Türkei
Türkischer Ex-Polizeichef: Gülen-Netzwerk schwerer zu bekämpfen als PKK
Ankara (nex) – Der langjährige Polizeikommissar und hochrangige Beamte im polizeilichen Nachrichtendienst der Türkei, Hanefi Avcı, hat auf einer Veranstaltung in Sivas das Gülen-Netzwerk im Staatsapparat als die größte Gefahr für die innere Sicherheit im Land bezeichnet. Der „Parallelstaat“, den die sogenannte „Hizmet-Bewegung“ im Wege einer jahrelangen, strategisch durchgeplanten Aktion im Inneren von Justiz und Verwaltung errichtet habe, sei noch schwerer zu bekämpfen als bekannte terroristische Vereinigungen wie PKK, TIKKO oder DHKP/C.
Anhänger des schillernden Predigers Fethullah Gülen sollen das Netzwerk unterhalten. Dieser hatte sich 1998 angesichts drohender Strafverfolgung in der Türkei in die USA abgesetzt. Im Rahmen der „Tage der Nationalen Sicherheit“ zum 96-jährigen Jubiläum des Sivas-Kongresses war Hanefi Avcı im Rahmen der 4. Büchertage von Sivas in der Buruciye-Druckerei als Referent geladen. Der auf Grund seiner frühen Enthüllungen über die gezielte Unterwanderung des Staatsapparates durch die Gülen-Anhänger ins Visier des heute flüchtigen Staatsanwaltes Zekeriya Öz gelangte frühere Spitzenbeamte war unter fadenscheinigen Gründen zum Teil der „Ergenekon“-Verschwörung erklärt wurde.
Der 2011 seines zweifelhaften und übereifrig wirkenden Gebarens wegen vom Ergenekon-Verfahren abgezogene Staatsanwalt Öz hatte ausgerechnet dem sich selbst als islamisch-konservativ einstufenden Hanefi Avcı vorgeworfen, Teil der linksextremistischen Vereinigung Devrimci Karargah Örgütü innerhalb des Ergenekon-Netzwerks zu sein. Im Juli 2013 wurde Avcı verurteilt. Nachdem mit dem von Gülen-Anhängern in Polizei und Justiz unternommenen Putschversuch im Dezember 2013 die Existenz eines Parallelstaates offenbar wurde und die Regierung begann, gezielt gegen Anhänger des Gülen-Netzwerks vorzugehen, wurde auch das Ergenekon-Verfahren noch einmal aufgerollt und der profilierte Polizeibeamte kam im Juni 2014 frei.
Avcı machte deutlich, dass zur Bekämpfung des Gülen-Netzwerkes völlig andere Maßnahmen und Schritte erforderlich wären als beim Vorgehen gegen die PKK und andere terroristische Vereinigungen, die außerhalb des Staatsapparates in der Illegalität agierten und deren Strategien bekannt seien. Die Parallelstruktur habe hingegen zum Ende hin in allen wichtigen Institutionen des Staates ihre Schläfer gehabt und Teile des Apparates sogar vollständig kontrolliert. Auch wenn die Regierung sich des Problems mittlerweile bewusst geworden wäre und durch umfassende Umstrukturierungen, Vorruhestände und Entlassungen einiges von der Macht des Gülen-Netzwerkes gebrochen hätte, würden sich heute noch Elemente innerhalb der Bürokratie befinden, deren Loyalität im Zweifel nicht dem türkischen Staat gelte.
Darauf deute unter anderem hin, dass es zwei Staatsanwälten, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, ebenso rechtzeitig gelungen sei, sich ins Ausland abzusetzen, wie auch anderen Persönlichkeit, um die sich infolge ihrer Rolle beim Aufbau und der Finanzierung der „Parallelen“ die Schlinge immer enger gezogen hätte. Hier hätte einiges bezüglich der Koordination zwischen den Strafverfolgungs- und Verwaltungsbehörden nicht gestimmt. Es wird gemutmaßt, dass die Betreffenden Hinweise auf bevorstehende Razzien oder Verhaftungen erhalten hätten. Auch die Rolle eines dubiosen Twitteraccounts mit dem Namen „Fuat Avni“ ist noch nicht geklärt, der sich seit Anfang des Jahres 2014 als eine Art Wahrsager im Zusammenhang mit angeblich geplanten Maßnahmen der türkischen Justiz gegen mutmaßliche Angehörige des Gülen-Netzwerks geriert.
