Alle Polizeistationen des Landes werden vor möglichen Terroranschlägen am kommenden Donnerstag, dem 19. Mai, gewarnt
Ankara (nex) – Die Generaldirektion für Sicherheit habe am gestrigen Montag eine vertrauliche schriftliche Warnung vor möglichen Terroranschlägen des IS (Daesh) am kommenden Donnerstag an alle 81 Provinzdirektionen für Sicherheit herausgegeben.
Wie Polizeiquellen mitteilten, die aufgrund von Restriktionen bezüglich öffentlicher Äußerungen unter der Bedingung der Anonymität sprachen, verlange die besagte Mitteilung die Ergreifung aller notwendigen Maßnahmen gegen mögliche Anschläge auf Militär und Polizei, aber auch auf wichtige öffentliche Einrichtungen an dem Nationalfeiertag – der 19. Mai ist der Feiertag der Jugend, des Sports und des Gedenkens an Atatürk.
Weiter heiße es in der Mitteilung, dass die für die Zeremonien, die üblicherweise am 19. Mai stattfinden, zu ergreifenden Maßnahmen verschärft und weitere Maßnahmen eingeleitet werden müssten. Die Terrororganisation IS (Daesh) sehe die türkische Armee und Polizei als „Ungläubige“ und deren Bekämpfung und Tötung als „erlaubt“ an.
Am 19. Mai begann der Unabhängigkeitskrieg und die Modernisierung der Türkei. Er wird landesweit mit offiziellen Zeremonien gefeiert.
Am 19. Mai 1919 kam Mustafa Kemal – später ‚Mustafa Kemal Atatürk‘ –, der Gründer der Republik Türkei, aus Istanbul in der Schwarzmeerstadt Samsun an und organisierte von hier aus den Befreiungskrieg. Vier Jahre später führte er die Überreste des Osmanischen Reiches in die moderne Türkei über.
Dortmund (nex) – Ein ehemaliger CIA-Agent hat bestätigt, dass der Geheimdienst hinter der Verhaftung Nelson Mandelas gesteckt habe, der anschließend fast 28 Jahre im Gefängnis verbringen musste.
Nach einem Bericht der Sunday Times habe der “reuelose“ 88-jährige Donald Rickard zwei Wochen vor seinem Tod dem Filmemacher John Irvin anvertraut, dass sein Tipp zu Mandelas Verhaftung geführt habe.
Rickard habe die Verhaftung des meistgesuchten Südafrikaners im Jahre 1962 damit verteidigt, dass es notwendig gewesen sei, „den gefährlichsten Kommunisten der Welt außerhalb der Sowjetunion“ dingfest zu machen.
Ankara (nex) – Der türkische Finanzminister Naci Agbal erklärte am heutigen Montag, dass die türkische Regierung im April einen Haushaltsüberschuss in Höhe von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro erzielt habe.
Somit liegt der Haushaltsüberschuss im Vergleich zum April des vorigen Jahres bei 1,2 Milliarden Euro. Damals betrug er lediglich 400 Millionen Euro.
Der Primärüberschuss ohne Zinszahlungen betrug 2,4 Milliarden Euro, also 200 Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2,2 Milliarden Euro im selben Zeitraum des vorigen Jahres.
„Die Ergebnisse der ersten vier Monate dieses Jahres zeigen, dass unsere Regierung unbeirrt an ihrer Haushaltsdisziplin festhält“, schlussfolgerte Agbal und fügte hinzu: „Wir werden auch den Rest des Jahres an den Prinzipien unserer Haushaltsdisziplin festhalten.“
Nach offiziellen Angaben des Ministeriums hatte der Haushalt der türkischen Regierung einen Überschuss in Höhe von 1,6 Milliarden Euro vorzuweisen. Im vergangenen Jahr hatte sie im selben Zeitraum ein Defizit von 1,2 Milliarden Euro zu verzeichnen.
Hannover (ots) – Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) geht nicht auf das Angebot von SPD-Chef Sigmar Gabriel ein, mit ihm um die Kanzlerkandidatur zu konkurrieren.
„Der SPD-Vorsitzende ist der natürliche Kanzlerkandidat“, sagte Scholz den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Die SPD ist eine solidarische Partei und in der SPD-Spitze halten wir zusammen. Wir machen uns nicht gegenseitig die Posten streitig.“
Es gehe in der Politik nicht um persönliches Machtstreben und Posten, sagte Scholz. „Unser Ziel muss es sein, die SPD gemeinsam voran zu bringen. Und ich halte Sigmar Gabriel für einen guten Parteichef.“
Gabriel hatte sich im Gespräch mit dem Magazin „Der Spiegel“ zwei oder drei Bewerber für die Spitzenkandidatur gewünscht und sich dafür ausgesprochen, in einem Mitgliederentscheid über die Personalie abstimmen zu lassen.
