Tarifstreit
Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo kündigt Streiks bei Lufthansa an

0

Mörfelden-Walldorf (dts) – Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen ab kommenden Freitag streiken. Das sagte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Montag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt am Main. Demnach solle der Arbeitsausstand eine Woche lang andauern. „Wir werden kurzfristig bekanntgeben, welche Flüge nicht bestreikt werden“, so Baublies weiter.

Der Tarifstreit zwischen Flugbegleiter und der Kranich-Airline dauert bereits seit fast zwei Jahren an. Mit dem Arbeitskampf will Ufo unter anderem erreichen, dass die Übergangsversorgung ohne Einbußen für die Mitarbeiter weitergeführt wird. Die Lufthansa hatte zuletzt angekündigt, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um den Arbeitsausstand noch zu verhindern.

Behördenbericht
Bundesrechnungshof sieht erhebliche finanzielle Risiken bei Pkw-Maut

Berlin (dts) – Der Bundesrechnungshof hat vor erheblichen finanziellen Risiken bei der Umsetzung der Pkw-Maut gewarnt. Das geht aus einem Bericht der Behörde an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, der der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) vorliegt. „Der Bundesrechnungshof hat festgestellt, dass das Ergebnis der Einnahmeprognose des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) in großem Umfang von Annahmen abhängt, die das BMVI nicht nachvollziehbar begründen konnte“, heißt es im Bericht. Damit seien die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Einnahmen mit erheblichen Risiken behaftet, schreiben die Prüfer in dem Papier. Ursächlich dafür sei, dass Dobrindts Ministerium „angesichts der knappen Zeit keine neuen Untersuchungen durchführte, die eine verlässliche Grundlage für die Einnahmeprognose darstellen“, heißt es im Text. Der Rechnungshof empfiehlt dem Bundesverkehrsminister daher, die Dauer des derzeit in Brüssel laufenden Vertragsverletzungsverfahrens gegen die sogenannte „Ausländer-Maut“ zu nutzen, um eine präzisere Einnahmen-Prognose in Auftrag zu geben. Außerdem prognostizieren die Prüfer einen deutlich längeren Zeitraum bis zur Umsetzung der Maut. Der Rechnungshof gehe davon aus, dass die Maut „frühestens zweieinhalb bis drei Jahre nach Abschluss des Vertragsverletzungsverfahrens erhoben werden kann“, heißt es in dem Bericht.

Schusswaffen als "Ultima Ratio"
Waffeneinsatz an der Grenze: AfD-Vize Gauland stützt Pretzell

Berlin (dts) – Die AfD-Debatte um einen Waffeneinsatz an den Grenzen zur Abwehr von Flüchtlingen gewinnt an Fahrt: „Ich sehe das ganz genauso. Unsere Grenzen müssen effizient gesichert werden“, sagte der AfD-Vizevorsitzende Alexander Gauland der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). Ausdrücklich schloss er sich damit den Ausführungen des NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell an. „Alles andere macht keinen Sinn“, betonte Gauland.

Pretzell hatte den Einsatz von Schusswaffen zur Abwehr von Flüchtlingen an der Grenze als „Ultima Ratio“ bezeichnet und damit Ausführungen bei einem Auftritt in Leverkusen wiederholt. Slowenien und Österreich ließen Zehntausende Menschen unregistriert ins Land hinein. Dies sei zu verhindern, indem man mit einem ersten Schuss in die Luft die Entschlossenheit deutlich mache, hatte Pretzell erläutert.

