Aufstand der Wutbürger
Islamkritik: Pegida gegen Gündogan und Boateng auf Kinderschokolade

Die Fußball-EM-Edition der „Kinder-Schokolade“ mit Kinderbildern deutscher Fußballstars hat Pegida-Anhänger aus Baden-Württemberg erzürnt. Bei den vermeintlichen „Ausländerkindern“, die vorübergehend auf den Packungen zu sehen sind, handelt es sich um gefeierte DFB-Stars.

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Frankfurt/Main (nex) – Erstmals seitdem das seit 1973 auf der Verpackung der „Kinder-Schokolade“ von Ferrero abgebildete Gesicht des Langzeitmodels Günter Euringer 2005 durch das eines anderen Jungen, der prompt despektierlich „Kevin“ genannt wurde, ersetzt worden war, ist das Foto auf der Schachtel wieder zum Gegenstand öffentlicher Erregung geworden.

Mittlerweile ist die Aufregung über „Kevin“ abgeklungen, da steht dem Süßwarenhersteller wieder Ärger ins Haus.

Zwar ändert Ferrero diesmal nicht dauerhaft die Verpackung, aber die Fan-Edition aus Anlass der bevorstehenden Euro 2016 in Frankreich reicht den Rechtsextremisten von „Pegida BW – Bodensee“ schon aus, um erstmals seit dem „WM-Kalender“ der NPD von 2006 wieder eine rassistische Kampagne im Vorfeld eines Fußball-Großevents vom Zaun zu brechen, die bundesweit Beachtung findet.

Pegida Bodensee und ihre Anhänger ereifern sich auf ihrer Facebook-Seite jedenfalls über die Gesichter von Kindern mit türkischen oder afrikanischen Wurzeln, die auf den Packungen abgebildet sind, überschwemmen das Netz mit Hasskommentaren und rufen zum Boykott auf.

(Foto: Screenshot/Facebook)
(Foto: Screenshot/Facebook)

Es ist ungewiss, ob die Rechtsextremen überhaupt mitbekommen haben, dass es sich bei den Gesichtern um die Kinderbilder gefeierter deutscher Fußballstars wie Ilkay Gündogan oder Jérôme Boateng handelt, bevor sie sich auf ihrer Facebook-Pinnwand mit den Worten

„Vor Nichts wird Halt gemacht … Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz?“ über die „ausländischen“ Kinder auf den Verpackungen ereiferten.

Die Drohung der in der Tendenz nicht sehr kinderreichen Pegida-Anhänger, keine Produkte von Ferrero mehr zu kaufen, scheint das Unternehmen jedoch nur bedingt zu beeindrucken. In einem Beitrag auf Facebook heißt es von dessen Seite jedenfalls:

„Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities.“

Das Magazin „11 Freunde“ hat unterdessen bereits auf seine Weise reagiert und ein vermeintlich auf Pegida abgestimmtes Cover als Meme für Facebook kreiert: Auf diesem Verpackungsentwurf prangt Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg mit seiner berühmten „Stinkefinger“-Geste aus dem Jahr 1994.


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