Dennoch hätten, so Avcı, die umfangreichen Razzien und Umstrukturierungen der letzten Jahre in Polizei und Justiz der Parallelstruktur viel an Spielraum genommen und dieser ihre Wühlarbeit erschwert. Unterdessen hat in der Türkei eine umfangreiche Antiterror-Razzia auf mehreren Anwesen der Koza Ipek Holding stattgefunden, eines Mischkonzerns, der, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, in Verdacht geraten ist, terroristische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem „Parallelstaat“ finanziell unterstützt und Propaganda für eine terroristische Organisation betrieben zu haben. Sechs Personen wurden festgenommen, ein Haftbefehl gegen den Vorsitzenden der Gruppe, Akin Ipek, konnte nicht vollstreckt werden, weil dieser sich AA zufolge zwei Tage vor Beginn der Operation mit seinem Privatjet nach London abgesetzt habe.
Avcı bat im Rahmen seines Auftritts seine Zuhörer zudem, trotz der tragischen Vorfälle in den letzten Tagen im Zusammenhang mit dem Terror der PKK nicht in Hoffnungslosigkeit zu verfallen: „Dieser Staat besitzt die Kraft und die Fähigkeit, vieles zu unternehmen. Man sollte niemals auf diese Provokationen eingehen, die Kontrolle verlieren und dagegen maßlos reagieren. Dadurch schadet man lediglich dem gemeinen Volk und dem Staat. Das bewusste Handeln muss unsere Haltung sein. Wer darüber hinaustritt und eigenständig versucht, ins Geschehen einzugreifen, könnte somit selbst Anarchie heraufbeschwören und vielleicht sogar den größten Schaden an die nationale Sicherheit richten.“
Ein weiteres Thema, das die Besucher bewegte, war der Tod des 2009 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommene Politikers Muhsin Yazıcıoğlu, der sich gerade zum Zeitpunkt des Unglücks gerade als Vorsitzender der rechtskonservativen Partei der Großen Einheit (BBP) im Wahlkampf befand. Rund um das Unglück hatte es zahlreiche Spekulationen und auch Verschwörungstheorien gegeben. Unter anderem sollen Rettungskräfte aus der Einsatzleitung heraus in eine falsche Richtung beordert worden sein, andere Beobachter spekulierten, der Politiker sei am Rande des Absturzes ermordet worden. Avcı trat diesen Gerüchten entgegen. Yazıcıoğlu habe vor seinem Tod noch die Gelegenheit gehabt, der Bevölkerung mutig und aufrecht seine Botschaft mitzuteilen. Avcı sei weiterhin davon überzeugt, dass die Todesursache von Yazıcıoğlu ein Unfall gewesen sei. „Wenn alles sachgemäß verläuft, gibt es kein Problem. Wer jedoch das Gegenteil behauptet, muss handfeste Beweise vorlegen.“ Dafür, dass es sich im Falle von Muhsin Yazıcıoğlu um einen Mord und nicht um einen Unfall handelte, gäbe es jedoch weder Indizien noch Beweise.
Heidenau
Massenschlägerei in Heidenauer Flüchtlingsunterkunft
Heidenau (dts) – In einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau ist es am Montagabend zu einer Massenschlägerei gekommen. Nach bisherigen Ermittlungen begann der Streit an der Essensausgabe, als sich ein 37-jähriger Inder vorgedrängelt und dabei eine schwangere Syrerin abgedrängt habe, teilte die örtliche Polizei mit. Als der Ehemann der Frau ins Geschehen eingriff, eskalierte demnach die Situation und es sei zu einer Schlägerei zwischen einer unbekannten Anzahl von Personen gekommen.
Dabei seien die Männer mit Stuhlbeinen und anderen Möbelteilen aufeinander losgegangen. Die alarmierte Polizei beendete schließlich die körperliche Auseinandersetzung. Bislang konnten sechs Männer aus Syrien, Indien, Pakistan, Afghanistan und dem Irak als Tatverdächtige identifiziert werden. Sie müssen sich nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Sachbeschädigung verantworten, hieß es seitens der Ordnungshüter weiter.
