Corona-Pandemie
Türkei liefert Corona-Schutzmasken nach Österreich

Wien – Wie der türkische Botschafter in Wien bestätigte, wird die Türkei Corona-Schutzmasken nach Österreich liefern. In der Türkei besteht eigentlich ein Exportverbot für medizinische Schutzausrüstung. Für den Export nach Österreich sei jedoch eine Sonderregelung ausgehandelt worden. In einem Interview mit der Tageszeitung Österreich (OE24), betonte Ozan Ceyhun, dass die Aufhebung des Exportverbots für Österreich intensiven Bemühungen auf diplomatischer Ebene zu verdanken sei. Der Diplomat stehe mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober, aber auch mit dem Generalsekretär des Außenministeriums und der Wirtschaftskammer Wien in ständiger Verbindung.
„Eine Ausnahme vom Exportverbot gibt es nur für arme oder schwer betroffene Länder wie Italien oder Spanien“, sagte Ceyhun. Wie OE24 weiter berichtet, kündigte Ozan nun an, dass eine Sondergenehmigung für die Lieferung von Masken und Overalls nach Österreich erlassen wird. Er bat zugleich um Verständnis für die Ausfuhrbeschränkungen: „Unser Land braucht in der jetzigen Situation selbst dringend Schutzmaterial.“ Auch die Türkei ist komplett im Griff der Corona-Krise. Die Zahl der Coronavirus-Fälle ist auf mehr als 27.000 gestiegen. Wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag auf Twitter mitteilte, seien innerhalb von 24 Stunden 3135 Menschen positiv getestet worden. An einem Tag verstarben demnach 73 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 574. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag eine weitreichende Ausgangssperre für Menschen unter 20 Jahren verkündet. Bereits zuvor war eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren erlassen und der internationale Flugverkehr ausgesetzt worden. 31 Städte sind seit Freitagnacht zudem weitgehend abgeschottet. Die Ein- und Ausfahrt ist nur für wichtige Versorgungsgüter erlaubt. Die Maßnahme gilt vorerst für 15 Tage. Schulen und Cafés sind geschlossen, an belebten Orten wie Supermärkten gilt eine Maskenpflicht. Die Türkei hatte am 11. März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet.

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– Corona-Pandemie – Corona-Krise: Italien, Spanien und NATO danken Türkei für Hilfe

Zur Bekämpfung des Coronavirus hat die Türkei in die von der Pandemie hart getroffenen Länder Italien und Spanien Hilfscontainer geschickt. Die Außenminister Italiens und Spaniens haben der Türkei am Mittwoch dafür gedankt.

Corona-Krise: Italien, Spanien und NATO danken Türkei für Hilfe

Köln
Corona-Krise: Zentralrat ruft muslimische Ärzte und Pfleger zur Unterstützung auf

Köln – In einem Aufruf bittet der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) pensionierte Ärzte, muslimische Krankenschwestern und Pfleger und Medizinstudenten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu helfen und damit der nun sehr stark in Anspruch genommenen Gesundheitsversorgung auszuhelfen. Dazu sagte ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek: „Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen brauchen jetzt dringend zusätzliches freiwilliges medizinisches Personal infolge der raschen Ausbreitung des Corona-Virus und der Zunahme von Infektionen. Wir wollen unseren Beitrag zur Unterstützung dazu leisten und erfreulicherweise sind inzwischen beim ZMD auch etliche Rückmeldungen eingegangen“. Der ZMD bitten hierzu sich über sekretariat@zentralrat.de Stichwort: „MedizinHilfe“ zu melden. Sodann werden diese an die regionalen Krisenstäbe und Gesundheitseinrichtungen weitergeleitet. „Wir bitten Gott, den Allmächtigen, die Bemühungen der Freiwilligen und Helfer anzunehmen und sie zu stärken. Gott schütze unser Land“, sagte Mazyek abschließend.

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– Ägypten – Corona-Krise: Ramadan 2020 könnte ausfallen

In diesem Monat beginnt der Ramadan, die heilige Fastenzeit der Muslime. Gläubige verzichten für etwa 30 Tage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken.

