Extremisten töten Familienvater
Istanbul: Erdogan-Gegner erschießen Taxi-Fahrer
Istanbul (nex) – Im Istanbuler Stadtteil Sultangazi wurde am späten Dienstagabend ein Taxifahrer von mutmaßlichen politischen Extremisten ermordet, nachdem er sich geweigert hatte, Teilnehmer einer unerlaubten Demonstration vor der Polizei in Sicherheit zu bringen.
Der Vorfall ereignete sich gegen 23:30 Uhr in der Gazi-Straße im Istanbuler Stadtteil Sultangazi. Nach Augenzeugenberichten stoppte eine Gruppe maskierter Männer, die zuvor eine unerlaubte Erdogan-kritische Demo abgehalten hatte, einen vorbeifahrenden städtischen Bus.
Nachdem sie die Insassen aus dem Bus gezwungen hatten, setzten sie diesen mit Molotowcocktails in Brand. Als die von Bürgern verständigte Polizei am Tatort eintraf, verstreuten die Extremisten sich in die Seitenstraßen.
Einige der vor der Polizei flüchtenden Demonstranten versuchten, ein vorbeifahrendes Taxi zu stoppen. Als der Fahrer Seref C. die vorgehaltene Waffe bemerkte, versuchte er, zu fliehen und wurde dabei von Schüssen getroffen. Der an Arm und Bauch getroffene Taxifahrer wurde sofort in das nahegelegene Özel Basari Hastahanesi eingeliefert, wo er am frühen Morgen sein Leben verlor. Die Polizei fahndet nun nach den Mördern des verheirateten Vaters von zwei Kindern.
Wien
Lawrow erhält Einladung auf Lebenszeit nach Antalya
Wien (nex) – „Ich bin bereit zurückzutreten, wenn Sie irgendeinen Beweis dafür haben, dass die Türkei dem IS hilft“, sagte Cavusoglu zum russischen Außenminister Lawrow auf dem Treffen in Wien.
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow gegenüber, dass er bereit sei zurückzutreten, wenn Moskau irgendeinen Beweis dafür habe, dass die Türkei den IS (Daesh) unterstütze.
Cavusoglu, der sich zu einem Treffen der Internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien (ISSG) am gestrigen Dienstag in der österreichischen Hauptstadt aufhielt, erklärte Lawrow gegenüber, dass er mit der Behauptung, die Türkei drücke bei der Terrororganisation IS (Daesh) ein Auge zu, nicht einverstanden sei. Dies teilten bei dem Schlagabtausch Anwesende mit, die jedoch anonym bleiben wollen.
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„Sie sind ein seriöser Diplomat, und Sie sind einer der erfahrensten Diplomaten unter uns. Sie sollten solch unseriösen Behauptungen keinen Glauben schenken“, forderte Cavusoglu Lawrow während des Treffens auf, das in einen anderen Raum mit weiteren Diplomaten live übertragen wurde. „Ich bin bereit zurückzutreten, wenn Sie irgendeinen Beweis dafür haben, dass die Türkei dem IS (Daesh) hilft. Aber sollten Sie das nicht können, lade ich Sie nach Antalya [Cavusoglus Heimatstadt] als Gast für den Rest Ihres Lebens ein“, fügte er hinzu. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte ebenfalls die Behauptung, die Türkei unterstütze die Terrororganisation IS (Daesh), scharf verurteilt. Die Darstellung der Türkei als ein Land, das den IS (Daesh) unterstützt, ist – entschuldigen Sie bitte, wenn das hart klingt – verabscheuungswürdig.“ Moskau unterstellt Ankara mit großer Regelmäßigkeit, den IS (Daesh) zu unterstützen, konkret in Form von Ölkäufen von der Terrorgruppe. Insgesamt 24 Vertreter aus 20 Ländern und vier internationalen Organisationen nahmen an dem Meeting in Wien teil, um nach einer Lösung für den bereits fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg in Syrien zu suchen.
