Umwelt
Nitratbericht: Belastung von Grundwasser und Flüssen weiter zu hoch

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Osnabrück (ots) – Die Nitratwerte im deutschen Grundwasser sind nach wie vor vielerorts zu hoch. Das geht laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ aus dem neuen Nitratbericht hervor, den die Bundesregierung an die EU-Kommission übermittelt hat. Demnach wurde an 28 Prozent der berücksichtigten Messstellen der Grenzwert für Nitrat überschritten. Problematisch sei auch der hohe Eintrag von Phosphor, das über die Felder letztlich in Nord- und Ostsee lande und hier Algenwachstum begünstige. 65 Prozent der Messstellen an Seen und Flüssen wiesen zu hohe Werte auf. Verursacher ist aus Sicht des Bundesumweltministeriums die Landwirtschaft, die Nährstoffe in Form von Gülle oder Kunstdünger auf die Felder ausbringt. Ministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte der „NOZ“: „Die intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen.“ Das Übermaß an Nährstoffen gefährdete die Artenvielfalt. Zusätzliche Kosten für die Trinkwasserversorgung seien nicht ausgeschlossen, auch wenn hier bislang keine Beeinträchtigung festzustellen sei. Hendricks: „Es ist also nur im Sinne unseres Gemeinwohls, wenn wir hier stärker als bisher gegensteuern. Das geht nur mit verschärften Düngeregeln.“ Die SPD-Politikerin verwies auf die 2016 fertiggestellte Novelle des Düngerechts, die bislang aber noch nicht in Kraft getreten ist. Der Nitratbericht kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland in den vergangenen Jahren „keine wesentlichen Veränderungen“ erzielt worden seien. „Verbesserung hin zu niedrigeren Nitratgehalten sind bisher nur in sehr geringem Umfang eingetreten“, heißt es laut „NOZ“. Im November hatte die EU-Kommission die Bundesrepublik wegen Verstößen gegen die EU-Nitratrichtlinie und damit verbundenem schlechten Schutz der Gewässerqualität verklagt. Noch im Januar muss die Bundesregierung darauf eine Erwiderung übermitteln. Im Falle einer Verurteilung drohen Deutschland hohe Geldstrafen.

Seidenstraße
Türkei: Neue Eisenbahnstrecke soll Peking mit London verbinden

Ankara (nex) – Die Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahnstrecke (BTK) würde nun schon bereits Mitte 2017 in Betrieb genommen, so der türkische Verkehrsminister Ahmet Arslan in einer Rede in Ankara.

„Wir werden das Baku-Tiflis-Kars-Projekt bereits Mitte 2017 fertigstellen und in Betrieb nehmen“, so Arslan.

Die Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahnstrecke soll nach Fertigstellung Peking mit London verbinden und wird in Übereinstimmung mit einem internationalen Abkommen zwischen Aserbaidschan, Georgien und Türkei gebaut.

Die Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahnstrecke wird Güter aus Asien in nur 15 Tagen nach Europa transportieren. Das Projekt werde die historische Seidenstraße wiederbeleben, so der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan in einer Rede im November.

Das Büro des türkischen Premierministers verlautbarte , dass die Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahnlinie nach Bauende „die Reisedauer zwischen Asien und Europa via Eisenbahn auf 15 Tage reduzieren” werde. Die BTK-Strecke werde zu einer Hauptverbindung zwischen Europa und der türkisch geprägten Region Zentralasiens.

„Die BTK-Eisenbahnlinie wird auch zum Export türkischer Produkte beitragen. Mit dieser Linie ist der fehlende Teil vervollständigt. China wird seine Waren über die BTK-Eisenbahnlinie nach Europa und andere Länder transportieren. Nach der Inbetriebnahme dieser Linie werden die Waren Europa nicht in zwei Monaten, sondern in rund zwei Wochen erreichen“, Gouverneur der osttürkischen Provinz Kars, Rahmi Dogan.

