Kooperation mit Easyjet
Lufthansa-Chef sieht Konzern vor tiefer Zäsur

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Frankfurt/Main (dts) – Die Lufthansa steht nach Meinung ihres Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr „vor einem Wendepunkt“. Die Fluglinie habe erstmals in ihrer 60-jährigen Geschichte über mehrere Jahre kein Wachstum gehabt, sagt Spohr in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. Grund dafür sei, so der Lufthansa-Chef, „dass wir es heute mit unseren Kosten kaum noch schaffen, irgendeine Strecke zu finden, die zu fliegen weniger kostet, als wir von den Passagieren dort erlösen können“. Deshalb passe „das, was bisher üblich war, also eine gute Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und gute Karriereperspektiven, auf einmal nicht mehr zusammen“. Spohr will deshalb verstärkt auf die neue Billigtochter Eurowings setzen. „Bevor ich die Fluggäste gar nicht mehr bekomme, wachse ich lieber mit einer Zweitmarke“, rechtfertigt der Luthansa-Chef den geplanten Auf- und Ausbau der österreichischen Tochtergesellschaft. Offenbar kann sich Spohr dabei eine Kooperation zwischen Eurowings und dem Konkurrenten Easyjet durchaus vorstellen. Er habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Eurowings ein offenes System werden solle, so Spohr. Und Easyjet habe „schon häufig Interesse daran bekundet, mit der Lufthansa-Group zusammenzuarbeiten“. In dem Gespräch rechtfertigt Spohr die angekündigten oder bereits erstatteten Schadensersatzzahlungen an Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir mehr tun werden, als wir tun müssen“, so Spohr, in Einzelfällen könnten die materiellen Entschädigungen mehr als eine Million Euro betragen. „Aber was immer wir tun: Wir können nie kompensieren, was den Angehörigen passiert ist“, sagt der Lufthansa-Chef. Kein Geld der Welt könne die Trauer lindern, „die über diese Menschen gebracht wurde“.

Verdacht der Untreue
Ermittlungen gegen Abgeordnete wegen Wahlkampf 2013

Berlin (dts) – Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen vier aktuelle oder ehemalige Bundestagsabgeordnete wegen des Verdachts der Untreue. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“ handelt es sich um Abgeordnete von SPD, CDU, Grünen und Linken. Sie sollen ihre Mitarbeiter auf Staatskosten im Bundestagswahlkampf 2013 eingesetzt haben, obwohl diese laut Abgeordnetengesetz nur bei der „parlamentarischen Arbeit“ helfen dürfen. Die Ermittlungen gehen offenbar auf einen Bericht des ARD-Magazins „Report Mainz“ aus der Wahlkampfzeit 2013 zurück. Damals besuchten Redakteure die Politiker in ihrem Wahlkampf und dokumentierten, wie Mitarbeiter für ihre Abgeordneten tätig wurden.

Umweltschutz
USA fordern Volkswagen zum Rückruf von fast 500.000 Autos auf

New York (dts) – Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat den deutschen Autobauer Volkswagen am Freitag aufgefordert, fast eine halbe Million Fahrzeuge wieder zurückzurufen. Der deutsche Autobauer habe angeblich eine Software verwendet, die Umweltvorgaben umgehe, berichtet die „New York Times“ auf ihrer Internetseite. Betroffen sind Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi aus den Jahren 2009 bis 2015.
 

Opferfest
Erdogan und Putin: Wiedereröffnung der Cuma Moschee

Moskau (eurasia) – Die Moskauer Zentralmoschee wird am Vorabend des höchsten islamischen Festes, Eid al-Adha (Opferfest), nach ihrem Wiederaufbau erstmals wieder am 23. September ihre Pforten öffnen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, welcher zu den geladenen Gästen zählt, werde eigens dafür nach Russland anreisen, berichtet das Nachrichtenportal World Bulletin unter Berufung auf das türkische Präsidialamt. Die Moschee, die auch unter dem Namen Moskauer Kathedralen-Moschee oder Moskauer Cuma-Moschee bekannt ist, wurde vor vier Jahren abgerissen, um wiederaufgebaut zu werden. Angaben zufolge werde sie rund 10.000 Gläubigen Platz bieten. Bei der Wiedereröffnung am 23. September wird sich ein Gebetsort für Muslime in der russischen Hauptstadt wiederfinden, der 20-mal größer ist als sein Vorgängerkomplex. Das Gebetshaus wurde auf einer Fläche von 19.000 Quadratmetern errichtet. Das türkische Präsidium für Religionsangelegenheiten (Türkisch: Diyanet İşleri Başkanlığı), eine staatliche Einrichtung zur Verwaltung religiöser Angelegenheiten, unterstützte die muslimische Gemeinde in der Russischen Föderation beim Wiederaufbau der Cuma-Moschee. Vor allem sollen sich türkische Experten am internen Design des Gebäudes beteiligt haben. Auch der russische Präsident Wladimir Putin, der sich als gläubiger Christ bekennt, und andere internationale Würdenträger werden an der Wiedereröffnungszeremonie teilnehmen. (erschienen bei eurasia am 17. September 2015)

