Syrien
Kommentar: Türkei wird jeden einzelnen Terroristen verfolgen und zur Rechenschaft ziehen

Am Freitag gab es einen weiteren gefallenen türkischen Soldaten in der Region. Das ist eine Zahl, die der türkischen Bevölkerung ausreicht, die Mission gegen den Terror in Nordsyrien fortzusetzen. Die Türkei wird jeden einzelnen Terroristen verfolgen und zur Rechenschaft ziehen, der einen seiner Staatsbürger ermordet hat. Ein Kommentar.

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Die Zahlenmanufaktur

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Über den syrischen Bürgerkrieg spricht man in den USA und Europa seit längerem stets in Zusammenhang mit den „Kurden“. Im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat IS in Syrien und im Irak sprach man stets über die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), deren Verluste, Heldentum und Aufopferungsbereitschaft.

Zahlen scheinen in diesem Zusammenhang in den USA und Europa die Gemüter zu bewegen; je mehr desto effektiver. Das ist bei dem sogenannten Verbündeten der USA in Nordsyrien, der YPG und im Verlauf des syrischen Bürgerkrieges der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), nicht anders. Den eigenen Angaben der SDF zufolge hält sie weit über 60.000 Männer und Frauen unter Waffen, die ausschließlich den IS bekämpft haben. Betrachtet man die letzten zwei militärischen Operationen der Türkei in Nordsyrien, dürfte die Zahl aber weniger als 6.000 „Kämpfer“ sein.

Jüngst meldete das russische Verteidigungsministerium den Rückzug von 34.000 Kämpfern der SDF aus den Sicherheitszonen entlang der türkisch-syrischen Grenze an. Die Angabe über die Zahl der zurückgezogenen „Kämpfer“ gab die SDF selbst den Russen bekannt. Die USA meldeten zuvor auch den Rückzug, gaben jedoch keine Zahlen bekannt.

Ziehen wir jetzt mal ein Schlussstrich unter die Zahlen: die YPG/SDF unterhält nach eigenen Angaben rund 60.000 „Kämpfer“ entlang der 444 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze. Allein entlang der rund 320 Kilometer, die derzeit von Russen und Türken gemeinsam kontrolliert wird, sollen 34.000 „Kämpfer“ anwesend gewesen sein.

Da fragt man sich doch verwundert, weshalb man diese latente Gefahr in den USA oder in Europa nicht in die Milchmädchenrechnung einbezogen hat? Sind „60.000“ oder „34.000“ keine nennenswerte Zahl, wenn es um die Sicherheitsinteressen der Türkei geht? Und wenn dem so ist, wieso verweigert man der Türkei die Verteidigung ihrer Interessen, auch mit Waffengängen?

Für die Türkei ist jeder türkischer Staatsbürger, der durch einen dieser angeblich „60.000“ oder „34.000“ Terroristen getötet wurde, einer zu viel. Es ist auch unerheblich, wie viele Terroristen sich entlang der syrisch-türkischen Grenze breit gemacht haben. Am Freitag gab es noch einen weiteren gefallenen türkischen Soldaten in der Region. Das ist eine Zahl, die der türkischen Bevölkerung ausreicht, die Mission gegen den Terror in Nordsyrien fortzusetzen.

Die Türkei wird jeden einzelnen Terroristen verfolgen und zur Rechenschaft ziehen, der einen seiner Staatsbürger ermordet hat. Jedes dieser Opfer wird den Russen und den Amerikanern vorgehalten werden, bis es keine Opfer mehr gibt. Solange das anhält, kann die USA, kann Russland, kann auch Europa sich nicht zurücklehnen und dabei den Rückzug der türkischen Armee fordern.

Waren diese Mächte nicht in der Lage, die SDF zur Räson zu bringen, ist die türkische Armee in der Lage die Sicherheit zu gewährleisten. Sind die sogenannten friedliebenden „Kurden“, „Pazifisten“ und „kurdischen Parteien“ in der Türkei, in den USA oder in Europa nicht in der Lage, die SDF zur Räson zu bringen, wird die türkische Armee die SDF zur Aufgabe zwingen. Zeit genug hatte die SDF, sich auf die östliche Seite des Euphrats zurückzuziehen, sie ließ es aber verstreichen, ließ es auf einen bewaffneten Konflikt ankommen.

Die SDF war nie um die Bevölkerung in der Region besorgt, sonst hätte sie die Region längst geräumt und damit das Blutvergießen verhindert. Die SDF war aber nicht dazu bereit, denn sie wollte mit Gewalt, Unterdrückung und Kurdiisierungsplänen sowie Blutvergießen den bislang erreichten Status quo aufrechterhalten. Zahlen über die Stärke, Opfer oder Gegner haben die SDF noch nie interessiert. Für diese völkische neo-kurdische Terrororganisation war nur das Erreichen des Ziels maßgebend.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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