Kurden zu Putins Satellitenbildern: “Das sind kurdische LKWs auf dem Weg nach Ceyhun”
„Sie sind ein seriöser Diplomat, und Sie sind einer der erfahrensten Diplomaten unter uns. Sie sollten solch unseriösen Behauptungen keinen Glauben schenken“, forderte Cavusoglu Lawrow während des Treffens auf, das in einen anderen Raum mit weiteren Diplomaten live übertragen wurde. „Ich bin bereit zurückzutreten, wenn Sie irgendeinen Beweis dafür haben, dass die Türkei dem IS (Daesh) hilft. Aber sollten Sie das nicht können, lade ich Sie nach Antalya [Cavusoglus Heimatstadt] als Gast für den Rest Ihres Lebens ein“, fügte er hinzu. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte ebenfalls die Behauptung, die Türkei unterstütze die Terrororganisation IS (Daesh), scharf verurteilt. Die Darstellung der Türkei als ein Land, das den IS (Daesh) unterstützt, ist – entschuldigen Sie bitte, wenn das hart klingt – verabscheuungswürdig.“ Moskau unterstellt Ankara mit großer Regelmäßigkeit, den IS (Daesh) zu unterstützen, konkret in Form von Ölkäufen von der Terrorgruppe. Insgesamt 24 Vertreter aus 20 Ländern und vier internationalen Organisationen nahmen an dem Meeting in Wien teil, um nach einer Lösung für den bereits fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg in Syrien zu suchen.
Umstrittenes Pflanzenschutzmittel
Glyphosat: Umwelttoxikologin aus Halle sieht keine Gesundheitsgefahr
Halle (ots) – Die Umwelttoxikologin Heidi Foth von der Uniklinik in Halle hält eine Zulassungs-Verlängerung für das umstrittene Pflanzenschutzmittel für vertretbar.
„Eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen besteht nicht, weil die Mengen, die uns über die Nahrung und die Umwelt erreichen, zu gering sind“, sagte die Wissenschaftlerin der Mitteldeutschen Zeitung. „Ich sehe keine stichhaltigen Gründe, die Zulassung als Wirkstoff zu verweigern“, sagte Foth, die auch Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen ist.
Die Europäische Union entscheidet diese Woche über eine Verlängerung der Zulassung, die Ende Juni ausläuft. Für Kritiker steht Glyphosat im Verdacht, krebserregend zu sein. Mit Blick auf die Umwelt sieht jedoch auch Foth das Pflanzenschutzmittel kritisch. „Glyphosat wurde im Grundwasser gefunden und ist wesentlicher Mitverursacher für den Verlust an Biodiversität, also Artenvielfalt, in der Agrarlandschaft.“
Feature
Historikerin: Die Türkei ist von russischen Propagandalügen und Destabilisierungsstrategien betroffen
Von Irma Kreiten
Jenseits der faktischen Richtigstellung besonders effektvoller Kreml-Lügen und einer bruchstückhaften Beschäftigung mit einzelnen Akteuren und deren Netzwerken lassen eine tiefgreifendere Beschäftigung mit den gesellschaftlichen und politischen Vorbedingungen für die Angreifbarkeit durch russische Propaganda weiterhin auf sich warten.
So wird zwar viel von einer „hybriden“ Kriegsführung (auch: „innerer Zersetzung“) gesprochen, dann aber doch meist wieder in Rückgriff auf eine alte Schwarz-Weiß-Optik gedacht. Der Kampf gegen das Erstarken totalitärer Strukturen wird in der öffentlichen Darstellung verengt auf die Konfrontation eines „demokratischen Europa“ mit den Machtambitionen des Kreml.
Der Umstand, daß neben der Ukraine auch andere Nicht-EU-Länder wie die Türkei in erheblichem Ausmaß von russischen Propagandalügen und Destabilisierungsstrategien betroffen sind, findet bislang nicht ausreichend Berücksichtigung. Daß Rußland beim aktuellen Frontalangriff auf ein internationales System, das auf Demokratie, Menschenrechte und Völkerrecht baut, zwar mit gutem Recht als Hauptakteur bezeichnet werden kann, aber bei weitem nicht die einzige Störquelle darstellt, bleibt auf gleiche Weise unterbelichtet.
