UN-Generalversammlung
Dacic: „Liste der Länder, die Kosovo nicht anerkennen, wird wachsen“

0
New York – Der serbische Außenminister Ivica Dacic sagte bei einem Gespräch mit Medien am Rande der UN-Generalversammlung, dass die Liste der Länder, die ihre Anerkennung des Kosovo zurückziehen, bis zum Ende des Jahres wachsen werde. Die serbische Delegation habe sich bei der UN-Generalversammlung in drei Tagen mit Vertretern von 53 Mitgliedstaaten getroffen. In den kommenden Tagen würden es über 100 sein, zitiert der serbische TV-Kanal RTS den Minister. „Ich kann offen sagen, wie auch unser Präsident bereits angekündigt hat, dass unsere Bürger sicher sein können, dass es in der kommenden Zeit mehr Länder geben wird, die ihre Entscheidungen zur Anerkennung des Kosovo zurückziehen oder aussetzen werden“, betonte Dacic. „Bis zum Jahresende wird die Zahl der Länder, die den Kosovo anerkannt haben, was aus taktischen Gründen wichtig ist, auf weniger als die Hälfte der UN-Mitglieder sinken“, so Dacic. Hochburgen des Kosovo Der serbische Staatspräsident Vucic bezeichnete New York als „Hochburg des Kosovo in jeder Hinsicht“, berichtet RTS. Es gebe in der Millionenmetropole zahlreiche Lobbyisten und Finanzexperten, die „die Kampagne des Kosovo seit 1946 unterstützen“, so Vucic. Serbien liege beim Lobbyismus um 72 oder 73 Jahre zurück, so Vucic. „Wir haben noch viel zu tun, aber ich denke, dass wir Serbien mit Würde vertreten“, sagte er.

Zum Thema

– Balkan – Scheidender US-Botschafter: Serbien muss Kampagne gegen Kosovo stoppen

Der scheidende US-Botschafter in Serbien, Kyle Scott, sagte am Montag, dass Belgrad und Washington eine andere Meinung über den Kosovo hätten, dass sie sich aber einig seien, dass der einzige Weg zu Fortschritten, die Wiederaufnahme des Dialogs über die Normalisierung der Beziehungen sei.

Scheidender US-Botschafter: Serbien muss Kampagne gegen Kosovo stoppen
   

Türkei
Weiteres Erdbeben erschüttert Istanbul

Istanbul – Die türkische Millionenmetropole kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Stadt am Dienstag von einem Beben der Stärke 4,6 erschüttert wurde, suchte heute ein noch stärkerer Erdstoß Istanbul heim. Laut der Katastrophenschutzbehörde AFAD lag das Epizentrum erneut bei Silivri außerhalb Istanbuls in 6,9 km Tiefe. Die Behörde gab die Stärke mit 5,8 an. Der Türkische Erdbebendienst gibt Magnitude 6,0 an. Auch an anderen Orten rund ums Marmarameer wie etwa Bursa sei das Beben zu spüren gewesen. Leichte Erschütterungen seien sogar in Ankara und Izmir wahrnehmbar gewesen. Im Stadtteil Avcilar sei eine Minarette umgestürzt. Wie türkische Medien berichten, gab es mehrere Nachbeben. AFAD-Sprecher Murat Nurlu warnte die Bevölkerung davor, in beschädigte Gebäude zurückzukehren. Teile der Telekommunikation in Istanbul und Umgebung sollen zusammengebrochen sein.

Dies könnten die Anzeichen zu einem größeren Erdbeben sein“, so Prof. Dr. Sükrü Ersoy gegenüber CNN Türk nach dem viel kleineren Beben am Dienstag. 