Wissenschaftler äußern ihre Meinung zum 100. Jahrestag des geheimen Sykes-Picot-Abkommens
Istanbul (nex) – Wissenschaftler äußern sich zum 100. Jahrestag des Sykes-Picot-Abkommens, das am 16. Mai 1916 unterzeichnet wurde und dessen Ziel die heimliche Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg war.
Das Abkommen, das die Grenzen des Iraks und Syriens bestimmte, ist offiziell auch unter dem Namen „Asia Minor Agreement“ (Kleinasien-Abkommen) bekannt. Es handelt sich dabei um ein geheimes Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich, Irland und Frankreich, das mit dem Segen des Russischen Zarenreichs geschlossen wurde.
Tayyar Ari, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Uludag in der Türkei, sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu:
„Sykes-Picot sah eine Aufteilung des Nahen Ostens noch vor dem Ende des Ersten Weltkriegs vor. Das Abkommen ignorierte die Interessen der irakischen, syrischen und libanesischen Bevölkerung, indem es Großbritannien und Frankreich die Befugnis gab, Ortsansässige zum Regieren im Nahen Osten einzusetzen, die leicht zu kontrollieren waren.“
Ari vertritt die Auffassung, dass die Umwälzungen von heute mit der Vergangenheit zu tun hätten.
„Das osmanische Territorium sollte in kleine Teile zerlegt werden; heute ist das Gebiet wieder genauso dazu geeignet, entlang der ethnischen Identitäten aufgeteilt zu werden.“
Zekeriya Kursun, Vorsitzender des Vereins der Forscher des Nahen Ostens und Afrikas (ORDAF), erklärte:
„Das Abkommen, dessen Ursprung 300 Jahre zurückliegt, hatte das Ziel, Einflusssphären für Großbritannien und Frankreich zu schaffen. Sykes-Picot legte keine Grenzen fest, sondern es war der Versuch, eine Einflussmöglichkeit zu schaffen. Und dieser Einfluss dauert noch heute an.”Mehmet Celik, Professor an der Technischen Universität des Nahen Ostens Ankara, erklärt:
„Die Gründe für die Interessen Großbritanniens und Frankreichs sind heute dieselben wie damals. Sie möchten zusammen mit den USA, Russland, dem Iran und Israel die Region neu ordnen.“
Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wies am Donnerstag darauf hin, dass die Türkei seit dem Beginn der Krise an der Seite des syrischen Volkes stehe und weiterhin stehen werde.
„Wir, die Türkei, haben vom ersten Tag der Krise an unsere syrischen Geschwister nicht im Stich gelassen. Wir haben ihnen unsere Tore geöffnet, und diese Tore werden weiterhin offenbleiben“, unterstrich er während eines Treffens mit ausländischen Studierenden in Istanbul.
Erdogans Statement kommt nur einige Tage, nachdem er die Europäische Union beschuldigt hatte, ihr Versprechen, den Betrag in Milliardenhöhe für die Millionen syrischer Flüchtlinge in der Türkei zur Verfügung zu stellen, nicht gehalten zu haben. Er stellte klar, dass die Türkei bei der Unterstützung der Flüchtlinge sich nicht auf fremde Hilfe verlasse.
„Seit sechs Jahren werden unsere syrischen Geschwister von einem unrechtmäßigen Regime brutal ermordet“, sagte der türkische Präsident. „Bislang wurden etwa 600 000 unschuldige Menschen mit Fassbomben, ballistischen Raketen, Folter und chemischen Waffen getötet.“
Syrien befindet sich seit Anfang 2011, als Baschar al-Assads Regime Demonstrationen für Demokratie mit unerwarteter Brutalität niederschlug, in einem grausamen Bürgerkrieg.
Seitdem hält die Türkei ihre Tore für etwa drei Millionen Syrer offen, die vor dem Krieg in ihrem Land fliehen. Die Türkei ist somit zu dem Land mit den meisten Flüchtlingen geworden.Erdogan beschuldigte die Terrororganisationen IS (Daesh), YPG und PYD – letztere stellen den verlängerten Arm der terroristischen Vereinigung PKK in Syrien dar –, der „ethnischen Säuberung und Genozids“ in Syrien. „All dies geschah und geschieht immer noch vor den Augen der ganzen Welt“, unterstrich er.