Corona-Krise: Ramadan 2020 könnte ausfallen

Ägypten
Corona-Krise: Ramadan 2020 könnte ausfallen

Kairo – In diesem Monat beginnt der Ramadan, die heilige Fastenzeit der Muslime. Gläubige verzichten für etwa 30 Tage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Gelehrte der Azhar-Universität, der wichtigsten sunnitischen Lehranstalt, sagen nun, dass der Ramadan in diesem Jahr – im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus – möglicherweise ausgesetzt wird. Der Generalsekretär des Fatwa-Rates, Scheich Khaled Omran, halte eine Verschiebung der Fastenzeit wegen der Corona-Pandemie für möglich. „Wir warten ab, was das ägyptische Gesundheitsministerium und die Ärzte entscheiden werden. Das bedeutet, dass wir auch auf die Beschlüsse der WHO warten“, zitiert die Tagesschau Omran.

Wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Menschen vorschreibe, zu essen und zu trinken, werde die Fatwa lauten, dass die Menschen während der Fastenzeit essen und trinken sollen, so Omran. „Dann müssten sie die verpassten Tage nach Ende der Krise nachholen.“

Menschen die nicht essen und trinken seien schwächer und aus diesem Grund durch das Virus leichter angreifbar. Deshalb sei es möglich, dass die Azhar die Fastenzeit aussetzen wird, wenn die WHO es nahelegt. Die wöchentlichen Freitagsgebete in Moscheen wurden schon vor einigen Wochen verboten. Laut Omran hätten die Azhar-Gelehrten für die möglichen Entscheidungen mit der Sunna, der Überlieferung aus den Zeiten von Prophet Mohammed, argumentiert:
„Ein Beispiel aus der Sunna ist, dass der Prophet in einigen Nächten, in denen die Umstände kein Gemeinschaftsgebet in der Moschee erlaubten, die Gläubigen angewiesen hat, zu Hause zu beten. Der Prophet sagte den Gläubigen: ‚Betet in Euren Zelten oder in Euren Häusern!'“
Das Coronavirus, das nach jetzigem Wissensstand offenbar Ende 2019 zuerst in der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgebrochen ist und sich von dort weiterverbreitet hat, ist seit Anfang 2020 ein weltweites Problem. Laut dem Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde das Virus jedoch bereits Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Coronavirus-Pandemie ausgerufen. Die Symptome der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 ähneln einer Lungenentzündung. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen haben zahlreiche Staaten Ausgangssperren ausgerufen. In Deutschland gilt ein Kontaktverbot. Spanien und Italien gehören in Europa zu den am stärksten betroffenen Staaten.

