"Riss durch die Gesellschaft"
August Zirner: Man hätte die AfD verbieten müssen

Der in Deutschland populäre amerikanisch-österreichische Schauspieler August Zirner (62) sorgt sich um den Zustand der Gesellschaft.

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Osnabrück – Der in Deutschland populäre amerikanisch-österreichische Schauspieler August Zirner (62) sorgt sich um den Zustand der Gesellschaft:

„Viel mehr Leute trauen sich heute, Sachen zu sagen, die sie vor fünf Jahren noch nicht gesagt hätten“, sagte der 62-Jährige im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Es geht ein Riss durch die Gesellschaft – früher zwischen arm und reich, heute zwischen informiert und uninformiert, empathisch und unempathisch.“

Zirner fragt sich: „Wo ist der differenzierte Blick auf Dinge? Was bedroht die Leute wirklich, die sich heute bedroht fühlen? Was ist das denn für eine Kultur, auf die da gepocht wird? Ich finde, dass man die AfD hätte verbieten müssen, aber dafür ist es jetzt zu spät.“ Mittlerweile sei es „irgendwie cool“, mit der AfD zu sympathisieren, sagte der 62-Jährige und fügte hinzu:

„Ich finde Coolness inzwischen ziemlich langweilig.“ Die Kunst wird nach Zirners Worten in solchen Zeiten „automatisch“ politischer: „Weil man ja dieses Entsetzen, die Wut und die Überforderung mit der Dummheit in sich trägt.“

Die Schuld an der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft sieht der Schauspieler durchaus auch bei den etablierten Parteien:

„Mich entsetzt zum Beispiel das Ausmaß der sanktionierten Wirtschaftskriminalität. Vom Dieselskandal bis zu irgendwelchen Optionsgeschäften – ich versteh nicht, warum es nicht mehr so etwas wie eine ökonomische Moralinstitution gibt. Daran sieht man, dass der Staat überholungsbedürftig ist, genauso wie es die EU ist. Das heißt nicht, dass der Staat oder die EU schlecht wären, aber wie in Amerika hat die Wirtschaft mittlerweile den Staat in der Hand.“

„Die ersten 15 Jahre im Beruf waren höllisch“

Er selbst habe die ersten 15 Jahre in seinem Beruf als „höllisch“ empfunden, räumte Zirner ein: „Weil ich nichts konnte und so unsicher war. Ich war halt sehr jung und in den Fängen ziemlich starker Regisseure. Andererseits war ich ziemlich bockig und eigenwillig, aber auch sehr verunsicherbar. Inzwischen vertraue ich auf meinen Bock, aber das hat lange gedauert.

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