Türkisch-russische Beziehungen
Türkei: Russischer General heute in Ankara

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Moskau (nex) – Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, werden zwei hochrangige Militärs der Türkei und Russlands am heutigen Donnerstag in Ankara zusammenkommen. Generalstabschef Hulusi Akar werde General Waleri Gerassimow zur Erörterung der Situation in Syrien sowie zu Gesprächen über die militärische Zusammenarbeit beider Länder treffen, so ein Sprecher des Ministeriums.
(Foto: AA)
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Russland ist zwar einer der Hauptunterstützer des syrischen Regimeführers Baschar al-Assad ist, während das NATO-Mitglied Türkei auf der Seite der Oppositionellen wie der Freien Syrischen Armee (FSA) steht, aber beide Parteien bekämpfen die Terrorgruppe IS (Daesh) in Syrien. Die Militäroperation Schutzschild Euphrat zur Säuberung der nördlichen Grenzregion vom IS wurde durch die FSA mit der Unterstützung der Türkei in Form von Spezialkräften, Panzern, Artillerie und Luftschlägen durchgeführt. Eine von den USA und Russland gemeinsam erreichte Waffenruhe, die am Montag begann und in ganz Syrien weitgehend eingehalten wird, wurde um 48 Stunden verlängert. Die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau verbesserten sich mit einem Treffen zwischen dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am 9. August in Sankt Petersburg, nachdem zuvor der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkischen Luftraum über der syrischen Grenze im vergangenen November zu einer Krise zwischen den beiden Ländern geführt hatte.

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Völkermord an den Herero
Deutschland: Herero-Opferverbände zu Entschädigungsverhandlungen nicht eingeladen

