Mobilitätswoche
Deutschland: Mitfahrzentralen werden im europäischen Vergleich selten genutzt
Wiesbaden – Online-Mitfahrzentralen werden in Deutschland im europäischen Vergleich selten genutzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September mitteilt, buchten 2018 nur 2 % der 16- bis 74-Jährigen private Mitfahrangebote über spezialisierte Websites oder Apps. In anderen Staaten der Europäischen Union (EU) ist das Buchen privater Mitfahrgelegenheiten über das Internet weitaus stärker verbreitet. Estland liegt mit großem Abstand vorne: 2018 nutzten dort 22 % der Bevölkerung private Fahrdienste. Der EU-Durchschnitt lag bei 6 %.
Auch in Malta (13 %) sowie in Frankreich, Irland, Kroatien und Luxemburg (jeweils 12 %) reisen vergleichsweise viele Menschen auf den Beifahrer- und Rücksitzen privater Fahranbieterinnen und -anbieter. Am häufigsten werden die Angebote von jungen Menschen genutzt: Im EU-Durchschnitt organisierten sich 12 % der 16- bis 24-Jährigen und 10 % der 25- bis 34-Jährigen über Online-Plattformen Fahrten bei anderen Privatpersonen (Deutschland: 3 % beziehungsweise 5 %). Bei den 65- bis 74-Jährigen lag die Nutzerquote in Deutschland und der EU bei 1 %.
Gesundheit
Umweltbundesamt: Fast alle Kinder haben Plastik im Körper
Berlin – Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Plastikrückstände im Körper. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts. Bei bestimmten Stoffen ist die Belastung gesundheitlich bedenklich.
„Abbauprodukte von elf der 15 untersuchten Plastikinhaltsstoffe wurden im Urin von 97 Prozent aller Kinder gefunden. Das ist natürlich dramatisch. Solche Stoffe gehören nicht in den Körper der Kinder“, sagt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann.
Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, hat das Umweltbundesamt zwischen 2003 und 2017 untersucht, welche Rückstände dieser Kunststoffe sich im Blut und Urin von Kindern und Jugendlichen nachweisen lassen. Demnach ist jedes vierte Kind zwischen drei und fünf Jahren so stark mit bestimmten Plastikrückständen belastet, dass es gesundheitlich bedenklich ist. Insgesamt haben fast alle Kinder Plastikrückstände im Körper.
„Diese hormonstörenden Stoffe könnten die Ursache sein für Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen, Krebs und Entwicklungsverzögerungen“, so Hoffmann.
Laut der Untersuchung des Umweltbundesamtes ist das Umfeld ärmerer Familien tendenziell belastender und die Kinder haben mehr Plastikrückstände im Körper als Kinder in Familien mit sozial hohem Status.
Umweltpolitik
Grüne erwarten auch in Deutschland einen Kampf ums Wasser
Grüne sagen Verteilungskampf ums Wasser voraus
Osnabrück – Die Grünen erwarten auch in Deutschland einen Kampf ums Wasser.
„In einigen Regionen könnten aus einer zunehmenden Wasserknappheit und häufigen Dürren künftig Konflikte um die Nutzung vor allem oberflächennaher Wasserressourcen entstehen“, sagte Bettina Hoffmann, Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion für Umweltpolitik, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
Sie zitierte damit Auskünfte des Bundesumweltministeriums. „Bereits heute ist die Grundwasserneubildung in Teilen Thüringens, Sachsen-Anhalts und Sachsens sowie Brandenburgs vergleichsweise niedrig“, heißt es unter anderem darin. Die starken Trockenperioden von 2018 und 2019 seien dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
Laut Hoffmann werden bislang rund zwei Drittel des verbrauchten Wassers aus Oberflächengewässern entnommen – also Flüssen, Bächen und Seen. Die Grünen-Politikerin rechnet angesichts des Klimawandels aber mit erhöhtem Druck auf die Grundwasservorräte.
Umweltexpertin Hoffmann: Konfliktpotenzial in Niedersachsen
Konfliktpotenzial sieht die Umweltexpertin deshalb vor allem zwischen der Landwirtschaft und der öffentlichen Versorgung mit Trinkwasser, das zu 74 Prozent aus Grundwasser gewonnen wird.