Syrienkrieg
Syrien: Alle zehn Stunden stirbt ein Kind an den Folgen des Krieges

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Unicef: Rund 9.000 Mädchen und Jungen haben seit 2011 bei Angriffen und Bombardierungen in Syrien ihr Leben verloren oder wurden verletzt. Alle zehn Stunden stirbt ein Kind an den Folgen des Krieges. Millionen Familien, deren Existenz zerstört wurde, können ihre Kinder nicht mehr versorgen. UNICEF schätzt, dass 2,8 Millionen Mädchen und Jungen keine Schule besuchen – viele von ihnen hatten noch nie in ihrem Leben eine Chance auf Schulunterricht. Seit Beginn des Kriegs wurden schätzungsweise 4,8 Millionen Kinder in Syrien und eine Million außerhalb ihres Heimatlands geboren. Sie kennen nichts als Krieg und Vertreibung. „Die Situation der syrischen Kinder lässt sich nur schwer in Worte fassen. Vier von fünf Mädchen und Jungen sind heute auf humanitäre Hilfe angewiesen. Wir dürfen sie nicht allein lassen. Sie brauchen warme Kleidung, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Nahrungsmittel. Mehr als alles andere jedoch brauchen sie Schutz und Sicherheit“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Humanitäre Hilfe kann den Krieg zwar nicht beenden, aber sie kann die Not für die Schwächsten lindern. Dies ist ein Gebot der Menschlichkeit.“ Verlust, Angst und Not Zu Beginn des zehnten Kriegsjahres bestimmen immer noch Tod, Angst und nackte Not das Aufwachsen von unzähligen syrischen Kindern. Eine der schlimmsten humanitären Krisen seit Beginn des Bürgerkrieges vollzieht sich derzeit im Nordwesten des Landes. Seit Anfang Dezember sind dort in der Provinz Idlib über 900.000 Menschen vor Bombardierungen und Bodenkämpfen geflohen, schätzungsweise 60 Prozent von ihnen sind Kinder. Zwischen den Fronten leiden sie unter Gewalt, Obdachlosigkeit und akuter Not. Schwerste Kinderrechtsverletzungen Im syrischen Bürgerkrieg sind Kinder bis heute schwersten Verletzungen ihrer Rechte ausgesetzt. Seit sechs Jahren werden entsprechende Vorfälle von den Vereinten Nationen systematisch dokumentiert. Bei den folgenden Zahlen handelt es sich ausschließlich um verifizierte Fälle – die Dunkelziffer ist tatsächlich viel höher:
  • Seit 2014 verloren 5.427 Kinder ihr Leben, 4.000 Kinder wurden verletzt;
  • Über die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen und jede dritte Schule sind außer Betrieb;
  • Rund 1.000 Schulen, Krankenhäuser und Kliniken wurden angegriffen;
  • Rund 5.000 Kinder wurden zwangsrekrutiert – manche von ihnen sind erst sieben Jahre alt.
  • Allein in 2019 wurden fast 900 Kinder getötet – drei von vier dieser Kinder verloren ihr Leben im Zuge der Gewalteskalation im Nordwesten des Landes.
Auch dort, wo die Waffen schweigen, ist die Lage der Kinder und ihrer Familien schwer. Viele Familien müssen ihren Haushalt verkaufen oder ihre Kinder arbeiten schicken, um nur die notwendigsten Dinge zu kaufen. Bei einer aktuellen Umfrage von UNICEF zusammen mit dem Forschungsinstitut Gallup International/ORB in Syrien sagten über 90 Prozent der Teilnehmer, dass die Kinder die größten Verlierer des Krieges sind und die seelischen Wunden genauso schwer wiegen wie die physischen. UNICEF ruft anlässlich des Jahrestages alle Konfliktparteien in Syrien erneut dazu auf:
  • Kinder und die lebensnotwendige Infrastruktur – wie Schulen, Krankenhäuser oder Wasserwerke – zu schützen.
  • die Waffenruhe im Nordwesten Syriens einzuhalten.
  • besseren Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen, um die Menschen effektiv und schnell zu erreichen – von innerhalb Syriens aus und über die Landesgrenzen hinweg.
  • ihrer Verpflichtung nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes nachzukommen und ausländische Kinder, insbesondere in ehemaligen vom sogenannten „Islamischen Staat“ kontrollierten Gebieten, auf sichere und freiwillige sowie würdevolle Weise zurückzuführen.
  • UNICEF appelliert zudem erneut an den UN-Sicherheitsrat, eine politische Verhandlungslösung zu unterstützen, die diesen Krieg ein für alle Mal beendet.

Corona-Krise
Scholz gerät wegen Ablehnung von Corona-Bonds aus eigener Partei unter Druck

Düsseldorf – Der Vorsitzende der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe, Axel Schäfer (SPD), hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wegen der Ablehnung von Corona-Bonds kritisiert. „Das Ansehen Deutschlands hat in Italien wegen der Diskussion um finanzielle Hilfen bereits stark gelitten“, sagte Schäfer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Bundesfinanzminister Olaf Scholz macht in dieser Krise einen guten Job. Seine Ablehnung möglicher Corona-Bonds verstehe ich jedoch nicht“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete. „Es geht doch nicht darum, Schulden anderer Länder zu vergemeinschaften. Der ESM ist nicht dafür geschaffen, in dieser Krise Italien und andere Staaten aufzufangen“, sagte Schäfer. Rom habe in den vergangenen Jahren im Haushalts- und Finanzbereich zu wenig europäische Regeln umgesetzt. „Jetzt ist aber nicht der Zeitpunkt, die italienische Regierung deswegen am langen Arm verhungern zu lassen.“ Er könne nur hoffen, dass die Eurogruppe an diesem Dienstag zu einer Lösung komme, die Italien wirklich helfe, sagte Schäfer. „Alles andere wäre ein fatales Signal für den ohnehin schon bröckelnden Zusammenhalt in Europa.“

