Irak
Ex-PKK-Kämpfer: „Die PKK dient nicht unserer Nation“

Erbil – Die Terrororganisation und die örtliche Regierung kämpfen seit geraumer Zeit um die Vorherrschaft in der Region. In den vergangenen Wochen gab es erneut Anschläge der PKK gegen Streitkräfte der Peschmerga. Wie die kurdische Nachrichtenagentur Kurdistan24 nun berichtet, haben zahlreiche PKK-nahe Kämpfer in der umstrittenen Sinjar-Region im Irak die Terrorgruppe verlassen und sich der kurdischen Peschmerga angeschlossen. Die Kämpfer „sind zu der Überzeugung gelangt, dass die PKK nicht unserer Nation dient“, erklärte ihr Anführer Shahab Qassem Hassan in einem kurzen Video.
(Scteenshot/K24)
Die 51 Kämpfer sind auf dem Berg Sinjar (Shingal) stationiert und haben sich dem ersten Regiment der Peschmerga-Kräfte angeschlossen, erklärte Ashti Kochar, ein Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) in Sinjar, gegenüber Kurdistan 24. Das Hauptquartier der Einheit befand sich in der Nähe von Zorava, einem Dorf im Unterbezirk Snune von Shingal, wo sie fünf Monate lang „in den Reihen der PKK“ blieben, erklärte der Anführer der Kämpfer, Shahab Qassem Hassan, gegenüber Kurdistan 24. „Wir sind jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass die PKK unserer Nation nicht dient, und haben uns daher entschlossen, uns dem ersten Regiment der Peschmerga-Kräfte in der Region Shingal anzuschließen“. „Das Büro des 17. Ablegers der Demokratischen Partei Kurdistans in Sindschar hat sich mit uns in Verbindung gesetzt, und wir danken unsererseits der Demokratischen Partei Kurdistans und der Regionalregierung Kurdistans, die den Menschen in Shingal immer geholfen haben“, so Hassan abschließend.

Auch interessant

– Irak – Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

In der Autonomieregion um Erbil habe es erneut Zusammenstöße zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und der PKK-Terrororganisation gegeben.

Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

UNGA 76
Erdogan erwartet von Russland „ein neues Konzept für Syrien“

New York – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erklärt, er erwarte von Russland eine andere Haltung zu Syrien. Das Regime von Bashar al-Assad „stellt eine Bedrohung für den Süden der Türkei dar“, betonte Erdogan und fügte hinzu, dass er das Thema mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei ihrem Treffen in Sotschi am 29. September besprechen werde. „Ich habe große Erwartungen an die Verhandlungen mit Wladimir Putin in Sotschi. Das Regime in Syrien ist leider zu einer Brutstätte der Bedrohung für die Türkei geworden. Als Freund Russlands erwarte ich von Putin und Russland einen anderen Ansatz als Voraussetzung für Solidarität“, sagte Erdogan am Freitag vor Reportern. „Wir müssen das Problem im Süden gemeinsam bekämpfen“, fügte er hinzu. „Wir werden die bilateralen Beziehungen und die jüngsten Entwicklungen in der syrischen Provinz Idlib erörtern“, sagte Erdogan am Donnerstag während seiner Teilnahme an der 76. UN-Generalversammlung. Der türkische Staatschef betonte, dass Ankara bestrebt sei, die bilateralen Beziehungen zu Moskau auf ein neues Niveau zu bringen und einen Handelsumsatz von 100 Milliarden Dollar zu erreichen. Zuvor hatte Erdogan erklärt, dass er bei den Gesprächen mit Putin in Sotschi mit „wichtigen Entscheidungen“ rechne. Ihm zufolge werden die Parteien nicht nur über Idlib, sondern auch über die Lage in Syrien insgesamt sprechen – „wie weit wir gekommen sind und wie es weitergehen soll.“ Im Rahmen eines im Oktober vergangenen 2019 unterzeichneten Abkommens, haben die Türkei und Russland mit gemeinsamen Patrouillen an der türkisch-syrischen Grenze begonnen. Dem Abkommen nach sollten sich Kämpfer der YPG, welche ein verlängerter Arm der Terrororganisation PKK in Syrien ist und von Menschenrechtsorganisationen für Gewalt gegen christliche Minderheiten in Nordsyrien verantwortlich gemacht wird, auf 30 Kilometer von der türkischen Grenze zurückziehen. Christliche Minderheiten wie Assyrer und Aramäer begrüßten das Abkommen. Erdogan betonte zudem, dass das Abkommen zwischen der Türkei und der Russischen Föderation über das zweite Regiment des S-400-Flugabwehrraketensystems (S-400 Air Defense Missile System) abgeschlossen sei und nicht revidiert werden würde. Erdogan beschuldigte zudem die Regierung von US-Präsident Joe Biden, Waffen, Munition und Ausrüstung an „terroristische Organisationen“ in Syrien zu liefern. Damit bezog er sich auf die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), die größte Komponente der Syrischen Demokratischen Allianz (SDF), die ein Verbündeter Washingtons ist. Erdogan betonte, sein Land werde dies nicht tatenlos hinnehmen. Die Türkei betrachtet die YPG als einen verlängerten Arm der verbotenen PKK, die seit 1984 einen Krieg gegen die Türkei führt. Die PKK wird von der Europäischen Union, der Türkei und den Vereinigten Staaten als terroristische Vereinigung betrachtet.

Auch interessant

– USA – New York: Islam-Gelehrter nennt Erdogan „Anführer aller Muslime“

Bei seiner Rede anlässlich der Einweihung des „Türkischen Hauses“ (Türkevi) in New York bezeichnete ein prominenter US-amerikanischer Imam Präsident Recep Tayyip Erdogan als „Anführer aller Muslime“.

