Krise im Nahen Osten
Türkei: Bunker und Kampfdrohnenpläne befeuern Kriegsspekulationen

Die Türkei baut Kriegsbunker in allen 81 Provinzen, der Generalstabschef kündigt Millionen Kampfdrohnen an. In sozialen Medien wird über einen Krieg spekuliert.

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Ankara – Die Türkei baut Schutzräume in allen 81 Provinzen, der Generalstabschef nennt Produktionsziele von Millionen Drohnen, und die Lage in der Region bleibt angespannt. In sozialen Medien bringen Beobachter beides miteinander in Verbindung und spekulieren über einen möglichen Krieg.

Auslöser der Debatte ist eine Äußerung von Generalstabschef Selçuk Bayraktaroğlu. Bei der Übung Denizkurdu-I/2026 sagte er am 24. September an Bord der TCG Anadolu: „In fünf Jahren lautet das Ziel 5 Millionen UAVs, in zehn Jahren sollen 10 Millionen UAVs produziert werden.“ Die Produktionskapazität der türkischen Rüstungsindustrie reiche aus, dieses Ziel zu erreichen. An der Übung nahmen nach seinen Angaben rund 14.000 Soldaten, 100 Schiffe und 50 Flugzeuge teil. Gezeigt wurden unter anderem Drohnen vom Typ Kalkan sowie das Kamikaze-Boot Pirana.

Zugleich läuft der Bau von Schutzräumen. Berichten zufolge hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan ein landesweites Programm genehmigt, mit dem die Wohnungsbaubehörde TOKİ beauftragt wurde. Schutzräume sollen demnach in allen 81 Provinzen entstehen, zum Schutz vor Kriegen, Naturkatastrophen und nuklearen Bedrohungen. Die bestehende Infrastruktur gilt als unzureichend. Viele vorgeschriebene Schutzräume in Großgebäuden wurden laut den Berichten als Parkplätze oder Lager genutzt. Als Vorbild sollen Modelle aus Japan und der Schweiz dienen.

Beobachter in sozialen Medien sehen in den beiden Meldungen ein Zeichen, dass sich das Land auf einen Konflikt vorbereite.

Was die Regierung sagt

Die Regierung weist Kriegsspekulationen zurück. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation der Kommunikationsdirektion des Präsidialamts erklärte am 30. März 2026, die Türkei habe „von Beginn an“ erklärt, keine Kriegspartei zu sein. Behauptungen, das Land werde an der Seite Irans in den Krieg eintreten oder in den Libanon einmarschieren, bezeichnete es als Desinformation und Teil psychologischer Kriegsführung. Die Öffentlichkeit solle „unbegründeten Behauptungen“ keinen Glauben schenken und nur offizielle Mitteilungen beachten.

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