Zuvor sagte der türkische Minister für Transport, Schifffahrt und Kommunikation, Ahmet Arslan, gegenüber der Nachrichtenagentur Trend, dass die BTK-Eisenbahnlinie zusammen mit anderen Projekten der Türkei und dem nationalen Logistiksektor jährlich Einnahmen in Milliardenhöhe bescheren werde. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommentierte, mit der neuen Eisenbahnstrecke wiederbelebte die Türkei die historische „Seidenstraße“, mit der Güterstrome von China nach Europa organisiert wurden.

Die BTK-Strecke wird auf Basis eines Abkommens zwischen Georgien, Aserbaidschan und der Türkei gebaut. Schon bald könnte über die neue Eisenbahnstrecke jährlich 17 Millionen Tonnen Fracht transportiert werden, erwarten Experten. Beginnen wollen die Verantwortlichen mit dem Transport von einer Million Passagieren und 6,5 Millionen Tonnen Fracht.

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Umfrage
79 Prozent der Deutschen hält Vorgehen der Kölner Polizei in der Silvesternacht für angemessen

Köln (ots) – Während in der Politik mitunter kontrovers über das Verhalten der Kölner Polizei in der Silvesternacht diskutiert wird, ist die Meinung der Bürger zu diesem Thema sehr eindeutig: 79 Prozent und damit eine große Mehrheit der Deutschen befindet das Vorgehen der Kölner Polizei in der Silvesternacht laut einer Forsa-Befragung als richtig. Die repräsentative Umfrage war von „RTL Aktuell“ in Auftrag gegeben worden. Danach waren nur 13 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Polizei nicht angemessen gehandelt habe. Die Polizei hatte in der Silvesternacht rund tausend junge Männer, vornehmlich aus dem nordafrikanischen Raum, rund um den Kölner Hauptbahnhof abgefangen. Grünen-Chefin Simone Peter stellte die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, „wenn insgesamt knapp 1.000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden“. Quelle: Forsa im Auftrag von „RTL Aktuell“ Erhebungszeitraum: 2. Januar 2017. Datenbasis: 504 Befragte

Sicherheitspolitik
SPD-Minister hält De Maizière-Vorschläge für „puren Aktionismus“

Düsseldorf (nex) – Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat die sicherheitspolitischen Vorschläge von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) scharf kritisiert. „Herr de Maizière spielt vor der CSU-Klausurtagung den schwarzen Sheriff, schießt inhaltlich aber nur mit Platzpatronen“, sagte Pistorius der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ „Seine Vorschläge sind purer Aktionismus.“ Er könne nicht erkennen, warum „Mammutbehörden beim Bund“ mehr Sicherheit bringen würden, betonte Pistorius. „Die föderalen Kompetenzen etwa bei der Polizei und den Sondereinsatzkommandos sind bewährt. Der nächste Schritt wäre eine Bundespolizei wie in Frankreich, das kann die Union nicht ernsthaft wollen“, sagte der SPD-Minister. Zentralistische Strukturen bei der Polizei seien kontraproduktiv, man müsse vielmehr über einen verbesserten Austausch und schnelle Informationswege reden, betonte Pistorius.

"Politische Scheingefechte"
Kommentar: Den „Experten“ misstrauen!

