Eine Erlebnisgeschichte von Kemal Bölge
Es war an einem Frühlingstag, als ich mit der S-Bahn von der Arbeit nach Hause fuhr. An diesem späten Nachmittag waren viele unterwegs: Pendler, Studenten und Familien. Ich schaute die ganze Zeit aus dem Fenster, denn an diesem Tag bot der Stadtwald ein einzigartiges Panorama.
Am Südbahnhof stiegen viele Fahrgäste aus. An der nächsten Haltestelle, dem Lokalbahnhof, musste ich aussteigen. Kaum war ich aus der S-Bahn ausgestiegen, bemerkte ich, dass ich meine Jacke im Zug vergessen hatte. Als ich mich hastig umdrehte, gingen die Türen der S-Bahn auch schon zu. Ich ärgerte mich maßlos, dass ich meine Jacke im Zug vergessen hatte.
Das Problem war nicht die Jacke, sondern der Fahrzeugschein, den ich in die Jackentasche gesteckt hatte. Während ich zum nächsten Supermarkt lief, um einzukaufen, rief ich beim Service der Deutschen Bahn an. Nach einigen Minuten meldete sich eine freundliche Stimme, die wissen wollte, was denn der Grund meines Anrufs sei.
Sehr aufgeregt erklärte ich der Service-Mitarbeiterin am Telefon, um welche Linie es sich bei der S-Bahn gehandelt hatte, wann ich an der Haltestelle angekommen war und in welchem Waggon ich gesessen hatte. Als das Gespräch beendet war, hatte ich die Hoffnung aufgegeben, jemals meine Jacke wiederzusehen, geschweige denn den Fahrzeugschein meines Autos.
Im Supermarkt angekommen, kaufte ich einige Sachen ein und verließ ihn nach etwa 10 Minuten. Ich lief zur Straßenbahnhaltestelle und schaute auf die Anzeigentafel. Die Tram sollte in 7 Minuten eintreffen. Tatsächlich kam die Straßenbahn pünktlich. Ich setzte mich auf einen freien Platz, bis ich eine E-Mail der Deutschen Bahn in meinem E-Mail-Postfach bemerkte.
Darin stand, die Jacke sei von einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn im Waggon gefunden worden. Die Jackenfarbe stimmte mit meinen Angaben überein, und auch ein Fahrzeugschein befinde sich in der rechten Jackentasche. Ich könne meine Jacke in den nächsten Tagen im Fundbüro der Deutschen Bahn am Frankfurter Hauptbahnhof abholen. In diesem Augenblick fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen.
Am nächsten Tag fuhr ich zum Fundbüro, um meine verlorene Jacke abzuholen. Ich musste eine kleine Gebühr für die Aufbewahrung entrichten und erhielt meine Jacke ausgehändigt. Als Erstes musste ich herausfinden, ob sich der Fahrzeugschein noch in der rechten Jackentasche befand. Siehe da, ich hielt den Fahrzeugschein in meinen Händen. Ich hielt meine Jacke ganz fest in der Hand und bedankte mich beim Mitarbeiter der Deutschen Bahn für den guten Service.