Zum Thema

– Corona-Pandemie – Fischer und Gabriel: EU könnte auseinanderbrechen

Die früheren Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) haben in einem dramatischen Appell vor einem Auseinanderbrechen Europas durch die Coronakrise gewarnt und die Bundesregierung zu einer Art Marshall-Plan für Spanien und Italien aufgerufen.

Fischer und Gabriel: EU könnte auseinanderbrechen

Covid-19
Coronavirus: Britischer Premierminister in Krankenhaus eingeliefert

London – Der britische Premierminister Boris Johnson ist  zehn Tage nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie ein Regierungssprecher sagte, handele es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme da Johnson weiterhin anhaltende Symptome wie Fieber habe. „Der Premierminister dankt den Mitarbeitern des NHS [Nationaler Gesundheitsdienst, Anm. Red.] für all ihre unglaublich harte Arbeit und fordert die Öffentlichkeit auf, weiterhin dem Rat der Regierung zu folgen, zu Hause zu bleiben, den NHS zu schützen und Leben zu retten“, sagte der Sprecher. Johnson bleibt weiterhin Regierungschef und steht in Kontakt mit Ministerkollegen und Beamten. Das Coronavirus, das nach jetzigem Wissensstand offenbar Ende 2019 zuerst in der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgebrochen ist und sich von dort weiterverbreitet hat, ist seit Anfang 2020 ein weltweites Problem. Laut dem Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde das Virus jedoch bereits Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Coronavirus-Pandemie ausgerufen. Die Symptome der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 ähneln einer Lungenentzündung. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen haben zahlreiche Staaten Ausgangssperren ausgerufen. In Deutschland gilt ein Kontaktverbot. Spanien und Italien gehören in Europa zu den am stärksten betroffenen Staaten.          

Corona-Pandemie
Fischer und Gabriel: EU könnte auseinanderbrechen

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Berlin – Die früheren Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) haben in einem dramatischen Appell vor einem Auseinanderbrechen Europas durch die Coronakrise gewarnt und die Bundesregierung zu einer Art Marshall-Plan für Spanien und Italien aufgerufen. „Europa braucht jetzt zweierlei: gemeinsame Hilfen in der Krise und ein gemeinsames Wiederaufbauprogramm nach der Krise“, schreiben Fischer und Gabriel in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ und den „Tagesspiegel“ (Montags-Ausgaben). „Italien und Spanien werden es Europa und vor allem uns Deutschen hundert Jahre lang nicht vergessen, wenn wir sie (…) jetzt im Stich lassen. Und genau das tun wir gerade“, kritisieren die beiden früheren Spitzenpolitiker. Das Corona-Virus habe das Potential, die ohnehin in Europa existierenden Risse so massiv zu vertiefen, „dass die Union daran auseinanderbrechen könnte“. Die EU drohe bei dieser größten Bewährungsprobe seit ihrer Entstehung dramatisch zu versagen. „Stattdessen erleben wir, dass Mächte wie Russland und China öffentlichkeitswirksam Hilfe liefern, um genau dieses Defizit Europas zu betonen. Dass hier humanitäre und politische Ziele mindestens gleichzeitig verfolgt werden, liegt auf der Hand.“ Europa drohe zum Nullsummenspiel zu werden, bei dem Nationalstaaten glauben, dass immer einer verlieren muss, wenn ein anderer etwas bekommt. In Italien hatten Politiker parteiübergreifend die EU und Deutschland kritisiert. Videos und Fotos, auf denen EU-Flaggen abmontiert, zerrissen oder sogar verbrannt werden, nehmen in den sozialen Medien deutlich zu. Zehntausendfach geklickt ist ein Video des landesweit bekannten Komikers und Schauspielers Tullio Solenghi. Die Deutschen, wettert Solenghi, seien für zwei Weltkriege und den millionenfachen Tod von Juden verantwortlich: „Die Deutschen haben heute immer noch ihre gnadenlose Arroganz. Heute in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie halten sich noch immer für eine Herrenrasse. Gott sei Dank bin ich Italiener. Ja, wir sollen Faulenzer, auch Mafiosi sein, sagen die Deutschen. Aber wir sind empathisch, wir sind menschlich. Daher danke, dass wir Italiener sind und nicht Deutsche.“ Deutschland hatte die unter anderem von Italien, Spanien und Frankreich geforderten sogenannten Corona-Bonds abgelehnt. Die Corona-Bonds sollen den betroffenen Staaten wirtschaftlich helfen. Hoch verschuldete Staaten könnten auf diesem Weg zu erheblich günstigeren Konditionen frisches Geld von Investoren erhalten. Denn die Bonität der Gemeinschaftsanleihen wäre deutlich besser, wenn zum Beispiel wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland mithaften, berichtet die Tageszeitung Münchner Merkur.

