Westjordanland
Bericht: Israel nutzt sexuelle Gewalt zur Vertreibung

Jerusalem – Menschenrechts- und Rechtsexperten werfen israelischen Soldaten und Siedlern vor, geschlechtsspezifische Gewalt und sexuelle Übergriffe gezielt einzusetzen, um Palästinenser aus ihren Häusern im besetzten Westjordanland zu vertreiben.

Dies geht aus einem Bericht des West Bank Protection Consortium hervor, über den The Guardian unter Berufung auf die internationale humanitäre Organisationen berichtet:

Betroffene palästinensische Frauen, Männer und Kinder berichten laut dem Konsortium von Angriffen, erzwungener Nacktheit, invasiven Körperhöhlenuntersuchungen sowie Drohungen mit sexueller Gewalt.

In den letzten drei Jahren wurden 16 Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt dokumentiert, wobei Experten von einer hohen Dunkelziffer aufgrund von Scham und Stigmatisierung ausgehen. Laut dem Bericht wird diese Gewalt strategisch genutzt, um Gemeinschaften unter Druck zu setzen und tägliche Lebensmuster zu verändern.

Besonders drastisch schildert das Konsortium, dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder für viele Haushalte der Ausschlaggeber für eine Flucht sei. Mehr als zwei Drittel der befragten Haushalte gaben an, dass sexuelle Belästigung von Mädchen der Moment war, in dem die Angst unerträglich wurde. In der Folge verlassen Mädchen die Schule oder werden von ihren Eltern frühverheiratet, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen.

Ein dokumentierter Fall beschreibt eine Frau, die von Soldatinnen und Siedlern in ihrem Haus zu einer schmerzhaften internen Untersuchung gezwungen wurde. Auch Männer und Jungen sind Ziele: Im März sollen Siedler im Jordantal einen 29-Jährigen vor den Augen seiner Gemeinde misshandelt und sexuell gedemütigt haben.

Das Ramallah-basierte Women’s Centre for Legal Aid and Counselling (WCLAC) sowie Physicians for Human Rights – Israel bestätigen laut The Guardian diese Muster und verweisen auf eine Kultur der Straflosigkeit. Milena Ansari von Physicians for Human Rights kritisierte, dass ausbleibende Strafverfolgungen, wie im Fall der Misshandlungen im Sde Teiman Zentrum, ein fatales Signal senden würden.

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– Luxemburg –
Spanien: Israel sollte wie Russland behandelt werden Spaniens Außenminister fordert in Luxemburg EU-Sanktionen gegen Israel und mahnt: Die EU muss gegenüber Israel dieselben Maßstäbe anlegen wie gegen Russland

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Bundeswehr-Strategie
Deutschland soll stärkste Armee in Europa bekommen

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Berlin – Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine umfassende Strategie für den künftigen Kurs der Bundeswehr vorgelegt. „Die Welt ist gefährlicher geworden“, erklärte der SPD-Politiker zu Beginn einer Pressekonferenz in Berlin, bei der er die erste „Gesamtkonzeption militärische Verteidigung“ sowie eine neue Reservestrategie vorstellte. Das Ziel ist ehrgeizig: „Wir entwickeln die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee Europas.“

Kurzfristig solle die Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit erhöht werden, mittelfristig strebe man einen deutlichen Fähigkeitszuwachs an, und langfristig solle technologische Überlegenheit hergestellt werden. Mindestens 460.000 Soldaten sollen sich gemeinsam mit Verbündeten einer möglichen Aggression Russlands entgegenstellen können.

Russland als Hauptbedrohung

Pistorius warnte eindringlich vor der wachsenden Bedrohung durch Russland. Putin bereite sich durch massive Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor und betrachte den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung seiner Interessen. Russland setze dabei gezielt auch auf hybride Mittel — Spionage, Sabotageakte, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen seien keine Randphänomene mehr, sondern zur Daueraufgabe geworden.

Schwerpunkt der Militärstrategie ist es, Bedrohungen aus Russland zu begegnen. Das Land bewerte den Westen grundsätzlich als feindlich und stelle den Beitritt demokratischer Staaten zur NATO als Einkreisung dar. Eine Umkehr dieser Entwicklung sei für Moskau zentrales Ziel.

Dazu wolle Russland den Zusammenhalt im Bündnis schwächen und eine Entkopplung der USA von Europa erreichen — mit dem Ziel eines Scheiterns der NATO und der Ausweitung der russischen Einflusssphäre in Europa. „Russland schafft die Voraussetzungen für einen militärischen Angriff auf NATO-Staaten“, heißt es in einem Dokument zur Militärstrategie.

Generalinspekteur Breuer: „Es war noch nie so ernst“

Generalinspekteur General Carsten Breuer, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, unterstreicht die Dringlichkeit der neuen Strategie mit deutlichen Worten: „Es war noch nie so ernst“, so Breuer gegenüber Nachgefragt.  Die Gesamtkonzeption übersetzt erstmals die politischen Vorgaben der Nationalen Sicherheitsstrategie in eine konkrete militärische Handlungslogik — bestehend aus einer Militärstrategie und einem Fähigkeitsprofil.

Bisher, so Breuer, habe sich die Bundeswehr schwer damit getan, sicherheitspolitische Ziele klar zu definieren und die dafür notwendigen Mittel zu benennen. „Die Antwort darauf gibt die Militärstrategie — und die Antwort auf die Mittel dazu gibt das Fähigkeitsprofil“, erklärte der General.Russland rüste in einem Tempo auf, das er in seiner gesamten Dienstzeit nicht erlebt habe.

Die Bundeswehr gehe davon aus, dass Russland ab 2029 in der Lage sein könnte, einen großangelegten Angriff gegen NATO-Gebiet zu führen. „Ich sage nicht, dass das automatisch passieren wird, ganz bestimmt nicht. Aber die Möglichkeit dazu besteht. Und genau darauf müssen wir uns vorbereiten“, so Breuer.