Lufthansa-Streik
Gespräche gescheitert: Lufthansa-Piloten drohen mit Streik
Frankfurt/Main (dts) – Die Lufthansa-Piloten haben nach gescheiterten Tarif-Gesprächen mit neuen Streiks bei der Kranich-Airline gedroht. In einem am Dienstag geführten Gespräch habe der Konzernvorstand das Angebot der Piloten zu einem „Bündnis für Wachstum und Beschäftigung“ abgelehnt, teilte die Vereinigung Cockpit am Mittwoch mit. Eine der wesentlichen Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen zu diesem Gesamtpaket war demnach, dass Lufthansa die Ausflaggung von Flugzeugen und die damit verbundene Verlagerung von Arbeitsplätzen in untarifierte Unternehmen im In- und Ausland unterlässt.
„Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung“, so Markus Wahl, Sprecher der Piloten-Vereinigung. „Es wird offensichtlich, dass dieser Konzernvorstand keine gemeinsamen Lösungen anstrebt. Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht.“ Die Lufthansa scheine auch weiterhin nicht willens, „gesamthaften Lösungen die notwendige Zeit am Tariftisch einzuräumen“, hieß es seitens des Sprechers weiter. Die Vereinigung Cockpit sehe sich deshalb gezwungen, „die strittigen Themen nun doch wieder einzeln und nacheinander anzugehen“, so Wahl. „Somit fallen die Verhandlungen bezüglich der Versorgungsregelungen auf den Stand von April 2014 zurück. Ab sofort muss bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings jederzeit mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet werden.“
Sichere Herkunftsländer
Union will wegen Flüchtlingskrise Grundgesetz ändern und Abschiebungen erleichtern
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise plant die Union eine Grundgesetzänderung. Nach „Bild“-Informationen sollen Länder, aus denen Asylanträge zu 99 Prozent abgelehnt werden, künftig automatisch als sichere Herkunftsstaaten gelten, damit sofortige Abschiebungen erleichtert werde. Um diesen Automatismus verfassungskonform einführen zu können, muss der Grundgesetz-Artikel 16a geändert werden, in dem lediglich eine individuelle Festsetzung sicherer Herkunftsländer vorgesehen ist.
Außerdem sollen per Verfassungsänderungen die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern neu verteilt werden, um dem Bund die Möglichkeit zur Beschleunigung von Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden zu geben
+++ Eilmeldung +++
Irak: Bewaffnete Unbekannte kidnappen 18 türkische Arbeiter von ihrer Baustelle
Bagdad (nex) – Irakischen Offiziellen zufolge sollen am Mittwoch 18 türkische Arbeiter in Bagdad von maskierten Männern in Militäruniformen entführt worden sein. Dies berichtet die Zeitung „Daily Sabah“. Die Entführten sollen bei einem türkischen Bauunternehmen beschäftigt sein, das einen Sportkomplex im Stadtteil Sadr City im Osten Bagdads errichten soll.
Die Baufirma Nurol bestätigte, dass 18 Arbeiter entführt worden seien. Die bewaffneten Entführer sollen am Mittwochmorgen die Baustelle gestürmt haben, wo die Arbeite in Wohnwägen geschlafen hatten, und diese in mehreren SUVs weggebracht haben. Da es bis dato noch eine Nachrichtensperre in dieser Angelegenheit gibt, sprachen die Offiziellen unter der Bedingung der Zusicherung von Anonymität mit den Medien. Sowohl die Identität als auch die Motive der Entführer sind bis dato unbekannt. Auf weitere Gewalttaten gibt es keine Hinweise. Auch das türkische Außenministerium bestätigte, dass 18 türkische Staatsangehörige in Bagdad entführt worden seien und dass man bezüglich des Vorfalls in stetigem Kontakt mit irakischen Behörden stehe.
Aus Sicherheitsgründen könnten jedoch noch keine Details zu den Arbeitern oder ihren Arbeitgebern bekanntgegeben werden. Die Türkei hatte jüngst damit begonnen, Luftangriffe gegen Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) durchzuführen und den USA die Nutzung eigener Militärbasen zu erlauben, um von dort aus gegen die Terroristen vorzugehen. In den frühen Jahren des irakischen Bürgerkriegs und der eskalierenden konfessionellen Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten in Bagdad während der Jahre 2006 und 2007 waren zahlreiche Entführungen zu beklagen.