Steuerhinterziehung
Neuer Steuer-Datenträger soll 600 Millionen Euro bringen

Berlin/Düsseldorf (dts) – Ein vom Bundesland Nordrhein-Westfalen für fünf Millionen Euro gekaufter Datenträger wird nach Schätzungen von Insidern zu Steuermehreinnahmen von mindestens 600 Millionen Euro führen. Wie Beteiligte der Transaktion dem „Handelsblatt“ bestätigten, waren erste Stichproben auf dem silber-schwarzen USB-Stick äußerst vielversprechend. Er enthalte viele Tausend Informationen zu sogenannten Cum-Ex-Geschäften, mit denen sich Banken und Finanzdienstleister eine nur einmal abgeführte Kapitalertragssteuer mehrmals erstatten ließen. Derlei Steuergeschäfte wurden in den vergangenen Jahren bereits an anderer Stelle auffällig. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung. Der Schaden für den Fiskus aus den in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen Fällen soll bis zu zwölf Milliarden Euro betragen. Das Besondere an dem nun aufgekauften USB-Stick sei, dass es sich um den ersten reinen Cum-Ex-Datenträger handele, berichtet die Zeitung. Sein Verkäufer ist nach Informationen des „Handelsblatts“ ein ehemaliger hochrangiger Steuer-Experte eines ausländischen Börsen-Maklers. Seine Stellung sowie die besondere Positionierung seines Arbeitgebers sollen ihm tiefe Einsichten in deutsche und europäische Steuer-Deals ermöglicht haben. Auf dem USB-Stick befinden sich vor allem Cum-Ex-Geschäfte aus den Jahren 2006 bis 2011. Die Steuerfahndung Wuppertal und die Staatsanwaltschaft Köln arbeiten bei den Ermittlungen zusammen und bereiten die ersten Durchsuchungen vor.

Integration der Flüchtlinge
DGB lehnt Transitzonen strikt ab

0
Berlin (dts) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich klar gegen die in der Bundesregierung diskutierten Transitzonen für Flüchtlinge positioniert. „Transitzonen sind überhaupt nicht machbar. Die deutschen Grenzen kann man doch nicht mit einem Flughafen vergleichen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach im Interview mit der „Welt“. Die Diskussion darüber, wo man welche Grenzzäune ziehe und Transitzonen einrichte, sei völlig kontraproduktiv. Buntenbach forderte deutlich mehr Anstrengungen als bisher, um Flüchtlinge in Deutschland zu integrieren. „Wir sollten nicht ständig darüber reden, wie man Flüchtlinge abwehrt, sondern wie man sie schnell integriert“, sagte Buntenbach. „Wir brauchen die möglichst schnelle Integration in gute Arbeit und Ausbildung, ohne dass es hier zu sozialen Verwerfungen kommt“, forderte Buntenbach, die auch Verwaltungsratsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit ist. Sie forderte die Bundesregierung zudem auf, die Sparpolitik aufzugeben. „Wenn wir nicht jetzt investieren, drohen uns in Zukunft viel höhere Kosten“, sagte sie. „Da kann es nicht darum gehen, dass am Ende eines Haushaltsjahres eine Null steht.“

Flüchtlingskrise
Positionspapier von CDU und CSU zur Flüchtlingsproblematik im Volltext