Der türkische Präsident betonte, dass diejenigen, die 1994 dem Morden in Ruanda tatenlos zusahen, heute in Syrien, Libyen und Jemen dasselbe täten.
Köln (ots) – Die langjährige RTL-Moderatorin Erika Berger ist am Sonntag im Alter von 76 Jahren gestorben. Als Sex-Expertin der RTL-Sendung „Eine Chance für die Liebe“ wurde sie 1987 einem großen Publikum bekannt und revolutionierte das deutsche Fernsehen nachhaltig. Mit ihrem charmanten Münchner Akzent talkte sich die 1939 geborene Moderatorin und Autorin zahlreicher Bücher in die Herzen der Deutschen.
Am bekanntesten war Erika Berger wohl für ihre direkte Art und ihren stets entspannten Umgang auch mit Themen, die so manch anderem die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Das konnte sie auch in ihrer zweiten eigenen Sendung „Der flotte Dreier“ ab 1991 beweisen. Dort beschäftigte sie sich vor allem mit sexuellen Randthemen, die in dieser Deutlichkeit zuvor nicht thematisiert wurden. Mitte der Neunziger Jahre wechselte Erika Berger dann das Metier und moderierte das „Tageshoroskop“. Nach dem Tod ihres Ehemannes Richard Mahkorn im Jahr 2007 übernahm sie außerdem die Leitung seines Medienbüros und organisierte u.a. den Deutschen Fernsehpreis.
RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann: „Erika war ein besonders herzlicher und professioneller Mensch. Auch über ihre Sendungen hinaus war sie immer ein aufgeschlossener und vorurteilsfreier Ratgeber. Dafür haben wir sie geliebt. Sie hat die Anfangsjahre unseres Senders maßgeblich geprägt und ist bis zuletzt noch immer Teil der großen RTL-Familie geblieben, so dass wir sie und ihr einzigartiges Lachen ganz besonders und schmerzlich vermissen werden.“
RTL gedenkt Erika Berger heute im Rahmen der Berichterstattung in „RTL Aktuell“ um 18.45 Uhr und morgen in allen Magazinen von „Guten Morgen Deutschland“ über „Punkt 12“ bis „Exclusiv – Das Starmagazin“.
Teheran (nex) – Mit der Neuauflage eines erstmals 2006 von der Administration des damaligen iranischen Präsidenten Mahmut Ahmadinedschad abgehaltenen Karikaturenwettbewerbs zum Thema „Holocaust“ ist der Iran einmal mehr in den Fokus internationaler Kritik geraten.
Israel beschuldigt Teheran, die Veranstaltung verhöhne die Opfer des von Hitlerdeutschland und seinen Verbündeten verübten Völkermordes an europäischen Juden, der in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in der Ermordung von mindestens sechs Millionen Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe kulminierte.
(Foto: irancartoon.ir)
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warf der Führung in Teheran vor, sie würde nicht nur den Holocaust leugnen und dessen Opfer verhöhnen, sondern darüber hinaus „einen weiteren Massenmord anstreben“.
Damit spielt Netanjahu auf das Atomprogramm des Iran an, das Teheran nach Auffassung Israels mitnichten lediglich auf die zivile, friedliche Nutzung der Kernenergie beschränkt sehen wolle, sondern dessen Ziel es sei, an eigene Atomwaffen zu gelangen.
Auch die USA kritisieren, der Wettbewerb könnte als Plattform für die Leugnung der Judenvernichtung in Europa Mitte des 20. Jahrhunderts instrumentalisiert werden. Bereits in der Vergangenheit hatten Holocaustleugner und Antisemiten den Wettbewerb zu Zwecken der politischen Propaganda benutzt.
(Foto: irancartoon.ir)
Die Veranstalter des Karikaturenwettbewerbs wiesen diese Anschuldigungen zurück. Es gehe bei der Veranstaltung um die Bloßstellung doppelter Standards im Westen hinsichtlich der Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung oder des Rechts auf Freiheit der Kunst mit Blick auf gesellschaftlich als notwendig erachtete Tabu-Bereiche.
Der Wettbewerb wurde ursprünglich als Reaktion auf die dänischen Mohammed-Karikaturen angekündigt, die 2005 weltweit für Proteste gesorgt hatten. Sein Ziel sei es, so die Initiatoren, herauszufinden, wie weit die Meinungsfreiheit der westlichen Gesellschaft tatsächlich gehe. Die 16 Finalisten erhalten insgesamt etwa 44 000 Euro an Preisgeld, der Sieger allein umgerechnet 10 000 Euro. Die iranische Regierung distanziert sich mittlerweile von dem Wettbewerb.