Drohnen, KI und Präzisionsschläge als Prioritäten

Die Kämpfe in der Ukraine würden zeigen, auf welches Kriegsbild die Bundeswehr sich einstellen müsse. Besonders die technologischen Entwicklungen beim Thema Drohnen seien wegweisend. Künftige Konflikte würden durch große Datenmengen und deren Beherrschung bestimmt — Künstliche Intelligenz werde dabei eine immer größere Rolle spielen.

Daraus ergäben sich konkrete Prioritäten: Die Bundeswehr müsse die Luftverteidigung deutlich ausbauen und die Fähigkeiten zu sogenannten Precision Strikes — also der punktgenauen Bekämpfung von Zielen — erweitern. „Wir gucken nicht nur darauf, wie würden wir heute kämpfen, wenn wir uns heute verteidigen müssten. Wir gucken auch darauf, wie soll es 2039 und dann weiter aussehen“, erklärte Breuer.

Drei Zeithorizonte

Breuer beschreibt drei Zeitebenen, auf die sich die Bundeswehr gleichzeitig vorbereite. Erstens müsse die Bundeswehr schon heute verteidigungsfähig sein — „fight tonight“, wie er es nennt. Zweitens müsse die Truppe bis 2029 so aufgewachsen sein, dass sie einem großangelegten Angriff standhalten könne. Und drittens blicke die Strategie auf das Jahr 2039 — auf eine technologisch überlegene Bundeswehr, die nicht nur verteidigen, sondern dauerhaft abschrecken könne.

Deutschlands Rolle im Bündnis

Im NATO Military Committee werde er regelmäßig auf Deutschlands Verantwortung angesprochen, berichtet Breuer: „Ihr in Deutschland müsst als größte Volkswirtschaft anders Verantwortung übernehmen. Wenn ihr es nicht tut, wer kann es dann tun?“

Ein konkretes Beispiel für diese neue Verantwortung sei die dauerhafte Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen — das erste Mal, dass die Bundeswehr eine vollständige Brigade dauerhaft außerhalb der eigenen Landesgrenzen stationiert.

Für Breuer ist das ein „Leuchtturm“: Man zeige den Bündnispartnern, dass man Schulter an Schulter zusammenstehe, und sende gleichzeitig ein klares Signal in Richtung Russland.
Das als Antwort auf die veränderte Sicherheitslage verfasste Konzept ist in seinen Details als geheim eingestuft.

Zur Person: General Carsten Breuer

General Carsten Breuer ist seit dem 17. März 2023 der 17. Generalinspekteur der Bundeswehr. Der 61-Jährige trat 1984 in die Bundeswehr ein und diente zunächst bei der Heeresflugabwehr. Es folgten mehrere Stabsverwendungen im Verteidigungsministerium und bei der NATO.

Breuer war verantwortlich für das Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr, leitete vier Jahre das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr und führte den Corona-Krisenstab der Bundesregierung. Vor seiner Ernennung zum Generalinspekteur war er ab September 2022 Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr.


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Money Laundering Claims
Court bans Deutsche Welle claims against Abramovich

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Hamburg – The Hamburg Regional Court has issued a preliminary injunction against Deutsche Welle (Case No. 324 O 117/26), prohibiting the public-service international broadcaster from publishing or repeating claims suggesting that Russian businessman Roman Abramovich was involved in money laundering activities. Furthermore, the court prohibited Deutsche Welle from using a photo of Abramovich in connection with these allegations.

Background: Unsubstantiated rumor as a basis

The trigger was an article by Deutsche Welle dated January 28, 2026, titled „Money Laundering Investigation: Raid at Deutsche Bank.“

In it, the broadcaster created the impression that Abramovich could be linked to suspected money laundering in connection with a search of Deutsche Bank’s business premises by the Frankfurt Public Prosecutor’s Office and the Federal Criminal Police Office (BKA).

However, the underlying claim was based on an unsubstantiated rumor published by a German newspaper and subsequently picked up and disseminated by other media outlets without verification. Shortly after the search, the Frankfurt Public Prosecutor’s Office had already confirmed that Abramovich was not an accused party in these proceedings and that no charges were being brought against him in this matter.

Court: Personal rights violated

In its decision, the Hamburg Regional Court determined that Deutsche Welle had violated Roman Abramovich’s personal rights. The court concluded that „the requirements for permissible reporting on suspicion were not met.“

In addition, Deutsche Welle failed to confront Abramovich with the allegations prior to publication and give him the opportunity to comment — a fundamental requirement for permissible reporting on suspicion according to established German case law.

The preliminary injunction prohibits Deutsche Welle from publishing or distributing the contested statements and from using the image of Abramovich in connection with such allegations. In the event of violations, a fine of up to 250,000 euros per violation or, alternatively, detention of up to six months for the responsible executive bodies may be imposed. The costs of the proceedings were imposed on Deutsche Welle.

Lawyer: „Disturbing chain of journalistic failure“

Hamburg lawyer Joachim Nikolaus Steinhöfel, representing Abramovich, commented sharply on the decision:

„This decision reveals a disturbing chain of journalistic failure. A single newspaper put a rumor into the world, other media outlets spread it further without verification, and Deutsche Welle — the federally funded international broadcaster of the German government — failed the most elementary standard of journalistic diligence: asking the person concerned for a statement before accusing them of a serious criminal offense. When a station financed by tax money does not even comply with standards that every journalism student learns in their first year, one has to ask what German taxpayers are actually paying for here.“

Other media outlets have already conceded

Deutsche Welle is not the only broadcaster facing legal consequences in this matter. In addition to the injunction against Deutsche Welle, there is an acknowledgment judgment issued in summary proceedings before the Hamburg Regional Court against ORF (Austrian Broadcasting Corporation).

