Fahndungserfolg der türkischen Polizei
Aylan: Mutmaßlicher Schleuser des toten Jungen in der Türkei gefasst
Ankara (dts) – Nach dem Tod des dreijährigen Aylan in der Türkei ist ein mutmaßlicher Schleuser festgenommen worden. Das berichteten mehrere türkische Medien am Donnerstag. Der kleine Junge war tot am Strand liegend nahe der Tourismushochburg Bodrum gefunden worden.
Fotos von dem Kind mit dem Gesicht im Sand waren um die Welt gegangen und hatten für Entsetzen gesorgt. Neben dem Jungen waren etwa ein Dutzend weitere Flüchtlinge, vermutlich allesamt aus Syrien, bei dem Schleusungsversuch ums Leben gekommen. Laut Medienberichten saß der Junge in einem von zwei Flüchtlingsboten, die diese Woche auf dem Weg von der türkischen Küste zu einer griechischen Ägäis-Insel sanken. 15 Menschen schafften es lebend an Land. Drei Menschen gelten noch als vermisst.
Rätselraten um Konfession
US-Republikaner: Obama ist ein Muslim
Washington (nex) – Einer Umfrage der linken Public Policy Polling (PPP) zufolge ist die Mehrheit der wahlberechtigten Republikaner mit 54 Prozent der Ansicht, dass der amerikanische Präsident Obama ein Muslim ist.
Auf die Frage, ob Obama ein Christ oder ein Muslim sei, geben 14 Prozent der Befragten an, dass der Präsident der USA ein Christ ist. 32 Prozent der Teilnehmer sind sich nicht sicher, welcher Konfession Barack Obama angehört. Viele rechtsortientierte Wähler sind schon vor den Präsidentschaftswahlen skeptisch gegenüber der Religionszugehörigkeit Obamas gewesen.
Das Thema ist 2012 erneut von den Medien aufgegriffen worden, als Obama dem ehemaligen Gouverneur Massachusatts und frommen Mormonen Mitt Romney zur Wahl gegenübergestanden hat.
Barack Obama erwähnt seinen Glauben sehr selten in Reden und öffentlichen Auftritten, obwohl er sich über seine christliche Konfession während einer Ansprache zu den Osterferien geäußert hat.
Flüchtlingstragödie in Bodrum
Warum wir den kleinen Ailan lebend zeigen
Warum wir den kleinen Ailan lebend zeigen
Der kleine Ailan Kurdi (3) lag so am Strand von Bodrum, wie andere Kinder in seinem Alter schlafend, frei von Kummer und Schmerz, geborgen und sicher zu Hause im Zimmer in ihren Bettchen liegen. Der kleine Ailan schlief aber nicht, er lag alleine und tot am Strand. Er ist wie elf andere Flüchtlinge, unter ihnen auch seine Mutter, sein Bruder und drei weitere Kinder, ertrunken. Sein Leben ist zu Ende, noch bevor er seine ersten bleibenden Erinnerungen behalten konnte. Wir aber werden sein Bild nicht mehr vergessen. Man sieht bei seinem Anblick noch sein eigenes Kind in seinem Alter, das man kurz zuvor noch im Kinderbuggy durch die Stadt gefahren, das man gebadet und dem man zum Klang der Spieluhr die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hatte – und empfindet neben tiefer Trauer auch noch eine unbändige, ohnmächtige Wut. Wut auf die Bedenkenträger, die uns ernsthaft weismachen wollen, die EU als der gleichauf mit den USA reichste Staatenzusammenschluss der Welt wäre nicht in der Lage, ein paar Hunderttausend Menschen zumindest eine sichere Einreise zu ermöglichen – obwohl Europa ohnehin an Überalterung und Bevölkerungsschwund leidet bzw. sowieso nur ein Bruchteil der Flüchtlinge auf Dauer hierbleiben würde. Wut auf die Krämerseelen, die in einem Land, in dem viele Ausbildungsplätze nicht zuletzt auch deshalb unbesetzt bleiben, weil der zahlenmäßig immer geringere Nachwuchs vielfach gar nicht in ausbildungsfähigem Zustand die Schulen verlässt, monieren, es würden sich zu wenige Akademiker unter den Flüchtlingen befinden. Wer sich unter Lebensgefahr auf den Weg macht, um nicht in stetiger Todesangst leben zu müssen, verspürt auch kein Bedürfnis nach Stagnation, sondern will sich etwas schaffen. Und der kleine Ailan hätte seine Bildungskarriere noch komplett vor sich gehabt, nach oben offen. Wut auf die Klugschwätzer, die