Forscher erwarten Mega-Erdbeben für Istanbul Der französische Geophysiker Xavier Le Pichon, ein Forscher, der sich in den letzten 18 Jahren auf die Störungszone des Marmara-Meers konzentriert hat, warnt seit Jahren vor einem potenziellen Erdbeben einer Stärke von 7,6., das langsam auf Istanbul zukommen könnte. „Auf Grund politischer Unruhen und regionaler Konflikte wird es nicht weiter wahrgenommen, aber das Erdbeben wird eine Wirkung auf Istanbul haben und es kommt näher“, erklärte der Forscher in einem Gespräch mit der türkischen Tageszeitung Hürriyet. Le Pichon bezieht sich in seiner Analyse auf Datenmaterial, das ihm das französische Forschungsschiff Le Suroit im letzten Monat überlassen worden war. Das Schiff war 1999 nach dem Erdbeben von Gölcük in die Türkei gekommen. „Le Suroit hat im letzten Monat auch einen Artikel veröffentlicht, in dem es um die Entdeckung eines potenziellen Erdbebens ging“, so Le Pichon. „Die Marmara-Störungslinie, die ein Erdbeben herbeiführen wird, wird von türkischen Seismologen als ein einheitliches, durchlaufendes Blattverschiebungssystem beschrieben.“ Le Pichon erklärt, man habe 1999 bemerkt, wie die nordanatolische Störungslinie sich der Provinz Marmara genähert und auf ein einheitliche Linie zugelaufen sei.

„Wir beobachteten, dass die Geschwindigkeit der Fortbewegung bei 20 Millimetern jährlich liegt und fanden heraus, dass der letzte Riss in dieser Linie nach zwei größeren Erdbeben des Jahres 1766 in Istanbul aufgetreten war. Wir haben auch herausgefunden, dass es in den nächsten 30 Jahren ein Erdbeben der Stärke 7,6 geben wird“, warnte der Forscher.

Eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2001, die Prof. Celal Şengör und Prof. Tuncay Taymaz von der Technischen Universität Istanbul durchgeführt hatten, sowie eine Reihe weiterer Experten bestätigten die Informationen über die Störungslinie. „Eine große Zahl an Forschern sagte damals, diese Daten konnten damals unter den gegebenen Umständen nicht adäquat erklärt werden“, so Le Pichon.

"Kampf gegen Extremismus"
Österreich: „Verbot aller Erdogan-Vereine“

0
Wien – Der österreichische Politiker Peter Pilz (JETZT) hat beim Innenministerium die Schließung der Vereine ATIB und Islamische Föderation (IF) beantragt. ÖVP und FPÖ hätten bereits zugestimmt. Die Vereine werden damit beschuldigt, aus Ankara gelenkt zu werden und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nahe zu stehen. ATIB und IF betreiben in Österreich etwa 100 Moscheen. „Das ist die schärfste Vorgangsweise gegen von Erdogan gelenkte Moscheen-Ver­eine. Einzig­artig in Europa“, zitiert OE24 den Politiker. Wie OE24 weiter berichtet, sei Innenminister Wolfgang Peschorn  aufgefordert worden, „ehestmöglich die behördliche Auf­lösung gemäß § 29 Vereinsgesetz zu prüfen“.
Die Vereine werden unter anderem damit beschuldigt,  österreichische Staatsbürger für den türkischen Geheimdienst MIT bespitzelt zu haben. Millî Görüş stelle die türkische Variante der Muslimbrüderschaften dar, deren Vereine in Österreich ebenfalls eindeutig verfassungswidrige Tätigkeiten entfalten würden, sagte Pilz. Der Verfassungsschutz verfüge über einschlägige Erkenntnisse, nun sei es an der Zeit, politische Entscheidungen zu treffen. Er verstehe daher nicht, warum die SPÖ sich solchen Schritten noch immer nicht anschließen wolle. Sie solle ihre Position überdenken und mit gleicher Konsequenz gegen den Islamismus auftreten, wie sie es gegen Rechtsextremismus tue, sagte Pilz. Ein einstimmiger Beschluss des Nationalrats wäre ein wichtiges Signal gegen die Versuche der türkischen Regierung unter Erdoğan einer illegitimen Einflussnahme auf Österreich, so eine Mitteilung der Parlamentsdirektion.