Corona-Pandemie
Corona-Maßnahmen in Afrika: „Wer zu Hause bleibt, verhungert!“

Johannesburg – In den Armenvierteln Afrikas drohen die Maßnahmen gegen das Coronavirus zur tödlichen Falle zu werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer sind vor allem die Ausgangssperren, die zum Teil mit massiver Gewalt umgesetzt werden, lebensbedrohlich für den ärmsten Teil der Bevölkerung. Allein in den Ländern südlich der Sahara leben 413 Millionen Menschen in extremer Armut – mehr als die Hälfte aller Armen weltweit. „Die allermeisten leben von der Hand in den Mund. Wenn sie nicht verhungern wollen, müssen sie rausgehen, um Geld zu verdienen. Ihnen bleibt nur die Wahl: am Corona-Virus oder am Hunger zu sterben“, sagt Salimane Issifou, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Benin. Zwar würden die meisten Regierungen versuchen, die Armen zu unterstützen, aber das seien Tropfen auf den heißen Stein. In Nigeria zum Beispiel will die Regierung einer Million notleidenden Menschen mit finanziellen Zuschüssen helfen und insgesamt 70.000 Tonnen Getreide verteilen. „Aber in einem Land mit 200 Millionen Einwohnern ist das völlig unzureichend. Wirtschaftliche Not und Hunger werden massiv ansteigen. Das wird auch zur Folge haben, dass Familien zerbrechen und Kinder alleine zurückbleiben“, sagt Ezeigwe Chinweuba, der Sprecher der SOS-Kinderdörfer in Nigeria. Ähnlich katastrophale Folgen könnten die Ausgangsperren in Südafrika haben: Die Regierung plane, Bedürftige zu unterstützen, indem sie Straßenverkäufern erlaube, ihre Geschäfte wiederaufzunehmen. „Aber den zahllosen Menschen, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, ist damit nicht geholfen. Für sie gibt es keine Chance“, sagt Patrick Kulati, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Südafrika. Gleichzeitig steige auf dem Kontinent die Sorge, dass sich das Virus deutlich stärker ausbreiten könnte als anderswo – und Millionen Menschen das Leben kosten könnte. Denn neben den Ausgangssperren, sei auch die Umsetzung der anderen Maßnahmen völlig unrealistisch: Händewaschen und Hygiene Allein in Afrika südlich der Sahara haben 565 Millionen Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen, 330 Millionen kein sauberes Wasser. Walter Odhiambo, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Kenia, sagt: „Die Leute in den Slums sind sich einig: „Wenn ich mich zwischen Brot oder Seife entscheiden muss, nehme ich sicher das Brot!“ Kontaktverbote Soziale Isolierung sei nicht möglich, wenn die Menschen in überfüllten Slums leben, wie zum Beispiel in Kibala in Kenia, wo 500.000 Menschen wohnen, oder in den Townships von Südafrika. „Überall hier ist es eng und voll. Große Familien teilen sich ein Zimmer. Die Menschen sind frustriert und aufgewühlt, weil sie sich nicht schützen können“, sagt Patrick Kulati, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Südafrika. Um eine humanitäre Katastrophe noch abwenden zu können, appellieren die SOS-Kinderdörfer an die internationale Solidarität: „Nur, wenn wir alle gemeinsam Afrika finanziell und materiell unterstützen, können wir das Schlimmste verhindern! Und nur dann werden wir das Virus dauerhaft besiegen!“