Insbesondere wird nicht angemessen herausgearbeitet, daß sich u.a. der Iran, Assad-Syrien und die PKK (sogar auch Nordkorea und Venezuela) ähnlich gearteter Desinformations- und Destabilisierungsstrategien bedienen und daß diese politischen Kräfte ihre Propaganda-Inhalte auch mit denen des Kreml abtimmen.
Komplementär dazu wird verdrängt, welch große Rolle gerade westeuropäische und insbesondere deutsche Akteure beim Erstarken des Putinismus gespielt haben und wie diese mit dem Kreml und den herrschenden Kreisen „befreundeter“ Staaten vernetzt sind. Über die eigenen Demokratiefeinde, Lobbyisten im Bereich der Wirtschaft, Querfront*-Apologeten in den Medien und zivilgesellschaftliche „nützliche Idioten“ erfolgt der Angriff auf unser internationales System auch aus dem westeuropäischen Innern heraus.
In diesem Artikel wird es um eine deutsch-russische Partnerschaft bei der Aushöhlung unseres internationalen Wertesystems und die damit verbundene Ignoranz gegenüber den „anderen“ Opfern des Putinismus gehen. Und darum, wie tief sich antidemokratische Lobbynetzwerke in die deutsche „demokratische Mitte“ bereits eingegraben haben und wie groß die dadurch entstandenen Abhängigkeiten sind.
Letzteres kann wohl kaum etwas besser verdeutlichen als der Umstand, daß nun ausgerechnet die Personen und politischen Netzwerke, die zuvor selbst kritische Stimmen ignoriert und unterdrückt, teils sogar russische Propagandaerzählungen verbreitet und von diesem Verhalten profitiert haben, nun auch noch mit Aufklärungsarbeit beauftragt werden.
Am 6. Mai 2015 hat die Grünen-nahe Boell-Stiftung in Brüssel eine Veranstaltung unter dem Titel „Experiences in Europe in the Hybrid Conflict. The manipulation of reality and what we can do about it” („Europäische Erfahrungen im hybriden Konflikt. Die Manipulation von Realität und was wir dagegen tun können“) durchgeführt. Die Veranstaltung erhob den Anspruch, sich auf allgemein-abstrakter Ebene der Herausforderung russischer Einflußnahmen zu stellen und mögliche Strategien im Umgang damit zu entwicklen. Teilnehmende waren Rebecca Harms (MdEP, Die Grünen), Mark Weinmeister (Staatssekretär für Europaangelegenheiten), Annette Riedel (EU-Korrespondentin des Deutschlandradio) und Peter Pomerantsev, ein exzellenter Analyst russischer Propagandastrategien.
Geladen war allerdings auch Anne Gellinek, die zwar der deutschen demokratischen Öffentlichkeit nach wie vor als tadellose Journalistin gilt, aber hinsichtlich der „Manipulation von Realität“ zugunsten von Kreml-Interessen alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Anne Gellinek war von 2008-2014 Leiterin des ZDF-Studios in Moskau und hat in dieser Position mehrere Reportagen zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi produziert. In keinem ihrer Beiträge haben die Tscherkessen als Ureinwohner der Region auch nur namentliche Erwähnung gefunden. Insbesondere in Anne Gellineks längerer Reportage
„Durch den wilden Kaukasus“ wurde eine durch zahlreiche Quellen belegte blutige Kolonialgeschichte systematisch durch russische und (post-)sowjetische Geschichtsmythen ersetzt:
Als „Urbevölkerung“ wurden beispielsweise die russischen Kosaken ausgegeben und anstatt an die Tscherkessen als Völkermordopfer zu erinnern, begleitete das ZDF-Team eine Feier zum Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“. Die Hochebene von Kbaade wurde ausschließlich als „Krasnaja Poljana“ bezeichnet, ihre symbolische Bedeutung als Kulminationspunkt des russischen Vernichtungskrieges gegen die Tscherkessen blieb im Dunkeln. Die heutige Lage ethnischer Minderheiten in der Region wurde insgesamt nicht thematisiert.