Kommentar
Missbrauchsfälle in Koranschulen: Die Konstruktion der Wirklichkeit

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Der Journalist Frank Nordhausen hat sich jüngst in einem Artikel über Missbrauchsfälle in Koranschulen in der Türkei befasst. Sein Resümee: „Die Erdogan-Regierung reagiert – mit Nachrichtensperren.“ und „in den vergangenen 15 Jahren wurden in der Türkei immer mehr Fälle missbrauchter Kinder angezeigt. Beschuldigte waren zumeist Koranlehrer illegaler, aber vom Staat geduldeter Islam-Sekten.“ Nordhausen versucht diese These untermauern zu wollen, in dem er auch Burak Copur, Politikwissenschaftler und Türkei-Experte an der privaten Hochschule IUBH Dortmund, zu Rate zieht, der einen Zusammenhang zwischen den sexuellen Übergriffen und der „frömmlerischen Regierungspolitik Erdogans“ vermutet. Kennen Sie die Geschichte „Die verscheuchten Elefanten“ von Paul Watzlawick? Nein? Dann rate ich ihnen, das zu lesen, denn Nordhausen und Copur zeigen die gleichen Verhaltensmuster auf, wie der Mann in der Geschichte, der vorgibt, Elefanten verscheuchen zu wollen, die es gar nicht gibt. Man kann daher eine herbei halluzinierte amtierende Regierung auch nicht mit lautem Klatschen verjagen, auch nicht zu zweit. Aber zurück zum Artikel „Missbrauchsfälle in Koranschulen erschüttern die Türkei“ von Frank Nordhausen. Alles Blödsinn…, denn, wenn man der These folgt, gibt es somit auch einen Zusammenhang zwischen der Bundesregierungspartei mit dem „C“ und den Missbrauchsfällen in der Römisch-Katholischen Kirche, die ja in diesem Sinne in den letzten 15 Jahren begünstigt wurden. Man kann es ja auch weiterspinnen und behaupten, die CDU/CSU hat der Römisch-Katholischen Kirche nicht energisch genug auf die Finger geklopft. Schlimmer noch, die Aufklärung in dieselben Hände gegeben, die ja die Missbrauchsfälle lange Zeit gedeckt oder totgeschwiegen haben. Aber zurück zum Artikel, der sich ausschließlich mit der amtierenden türkischen Regierungspartei mit dem „A“ beschäftigt, die ja die Missbrauchsfälle sehr wohl ernst nimmt, nur nicht kommentieren will und nur sicherstellt, dass die Fälle auch strafrechtlich verfolgt werden, und zwar konsequent und nicht wie bei der Römisch-Katholischen Kirche, die selbst die Aufgabe übernommen hat, Henker und Richter spielen zu dürfen. Offenbar hat nicht nur die türkische Opposition es gerne so, dass die türkischen Missbrauchsfälle ähnliche Dimensionen aufweist wie der Missbrauch in der Römisch-Katholischen Kirche, sondern auch die „deutsche“ Opposition, die in die selben Hände klatschen. Nun, diese „islamischen Sekten“ haben jedenfalls keine politische gebilligte Aufklärungs- und Ahndungsbefugnis, wie die Römisch-Katholische Kirche in Deutschland. Die Vorwürfe, ob aus der türkischen oder deutschen Opposition, stützen sich auf nicht vorhandene und verlässliche bzw. belastbare Fakten, wie auch dieser Artikel zwischen den Zeilen zähneknirschend einräumen muss. Es gibt diese empirischen Belege ganz einfach nicht. Bei Lichte betrachtet erschöpft sich der Artikel ganz einfach in unbelegten Spekulationen und verdingt sich daher den Ruf eines reißerischen Artikels, dessen einzige Intention es ist, die amtierende türkische Regierung zu belasten. Es gibt doch dieses ungeschriebene Gesetz, wonach die sexuelle Veranlagung angeboren ist und diese Veranlagung sich folglich nicht um politische oder konfessionelle Zugehörigkeit schert. Was tut nun naturgemäß ein pädophil-veranlagter Mensch? Er versucht in die nähere Umgebung von Menschen zu gelangen, die diese Veranlagung befriedigen. Es ist daher nicht außergewöhnlich, dass der Missbrauch von Kindern dort begangen wird, wo auch Kinder am häufigsten anzutreffen sind: in Kindergärten, Schulen, Nachhilfeunterricht etc.. Hieraus erklärt sich auch schlüssig, warum