Bundesamt für Verfassungsschutz
Nach dem Krieg war jeder dritte Verfassungsschützer Nazi

Berlin (dts) – Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestand zeitweise zu rund einem Drittel aus ehemaligen NSDAP-Mitgliedern. Das hat eine Historikerkommission ermittelt, die das Bundesamt 2011 eingesetzt hat. Bei der Aufklärung des Rechtsextremismus war die Behörde in ihrer Gründerzeit „nicht sehr gut aufgestellt“, konstatiert die Kommission, wie der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe berichtet. Nach Recherchen der Wissenschaftler kungelten NS-belastete Mitarbeiter mit Rechtsradikalen, hörten illegal ab und begingen Freiheitsberaubung. Ein ehemaliger Gestapo-Beamter, der vor 1945 Hitler-Gegner gefoltert hatte, bespitzelte als Verfassungsschützer in den Fünfziger- und Sechzigerjahren einstige Widerstandskämpfer und denunzierte sie als sowjetische Agenten. 1953 manipulierte das Bundesamt nach eigenen Angaben den Bundestagswahlkampf: Es streute das Gerücht, dass die Gesamtdeutsche Volkspartei – der unter anderem Gustav Heinemann und Johannes Rau angehörten – von den Sowjets finanziert werde.

Preisverleihung
Boxlegende Muhammad Ali ausgezeichnet

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New York (nex) – Die amerikanische Boxlegende Muhammad Ali hat am Donnerstag während einer feierlichen Zeremonie in seiner Heimatstadt Louisville eine Auszeichnung erhalten. Wie lokale Medien berichten, haben 1000 geladene Gäste an der Verleihung teilgenommen. Die Sportlegende ist mit dem Grawemeyer Spirit Award ausgezeichnet worden, um andere „anzuregen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, wie die Universität von Louisville auf ihrer Webseite verkündet hat. Der 73-jährige, der mit der Parkinsonschen Krankheit zu kämpfen hat, ist von seiner Frau Lonnie Ali auf die Bühne begleitet worden, wo sie eine Rede vor einem großen Publikum im Louisville Palace gehalten hat, unweit dem Ort, an dem die Boxlegende mit 12 Jahren zum ersten Mal öffentlich aufgetreten ist. “ Mit Entgegennahme dieses Preises werden wir daran erinnert, dass das Leben von Muhammad Generationen von Leuten auch weiterhin inspirieren soll, ihren eigenen Pfad der Größe zu entdecken, ihre Talente und Erfolge dazu zu verwenden, um andere Gemeinschaften überall auf der Welt zu stärken“, hat Lonnie Ali gesagt. Muhammad Ali war der erste Boxer in der Geschichte der Weltschwergewichtsmeisterschaften, der den Titel drei Mal hintereinander erlangt und 19 Mal erfolgreich verteidigt hat.  Geboren als Cassius Marcellus Clay Junior, hat er seinen Namen in Muhammad Ali 1964 nach der Konversion zum Islam geändert. Seit seinem Abschied vom Ring 1981 hat Ali sich an humanitären Projekten seines Muhammad Ali Centers beteiligt.

Flüchtlingskrise
Führende CDU-Innenpolitiker geben Bundesländern Mitschuld

Berlin (dts) – Führende CDU-Innenpolitiker geben den Bundesländern eine Mitschuld an der Flüchtlingskrise. „Es bringt nichts, wenn aus den Ländern mit dem Finger auf den Bund gezeigt wird. Drei Finger der eigenen Hand zeigen dabei auf einen selbst“, sagte Unions-Fraktionsvize Thomas Strobl (CDU) der „Welt“. Die Länder müssten auch ihrem Teil der Verantwortung selbst nachkommen. So sei bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber mancherorts noch eine Menge Luft nach oben. Schnellere Verfahren ohne schnelle und konsequente Rückführung seien letztlich sinnlos. Auch müssten die von den Grünen mitregierten Länder endlich ihren „rein ideologisch begründeten Widerstand“ gegen weitere sichere Herkunftsstaaten aufgeben. „Das ist dringend geboten, weil es die Verfahren deutlich beschleunigt und weil sichere Herkunftsländer die Flüchtlingsströme nach unten stabilisieren“, sagte der stellvertretende CDU-Chef. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), sagte der „Welt“: „Mit so dynamisch anwachsenden Zahlen in den Strukturen Schritt halten zu können, ist unmöglich. Das zeigt nicht zuletzt die Überforderung der Länder, die der Bund neben den eigenen Herausforderungen massiv unterstützt.“ Schröder sagte: „Die Länder dürfen nicht nur nach mehr Geld rufen, sondern müssen auch ihre Hausaufgaben machen.“ Auch aus den Kommunen kommt Kritik. „Der Bund sollte Mittel für die Flüchtlingsbetreuung direkt an die Kommunen weiterleiten und nicht erst den Umweg über die Länder nehmen“, forderte der Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, Frank Baranowski (SPD), im Gespräch mit der „Welt“. Außerdem fehlen ihm Lösungsansätze, die über die momentane Krisenbewältigung hinausgehen. „Wir kümmern uns vor allem um die Unterbringung, aber ich höre zu wenig von Bund und Ländern darüber, wie die Flüchtlinge umfassend integriert werden sollen. Das ist die nächste große Herausforderung für die Kommunen“, sagte Baranowski als Vorsitzender der Vereinigung SGK, die die SPD-Kommunalpolitiker vertritt.