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Deutschland: Herero-Vertreter kritisieren „Geheimverhandlungen“ ohne Opferverbände Berlin (nex) – Die Verhandlungen zwischen der namibischen und der deutschen Regierung über den Völkermord an den Herero und Nama, die in der vergangenen Woche in Berlin begonnen haben, scheinen unter keinem guten Stern zu stehen. Im Interview mit Radio Dreyeckland kritisiert Israel Kaunatjike, ein Herero, der in Berlin lebt und sich für das Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“ sowie bei Berlin Postkolonial engagiert, dass namibische Herero- und Nama-Verbände von den Gesprächen über eine Aufarbeitung des deutschen Völkermordes Anfang des 20. Jahrhundert ausgeschlossen seien. Kaunatjike spricht gegenüber dem Sender von „Geheimverhandlungen, zu denen die Opferverbände nicht eingeladen sind“ und erklärt, die Gruppen wollen die Ergebnisse, die ohne ihre Beteiligung verhandelt worden wären, nicht respektieren. Die namibische Regierung verfolge nur finanzielles Interesse an so genannter Entwicklungshilfe und sei nie in der Frage selbst engagiert gewesen, betonte der Aktivist. Erst auf weltweiten Druck der Opferverbände, dem sich auch das Parlament nicht verschließen konnte, habe sich die Regierung 2006 für das Thema zu interessieren begonnen. Die Opfervertreter selbst habe man jedoch von Beginn an ausgebootet. Der frühere Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Ruprecht Polenz, habe auf Anfrage im Namen der deutschen Regierung erklärt, dass Verhandlungen dieser Art nur auf Regierungsebene stattfänden, so Kaunatjike. Es sei jedoch die Vertretung eines kleinen Stammes sehr wohl in Berlin mit zu den Verhandlungen eingeladen worden, die jedoch nicht die breite Bevölkerung und die Opfer repräsentiere. „Das ist ein ‚Teile und herrsche‘ und das stört uns einfach“, erklärt der Herero-Aktivist. Eine Bedeutung für die Gegenwart habe die Frage, wer in wessen Namen verhandelt, durchaus noch, so Kaunatjike. „Vertriebene in Botswana, Südafrika und Angola, deutsche Siedler leben heute noch auf deren Land“, erklärte er weiter. Zu 75 Prozent handle es sich dabei um Farmland. Man strebe diesbezüglich eine Restitution oder eine Entschädigung an. “Unsere Anliegen werden ignoriert”, so der Sprecher der Herero und Nama-Nachfahren Israel Kaunatjike in einem Gespräch mit dem Nachrichtenexpress. “Sie werden uns aber nicht bremsen können.” Man rücke die Schädel seiner Vorfahren unter fadenscheinigen Gründen nicht raus. Um die angebliche Minderwertigkeit der Afrikaner zu belegen, brachten die Deutschen aus ihrer damaligen Kolonie Schädel und Gebeine Einheimischer nach Berlin. Der Historiker Jürgen Zimmerer, der sich seit Jahren mit der Kolonialgeschichte befasst, geht davon aus, dass damals über 1000 menschliche Überreste nach Deutschland gelangten, deren Reste teilweise bis heute in Archiven, Magazinen und Kliniken lägen, berichtet Deutschlandradio Kultur. Die Geschichte der Schädel, das sei bis heute ein Trauma für ihr Volk, empört sich Ester Utjiua Muinjangue, Angehörige der Volksgruppe der Herero aus Namibia. “Die deutsche Schutztruppe brachte die abgetrennten Köpfe zu den Herero-Frauen und zwang sie, sie zu reinigen, damit sie wie Eier fein säuberlich in Kartons nach Deutschland transportiert werden konnten, beschreibt Muinjangue. Es konnten die Köpfe ihrer Ehemänner, Brüder oder Schwestern sein.” Der seit 1970 in Berlin lebende Herero-Nachfahre Israel Kaunatjike fordert außer einer offiziellen Entschuldigung der Bundesregierung die viel stärkere Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Genozid als bisher. Die Bundesregierung habe die Forschung an menschlichen Gebeinen, die im kolonialen Unrechtskontext nach Deutschland deportiert worden seien und nicht der Rückgabe an die Herkunftsgesellschaften dienten, zu unterbinden. Die Aufstellung riesiger rasseanthropologischer Sammlungen mit den sterblichen Überresten tausender Kolonisierter und Widerständiger aus aller Welt sei eines der düstersten Kapitel der europäischen Wissenschaftsgeschichte, lässt das Bündnis in der Pressemitteilung verlautbaren. Vor dem Hintergrund der daran anknüpfenden Verbrechen der NS-Wissenschaft komme der Bundesrepublik hierbei eine besondere historische Verantwortung zu.
“Wir kämpfen für eine Wiedergutmachung und Anerkennung des Völkermordes”
Im Gegensatz zu den Armeniern würden sich die Nachfahren der Völkermordopfer von der Bundesregierung nicht ernst genommen fühlen, kritisierte der Sprecher der Berliner Nichtregierungsorganisation, Kaunatijke, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: “Wir werden einfach diskriminiert und als zweite Klasse behandelt.” Die UNO erkannte bereits 1948 den Völkermord an den Herero und Nama an.

Islamisches Zentrum Fort Pierce
USA: Lebenslange Haft für Moschee-Brandstifter Joseph Schreiber möglich