der Anteil an pädophil-veranlagten Menschen gerade in der deutschen Römisch-Katholischen Kirche oder in Kindergärten deutlich höher sein dürfte, als in allen anderen Bereichen, Orten oder Ansammlungen von Menschen. Ob autoritäre Strukturen derartiges begünstigen, ist genauso spekulativ wie die Frage, ob hier überhaupt ein größeres Problem vorliegt. Es gibt schlichtweg nicht den Hauch eines belastbaren Belegs dafür, dass man es in der Türkei mit einem weit verbreiteten strukturellen Problem zu tun hat. Statistisch betrachtet kann es leider nicht ausbleiben, dass es in Einrichtungen auf dem Erdball, in denen Erwachsene auf Kinder treffen, auch zu solchen Vorfällen kommt, völlig egal, ob religiös oder profan, autoritär oder liberal. Und wenn Nordhausen und Copur sich dabei nicht der Frage stellen, dass Pädophilie eine biologisch determinierte sexuelle Veranlagung ist, macht ihre gesamte Argumentationskette auch keinen Sinn, da – auch hier wiederhole ich mich – das autoritäre Wesen des Verhältnisses Erwachsener-Kind, völlig unabhängig vom religiös-weltanschaulichen Charakter, in der Natur der Sache selber veranlagt ist, mithin völlig unabhängig vom weltanschaulichen Kontext der Institutionen existiert, in denen Erwachsene auf Kinder treffen. In diesem Sinne ist es bezeichnend, dass gerade führende intellektuelle Vertreter einer links-alternativen antiautoritären Weltanschauung, wie etwa Daniel Cohn-Bendit, ihre sexuellen Erfahrungen in Kindergärten frei und unbefangen zu beschreiben und zu legitimieren bestrebt waren, lange bevor die Öffentlichkeit für den Themenkomplex „sexueller Missbrauch“ sensibilisiert wurde. In gewisser Weise waren die Cohn-Bendits und Volker Becks wenigstens konsequent und redeten offen darüber und machten daraus keinen Hehl. Lange bevor Weltanschauungen eklektisch zusammengewürfelten beliebigen Konstrukten entsprachen, haben sie lediglich die logische Konsequenz aus einer Dynamik gezogen, die sich das Aufbrechen von Tabus auf die Fahnen geschrieben hat. Das Bestreben der Herren Nordhausen und Copur, den sensiblen Themenkomplex sexueller Missbrauch politisch-weltanschaulich zu instrumentalisieren, ist nicht nur intellektuell und moralisch in höchstem Maße unredlich und niederträchtig, sondern wird angesichts der Tatsache, dass gerade diese links-alternative antiautoritäre Strömung in der jüngeren Ideengeschichte die einzige Bewegung ist, die Kindesmissbrauch intellektuell zu rechtfertigen bestrebt war, zu einem lupenreinen Eigentor. Ferner, man könnte aufgrund der Ausführungen von Nordhausen und Copur sogar so weit gehen und ja auch behaupten, dass es einen Zusammenhang zwischen ausufernder sexueller Freizügigkeit und Beliebigkeit und Phänomenen wie Kindesmissbrauch gibt. Aber wieso wollen Nordhausen und Copur genau das im anderen Gewand nicht an den Mann oder Frau bringen? Es geht ausschließlich um politisch-weltanschauliche Kampfrhetorik! Das ist keine rationale Argumentation, sondern reine Ideologie. Rational wäre es, wenn z.B. Copur erklärt hätte, weshalb es per Definition zunächst einmal von autoritärer Natur ist, wenn Erwachsene auf Kinder zusammen treffen. Völlig egal, ob religiös oder profan, in solchen Konstellationen übt der Erwachsene ja naturgemäß Macht über das Kind aus – und läuft somit immer potenziell Gefahr, diese Macht zu missbrauchen. In der Türkei werden solche Fälle von Machtmissbrauch nun vermehrt entdeckt, aufgeklärt, juristisch geahndet, auch weil die Betroffenen solche Fälle freizügiger zur Anzeige bringen oder darüber berichten als in den Jahren und Jahrzehnten zuvor. Jetzt einen Zusammenhang mit der Regierungspartei zu sehen, blendet alle anderen Umstände und Situationen völlig aus. Was besagt das nun?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Auch interessant