Von Ernst Wolff Wohl kaum jemand sieht der Zukunft zu Jahresbeginn 2017 mit ungetrübtem Optimismus entgegen. Zu recht, denn die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. Doch gerade schwierige Großwetterlagen erfordern einen klaren Kopf und präzise Orientierung. Beides aber ist schwer zu erlangen, wenn man ständig dem Trommelfeuer der etablierten Mainstream-Medien ausgesetzt ist. Dort werden Halbwahrheiten mit Unwahrheiten gemischt, tatsächliche Sachverhalte verdreht, Ängste geschürt und Vorurteile bedient. Wer auf diese Weise unter einer Flut von Informationen erstickt, wendet sich deshalb gern „Experten“ zu, die ihm im Labyrinth unserer Gesellschaft den Weg weisen sollen. Eine ganze Heerschar solcher Politik- und Wirtschafts-„Experten“ war in den vergangenen Wochen aktiv, um uns allen die Weltlage zum Jahreswechsel und die Aussichten für 2017 zu erklären. Das Problem: Die vermeintlich fundierten Analysen dieser „Experten“ lenken genauso wie die übliche Berichterstattung von den wahren Schuldigen an den derzeitigen Problemen – Spekulanten, Bankern und den ihnen hörigen Politikern – ab, erzeugen Panik, wo diese vollkommen unangebracht ist, und verharmlosen, wo dringende Aufmerksamkeit geboten wäre. Hier ein Beispiel dafür, wie wir alle durch derartige Analysen fehlinformiert werden und Gefahr laufen, wirkliche Bedrohungen nicht wahrzunehmen oder zu unterschätzen: Der Fall Monte dei Paschi Es gibt kaum einen Wirtschafts- oder Finanz-„Experten“, der sich in den vergangenen Wochen nicht mit der Frage beschäftigt hat, ob die älteste italienische Bank Monte del Paschi di Siena denn nun gerettet werde, ob ihre Rettung durch den italienischen Staat oder die EU erfolgen und ob die EZB grünes Licht dafür geben werde. Dabei wurde immer wieder betont, wie gefährlich ein „Fallenlassen“ des Institutes durch die Verantwortlichen wäre. Jede der gestellten Frage hätte von vornherein uneingeschränkt mit „ja“ beantwortet werden können. Die Monte dei Paschi kann nämlich unter keinen Umständen fallen gelassen werden, weil sie sonst den allseits bekannten Domino-Effekt auslösen und das gesamte globale Finanzsystem gefährden würde. Die italienische Regierung kann also gar nicht anders als ihren Teil dazu beizutragen und EU und EZB können ebenfalls nicht anders als einer Rettung zuzustimmen. Ebenso wie die politischen Scheingefechte zwischen Rom, Brüssel und Berlin haben sämtliche „Experten“-Analysen um die Monte dei Paschi die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Fragen gerichtet, die im Grunde gar keine waren. Damit aber haben sie von einem Problem abgelenkt, das im Hintergrund lauert, immer größere Ausmaße annimmt und für uns alle zu einer ständig zunehmenden Gefahr wird: Die Reaktion der Finanzindustrie auf den unvermeidlichen Zerfall der EU. Bail-out statt Bail-in Nach der Krise von 2008, in der die Banken durch ein Bail-out (also mit Hilfe von Steuergeldern) gerettet wurden, hat die EU die Bail-in-Regelung eingeführt. Sie gilt seit dem 1. Januar 2016 in allen EU-Ländern und besagt, dass im Fall des drohenden Zusammenbruchs einer Bank zunächst Anleger, Aktionäre und Sparer zur Kasse gebeten werden müssen und dass erst danach der Steuerzahler belastet werden darf. Diese Regelung ist bereits 2013 auf Zypern und Ende 2015 bei vier italienischen Banken in der Toskana angewandt worden. Im letzten Fall hat sie, da sehr viele Mittelständler als Anleger betroffen waren, eine Welle des Protestes ausgelöst. Da bei der Monte dei Paschi mehr als 150.000 private Anleger betroffen wären, hat sich die italienische Regierung aus Angst vor Protesten und deren politischen Folgen strikt geweigert, das Bail-in anzuwenden. Zwar hat die EZB (vor allem auf deutschen Druck hin) versucht, die Regierung in Rom umzustimmen – jedoch ohne Erfolg. Das hat dazu geführt, dass Italien nun mit dem Einverständnis der EU und der EZB soeben eingeführtes geltendes Recht außer Kraft setzt, um die Monte dei Paschi mittels eines Bail-outs über Wasser zu halten. Diese – vorübergehend wirksame – Rettungsmaßnahme wird von den „Experten“ derzeit als „Sieg der Vernunft“ gefeiert und dem breiten Publikum als „Lösung der italienischen Probleme“ präsentiert. Das aber ist nicht nur falsch, sondern hindert diejenigen, die es für bare Münze nehmen, daran, Vorkehrungen für eine kommende Krise zu ergreifen, deren Ausmaß gar nicht abzuschätzen ist. Die tatsächliche Alternative heißt: Bankenrettung oder Volksaufstand Tatsächlich weigert sich die vor unseren Augen zerfallende EU, die von ihr selbst geforderte Regelung des Bail-in