Berlin (dts) – Nach dem Treffen zur Flüchtlingsproblematik ist am Sonntag ein Positionspapier von CDU und CSU zum Download angeboten worden. Der Text trägt die Überschrift „Menschen in Not helfen, Zuwanderung ordnen und steuern, Integration sichern“. Der Volltext lautet: „Deutschland und Europa sehen sich der größten Zahl von Flüchtlingen seit Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Flüchtlingsbewegung stellen unser Land auf allen Ebenen – in den Kommunen, in den Ländern und im Bund – vor eine der größten Herausforderungen überhaupt. In dieser schwierigen Situation sehen sich CDU und CSU und die von ihnen geführte Bundesregierung in einer besonderen Verantwortung. Die Menschen in Deutschland vertrauen auf unsere Fähigkeit, auch schwierigste Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Sie erwarten von uns zu Recht, dass wir in der aktuellen Situation Führungsverantwortung für eine nachhaltig gute Lösung übernehmen. CDU und CSU sind gemeinsam entschlossen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Unsere zentralen Ziele sind: • Zuwanderung ordnen und steuern, sowie Fluchtursachen bekämpfen, um so die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren, • Menschen in Not zu helfen und die Integration Schutzbedürftiger zu sichern. Aktuell sind folgende Maßnahmen vorrangig, über die zwischen CDU und CSU Einigkeit besteht: I. Nationale Maßnahmen 1) Entscheidung über Transitzonen im Landgrenzenverfahren gemäß geltender EU-Richtlinie als vordringlichste Maßnahme zur besseren Kontrolle unserer Grenze. In diesen Transitzonen wird für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern, mit Wiedereinreisesperre, mit Folgeanträgen und ohne Mitwirkungsbereitschaft ein beschleunigtes Asylverfahren einschließlich Rechtsmittelverfahren und Rückführung durchgeführt. Die Ausgestaltung des Verfahrens erfolgt in enger Anlehnung an das Flughafenverfahren, das nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts keine Hafteinrichtung ist. Eine Entscheidung hierüber soll noch in dieser Woche bis zum Treffen der drei Parteivorsitzenden und der Ministerpräsidenten- Besprechung am 5. November fallen. 2) Zur Vermeidung von Problemen soll schnellstmöglich zwischen Deutschland und Österreich ein besseres und faires Grenzmanagement vereinbart werden. Auf diese Weise wollen wir die Grenzregion entlasten, unseren humanitären Ansprüchen gerecht werden und ein geordnetes Verfahren der Zusammenarbeit gewährleisten. Hierzu errichten wir ein gemeinsames Zentrum der Polizeizusammenarbeit in unmittelbarer Nähe der Grenze sowie gemeinsame Polizeistreifen entlang der Grünen Grenze auf der Grundlage der Vereinbarungen der Innenministerien und der Bundeskanzlerämter beider Länder. 3) Wir werden das Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 5. November insbesondere nutzen, um Fortschritte bei der Beschleunigung von Asyl- und Rechtsmittelverfahren sowie bei der Intensivierung von Rückführungen und Abschiebungen zu erzielen. 4) Zur besseren Bewältigung der aktuellen Situation soll der Familiennachzug für Antragsteller mit subsidiärem Schutz für einen Zeitraum von 2 Jahren ausgesetzt werden. 5) Bei der Gewährung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz soll die Erbringung von Sprach- und Integrationskursen künftig auf das sogenannte soziokulturelle Existenzminimum angerechnet werden. 6) Die derzeit bestehende Vielzahl von Registrierungen und Erfassungen soll in einem einheitlichen Flüchtlingsausweis gebündelt werden, der u.a. Voraussetzung für die Gewährung von Leistungen sein soll. Die dazu notwendigen rechtlichen Maßnahmen werden unverzüglich ergriffen. 7) Bund und Bundesländer sind in der Pflicht, eine konsequente und nachprüfbare Anwendung der verabschiedeten und in Kraft getretenen Verschärfungen bei Leistungsgewährungen und Rückführungen genauso wie bei der Beschleunigung von Asylverfahren zu gewährleisten. II. Notwendige Maßnahmen auf europäischer und internationaler Ebene: 1. Das Europäische Recht verlangt einen strikten Schutz der Außengrenzen der EU, der zurzeit nicht gewährleistet ist. Indem wir den Schutz der Außengrenzen wiederherstellen, illegale Schleusungen und Migration beenden, legale Strukturen des Flüchtlingsschutzes und der Lastenteilungen mit unseren Nachbarländern schaffen, werden wir die Zahl der Flüchtlinge reduzieren. Wir werden die Schwäche des Dublin-III-Verfahrens überwinden, das Europäische Recht weiterentwickeln und seine Durchsetzung sichern. Wir sprechen uns für die baldmöglichste Einberufung eines EU-Türkei-Gipfels zur Verabschiedung der gemeinsamen Migrationsagenda aus. Dabei soll Einvernehmen hergestellt werden über: – die finanzielle Unterstützung der Türkei zur besseren Versorgung von Flüchtlingen, – die Eröffnung neuer Kapitel in den laufenden Verhandlungen, – Beschleunigung des Inkrafttretens der Rückführung von Drittstaatsangehörigen aus der EU in die Türkei und parallel dazu Beschleunigung der Verhandlungen zur Visumfreiheit, – die Vereinbarung eines legalen Flüchtlingskontingents aus der Türkei für die EU insgesamt. 2. Deutschland wird ebenso wie die USA und andere Partner sein militärisches Engagement in Afghanistan verlängern und so die Afghanen weiter beschützen. Außerdem halten wir den Abschluss eines Rückübernahmeabkommens durch die EU sowie den Schutz und die Schaffung innerstaatlicher Fluchtalternativen (Schutzzonen) und die Konzentration der Entwicklungszusammenarbeit für dringlich. Vor diesem Hintergrund werden wir die Entscheidungsgrundlagen des BAMF für Afghanistan überarbeiten und anpassen. 3. Ebenso soll ein Rückübernahmeabkommen mit Bangladesch abgeschlossen werden und das mit Pakistan bestehende Abkommen effektiver umgesetzt werden. 4. Vom EU-Afrika-Gipfel am 14.11. in La Valetta erwarten wir ein klares Signal zur Bekämpfung von Fluchtursachen in Afrika sowie eine Neuausrichtung und Verstärkung der Entwicklungszusammenarbeit mit Blick auf die Reduzierung von Flüchtlingsbewegungen und den Abschluss von Rückübernahmeabkommen. 5. Wir erwarten noch in diesem Jahr die Herstellung der Funktionsfähigkeit der bereits beschlossenen Aufnahme- und Verteilzentren (Hotspots) in Griechenland und Italien. Es muss sichergestellt sein, dass die Registrierung und die Identifizierung von Schutzbedürftigen sowie ihre europaweite Verteilung von dort aus schnell und effektiv erfolgt. Gleiches gilt für die Durchführung der Verfahren „vor Ort“ für nicht Schutzbedürftige und ihre Rückführung in die Herkunftsländer in Kooperation mit dem UNHCR und den europäischen Institutionen (Frontex/EASO). Die beschlossene Verstärkung von Frontex muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Denjenigen Menschen, die zeitlich befristet oder dauerhaft in Deutschland Aufnahme finden, wollen wir die Integration ermöglichen, indem wir das schnelle Erlernen der deutschen Sprache und ihre Integration in den Arbeitsmarkt umfassend fördern. Zum Gelingen der Integration gehören unabdingbar auch das Verständnis und die Beachtung der Rechts- und Werteordnung des Grundgesetzes sowie die Einhaltung der Gesetze. Wir sind überzeugt, dass unsere freie, demokratische, offene und tolerante Staats- und Gesellschaftsordnung, die den Menschen und seine soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stellt, für diejenigen, die vor Unfreiheit und existentieller Not geflohen sind, eine nachhaltig prägende Wirkung entfalten wird. Schon in den letzten Jahren hat sich erwiesen, dass Forderungen nach „Multikulti“ und Parallelgesellschaften keinen Beitrag zur Lösung der Integrationsfrage zu leisten vermögen. Durch frühkindliche Sprachförderung, Sprach- und Integrationskurse und moderne Integrationskonzepte auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen ist es uns gelungen, ein Auseinanderdriften von Mehrheitsgesellschaft und Zuwanderern zu verhindern. Wir sind deshalb überzeugt, dass wir die politische und gesellschaftliche Identität unseres Landes, die gerade auch durch die erfolgreiche Politik der Union in sieben Jahrzehnten entstanden ist, durch die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderung dauerhaft erhalten, sichern und stärken. CDU und CSU werden sich regelmäßig alle 14 Tage treffen, um die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zu überprüfen und festzulegen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Berlin, 1. November 2015″

