Gesundheit
Rauchen: E-Zigaretten sind keine gute Alternative

Rund 20 Millionen Raucherinnen und Raucher gibt es in Deutschland - viele wünschen sich aufzuhören. Doch die Nikotinsucht zu überwinden, ist gar nicht so einfach. 

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Baierbrunn – Rund 20 Millionen Raucherinnen und Raucher gibt es in Deutschland – viele wünschen sich aufzuhören. Doch die Nikotinsucht zu überwinden, ist gar nicht so einfach.

„Dranzubleiben ist jedoch bei Diabetes besonders wichtig“, sagt dazu Dr. Astrid Tombek, Leiterin der Diabetes- und Ernährungsberatung an der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim in der aktuellen Ausgabe des Apothekenmagazins „Diabetes Ratgeber“.

Denn das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Diabetes ohnehin größer, wird durch Rauchen noch mal extrem erhöht.

„Man lebt mit einer der kritischsten Gefahrenkonstellationen, die man sich für seinen Körper vorstellen kann“, warnt Tombek. Besonders fatal: „Rauchen verschärft die Insulinresistenz und damit die Ursache von Typ-2-Diabetes“, so die Expertin.

E-Zigaretten sind keine gute Alternative: „Kurze Zeit nach dem Versuch rauchen viele wieder“, sagt Prof. Dr. Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel.

„Besorgniserregend ist zudem der hohe Anteil der Menschen, die im Dual Use hängen bleiben, also dampfen und Zigaretten rauchen.“ Aus einem sind dann zwei Laster geworden – mit gesundheitlichen Auswirkungen, die noch nicht alle erforscht sind.

Was man weiß: Das Dampfen scheint ähnlich schädlich wie Rauchen, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das metabolische Syndrom angeht, eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhtem Blutzucker und Blutfetten.

Außerdem stehen bei den E-Zigaretten die Aromen in den zu verdampfenden Flüssigkeiten (Liquids) im Verdacht, das Suchtpotenzial zu steigern.

Was hilft dann?

  • Nikotinersatzmittel wie Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten oder Mundsprays wirken Entzugssymptomen entgegen, enthalten reines Nikotin und keine sonstigen Giftstoffe. Die Dosis wird schrittweise reduziert. „Wichtig ist, nicht parallel weiter zu rauchen – sonst droht eine Nikotinvergiftung“, erklärt Jan Weber, Apotheker aus Salzgitter.
  • Wer stark nikotinabhängig ist und auch mithilfe von Ersatzmitteln den Ausstieg nicht schafft, dem kann der Arzt oder die Ärztin ein Medikament verschreiben.
  • Oft ist es vor allem die psychische Abhängigkeit, die den Rauchstopp so schwer macht. „Aufhören ist zum großen Teil Kopfsache“, sagt Weber. Sein Tipp: „Bevor Sie sich eine Zigarette anzünden, schreiben Sie auf, warum Sie gerade jetzt eine rauchen wollen.“ Allein durch das Nachdenken werde das Ritual unterbrochen. Hilfreich auch: dem Umfeld von dem Entschluss erzählen.
  • Nutzen Sie Unterstützungsangebote, etwa Telefonberatungen oder verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme. In der Gruppe lernen Sie, wie Sie kritische Situationen rauchfrei meistern. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten, berichtet der „Diabetes Ratgeber“. Im Internet gibt es das kostenlose Angebot www.rauchfrei-info.de. Auch Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) fürs Smartphone können beim Rauchstopp helfen, zwei solcher Apps gibt es auf Rezept.

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