Furthermore, NDR (for tagesschau.de) and BR have issued cease-and-desist declarations. Parallel to this, Abramovich is pursuing further proceedings against the German Press Agency (dpa). An appeal by Deutsche Welle against the decision is possible.

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– USA –
Rachel Corrie’s Mother Calls for Arms Embargo Against Israel

Cindy Corrie, mother of Rachel Corrie killed in Gaza in 2003, calls for an arms embargo against Israel and backs Sanders‘ Senate push to ban bulldozer transfers.

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Luxemburg
Spanien: Israel sollte wie Russland behandelt werden

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Luxemburg – Minister aus Spanien, Belgien und Irland haben die Angriffe Israels auf den Libanon und das harten Vorgehen gegen palästinensische Rechte vehement verurteilt, während ein bevorstehender Regierungswechsel in Ungarn die Aussicht auf EU-Sanktionen gegen den jüdischen Staat erhöht.

Bei einer Rede vor einem Treffen der Außenminister in Luxemburg am Dienstagmorgen sagte der spanische Außenminister José Manuel Albares – dessen Regierung einer der lautstärksten Kritiker des US-israelischen Krieges gegen den Iran ist –, dass der Block riskiere, seine „Glaubwürdigkeit“ zu verlieren, wenn er es versäume, Strafmaßnahmen gegen Israel zu verhängen.
 
„Wenn wir heute nicht in der Lage sind, Israel zu sagen, dass die Achtung der Menschenrechte, die Einhaltung des Völkerrechts, das Führen von Krieg nicht als einziges außenpolitisches Instrument und die Akzeptanz, dass es einen anderen Weg geben muss, mit seinen Nachbarn in Beziehung zu treten … als nur Krieg zu führen, dann werden wir unsere Glaubwürdigkeit verlieren“, sagte Albares.
 
„Wir müssen dasselbe sagen, was wir zu Russland in Bezug auf die Ukraine sagen, und was wir in anderen Szenarien sagen“, fügte er hinzu.

„Völlig inakzeptabel“

Albares’ Äußerungen wurden von Maxime Prévot, dem belgischen Außenminister, aufgegriffen, der Israels „Haltung“ gegenüber dem Libanon als „völlig inakzeptabel“ verurteilte – obwohl er auch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Milizgruppe verurteilte, weil sie „den Libanon in einen Krieg hineingezogen hat, den er nicht wollte“.

„Israels unverhältnismäßige und wahllose Reaktion ist völlig problematisch und verwerflich“, sagte Prévot und fügte hinzu, dass er am ‚Schwarzen Mittwoch‘, dem 8. April, in Beirut war, als Israel mehr als einhundert Angriffe im gesamten Libanon startete, bei denen mehr als 300 Menschen getötet wurden.
 
Helen McEntee, Irlands Außenministerin, führte Israels jüngste Einführung der Todesstrafe für Palästinenser, Beschränkungen für Hilfsgüter nach Gaza und den Ausbau der Siedlungsaktivitäten im besetzten Westjordanland als zusätzliche Gründe an, das EU-Israel-Assoziierungsabkommen auszusetzen, welches die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Israel regelt.
 

„Ich bin mir nicht sicher, ob wir heute bei bestimmten spezifischen Fragen eine Einigung erzielen werden“, sagte McEntee. „[Aber] ich hoffe, dass wir an einen Punkt kommen, an dem es eine Vereinbarung gibt, Maßnahmen zu ergreifen und auf das zu reagieren, was völlig inakzeptable Handlungen waren.“

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul spielte diese Möglichkeit jedoch herunter und sagte, die Aussetzung des Assoziierungsabkommens oder die Verhängung individueller Sanktionen gegen Israel wäre „unangemessen“.

Die Aussetzung des Handelsteils des Assoziierungsabkommens erfordert die Unterstützung einer „qualifizierten Mehrheit“ der EU-Länder – eine Schwelle, die nach Angaben von EU-Diplomaten nur erreicht würde, wenn Italien oder Deutschland den Schritt unterstützen würden. Sanktionen erfordern unterdessen die einstimmige Unterstützung aller 27 EU-Hauptstädte.

„Wir bestehen weiterhin darauf, dass eine Zwei-Staaten-Lösung ermöglicht werden muss, aber dies muss in einem kritischen, konstruktiven Dialog mit Israel geschehen“, sagte Wadephul.

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Polen: Abgeordneter vergleicht Israel mit Nazi-Deutschland

Geldwäsche-Ermittlungen
Landgericht Hamburg: Deutsche Welle darf Abramowitsch nicht mit Geldwäsche in Verbindung bringen

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Hamburg – Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Welle erlassen (Az. 324 O 117/26) und dem öffentlich-rechtlichen Auslandssender untersagt, Behauptungen zu veröffentlichen oder zu wiederholen, die nahelegen, der russische Geschäftsmann Roman Abramowitsch sei in Geldwäscheaktivitäten verwickelt gewesen.

Darüber hinaus untersagte das Gericht der Deutschen Welle, ein Foto von Abramowitsch im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen zu verwenden.

Hintergrund: Unbelegtes Gerücht als Grundlage

Auslöser war ein Artikel der Deutschen Welle vom 28. Januar 2026 mit dem Titel „Geldwäsche-Ermittlungen: Durchsuchung bei der Deutschen Bank“. Darin erweckte der Sender den Eindruck, Abramowitsch könne mit mutmaßlicher Geldwäsche im Zusammenhang mit einer Durchsuchung von Geschäftsräumen der Deutschen Bank durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) in Verbindung stehen.

Die zugrunde liegende Behauptung beruhte jedoch auf einem unbelegten Gerücht, das von einer deutschen Zeitung veröffentlicht und anschließend von weiteren Medien ungeprüft aufgegriffen und verbreitet worden war. Kurz nach der Durchsuchung hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt bereits bestätigt, dass Abramowitsch in diesem Verfahren kein Beschuldigter war und ihm in dieser Sache keine Vorwürfe gemacht würden.