Psychologie
Corona-Krise: Menschen spüren mehr Dankbarkeit

Dortmund – Die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff, die Lage ist ernst. Manche Menschen erkranken schwer durch das Virus, die Zahl der Todesfälle steigt. Personen in helfenden Berufen, aber auch Mitarbeiter im Supermarkt und anderswo arbeiten bis über die Belastungsgrenze. Viele Unternehmen und Selbstständige machen sich Sorgen um ihre Existenz. Alle Menschen müssen lernen, mit den Herausforderungen dieser Zeit, wie den Ausgangsbeschränkungen, zu leben. Eine Blitzumfrage unter mehr als 1.200 Personen, die Prof. Dr. Nico Rose von der International School of Management (ISM) in Dortmund durchgeführt hat, bestätigt dieses Bild. Sie legt aber auch nahe, dass viele Menschen im Angesicht der Herausforderungen eine Art psychisches Wachstum erfahren. „Aktuell machen sich die Menschen deutlich mehr Sorgen als vor der Krise, sie sind weniger fröhlich und gelassen“, erklärt Rose. „Das ist allerdings nur einBlickwinkel auf die Wirklichkeit. Die Menschen bemerken, dass sie mit großen Problemen fertig werden, investieren mehr Energie in enge Beziehungen und gewinnen mehr Klarheit zur Frage, was wirklich wichtig ist im Leben.“ Die Ergebnisse der Umfrage deuten außerdem darauf hin, dass Menschen mehr Mitgefühl entwickeln und hilfsbereiter werden – ein Eindruck, der sich auch durch die enorme Welle an Solidarität in der Bevölkerung und der Wirtschaft bestätigen lässt. „Manche Menschen mögen es als zynisch empfinden, im Angesicht von so viel Leid auch nur über positive Konsequenzen nachzudenken“, fügt der Wirtschaftspsychologe hinzu. „Andererseits ist das eine der großartigen Seiten der menschlichen Existenz: Wir können in und an Krisen wachsen. Unter den richtigen Umständen bringen sie das Beste in uns hervor – und auch das Beste zwischen den Menschen und in der Gesellschaft an sich.“ Das Phänomen ist übrigens eher die Regel als die Ausnahme: Etwa 70 Prozent der Personen in der Studie beobachten bei sich mindestens ein paar Anzeichen von Wachstum, lediglich bei 30 Prozent ist das aktuell nicht der Fall. What went well? Dankbarkeit als Schlüssel Frauen berichten von deutlich mehr psychischem Wachstum, obwohl sie im Mittel aktuell auch mehr negative und weniger positive Emotionen empfinden. Es gibt allerdings eine gravierende Ausnahme: Sie geben zu Protokoll, dass sie seit dem Beginn der Krise deutlich mehr Dankbarkeit spüren. Für Männer trifft dies auch zu, aber nicht im gleichen Maße. Das Empfinden von mehr Dankbarkeit wiederum ist mit weitem Abstand jener Faktor, der das Erleben von Wachstum und resilientem Verhalten am besten vorhersagt. „Wir wissen schon länger, dass Dankbarkeit ein wichtiger Schlüssel zur Überwindung von Krisen ist“, erläutert Nico Rose. „Manche Menschen schaffen es, immer wieder ganz bewusst den Blick auf das zu richten, was ‚trotzdem gut‘ ist: die stärkenden Beziehungen im Leben, die Unterstützung, die man erhält, die kleinen und großen Herausforderungen, die man – trotz allem – kontinuierlich meistert.“ Ein solcher Blickwinkel lässt sich übrigens kultivieren. Entsprechende Konzepte sind Teil von manchen Spielarten der Psychotherapie, beispielsweise zur Behandlung von Depressionen. Das Erleben von psychischem Wachstum in der Corona-Krise hängt auch mit weiteren Faktoren zusammen, unter anderem einigen demographischen Aspekten: Menschen mit einem tendenziell höheren Einkommen und einer längeren Bildungshistorie berichten im Mittel von etwas mehr Anzeichen des Wachstums. Statistisch betrachtet steht der Einfluss dieser Faktoren jedoch deutlich hinter dem Kultivieren von Dankbarkeit zurück. Der psychologische Hintergrund: Wohlbefinden ist mehrdimensional Die meisten Menschen stellen sich psychologisches Wohlbefinden als einfaches Kontinuum vor, sprich: Manchmal geht es uns richtig gut, manchmal schlecht, an vielen Tagen normal gut. Die Daten der vorliegenden Studie und auch früherer Arbeiten deuten allerdings darauf hin, dass das tatsächliche Erleben vielschichtiger ist. „Man kann sich die Anwesenheit von psychischem Unwohlsein und psychischem Wohlbefinden besser als verwandte, aber unabhängige Dimensionen vorstellen – wie in einem Koordinatensystem. Menschen können folglich psychologische Einschränkungen erfahren (Stress, negative Gefühle etc.) und gleichzeitig positive Entwicklungen verspüren (mehr Dankbarkeit, ein Mehr an Klarheit usw.)“, so der Psychologe „Diesem Wachstum in und nach Krisenzeiten wird außerhalb der Forschung meist zu wenig Beachtung geschenkt.“ Hinweise zur Interpretation der Studie Die Ergebnisse der Studie sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Da die Umfrage über Netzwerke wie Twitter, XING, LinkedIn & Co. erfolgt ist, hat sie trotz der großen Stichprobe nur einen Ausschnitt der Bevölkerung erreicht. Sie ist somit nicht repräsentativ, sondern bildet den tendenziell gut ausgebildeten und monetär stabilen Teil der deutschen Bevölkerung ab. „Menschen mit unterdurchschnittlichen finanziellen Mitteln hatten unter Umständen nicht im gleichen Maß die technischen Möglichkeiten oder die Energie, die Fragen zu beantworten. Ob jene Personen auch positive Entwicklungen erfahren haben, konnte hier kaum erfasst werden“, sagt Nico Rose. „Vor diesem Hintergrund gilt es, derzeit in besonderem Maße solidarisch mit jenen Menschen zu sein, die – finanziell betrachtet – eher ‚am Rand der Gesellschaft‘ stehen.“