„Derzeit werden rund drei Prozent der landwirtschaftlichen Flächen beregnet, die meisten davon liegen in Niedersachsen“, betonte die Abgeordnete.
Sie wies darauf hin, dass unter anderem der Landkreis Osnabrück schon bis zum 31. Oktober die Beregnung von privaten und öffentlichen Grünflächen eingeschränkt und Verbote ausgesprochen hat.
Umweltpolitik
SPD-Klimaexpertin fordert „wirksame Instrumente“ für Klimawende
Die SPD-Klimaexpertin und Kandidatin für den SPD-Vorsitz, Nina Scheer, hat die große Koalition dazu aufgefordert, für die Klimawende „wirksame Instrumente“ zu beschließen.
Sie kritisierte insbesondere die CDU für deren Ablehnung einer CO2-Steuer. „Wenn es dabei bleibt, dass wir keine CO2-Steuer bekommen, haben wir kein Instrument, das kurzfristig wirkt“, sagte Scheer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ .
„Sollte es zudem einen Höchstpreis für die CO2-Zertifikate geben, dann wird dieses Instrument nicht wirken“, betonte Scheer.
Sie forderte, dass die Regierung vielmehr auf die wirklich „wirksamen Instrumente“ für Klimaschutz setzen müsse: Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Sie beklagte: „Da ist nichts in der Pipeline.“
Bildungspolitik
Hochschulverband besorgt: Deutlich mehr Einser-Abiturienten in Deutschland
Der Anteil der Einser-Abiturienten ist bundesweit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen.
Hatte 2008 noch jeder fünfte Schulabsolvent einen Notenschnitt von mindestens 1,9, war es 2018 bereits mehr als jeder vierte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ in allen 16 Bundesländern.
Demnach ist in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Einser-Abiturienten in 15 von 16 Bundesländern gewachsen. Allein Baden-Württemberg verzeichnete einen leichten Rückgang. Deutschlandweit stieg der Anteil der Abiturienten mit einer Eins vor dem Komma von 20,2 auf 25,8 Prozent.
Für den Deutschen Hochschulverband (DHV) sind mehr Einser-Abiturienten eine schlechte Nachricht. „Wir sehen es mit Sorge, dass die Abiturnoten besser werden“, sagt DHV-Sprecher Matthias Jaroch. Der „Noteninflation“ müsse Einhalt geboten werden: „Qualität muss Vorrang vor Quantität haben.“ Schon heute fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in der Mathematik.
Die Daten der Länder zeigen nicht nur, dass die Zahl der Einser-Abiturienten zugenommen hat. Sie belegen auch, wie groß nach wie vor die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind. 37,9 Prozent der Thüringer Abiturienten hatten 2018 eine Eins vor dem Komma stehen. Bei Schlusslicht Schleswig-Holstein waren es zuletzt nur 17,3 Prozent.
Das Ranking der Abiturnoten
Angegeben sind jeweils die Prozentwerte aus dem Jahr 2018 (* 2017) und in Klammern der Vergleichswert aus dem Jahr 2008.
1. Thüringen 37,9 (30,5) 2. Sachsen 34,6 (22,4) 3. Bayern 31,5 (24,0) 4. Brandenburg 30,2 (25,0) 5. Sachsen-Anhalt 29,9 (19,3) 6. Mecklenburg-Vorp. 28,9 (24,4) 7. Bremen 27,4 (24,7) 8. Berlin 26,4 (17,9) 9. Hessen 27,2 (22,2) 10. Hamburg 26,0 (19,3) 11. Saarland 25,8 (21,4) 12. NRW 24,3 (16,8) 13. Baden-Würt. 24,0 (25,6) 14. Rheinland-Pfalz 22,5 (15,4) 15. Niedersachsen 21,7 (16,1) 16. Schleswig-Hols. 17,3* (14,9)
Israel
EU-Botschaft beschmiert: „Deutsches Geld tötet Juden“
Tel Aviv – Die Botschaft der Europäischen Union in Israel ist nach Behördenangaben mit antieuropäischen Schriften mutwillig beschädigt worden.