Gericht: Persönlichkeitsrecht verletzt

In seiner Entscheidung stellte das Landgericht Hamburg fest, dass die Deutsche Welle das Persönlichkeitsrecht von Roman Abramowitsch verletzt habe. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass „die Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung nicht vorlagen.“

Zudem habe die Deutsche Welle es versäumt, Abramowitsch vor der Veröffentlichung mit den Vorwürfen zu konfrontieren und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben — eine grundlegende Voraussetzung zulässiger Verdachtsberichterstattung nach gefestigter deutscher Rechtsprechung.

Die einstweilige Verfügung untersagt der Deutschen Welle, die beanstandeten Aussagen zu veröffentlichen oder zu verbreiten sowie das Bild von Abramowitsch im Zusammenhang mit solchen Vorwürfen zu verwenden. Bei Verstößen droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro pro Verstoß oder alternativ Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten gegen die verantwortlichen Organe. Die Kosten des Verfahrens wurden der Deutschen Welle auferlegt.

Anwalt: „Verstörende Kette journalistischen Versagens“

Der Hamburger Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel, Prozessbevollmächtigter von Abramowitsch, kommentierte die Entscheidung scharf:

„Diese Entscheidung legt eine verstörende Kette journalistischen Versagens offen. Eine einzige Zeitung setzte ein Gerücht in die Welt, weitere Medien verbreiteten es ungeprüft weiter und die Deutsche Welle — der aus dem Bundeshaushalt finanzierte Auslandsrundfunk des Bundes — verfehlte den elementarsten Standard journalistischer Sorgfalt: den Betroffenen vor der Beschuldigung einer schweren Straftat um eine Stellungnahme zu bitten. Wenn ein mit Steuergeldern finanzierter Sender nicht einmal Standards einhält, die jeder Journalistenschüler im ersten Jahr lernt, muss man sich fragen, wofür die deutschen Steuerzahler hier eigentlich zahlen.“

Weitere Medien haben bereits nachgegeben

Die Deutsche Welle ist nicht der einzige Sender, der in dieser Angelegenheit rechtliche Konsequenzen tragen muss. Neben der einstweiligen Verfügung gegen die Deutsche Welle liegt ein im Eilverfahren vor dem Landgericht Hamburg ergangenes Anerkenntnisurteil gegen den ORF (Österreichisches Fernsehen) vor. Darüber hinaus haben der NDR für tagesschau.de sowie der BR Unterlassungserklärungen abgegeben. Parallel führt Abramowitsch ein weiteres Verfahren gegen die Deutsche Presseagentur (dpa).

Ein Widerspruch der Deutschen Welle gegen den Beschluss ist möglich.


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Insider-Handel
Iran-Krieg: Mutmaßlicher Insider-Handel rund um Trumps Ankündigungen

BBC-Bericht enthüllt mutmaßlichen Insider-Handel rund um Trumps Ankündigungen zum Iran-Krieg. Händler verdienten Millionen — 47 Minuten vor der Öffentlichkeit.

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Energie-Krise
Sven Schulze (CDU): 1000-Euro-Prämie „absolut nicht geeignet“

Magdeburg – Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), sieht im geplanten Tankrabatt von 17 Cent pro Liter eine gute Maßnahme zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen in der aktuellen Energie-Krise.

Die Möglichkeit einer steuerfreien 1000-Euro-Prämie hingegen hält er für „absolut nicht geeignet“. Bei phoenix sagte Schulze: „Diese 17 Cent sind unheimlich wichtig, das begrüße ich auch.“

In einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt erlebe er, dass viele Menschen einen Großteil ihres Gehaltes für Spritkosten an der Tankstelle aufwenden müssten. Speditionen, Landwirtschaft oder ambulante Pflegedienste seien ebenfalls besonders belastet.

„Natürlich kann der Staat hier helfen. Ein nicht geringer Teil dessen, was man an der Tankstelle zahlt, sind ja Steuern für CO2, für Energie, die Mehrwertsteuer. Und deswegen halte ich es für richtig, hier was zu tun“, sagte Schulze. Die 1000-Euro-Prämie hingegen halte er für „absolut nicht geeignet“.

„Ich glaube, das wird kaum ein Unternehmen umsetzen können“, sagte Schulze. Es gehe darum, Unternehmen zu entlasten und nicht weiter zu belasten. „Deswegen halte ich diese Regelung für nicht tauglich“, so der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.

Schulze erklärte zudem, er unterstütze die Idee einer Sonderministerpräsidentenkonferenz, um sich gemeinsam zum Thema Energiesicherheit in Deutschland abzustimmen.

Necla Özmen
Türkische „Trump-Tochter“ möchte an Verhandlungen teilnehmen

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Ankara – Die mutmaßliche türkische Tochter des US-Präsidenten Donald Trump hat sich erneut an die Kriegsparteien gewandt.

In einem Video auf ihren Social-Media-Kanälen wandte sie sich direkt an die USA, Israel und den Iran und bot sich als Vermittlerin im Streit um die Straße von Hormus an.

„Ich kann den Streit zwischen euch um die Straße von Hormus lösen. Das ist keine unlösbare Angelegenheit und wird auch nicht länger als einen Tag dauern“, erklärte Özmen in ihrer Botschaft. „Wenn ich an den Verhandlungen teilnehmen könnte, kenne ich den gemeinsamen Nenner, den beide Seiten akzeptieren würden. Ich könnte sie sehr gut miteinander versöhnen.“

Wer ist Necla Özmen?

Bei der 55-jährigen Özmen handelt es sich um eine türkische Social-Media-Persönlichkeit, die seit längerer Zeit behauptet, die leibliche Tochter Donald Trumps zu sein und vor türkischen Gerichten um ihre Anerkennung kämpft. Laut ihren Schilderungen wurde sie 1970 in einem Krankenhaus geboren und einer US-Bürgerin namens „Sophia“ abgenommen, die zu dieser Zeit eine Affäre mit Donald Trump gehabt haben soll.
 
