einer Macht gemacht haben. Der Iran ist nun eine Macht – und das wegen uns, wegen einem der dümmsten Deals, die ich jemals gesehen habe. Also haben wir jetzt den Iran und Russland an Assads Seite. Und wir sollen jetzt zwei von denen bekämpfen. Gleichzeitig sollen wir auch den IS bekämpfen, der gegen Assad kämpft“, so Trump.

Nordstadt und Innenstadt bleiben verschont
Dortmund: Kein Naziaufmarsch in der Nordstadt

Dortmund (nex) – Wo die geplante Neonazi-Demonstration am 4. Juni stattfinden wird, ist noch ungewiss. Es steht jedoch eines fest: Sie wird nicht in der Nordstadt über die Bühne gehen, und auch die Innenstadt wird davon verschont bleiben. Mit Blick auf „konkrete polizeiliche Gefahrenprognosen“ hat die Polizei im Rahmen der rechtlich erforderlichen Kooperationsgespräche gegenüber dem Anmelder durchgesetzt, dass der Aufmarsch in einen Außenbezirk verlegt wird. Polizeipräsident Gregor Lange zeigte sich gegenüber der WAZ mit dem Ergebnis zufrieden: „Weder in der Nordstadt noch in der Dortmunder City sollen Rechtsextremisten am 4. Juni auf sich aufmerksam machen können.“ Es sei „ein wichtiges Ergebnis, dass wir die an diesem Tag veranstaltungsreiche City aus der rechtsextremistischen Versammlungslage heraushalten können und den vielen mit uns in der Nordstadt lebenden Migranten eine Konfrontation mit ausländerfeindlichem Hass ersparen“, so Lange weiter. Außerdem sei auf diese Weise eher gewährleistet, dass die Gesundheit von Polizeibeamten nicht aufs Spiel gesetzt werde. Sowohl innerhalb der rechts- als auch innerhalb der linksextremistischen Szene sei von einem erheblichen Grad der Radikalisierung und der Gewaltbereitschaft auszugehen, hieß vonseiten des Polizeipräsidenten. Die Linksextremen würden überregional mobilisieren, um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Die Polizei wolle alle gangbaren Mittel ausschöpfen, um ein Aufeinandertreffen zwischen beiden Gruppen zu verhindern. Die Möglichkeit eines Verbots des Aufmarsches sei wie auch in den Jahren zuvor intensiv geprüft worden. Eine realistische juristische Möglichkeit, die Kundgebung zu verhindern, habe es jedoch in Anbetracht der Spruchpraxis der Gerichte nicht gegeben.

French Open
Türkische Tennisspielerin qualifiziert sich für French Open

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Paris (nex) – Die Türkin Cagla Buyukakcay wurde am gestrigen Freitag die erste Tennisspielerin des Landes, die sich im Dameneinzel der renommierten French Open qualifiziert hat. Buyukakcay schlug ihre Gegnerin Klara Koukalova mit 2:0 und erreicht somit als erste türkische Tennisspielerin das Hauptfeld. Die 27-Jährige, die auf Platz 85 der Damen-Weltrangliste steht, gewann gegen Koukalova in der dritten Qualifikationsrunde der French Open. Büyükakcay setzte sich gegen Koukalova mit 6:1 und 6:3 durch. Die junge Frau, die türkische Tennisgeschichte schrieb, teilte ihre Gefühle nach dem Spiel mit der Nachrichtenagentur Anadolu. Sie sei froh, den Sprung in das Hauptfeld geschafft zu haben: „Dies ist mein erstes Jahr, wir sind mit großen Hoffnungen hergekommen. Ich bin von Anfang an gegen sehr toughe Spielerinnen angetreten.“

Illegale Besetzung der Krim
Krimtatarenführer: Putin könnte wie Hitler enden

Toronto (nex/aa) – Der Krimtatarenführer Mustafa Abduldschemil Dschemiljew Kirimoglu verglich am gestrigen Freitag den russischen Präsidenten mit Adolf Hitler. Putin könnte ein ähnliches Ende wie den nationalsozialistischen Diktator treffen, so Kirimoglu.
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Der Politiker, der in Toronto (Kanada) mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, erklärte, dass Hitler einer von denen gewesen sei, die die Halbinsel Krim hätten besetzen wollten und dass nun die Krim vor über zwei Jahren von Russland annektiert worden sei. „Jetzt sagen die Russen: ‚Die Krim gehört uns.‘ Hitler hatte das auch mal gesagt“, so Kirimoglu weiter. „Hitlers Ende ist ja bekannt. Ich glaube, dass auch Putin so enden wird wie Hitler.“ Im März 2014 hatte Putin den Vertrag zur Krim-Annexion unterzeichnet, mit dem nach einem stark kritisierten Referendum auf der Schwarzmeerhalbinsel die Annexion der Autonomen Republik Krim besiegelt wurde. Dieser Schritt wurde von der Ukraine, der Europäischen Union und den USA scharf verurteilt und hatte zu Sanktionen gegen Moskau geführt. Kirimoglu fügte hinzu, dass die Ukrainer die Einwohner der Krim und die Sache der Krimtataren gegen Russland unterstützten. Zudem sei die Ukraine der „Schlüssel“ für das Anliegen der Krimtataren. Im vergangenen Monat hatte ein prorussischer Staatsanwalt den Medschlis (die zentrale Exekutivkörperschaft der Krimtataren) verbieten lassen, worauf der ehemalige Medschlis-Präsident Sanktionen zur Beendigung der Besetzung der Krim verlangte.
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Türkei
CDU-Außenpolitiker Röttgen: „Erdogan will autokratisches Herrschaftssystem etablieren“

Bonn (ots) – Nach der am Freitag im türkischen Parlament mit Zweidrittelmehrheit beschlossenen Verfassungsänderung, die mehr als einem Viertel der Abgeordneten die Immunität entzieht und strafrechtliche Verfolgung möglich macht, wird die Entwicklung am Bosporus von deutschen Politikern sehr kritisch gesehen. „Präsident Erdogan will die Türkei umwandeln und ein auf ihn zugeschnittenes, autokratisches Herrschaftssystem etablieren“, erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), im Fernsehsender phoenix. Es bestehe die Gefahr, dass die Türkei, die eng mit der EU zusammenarbeite und auch eine wichtige Rolle in der Nato habe, zunehmend demokratische Prinzipien völlig missachte. „Das alles führt die Türkei nicht nach Europa, sondern in die Isolation. Wir sehen ein Verlassen der Wertegemeinschaft Europas“, so der CDU-Politiker weiter. Kanzlerin Merkel werde bei ihrem bevorstehenden Besuch in Ankara klare Worte finden. Europa dürfe türkischen Drohgebärden nicht nachgeben und müsse Erdogan an die Gültigkeit der Vereinbarungen der EU mit der Türkei hinsichtlich der Flüchtlingsfrage erinnern. Schließlich habe auch Erdogan großes Interesse an einer Visafreiheit für seine Bürger. „Wir dürfen auf seine Erpressungen nicht eingehen und uns nicht mehr in Abhängigkeit begeben, als dies unvermeidlich ist“, war der Christdemokrat überzeugt.