EU-Politik
Mützenich droht Ungarn wegen Notgesetzen mit Kürzung der EU-Mittel

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sieht in den Corona-Notgesetzen der ungarischen Regierung einen Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze und hat deswegen dem Land eine Kürzung der EU-Mittel angedroht. „Bei der Erstellung des Mehrjährigen Finanzrahmens für die EU, der in diesem Jahr beschlossen werden muss, werden wir darauf achten, dass die EU-Mittel nicht unabhängig von Rechtsstaatsdefiziten gezahlt werden“, sagte Mützenich der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag). Das am Donnerstag verkündete Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 2015 sei „auch eine deutliche Warnung insbesondere an Ungarn, demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze einzuhalten“, sagte Mützenich. „Die Notmaßnahmen, die Ungarn in dieser Woche wegen der Corona-Krise ergriffen hat und dem Ministerpräsidenten Victor Orban eine absolut unverhältnismäßige Machtfülle verschaffen, entsprechen diesen Grundsätzen nicht.“ Das Land verstoße damit gegen die Prinzipien der Europäischen Verträge. „Gerade in Krisenzeiten kann und muss sich Demokratie beweisen“, sagte Mützenich. Er rechnet nach dem Urteil mit Sanktionen gegen Ungarn, Polen und Tschechien. „Noch haben die drei Länder nicht mit Strafzahlungen zu rechnen. Aber sie wissen jetzt: Vereinbarungen in der EU – und seien es Mehrheitsentscheidungen – gelten“, sagte Mützenich. Die Weigerung sich daran zu halten, könne empfindliche finanzielle Nachteile bedeuten. „Ich gehe davon aus, dass die EU-Kommission nun entsprechende Sanktionen beantragen wird“, so der SPD-Fraktionschef.

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