New York (nex) – Ein islamisches Gemeindezentrum in Florida in Brand zu setzen, könnte zu den letzten Aktivitäten gehört haben, denen der 32-jährige Joseph Michael Schreiber in Freiheit nachgegangen ist. Schreiber erwartet eine mindestens 30-jährige Haftstrafe, nachdem die Staatsanwaltschaft ihn nach dem Gesetz des Bundesstaates Florida der Brandstiftung am Islamischen Zentrum Fort Pierce in der Qualifikationsstufe eines Hassverbrechens angeklagt hat. In Florida sind Hassverbrechen nicht als eigener Tatbestand definiert. Dies teilte David Thompson vom Büro des Sheriffs von St. Lucie County gegenüber Medien mit. Das FBI prüft unterdessen noch, ob auch eine Anklage wegen eines Bundesverbrechens in Betracht kommt. Der 32-Jährige, der am Freitag den Brand gelegt haben soll, wurde am Mittwoch unter dringendem Tatverdacht verhaftet. Da er bereits vorbestraft ist, könnte über ihn sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.
Foto: Screenshot/Sunsentinel)
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Derzeit suchen die Ermittlungsbehörden aber noch nach möglichen Mittätern. Schreiber konnte verhaftet werden, nachdem die Veröffentlichung von Überwachungsvideos die Öffentlichkeit, darunter auch Mitglieder der Islamischen Gemeinde, auf die Spur des Verdächtigen gebracht hatte. Bei einer Hausdurchsuchung konnten mehrere Gegenstände sichergestellt werden, die auf eine Täterschaft des 32-Jährigen hinweisen, unter anderem ein Motorrad, das als Täterfahrzeug auf dem Video zu erkennen war. Schreiber hatte bereits im Juli auf Facebook mehrere islamkritische Posts veröffentlicht. Ein möglicher Grund dafür, dass der Verdächtige sich gerade das Gemeindezentrum von Fort Pierce als Ziel ausgesucht haben könnte, ist, dass Omar Mateen dieses mehrfach besucht hatte, der im Juni bei einem Amoklauf in einem Nachtklub in Orlando 49 Menschen getötet und sich in einem Anruf bei der Polizei als Kämpfer der Terrormiliz IS bezeichnet hatte. An der Moschee von Fort Pierce entstand erheblicher Sachschaden. Der Gemeinde ist es aber über die Fundraisingseite LaunchGood.com in nur zwei Tagen nach dem Attentat gelungen, mehr als 22 000 der angestrebten 50 000 US-Dollar an Spendenmitteln für die Wiederinstandsetzung aufzutreiben.  

Syrienkonflikt
Assad-Opposition: „Die Türken sind unsere Hauptalliierten und Partner“

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Berlin/Dortmund (eurasia/nex) – Laut einem hochrangigen Vertreter von Ahrar al-Scham hält die Türkei an der Unterstützung der einflussreichen syrischen Rebellenorganisation fest. Diese Allianz bleibt unabhängig von der jüngsten türkisch-russischen Annäherung und dem umstrittenen Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Russland bestehen. Die Organisation betrachtet die Türkei als wichtigsten Unterstützer der syrischen Revolution.
Iyad el-Schaar, auch als Abu Hassan Altbuque bekannt, betonte in seiner Position als Berater des Vorsitzenden des politischen Flügels von Ahrar al-Scham gegenüber dem oppositionellen Nachrichtenportal „Middle East“, dass die Türkei ihre Haltung gegenüber der syrischen Revolution nicht geändert habe. Dies sagte der Ahrar-Vertreter mit Blick auf die politische Annäherung der türkischen und russischen Regierung im vergangenen Juni. Gegenüber dem „Middle East“ sagte er: „Die kämpfenden Fraktionen, insbseondere die Islamische Front unter Ahrar al-Scham, stellen keinerlei Veränderungen in ihren Beziehungen zur Türkei nach der Normalisierung ihrer politischen Kontakte mit Russland fest. Die Türken sind unsere Hauptalliierten und Partner.“ Laut dem Berater der streng islamisch-konservativen Organisation biete die Annäherung an die russische Regierung die einmalige Möglichkeit, durch die Türkei mit Moskau direkt zu kommunizieren. Inzwischen sollen sich die „effizientesten“ Rebellengruppen – Dschaisch il-Islam, Feylak el-Scham und die Nureddin Zengi-Bewegung – unter der Führung von Ahrar el-Scham für eine Vereinigung bereit erklärt haben, so el-Schaar weiter. Er erwarte, dass im laufenden Jahr zahlreiche Initiativen in dieser Richtung gestartet würden.
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Auch müsse sich die ehemalige al-Nusra-Front, die sich nunmehr Dschabhat Fatih el-Scham nennt, weiter vom internationalen al-Qaida-Netzwerk distanzieren. El-Schaar gab hinsichtlich der Art und Weise, wie dies geschehen soll, keine weiteren Informationen. Er räumte ein, dass in Syrien letztlich nur auf politischer Ebene eine Lösung erreicht werden könne. Ziel sei es nach wie vor, den syrischen Präsidenten Baschar el-Assad zu stürzen und die „islamische Identität des Staates“ zu wahren. Er gehe davon aus, dass der Kampf in Syrien noch lange anhalten werde.  
Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasianews    

Kampf gegen den Terror
Innenausschuss-Vorsitzender Heveling fordert mehr Befugnisse für Terror-Ermittler