New York: Islam-Gelehrter nennt Erdogan „Anführer aller Muslime“

Rüstung
Spannungen mit Algerien: Marokko kauft türkische Kampfdrohne Bayraktar-TB2

Rabat – Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt. Nach zahlreichen Aufträgen, wie etwa aus der Ukraine, Polen oder Serbien, hat nun auch das Königreich Marokko seine erste Bestellung türkischer Kampfdrohnen erhalten. Das Land hatte im April ein entsprechendes Abkommen mit Ankara unterzeichnet. Marokkanischen Medienberichten zufolge, wurden im April 13 Bayraktar TB2-Drohnen bestellt. Rabat wolle „das Arsenal der marokkanischen Streitkräfte (FAR) modernisieren, um auf jede Gefahr und die jüngsten Feindseligkeiten vorbereitet zu sein“. Marokkanische Militärangehörige seien in den letzten Wochen in der Türkei für die Arbeit mit den Drohnen ausgebildet worden, so die übereinstimmenden Berichte. Rabat habe einen 70-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem privaten türkischen Unternehmen Baykar hierfür unterzeichnet. Der Deal kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen Marokko und dem benachbarten Algerien in den letzten Wochen zugenommen haben. Die beiden Länder sind vor allem wegen der umstrittenen Westsahara zerstritten. Algerien brach im August die Beziehungen zu Marokko ab und begründete dies mit „Provokationen und feindseligen“ Handlungen des Nachbarlandes. Die Beziehungen erhielten diese Woche einen weiteren Schlag, als Algerien am Mittwoch erklärte, es habe seinen Luftraum für den gesamten zivilen und militärischen Verkehr Marokkos gesperrt. Im Streit um die Westsahara kämpft Marokko gegen die von Algerien unterstützte Polisario-Front, die von 1975 bis 1991 einen Unabhängigkeitskrieg mit Rabat führte. Marokko erhebt Anspruch auf die ehemalige spanische Kolonie mit reichen Phosphatvorkommen und vorgelagerten Fischgründen, nachdem sich Spanien 1975 zurückgezogen hat, und kontrolliert rund 80 Prozent des Gebiets. Rabat hat dem Gebiet Autonomie angeboten und behauptet, es sei ein souveräner Teil des Königreichs, doch die Polisario fordert ein Referendum über die Selbstbestimmung, wie es in einem von der UNO unterstützten Waffenstillstandsabkommen von 1991 vorgesehen ist. Die Spannungen nahmen im vergangenen November stark zu, als Marokko Truppen in eine Pufferzone schickte, um die einzige Straße wieder zu öffnen, die Marokko mit Mauretanien und dem Rest Westafrikas verbindet. Die Straße war von den Separatisten blockiert worden. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump erkannte die marokkanische Souveränität über das Gebiet an – im Gegenzug für die Normalisierung der Beziehungen Marokkos zu Israel. Auch interessant

– Ukraine-Krise – Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine
 

Bundestagswahlen
Parteienforscher Oskar Niedermayer: Jugend sollte nicht nur schimpfen, sondern zur Wahl gehen

Osnabrück. Im Vorfeld der Bundestagswahl wurde von Jüngeren wiederholt kritisiert, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten erheblich älter sei und somit die Interessen der Jugend unzureichend abgebildet würden. Parteienforscher Oskar Niedermayer konterte diese Kritik im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Ja, lieber Gott, das war schon immer so, dass die Quantitäten in einer Demokratie unterschiedlich ausfallen können.“ Der Politikwissenschaftler fügte hinzu: „Aber wenn die Jugend nun beklagt, dass die Älteren eine größere Rolle spielen, muss man gleichzeitig sehen, dass die geringste Wahlbeteiligung bei ebendiesen Jüngeren liegt. Die Jugend selbst könnte das ändern und sollte nicht nur schimpfen, sondern auch zur Wahl gehen.“ Niedermayer erwartet vor dem Hintergrund einer fragmentierteren Parteienlandschaft eine schwierige Regierungsbildung. Im Interview mit der NOZ sagte Niedermayer, angesichts einer möglichen Dreier-Konstellation über politische Lagergrenzen hinweg müsse man sich „auf längere und schwierigere Regierungsbildungen einstellen und möglicherweise auf eine geringere Stabilität der Koalitionen. Da kann eine Regierung schneller mal über eine Krise stürzen.“ Diese Entwicklung bedeute auch, dass Kompromisse nicht innerhalb der Parteien vorgefertigt würden, die dann einen großen Teil der Wählerschaft hinter sich versammelten, sondern zwischen Parteien. „Das ist schwieriger“, so der Politikwissenschaftler. Ein Vorteil vieler starker Parteien könne zwar seien, dass die Gesellschaft besser abgebildet würde. „Aber es geht bei den großen Herausforderungen eben nicht nur um die Repräsentation unterschiedlicher Interessen, sondern vor allem um deren Aggregation, die dann zu einem politischen Kompromiss und Handlungsauftrag führen soll.“    