Ihre im Jahr 2017 verstorbene Ziehmutter habe ihr auf dem Sterbebett gestanden, nicht ihre biologische Mutter zu sein.
 
Auf juristischer Ebene hatte das 27. Familiengericht in Ankara die Vaterschaftsklage gegen Donald Trump in erster Instanz abgewiesen — mit der Begründung, es lägen keine hinreichenden Beweise vor, die einen erzwungenen DNA-Test rechtfertigen würden.
 
Özmen hat Berufung eingelegt und strebt in der höheren Instanz eine genetische Untersuchung an. Das Weiße Haus und die US-Botschaft in Ankara haben sich zu dem Verfahren bislang nicht offiziell geäußert.
 
Parallel zu ihren juristischen Bemühungen äußerte Özmen wachsende Sorge um ihre persönliche Sicherheit. Sie gab an, zu befürchten, aufgrund ihrer behaupteten Identität als Präsidententochter Ziel von Entführungen oder Lösegeldforderungen zu werden, und forderte die US-Behörden auf, ihr Schutz zu gewähren.

Ein Muster direkter Appelle an Trump

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Özmen öffentlich direkt an Donald Trump wendet. Die Türkin hat in der Vergangenheit mehrfach für Schlagzeilen gesorgt — etwa als sie Trump mit den Worten „Vater, bitte lass Maduro frei!“ zu einer Kehrtwende in der Venezuela-Politik aufforderte, oder zuletzt als sie in einer Videobotschaft appellierte: „Bitte verlängert den Krieg nicht.“
 
Özmen betont dabei stets, dass sie als seine Tochter wolle, dass er als „gütiger Anführer“ agiere und kein Blut vergossen werde.
 
Ob ihre neueste Botschaft mehr Gehör findet als die vorangegangenen, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Necla Özmen lässt nicht locker.
 
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Nur wenige Tage vor derWaffenruhe mit dem Iran richtete die mutmaßliche Trump-Tochter Necla Özmen einen erneuten Friedensappell an den US-Präsidenten.

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Insider-Handel
Iran-Krieg: Mutmaßlicher Insider-Handel rund um Trumps Ankündigungen

London – Die BBC hat in einem heute veröffentlichten Untersuchungsbericht systematische Hinweise auf illegalen Insider-Handel rund um die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump gefunden.

Händler sollen kurz vor bedeutenden Statements Trumps — oft nur Minuten davor — Millionenwetten auf den Finanzmärkten platziert haben und dabei massive Gewinne erzielt haben.

Die BBC analysierte Handelsvolumendaten auf mehreren Finanzmärkten und verglich diese mit Trumps öffentlichkeitswirksamsten Aussagen. Das Ergebnis: Ein konsistentes Muster von Handels-Spitzen kurz vor öffentlichen Statements — ob auf Truth Social oder in Medieninterviews.

Öl-Handel: 47 Minuten zu früh

Eines der auffälligsten Beispiele stammt vom 9. März 2026. Trump sagte in einem CBS-Telefoninterview, der Iran-Krieg sei „sehr abgeschlossen, so ziemlich.“ Die Öffentlichkeit erfuhr davon erstmals um 19:16 Uhr GMT, als ein Reporter den Inhalt auf X postete. Der Ölpreis brach daraufhin um rund 25 Prozent ein.

Doch Marktdaten zeigen: Bereits um 18:29 Uhr GMT — also 47 Minuten vor der öffentlichen Bekanntgabe — gab es einen massiven Anstieg von Wetten auf fallende Ölpreise. Die Händler, die diese Positionen eingingen, verdienten dadurch Millionen.

Ein ähnliches Muster zeigte sich am 23. März 2026, als Trump überraschend eine „vollständige und totale Lösung der Feindseligkeiten“ mit dem Iran ankündigte. Bereits 14 Minuten vor dem Truth-Social-Post wurden ungewöhnlich hohe Wetten auf den US-Ölpreis platziert. Ein Ölanalyst bezeichnete die Trades gegenüber der BBC als „eindeutig abnormal“.

„Liberation Day“: Profit von fast 20 Millionen Dollar

Auch abseits des Iran-Krieges gibt es auffällige Beispiele. Als Trump am 9. April 2025 eine 90-tägige Pause seiner Zölle ankündigte, schnellte der S&P 500 um 9,5 Prozent nach oben — einer der größten Tagesgewinne seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bereits 18 Minuten vor der Ankündigung hatten Händler massiv auf steigende Kurse gewettet — in einem Markt der zuvor sieben Tage in Folge gefallen war. Wetten von über zwei Millionen Dollar könnten dabei einen Gewinn von fast 20 Millionen Dollar generiert haben.

Mehrere demokratische Senatoren forderten daraufhin die Börsenaufsicht SEC auf, zu untersuchen ob Trumps Ankündigungen „Insider und Freunde der Regierung auf Kosten der amerikanischen Öffentlichkeit bereichert“ hätten. Die SEC lehnte einen Kommentar ab. Das Weiße Haus reagierte auf keine der BBC-Anfragen.

Polymarket: Wetten auf Maduro und den Iran-Krieg

Auch auf den wachsenden Online-Prognosemärkten fiel die BBC auf verdächtige Aktivitäten. Im Dezember 2025 wurde auf der Blockchain-Plattform Polymarket ein Account namens „Burdensome-Mix“ erstellt.

Zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar 2026 setzte das Konto insgesamt 32.500 Dollar darauf, dass Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bis Ende Januar 2026 nicht mehr im Amt sei. Als Maduro am 3. Januar von US-Spezialkräften gefasst wurde, gewann das Konto 436.000 Dollar — und änderte danach seinen Nutzernamen. Seitdem wurden keine weiteren Wetten platziert.