Formel 1
Rosberg gewinnt GP von Mexiko

Mexiko-Stadt (dts) – Mercedes-Pilot Nico Rosberg hat den Großen Preis von Mexiko gewonnen. Hinter ihm kamen sein Teamkollege Hamilton und Bottas (Williams) auf die Plätze Zwei und Drei. Hamilton stand bereits seit dem letzten Rennen als Formel-1-Weltmeister fest. Kvyat, Ricciardo (beide Red Bull), Massa (Williams), Hülkenberg, Pérez (beide Force India), Verstappen (Toro Rosso) und Grosjean (Lotus) komplettierten die Top Ten. Alonso (McLaren), Räikkönen, Vettel (beide Ferrari) und Nasr (Sauber) beendeten das Rennen nicht. Es war der erste GP von Mexiko seit 1992.

Digitale Innovationen
Kate Winslet: Leute mit Smartphones sind schlimmer als Paparazzi

London (dts) – Die britische Schauspielerin Kate Winslet sieht Smartphones eher skeptisch: „Leute mit Smartphones sind viel schlimmer als es Paparazzi je waren“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Sie können dich jederzeit mit ihrem Smartphone abschießen, nur eben aus der Tasche geholt: Klick. Und dann schicken sie es sofort überall hin. Das ist eine verabscheuungswürdige, widerliche Invasion.“ Viele der digitalen Innovationen seien zwar ein Segen – „allerdings ein Segen, der süchtig machen kann. Und das finde ich gefährlich“, so Winslet. „Wir müssen ständig aufs Neue lernen, damit umzugehen. Wir müssen uns selbst beobachten, wie viel wir von diesen digitalen Dingen annehmen, aufsaugen. Ob wir es zulassen, dass sie unser Leben komplett verändern. Ich meine: Wir müssen doch auch noch fähig sein, die Bäume, die reale Welt da draußen wahrnehmen zu können“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Sie selbst sei kein Tech-Nerd. „Ich bin nicht in den Sozialen Netzwerken unterwegs. Kein Facebook! Kein Twitter! Kein Instagram!“, sagte die Schauspielerin weiter. Facebook-Accounts mit ihrem Namen seien „komplett ausgedacht“.

