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Dänischer Rechtsextremist Paludan provoziert in Stockholm Muslime

Der für seine Islamfeindlichkeit bekannte dänische Rechtsextremist und Politiker Rasmus Paludan erschien am Freitag (3. September) mit zahlreichen Anhängern auf dem Rinkeby-Platz in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.

Der Koran (Symbolfoto: pixa)
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Stockholm – Der für seine Islamfeindlichkeit bekannte dänische Rechtsextremist und Politiker Rasmus Paludan erschien am Freitag (3. September) mit zahlreichen Anhängern auf dem Rinkeby-Platz in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.

Medienberichten zufolge soll Paludan vor einer zur türkischen Gemeinde gehörenden Moschee mit einem Koran unter dem Arm posiert haben. Danach habe er sich mit einer Menschengruppe in den Stadtteil Fittja begeben, in dem viele Einwanderer leben. Als einige Bewohner Paludans Anwesenheit bemerkt und dagegen wortstark protestiert hätten, habe dieser das heilige Buch des Koran auf den Boden geworfen.

Anwohner protestieren gegen Anwesenheit des Islamfeinds und rassistischen Hetzers

Es sollen immer mehr Anwohner gegen die Anwesenheit des Rassisten Paludan in Fittja ihren Unmut geäußert haben, woraufhin dieser in Begleitung von Polizeibeamten vom Ort des Geschehens weggebracht wurde. Der mit einem Berufsverbot in Dänemark belegte Rechtsanwalt Paludan, hatte letztes Jahr im schwedischen Malmö zu Koranverbrennungen aufgerufen und damit Proteste von Muslimen hervorgerufen. Obwohl der Däne Paludan mit einem zweijährigen Einreiseverbot der schwedischen Behörden („Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit“) belegt war, verbrannten seine Anhänger in Malmö einen Koran und stellten das aufgenommene Video anschließend ins Internet.

Anwohner: „Warum erlaubt man einem Mann, der psychisch gestört ist, die Muslime zu belästigen?“

Nachdem der Rechtsextremist Paludan von der Polizei aus Fittja weggebracht wurde, empörte sich ein türkischer Anwohner mit folgenden Worten: „Ich habe Respekt vor der Bibel. Wir glauben an Jesus. Muslime verbrennen nirgendwo eine Bibel. Haben Sie in muslimischen Ländern vor einer Kirche schon einmal beobachtet, dass Bibeln verbrannt werden? Und wenn jemand damit angefangen hat, eine Bibel zu verbrennen, haben Sie beobachtet, dass es von der Polizei erlaubt worden ist? Warum wird einem Mann erlaubt, der psychisch gestört ist, die Muslime zu belästigen?“

In Dänemark gab es massive Proteste, als dieser 2020 in einem überwiegend von Muslimen bewohnten Stadtteil von Kopenhagen einen Koran in Schweinespeck wickelte und diesen dann verbrannte. Letztes Jahr wurde Paludan von einem dänischen Gericht wegen Verstoßes gegen den Rassismus-Paragrafen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt und mit einem dreijährigen Berufsverbot als Rechtsanwalt belegt.

Kemal Bölge/Stockholm