Politische Hardliner hatten sich jedoch im Vorfeld für die Abhaltung des Wettbewerbs stark gemacht. Zeitlich wurde er so gelegt, dass er mit palästinensischen Gedenkveranstaltung zur so genannten „Nakba“ zusammengelegt, der Flucht und Vertreibung von 760 000 Arabern aus den palästinensischen Territorien infolge des Palästinakrieges im Anschluss an die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948.
Mehrere arabische Staaten hatten im Anschluss an die Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 gewaltsam versucht, dessen Territorium unter ihre Kontrolle zu bringen, waren dabei aber gescheitert. Zeitgleich mit der „Nakba“ wurde in etwa eine gleich große Anzahl an Juden aus den arabischen Nachbarstaaten Israels und aus Nordafrika vertrieben.
Ankara (nex) – Erdogan wies darauf hin, dass das, was in Kilis geschehe, ein „Lackmustest“ für die Anti-IS-Koalition sein werde. Er werde zeigen, wie ehrlich es die Anti-IS-Koalition mit dem Umgang mit der Bedrohung meine. „Wir glauben nicht an die Aufrichtigkeit irgendeines Landes, das die auf unsere Stadt fallenden Raketen nicht genauso bewertet, als wären sie auf Moskau, London, Brüssel, Washington, Paris oder Berlin gefallen.“
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am vergangenen Donnerstag, dass die Türkei sich auf die “Säuberung” der syrischen Seite der Grenze von IS-Terroristen vorbereite, nachdem eine türkische Grenzstadt zum wiederholten Male unter Raketenbeschuss geraten ist.
„Wir treffen alle notwendigen Vorbereitungen, um die andere Seite der Grenze wegen der Probleme in Kilis zu säubern“, sagte er wegen der anhaltenden Spekulationen einer möglichen grenzüberschreitenden Bodenoperation, gab jedoch keine Details über die besagten Vorbereitungen bekannt.
Etwa zwei Dutzend Menschen wurden seit Januar in der türkischen Grenzstadt Kilis infolge des Raketenbeschusses vonseiten der IS (Daesh)-Terroristen getötet, worauf das türkische Militär mit Artilleriebeschuss antwortete.
Die Türkei, die Mitglied der von den USA geführten Anti-IS-Koalition ist, habe von letzterer bislang keinerlei Unterstützung erhalten, um die sie im Kampf gegen die extremistische Gruppe gebeten habe, so Erdogan weiter. Das Land bereite sich nun auf einseitige Maßnahmen vor.
„Was können wir von unseren Bündnispartnern erwarten, während unsere Mitbürger jeden Tag auf den Straßen von Kilis wegen der von der anderen Seite abgeschossenen Raketen sterben“, fragte er. „Lassen Sie es mich hier sagen: Wir werden nicht zögern, die notwendigen Schritte einzuleiten, wenn es sein muss“, betonte der Präsident.
Duisburg (nex) – Der Verein türkischer Studenten hatte vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt, als eine von ihm organisierte Vortragsveranstaltung zum Thema „Terror in Istanbul 1896“ durch aggressive Störer mehrfach unterbrochen wurde und die Veranstaltung deshalb vorzeitig beendet werden musste.
NEX24 ist der Frage auf den Grund gegangen, wer denn der VtS ist und wie seine Ziele aussehen.
Wie würdet ihr den „Verein türkischer Studenten“ beschreiben und wofür steht er?
VtS: Wir, der Verein türkischer Studenten, haben uns als Hochschulverein der Universität Duisburg-Essen das Ziel gesetzt, das friedliche und solidarische Zusammenleben zu fördern – selbstverständlich unabhängig von nationalen oder religiösen Bekenntnissen!
Der Fokus liegt dabei auf der Herbeiführung einer positiven Entwicklung des Interesses an Wissenschaft und Forschung. Gemäß der Leitlinie unserer Universität „Offen im Denken“ möchten wir einen Dialog herstellen, um den akademischen Prinzipien gerecht zu werden.
Da es anscheinend Usus ist, dass man Gruppen oder Menschen in bestimmte Schubladen einordnet, möchten wir an dieser Stelle nochmals betonen, dass wir ein unpolitischer Hochschulverein sind und keinerlei ideologischen Ziele verfolgen.
Wie setzt ihr eure Ziele um? Und was steht dabei im Fokus?
VtS: Indem wir Studierende, Mitglieder und Interessierte zur Teilnahme und zum Engagement in gesellschaftlichen Themenfeldern motivieren möchten. Durch Veranstaltungen, die Bereiche und Spektren wie Integration, Bildung, Erziehung, Geschichte oder Sprache abdecken sollen, werden gewisse Problematiken thematisiert und in einem offenen Dialog Meinungsbildungsprozesse geschaffen.
