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Francesca Albanese
Mehrere EU-Außenminister fordern den Rücktritt der UNO-Sonderberichterstatterin für „Palästina“ Francesca Albanese

Nach Äußerungen auf einer Konferenz in Katar fordern mehrere europäische Außenminister sowie die US-Regierung den Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese.

(Archivfoto: UN)
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Brüssel – Nach Äußerungen auf einer Konferenz in Katar fordern mehrere europäische Außenminister sowie die US-Regierung den Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Während Washington bereits Sanktionen verhängt hat, werfen Berlin und Paris der Diplomatin eine einseitige Mandatsführung vor.

Im Fokus der aktuellen Diskussion steht Albaneses Teilnahme am „Al Jazeera Forum“ in Doha. Dort fielen Aussagen, die von Kritikern als Delegitimierung des Staates Israel gewertet wurden. Albanese selbst präzisierte ihre Worte später auf der Plattform X und erklärte, ihre Kritik richte sich gegen ein „System der Straflosigkeit“ und nicht gegen den Staat oder die Bevölkerung an sich.

US-Sanktionen und europäische Rücktrittsforderungen

US-Außenminister Marco Rubio gab bekannt, dass die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen Albanese verhängt haben. Er begründete diesen Schritt damit, dass sie ihr Mandat für politische Zwecke instrumentalisiere.

In Europa äußerten sich die Außenministerien von Deutschland und Frankreich kritisch und forderten Albanese offiziell zum Rücktritt auf. Sie beziehen sich dabei auch auf Vorfälle aus dem Jahr 2024, als Albanese die Motivation hinter den Ereignissen vom 7. Oktober in einer Weise kommentierte, die in Berlin und Paris auf scharfe Ablehnung stieß. Italiens Außenminister Antonio Tajani schloss sich diesen Forderungen nun an und verwies auf die Notwendigkeit der Neutralität in UN-Sonderfunktionen.

Kontroversen um die Mandatsführung

Francesca Albanese vertritt seit ihrem Amtsantritt 2022 Positionen, die international unterschiedlich bewertet werden. Während Menschenrechtsorganisationen ihre Berichte über die Lage in den palästinensischen Gebieten als notwendige Dokumentation unterstützen, werfen ihr westliche Regierungen vor, die Grenze zur Parteilichkeit überschritten zu haben.

Kritisiert wurden in der Vergangenheit insbesondere ihre Analysen zur Rolle der USA im Nahostkonflikt sowie ihre Einordnung des Hamas-Angriffs, den sie als Folge einer jahrzehntelangen Unterdrückung beschrieb. Albanese weist Vorwürfe des Antisemitismus stets zurück und betont, dass ihre Arbeit auf internationalem Recht basiere.

Zudem bezeichnete Albanese die Situation im Gazastreifen in ihren Berichten offiziell als Völkermord, was die Spannungen mit westlichen Regierungen weiter verschärfte. Auf die gegen sie verhängten Maßnahmen reagierte die UN-Berichterstatterin entschlossen: „Ich bin die erste UN-Offizielle, die sanktioniert wird. Wofür? Dafür, dass ich einen Völkermord aufdecke?“ (“I am the first UN official to be sanctioned. For what? For exposing a genocide?”).

Offene Zukunft des Mandats

Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Francesca Albanese freiwillig von ihrem Posten zurücktritt. Da Sonderberichterstatter unabhängig agieren, liegt die Entscheidung über eine mögliche Absetzung beim UN-Menschenrechtsrat. Der Fall hat jedoch bereits zu einer merklichen Belastung der Beziehungen zwischen den UN-Menschenrechtsgremien und führenden westlichen Geberländern geführt.