Meist wurden die Leichen der Betroffenen bereits einen oder zwei Tage später aufgefunden, ein Großteil davon wies Folterspuren auf und wurde durch Kopfschüsse getötet. Seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt wird Bagdad bereits von Gewalt heimgesucht, Sprengfallen, Selbstmordanschläge und Mordanschläge gehören zum Alltag in der irakischen Hauptstadt. Während auch die Praxis, Menschen zu entführen, um Lösegeld zu erpressen, über all die Jahre fortgeführt wurde, waren Entführungen in einem Umfang wie jener vom Mittwoch in den letzten Jahren eher selten geworden.
Flüchtlings-Krise
EU will Kriegsschiffe und U-Boote gegen Schleuser einsetzen
Brüssel (dts) – Die Europäische Union will ab Oktober ihren Kampf gegen Schleuser im Mittelmeer ausweiten. Sie plant sieben Kriegsschiffe, aber auch U-Boote, Drohnen und Flugzeuge außerhalb der libyschen Küstengewässer einzusetzen. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf informierte EU-Diplomaten.
„Bereits Mitte September sollen die EU-Länder im Rahmen einer Truppenstellerkonferenz melden, in welcher Stärke sie sich an der Operation beteiligen werden“, zitiert die „Welt“ einen hochrangigen EU-Diplomaten. Ziel der Maßnahme ist, außerhalb der libyschen Küstengewässer fahrende Schiffe von Schleusern zu stoppen, zu beschlagnahmen und gegebenenfalls zu zerstören. Außerdem sollen kriminelle Menschenschmuggler fest genommen werden. Der Einsatz beschränkt sich auf internationale Gewässer außerhalb der 12-Meilen-Zone. Die Schiffe sollen aber nach den Plänen des zuständigen Befehlshabers, des italienischen Konteradmirals Enrico Credendino, möglichst nah an die Küste heranfahren, um die Schiffe der Menschenschmugglerbanden rechtzeitig abfangen zu können.
Als rechtliche Grundlage des Militäreinsatzes will die EU das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UN) von 1982 und das Zusatzprotoll gegen die Schleusung von Migranten aus dem Jahr 2000 heranziehen. Diplomaten berichteten, dass Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Italien und Malta auf einen möglichst schnellen Einsatz drängen. Deutschland hat, ebenso wie Schweden, einen Prüfvorbehalt angemeldet. Die Zustimmung Berlins gilt aber als sicher. Hintergrund: Die EU-Militäroperation „EUNAVFOR MED“ hat nach offiziellen Angaben das Ziel, das Geschäftsmodell der Schleuserbanden zu zerstören und Menschenschmuggel im südlichen und zentralen Mittelmeer zu unterbinden. Die Operation wurde Ende Juni beschlossen. Seitdem haben sich die zuständigen Militärs in einer so genannten Phase eins auf das Sammeln von Informationen und die Rettung von Flüchtlingen beschränkt.
Rund 1.500 Menschenleben konnten gerettet werden, hieß es in EU-Kreisen. Vier Schiffe, zwei Flugzeuge und drei Hubschrauber sind bisher im Einsatz. Deutschland beteiligt sich mit zwei Schiffen. Der Einsatz im Mittelmeer ist in drei Phasen unterteilt. Neben der Aufklärung und der Beschlagnahme von Schleuserbooten in internationalen Gewässern, ist auch geplant, in einer dritten Phase Schleuser-Schiffe direkt in libyschen Hoheitsgewässern oder sogar an Land zu zerstören. Dafür wäre aber ein UN-Mandat oder die Zustimmung der libyschen Regierung notwendig. Beides gilt derzeit als ausgeschlossen. Die Außen- und Verteidigungsminister werden in dieser Woche bei ihren Treffen in Luxemburg über den Einsatz beraten.
Humanisierung der Schulen
Bildungsreformer: Flüchtlingskinder oft lernmotivierter als deutsche Mitschüler
Berlin (dts) – Der Bildungsreformer Gerald Hüther erwartet von den Kindern aus Flüchtlingsfamilien „einen wichtigen Impuls für die Humanisierung unserer Schulen“. Das sagte der Mitbegründer der Bewegung „Schule im Aufbruch“ in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Integration der Flüchtlingskinder könne ebenso wie die Inklusion behinderter Kinder nur in einem veränderten Klima an den Regelschulen gelingen: „Die Konkurrenz muss der gegenseitigen Hilfe weichen“, forderte der Bildungsreformer.