im Fall der Monte dei Paschi zu erzwingen, weil sie fürchtet, dass die Enteignung von Anteilseignern, Aktionären und Sparern im Extremfall einen Volksaufstand auslösen, zumindest aber zu einem für das Bankensystem höchst gefährlichen Banken-Run führen könnte. Damit aber nimmt die Eurokrise eine völlig neue Qualität an. Noch im vergangenen Jahr hat die EU nämlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine weitere Bankenrettung mit Steuergeldern, also ein Bail-out, zu verhindern. Zu diesem Zweck hat sie 2015 sechs Mitgliedsländer verklagt und gezwungen, die Bail-in-Regelung umgehend zu geltendem Recht zu erklären. Dass sie dieses nun bei der Monte dei Paschi nicht juristisch erzwingt, zeigt, dass die EU derzeit keinen anderen Ausweg mehr sieht, als vor möglichen Protesten zurückzuweichen und auf ein Bail-out zurückzugreifen. Das aber wird für die arbeitenden Menschen in Italien und ganz Europa drastische Folgen haben. Die Regierung in Rom wird mit allen Mitteln versuchen, die für die Bankenrettung ausgegebenen Gelder an anderer Stelle einzusparen, d.h. sie wird Kürzungen im Sozialbereich vornehmen, Steuern erhöhen, den Niedriglohnsektor ausweiten, das Arbeitsrecht weiter aufweichen und möglicherweise den Mindestlohn senken. All diese Maßnahmen werden die ohnehin tiefe soziale Krise im Land weiter verschärfen. Gleichzeitig wird sich die Lage im Bankensektor durch die Rettung der Monte dei Paschi keinesfalls grundlegend verbessern. Die Probleme sind nur aufgeschoben und werden in absehbarer Zeit in noch schärferer Form erneut auftreten. Das bedeutet: Beim Eintritt der nächsten Krise wird das Potenzial für eine soziale Explosion noch größer sein als zurzeit. Der Weg führt letztendlich in den Finanz-Faschismus Für den Rest Europas hat die Rettung der Monte dei Paschi ebenfalls erhebliche Auswirkungen: Die erneute Belastung von Steuerzahlern wird politisch zu weiteren Verwerfungen und zu einer weiteren Zersetzung der EU führen, da die Mehrheit der EU-Bürger derartige Zahlungen – wie die Abstimmung zum Brexit eindrucksvoll gezeigt hat – ablehnt. Zum anderen wird durch die Rettung der Monte dei Paschi ein Präzedenzfall geschaffen, der es so gut wie unmöglich machen wird, irgendwo in Europa noch einmal die Bail-in-Regelung anzuwenden. Das heißt: Es wird bei zukünftigen Bankenproblemen weitere Bail-outs geben – mit der Folge, dass weiteres Geld gedruckt, der Euro noch stärker entwertet und die Blasen an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten noch weiter aufgebläht werden. Da auch die Finanzindustrie weiß, dass am Ende dieses Weges nur noch die Alternative Crash oder Hyperinflation steht, wird sie die Politik und die EZB irgendwann ultimativ dazu auffordern, das Ruder herumzureißen und zu diesem Zweck auf das Bail-in zurückzugreifen. Das aber wird dann nur unter Anwendung von Gewalt gegen die Bürger möglich sein – der Grund, warum Polizei und Militär derzeit überall (unter dem Vorwand der Terrorismus-Bekämpfung) aufgerüstet werden. Sollte aber auch der Einsatz von Polizei und Militär nicht ausreichen, bleibt der Finanzindustrie nur noch eine Möglichkeit: Dann wird sie auf die Abschaffung des letzten Rests an verbleibender Demokratie setzen und die Karte des Faschismus ziehen. (Die Unterstützung Donald Trumps in den US-Wahlen durch die Wall Street ist ein erster Schritt in diese Richtung und nimmt die Entwicklung in Europa vorweg.) Die vermeintlichen „Experten“ erzählen uns von alledem – nichts. Statt uns zu warnen, verschleiern und vernebeln sie eine höchst gefährliche Entwicklung, die sich mit unerbittlicher Konsequenz vor unseren Augen entfaltet, und lenken unsere Aufmerksamkeit auf unbedeutende Nebenschauplätze. Das aber bedeutet: „Experten“ zu vertrauen, heißt, nicht in der Lage zu sein, die tatsächlichen tiefgreifenden Triebkräfte der Veränderung in unserer Gesellschaft zu erkennen und unvorbereitet in eine Zukunft zu gehen, die von verschärfter Austerität, zunehmender Geldentwertung, einer Aufrüstung des staatlichen Gewaltapparates und einer weiteren Einschränkung demokratischer Rechte geprägt sein wird. Ganz zu schweigen von den daraus resultierenden immer heftigeren internationalen Verteilungskämpfen und einer damit einhergehenden kontinuierlich zunehmenden Kriegsgefahr.  
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches “Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg. Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Terror in Istanbul
Türkischer Islamgelehrter: Egal ob in einer Gebets- oder Vergnügungsstätte – Terror kennt keine Religion