„Dies ist ein Vorfall, der die EU-Bevölkerung erschrecken sollte. Es ist bedauerlich und sollte in jeder Hinsicht verurteilt werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Sputnik eine EU-Delegation.
Im Foyer des Gebäudes wurden die Worte „Deutsches Geld tötet Juden“ und „EU raus“ an der Tür und an der Wand sowie blutähnliche Spuren auf dem Boden hinterlassen, berichtet Sputnik weiter.
EU-Botschafter Emanuele Giaufret verurteilte die Tat auf Twitter.
Heute wurde die Lobby der EU-Delegation mit drohenden Slogans an den Wänden zerstört. Niemand meiner Kollegen war im Büro, da wir am Sonntag geschlossen haben. Dieser Vorfall ist bedauerlich und muss verurteilt werden. Wir werden weiterhin unsere Arbeit tun.
Wie die Times of Israel berichtet, habe sich die Anti-Migrations-Aktivistin Sheffi Paz zu der Tat bekannt und ein Video davon veröffentlicht. Paz steht vor dem Graffiti und sagt: „Hört auf, Terroristen zu subventionieren, hört auf, illegale Einwanderung zu finanzieren und verschwindet aus Israel“. Die israelische Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Wie Times of Israel weiter berichtet, habe Paz nach der Tat ein Foto, das sie beim Abendessen zeigt, getwittert und geschrieben, dass sie sich bald der Polizei stellen werde. Außenminister Israel Katz verurteilte das Graffiti und sagte, er sei „entsetzt“ darüber. „Ich bin entsetzt über den schändlichen Vandalismus der EU-Mission in Israel und verurteile ihn. Israel hat sich verpflichtet, die Sicherheit aller diplomatischen Missionen zu gewährleisten“, schrieb Katz, ein Mitglied der regierenden Likud-Partei. „Die israelische Polizei untersucht den Fall, und ich gehe davon aus, dass die Schuldigen schnell vor Gericht gestellt werden“, fügte der Außenminister hinzu.Today the lobby of the EU Delegation was vandalized with threatening slogans on the walls. No one of my colleagues was in the office as we are closed on Sunday. This incident is deplorable and has to be condemned. We will continue to do our job. pic.twitter.com/BfQZW3z2Z1
— Emanuele Giaufret (@EGiaufretEU) September 15, 2019
Fußball Bundesliga
Vorstand von Fortuna Düsseldorf: „Es gibt Menschen, die Fortuna schaden wollen“
Düsseldorf – Der Vorstand von Fortuna Düsseldorf hat sich am Sonntag gemeinsam gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Schönfärberei gewehrt.
„Es gibt Büchsenspanner, Menschen, die im Gebüsch sitzen, größere Ziele verfolgen und damit Fortuna schaden wollen. Es wird durch Instrumentalisierung ein Bild gezeichnet, das so nicht stimmt“, sagte Thomas Röttgermann (58) der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.
Der Vorstands-Chef des Fußball-Bundesligisten war zuletzt durch Berichte im „Handelsblatt“ und im „Spiegel“ ins Zwielicht gerückt worden. „Da ist jemand an Informationen gekommen und hat offensichtlich gedacht: Das reicht, um die oder die handelnde Person nachhaltig zu beschädigen. Ich habe den Verdacht, daraufhin wurde es zu einer journalistischen Auftragsarbeit“, sagte Röttgermann, der davon ausgeht, dass jemand oder eine Gruppe andere Vorstellung haben, wie der Verein zu führen ist.
Auf die Frage, ob der ehemalige Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer zu diesem Kreis gehören könnte, sagte Röttgermann: „Dafür habe ich keinen Beleg.“
Sportvorstand Lutz Pfannenstiel sagte zu den Diskussionen um die Ablösesumme beim Transfer von Benito Raman zum FC Schalke 04: „Man kann es drehen und wenden wie man will: Der gesamte Transfer hat ein garantiertes Volumen im unteren zweistelligen Millionenbereich. Das wird auch Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider bestätigen.“
Islam
Zentralrat der Muslime: Illegales Schächten ist Reaktion auf staatliche Überregulierung
Mazyek verteidigt Ausnahmegenehmigungen: Schwer mit Importen zu lösen
Osnabrück – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verteidigt Ausnahmegenehmigungen zum Schächten von Tieren anlässlich des islamischen Opferfestes.
Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek: „Die Tradition sagt, dass eine Familie zum Beispiel ein Lamm schlachtet und es selbst verteilt. Das ist etwas schwierig mit Importen zu lösen.“
Vor dem Hintergrund der Debatte um ein Schächtverbot in Niedersachsen kritisierte Mazyek auch die staatlichen Vorgaben für diese Schlachtmethode: Neben Ausnahmen und Importen „wird auch illegal geschächtet, ohne staatliche Aufsicht“. Das sei ein Problem, so Mazyek. „Es ist aber eine Reaktion auf die staatliche Überregulierung in diesem Bereich, vor der wir schon damals gewarnt haben.“
Auch interessant
– Opferfest – Türkei: 35.000 verletzte Amateur-Schlachter bei Opferfest
Obwohl ihnen hohe Geldstrafen drohen schlachten viele Türken beim islamischen Opferfest ihre Schafe und Rinder auf der Straße oder an anderen nicht dafür geeigneten Orten. Wie jedes Jahr aufs Neue, verletzten sich dabei auch heuer Tausende Amateur-Schlachter.
Türkei: 35.000 verletzte Amateur-Schlachter bei Opferfest
Islamfeindlichkeit
Bombendrohungen: Zentralrat der Muslime fordert mehr Polizeischutz für Moscheen
Mehr Bombendrohungen als bislang bekannt
Osnabrück – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen. Der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er plädiere für „ein neues Sicherheitskonzept, denn die Gefahrensituation für muslimische Einrichtungen hat sich grundlegend verändert“.
Bundesweit seien in diesem Jahr nur wenige Fälle von Bombendrohungen gegen Moscheen öffentlich geworden, es gebe aber mehr, erklärte Mazyek. „Wir als ZMD wissen von 18 Fällen, die Dunkelziffer dürfte noch höher sein.“ Viele Moscheen wollten jedoch nicht, dass entsprechende Informationen nach außen drängen, denn sie fürchteten Trittbrettfahrer.
„Es braucht Symbolpolitik“
Mazyek forderte Politiker auf, betroffene Moscheen zu besuchen. „Das ist zwar Symbolpolitik, aber es braucht Symbole in diesem Zusammenhang.“ Wenn dieses ausbleibe, hätten alle verloren. „Und wenn eine Minderheit angegriffen wird, dauert es nicht lange, bis es die nächste Minderheit trifft.“ Der Zentralratsvorsitzende kritisierte: „Es ist fatal, wenn die öffentliche Empörung ausbleibt und diese Vorgänge nicht als Gefahr gegen die Demokratie als solche verstanden werden.“
Panorama
Im Kreis Euskirchen mehrere Kinder ohne Hand geboren
Im Kreis Euskirchen hat es offenbar ähnlich wie in Gelsenkirchen eine ungewöhnliche Häufung von Neugeborenen mit Handfehlbildung gegeben. Das berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Detlef Seif dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“.
„Ich weiß von drei Fällen aus den letzten Monaten, in denen Kinder mit nur einer Hand geboren wurden“, so Seif. In einem Schreiben bat er Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), ein Frühwarnsystem auf Bundesebene anzustoßen. So könne möglicherweise festgestellt werden, ob bestimmte äußere Einflüsse verantwortlich seien, auch wenn nicht immer die Ursache ermittelt werden könne.
Bei seinen Nachforschungen vor sechs Monaten habe sich keine öffentliche Stelle verantwortlich gesehen, so Seif. Statistisch werde bundesweit und kreisweit lediglich ermittelt, wie viele Menschen mit Behinderungen es gebe. Darüber hinausgehende individuelle statistische Erhebungen, ob bei Neugeborenen eine Behinderung vorliege und um welche Art von Behinderung es sich handele, gebe es nicht.

