Türkei
Türkei: Lira fällt auf neues Rekordtief

Die türkische Lira hat am Dienstag weiter an Wert verloren und sank am Nachmittag gegenüber dem Dollar und dem Euro auf neue Rekordtiefstände. Die Tagesverluste gegenüber dem Dollar betrugen zeitweise 14 Prozent.

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Istanbul – Die türkische Lira hat am Dienstag weiter an Wert verloren und sank am Nachmittag gegenüber dem Dollar und dem Euro auf neue Rekordtiefstände. Die Tagesverluste gegenüber dem Dollar betrugen zeitweise 14 Prozent, laut Wallstreet Journal sogar 18 Prozent. Die US-Währung stieg erstmals auf über 12 Lira und der Eurokurs legte auf 14,06 Lira zu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei einer Kabinettssitzung am Montagabend gesagt, dass es  ein „Komplott“ gegen die türkische Wirtschaft gebe. Er werde seine Geldpolitik nicht ändern und dem „Druck widerstehen“, den Leitzins zu erhöhen. Erdogan verteidigte seine jüngste Zinssenkung und erklärte, sein Land führe einen „wirtschaftlichen Unabhängigkeitskrieg“.

„Wir sehen sehr gut das Spiel einiger mit dem Wechselkurs, den Devisen, den Zinsen, den Preiserhöhungen“, sagte er. „Wir werden unseren Willen zeigen, unserem eigenen Spielplan zu folgen.“

Die Regierung setze auf Wachstum, um Investitionen, Produktion, Exporte und Beschäftigung zu fördern, sagte er. „Deshalb schenken wir dem Geschrei der Schwarzmaler keine Beachtung“, so der türkische Staatschef weiter.

Er verglich den Kampf mit dem, den die Nation nach dem Ersten Weltkrieg gegen die ausländischen Besatzer führte und der 1923 in der Gründung der modernen türkischen Republik gipfelte. „Mit der Hilfe Gottes und der Unterstützung unseres Volkes werden wir aus diesem Krieg um wirtschaftliche Unabhängigkeit siegreich hervorgehen“, sagte er.

Ökonomen warnen davor, dass eine solche Logik fehlerhaft ist, und erklären, dass das Zulassen der Lira-Spirale das Risiko einer Hyperinflation in einem Land birgt, das stark von Energie- und Rohstoffimporten abhängig ist.

Semih Tümen, ein ehemaliger stellvertretender Gouverneur der Zentralbank, der im vergangenen Monat als einer von mehreren hochrangigen Beamten entlassen wurde, meldete sich zum ersten Mal seit seiner Entlassung öffentlich zu Wort und forderte die Regierung auf, „dieses irrationale Experiment aufzugeben, das keine Aussicht auf Erfolg“ habe.

Er schrieb auf Twitter: „Wir müssen sofort zu einer qualitativ hochwertigen Politik zurückkehren, die den Wert der Lira und das Wohlergehen des türkischen Volkes schützen wird.“

 

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