"Aus Möbeln gebastelte Waffen"
Polizeigewerkschaft warnt vor Gewalt-Eskalation in Flüchtlingsheimen
Berlin (dts) – Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fürchtet nach den jüngsten Gewaltausbrüchen eine Eskalation der Gewalt in Flüchtlingsheimen. Es gebe die „Gefahr, dass die Lage nicht nur an der Grenze, sondern auch in den Flüchtlingsunterkünften außer Kontrolle gerät“, sagte Wendt der „Bild“-Zeitun.
„Nach unseren Erkenntnissen kommt es leider an vielen Orten – nicht nur in Kassel und in Hamburg – sehr gezielt und gut vorbereitet nahezu täglich zu ethnischen oder religiös motivierten gewaltsamen Auseinandersetzungen.“ Wendt weiter: „Da dreschen junge, testosterongesteuerte Männer im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander ein. Das sind keine Rempeleien, die der Enge des Raumes geschuldet sind, was daran zu sehen ist, dass die Asylbewerber zum Teil mit Waffen aufeinander losgehen, die sie zuvor aus Möbeln selbst gebastelt haben – in Ermangelung anderer Waffen.“
NSU-Morde
NSU-Prozessakten auf Bürgersteig in Köln aufgetaucht
NSU-Prozessakten auf Bürgersteig in Köln aufgetaucht
Köln (nex) – Der bereits zum wiederholten Male von dubiosen Begleiterscheinungen überschattete Prozess um die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) ist um einen peinlichen Vorfall reicher. Wie der Vorsitzende Richter Manfred Götzl den Verfahrensbeteiligten eröffnete, habe das Fundbüro in Köln-Ehrenfeld im Gericht angerufen und gemeldet, eine CD mit vertraulichen Aktenstücken aus dem Verfahren sei auf einem Bürgersteig gefunden worden.
Auf Nachfrage wollte jedoch keiner der Anwälte eine Lieferung vermisst haben. Nachlieferungen dieser Art sind seit Beginn des Prozesses gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe im Mai 2013 Gang und Gäbe. In ihnen werden Dokumente von Ermittlungsbehörden oder Schreiben der Prozessbeteiligten zusammengefasst, digitalisiert und als CDs vom Gericht verteilt. Zschäpe steht gemäß der Anklage seitens der Bundesanwaltschaft im Verdacht, an einer Serie von zehn Morden und weiteren Verbrechen in den Jahren 2000 bis 2007 beteiligt gewesen zu sein, die vorwiegend aus rassistischen Beweggründen begangen worden waren.
Seit Entdeckung des neonationalsozialistischen Terrornetzwerkes werden die Ermittlungen von einer Reihe offener Fragen und mysteriöser Vorfälle begleitet. So wurden mehrfach in Verfassungsschutzämtern Akten vernichtet, die sich auf die Tatverdächtigen bezogen, darüber hinaus bleibt die Rolle einiger Mitarbeiter und Zuträger des Inlandsgeheimdienstes ungeklärt, die sich in deren Umfeld bewegten, und außerdem fällt die verhältnismäßig geringe Lebenserwartung nicht nur unter den mutmaßlichen Mittätern Beate Zschäpes, sondern auch jene von Zeugen auf.
Beispielsweise verbrannte am 16. September 2013 ein 21-jähriger Zeuge in einem Wagen in Stuttgart, der wenige Meter vor jener Polizeibehörde abgestellt war, gegenüber der er wenig später über seine Beobachtungen aussagen sollte, und im April 2014 verschied der langjährige führende Neonazi und V-Mann „Corelli“, auch bekannt als Thomas R., im Alter von 39 Jahren, angeblich an den Folgen einer bis dahin unbekannten Diabetes-Erkrankung.
Republikaner verweigern Gesetzesänderung
Nach Schießerei in Oregon: Obama fordert strengere Waffengesetze
Washington (dts) – US-Präsident Barack Obama hat nach der Schießerei an einem College im US-Bundesstaat Oregon strengere Waffengesetze für die Vereinigten Staaten gefordert. „Wir müssen unsere Gesetze ändern“, sagte Obama. Es genüge nicht, immer wieder der Opfer zu gedenken.
„Die Berichte werden zur Routine. Meine Reaktion, hier oben auf dem Podium, wird zur Routine“, so Obama. Die USA seien das einzige fortschrittliche Land, das diese „Massen-Schießereien“ alle paar Monate erlebt. Bei der jüngsten Schießerei am Umpqua Community College in Roseburg im US-Bundestaat Oregon sind am Donnerstagvormittag (Ortszeit) mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, sieben Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Bei dem Täter handele es sich um einen 26 Jahre alten Mann, berichtet CNN. Er kam bei der Schießerei ums Leben. Ob er sich selbst getötet hat oder bei einem Schusswechsel mit der Polizei erschossen wurde, ist bislang unklar. Auch zum Motiv des Mannes gibt es bisher keine konkreten Hinweise. Um die Waffengesetze zu ändern, benötigt Obama die Unterstützung des Kongresses, wo die Republikaner derzeit die Mehrheit haben. In der Vergangenheit haben sich vor allem Mitglieder der Republikanischen Partei einer Gesetzesänderung verweigert.
Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay
Hudson’s Bay will kräftig mit Kaufhof wachsen
Toronto (dts) – Hudson’s Bay, der neue Eigentümer von Kaufhof, will in den kommenden fünf Jahren kräftig mit der deutschen Warenhauskette wachsen. Hudson’s Bay haben in Kanada den Umsatz in fünf Jahren um 30 Prozent gesteigert und „das haben wir jetzt auch in Deutschland vor“, sagte Richard Baker, der Chef des nordamerikanischen Warenhauskonzerns im Interview mit dem „Handelsblatt“. Befürchtungen über Einschnitte bei Kaufhof wies Baker zurück: „Unser Prinzip ist es nicht, durch Einschnitte zum Erfolg zu kommen. Ich wäre doch sehr erstaunt, wenn wir es in den nächsten fünf Jahren nicht schaffen würden, die Zahl der Mitarbeiter bei Kaufhof deutlich zu steigern“, sagte er dem „Handelsblatt“ weiter. Erreichen will Baker das mit „dem deutschen Management-Team“, das Kaufhof schon heute leite. „Wir haben nicht die Absicht, neue Manager aus Kanada oder den USA in Deutschland einzusetzen“, sagte er weiter.
Die Kaufhäuser von Kaufhof in Deutschland haben beste Chancen großartig zu sein, aber sie sind es noch nicht.“ Er kritisierte zum Beispiel, dass Schuhe „hier in Selbstbedienung angeboten werden, wo gibt es das sonst noch auf der Welt“. Baker will Kaufhof stark auf Mode konzentrieren, weil die Kunden nicht wegen der Basisartikel kämen. „Es fehlt das Aufregende, das Unterhaltsame“, analysierte der Hudson?s Bay-Chef. „Wir versprechen keine schnellen Wunder“, sagte Baker. „Bis Ende 2016 werden wir sehen, was funktioniert hat und was nicht.“
Friedensabkommen von Oslo
Netanjahu mahnt Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses an
New York (dts) – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses angemahnt. Die Palästinenser dürften nicht vor ihren Verpflichtungen davonlaufen, so Netanjahu am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung in New York. Israel sei zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Mittwoch das Friedensabkommen von Oslo aufgekündigt. Dies gelte, solange Israel die Einigung ständig verletze, so Abbas. 1993 hatten in Washington die damaligen Außenminister Mahmud Abbas, Schimon Peres, Warren Christopher und Andrei Kosyrew in Anwesenheit von Yitzhak Rabin, Jassir Arafat und Bill Clinton die „Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung“ (auch Oslo I genannt) unterzeichnet. Beide Seiten erkannten einander erstmals offiziell an. Die Israelis akzeptierten die PLO als offiziellen Vertreter der Palästinenser, die PLO verpflichtete sich, aus ihrer Charta alle Passagen, welche die Vernichtung Israels als Ziel enthielten, zu streichen.
Im ägyptischen Taba unterzeichneten Rabin und Arafat 1995 das „Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen“ (auch Oslo II genannt). Die Palästinenser bekamen für etwa drei Prozent des Westjordanlands (mit über 80 Prozent der palästinensischen Bevölkerung des Westjordanlandes) autonome Regierungskompetenzen zugesprochen. In etwa einem Viertel des Gebietes sollten sich die Palästinensische Autonomiebehörde und Israel die Verwaltung teilen (Gebiet B). In den restlichen 73 Prozent sollten die Israelis weiter allein die Kontrolle ausüben.
Europa League
Dortmund und Saloniki trennen sich 1:1
Thessaloniki (dts) – Borussia Dortmund und PAOK Saloniki haben sich am zweiten Spieltag in der Gruppenphase der Europa League am Donnerstagabend mit 1:1 unentschieden getrennt. Die Elf von Trainer Tuchel konnte sich zunächst keine klaren Chancen erarbeiten. In der 34. Minute bracht Róbert Mak dann die Griechen in Führung, erst in der 72. Minute gelang Gonzalo Castro der Ausgleich.
Zuvor hatte der FC Schalke 04 mit 4:0 gegen Asteras Tripolis gewonnen, der FC Augsburg unterlag Partizan Belgrad mit 1:3.
Bartmode
Style Trend: Bart-Extensions für den Mann von heute
Paris (nex) – Der neueste Hipster-Trend aus Frankreichs Modemetropole ist mit Sicherheit kein „alter Bart“. Die umfangreiche Gesichtsbehaarung ist für den modebewussten Mann ein absolutes „must-have“.