Bundestagswahlen
Team Todenhöfer-NRW beendet Wahlkampf in Köln

Köln (nex24) – Der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Partei „Team Todenhöfer“ hat in Köln ihren Wahlkampf abgeschlossen. Mit dem Wahlslogan „Renten statt Raketen“ bauten Mitglieder des Landesverbandes der Partei am Freitag im Kölner Stadtteil Ehrenfeld einen Wahlkampfstand auf und verteilten Flugblätter. Die Parteifunktionäre kamen dabei mit vielen Menschen, vor allem mit Migrationsgeschichte, ins Gespräch und klärten die Wählerinnen und Wähler über die Standpunkte der jungen Partei auf. Zudem wurden die Menschen dazu aufgerufen, von ihrem demokratischen Recht der Stimmabgabe Gebrauch zu machen. Die Mitglieder der jungen Partei informierten die Bevölkerung außerdem über die Ziele der „Gerechtigkeitspartei“. Tolga Özgül, ein ehrenamtlicher Unterstützer, zeigte sich zufrieden über das Interesse der Menschen an der Partei Team Todenhöfer und sagte, dass er am Sonntagabend mit einem guten Wahlergebnis rechne. „Die Muslime in Deutschland insbesondere die türkische Community setzen großes Vertrauen und Hoffnung in Jürgen Todenhöfer und in das Team Todenhöfer. Wir Türkeistämmige sehnen uns nach einer Anerkennung der Türkischen Republik Nordzypern und der Normalisierung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei. Wir von der AYTB empfehlen der muslimischen und türkischen Community in Deutschland diesen Sonntag wählen zu gehen und ihre Zweitstimme Team Todenhöfer zu geben“, so Özgül, Vorsitzender des Kulturvereins AYTB (Kulturverein der Yörüken und Turkmenen in Europa) und aktiver Kommunalpolitiker in Köln. Anwesend war auch der Vorsitzende des Landesverbandes NRW Adnan Saidi. Die Partei werde sich für ein respektvolles Verhältnis zur Türkei, „deren Bedeutung als europäischer und mittelöstlicher Machtfaktor die Bundesregierung massiv unterschätze“, einsetzen. Für was steht Team Todenhöfer? Ziele der Partei sind unter anderem die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie ein Stopp von Waffenexporten in Krisenregionen, Bürokratieabbau (Wegfall eines Drittels aller Stellen im Öffentlichen Dienst), die Bekämpfung von Rassismus, eine Steuersenkung für die Mittelschicht, das Verbot von Großspenden an politische Parteien und der Massentierhaltung. Die Aufnahme von Geflüchteten solle begrenzt werden. Elektroautos werden als „Irrweg“ und „nette Lösung für wohlhabende Leute in Deutschland“ abgelehnt, stattdessen sollen Autos mit Grünem Wasserstoff angetrieben werden. Des Weiteren sollen jährlich eine Million neue Wohnungen gebaut und die Elternzeit auf drei Jahre verlängert werden. Durch den Bürokratieabbau im Umfang von 50 Milliarden Euro im Jahr wolle man erreichen, dass die Staatsschulden auch ohne Steuererhöhungen begrenzt werden können. Außerdem soll die Kirchensteuer abgeschafft werden. Die Partei lehnt weitere Lockdowns und weitgehende Schließungen ab und fordert stattdessen andere Lösungen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Partei­vorsitzender Jürgen Todenhöfer spricht sich zudem gegen den gesellschaftlichen Ausschluss Ungeimpfter aus. Aufgrund des Vorgehens der chinesischen Regierung gegenüber den Uiguren fordert die Partei einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. (Quelle)

Auch interessant

– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Bundestagswahlen
Kommentar: Team Todenhöfer – eine Alternative gegen die Weiter-so-Politik der etablierten Parteien