– Kleine Anfrage der Linksfraktion – Islamfeindlichkeit: Im zweiten Quartal bereits 165 Straftaten

Die Bundesregierung teilt mit, dass mit Stand vom 21. August 2019 dem Bundeskriminalamt im zweiten Quartal dieses Jahres insgesamt 165 politisch motivierte Straftaten mit dem Unterthema „Islamfeindlich“ gemeldet worden seien.

Islamfeindlichkeit: Im zweiten Quartal bereits 165 Straftaten

"Sexkaufverbot"
Lauterbach für Verbot der Prostitution

Der Kandidat für den SPD-Vorsitz, Karl Lauterbach, hat ein Verbot der Prostitution in Deutschland gefordert. „Prostitution trägt in Deutschland Züge einer modernen Form von Versklavung“, sagte der Gesundheitsexperte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir können nicht einerseits Frauenrechte einfordern und andererseits Zwangsprostitution per Gesetz legalisieren. Das geschieht aktuell aber.“ Einen Ausweg sehe er darin, „die Freier zu bestrafen, die Frauen aber nicht“, so Lauterbach, der ankündigte, einen entsprechenden Vorschlag in den Bundestag einbringen zu wollen. Vorbild für eine neue Gesetzgebung in Deutschland könne das sogenannte nordische Modell sein: Es beinhaltet ein Sexkaufverbot. In Schweden gilt dieses Verbot seit 1999, auch in Frankreich, Norwegen, Island, Irland und Nordirland wird das nordische Modell angewendet. In Deutschland klaffen die Meinungen über ein Verbot von Prostitution weit auseinander. Große Teile von Grünen und Linken sprechen sich gegen eine Verschärfung der Gesetze aus, aus der CDU-/CSU-Fraktion und der SPD gab es in den vergangenen Monaten einige Vorstöße, ein Verbot nach skandinavischem Vorbild einzuführen. Lauterbach bewirbt sich derzeit gemeinsam mit Nina Scheer um den Bundesvorsitz seiner Partei.

Iran-Krise
Außenminister Maas: „Keiner hat Interesse an einem Krieg“

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) hat dafür geworben, mit dem Iran im Gespräch zu bleiben. „Keiner hat Interesse an einem Krieg“, sagte Maas am Mittwoch im ARD-Mittagsmagazin. Da in den letzten Wochen und Monaten die Spannungen ständig zugenommen hätten, sei die Sorge berechtigt, dass man „durch unvorhergesehene Ereignisse […] mehr oder weniger fahrlässig in eine militärische Konfrontation hineinschlittert“, sagte Maas. Deshalb sei Deutschland „zusammen mit den Partnern der Nuklearvereinbarung mit dem Iran immer im Gespräch geblieben.“ Auch dann, als die Amerikaner ausgestiegen sind. „Dass dieses Abkommen weiter besteht, ist deshalb wichtig, weil der Iran sich darin verpflichtet, keine Nuklearwaffen zu entwickeln. Das ist auch im europäischen Interesse“, sagte Maas in der ARD. „Wir wollen das Abkommen erhalten.“ Deshalb lege die Bundesregierung Wert auf „einen dauerhaften Gesprächsfaden nach Teheran“, allerdings ohne Vorbedingungen. Diese könnten Ergebnisse von Gesprächen sein, aber keine Voraussetzungen.