Auch daß die turkstämmigen Balkaren, die zwar im Film gezeigt, aber ebenfalls nicht namentlich erwähnt werden, von Stalin deportiert worden waren, wurde verschwiegen. Somit konnten die Folgen der stalinschen Deportationen und der sowjetischen Zwangsmodernisierung als urige ländliche Rückständigkeit und Ausdruck eines Entwickungsdefizits ausgegeben werden, das aus den Traditionen der Dorfbevölkerung selbst erwächst.
Das stillschweigende Hinweggehen über historische Verbrechen und über deren Langzeitfolgen, die Auslöschung der Erinnerung an die Opfer (etwa über die Tilgung alter Ortsnamen), die Übernahme der Geschichtsmythen der Täter und Besatzer sowie das Leugnen der historischen Existenz der jeweiligen Opfergruppe inklusive des hartnäckigen Ignorierens ihrer heutigen Nachkommen werden allerdings von Genozidforschern als Fortführung bzw. letztes Stadium eines Völkermordes angesehen.
Anne Gellinek ist studierte Osteuropa-Historikerin, intellektuelle Unbedarftheit und fehlendes fachliches Wissen darf man somit als Ursachen eines derartigen journalistischen Versagens nicht voraussetzen. Anzunehmen ist vielmehr, daß Anne Gellinek sich in einem Interessenskonflikt befand und vor diesem Hintergrund eine strategische Entscheidung zu Lasten von Völkermordopfern getroffen hat.
Die ZDF-Korrespondentin war nämlich neben ihren „kritischen“ Reportagen auch als ZDF-Komentatorin der Olympiade vorgesehen gewesen – eine durchaus prestigeträchtige Rolle. Die Übertragungsrechte für die Spiele hatte das ZDF erstmals direkt vom Internationalen Olympischen Komitee erworben und dafür schätzungsweise einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe hingeblättert. Im Umfeld der Olympischen Spiele in Sotschi wurden mehrfach ausländische Journalisten behindert. Im Oktober/November 2013 wurde der norwegische Reporter Øystein Bogen, der offenbar vom russischen Geheimdienst FSB auf eine Schwarze Liste gesetzt worden war, zusammen mit seinem Kameramann mittels ständiger Kontrollen schikaniert, schließlich sogar inhaftiert und verhört.
Øystein Bogen war im Unterschied zu Gellinek in einer Video-Reportage tatsächlich auch auf die Tscherkessen eingegangen. Den niederländischen Journalisten Rob Hornstra und Arnold van Bruggen wurde im Herbst 2013 die Einreise nach Rußland verweigert, nachdem bei einem vorherigen Aufenthalt eine Deportation bereits angedroht worden war. Beide hatten sich im Rahmen ihres „The Sochi Project“ seit 2007 ausführlich mit der Geschichte der Region und den Tscherkessen beschäftigt.
Ein MDR-Filmteam, das zumindest auf folkloristisch-touristische Weise die Tscherkessen zeigte, wurde zwar ebenfalls behindert (nicht unbedingt im Zusammenhang mit seinen Recherchethemen stehend), konnte seine Dreharbeiten aber immerhin erfolgreich abschließen. Anne Gellinek samt Team hätte sich mit einer Berichterstattung über Tscherkessen und Balkaren eventuell Belästigungen durch russische Behörden ausgesetzt und maximal wohl einen Landesverweis riskiert. Ihre Mitwirkung an dem Prestigeprojekt „Sotschi 2014“ scheint sie jedoch fest im Auge gehabt zu haben.