vom gut gepolsterten Stuhl im klimatisierten Büro aus vor einer angeblichen „Idealisierung des Fremden“ warnen und es auch noch als Qualitätsausweis für den „Westen“ betrachten, dass die Flüchtlinge nicht auch noch über das Schwarze Meer nach Russland zu flüchten versuchen, wenn schon die Hoffnung, den wesentlich kürzeren Weg auf eine griechische Insel zu überleben, trügerisch sein kann. Wut aber vor allem auch auf die Parallelwelt der Politbonzen und Bürokraten in Brüssel, die tagtäglich von irgendwelchen „Werten“ schwätzen, in deren Namen andere Ländern von oben herab schulmeistern und ihnen Zensuren erteilen, aber selbst für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sind. Wir haben innerhalb der Redaktion lange überlegt, ob wir das Bild veröffentlichen sollen, so wie es, nachdem es gestern in den sozialen Medien die Runde gemacht hatte, zahlreiche Medien heute machen werden. Der „Stern“ hat sich dafür entschieden. Er begründet es mit den Worten: „sein Recht auf ein Leben wurde ihm genommen. Dann hat er zumindest das Recht, noch einmal gesehen zu werden“. Eine nachvollziehbare Position. Bilder wirken, Bilder sorgen oft erst dafür, dass Menschen reagieren. Hätte die Welt schon vor 1945 den Holocaust in Bildern mitverfolgen können, der Druck auf die Alliierten, durch gezielte Angriffe die Transporte in die Todeslager zu stoppen und den dort Gefangenen zur Flucht zu verhelfen, wäre ungleich größer geworden und möglicherweise hätten Menschen auf diese Weise gerettet werden können. Auch der 11. September brannte sich der Bilder wegen ins Bewusstsein der Weltgemeinschaft ein. Wir wissen also um die Wichtigkeit und um die Wirkung von Bildern. Wir haben uns aber am Ende dazu entschieden, das Bild des toten kleinen Ailan am Strand von Bodrum nicht zu publizieren. Wir haben es einfach nicht übers Herz gebracht. Und der kleine Ailan hat es verdient, würdevoll auf seinem letzten irdischen Weg bedeckt zu werden, statt klickbringend ausgestellt zu werden. Sein Bild hat sich auch so auf Dauer tief in unser Inneres eingebrannt, als zum Himmel schreiender Ausdruck europäischer Schande. Wir zeigen aber ein Bild, das den kleinen Ailan und seinen Bruder zusammen zeigt, lachend, unbeschwert, so, wie jedes Kind seine Kindheit verbringen sollte. Um zu zeigen, wie eine Welt aussehen würde, an der zu arbeiten unsere Pflicht ist, und dass die Kultur des Todes nicht das letzte Wort haben wird.
MTV Video Music Awards
Justin Bieber erklärt seine Tränen bei Music Awards
New York (dts) – Popstar Justin Bieber war nach seiner Performance bei den MTV Video Music Awards zu Tränen gerührt – und hat nun erklärt, dass es am Zuspruch des Publikums lag. „Ich habe nicht erwartet, dass sie mich so unterstützen, wie sie es getan haben. Als ich das letzte Mal bei einer Preisverleihung war, wurde ich ausgebuht, sagte der 21-Jährige in der US-Sendung „The Tonight Show.
„Es war einfach so überwältigend für mich. Der kanadische Sänger hatte am vergangenen Sonntag – bei seinem ersten Auftritt bei den Awards seit fünf Jahren – den Song „What do you mean?“ vorgestellt und war danach auf der Bühne in Tränen ausgebrochen. Bieber: „Ich habe so hart an dem Album gearbeitet und daran, der Mann zu werden, der ich werden will. Ich habe alles aufs Spiel gesetzt. Das Besondere an dem Moment ist, dass er echt war..
EM-Qualifikation
EM-Qualifikation: Reus fällt gegen Polen und Schottland aus
Frankfurt am Main (dts) – BVB-Profi und Nationalspieler Marco Reus ist erneut verletzt und wird bei den beiden EM-Qualifikationsspielen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Polen und Schottland in den nächsten Tagen fehlen. Das berichtet der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Der 26-Jährige hatte sich beim Bundesligaspiel seiner Borussia gegen Hertha BSC am vergangenen Wochenende am linken Fuß verletzt.