Neuer BAMF-Chef
BA-Chef Weise übernimmt auch Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Berlin (dts) – Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, übernimmt zusätzlich auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Freitag in Berlin mit. Dies sei keine vorübergehende Entscheidung, sondern sie gelte „bis auf Weiteres“. Weise bleibe in Personalunion auch weiterhin Chef der Bundesagentur für Arbeit. Von Vorteil sei, dass beide Institutionen ihren Sitz in Nürnberg hätten, so de Maizière. Weise folgt damit auf Manfred Schmidt, der „aus persönlichen Gründen“ als BAMF-Chef zurückgetreten war.

Tarifpolitik
Chemie-Gewerkschaft fordert Drei-Tage-Woche für Ältere

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Berlin (dts) – Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, hat sich dafür ausgesprochen, älteren Beschäftigten die Drei-Tage-Woche zu ermöglichen. „Mit unserer Tarifpolitik sind wir in Vorleistung gegangen, jetzt muss der Staat seinen Beitrag leisten“, sagte Vassiliadis der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „In der letzten Chemie-Runde haben wir unseren Demografie-Topf kräftig aufgestockt. Das Geld kann genutzt werden, um eine Drei- oder Vier-Tage-Woche für Ältere zu finanzieren“, so Vassiliadis weiter. Nun müsse der Staat Arbeitnehmern rasch eine Teilrente anbieten. „Dann können wir Teilzeitarbeit mit der Teilrente kombinieren.“ Für Beschäftigte mit besonderen Belastungen wie Schichtarbeit „brauchen wir Lösungen, weil diese Beschäftigten niemals die Chance haben, bis zur Rente mit 67 durchzuhalten“.

Friedensmarsch
Köln: Kurdische, türkische und deutsche Mütter rufen zu gemeinsamem Friedensmarsch auf

Kurdische,türkische und deutsche Mütter rufen zu gemeinsamem Friedensmarsch in Köln auf
Köln (nex) – In Zeiten der eskalierenden Gewalt in Teilen der Türkei und zunehmender Feindseligkeit, die durch radikale türkische und kurdische Nationalisten auch innerhalb der Einwanderercommunitys in Deutschland geschürt wird, will nun ein unabhängiges Frauenbündnis einen bewussten Kontrapunkt setzen. Für den kommenden Sonntag haben türkische und kurdische Mütter einen Friedens- und Protestmarsch in Köln organisiert, in dessen Rahmen die Teilnehmer ihre Anteilnahme mit den Opfern des neuerlichen Aufflammens der Gewalt im Osten der Türkei, vor allem den ermordeten Sicherheitskräften, den Willen zu einem friedlichen Zusammenleben von Türken und Kurden und eine Verurteilung des Terrors zum Ausdruck bringen wollen.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Organisatorinnen der Kundgebung deutlich gemacht, dass von Köln aus eine deutliche Friedensbotschaft ausgehen soll und unterstrichen, dass der Marsch eine zivilgesellschaftliche Veranstaltung und nicht politisch vereinnahmt ist. Die Organisatorinnen gehören keiner Partei, Fraktion, Vereinigung oder Verbandsstruktur an und erklären, dass politische Gruppen bewusst nicht in die Organisation und Planung mit einbezogen worden wären. Dem Koordinationskomitee, das die Veranstaltung organisiert habe, gehörten lediglich Privatpersonen an und es seien Kurden, Türken, Aleviten und Sunniten genauso wie Deutsche und Angehörige weiterer religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse involviert gewesen.
Mit dem Protestmarsch unter dem Motto „Frieden in der Türkei“ wollen die Teilnehmerinnen ein Nein zur Gewalt zum Ausdruck bringen und sich zur Brüderlichkeit zwischen Kurden, Türken und allen anderen ethnischen in religiösen Gruppen des Landes bekennen. Dem Plan des Organisationskomitees zufolge soll der Friedensmarsch, zu dem Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet werden, um 16:00 Uhr am Ebertplatz in Köln beginnen und sich anschließend in Richtung Domplatz bewegen.