Finanztip-Praxis-Test
Solaranlagen-Kauf: Preisunterschiede von bis zu 80 Prozent

Wer eigenen Solarstrom produziert, schont seinen Geldbeutel und hilft der Umwelt. Doch die Installateure von Photovoltaik-Anlagen kalkulieren sehr unterschiedlich - Angebote für Anlagen bei ein und denselben Kunden unterscheiden sich im Preis um bis zu 80 Prozent.

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Wer eigenen Solarstrom produziert, schont seinen Geldbeutel und hilft der Umwelt. Doch die Installateure von Photovoltaik-Anlagen kalkulieren sehr unterschiedlich – Angebote für Anlagen bei ein und denselben Kunden unterscheiden sich im Preis um bis zu 80 Prozent. Das zeigt ein aktueller Vergleich des Geldratgebers Finanztip. Hierbei haben fünf Testkäufer in fünf Bundesländern im Auftrag von Finanztip 26 Kaufangebote für Solaranlagen eingeholt. Die Expertinnen & Experten von Finanztip haben diese Angebote anschließend ausführlich analysiert und bewertet.

Aktuell gibt es in Deutschland rund 2 Millionen Solaranlagen zur Stromerzeugung, viele davon bei Privathaushalten. Diese können mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach bis zu einem Drittel des eigenen Strombedarfs decken. „Selbst produzierter Solarstrom kostet nur halb so viel wie der aus dem Stromnetz oder sogar noch weniger“, sagt Ines Rutschmann, Energieexpertin bei Finanztip.

„Wer allerdings eine Photovoltaik-Anlage kauft, muss mindestens einen höheren vierstelligen Betrag investieren.“ Umso wichtiger ist ein wirtschaftlich gut kalkuliertes Angebot. Doch daran hapert es in der Praxis häufig, wie der aktuelle Finanztip-Praxis-Test jetzt zeigt. Über fünf spezialisierte Onlineportale haben sich die Finanztip-Experten für Testkunden Fachfirmen vermitteln lassen und holten so 26 Angebote ein. Nur zwei Portale vermittelten in allen Fällen mindestens zwei Fachfirmen, die Angebote waren häufig teuer und intransparent.

Wirtschaftlichkeitsrechnung besser selbst machen

Insgesamt war die Angebotsqualität sehr unterschiedlich. „Im direkten Vergleich der Angebote haben wir Preisunterschiede von bis zu 80 Prozent festgestellt“, sagt Rutschmann. „Dabei waren die Angebote häufig sehr intransparent. Die einzelnen Komponenten und Leistungen waren lediglich in vier Fällen einzeln ausgewiesen.“ Einige Angebote enthielten zudem eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, um die Investitionssumme zu rechtfertigen. Doch auch hier gab es Mängel: „Keine dieser Berechnungen enthielt die Kosten für die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch. Zudem wurde teilweise mit viel zu hohen Strompreissteigerungen kalkuliert.“

Die Expertin rät deshalb, die Planung der Anlage nicht allein der Installationsfirma zu überlassen, sondern vorher abzuwägen, was künftig alles mit Strom versorgt werden soll und die richtige Anlagengröße selbst zu überschlagen. Liegt dann das Angebot vor, lohnt es sich, nochmal nachzuverhandeln: „Es gibt meist noch Spielraum nach unten. Wird der Preis moniert, planen die Anbieter auch noch mal mit günstigeren Komponenten.“

Portale bieten erste Orientierung

Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, kann sich mithilfe spezieller Onlineportale einen Überblick verschaffen. „Wir haben uns fünf Portale näher angeschaut“, sagt Rutschmann. „Nur über Selfmade-energy.com und photovoltaik-angebotsvergleich.de haben wir für alle Testkunden mindestens zwei Angebote erhalten.“ Beide Portale werden deshalb von Finanztip empfohlen. Allerdings sollten sich Kunden im Klaren sein, dass selbst bei diesen Portalen nicht gleich das passende Angebot dabei sein muss.

„Nur zwei unserer Testkunden erhielten über die Portale mindestens ein Angebot, das sich als eine gute Investition erwiesen hätte.“ Portale bieten nach Einschätzung von Finanztip vor allem einen guten Einstieg ins Thema. „Verbraucher bekommen mit wenig Aufwand Kontakt zu Firmen oder erhalten direkt Angebote. So wissen sie erst einmal, mit welchen maximalen Preisen sie rechnen müssen – Luft nach unten ist aber meist.“

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