Die medizinische Abteilung des DFB diagnostizierte nun ein angebrochenes Endglied der linken Großzehe. Reus hat das Quartier der Nationalmannschaft bereits wieder verlassen. Die weitere Behandlung solle bei Borussia Dortmund erfolgen. Das EM-Qualispiel gegen Polen findet am Freitag statt, das Spiel gegen Schottland am Montag. Anpfiff ist jeweils um 20:45 Uhr.
Atomausstieg
Gabriel: Gesetz zur Haftung der Atomkonzerne soll schnell ins Kabinett
Berlin (dts) – Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Atomkonzerne unbegrenzt die Kosten des Atomausstiegs tragen lassen. Das entsprechende Gesetz wolle er „so schnell wie möglich ins Kabinett“ einbringen, sagte Gabriel der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Eon hatte zuvor bereits angekündigt, gegen ein solches Gesetz vor Gericht ziehen zu wollen.
„Wir müssen verhindern, dass am Ende der Steuerzahler haftet, wenn die Rückstellungen für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung nicht reichen“, sagte der SPD-Chef, „das haben wir im Koalitionsausschuss vereinbart, jetzt muss sich unser Koalitionspartner auch im Kabinett dazu bekennen.“ Gabriel stellte andernfalls sogar den weiteren Fahrplan infrage. Mit der Union war verabredet, dass ab September eine Kommission auf Grundlage der aktuell durchgeführten Stresstests Vorschläge entwickelt, wie die Abwicklung der Atomkraft organisiert werden kann. Im Gespräch dafür ist auch eine Atomstiftung,
in die sämtliche Rückstellungen der Konzerne einfließen könnten. „Für mich muss aber vorher klar sein, dass sich auch dann kein Konzern aus seiner Verantwortung stehlen kann. Deshalb sage ich: Das Gesetz zur Haftungsverlängerung ist die Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt in einer Kommission über ein Stiftungsmodell reden können“, so Gabriel weiter. Das neue Gesetz soll den Mutterkonzern bis zur Stilllegung seiner Kernkraftwerke und der Endlagerung des Atommülls für die Kosten haftbar machen – und zwar auch dann, wenn er sich von der Betreibergesellschaft getrennt hat.
Auch am Gesetz zum Braunkohlekompromiss arbeite sein Ministerium „mit Hochdruck“, sagte Gabriel. Dass die geplante Kapazitätsreserve aus Braunkohleblöcken, für die die Konzerne Entschädigungen erhalten sollen, als Subvention mit EU-Recht kollidieren könne, glaube er nicht. „Ich denke, dass das mit dem EU-Recht vereinbar ist“, so Gabriel. „Wir bauen gerade einen völlig neuen Strommarkt, der die Energiewende unumkehrbar macht. Es ist vermutlich die wichtigste Entscheidung dieser Legislaturperiode in der Energiepolitik.“
Ex-Bundeskanzler auf dem Weg der Besserung
Altkanzler Schmidt erfolgreich operiert
Hamburg (dts) – Gute Nachricht von Altkanzler Helmut Schmidt: Ein Ärzteteam um den weltweit bekannten Herzspezialisten Prof. Karl-Heinz Kuck konnte am Mittwochnachmittag das Blutgerinnsel in Schmidts Bein auflösen. Das berichtet „Bild“ (Donnerstag). „Das Bein wird wieder gut durchblutet“, erklärte Kuck gegenüber „Bild“.
„Der alte Zustand ist wieder hergestellt.“ Der Altkanzler werde die Intensivstation in zwei bis drei Tagen verlassen können. Schmidt wird im Dezember 97 Jahre alt. Er war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Bündnis 90/Grüne
Özdemir fürchtet Fehler heute mehr als früher
Berlin (dts) – Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fürchtet Fehler heute mehr als früher: „Ein falscher Satz, eine unbedachte Handlung können heutzutage gewaltige Wellen schlagen“, so Özdemir im „Zeit Magazin“. „Aber wenn ich dieser Angst die Herrschaft überlassen würde, müsste ich sofort aufhören mit dem, was ich tue.“ Nach der mittleren Reife hatte der Politiker zunächst eine Ausbildung als Erzieher absolviert: „Für meinen Vater ein Schlag ins Gesicht sein einziger Sohn will mit Kindern spielen“, so Özdemir, der nach eigener Aussage kein guter Schüler war.