Wahlen in der Türkei
Türkei: Erdogans AKP gewinnt haushoch – Anhänger in aller Welt jubeln

Absolute Mehrheit für AKP: Türkei wählt Stabilität und erteilt Terrorismus eine Absage
Ankara (nex) – Der Sieger der Wahlen in der Türkei ist die regierende AKP, die ihre absolute Mehrheit zurückerlangte. Starke Verluste gab es für MHP und HDP. Die Neuwahlen zur Großen Nationalversammlung in der Türkei, die erforderlich geworden waren, nachdem der Urnengang vom 7. Juni keine regierungsfähige Mehrheit hervorgebracht hatte, sind entschieden.
Wahlergebnisse 01.11.2015 (Grafik: AA)
Wahlergebnisse 01.11.2015 (Grafik: AA)
Bei einem Auszählungsgrad von 99,12 Prozent sieht es danach aus, dass die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) mit einem Ergebnis von 49,38 Prozent die im Juni verlorene absolute Mandatsmehrheit wiedererlangen konnte. Die seit 2002 regierende konservative Partei kommt damit im neuen Parlament auf 316 Mandate. Im Juni hatte die AKP nur 40,9 Prozent und 258 Mandate erreicht.
AKP-Anhänger (Foto: Daily)
AKP-Anhänger (Foto: Daily)
Premierminister Ahmet Davutoğlu kann nunmehr alleine regieren. Um das Ziel einer neuen Verfassung verwirklichen zu können, ist er jedoch auf die Mitwirkung der Opposition angewiesen, die bei diesem Wahlgang zum Teil kräftig unter die Räder kam. Der stärksten Oppositionspartei, die linkskemalistische Republikanische Volkspartei (CHP), gelang es nur marginal, über das eigene Stammwählerpotenzial hinaus Zuspruch zu mobilisieren. Sie liegt bei 25,4 Prozent (im Juni: 25,0) und wird künftig mit 134 statt 132 Abgeordneten im Parlament vertreten sein.
Premierminister Davutoglu (Foto: AA)
Premierminister Davutoglu (Foto: AA)
Der CHP gelang es vor allem, ihre traditionellen Hochburgen im Westen des Landes zu verteidigen. Die großen Verlierer dieser Wahl waren jedoch die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP). Die aus der so genannten „Idealistenbewegung“ gewachsene nationalistische MHP verlor gegenüber Juni mehr als ein Viertel ihrer Stimmenanteile und kommt nur noch auf 11,94 Prozent gegenüber 16,3 Prozent im Juni.
Kilicdaroglu CHP (Foto:AA)
Kilicdaroglu CHP (Foto:AA)
Die MHP, die in keinem einzigen Stimmkreis mehr eine Mehrheit holen konnte, wurde vor allem für ihre Obstruktionshaltung bei der Regierungsbildung abgestraft. Nachdem Parteichef Devlet Bahçeli die Koalitionsgespräche an einer kompromisslosen Verweigerungshaltung scheitern ließ, warf er auch noch prominente Gegner dieses Kurses der Fundamentalopposition wie Tuğrul Türkeş – immerhin Sohn des langjährigen Parteiführers Alparslan Türkeş – und die Abgeordnete Meral Akşener aus der Partei. Daraufhin schloss Türkeş sich der AKP an.
Bahceli MHP (Foto: trt)
Bahceli MHP (Foto: trt)
Die MHP verlor vor allem in ihren langjährigen Hochburgen an der Schwarzmeerküste massiv an die Regierungspartei. Sie wird künftig nur noch mit 41 Mandaten vertreten sein gegenüber 80 im Juni. Aber auch die HDP musste Federn lassen. Die vor allem in westlichen Medien massiv gehypte Partei, die im Juni mit 13,1 Prozent noch zu den Überraschungssiegern zählte, blieb mit 10,69 Prozent nur noch knapp über der Zehn-Prozent-Hürde. Statt 80 wird sie künftig nur noch über 59 Mandate verfügen.
Die HDP verlor vor allem auf Grund ihres ambivalenten Kurses gegenüber der terroristischen PKK, als deren politischer Arm sie von zahlreichen Kritikern betrachtet wird. Die Verluste für die HDP, die sich auch in kurdischen Kerngebieten bemerkbar machten, können als Warnschuss interpretiert werden. Die Botschaft der Wähler lautet: Es ist erwünscht, dass auch die HDP ihre Positionen im Parlament zur Sprache bringt, gegenüber dem Terrorismus ist jedoch keine Akzeptanz innerhalb der türkischen Bevölkerung vorhanden.
Demirtas HDP (Foto: trt)
Demirtas HDP (Foto: trt)
Mit 85,96 Prozent war die Wahlbeteiligung hoch. Auch die türkischen Staatsangehörigen im Ausland zeigten reges Interesse an den Wahlen. Mit 70,01 Prozent beteiligten sich in Deutschland lebende Türken in einer Größenordnung an den Wahlen im Heimatland ihrer Altvorderen, die wohl weltweit unter Expats ihresgleichen sucht. Unter den Deutschlandtürken war die AKP mit 59,44 Prozent stärkste Partei, wobei sie in den Wahllokalen in Düsseldorf, Köln, Mainz und Stuttgart sogar über 60 Prozent der Stimmen erreichte.
Die CHP kam nur in Berlin, München und Nürnberg über 20 Prozent Stimmenanteil. Die HDP hatte ihre Hochburgen in Hannover (24,44 Prozent), Berlin (23,79) und Mainz (23,80). Die MHP kam nur in München auf ein zweistelliges Ergebnis. Am Wahlabend setzten sich nicht nur in türkischen, sondern auch in mehreren deutschen Städten mächtige Autokorsos in Bewegung,
Anhänger der AKP feierten auf den Straßen der Innenstädte. In Städten wie Nürnberg oder Dortmund kam zum Teil der Verkehr zum Erliegen. Anwesende fühlten sich an die Stimmung während der Fußball-Europameisterschaft 2008 erinnert, als nach den erfolgreichen Auftritten der türkischen Nationalmannschaft tausende türkische Einwanderer die Nacht zum Tag machten.
Präsident Erdogan (Foto: AA)
Präsident Erdogan (Foto: AA)
Premierminister Ahmet Davutoğlu sprach in seiner ersten Rede zur Wahl von einem „Tag des Sieges für die Demokratie“. Er betonte weiter, dies sei nicht ein Sieg einer Partei, sondern der gesamten Nation und rief die Anhänger der unterschiedlichen politischen Lager zur Verständigung und Zusammenarbeit auf.