Zudem wurden im Februar 2026 sechs Accounts auf Polymarket erstellt, die alle auf einen US-Angriff auf den Iran bis zum 28. Februar setzten. Als Trump die Angriffe in den frühen Morgenstunden bestätigte, verdienten die sechs Konten gemeinsam 1,2 Millionen Dollar.

Fünf der sechs Konten platzierten seitdem keine weiteren Wetten.
Bemerkenswert: Donald Trump Jr. ist Investor bei Polymarket und sitzt in dessen Beirat. Er ist zudem strategischer Berater von Kalshi, einer weiteren Prognoseplattform.

Das Weiße Haus verschickte laut BBC im vergangenen Monat sogar eine interne E-Mail an Mitarbeiter mit der Warnung, keine Insider-Informationen für Wetten auf Prognosemärkten zu nutzen.

Illegal — aber kaum verfolgbar

Insider-Handel ist in den USA seit dem Securities Act von 1933 verboten und wurde 2012 ausdrücklich auf Regierungsbeamte ausgeweitet. Bisher wurde jedoch noch niemand nach diesem Gesetz verfolgt.

Paul Oudin, Professor für Finanzregulierungsrecht an der französischen ESSEC Business School, erklärt gegenüber der BBC warum:

„Die Behörden werden keine Strafverfolgung einleiten, wenn sie die Informationsquelle nicht identifizieren können. Sie können massive Trades auf einem Finanzinstrument haben, die eindeutig zeigen, dass jemand vorab wusste was Trump ankündigen würde — und trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass niemand verfolgt wird.“

Keine der von der BBC kontaktierten US-Finanzbehörden bestätigte die Vorwürfe des Insider-Handels.

Gastkommentar
Gewalt an Schulen: Die Türkei hat ein Systemproblem

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik

Schulgewalt in der Türkei ist längst zu einem tiefgreifenden und systemischen Problem geworden, das sich nicht mehr durch Einzelfälle erklären lässt. Angriffe auf Lehrkräfte, zunehmendes Mobbing unter Gleichaltrigen, Spannungen im Klassenzimmer und zuletzt die erschütternden Schulangriffe im April 2026 in Şanlıurfa und Kahramanmaraş zeigen schmerzhaft, dass Bildungseinrichtungen nicht nur Orte der Wissensvermittlung sind. Sie sind auch Räume, in die gesellschaftliche Spannungen, Traumata, psychische Belastungen und familiäre Risiken eindringen.

Am 14. April 2026 eröffnete ein Schulabsolvent in Siverek (Şanlıurfa) mit einer Schrotflinte das Feuer auf die Ahmet-Koyuncu-Berufs- und Technik-Anatolien-Oberschule, verletzte 20 Menschen und nahm sich anschließend das Leben. Einen Tag später, am 15. April 2026, stürmte der 14-jährige Achtklässler İsa Aras Mersinli in Kahramanmaraş (Onikişubat) die Ayser-Çalık-Mittelschule mit fünf Waffen und sieben Magazinen aus dem Besitz seines Vaters.

Er tötete einen Lehrer und neun Schüler, verletzte 13 bis 20 weitere Personen und beging anschließend Suizid. Diese beiden Angriffe zählen zu den tödlichsten unter insgesamt fünf Schulattacken in den letzten 45 Tagen in der Türkei. In diesem Zeitraum wurden zwei Lehrkräfte und acht Schüler getötet, zahlreiche weitere verletzt.

Der Bildungsminister Yusuf Tekin deutete den Angriff in Şanlıurfa als „Einzelfall“ an. Diese Einschätzung verkennt jedoch das Ausmaß des Problems. Es handelt sich nicht um isolierte Vorfälle, sondern um Anzeichen einer systemischen Krise, kumulierter Traumata und versagender Präventionsmechanismen.

Es wäre verkürzt, diese Situation ausschließlich als Sicherheitsproblem zu betrachten. Gewalt ist häufig Ausdruck von Trauma, Vernachlässigung, Ausgrenzung, familiären Konflikten und strukturellem Druck innerhalb der Schule.

Ein erheblicher Teil der Kinder mit Gewaltneigung hat zuvor selbst traumatische Erfahrungen gemacht. Dass der 14-jährige Täter in Kahramanmaraş Zugang zu fünf Waffen und sieben Magazinen seines Vaters hatte, zeigt deutlich: Der Zugang zu Waffen im familiären Umfeld ist ein zentraler Risikofaktor. Da der Vater ein ehemaliger Sicherheitsbeamter war, wurden die Waffen legal im Haushalt aufbewahrt – jedoch offenbar so, dass das Kind leicht darauf zugreifen konnte.

Die Ursachen für Gewaltneigung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Zugang zu Waffen im Elternhaus, häusliche Gewalt und Vernachlässigung, kulturell verankerte Gewaltmuster, unkontrollierter Medienkonsum, mangelnde schulische Integration, geringe Selbstwirksamkeit und Selbstregulation sowie fehlende psychologische Unterstützung.

Auch schulische Praktiken wie Ausgrenzung, Isolation, körperliche Eingriffe oder demütigende Disziplinarmaßnahmen können selbst zur Quelle neuer Traumata werden. Solche Methoden unterdrücken Verhalten kurzfristig, untergraben aber langfristig das Sicherheitsgefühl und verstärken die Wahrnehmung der Welt als bedrohlich.

Eine zentrale Erkenntnis ist: Strafen und Sanktionen verändern gewalttätiges Verhalten nicht nachhaltig. Reine Bestrafung löst das Problem nicht, sondern kann Traumata vertiefen und Gewaltzyklen verstärken.

Ein Kind, das mit Gewalt aufwächst, bringt nicht nur Hefte und Bücher mit in die Schule, sondern auch Angst, Wut, Stress und unsichtbare Verletzungen. Unter ständiger Bedrohung konzentriert sich ein Kind nicht auf Lernen, sondern auf Überleben. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Selbstregulation und Impulskontrolle leiden erheblich; selbst kleine Konflikte können als große Bedrohung wahrgenommen werden.