Kleine Anfrage der Linksfraktion
Islamfeindlichkeit: Im zweiten Quartal bereits 165 Straftaten

Berlin – Die Bundesregierung teilt mit, dass mit Stand vom 21. August 2019 dem Bundeskriminalamt im zweiten Quartal dieses Jahres insgesamt 165 politisch motivierte Straftaten mit dem Unterthema „Islamfeindlich“ gemeldet worden seien. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion weiter hervorgeht, wurden in dem genannten Zeitraum insgesamt vier Menschen bei Delikten mit dem Unterthema „Islamfeindlich“ als verletzt gemeldet. Zu den genannten 165 Delikten zählen der Vorlage zufolge unter anderem Körperverletzung, Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die aufgeführten Fallzahlen haben vorläufigen Charakter und sind „durch Nach-/Änderungsmeldungen Veränderungen unterworfen“, wie die Bundesregierung ferner ausführt. Das bedeutet, dass die tatsächliche Zahl islamfeindlicher Straftaten weit höher als die gemeldeten Taten sind.

Zum Thema

– München – Erneut Muslimin in U-Bahn attackiert

Die junge Frau ist Muslimin und offenbar wegen ihres Glaubens beleidigt worden. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Erneut Muslimin in U-Bahn attackiert

UN-Generalversammlung
Erdogan: Muslime am meisten von Hate Speech betroffen

0
Erdogan: Muslime am meisten von Hate Speech betroffen Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag auf der UN-Vollversammlung in New York Israel aufgrund der Okkupation und widerrechtlichen Aneignung der Palästinensergebiete verurteilte und dem Land die Missachtung von Menschenrechten vorwarf, sprach er am heutigen Mittwoch erneut in New York auf einer Veranstaltung zur Ächtung und Kampf gegen Hate Speech (Hassrede). Erdogan sagte, dass Hate Speech unter anderem in den sozialen Medien oder in Fernsehsendungen ständig verbreitet und normalisiert werde. „Muslimische Frauen werden nur aufgrund ihres Kopftuchs belästigt“ Ferner sprach der türkische Staatspräsident: „Leider sind es Muslime, die am meisten rassistischen Handlungen ausgesetzt sind. Es sind ihre heiligen Werte, die am stärksten geschmäht werden. Wir können unsere Augen nicht vor diesen Problemen verschließen. Die Arbeitsstätten und Gebetshäuser werden nahezu täglich zum Ziel von rassistischen und faschistischen Gruppen. Muslimische Frauen werden nur aufgrund ihres Kopftuchs belästigt.“ UN-Generalsekretär Guterres: Hate Speech einen Riegel vorsetzen UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte schon im Sommer dieses Jahres angekündigt, einen weltweiten Aktionsplan gegen hasserfüllte Äußerungen im Internet ins Leben zu rufen. Guterres sagte, dass Hassreden immer mehr zu Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Intoleranz, gewalttätigem Frauenhass, Antisemitismus sowie antimuslimischem Hass münde. Durch die Verbreitung von Hass im Internet würden Menschen gegeneinander aufgehetzt, so der UN-Generalsekretär. Hate Speech führe zu Gewalt und Konflikten und behindere Anstrengungen für Frieden und Stabilität.

Zum Thema

– Neorassismus – Türkei: Internationales Treffen gegen Islamfeindlichkeit – Teilnehmer aus 120 Ländern

Türkei: Internationales Treffen gegen Islamfeindlichkeit – Teilnehmer aus 120 Ländern

UN-Generalversammlung
Erdogan: „Atomwaffen entweder für alle oder für keinen“

0
New York – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York, dass Kernenergie für jeden verboten oder für alle erlaubt sein sollte. „Es stört uns wie jeden anderen, dass die Massenvernichtungswaffen in jeder Krise als Hebel eingesetzt werden, anstatt sie vollständig zu eliminieren“, betonte Erdogan. Der Besitz von Atomkraft „sollte entweder für alle verboten oder für alle erlaubt sein“, fügte er hinzu. Die Ungleichheit zwischen Atomwaffenstaaten und Staaten ohne Kernwaffen allein sei „genug, um das globale Gleichgewicht zu untergraben“, sagte Erdogan.