Hierbei ist es uns besonders wichtig, und das steht permanent im Fokus, dass wir im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung agieren. Insbesondere bestimmt die Meinungsfreiheit unsere Vereinsphilosophie.
Leider haben wir bereits erfahren müssen, dass es einige Gegner unseres Grundgesetzes gibt, welche diesen Zielen einen Riegel vorschieben und den wahrhaftigen Austausch im akademischen Raum auf sehr primitive Art und Weise unterbinden möchten.
Momentan wird viel über eure letzte Veranstaltung an der Universität Duisburg-Essen gesprochen. Könnt ihr uns schildern, was an diesem Tag geschah?
VtS: Zunächst einmal möchten wir uns beim Rektorat für seine Unterstützung bedanken, das den Dialog wahren wollte. In unserer letzten Veranstaltung, die sich – aufgrund der aktuellen Thematik „Terror“ – mit dem Terroranschlag in Istanbul 1896 befasste, wurde seltsamerweise von anderen Hochschulgruppen nicht wie angekündigt „kritisch“ verfolgt, sondern es wurde vielmehr störend und auf blamable Weise versucht, den Redner Dr. Söylemezoglu mit Verleumdungen und extrem unsachlichen Kommentaren zu diskreditieren.
Dass unsachliche Zwischenrufe, irrsinnige Fragestellungen, permanentes Geschrei und persönliche Attacken letztlich zum Abbruch der Veranstaltung führten, war ein Armutszeugnis für diejenigen, die anscheinend nicht in der Lage sind, einen Beitrag zum ernsthaften wissenschaftlichen Diskurs zu leisten.
Hattet ihr den Eindruck, dass die Störungen von langer Hand geplant waren?
VtS: Die Störer sind sehr organisiert vorgegangen. Es war eine klare Handschrift erkennbar, wie man sie vor allem von linksextremen Gruppierungen kennt, die ganz offenbar der Meinung sind, an den Universitäten einen „Heimvorteil“ zu genießen und dazu berufen zu sein, zu entscheiden, wer sich dort äußern darf und wer nicht. Es ging den Störern nie um einen Meinungsaustausch; sie wollten in rotfaschistischer Manier lediglich Personen zum Schweigen bringen und so ihre Dominanz auf dem Campus unterstreichen.
Welche Schlüsse zieht ihr durch diesen Vorfall?
VtS: Es ist völlig ersichtlich, dass es niemals einen vollständigen Konsens bei gewissen Themen geben kann – Anstand und Respekt sollte man aber, vor allem von angehenden Akademikern, erwarten dürfen. Wer moralische Prinzipien unserer Gesellschaft in solcher Art und Weise konterkariert, dem hilft auch kein akademischer Abschluss.
Entlarvend ist auch, zu beobachten, dass sich Institutionen, die sich eigentlich neutral verhalten sollten, einseitige Positionen beziehen und somit ihre eigentliche Rolle innerhalb der Universität nicht wahrnehmen. Letzten Endes kann man nur festhalten, dass unsere Dialogbereitschaft lediglich dafür benutzt wurde, unsere Partizipationsversuche zu sabotieren und unseren Wunsch der Teilnahme am öffentlichen Meinungsbildungsprozess brutal zu unterbinden.
Empfehlenswert wäre, dass jene, die derart rigoros gegen eine andere Meinung vorgehen, doch bitte zunächst die Möglichkeiten einer akademischen Bildungsstätte nützen. Das würde sicherlich die Qualität ihrer Kritik wie auch die ihrer Wortbeiträge immens erhöhen.
Was sind eure Vorhaben für die Zukunft?
VtS: Als Studenten der Universität Duisburg-Essen und als Bürger Deutschlands betrachten wir uns weiterhin als dazu verpflichtet, das zivilgesellschaftliche Engagement zu steigern, um das Gemeinwohl unserer Gesellschaft zu verbessern. Das Mitwirken in einem solchen Prozess und dessen Mitgestaltung ist von enormer Bedeutung.
Deshalb begrüßen wir all jene, die demokratischen Grundwerten auch in Zukunft einen Raum zur Entfaltung geben wollen. Mit den Steinen der Intoleranz und Unvernunft gilt es daher, ein Bauwerk der Humanität zu errichten. Um das zu erreichen, werden wir trotz Drohungen weiterhin für unsere Rechte kämpfen und unsere Hand zum Dialog reichen!