Deshalb ist schulisches Versagen oft kein simples Lernproblem, sondern Ausdruck innerer Verletzungen. Niedrige Leistungen können sowohl Ursache als auch Folge von Gewalt sein – ein sich gegenseitig verstärkender Kreislauf.

Ein positives Schulklima ist entscheidend: Fühlen sich Schüler sicher, sinkt Gewalt signifikant. Das Schulklima umfasst das psychologische und soziale Umfeld, Beziehungen, Zugehörigkeitsgefühl sowie Akzeptanz durch Lehrkräfte und Mitschüler.

Ein Schlüsselkonzept ist die traumasensible Schule. Sie interpretiert Verhalten nicht als bloßen Ungehorsam, sondern versucht, die dahinterliegenden Ursachen wie Stress, Angst, Verlust oder familiäre Probleme zu verstehen. Gleichzeitig soll die Schule selbst keine neuen Traumata erzeugen. Ziel ist ein sicheres, vorhersehbares, gerechtes und unterstützendes Umfeld.

Grundprinzipien einer traumasensiblen Schule sind: Ursachenorientiertes Verstehen von Verhalten, Vermeidung von Retraumatisierung, Schaffung sicherer Räume, frühzeitige Intervention und enge Zusammenarbeit mit Familien.

Der Angriff von Kahramanmaraş zeigt, wie entscheidend dies ist. Hätte die Schule Warnsignale erkannt und rechtzeitig psychologische Unterstützung, Familiengespräche und Risikobewertungen eingeleitet, hätte die Tragödie möglicherweise verhindert werden können.

Ein wichtiges Instrument ist der Ansatz der Positiven Verhaltensunterstützung (Positive Behavioural Support, PBS). Dieser versucht, Verhalten im Kontext zu verstehen, Auslöser zu identifizieren und konstruktive Alternativen zu fördern. PBS reduziert nachweislich destruktives Verhalten.

Doch PBS allein reicht nicht aus, da strukturelle Ursachen wie familiärer Waffenbesitz, kulturelle Gewaltmuster oder fehlende psychologische Versorgung dadurch nicht beseitigt werden. Daher muss PBS in eine traumasensible Schulkultur eingebettet sein.

Die Türkei braucht eine klare Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt. Diese muss auch kulturelle Gewaltlegitimation und insbesondere den Zugang zu Waffen im familiären Umfeld einschließen.

Der Angriff von Kahramanmaraş zeigt die Dringlichkeit strengerer Waffensicherheitsgesetze. Dass ein 14-Jähriger problemlos mehrere Waffen aus dem Elternhaus entnehmen konnte, ist ein alarmierendes Signal.

Zugleich ist es problematisch, gewalttätige Schüler einfach auf andere Schulen zu verweisen. Schulwechsel lösen das Problem nicht, sondern verstärken oft Ausgrenzung und Delinquenz. Sinnvoller sind Maßnahmen wie öffentliche Entschuldigung, begleitete Rehabilitationsprogramme und Familientherapie.

Das Schulklima bleibt ein oft unterschätzter, aber entscheidender Faktor. Ohne Sicherheit, Zugehörigkeit und Unterstützung reduziert sich Bildung auf bloße Wissensvermittlung. Verlässliche Beziehungen zu Lehrkräften können für Kinder eine schützende Bindung darstellen.

In der Türkei bestehen hier erhebliche Defizite: unzureichende Beratungsangebote, mangelnde Traumakompetenz bei Lehrkräften, unzureichende Meldesysteme für Gewalt, straforientierte statt rehabilitative Disziplin und schwache Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie.

Die Lösung kann daher nicht nur in mehr Kameras oder strengeren Kontrollen liegen. Physische Sicherheitsmaßnahmen sind wichtig, greifen aber zu kurz.

Notwendige Maßnahmen sind unter anderem: strengere Waffengesetze im familiären Bereich, Ausbau schulpsychologischer Dienste, Fortbildung von Lehrkräften im Umgang mit Trauma, Einführung rehabilitativer Disziplinmodelle, frühzeitige Unterstützung gefährdeter Kinder, Einrichtung interdisziplinärer Krisenteams, stärkere Kooperation mit Sicherheitsbehörden, konsequente Null-Toleranz-Politik sowie enge und frühzeitige Zusammenarbeit mit Familien.

Ein oft übersehener Punkt ist die Unterscheidung zwischen Gewalt-/Kriminalitätsrisiko und allgemeinen Verhaltensproblemen. Während Letztere durch pädagogische Förderung adressiert werden können, erfordern Erstere umfassendere Maßnahmen wie Therapie, Krisenintervention und Sicherheitsstrategien.

Gewaltandrohungen müssen immer ernst genommen werden. Forschung zeigt, dass viele schwere Taten vorher angekündigt werden. Häufig handelt es sich um Hilferufe. Die Zusammenarbeit zwischen Familie und Schule ist dabei zentral, da die Ursachen von Trauma meist außerhalb der Schule liegen – im familiären Umfeld, in sozialem Druck oder in Armut und Ausgrenzung.

Wenn Schule zu einem sicheren Ort wird, kann sie nicht nur Verhalten stabilisieren, sondern auch langfristig gesellschaftliche Integration fördern.

Abschließend lässt sich sagen: Schulgewalt ist ein Spiegel gesellschaftlicher Spannungen. Eine rein sicherheitspolitische Perspektive reicht nicht aus. Die Ereignisse in Kahramanmaraş und Şanlıurfa verdeutlichen die Dringlichkeit umfassender Reformen.

Kinder brauchen sichere, unterstützende und traumasensible Lernumgebungen – für ihren Bildungserfolg und für den gesellschaftlichen Frieden. Schulen werden nicht durch Härte sicherer, sondern durch Verständnis, Gerechtigkeit und nachhaltige Unterstützung.