Düsseldorf (ots) – Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU), hat angesichts der neuen Festnahmen von Terror-Verdächtigen einen größeren Spielraum für Ermittler in der Terrorabwehr gefordert. „Der Fall der drei festgenommenen Syrer zeigt, dass die Sicherheitsbehörden weitreichende Befugnisse benötigen, was die Überwachung von Telekommunikationsdaten und den Inhalten der Kommunikation betrifft“, sagte Heveling der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Dafür müsse man den Behörden noch bessere Rechtsgrundlagen verschaffen, sagte der CDU-Politiker. „Im Rahmen des von Innenminister de Maizière auf den Weg gebrachten Maßnahmenkatalog zur Terrorabwehr sollten wir an dieser Stelle noch einmal gesetzlich nachbessern.“

Kampf gegen den Terror
Kontraste: Deutschland verstößt gegen Anti-Terror-Maßnahmen der EU

Berlin (ots) – Deutschland verstößt seit 14 Jahren gegen die sogenannte Anti-Terrorverordnung der EU. Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins KONTRASTE wird die in einer Verordnung von 2002 geforderte Sicherstellung aller Vermögenswerten von Al Quaida-Anhängern und -Finanziers nur unzureichend umgesetzt. Insbesondere im Bereich der Immobilien gibt es keine bundesweit gültigen Regelungen für die Umsetzung der Sanktionsverordnungen.
Das Berliner Kammergericht erklärte auf Nachfrage, dass es bis heute „keine allgemeinen Regelungen“ für die Grundbuchämter gäbe, um die Immobilien von Terrorverdächtigen sicherzustellen. Auch werde bei Grundstücksgeschäften nicht überprüft, ob Erwerber oder Käufer auf den Sanktionslisten der EU stehen Der Staatsrechtler Professor Ulrich Battis sieht hier geltendes EU-Recht verletzt. Es drohe ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland. Eine bundesweite Recherche des Magazins ergab dagegen, dass bislang in keinem einzigen Bundesland systematisch überprüft wurde, ob Immobilienbesitzer auf den Anti-Terrorlisten genannt werden. Mehrere Landesjustizministerien erklärten dazu auf Anfrage, dass eine solche Überprüfung nicht vorgeschrieben sei. Die EU-Kommission widerspricht ausdrücklich dieser Auffassung: „Die Verpflichtung der Terrorverordnung lautet, dass sämtliche Vermögenswerte der gelisteten Personen komplett eingefroren werden, unabhängig davon, wann sie angeschafft wurden.“ Der Berliner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu (SPD) fordert jetzt von der Bundesregierung, Maßnahmen zu ergreifen, dass sämtliche Grundbuchbestände, die mittlerweile meist auch digital vorlägen, hinsichtlich möglicher Terrorunterstützer überprüft werden, um „deren wirtschaftliche Tätigkeiten lahm zu legen.“ Mehr dazu im ARD-Politikmagazin Kontraste am 15.9.2016 Um 21:45 im ERSTEN

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Autonome Kurdengebiete
Kurdenführer Barzani: PYD genießt nicht die Unterstützung anderer Gruppen