Ihr Ziel bei der Olympia-Kommentierung war es erklärtermaßen, auch den „Spaß an diesem internationalen Fest des Sports in Russland erlebbar“ zu machen, d.h. sie stand den Spielen dann letztendlich doch positiv gegenüber. Eventuell dachte sie sogar zu diesem Zeitpunkt noch daran (der Pressebericht bleibt hier undeutlich) ein Exklusivinterview mit Putin zu führen. Zumindest die mit der Kommentatorenrolle einhergehende Profilierung war ihr wohl einiges wert gewesen und man kann spekulieren, daß sie diese nicht aufs Spiel setzen wollte. Jedoch behauptete sie ausdrücklich, sie sei bei den Dreharbeiten zu „Durch den wilden Kaukasus“ keinem Druck ausgesetzt und nicht behindert worden, auch wenn sie sich jeden Schritt hätte genehmigen lassen müssen.
Nun ist es nicht so, daß in Putin-Rußland keinerlei Form von kritischem Journalismus mehr möglich wäre. Laut „Welt“-Korrespondentin Julia Smirnova variiert der Grad der Pressefreiheit von Region zu Region und hängt „von der jeweiligen politischen Situation, den kommunalen Behörden und dem Mut der Journalisten vor Ort“ ab. Über Korruptionsfälle etwa darf eher berichtet werden als über andere Themen.
Heikle Angelegenheiten können von russischen Medienanstalten dann aufgegriffen werden, wenn sie bereits internationale Resonanz erfahren haben. In Bezug auf die Sotschi-Berichterstattung hatten sich russische Behörden allerdings besonders repressiv gezeigt. Wenn staatsnahe russische Medien bisweilen dann doch kritisch berichteten, so vollzog sich diese Kritik doch in streng begrenztem Rahmen und bedurfte vorheriger Erlaubnis. Ethnische Spannungen und die blutige Kolonialgeschichte der Region gehörten ganz offensichtlich nicht zu den geduldeten Themen.
Umso mehr ist für Anne Gellinek eine Vermeidungshaltung anzunehmen. Gellineks Reportagen suggerierten zwar einen kritischen Rundumblick, konzentrierten sich aber auf Korruption, Umweltschutz, Repression der LGBT-Bewegung, Behördenwillkür, Arbeitnehmerrechte und erboste Anwohner. Hier scheint sich die ZDF-Korrespondentin für ihre „Olympiakritik“ in etwa den Rahmen gesteckt zu haben, der aus Sicht russischer Behörden gerade noch so eben zulässig oder in dieser Form bereits von Anderen ausgehandelt worden war.
Sie hat sich jedenfalls aus einem breiteren Themenspektrum diejenigen „kritischen“ Themen herausgepickt, die im Vergleich zu anderen als weniger heikel erscheinen. Eine Beschäftigung mit Tscherkessen und Balkaren hätte dagegen geheißen, bewußt anzuecken und einen zermürbenden Kampf um Deutungshoheiten führen zu müssen. Die Aufgabe ausländischer Journalisten wäre es gemäß sachkundiger Empfehlungen allerdings gewesen, die lokalen Beschränkungen journalistischer Arbeit nicht hinzunehmen, vielmehr Tabus offensiv anzugehen und damit auch einheimischen Kollegen ein Stück weit den Weg zu öffnen. In ihrem Ignorieren der ethnischen Minderheiten der Region hat Gellinek aber gerade diejenigen, die besonders unter dem russischen Repressionsdruck zu leiden hatten, ein weiteres Mal benachteiligt.
Eine Selbstzensur aus opportunistischen Beweggründen steht in starkem Kontrast zu Anne Gellineks Selbstinszenierung. Sie präsentiert sich als besonders unerschrockene Journalistin, die unheimlich „taff nachfragen“ kann. Sie beklagt sogar, daß es unter den gegebenen politischen Umständen in Rußland für sie schwierig geworden sei, noch in ausreichendem Maße kritische Interviewpartner für ihre Filme zu finden. Ein Angebot an das ZDF, Kontakte zu Tscherkessen herzustellen wie zu Personen, die sich mit der Situation der Tscherkessen befassen, wurde allerdings stillschweigend abgelehnt. Indem Gellinek bewußte Auslassungen und vorhandene Beschränkungen nicht einmal benennt, wird ihre selektive Kritik zu Augenwischerei. Ihr nur scheinbar schonungsloser Blick „hinter die Kulissen“ baut gleichzeitig neue Kulissen auf. Die Illusion von Vielfalt bzw. begrenzte und kanalisierbare Kritik liegen in gewissem Sinne sogar im Interesse des Kreml. Vorgeschobene Kritik, in Russland auch „Hofkritik“ genannt, wird von ihm manchmal als Ventil eingesetzt, um eine Opposition, die ihm wirklich gefährlich werden könnte, niederzuhalten.