Steuerfahndung
NRW kauft Steuer-CD mit Datensätzen über dubiose Aktiendeals

0
Düsseldorf (dts) – Die von Nordrhein-Westfalen zum Rekordpreis von fünf Millionen Euro gekaufte Steuer-CD enthält etliche tausend Datensätze mit Informationen über dubiose Aktiendeals zu Lasten des Fiskus. Davon betroffen seien zahlreiche Banken und weitere Finanzfirmen im In- und Ausland, die bei solchen Aktiengeschäften mitgemacht haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe). Darunter seien auch große Geldinstitute. Die Auswertung des Materials, das aus mehreren Quellen stamme, dürfte mehrere Monate dauern. Banken und Kapitalfonds sollen beim Handel von Aktien mit und ohne Dividende den Fiskus über Jahre hinweg betrogen haben. Ziel der Geschäfte war es nach Erkenntnissen der Ermittler, sich eine einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrmals erstatten zu lassen. Von der jetzt in NRW gekauften CD erhoffen sich die Ermittler viele neue Erkenntnisse. Außerdem haben sich die Behörden in NRW umfangreiche Informationen über eine ausländische Bank besorgt, bei der 55.000 deutsche Kunden Schwarzgeld angelegt haben sollen. So viele Namen und Konten hat der deutsche Fiskus bei noch keiner Bank erhalten.