Immobilien
Immobiliennachfrage bricht aufgrund erhöhter Zinsen ein

Es gab Ende 2021 einen Höhepunkt bei Immobilienkäufen und ein Jahr später verzeichnete man seit 2008 den größten Abschwung. 2008 gab es einen Finanz-Crash.

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Die Pandemie hat in vielen Menschen den Wunsch nach einem Eigenheim geweckt. In einem Haus mit Garten lässt sich eine solche Zeit viel besser überstehen. Daher gab es Ende 2021 einen Höhepunkt und ein Jahr später verzeichnete man seit 2008 den größten Abschwung. 2008 gab es einen Finanz-Crash.

Zinsen fast vervierfacht, was bedeutet das?

Seit Anfang des Jahres haben sich die Zinsen für langfristige Kredite stellenweise vervierfacht. Hier ein Rechenbeispiel:

Legen Sie 5.000 € für sieben Jahre bei 1 % Zinsen an und lassen die Zinsen auflaufen, erhalten sie 360,68 € Zinsen. Bereits bei einem Prozent Zinsen mehr, erhalten Sie bei den gleichen Bedingungen 743,43 € Zinsen, sprich 382,75 € mehr. Wenn man sich dies für einen Kredit für eine Immobilie im sechsstelligen Bereich überlegt, ein enormer Anstieg der Kosten, nur bei den Zinsen. Die Zinserhöhung kann eine Rate zur Abtragung des Kredites um mehrere hundert Euro steigen lassen.

Wie reagieren die Banken auf die Leitzinserhöhung?

Die Banken fangen an, die Kredite strenger zu prüfen. Beispielsweise werden die Lebenshaltungskosten nun höher angesetzt, aufgrund der Inflation. Damit bleibt vom Einkommen weniger übrig, was die Bank für den Kredit akzeptiert und weniger Menschen bekommen den gewünschten Kredit für ihr Traumhaus.

Seitdem die Banken strenger die Kredite kontrollieren, achten sie auch auf ein gutes Verhältnis zwischen der Kreditsumme und dem Eigenkapital. Wie Finanzradar schreibt, hat die Zentralbankpolitik starke Auswirkungen auf den Kreditmarkt. Ferner sind Finanzierungen großer Summen, ohne ausreichend Eigenkapital aktuell nur noch selten möglich.

Es trifft nicht nur die Kredite sondern auch die Baukosten

Sowohl die Inflation als auch die Zinserhöhungen steigern die Kosten der Handwerker. Es steigen nicht nur die Kosten, die ein Handwerker für seinen Betrieb decken muss, sondern auch seine eigenen Lebenshaltungskosten, die er mit dem Gewerbe einnehmen muss.

Selbst Kreditvermittler haben Probleme

Viele Kreditvermittler bestätigen den Abwärtstrend. Kunden, für die sie früher noch einen Kredit vermitteln konnten, brauchen sie aktuell nicht mehr an die Banken weiterreichen, da die Kunden die hohen Zinsen nicht mehr tragen können.

Weniger Nachfrage nach Immobilien aufgrund der gestiegenen Kosten

Wenn die Menschen weniger von ihrem Lohn übrig haben, da die Lebenshaltungskosten extrem in die Höhe geschossen sind und Kredite aufgrund der gestiegenen Zinsen ebenfalls teurer werden, nehmen viele Interessenten Abstand vom Hauskauf. Einige Menschen, die vor kurzem noch ein Haus erwerben wollten, warten jetzt gezwungenermaßen oder freiwillig ab, wie sich die Lage weiterhin entwickelt.

Die Anschlussfinanzierung gerät ins Wanken

Oft sind Immobilien so finanziert, dass eine Anschlussfinanzierung nötig wird. Dabei kann man Glück haben und der Zinssatz ist geringer als bei der ersten Finanzierung, man kann aber auch Pech haben, dass der Zinssatz höher ist, was aktuell den Hauskäufern droht. Im schlimmsten Fall wird die Anschlussfinanzierung so hoch, dass sie nicht mehr tragbar ist. In einem solchen Fall, könnte der Verlust des Eigenheims bevorstehen.

Was nimmt Einfluss auf die Entwicklung der Immobilienpreise?

Nicht nur die Zinsen sind wichtig. Auch die Entwicklung der Immobilienpreise ist wichtig. Werden die Immobilien teurer, wird die Finanzierung schwerer und teurer. Fallen die Immobilienpreise, kann sich das positiv auf die Finanzierung auswirken, auch bei höheren Zinsen.

Zu den Faktoren, die Einflüsse auf die Preise der Immobilien nehmen, gehören das Wachstum der Wirtschaft, Wachstum in der Beschäftigung, die Inflation, die Bereitschaft zum Konsum oder die Vorhersagen zur Marktentwicklung.

Was wirkt sich beim einzelnen Gebäude auf den Preis aus?

Der aktuelle Zustand des Gebäudes. Ein sauberes Bad und eine Küche, die zum Verweilen einlädt. Ein sauberes Treppenhaus für einen guten ersten Eindruck, heile Dielen, saubere Teppiche und frisch gestrichene Wände, präsentieren das Haus von der besten Seite.

Das gilt natürlich auch für die Außenanlagen. Das von Innen schönste Haus hilft nicht, wenn die Anlagen drumherum verdreckt oder ungepflegt sind. Wenn das Haus dann noch mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein punkten kann, hat es viele Pluspunkte auf seiner Seite. Dies alles gilt natürlich nicht nur für Häuser, sondern auch für Wohnungen und alles andere an Immobilien.

Wie wirken sich Angebot und Nachfrage auf den Preis aus?

Bei Immobilien ist es meist so, dass die Nachfrage gering ist, allerdings ist das Angebot, auf welches sich die Nachfrage richtet ebenfalls eingeschränkt, was die niedrige Nachfrage ausgleicht. Es könnte trotzdem sein, wenn die Nachfrage weiterhin sinkt und die Zinsen weiterhin steigen, dass die Preise für Immobilien sich in der nächsten Zeit noch unten entwickeln.

Banken haben die Verkäufe im Immobiliensektor ausgewertet und bemerkt, dass gerade viele Preise im Immobilienbereich sinken, besonders in Gegenden, in denen es extrem teuer ist, wie beispielsweise in München.

Abschließende Worte

Die Zinsen alleine, sind nur ein Faktor, für die sinkende Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. Wenn andere Faktoren hinzukommen, wie eine hohe Inflation, eine schlechte wirtschaftliche Aussicht, dann halten die Menschen lieber ihr Geld zusammen und warten mit ihrem Immobilienkauf auf sicherere Zeiten. Allerdings sind die Zinsen ein wichtiger Faktor bei der Preisgestaltung, mit direktem Einfluss auf die Höhe der Kreditrate.

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