Mit konsequenter Waffensicherheit im familiären Umfeld, gestärkten Beratungsstrukturen, qualifizierter Lehrerausbildung, frühzeitiger Intervention und enger Kooperation zwischen Schule und Elternhaus kann die Türkei das Problem der Schulgewalt nachhaltig angehen.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


 Zum Autor

Özgür Çelik studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Fachgebiete sind die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie zwischen der EU und der Türkei, türkische Politik, die türkische Migration und Diaspora in Deutschland.


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Die besten CFD-Trading-Plattformen in Deutschland für 2026

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Die Auswahl an CFD-Trading-Plattformen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. In diesem Artikel schauen wir uns fünf der beliebtesten Anbieter in Deutschland an und was sie für Trader im Jahr 2026 interessant macht.

1. Plus500

Plus500 gehört seit Jahren zu den bekanntesten Namen im CFD-Trading und hat sich besonders durch seine einfache Bedienung einen Namen gemacht. Die Plattform richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Trader, die eine klare und übersichtliche Oberfläche schätzen.

Viele Nutzer sehen Plus500 als ein weltweit führender Broker, vor allem wenn es um den Zugang zu verschiedenen Märkten geht. Aktien, Indizes, Rohstoffe, Kryptowährungen und Devisen sind alle über eine einzige Plattform handelbar. Das macht es einfach, das eigene Portfolio breit aufzustellen.

Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Kontoeröffnung und die intuitive Navigation. Wer keine Lust hat, sich durch komplexe Tools zu kämpfen, findet hier einen unkomplizierten Einstieg. Gleichzeitig bietet Plus500 aber auch wichtige Funktionen wie Stop-Loss und Limit-Orders, die für ein solides Risikomanagement wichtig sind.

2. STARTRADER

STARTRADER ist vielleicht nicht so bekannt wie einige der großen Namen, gewinnt aber zunehmend an Aufmerksamkeit. Besonders Trader, die Wert auf flexible Handelsbedingungen legen, schauen sich diese Plattform genauer an.

Die Stärke von STARTRADER liegt vor allem in den wettbewerbsfähigen Spreads und der schnellen Ausführung von Orders. Gerade für aktive Trader kann das einen spürbaren Unterschied machen. Auch die Auswahl an handelbaren Instrumenten ist breit genug, um verschiedene Strategien umzusetzen.

Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung für verschiedene Handelsplattformen wie MetaTrader. Das gibt Nutzern mehr Freiheit, ihre bevorzugte Umgebung zu wählen und eigene Tools oder Indikatoren einzusetzen.

3. Tickmill

Tickmill ist eine Plattform, die besonders bei erfahrenen Tradern gut ankommt. Der Fokus liegt hier klar auf günstigen Handelskosten und professionellen Bedingungen.

Was Tickmill auszeichnet, sind die niedrigen Spreads und die transparente Gebührenstruktur. Für Trader, die regelmäßig handeln, können sich diese Einsparungen schnell summieren. Auch die Ausführungsgeschwindigkeit ist auf einem hohen Niveau, was besonders bei kurzfristigen Strategien wichtig ist.

Die Plattform unterstützt ebenfalls MetaTrader, was sie für technisch orientierte Trader attraktiv macht. Wer mit automatisierten Strategien arbeitet oder eigene Analysen durchführt, findet hier die nötige Flexibilität.

4. eToro

eToro hat sich vor allem durch seinen sozialen Ansatz im Trading einen Namen gemacht. Die Plattform ermöglicht es, anderen Tradern zu folgen und deren Strategien automatisch zu kopieren.

Das ist besonders interessant für Einsteiger, die noch nicht viel Erfahrung haben. Statt direkt eigene Entscheidungen treffen zu müssen, können sie von erfahrenen Tradern lernen. Gleichzeitig bleibt immer die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und eigene Positionen zu eröffnen.

Neben CFDs bietet eToro auch den Handel mit echten Aktien und Kryptowährungen an, was die Plattform vielseitig macht. Die Benutzeroberfläche ist modern und leicht verständlich, was den Einstieg erleichtert.

Ein weiterer Vorteil ist die Community. Nutzer können sich austauschen, Strategien diskutieren und voneinander lernen. Das gibt dem Trading eine soziale Komponente, die viele andere Plattformen nicht bieten.

5. XTB

XTB ist besonders in Europa stark vertreten und hat sich als zuverlässiger Anbieter etabliert. Die Plattform bietet eine gute Mischung aus Benutzerfreundlichkeit und professionellen Tools.

Ein Highlight ist die eigene Handelsplattform xStation, die sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Trader geeignet ist. Sie bietet umfangreiche Charting-Tools, Marktnachrichten und Analysen direkt in der Oberfläche.

XTB legt außerdem großen Wert auf Weiterbildung. Es gibt zahlreiche Webinare, Tutorials und Marktanalysen, die Nutzern helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Das ist besonders für Anfänger ein großer Pluspunkt.

Auch die Kostenstruktur ist transparent, und viele Märkte können ohne hohe Gebühren gehandelt werden. Das macht XTB zu einer soliden Wahl für langfristig orientierte Trader.

Verschiedene Plattformen ausprobieren

Die beste CFD-Trading-Plattform hängt am Ende immer von den eigenen Zielen und dem persönlichen Stil ab. Während Plus500 durch seine Einfachheit überzeugt, bietet STARTRADER flexible Bedingungen für aktive Trader. Tickmill punktet mit niedrigen Kosten, eToro mit seinem sozialen Ansatz und XTB mit einer starken Mischung aus Tools und Weiterbildung.

Wer neu im Trading ist, sollte sich Zeit nehmen, verschiedene Plattformen auszuprobieren und ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. 2026 gibt es mehr Möglichkeiten als je zuvor, und genau das macht den Einstieg so spannend.

 

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