Erdogan: „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben?“

Bereits Anfang September kritisierte Erdogan die Ungleichheit beim Besitz von Atomwaffen und signalisierte die Möglichkeit, das Land mit Atomwaffen auszustatten. Er könne nicht akzeptieren, dass einige Länder Atomraketen haben und andere Staaten daran gehindert werden, die gleichen Waffen zu besitzen. „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben, während andere es tun? Ich akzeptiere das nicht“, sagte Erdogan in der zentralen Provinz Sivas, wo der türkische Staatschef an den 100. Jahrestag des Sivas-Kongresses gedachte.

„Einige haben Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, nicht ein oder zwei“, so Erdogan. Er verwies darauf, dass fast alle Industrieländer Atomraketen hätten. Die USA und Russland hätten zwischen 12.500 und 15.000 nukleare Sprengköpfe, sagte er. Auch auf Israels Arsenal bezog er sich. Er sei persönlich jedoch gegen Atomwaffen.

UN-Generalversammlung
Für Bau neuer Flüchtlingslager: Türkei bittet Bangladesch um Land

0
New York (aa) – Der türkische Außenminister hat am Dienstag Bangladeschs Premierminister Sheikh Hasina gebeten, Land für den Bau von Lagern für Rohingya-Flüchtlinge bereitzustellen. „Wenn Sie das tun können, sind wir bereit, angemessene Lager für diese gefährdeten Menschen zu bauen“, so Cavusoglu. Mevlut Cavusoglu sprach auf einem Treffen zur Rohingya-Krise am Rande der 74. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York. Die Rohingya-Krise sei eine der schwersten Tragödien in der Welt, so Cavusoglu, und die Türkei begrüße die Rolle sehr, die Bangladesch bei der Bewältigung der großen Zahl von Rohingya-Flüchtlingen übernommen hat. „Wir bitten Bangladesch, Land zur Verfügung zu stellen, so wie wir es für syrische Flüchtlinge in der Türkei getan haben“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Minister. „Wir glauben, dass auch die internationale Gemeinschaft mehr tun sollte, um die Last Bangladeschs zu teilen und das Problem der Rohingya-Flüchtlingslager zu verringern“, sagte Cavusoglu. Die Türkei erwarte, dass Myanmar die notwendigen Schritte für die freiwillige, sichere und würdige Rückkehr der Rohingya unternehme. Laut Amnesty International flohen mehr als 750.000 Rohingya-Flüchtlinge, meist Kinder und Frauen, aus Myanmar und überquerten Bangladesch, nachdem die myanmarischen Streitkräfte im August 2017 begannen, gewaltsam,gegen die muslimische Minderheit vorzugehen. Etwa 18.000 Rohingya-Frauen und -Mädchen wurden von der Armee und der Polizei Myanmars vergewaltigt, so ein Bericht der  Ontario International Development Agency (OIDA). Die UNO hat Massenvergewaltigungen, Morde – auch an Säuglingen und Kleinkindern -, brutale Gewalt und das Verschwinden von Personen durch die staatlichen Streitkräfte Myanmars dokumentiert. Die UNO hatte daraufhin die Verbrechen an den Rohingya als Genozid klassifiziert in ihrem Bericht und die Mitglieder des Sicherheitsrates aufgerufen Maßnahmen zu ergreifen.

Zum Thema

– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

„Einige Soldaten nahmen mich und zwei andere Mädchen mit in ein Haus. Sie schlugen mir mit einer Waffe ins Gesicht, traten gegen meinen Brustkorb und trampelten auf meine Arme und Beine. Anschließend vergewaltigten mich drei von ihnen über mehrere Stunden. Irgendwann wurde ich ohnmächtig.“ Die Soldaten brachen Shadibabiran eine Rippe. „Das war enorm schmerzhaft und ich konnte kaum atmen. Nach wie vor habe ich mit dem Atmen Probleme, aber ich gehe nicht zum Arzt, weil ich mich so sehr schäme.“