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  Dortmund (nex) – Der Präsident der halbautonomen kurdischen Gebiete im Nordirak, Masud Barzani, erklärte am Mittwoch, dass die PYD die Politik der PKK in Syrien ausführe. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Monde kritisierte Barzani die jüngsten Aktivitäten der PYD/PKK in Nordsyrien.   Auf die Frage, wie er die türkische Militäroperation Schutzschild Euphrat bewerte, mit der die syrische Stadt Dscharablus von der Terrorgruppe IS (Daesh) befreit wurde, antwortete Barzani: „Die PYD hat kurdische Mehrheitsgebiete [in Nordsyrien] besetzt, wo sie nun die Politik der PKK ausführt“, und fügte hinzu: „Die Türkei befindet sich im Krieg mit der PKK.“ Barzani brachte seine Sorge über die Zukunft der syrischen Kurden zum Ausdruck. „Wegen ihrer nicht alle einschließenden Politik genießt die PYD nicht die Unterstützung anderer Gruppen in Syrien, und sie unterstützt weiterhin das Assad-Regime, ohne auch nur einen Gedanken an die Zukunft der Kurden in der Region zu verlieren“, betonte er. „Die PYD hat es versäumt, mit der syrischen Opposition zu kooperieren.“ Die Türkei stuft die PYD als eine Terrororganisation ein, während die USA diese als einen „verlässlichen Partner“ im Kampf gegen den IS (Daesh) bezeichnen.   Auf die Frage, ob die Türkei sich an einer erwarteten Operation zur Befreiung der nordirakischen Stadt Mossul vom IS (Daesh) beteiligen werde, reagierte Barzani mit Zweifeln: „Ich denke nicht, dass die Türkei am Kampf für die Befreiung Mossuls teilnehmen wird“, erklärte er gegenüber Le Monde. „Aber die Türken könnten den beteiligten Truppen helfen. Außerdem ist die irakische Regierung dagegen, und auch die Türkei selbst möchte nicht in Mossul einmarschieren.“ Mitte 2014 hatte der IS (Daesh) die Stadt überrannt und große Gebiete in Nord- und Westirak eingenommen. In den vergangenen Monaten konnte die irakische Armee mit Unterstützung durch die Luftschläge der von den USA angeführten Koalition und der Verbündeten vor Ort den größten Teil der verlorenen Territorien wieder zurückerobern. Nichtsdestoweniger hält die Terrorgruppe verschiedene Teile des Landes unter ihrer strikten Kontrolle, so auch Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak. Regierungsvertreter in Bagdad haben die Auslöschung der IS (Daesh)-Präsenz im Irak noch vor Ende 2016 versprochen.

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Die drei Säulen der Schweizer Altersversorgung
Schweiz: Christliche Volkspartei vergleicht Rentner mit Schweinen

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Von Peter Z. Ziegler
Basel (nex) – Die Schweizer Innenpolitik ist buchstäblich auf die Sau gekommen. Um zu zeigen wie gut es angeblich den Senioren im Land geht, durften vor dem altehrwürdigen Bundeshaus in Bern drei prächtige Sauen genüsslich schmatzen.
Von einem bäuerlichen Sympathisanten der Christlichen Volkspartei (CVP) bekamen sie ein Dreigangmenü aus Salat, gefüllter Zuchetti sowie Pfirsichen und Beeren zum Dessert serviert. Die drei Gänge standen für die drei Säulen der Schweizer Altersversorgung: die obligatorische Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die vom Arbeitgeber mit getragene Pensionskasse und die freiwillige Lebensversicherung.
Am 25. September wird in der Schweiz darüber abgestimmt ob künftig zehn Prozent mehr AHV-Renten für jeden und jede überwiesen werden. Anders als in Deutschland muss nämlich jeder, auch ein Multimillionär, in die AHV einzahlen. Alleinstehende kämen dadurch auf rund 200 Franken mehr pro Monat, Ehepaare auf 350. Die Gewerkschaften wollen mit ihrer Initiative Rentenkürzungen ausgleichen, die durch tiefere Renditen der Pensionskassen drohen. Die Aktion der CVP führte inzwischen zu heftigen Reaktionen. Die Christpolitikerhätten die Rentner des Landes buchstäblich mit Schweinen verglichen, kommentierten hunderte von empörten Kritikern in den Medien.
Die CVP wehrt sich: man habe die Tiere vor das Bundeshaus karren lassen, um gegen die AHV-plus-Initiative zu protestieren. Diese würde den Bund im Jahr 2030 gut 5,5 Milliarden Franken zusätzlich kosten. «Sauteuer» findet das die CVP. Das Geld der Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei mit diesem Giesskannenprinzip schlecht investiert. «Etwa so schlecht, wie wenn Sie einem Schwein ein Groumet-Menu servieren», sagte Generalsekretärin Beatrice Wertli.
«Rentnerinnen und Rentner sind keine gefrässigen Schweine», rügt Thomas Zimmermann, Sprecher des Gewerkschaftsbunds. Es sei verantwortungslos, dass die AHV-Gegner einen Generationenkonflikt herbeireden – «und das auf so primitive Weise». Tatsache sei, dass sehr viele der heutigen und vor allem der künftigen Rentner kein üppiges Dreigangmenü vorgesetzt bekomme. «Auf den dritten Gang – die 3. Säule – müssen die meisten verzichten. Und der zweite Gang–die Pensionskassenrenten stagnieren oder sinken und sinken. Deshalb braucht es zum ersten Gang nicht nur ein Salätli sondern eine nahrhafte und starke AHV-Rente», so Zimmermann.
 