Nun sollte man nicht behaupten, daß das, was Anne Gellinek berichtet hat, den russischen Autoritäten in keinem Falle wehgetan hat. Trotzdem kommt hier der Eindruck eines Kuhhandels auf, mittels dessen der russischen Seite ein Berühren ihrer wundesten Punkte erspart blieb. In Anlehnung an ein philosophisches Begrifffspaar könnte man sagen, daß Anne Gellinek vorwiegend „bekannte Unbekannte“ behandelt und Abstand genommen hat von den „unbekannten Unbekannten“, also von jenen Problemthemen, von denen ein westeuropäisches Publikum aufgrund erfolgreicher russischer Repressionsmaßnahmen meist nicht einmal wußte und in Bezug auf die es demzufolge auch nicht kritisch nachfragen kann.
Daß das nach außen getragene Bild schonungsloser Aufklärung über die Schattenseiten von Sotschi 2014 verfangen hat, entnimmt man etwa einem Medienkommentar in Die ZEIT: Dieser moniert die weitgehend unkritische Olmypia-Berichterstattung von ARD und ZDF, lobt aber ausdrücklich Anne Gellineks „Durch den wilden Kaukasus“ als „tiefgründige Reportage“. Auch Betreiber kremlnaher „Alternativplattformen“ halten die ZDF-Korrespondentin für eine Vertreterin entschieden russland- und iranfeindlicher Sichtweisen und greifen sie deswegen wütend an. Indem die Boell-Stiftung mit Anne Gellinek eine Vertreterin russischen Geschichtsrevisionismus als „Expertin“ für russische Desinformationspolitik einlädt, weist sie ihr eine Aufgabe zu, die diese umfänglich gar nicht erfüllen kann – jedenfalls nicht, wenn sie ihre eigene Beteiligung nicht offenlegt. Auf diesem Wege werden Angepaßte gefördert, d.h. diejenigen Funktionsträger, die auf entsprechende äußere Anreize regieren und damit manipulierbar sind.
Die Botschaft, die die Organisatoren der Konferenz in der Sache vermitteln, ist die, daß die Leugnung ethnischer Säuberungen und genozidaler Gewalt nicht ins Gewicht fällt: Nach wie vor muß niemand mit realen Konsequenzen rechnen, wenn es sich bei den Betroffenen um Balkaren oder Tscherkessen und damit um Opfergruppen ohne nennenswerte Lobby handelt.
Wenn sich hingegen die öffentliche Aufmerksamkeit auf armenische Angelegenheiten und darüber vermittelt europäische Interessen richtet, fordern Grüne und Andere vehement, es dürfe keinen „devoten Umgang“ mit der Türkei geben und man solle sich von Erdoğan nicht „erpressen“ lassen. In Bezug auf die vorwiegend muslimischen Nordkaukasier wird vorauseilender Gehorsam gegenüber dem Kreml nicht nur als gesellschafts- und politiktauglich zugelassen, sondern indirekt sogar mit dem Status des „kritischen“ Experten belohnt.