„Ich war schlecht in der Schule, musste sogar eine Klasse wiederholen. Und dann tritt dieser Sohn auch noch in eine Partei ein mit Männern, die stricken“, erklärte der Grünen-Chef. Mittlerweile seien seine Eltern aber stolz auf ihn.
Özdemir fürchtet Fehler heute mehr als früher
Berlin (dts) – Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fürchtet Fehler heute mehr als früher: „Ein falscher Satz, eine unbedachte Handlung können heutzutage gewaltige Wellen schlagen“, so Özdemir im „Zeit Magazin“. „Aber wenn ich dieser Angst die Herrschaft überlassen würde, müsste ich sofort aufhören mit dem, was ich tue.“ Nach der mittleren Reife hatte der Politiker zunächst eine Ausbildung als Erzieher absolviert: „Für meinen Vater ein Schlag ins Gesicht sein einziger Sohn will mit Kindern spielen“, so Özdemir, der nach eigener Aussage kein guter Schüler war.
„Ich war schlecht in der Schule, musste sogar eine Klasse wiederholen. Und dann tritt dieser Sohn auch noch in eine Partei ein mit Männern, die stricken“, erklärte der Grünen-Chef. Mittlerweile seien seine Eltern aber stolz auf ihn.
Betreuungsgeld
Schäuble will Betreuungsgeld nicht für Kitas ausgeben
Berlin (dts) – Das Bundesfinanzministerium lehnt es ab, frei werdende Haushaltsmittel aus dem vom Bundesverfassungsgericht gestoppten Betreuungsgeld in Kitas oder zusätzliche Familienleistungen zu investieren. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will das Geld nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ lediglich dafür nutzen, das ohnehin weiter gültige Elterngeld planmäßig auszahlen zu können. Sein parlamentarischer Staatssekretär Jens Spahn (CDU) kündigte am Dienstag bei der Haushaltsklausur der Bundestagsfraktionen von SPD und Union in Berlin an, das Geld werde gebraucht, um „ungeplante Mehrausgaben“, sprich Haushaltslöcher, beim Elterngeld sowie bei Hartz-IV-Leistungen zu decken.
Damit erteilt Schäuble gleich zu Beginn der Beratungen des Haushalts 2016 Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine Absage. Schwesig fordert, das Geld, das der Bund nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr als Betreuungsgeld auszahlen darf, den Ländern für Kitas zukommen zu lassen. Schwesig kündigte am Dienstag auf Nachfrage Widerstand an. „Die frei werdenden Mittel dürfen nicht zu Lasten der Familien eingespart oder anderweitig ausgegeben werden“, sagte sie der SZ. „Das Geld muss Kindern und Familien zugutekommen.“ Auch aus Bayern kommt Protest gegen Schäubles Weigerung, den Ländern das Betreuungsgeld zu überlassen, wie dies CSU-Chef Horst Seehofer gefordert hatte. „Wir wollen das Geld vom Bund haben“, sagte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Dienstag. „Ich setze auf das, was wir in der Koalition vereinbart haben.“ Das Betreuungsgeld sei mit dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz verknüpft.
Das Betreuungsgeld läuft bis 2018 aus. Im kommenden Jahr werden 390 Millionen Euro frei, die Summe wird auf eine Milliarde Euro jährlich ansteigen. Schäuble geht davon aus, dass das Geld vollständig gebraucht wird, um bislang nicht gedeckte Mehrausgaben beim Elterngeld und bei Hartz-IV-Beziehern zu finanzieren. Die Zahl der Elterngeldbezieher steigt seit Jahren, insbesondere weil immer mehr Väter eine Familienzeit nehmen. Für 2018 hatte das Ministerium ursprünglich mit 5,8 Milliarden Euro an Elterngeld geplant, inzwischen ist abzusehen, dass zusätzliche 800 Millionen Euro gebraucht werden. Weitere 130 Millionen Euro jährlich kalkuliert das Ministerium für ungeplante Hartz-IV-Leistungen an Familien ein. Bisher wurde das Betreuungsgeld auf Hartz-IV-Zahlungen angerechnet. Fällt es weg, muss der Bund die Differenz ausgleichen. Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, sagte der SZ, „bevor man über neue Projekte nachdenkt, muss die bestehende gesetzliche Leistung Elterngeld vollständig finanziert werden. In den nächsten drei Jahren rechne ich mit zusätzlichen Ausgaben von über einer Milliarde Euro. Freie Mittel sehe ich nicht.“