Opferfest
Gaza: Türkische Hilfsorganisation verteilt Fleisch an 9.000 bedürftige Familien

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Gaza (nex) – Die türkische Hilfsorganisation Stiftung für Menschenrechte und -freiheiten (IHH) verteilte am heutigen Mittwoch das Fleisch von Tieren, die anlässlich des Opferfests geschlachtet worden waren, an bedürftige Familien im blockierten Gazastreifen. „Wir haben das Fleisch von 83 Rindern an 9.000 bedürftige Familien in Gaza zukommen lassen“, erklärte der IHH-Leiter von Gaza, Mehmet Kaya, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Das Verteilen von Fleisch an Bedürftige ist ein wesentlicher Bestandteil des humanitären Mandats der IHH. Wir werden weiterhin die Familien in Gaza und überall dort, wo wir vertreten sind, unterstützen“, bekräftigte Kaya. Die Stiftung unterhält seit 2009 ein Büro im Gazastreifen, dessen Einwohner seit fast einem Jahrzehnt unter der israelisch-ägyptischen Blockade leiden. Nach Angaben der UNO sind mittlerweile etwa 80 Prozent der fast zwei Millionen Einwohner für ihr Überleben auf Spendennothilfen angewiesen. Der Gazastreifen, der seit 2007 von Israel unter Blockade gehalten wird, hat sieben Grenzübergänge, die ihn mit der Außenwelt verbinden. Sechs davon stehen unter israelischer Kontrolle, während Ägypten den siebten, den Rafah-Grenzübergang, kontrolliert und diesen die meiste Zeit geschlossen hält. Israel hat im Juni 2007 vier seiner Handelsrouten mit Gaza geschlossen, nachdem die palästinensische Widerstandsbewegung Hamas von der Palästinensischen Autonomiebehörde die Kontrolle über den Gazastreifen übernahm.

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Jungsteinzeitsiedlung Catalhöyük
Türkei: Einzigartige Statuette in 9.000 Jahre alter Stadt entdeckt

Istanbul (nex) – Wie das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus am gestrigen Dienstag mitteilte, haben Archäologen in der zentralanatolischen neolithischen Stätte Catalhöyük eine einzigartige vollständige weibliche Figurine ausgegraben. Die 17 Zentimeter lange und ein Kilogramm schwere Statuette werde aufgrund ihres unversehrten Zustands und der feinen Handarbeit als einzigartig bewertet, heißt es in einer Erklärung. Die Figurine aus Marmor wurde von einem internationalen Archäologenteam, das unter der Führung des US-amerikanischen Anthropologen Professor Ian Hodder von der Stanford University in der Siedlung arbeitet, entdeckt. Das 9.000 Jahre alte Catalhöyük zählt zu den ersten Städten der Welt und ist seit 2012 Teil des UNESCO-Welterbes. Auf der offiziellen Webseite der Siedlung ist zu lesen, dass Catalhöyük „seit über 50 Jahren Gegenstand von archäologischen Untersuchungen ist.“ Weiter heißt es: „Forscher aus aller Welt sind im Laufe dieser Zeit hergereist, um seine Baulandschaft, bemerkenswerten Lebensweisen und vielen exquisiten Kunst- und Kunsthandwerke zu studieren. Im Jahr 1993 hat das Catalhöyük Forschungsprojekt eine internationale Expertengruppe rekrutiert, um Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer archäologischer, kuratorischer und Koservierungsmethoden innerhalb und außerhalb der Siedlung zu leisten. Gleichzeitig hat sie zum Ziel, unsere Erkenntnisse über das Leben der Menschen in der Vergangenheit zu erweitern.“

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