Ein Gastkommentar von Hakan Işık Gestern schrieb noch die schweizerische NZZ: „Jürgen Todenhofer und Mesut Özil: Hinter dem Horizont lauert die Leere“. Der Artikel ist die Fortführung der Denke der Artikel der BILD aus der letzten Woche. Diesmal jedoch aus der Feder einer substanzielleren Zeitung, der Kern des Artikels ist, dieser Politiker ist nie erwachsen geworden und weiss auch nicht, wer er ist, in diesem Drive gibt es editorisch noch en passant eine Schelte für Mesut Özil. „Hinter Team Todenhöfer lauert nicht die Leere sondern die Leere der deutschen Politik wird mit ihm gefüllt“ Warum diese Leere der deutschen Politik durch das Team Todenhöfer gefüllt wird, würde deutlich werden, wenn das hiesige politische System die Nähe ihrer Migranten suchen würde. Genau hier beginnt das Wirken Jürgen Todenhöfers. Tödenhöfer hat den Migranten, Deutschtürken und Deutschen zugehört, weil er zugehört hat, kennt er ihre Sorgen, Nöte und politischen Interessen. Der politische Ansatz des Team Todenhöfers ist nicht von oben herab. Nicht die Ideenwelt und die politischen Vorstellungen von „Wenigen“ werden zum Maßstab erklärt, sondern die politischen Interessen der „Vielen“ werden artikuliert. Wer genau diese „Vielen“ sind, wird sehr deutlich anhand der politischen Themen dieser Parteien der „Wenigen“. Wie diese Themen sich der „Vielen“ abgrenzen, sehen sie in dem Wesen der „Wenigen“, wie diese Themen der „Wenigen“ gelebt werden, sie beobachten seriell bei den bürgerlich-konservativen Grünen, wie sie ihr Biofleisch aus den Biomärkten schleppen und dazu einen Biowein kredenzen. Das ist auch nicht die ideologische Verteilungspolitik der Die Linken. Auch die Sternchen-Schreibweise löst ihre alltäglichen Probleme nicht, die viel beschworene eherne Migrationspolitik endet spätestens für sie in der realen Welt ihrer Bezirke und Kieze. Suchen sie gar eine neue Wohnung, ist ihre Chance als Deutscher und Neu-Deutscher mit dem nach dem Orient klingenden Namen eine weitere Bürde neben der horrenden Mieten. Die beiden klassischen Volksparteien erwidern auch nicht das Bedürfnis ihrer politischen und gesellschaftlichen Inhalte, das Aufstellen von türkisch klingenden Politikernamen zu Wahlzeiten bei der SPD hat nicht unweigerlich zu mehr Teilnahme und erfolgreicher Interessenvertretung geführt. Das Politisieren der Lehrerin mit Kopftuch beschreibt die Nicht-Akzeptanz ihrer kulturellen Werte, hier spüren sie bei der CDU den harten Gegenwind der politischen Ausgrenzung. Dies ist die Nichtvertretung ihrer Interessen und das nicht vertreten ihrer Bedürfnisse, innenpolitisch sind also diese arrivierten Parteien unempfänglich und haben kein Gehör für diese Bürger. Gewaltiger wird dieses Unterfangen außenpolitisch. Die arrivierten Parteien haben ihr politisches Konzept für die Betrachtung der Außenwelt unwiderruflich verfasst, außerhalb dieses Kanons gibt es keine Duldung. Erneut sind die „Vielen“ ausgegrenzt und haben sich den dogmatischen Betrachtungen zu fügen und das angebotene Politikmonopol zu perpetuieren, dadurch sehen sie aber jene Nicht-Lösung der bestehenden Konflikte. Allzuoft hören sie von den arrivierten Parteien Verallgemeinerungen, wie der Islam ist radikal, das ist keine Demokratie, eine Meinungsfreiheit gibt es nicht usw., jedoch trifft dies nicht immer zu, die Weltpolitik ist zu komplex im Geflecht der geopolitischen Interessenpolitik. Das Scheitern westlicher Politik ist aktuell am Beispiel Afghanistans ablesbar, eine aufgesetzte westliche Ideenpolitik misslang, weil der Westen den Dialog, das Gespräch und die Diplomatie nicht vorzog, um gemeinsam mit den Menschen dort die Lebensverhältnisse und politischen Verhältnisse friedlicher zu gestalten. „Wer den Dialog und das Gespräch sucht, hat bereits eine Alternative angeboten!“ Wer mit den Bad Boys der Weltpolitik geredet hat, steht fest. Gewiss ist das kontrovers und ein ungewöhnlicher Weg, erst dadurch wurde aber Jürgen Todenhöfer bewusst, warum die westliche Afghanistanpolitik scheitern musste und andere Konfliktherde weiter lodern. Ist das also verwerflich, wenn mit anderen friedlichen Mitteln die politische Ursachenforschung herangezogen wird? Diese Erfahrungsmatrix appliziert er in dieses hiesige politische System und das macht diese Partei interessant, jetzt für diese Bundestagswahl und für die zukünftige Politikprozesse. Die Einbindung von Ursachensuche, Dialog, Diplomatie und ja auch darauf zu setzen, die Jugend zu erreichen, ist ein genialer Schachzug, wenn gar Mesut Özil als Medium zur Kontaktaufnahme zu der jungen Generationen gewählt wird, heißt das, Chancen denen zu bieten, die von den arrivierten Parteien in ein politisches Abstell-Koordinatensystem geparkt wurden und passiv verharren sollen und nur noch als Zahlen von den alteingesessenen Parteien wahrgenommen werden. Während der Wahlzeit aber ihren Status als Zahlen verlieren und plötzlich zu Bürger mutieren, um rasch nach der Wahl erneut eine Zahl werden, solch eine Politik hilft nicht, sie verwaltet eher! Aktuell firmieren Zahlen zwischen 25-40 Prozent mit unentschlossenen Wählern, – die Politikverdrossenen sind nicht mal mehr auf der Agenda -, diese haben nunmehr die Chance ihre politische Interessen mit ihrer Stimme bei der Partei Team Todenhöfer Gehör zu verschaffen. Die Chance ist historisch und auch reif für eine Veränderung, um die notwendige Interessenpolitik direkt in den Bundestag zu tragen. Die vielen engagierten Wahlhelfer vor allem mit Migrationshintergrund zeigen, dass die Partizipation möglich und gewünscht ist, das Team Todenhöfer bietet nicht nur innerhalb der Partei die Möglichkeit am Mitwirken und Gestalten, durch einen Einzug in den Bundestag ergebe sich eine ganz neue Teilnahme an der Demokratie und eine direkte Interessenvertretung. Geh wählen und gestalte die Politik mit!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Auch interessant

– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner
 

Türkei
Konya: Katholischer US-Priester zum Islam konvertiert

Konya – Ismail Fenter war sein ganzes Leben lang auf der Suche nach einem Glauben, an den er sich halten kann. Seine Leidenschaft führte ihn nach Konya, der türkischen Provinz, in der der weltberühmte muslimische Mystiker Mevlana Jalaladdin Rumi lebte. Beeindruckt von den jahrhundertealten Lehren Rumis konvertierte Fenter, der als Craig Victor Fenter in North Carolina, USA, geboren wurde, zum Islam und zog vor kurzem nach Konya. „Ich wusste, das ist der Ort an dem ich sein sollte“, sagte er am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu vor dem Grab von Rumi, einem Wahrzeichen und beliebten Ziel für Anhänger des Mystikers. Fenter trägt das traditionelle Gewand der Derwische und betet zusammen mit Nadir Karnıbüyük oder „Nadir Dede“. Wie die englischsprachige Daily Sabah berichtet, wuchs Fenter in einer katholischen Familie in Los Angeles auf und arbeitete nach seinem Abschluss an einer katholischen Schule etwa ein Jahrzehnt lang als Priester. Später war er als Professor für Religionswissenschaften an mehreren Universitäten tätig. Trotz seines religiösen Hintergrunds habe er „in seinem Glauben eine Leere gespürt und sich auf die Suche“ gemacht, bevor er Esin Çelebi Bayru traf, einen Nachfahren von Rumi, der 2004 zu einer Veranstaltung in den Vereinigten Staaten weilte. Diese Begegnung diente ihm auch als erste Einführung in Rumi und den Islam, und ein Jahr später besuchte er zum ersten Mal Konya, wo er an den Şeb-i Arus (Hochzeitsnacht)-Zeremonien in der Provinz teilnahm, die den Tod oder vielmehr die „Wiedervereinigung“ des Mystikers mit seiner „Geliebten“ oder Allah markieren. Beeindruckt von der spirituellen Atmosphäre von Rumis Mystik und dem, was er bisher über den Islam und Rumi gelernt hatte, konvertierte Fenter 2006 zum Islam. Später schloss er sich dank Nadir Karnıbüyük, einem „Postnişin“ oder Scheich des Mevlevi-Ordens, voll und ganz dem Weg von Rumi an. Vor zwei Monaten zog er nach Konya, um näher bei Rumi und seinem Orden zu sein.
(Screenshot/AA)
„Ich bin als guter Christ aufgewachsen, in einer Familie, die der Religion große Bedeutung beimisst, und habe nie den Sonntagsgottesdienst geschwänzt. Auf Wunsch meiner Großmutter besuchte ich eine katholische Schule und wurde geweiht. Ich wurde immer über Gott und Jesus unterrichtet, und nichts von dem, was ich lernte, ergab Sinn. Ich glaubte an die Existenz Gottes, aber irgendetwas war falsch. Ich unterrichtete Religion, aber was ich lehrte, ergab keinen Sinn. Ich verbrachte die meiste Zeit meines Lebens auf der Suche. Als ich das, was ich lehrte, zu sehr in Frage stellte, beschloss ich, das Unterrichten von Religion aufzugeben. Stattdessen wandte ich mich der Musik zu, aber mein Herz war immer noch leer“, so Fenter, der auch an mehreren Musicals mitwirkte. Dann traf er Esin Çelebi in einem Haus, in dem sich Sufi-Anhänger der Lehren Rumis versammelten. „Wir sprachen durch einen Dolmetscher, und mir gefiel, was sie erklärte. Ich sagte ihr, dass ich mich wie auf dem Grund eines Ozeans fühlte, aber den Schatz, den ich suchte, nicht finden konnte. Sie sagte mir, dass ich ihn gefunden habe und lud mich nach Konya ein“, erinnert er sich. Er spürte zum ersten Mal, dass etwas „Besonderes“ in ihm aufstieg, als er die wirbelnden Derwische beobachtete. Ein Besuch des Mevlana-Museums, in dem Rumi ruht, in Begleitung von Nadir Karnıbüyük, verstärkte seine Neigung noch. „Er nahm mich mit zum niyaz (Bittsteller)-Fenster (wo die Menschen Gebete rezitieren) und erklärte mir, wie man betet. Ich sah ihm beim Beten zu und er sagte, ich solle mich ihm anschließen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber ich begann zu beten, so gut ich konnte. Dann geschah etwas. Ich hatte das Gefühl, als würde mein Herz zerspringen, und war verblüfft. Ich fing an zu weinen. Ich wiederholte die Gebete wieder und wieder und weinte stundenlang. Ich hatte das Gefühl, dass Rumi mich rief“, erinnerte er sich. Fenter kannte kein einziges Wort Türkisch und nahm alle Gebete, die Nadir rezitierte, mit einem Diktiergerät auf. „Ich wusste nicht, was er sagte, aber irgendwie habe ich sie verstanden. Es war, als würden zwei Herzen miteinander sprechen. Ich lernte auch, dass der Weg von Rumi der Weg des Islam ist und konvertierte später zum Islam“, sagte er. Zu seinem Umzug nach Konya sagte Fenter, er sei seit 2005 jedes Jahr in der Stadt gewesen, und „um mehr über Rumi zu erfahren“, habe er beschlossen, dorthin zu ziehen. „Ein junger Derwisch fragte mich einmal nach meiner Familie und ich erzählte ihm, dass meine Eltern gestorben sind. Er sagte mir, sie seien jetzt meine Familie. Das war eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinem Leben gehört habe“, sagte er.

Auch intressant

– Türkische TV-Serien – US-Frau beeinflusst von türkischer TV-Serie „Dirilis Ertugrul“ konvertiert zum Islam

Die beliebte türkische Historie-Serie Dirilis Ertugrul (Auferstehung Ertugrul) wurde bislang in 60 Länder exportiert. Beeinflusst von der Serie ist eine US-Amerikanerin aus Wisconsin sogar zum Islam konvertiert.

US-Frau beeinflusst von türkischer TV-Serie „Dirilis Ertugrul“ konvertiert zum Islam

Bundestagswahlen
Bundestagswahl 2021: Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr

Wiesbaden – Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am Sonntag, dem 26. September 2021, wird der Bundeswahlleiter am Nachmittag den „Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr“ bekannt geben. In der Wahlnacht erfolgt außerdem die Verkündung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses. „Der Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr wird auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt und bezieht sich ausschließlich auf die Stimmabgabe vor Ort am Wahlsonntag“, so Bundeswahlleiter Georg Thiel. Das Ergebnis zur Wahlbeteiligung wird voraussichtlich gegen 15:30 Uhr vorliegen und vom Bundeswahlleiter in einer Pressemitteilung veröffentlicht und im Reichstagsgebäude bekannt gegeben. Die abgegebenen Stimmen der Briefwählerinnen und Briefwähler sind hierbei nicht berücksichtigt. Soweit Medien am Wahltag Ergebnisse nach 18:00 Uhr, aber vor Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses durch den Bundeswahlleiter, veröffentlichen, handelt es sich um Prognosen und Hochrechnungen durch private Wahlforschungsinstitute. Grundlage für Prognosen um 18 Uhr sind Wählerbefragungen durch die Wahlforschungsinstitute nach der Stimmabgabe. Hochrechnungen basieren auf den Ergebnissen der öffentlichen Stimmenauszählung in Wahlbezirken.