Ankara (nex) – Der höchste islamische Gelehrte der Türkei, Prof. Dr. Mehmet Görmez, hat den bewaffneten Angriff in einem Istanbuler Nachtclub in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags scharf verurteilt. Bei dem Anschlag sind 39 Menschen getötet sowie 69 weitere verletzt worden. „Der bewaffnete Angriff auf unschuldige Menschen in den frühen Morgenstunden des neuen Jahres verletzt unser Volk zutiefst“, betonte der Präsident des türkischen Amtes für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) in einer schriftlichen Erklärung und bezeichnete den Anschlag als eine Barbarei. Weiter heißt es: „Es gibt keinen Unterschied, ob ein solches unmenschliches Massaker auf einem Markt, in einer Vergnügungs- oder in einer Gebetsstätte stattfindet. Terroristen greifen keine Orte, sondern Menschen, Völker und die ganze Menschheit an. Terror kann nicht toleriert werden, ganz gleich, von wem oder woher er kommt.“ Zuvor hatte der Gouverneur von Istanbul, Vasip Sahin, den Anschlag im Stadtteil Ortaköy als einen grausamen Terrorakt bezeichnet. „Um 1.15 Uhr Ortszeit hat ein Terrorist mit einer Waffe von großer Reichweite zunächst den draußen stehenden Polizisten sowie einen Zivilisten getötet, um sich Zugang in den Club zu verschaffen“, erklärte er. Dann habe er seine gewalttätige und grausame Tat durchgeführt, beschrieb der Gouverneur den Tathergang. Der Attentäter habe brutal und grausam in die feiernde Menge gefeuert. Die Ermittlungen dauerten an, und das Gouverneursamt werde die Bevölkerung über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten, fügte der Gouverneur hinzu. Drei Wochen zuvor waren bei einem Doppelanschlag in Istanbul 45 Menschen, die meisten unter ihnen Polizisten, gestorben.

