Wirtschaft
Konjunktursorgen: Deutschland und China liefern schlechte zahlen

Die Hochkonjunktur ist vorbei, sowohl in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, als auch bei uns in Deutschland. Hierzulande haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose gesenkt, in China bereiten Exportrückgänge und Investitionskürzungen Sorgen. Die schlechten Werte aus China machen sogar der deutschen Börse zu schaffen. Doch das Regime plant bereits ein Konjunkturprogramm.

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Die fetten Jahre scheinen vorbei zu sein, das zeigen die Konjunkturdaten aus Deutschland und China, also von zwei ausgewiesenen Exportnationen. Schon vor mehr als zwei Wochen hatten die schwachen Wirtschaftsdaten aus der Volksrepublik China unmittelbaren Einfluss auf den DAX und haben den wichtigsten deutschen Aktienindex leicht ins Wanken gebracht.

Am 8. März rutschte der DAX gleich in den ersten Handelsminuten um 0,74 Prozent auf 11.432,14 Punkte ab. Auch beim MDAX zeigten sich Auswirkungen. Der Index für die mittelgroßen Werte in Deutschland sank um 0,69 Prozent auf 24.271,54 Zähler. Der EuroStoxx 50 gab um 0,61 Prozent nach. Trotz des Konjunkturrückgangs sind chinesische Aktien in erfolgreichen Portfolios nach wie vor unverzichtbar, wie die Prognosen für die Zukunft zeigen.

Handelskrieg zwischen China und USA zeigt Wirkung

Bevor die schlechten Zahlen aus China an den deutschen und europäischen Indizes messbar waren, haben sie die asiatischen Aktienmärkte deutlich unter Druck gesetzt. Ein Grund für die rückläufigen Konjunkturdaten ist nicht zuletzt der Handelskrieg, den sich China und die Vereinigten Staaten von Amerika derzeit liefern. Die Folgen sind beachtlich: Der Export Chinas ist im Februar um ein Fünftel zurückgegangen.

Doch nicht nur die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat ihre Probleme. Letzte Woche haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft gesenkt und damit zumindest vorrübergehend das Ende der Hochkonjunktur erklärt. Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Im Herbst sind die Wirtschaftsweisen noch von 1,5 Prozent ausgegangen, im Frühjahr 2018 sogar von 1,8 Prozent.

Expansionstempo sinkt auch in Deutschland

Für diese Korrektur machen die Weisen das merklich nachgelassene Expansionstempo der deutschen Volkswirtschaft verantwortlich, das unter anderem auf Produktionsprobleme in der Automobil- und Chemieindustrie zurückzuführen ist. Trotz allem bezeichnen die Experten die Binnenkonjunktur als robust, so dass eine Rezession nicht zu fürchten ist.

Die gute Nachricht: 2019 soll eine Konjunkturdelle bleiben. Für 2020 erwarten die Wirtschaftsweisen wieder ein deutliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozent. Ob es dazu wirklich kommen wird, hängt aber eben auch an den Handelskonflikten zwischen China und den USA. Und letztlich spielt auch Europa eine Rolle. Immerhin ist noch immer unklar, ob, wann und wie der Brexit kommt.

China plant Konjunkturprogramm

Auch der Blick auf China muss relativiert werden. Schließlich bleibt die Volksrepublik trotz des kleinen Rückgangs des Wirtschaftswachstums einer der bedeutendsten Wachstumsmärkte auf diesem Planeten. Mit Ausnahme eines minimalen Rückgangs im Jahr 2016, der eher einer Stagnation gleicht, klettert das Bruttoinlandsprodukt Chinas seit Jahren unaufhörlich. 2018 lag es bei 14.092,51 Milliarde US-Dollar. Zum Vergleich: 2017 lag der Wert noch bei 12.014,61 Milliarde US-Dollar, vor zehn Jahren, 2008, bei nur 4.604,29 Milliarden US-Dollar. Der aktuelle Konjunkturfall ist ein 28-Jahres-Tief, das fast zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat.

China bereitet sich derweil auf eine Eskalation des Handelskriegs vor. Das Regime in China, das durch Investitionskürzungen auch unmittelbaren Einfluss auf den Rückgang des Wirtschaftswachstums hat, plant ein Konjunkturprogramm, das vor allem aus Steuersenkungen für private Haushalte und Unternehmen besteht.

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