Auch interessant

– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Bundestagswahlen
DITIB ruft zur aktiven Wahlbeteiligung auf

Bundestagswahl 2021: Demokratie lebt von Beteiligung Köln – Zu der bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September ruft die DITIB alle Wahlberechtigten zur aktiven Wahlbeteiligung auf. „Denn Demokratie lebt von der Beteiligung Aller. Dies gilt für die gesellschaftliche Teilhabe genauso wie für die politische Partizipation, um die pluralistische, freiheitlich-demokratische Grundordnung zu stärken“, so die DITIB in einer Mitteilung am Donnerstag. Politische und gesellschaftliche Verantwortung könne man auf verschiedenen Wegen übernehmen. Neben dem ehrenamtlichen Engagement, sei auch die Beteiligung an den Wahlen für die wahlberechtigten Muslime eine Verbindlichkeit, um für gesellschaftliche Probleme Lösungen herbeizuführen.
„Wir rufen daher alle Vorstände unserer Gemeinden auf, ihre Mitglieder zu motivieren, ihre Rechte und Pflichten als wahlberechtigte Bürger wahrzunehmen. Denn nur so wird man verantwortungsbewusster Teil einer Gesellschaft. Auch wenn in den Wahlprogrammen die Bedürfnisse von Muslimen oder auch Migranten kaum Niederschlag finden, sind Themen wie etwa Muslimfeindlichkeit, Übergriffe auf Migranten, Muslime und Moscheen und Chancengleichheit für Migranten und Muslimen auf den Bildungs- und Arbeitsmarkt nach wie vor akut“.
Muslime und Migranten jedoch unter ausschließlich sicherheitsrelevanten Fragen zu diskutieren, schade ihrer eigenen Selbstwahrnehmung, ihrer Fremdwahrnehmung und dem Gemeinwohl. Gerade die diesjährigen Jubiläen von 60 Jahre Anwerbeabkommen und 25 Jahre „Tag der offenen Moschee“ (TOM) zeugten vom positiven gesellschaftlichen Zusammenleben und Zusammenwachsen, so die DITIB weiter. Muslime und Migranten seien längst selbstverständlicher Teil Deutschlands und ihre Wahlberechtigung ein Ausdruck dessen. „So ist die Zukunft Deutschlands auch unsere Zukunft“.

Auch interessant

– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“.