Türkei
Reina-Attentat: USA bestreiten vorherige Kenntnis über Anschlag

Ankara (nex) – Die US-amerikanische Botschaft in der Türkei hat am gestrigen Sonntag Medienberichte, wonach sie früher Kenntnis über den tödlichen Terroranschlag auf den Nachtclub Reina gehabt habe, zurückgewiesen.

„Entgegen den Gerüchten in den sozialen Medien hatte die US-Regierung keine Informationen über die Bedrohung bestimmter Vergnügungsstätten, so auch des Reina Clubs, und die US-Regierung hat die Amerikaner nicht gewarnt, von bestimmten Orten oder Vierteln fernzubleiben“, teilte die Botschaft in einer Erklärung mit. Mindestens 39 Menschen starben, nachdem der Terrorschütze in den frühen Morgenstunden des Neujahrs das Feuer auf die Partygäste in der Open-Air-Disco Reina im Stadtviertel Ortaköy eröffnete. 69 weitere Personen wurden verletzt. Unter den Opfern befanden sich sowohl Einheimische als auch Ausländer. „Wie das Weiße Haus und unsere Botschaft es bereits mitgeteilt haben, verurteilen wir den Terroranschlag aufs Schärfste“, heißt es weiter in der Erklärung. Auslöser des Statements der US-Amerikaner war die Behauptung des Reinabesitzers Mehmet Kocarslan, US-Kreise hätten Kenntnis vom Anschlag gehabt. Kocarslan stellte später klar, dass er gemeint habe, die US-Regierung hätte seine Staatsbürger vor derartigen Anschlägen gewarnt. Die Botschaft in Ankara stellte klar, dass am 22. Dezember eine allgemeine Warnung für die Türkei und weitere verschiedene Regionen Europas herausgebracht worden sei, „so wie wir es immer tun, wenn es Hinweise darauf gibt, dass amerikanische Staatsbürger Ziel von Gewalt sein könnten. Der türkische und der US-amerikanische Geheimdienst beraten sich eng im Kampf gegen den Terror, indem sie zum Beispiel Informationen über mutmaßliche terroristische Bedrohungen austauschen. Diese Zusammenarbeit wird fortgesetzt, da wir gemeinsam durch den Terror bedroht sind“, ist weiter in dem Statement zu lesen.  

Terrorismus
IS-Festnahme: Verdächtiger wollte mit Fake-Polizeiautos in Menschenmengen fahren

Saarbrücken (nex) – Wegen des Verdachts auf Terrorismusfinanzierung hat die saarländische Polizei am Samstagmorgen einen 38-jährigen Mann festgenommen. Am vergangenen Freitag erreichte ein Hinweis des Bundeskriminalamtes (BKA) den saarländischen Staatsschutz. Spezialeinsatzkräfte der Polizei nahmen daraufhin am Silvestermorgen den Verdächtigen in seiner Wohnung fest. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft. Einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken zufolge wird der Mann verdächtigt, im Dezember Kontakt zu einem Mittelsmann des IS aufgenommen und 180.000 Euro gefordert zu haben. Wie Medien berichten, habe der Syrer geplant, mit diesem Geld Fahrzeuge zu kaufen und mit Sprengstoff zu beladen. Die Fahrzeuge sollten vor den Anschlägen als Polizeiautos umlackiert werden. Damit sollte dann in eine Menschenmenge in verschiedenen deutschen Städten gefahren werden. Bei seiner Vernehmung habe der Verdächtige den Kontakt mit dem IS eingeräumt. Terroristische Absichten habe er laut Generalstaatsanwältin Margot Burmeister allerdings bestritten. Medienberichte, wonach er mit dem Geld des IS lediglich seine Familie unterstützten wollte, bestätigte Burmeister nicht. Der Haftbefehlserlass habe sich auf die Annahme gegründet, einen Terroranschlag selbst zu begehen oder anderen die Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, so Burmeister.

Racial Profiling
Grünen-Chefin Peter kritisiert Vorgehen der Kölner Polizei gegen Nordafrikaner