Bilder von Männern mit Bart-Extensions verbreiten sich von Paris aus weltweit über das Netz. Intitiatorin der haarigen Mode ist Sarah Daniel Hamizi, seit 16 Jahren Barbierin in Paris. „Mir kam die Idee zu Bart-Extensions auf der Straße. Dort habe ich eine Frau gesehen, deren Haar bildete eine Art Skulptur aus schönen Locken.“ sagt sie in einem Interview. Jetzt will die Barbierin ihre Bartmode auch in den USA erfolgreich vermarkten.
Bei einer Bartverlängerung können Männer zwischen Echthaar und synthetischen Strähnen wählen. Die Preise für eine Verlängerung belaufen sich laut Hamizi zwischen 80 und 250 Euro. Einzige Voraussetzung für den modebewussten Herren sind mindestens zwei Zentimeter eigenen Kinnbewuchs. Die Bart-Extensions werden dann wie ein Teppich eingewebt.
Polit-Comeback
Seehofer holt zu Guttenberg in sein Wahlkampfteam
Berlin (dts) – CSU-Chef Horst Seehofer beruft den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in sein Wahlkampf-Kompetenzteam. Der 43-Jährige solle die Partei in der Sicherheitspolitik sowie bei der Digitalisierung beraten, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Aus der neuen Zusammenarbeit seien aber „keine weiteren Schlüsse“ über weitere Aufgaben zu Guttenbergs zu ziehen.
Seehofer lobte zu Guttenberg als „herausragenden Kopf“, der sein Wissen und Können themenbezogen einbringen soll. Wie das Blatt weiter berichtet, werde der ehemalige Bundesminister seinen Lebensmittelpunkt in den USA behalten und völlig frei in der Terminwahl sein. Zu Guttenberg wolle lediglich seiner politischen Heimat helfen, so Seehofer.
EU-Flüchtlingspolitik
Bundestag beschließt Bundeswehreinsatz gegen Schlepper im Mittelmeer
Berlin (dts) – Der Bundestag hat am Donnerstag die Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der EU-Mission gegen Menschenschmuggel im Mittelmeer beschlossen. 450 Abgeordnete stimmten für einen entsprechenden Antrag der Bundesregierung, 116 stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Bis Ende Oktober sollen bis zu 950 Bundeswehrsoldaten an der Mission im südlichen und zentralen Mittelmeer teilnehmen.
Schiffe, die im Verdacht stehen, für Menschenschmuggel oder Menschenhandel benutzt zu werden, sollen beschlagnahmt und umgeleitet werden. Bisher waren bereits 350 deutsche Soldaten im Mittelmeer im Einsatz. Die Opposition ist gegen eine deutsche Beteiligung an der EU-Mission.
Abgas-Skandal
Diesel-Fahrzeuge: Berlin erwartet starken Druck aus Brüssel
Berlin (dts) – Die Bundesregierung erwartet laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Focus“ starken Druck aus Brüssel gegen ihren bisherigen Kurs zur Förderung von Diesel-Pkw. So meldet die EU-Kommission angesichts der anhaltend hohen Stickstoffdioxid-Werte in deutschen Ballungszentren massive Bedenken gegen die niedrigere Besteuerung von Dieselkraftstoff an, berichtet das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise. In einem Mahnschreiben vom Juni dieses Jahres hat die Kommission zudem deutlich gemacht, dass sie in einem „Verbot von Dieselfahrzeugen in einigen städtischen Gebieten“ ausdrücklich „einen wesentlichen Beitrag zur Problemlösung“ sehe.
Die Bundesregierung habe in ihrer Antwort bereits eingeräumt, dass die aktuellen Diesel-Pkw „im realen Betrieb viel zu hohe Stickoxid-Emissionen“ aufwiesen. Nervosität in der Berliner Regierungskoalition haben dem „Focus“-Bericht zufolge auch Pläne aus Baden-Württemberg ausgelöst. Dort wolle der grüne Umweltminister Winfried Hermann ab 2019 im stark belasteten Stuttgart nur noch Diesel mit der Schadstoffklasse Euro-6 zulassen. Weitere 22 deutsche Ballungszentren mit hohen Stickoxid-Werten, darunter fast alle Großstädte, könnten nachziehen.
Aus Sorge um Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Automobil- und Zuliefererindustrie blockiere die SPD in Baden-Württemberg aber eine entsprechende Bundesratsinitiative. Jeder vierte in Westeuropa zugelassene Neuwagen ist aktuell ein in Deutschland produziertes Diesel-Fahrzeug. Fast jedes zweite hierzulande hergestellte Auto wird mit der Selbstzünder-Technologie ausgeliefert. Bei einer Absenkung der Dieselquote würden zudem die Klimaziele der Bundesregierung wackeln, berichtet das Nachrichtenmagazin. Die Selbstzünder stoßen wegen geringerer Verbrauchswerte weniger Kohlendioxid aus.


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