Überlegungen, Kindern, deren Familien wenig Aussicht auf Anerkennung nach dem Asylgesetz haben, den Zugang zu den Schulen zu verweigern, nannte der Neurobiologe „verbrecherisch und unmenschlich“. „Wenn in Deutschland Kinder sind, dann gehören die bitte auch in unsere Schulen“, betonte Hüther. Alles andere wäre ein Grund, sich für das Land zu schämen. Nach Ansicht von Hüther stehen die deutschen Schulen derzeit vor „dramatischen Veränderungen“. Anders als bei vielen deutschen Kindern sei bei den Flüchtlingskindern die Lust aufs Lernen nämlich oft noch sehr groß. Deshalb dränge sich die Frage auf: „Was ist denn eigentlich mit unseren eigenen Kindern? Haben wir denen etwa schon vor der Schule die Lust aufs Lernen ausgetrieben?“ Laut Hüther ist es die zentrale Aufgabe der Schule, dafür zu sorgen, dass Schüler die Freude am eigenen Entdecken und Gestalten nicht verlieren. Genau das passiere an deutschen Schulen derzeit aber immer öfter, kritisierte er. Sogar aus der Wirtschaft kämen vermehrt Klagen über lustlose Schulabgänger mit guten Zensuren, aber ohne Leidenschaft.
Wahltrend
Nach Türkei-Lob: Umfrageverluste bei CDU/CSU
Berlin (dts) – Die Union muss in der Wählergunst leichte Verluste hinnehmen: Im „Stern“-RTL-Wahltrend kommen CDU/CSU in dieser Woche auf 40 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD gewinnt hingegen im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt hinzu auf nun 24 Prozent. Auch die Grünen können sich leicht auf elf Prozent verbessern, ebenso die FDP, die wieder bei fünf Prozent liegt.
Die Linke behauptet ihre elf Prozent, während die AfD wieder auf drei Prozent absackt. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen sechs Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 30 Prozent.
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Flüchtlingsentwicklung
Immer mehr Frauen auf Balkanroute – 12 Prozent schwanger
Skopje (dts) – Auf der sogenannten „Balkanroute“ sind immer mehr weibliche Flüchtlinge unterwegs – und ein beträchtlicher Teil davon ist nicht nur bezogen auf eine friedlichere Zukunft guter Hoffnung. Allein Mazedonien wird nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen jeden Tag von rund 3.000 Flüchtlingen durchquert, davon sind etwa ein Drittel Frauen und Kinder – und 12 Prozent der Frauen sind schwanger. Die Zahl der Frauen und Kinder hat sich damit stark erhöht.
Im Juni bestanden 90 Prozent der Flüchtlinge auf der Balkanroute aus Männern. Wie UNICEF am Dienstag weiter unter Berufung auf das mazedonische Innenministerium mitteilt, kommen 80 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien, sowie jeweils fünf Prozent aus Afghanistan und dem Irak.
Gemeinsames Projekt
Erstes Treffen zwischen Türkei und Israel nach 5 Jahren
Jerusalem (nex) – Am Montag ist eine türkische Delegation zum ersten Mal wieder in Tel Aviv gelandet, seit die Beziehungen aufgrund des Angriffs auf eine türkische Hilfsorganisation im Jahr 2010 im Gazagebiet auf Eis gelegt wurden. Bei dem Angriff sind neun türkische Aktivisten getötet worden. Ein weiteres Mitglied der Hilfsorganisation ist im letzten Jahr nach vier Jahren Koma verstorben.
Gemäß israelischen Medienberichten zufolge wird sich die türkische Delegation mit Ayoub Kara, Israels Vizeminister für Gebietserschließung und einem Mitglied der Knesset, dem israelischen Parlament, treffen.
Die Mitglieder der Delegation werden Baupläne der türkischen Regierung zur Errichtung eines Industriegebiets in der Nähe der nördlich gelegenen Stadt Jenin im Westjordanland vorlegen, um die angeschlagene Wirtschaft Palästinas zu unterstützen. Die Türkei ist bereit, mehr als 100$ Millionen in das Gebiet im Westjordanland zu investieren.