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner
   

Bundestagswahlen
Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Fragen an den Spitzenkandidaten der Partei „Team Todenhöfer“ Es ist nicht der erste Wahlkampf von Jürgen Todenhöfer. Der 80-jährige Jurist und Autor bringt politische und parlamentarische Erfahrung mit. Zwischen 1972 bis 1990 war Todenhöfer Abgeordneter der CDU im Bundestag. 2020 kehrte er der Partei nach einem halben Jahrhundert Mitgliedschaft den Rücken. Mit seiner neuen Partei „Team Todenhöfer“ tritt er zur Bundestagswahl an. Wir haben mit ihm gesprochen. Sehr geehrter Herr Todenhöfer, wie bewerten Sie den bisherigen Verlauf des Wahlkampfs in Deutschland? Der Wahlkampf bestätigt uns eigentlich täglich in dem, was wir bereits zum Zeitpunkt unserer Parteigründung gesagt haben: Diese Regierung muss weg. Damit meinen wir wirklich alle, die zur katastrohpalen Situation unseres Landes in den letzten Jahren beigetragen haben. Die Kanzlerkandidaten sind drittklassig. Das beweisen sie immer wieder in den Triellen. Davon abgesehen wird in den Triellen der Fokus auf drei Parteien gelegt, die, wenn man es genau nimmt, nicht mal die Hälfte der Bevölkerung hinter sich haben. Das ist ein verzerrtes Bild, das den Wählerinnen und Wählern aufgezeigt wird. Vor allem bei diesem Wahlkampf wäre es fair und richtig gewesen, auch andere Parteien einzubeziehen. Wie läuft der Wahlkampf für die Gerechtigkeitspartei? Was haben Sie in den letzten Wochen und Monaten für unvergessliche Eindrücke erlebt? Wir haben immer wieder Erfolge gefeiert: zuerst die Gründung der Partei, dann die Anerkennung als Partei und letztendlich die Zulassung zur Bundestagswahl 2021 in 15 von 16 Bundesländern. Unser Wahlkampf motiviert uns ungemein. Besonders geprägt hat mich mein Besuch in Hanau, der am emotionalsten war. Wir müssen viel konsequenter gegen diesen Hass vorgehen, bevor es zu spät ist. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen. Wir kriegen enorm viel Zuspruch von den Wählerinnen und Wählern. Nicht nur auf unseren Kundgebungen, die im Rahmen unserer Wahlkampftour seit April dieses Jahres stattfinden. Auch auf der Straße, beim Straßenwahlkampf und beim Anbringen unserer Wahlkampfplakate, bekommen wir viel Zuspruch für unsere Partei und für das, wofür diese Partei steht. Unsere Wahlkampfkundgebungen, für die wir in mehrere Städte Deutschlands gefahren sind, haben immer wieder mehrere hundert Bürger*innen angezogen – mehr als bei den Kundgebungen der Grünen und Co. Der Wahlkampf zeigt aber auch, wie schwierig es neuen/kleineren Parteien gemacht wird. Die Presse beachtet uns kaum und auf Facebook und Co. wird die Reichweite unserer Beiträge immer wieder eingeschränkt, so dass bestimmte Beiträge nur wenigen angezeigt werden.
Todenhöfer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Frankfurt am Main am 12.Juni 2021 (Foto: Sandra Feige)
Ihren Wahlkampfschwerpunkt haben Sie auf Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gelegt. Marginalisieren Sie Ihre Partei damit nicht? Unseren Schwerpunkt haben wir auf diese beiden Bundesländer gelegt, weil dort zum einen die meisten unserer Mitglieder herkommen und diese – wie auch Bayern – die bevölkerungsreichsten Bundesländer sind. Das heißt aber nicht, dass wir andere Bundesländer und Regionen vernachlässigt haben. Während unserer Wahlkampftour waren wir in ganz Deutschland unterwegs. Berlin, München, Frankfurt, Dresden, Hannover, Hamburg, Bremen, Schwerin und andere Städte haben wir ebenfalls besucht und es waren jedes Mal unglaubliche Erfahrungen. Wir sind bundesweit sehr gut aufgestellt, haben in allen Bundesländern Landesverbände gründen können und sind in 15 von 16 Bundesländern mit einer Landesliste vertreten. Auf Ihrer Internetseite weisen Sie auf eine demoskopische Untersuchung hin: Eine repräsentative INSA-Umfrage mit 10.000 Wahlberechtigten habe kürzlich ergeben, dass neun Prozent der Befragten sich vorstellen können, die Gerechtigkeitspartei bei der Bundestagswahl mit der Zweitstimme zu wählen – obwohl lediglich 30% der Befragten die Partei zum Zeitpunkt der Befragung überhaupt kannten. Wieviel Prozent trauen Sie Ihrer Partei am Abend des 26. September objektiv und realistisch zu? Diese Umfrage hat vor dem Beginn unserer Plakataktionen stattgefunden. Um zu überprüfen, wie sich unsere Plakate auf die Bekanntheitswerte unserer Partei auswirken, haben wir eine weitere Umfrage im September in Auftrag gegeben. Zwar mit weniger Befragten, aber das Ergebnis ist dennoch bemerkenswert. Kannten uns zu unserer ersten Umfrage lediglich 30%, waren es bei der zweiten Umfrage bereits 42%. 12% der befragten Wahlberechtigten konnten sich grundsätzlich vorstellen, unsere Partei zu wählen. Schaut man sich die aktuellen Prognosen an, liegen die nicht-etablierten Parteien zwischen 8 und 11 Prozent. Das sieht also alles sehr vielversprechend aus. Viele Menschen sehen zwischen den „Parteien der Mitte“ kaum noch Unterschiede. Können Sie bitte kurz auf die Hauptunterschiede zwischen der Partei „Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei“ und den etablierten Parteien hinweisen? Der Hauptunterschied ist erstmal der, dass wir als nicht-etablierte Partei noch wissen, was die Menschen in diesem Land wirklich beschäftigt und wo die wirklichen Probleme liegen. Der überwiegende Teil unserer Landeslistenkandidat*innen ist jung und weiblich. Diese Menschen wollen wir im Bundestag sehen. Die etablierten Parteien wissen schon lange nicht mehr, was die Menschen da draußen wirklich bewegt und wo sie sich Veränderungen wünschen. Die Politikerinnen und Politiker sitzen meist seit vielen Jahren im Bundestag und wissen nicht mehr was es heißt, einem normalen Beruf nachzugehen und welche Schwierigkeiten und Herausforderungen damit verbunden sind. Es geht ihnen vielmehr darum, ihre eigene Karriere in Schwung zu halten, als dass sie für das Volk da sind. Genau das wollen wir verändern. Indem wir dieses Problem an der Wurzel anpacken und uns dafür einsetzen, dass Politiker*innen nur noch zwei Legislaturperioden in ihrem Amt bleiben dürfen. Wieso sollten die Menschen Jürgen Todenhöfer und sein Team wählen? Weil wir konsequent gegen Krieg sind. Wir dürfen bei diesem Irrsinn nicht mehr mitmachen. Die Anti-Terror-Kriege des Westens sind alle gescheitert. Weil wir alle gesehen haben, dass es mit den etablierten Parteien nichts wird. Sie haben uns gezeigt, wie sie mit Krisen umgehen können. Nämlich gar nicht. Wenn uns Corona eins gelehrt hat, dann doch, dass diese Regierung endlich ersetzt werden muss. Durch eine junge, weibliche, dynamische Partei, die diese Gesellschaft genauso widerspiegelt, wie sie ist: nämlich bunt. Die Mitglieder unserer Partei sind überdurchschnittlich motiviert. Sie wollen dieses Land voranbringen. Sie wollen anpacken. Das brauchen wir jetzt. Wir können uns nicht zurücklehnen und hoffen, dass die etablierten Parteien das schon für uns regeln. Sie hatten genug Zeit dafür. Der Wechsel muss jetzt stattfinden. Für den Klimawandel, aber auch für all die Bewältigung der Probleme, die durch die katastrophale Corona-Politik dieser Bundesregierung entstanden sind und uns noch erwarten. Unser Parteiprogramm bietet richtige Lösungen für die wirklichen Probleme dieses Landes. Bspw. beim Thema Klimawandel. Der Schwerpunkt der Grünen und ihr Lösungsansatz hierfür ist eine Marketinglüge: Das Elektroauto. Wer kann sich ein Elektroauto leisten? 