Detroit – Der demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed aus Michigan hat mit einem Witz über Lebensmittelpreise auf den Spitznamen reagiert, mit dem US-Präsident Donald Trump ihn bezeichnet: „Abdul Ramadan“.
Bei einem Wahlkampfauftritt sagte El-Sayed: „Trump nannte mich Abdul Ramadan. Ramadan ist der Monat, in dem Muslime fasten. Die Sache ist: Lebensmittel sind unter seiner Führung so teuer geworden, dass es mich nicht überraschen würde, wenn er sagt: ‚Hört zu, wir könnten einfach für alle Ramadan machen.‘ ‚Warum fastest du?‘ ‚Ich kann mir kein Essen leisten.‘“
Trump nennt El-Sayed immer wieder bei falschen Namen, darunter „Mohammed“ und „Abdul Ramadan“. Als man ihn auf den richtigen Vornamen hinwies, sagte er, er könne ihn nennen, „wie zum Teufel ich will“.
Am Donnerstag sagte er: „Wenn du schwarz bist oder wenn du jüdisch bist, und du wählst Abdul, bist du verrückt.“ El-Sayed könnte der erste muslimische Senator der US-Geschichte werden.
Auch aus Trumps Partei kamen Angriffe. Der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio sagte bei einem Trump-Auftritt am Mittwoch, El-Sayed habe „nichts in der Nähe von Washington, D.C.“ zu suchen. Laut CNN argumentierte Moreno, El-Sayed solle wegen seines Glaubens von einem Amt ferngehalten werden.
Sein Gegner Mike Rogers hat nach CNN-Angaben darauf verzichtet, den Islam allgemein anzugreifen, und konzentriert sich auf El-Sayeds Politik. In der letzten Debatte warf er ihm Verbindungen zur Muslimbruderschaft vor und fragte: „Sind Sie für Amerika, oder sind Sie für diese Terrorgruppen im Ausland?“ El-Sayed hat sich von der Gruppe distanziert. Bei NBC „Meet the Press“ sagte Rogers zu Trumps Äußerungen, er habe El-Sayed „nie einen Terroristen genannt“.
Der Verfassungsrechtler Corey Brettschneider von der Brown University sprach mit Blick auf die Rhetorik von „nichts weniger als einem religiösen Test für ein Amt“. Artikel VI der US-Verfassung bestimmt, dass für ein öffentliches Amt „niemals ein religiöser Test verlangt werden“ darf. El-Sayed erwiderte bei einer Bürgerversammlung auf einen Fragesteller, der wegen seines Glaubens geteilte Loyalitäten vermutete: „Für mich ist diese Verfassung das leitende Licht.“
Gewählt wird am Dienstag. In einer Umfrage von Mitchell Research für CBS Detroit und weitere Fernsehsender vom 26. und 27. Oktober liegt El-Sayed mit 51 Prozent vor Rogers mit 44 Prozent, bei 3 Prozent Unentschlossenen. Die Fehlertoleranz beträgt 3,9 Prozentpunkte, befragt wurden 636 wahrscheinliche Wähler. Anfang Oktober hatte der Vorsprung bei 4,2 Punkten gelegen (45,6 zu 41,4 Prozent). Eine CNN/SSRS-Umfrage sah El-Sayed mit 49 zu 42 Prozent vorn.
Zu den Preisen: Laut dem US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics) stiegen die Lebensmittelpreise in den zwölf Monaten bis September um 2,5 Prozent, die Preise für Lebensmittel im Supermarkt um 1,8 Prozent.
El-Sayed: Trump called me Abdul Ramadan. Ramadan is the month in which Muslims fast. The thing is groceries under his leadership have gotten so expensive, I wouldn’t be surprised if he is like, “listen, we could just do Ramadan for all.” “Why are you fasting?” “I can’t afford food”
— Acyn (@Acyn) October 30, 2026