Den Machthabern in Rußland dürfte diese Form halbherziger, dafür aber stark polarisierender „Rußlandkritik“ letztendlich entgegenkommen. Die deutsche Öffentlichkeit insgesamt scheint bislang kein nennenswertes Problem mit dem Umstand zu haben, daß Personen und Personenkreise mit der Abwehr russischer Propaganda befaßt sind, die Aufklärungsarbeit zuvor behindert hatten. So fühlt man sich nach wie vor nicht einmal bemüßigt, fehlerhafte, geschichtsklitternde Darstellungen öffentlich-rechtlicher
Sender richtigzustellen und auf die generelle Einhaltung beruflicher Standards zu dringen, statt sich an der kurzfristigen „Nützlichkeit“ prominenter Meinungsmacher zu orientieren. Einem massiven Propagandaansturm Rußlands und verbündeter Mächte dürfte auf diesem Wege, d.h. ohne selbstkritische Analyse der eigenen Verflechtungen und Vereinnahmungen, kaum zu begegnen sein. Das Resumée besagter Boell-Konferenz fiel denn auch so banal wie selbstbetrügerisch aus: Die EU solle sich nicht auf das Niveau des Kreml herabbegeben und den russischen Informationskrieg nicht mit eigener Propaganda beantworten. Anne Gellinek selbst muß auf dieser Konferenz die feste Überzeugung vertreten haben, daß es möglich sei, Lüge und Wahrheit voneinander zu unterscheiden und daß es der Beruf eines Journalisten sei, die Fakten zu überprüfen.
* „Querfront“ meint den Zusammenschluß linksautoritärer und rechter/rechtsextremer Kräfte zu einer antifreiheitlichen Allianz.
* „Querfront“ meint den Zusammenschluß linksautoritärer und rechter/rechtsextremer Kräfte zu einer antifreiheitlichen Allianz.
CIA-Foltermethoden
USA: CIA-Generalinspektor vernichtet „aus Versehen“ Festplatte mit Folterbericht des Senats
Washington (nex) – Wie US-amerikanischen Medien am gestrigen Montag zu entnehmen war, hat der Generalinspektor der CIA „versehentlich“ die einzige Kopie eines Senatsberichts über die Foltermethoden der Behörde vernichtet.
Christopher Sharpley hatte bereits im vergangenen August den Senatsausschuss darüber unterrichtet, so die Medien, dennoch wurde der Zwischenfall erst öffentlich bekannt, als die Dienstaufsichtsbehörde keine neue Kopie des Berichts vorlegen konnte.
Der 6 700 Seiten umfassende aus Depeschen und Memos erstellte Bericht des Geheimdienstausschusses des Senats enthält Details über den Einsatz von „Waterboarding, Schlafentzug und anderen aggressiven Verhörmethoden“ der CIA in ausländischen Gefängnissen.
Die damalige Ausschussvorsitzende, Senatorin Dianne Feinstein, gab Ende 2014 Kopien des Berichts zur Überprüfung heraus, unter anderem an das Büro des Generalinspektors sowie andere US-amerikanische Geheimdienstbehörden einschließlich der CIA.
Medienberichten zufolge lud Sharpley die Datei im Intranet der Behörde hoch und vernichtete gemäß den Verfahrensvorschriften die Harddisk.
Doch ein weiterer Mitarbeiter löschte die Datei mit dem Bericht, offensichtlich hatte er die Anweisung des Justizministeriums missverstanden, die Datei nicht zu öffnen, damit diese nicht unter das Informationsfreiheitsgesetz falle.
Seit Anfang vergangenen Jahres versuchte der derzeitige Ausschussvorsitzende Senator Richard Burr sämtliche Dateien der Geheimdienste zu retten.
Feinstein drängte Berichten zufolge die interne Aufsichtsbehörde der CIA, eine Kopie des Berichts vorzulegen.
Nachdem das Büro des Generalinspektors den Bericht nicht liefern konnte, sandte Feinstein einen Brief an die Justizministerin Loretta Lynch und den CIA-Direktor James Clapper, der bestätigte, dass die einzige Kopie des Berichts im Büro des Generalinspektors verloren gegangen sei.
Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump verspricht, bei seiner Wahl die Folter wiedereinzuführen.
„Würde ich Waterboarding genehmigen? Darauf könnt ihr euren Arsch drauf wetten, dass ich es genehmigen würde – und zwar auf der Stelle!“, versprach er auf einer Kundgebung im vergangenen Jahr.
„Und ich würde sogar mehr als das genehmigen. Macht euch nichts vor, Leute. Es funktioniert, okay? Nur ein dummer Mensch würde behaupten, dass es nicht funktioniert“, fügte er hinzu.
