Oscars 2027
Schweiz: Gaza-Film „Who Is Still Alive“ für Oscars eingereicht

Oscars 2027: Die Schweiz reicht den Gaza-Dokumentarfilm „Who Is Still Alive“ ein. Ein preisgekröntes Werk über das Überleben inmitten des Konflikts.“

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Zürich – Der tiefgründige Schweizer Dokumentarfilm „Qui vit encore“ (internationaler Titel: Who Is Still Alive) von Regisseur Nicolas Wadimoff wurde offiziell als Schweizer Beitrag für die Oscars eingereicht.

Der Film, der das Überleben inmitten des Gaza-Kriegs beleuchtet, wird im Rennen um den besten internationalen Film bei den 99. Academy Awards im März 2027 antreten. Zuvor feierte das Werk seine gefeierte Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig und gewann unter anderem den renommierten Prix de Soleure. Das filmische Konzept bricht radikal mit herkömmlichen Nachrichtenelementen.

In einem minimalistischen, komplett schwarzen Raum sitzen neun geflüchtete Palästinenser an einem Tisch. Auf dem Boden sind mit weißer Kreide die geografischen Umrisse, Städte und Flüchtlingslager des Gazastreifens aufgezeichnet. Anhand dieser symbolischen Karte erzählen die Protagonisten – darunter eine Ärztin, ein Musiker und eine Influencerin – ihre persönlichen Geschichten von Verlust, Hoffnung und dem nackten Überleben.

Die Produktion des Films stand unter immensen politischen Hürden. Ursprünglich wollte Wadimoff das Projekt in einem geschützten Rahmen am Genfersee in der Schweiz realisieren. Da den betroffenen Protagonisten nach ihrer Flucht nach Ägypten jedoch die nötigen Visa für die Schweiz verweigert wurden, musste das gesamte Filmteam kurzfristig nach Südafrika ausweichen, um die Dreharbeiten dort abzuschließen.

Die Jury des Bundesamts für Kultur (BAK) betonte bei der Oscar-Nominierung, dass der Film persönlichen Erinnerungen bewusst den Vorrang vor politischen Narrativen einräume.

Internationale Anerkennung und renommierte Auszeichnungen

Der filmische Erfolg von „Qui vit encore“ spiegelt sich auch in seiner bisherigen Festival-Karriere wider. Seine Weltpremiere feierte der Dokumentarfilm im September 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Giornate degli Autori, wo er auf Anhieb mit dem „Cinema & Arts Award“ ausgezeichnet wurde.

Anfang 2026 folgte der große Triumph in der Heimat: Bei den Solothurner Filmtagen gewann das Werk den „Prix de Soleure“, den höchstdotierten Filmpreis der Schweiz. Zudem erhielt der Film eine Nominierung für den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm und lief jüngst im prestigeträchtigen Programm des Panorama Suisse beim Filmfestival von Locarno.

Während das Werk im internationalen Rampenlicht steht, bleibt die humanitäre Lage vor Ort katastrophal. Nach aktuellen Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza ist die Zahl der Todesopfer seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Oktober 2023 auf 73.449 Menschen angestiegen.

UN-Berichten und statistischen Analysen zufolge machen Frauen und Kinder den weitaus größten Teil – rund 60 bis 70 Prozent – der registrierten Todesopfer aus. Allein die Zahl der getöteten Kinder liegt nach verifizierten Berichten von Organisationen wie der UNICEF bei weit über 20.000.Tausende weitere Opfer werden zudem noch unter den Trümmern vermutet.

Angesichts dieser verheerenden Opferzahlen und der Zerstörung von fast 90 Prozent der zivilen Infrastruktur wächst der internationale Druck massiv. Israel wird von einer immer größeren Zahl globaler Institutionen, den Vereinten Nationen (UN) sowie zahlreichen Regierungen weltweit scharf verurteilt.

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die anhaltenden Angriffe auf Wohngebiete, die Blockade essenzieller Hilfsgüter und die Missachtung völkerrechtlicher Schutzbestimmungen für die Zivilbevölkerung.

 


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