90% der Weltbevölkerung jedenfalls nicht. Wir bauen auf grünen Wasserstoff als klimaneutralen Treibstoff. Auf das Thema Rassismus haben wir einen Schwerpunkt gelegt. Wir wollen jede Art von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus härter bekämpfen. Wir müssen das als Gesellschaft ernst nehmen und alles dafür tun, dass so etwas wie Hanau oder Halle nicht noch einmal passiert.
(Foto: Sandra Feige)
Erstmals könnte in der Geschichte der Bundesrepublik eine Koalition aus drei Parteien die Regierung bilden. Falls Sie die Fünf-Prozent-Hürde überqueren sollten, haben Sie dann eine Priorität, mit wem Sie gerne mitregieren würden? Mit welchen Parteien besitzen Sie derzeit die größten Schnittmengen? Wir sind anders als die anderen Parteien. Wir habe viele Alleinstellungsmerkmale. Wir wollen den anderen Politikertyp der anderen Parteien abschaffen. Es gibt für uns einige Themen, die nicht verhandelbar sind. Deutsche Kriegseinsätze, die nicht unserer Verteidigung dienen beispielsweise. Mit rassistischen Parteien würden wir niemals zusammenarbeiten. Weder mit der AfD, noch mit der NPD oder anderen rechten Parteien. Wie sehen Sie die Zukunft der Europäischen Union? Gibt es eine Notwendigkeit für Reformen in der EU-Politik? Falls ja, welche? Kann die EU noch weitere Mitgliedsstaaten verkraften oder überdehnt sie sich damit etwa? Wir treten für ein starkes Europa als Region stabilen Friedens ein. Wir stehen zu 100 Prozent hinter Europa. Wir sagen aber auch, dass Deutschland eine führende Rolle in Europa spielen sollte – auch als Vermittler. Der wachsende Populismus und Nationalismus bereitet uns als Gesellschaft seit Jahrzehnten Sorgen. Auch auf europäischer Ebene gab es in den letzten Jahren immer mehr Regierungen mit einer rechtspopulistischen Regierungsbeteiligung. Wie ernst ist die Gefahr, dass sich diese Bewegungen in Europa durchsetzen? Was kann man dagegen tun? Parteien wie unsere wählen! Parteien, die sich konsequent gegen Fremdenhass und die Spaltung unserer Gesellschaft stellen. Die Gefahr ist real. Weil die etablierten Parteien vielerorts schon so lange versagt haben und die Menschen sich von ihnen nicht repräsentiert fühlen. Ist die AfD in Ihren Augen eine extremistische Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte oder ist sie eher eine bürgerlich-konservative Partei, wie manche „Politiker der Mitte“ und Medien stets behaupten? Die AfD ist ganz klar verfassungswidrig und sollte deshalb auch verboten werden. Aufgrund unserer Geschichte sollten wir menschenverachtenden Aussagen nicht auch noch eine Bühne im Bundestag bieten. Wenn wir es in den Bundestag schaffen, werden wir uns für ein Verbot dieser menschenverachtenden Partei einsetzen. Sowohl Angela Merkel aber auch Horst Seehofer hatten Multikulturalismus für „gescheitert“ und „tot“ erklärt. Schließen Sie sich dieser Meinung an? Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht? Multikulti ist Realität und es liegt an uns, etwas daraus zu machen. Integration ist keine Einbahnstraße und wir können alle voreinander lernen. Deutschland ist bunt und darauf sollten wir stolz sein. Wie sieht Ihre zukünftige Türkei-Politik aus? Sind Korrekturen im Vergleich zu Angela Merkel zu erwarten oder werden Sie die pragmatische Politik der Bundeskanzlerin fortführen? Wir sollten mit der Dauerkonfrontation, die diese Regierung gepflegt hat, aufhören. Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln. Wir sind für eine strategische Partnerschaft mit der Türkei. Welche Fehler haben die NATO und Deutschland in Afghanistan gemacht und welche Lösungsvorschläge haben Sie für die Situation dort? Der Afghanistan-Krieg war von Anfang an falsch. Ich habe schon vor dem Krieg vor den Konsequenzen gewarnt. Die NATO hat dort alles falsch gemacht, weil die das Land, die Kultur und die Menschen nicht kannte und ihnen gegenüber ignorant war. Afghanistan kann man nicht besetzen und besiegen. Die Verhandlungen mit den Taliban hätte man auch von Anfang an führen können. Stattdessen wurden fast zwei Jahrzehnte Krieg geführt und über die wahren Ergebnisse gelogen. Wem es wirklich um Menschenrechte geht, der muss auch jetzt – besonders jetzt – mit den Taliban verhandeln. Leider verstehen das die meisten Politiker immer noch nicht. Sie sagen also, dass man die Taliban als Gesprächspartner akzeptieren sollte? Wir ziehen Diplomatie immer dem Krieg vor. Das Krieg eigentlich nie eine Lösung ist, hat uns doch Afghanistan ganz deutlich vor Augen geführt. Wir müssen anfangen, auf zähe Diplomatie zu setzen. Ja, das ist oft anstrengender, als einfach ein Land einzunehmen. Aber es lohnt sich am Ende. Das heißt auch, dass man sich nicht aussuchen kann, mit wem man reden will. Reden müssen wir doch gerade mit unseren Feinden und nicht nur mit unseren Freunden. Deshalb sagen wir, dass wir Gesprächen mit der Taliban eine Chance geben sollten. Wie sieht Ihr Lösungsvorschlag für die verfahrene Situation in Israel und Palästina aus? Gibt es überhaupt eine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden dort? Ich glaube, der wichtigste Schritt in Richtung Frieden ist erstmal der, die Palästinenser nicht wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich frei entfalten zu können. In Gaza fehlt es an allem. Auch hier ist Diplomatie ausschlaggebend. Anders werden wir dort nichts erreichen. Es muss Eingeständnisse von beiden Seiten geben. Wir glauben an einen Frieden, allerdings müssen hierfür erstmal die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Yasin Baş  

Auch interessant

– Bundestagswahlen – Team Todenhöfer erreicht bei Umfragen bereits 9 Prozent

Die erst im November vergangenen Jahres gegründete Partei des ehemaligen CDU-Abgeordneten Jürgen Todenhöfer erreicht bei repräsentativen Umfragen bereits fast neun Prozent. Todenhöfer saß schon von 1972 bis 1990 für die CDU im Deutschen Bundestag.

Team Todenhöfer erreicht bei Umfragen bereits 9 Prozent