Düsseldorf (ots) – Grünen-Parteichefin Simone Peter hat das Verhalten der Kölner Polizei gegenüber Hunderten Menschen nordafrikanischer Herkunft in der Kölner Silvesternacht kritisiert. „Das Großaufgebot der Polizei in Köln und anderen Städten hat Gewalt und Übergriffe in der vergangenen Silvesternacht deutlich begrenzt“, sagte sie der „Rheinischen Post“. „Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1.000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden“, sagte Peter. „Völlig inakzeptabel ist der Gebrauch von herabwürdigenden Gruppenbezeichnungen wie ‚Nafris‘ für Nordafrikaner durch staatliche Organe wie die Polizei“, sagte die Parteivorsitzende. Auch der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, äußerte sich skeptisch. „Bevor ich nicht von jeder Seite ihre Version des Vorgangs kenne, will ich mich nicht über das Verhalten der Kölner Polizei äußern“, sagte Beck. „Ich bin grundsätzlich allerdings der Meinung, dass so genanntes ´racial profiling´ – also ein polizeiliches Vorgehen allein aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen ethnischen Zugehörigkeit, Religion und nationalen Herkunft von Menschen – keine legitime Vorgehensweise der Polizei wäre“, sagte der Kölner Grünen-Politiker. „Polizeiliche Maßnahmen müssen durch Gefahrenlagen oder das Verhalten einer Person begründet sein, nicht in ihrer Identität. Alles andere verstieße gegen die Antirassismus-Konvention für der Vereinten Nationen“, sagte Beck.

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Ausland
Rüstungsindustrie: Türkei und Saudi-Arabien gründen Gemeinschaftsunternehmen

Istanbul (nex/eurasia) – Das größte türkische Rüstungsunternehmen ASELSAN und das saudische Unternehmen Taqnia haben am Dienstag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens bekanntgegeben. Türkei winken umfassende Exportchancen in das saudische Königreich. In einer offiziellen Mitteilung an die Istanbuler Börse gab ASELSAN die Registrierung eines türkisch-saudischen Gemeinschaftsunternehmens unter dem Namen SADEC bekannt. Dem Unternehmen wurde ein Marktkapitalisierungswert von sechs Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Am 23. November unterzeichneten die Konzerne aus der Türkei und Saudi-Arabien ein vorläufiges Abkommen für das Joint Venture. Die staatlich kontrollierte Rüstungsschmiede ASELSAN rangiert laut einer Erhebung des militärwissenschaftlichen Fachmagazins Defense News 2016 auf Platz 58 der weltweit 100 größten Verteidigungsunternehmen.Ein primäres Ziel der Zusammenarbeit wird unweigerlich die militärische Elektronik sein”, sagte ein Beamter bei ASELSAN. Als Teil des Abkommens bauen ASELSAN und Taqnia eine Produktionsstätte in Saudi-Arabien, die der Idee dient, “modernste Technologien” zu bauen. Gut informierte Rütungsvertreter gaben Aufschluss darauf, dass die wichtigsten Bereiche der technologischen Zusammenarbeit der Bau von Radaren, Komponenten der Kriegsführung und elektro-optische Technologien sein werden. Das Geschäft wird sich darauf konzentrieren, Hardware und Software zu entwickeln sowie sie zu bauen, um diese auf dem saudischen und Golf-Markt zu verkaufen, erklärte ein ASELSAN-Vertreter. ASELSAN und Taqnia halten am Joint Venture jeweils 50 Prozent der Anteile. Im September 2013 ratifizierten die Türkei und Saudi-Arabien ein Abkommen zur intensiveren verteidigungsindustriellen Kooperation. Dabei sollen die industriellen Kapazitäten beider Nationen durch eine effektivere militär-technologische Zusammenarbeit in den Feldern Entwicklung, Produktion und Prokuratur von Gütern und Dienstleistungen gestärkt werden. Das Abkommen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien ist für fünf Jahre von Bestand und kann sukzessive um ein Jahr ausgeweitet werden. 2012 genehmigte das türkische Parlament ein Deal mit Saudi-Arabien über die Ausbildung von militärischem Personal, auf das Riad angesichts seiner anhaltenden Militäroperationen in Jemen angewiesen ist. Industrieexperten in Ankara gaben an, dass die Rüstungsabkommen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien in nächster Zukunft zu lukrative Exportchancen für Ankara führen wird. Verkäufe umfassen militärische Unterstützungsschiffe, Angriffsboote, gepanzerte Fahrzeuge und Drohnen nach Saudi-Arabien. Das arabische Königreich zeigte auch Interesse am indigenen Kampfpanzer der Türkei, Altay. Dieser soll 2017 in die Serienproduktion gehen.

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Erschienen bei Eurasianews