Deutsche immer häufiger in Türkei festgehalten
Türkei: Student aus Mainz sechs Tage lang in Gewahrsam
Dortmund (4RFEH) – Wer bei uns im Geografieunterricht aufgepasst hat, dem hätte möglicherweise nicht so leicht das passieren können, was in den letzten Wochen anscheinend einigen deutschen Studenten in der Türkei widerfahren ist und nun plötzlich ungläubiges Staunen bei „Report Mainz“, im „Focus“ und in weiteren diversen Formaten auslöst.
Unser Lehrer, ein schon von seiner Ausbildung wegen weitgereister Mann, erzählte damals, gegen Ende der 1980er Jahre, in der Zeit des Falls des Eisernen Vorhangs, von seinen Erfahrungen im Zusammenhang mit Bildungskongressen und Studienreisen nach Osteuropa.
Je mehr sich die Staaten öffneten, umso unproblematischer war es für Touristen und Kongressgäste, die Sehenswürdigkeiten und Landschaften der ehemals sozialistischen Staaten zu fotografieren. Ein Tabu stellte es aber anhaltend dar, Hafenanlagen zu fotografieren, und wenn sich darin gar sowjetische Kriegsschiffe befanden, konnte man als Gast in dem Land sogar in ziemlich gravierende Schwierigkeiten geraten.
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Der Kalte Krieg war eben immer noch nicht zu Ende, nach wie vor war die Angst vor einem möglichen Überraschungsangriff des jeweiligen Gegners zu groß, als dass man Fremden erlauben wollte, sensible Bereiche fotografisch einzufangen. Heute herrschen keine Bedingungen des Kalten Krieges mehr, und auch in der Türkei genießen Touristen grundsätzlich alle Freiheiten, wenn es darum geht, Städte, Landschaften und Menschen zu fotografieren. Allerdings wird die Türkei – und dies dürfte auch den in das Land Einreisenden nicht völlig unbekannt sein – seit fast einem Jahr wieder massiv von blutigen Terroranschlägen heimgesucht, die aus den verschiedensten Richtungen kommen: von der PKK, dem Daesh oder auch der DHKP/C. Ihr Ziel sind vor allem staatliche Sicherheitsbehörden, aber auch Zivilisten. Die Anschläge werden in professioneller Weise für die propagandistische Ausschlachtung in den sozialen Medien vorbereitet, die meist erst beginnt, wenn der Selbstmordattentäter selbst längst das Zeitliche gesegnet hat. Aus diesem Grund ist es aber auch – vor allem in Zeiten wie diesen – so absolut nicht zu empfehlen, ausgedehnte Fotosessions oder Selfie-Serien vor Militärkasernen, Regierungsgebäuden und Polizeirevieren durchzuführen. Dass ein solches Verhalten als durchaus verdächtig wahrgenommen werden sowie Polizeigewahrsam, Verhöre, Leibesvisitationen, Konfiszierungen von Handys und Fotoapparaten und sogar Abschiebungen nach sich ziehen kann, sollte vor diesem Hintergrund nicht verwundern. Spielt sich das Ganze auch noch in ausgewiesenen Sicherheitszonen oder Sperrgebieten ab, kann es noch weit ungemütlicher werden. „Report Mainz“ zufolge soll sich seit Anfang 2015 die Zahl derartiger Vorfälle mit deutschen Staatsangehörigen bereits auf etwa 20 belaufen. Gemessen an der angespannten Situation und der permanenten Terrorgefahr ist das nicht einmal übermäßig viel. Jeder einzelne Fall hätte jedoch möglicherweise verhindert werden können. Dass es so weit gekommen ist, hat nicht zuletzt auch mit der romanhaften, einseitigen und unempathischen Berichterstattung der deutschen Leitmedien zu tun, die jede Türkeimeldung in erster Linie als Herausforderung dahingehend betrachten, auf noch klarere Weise als der Mitbewerber den vorgegebenen Klassenstandpunkt zu transportieren und das Märchen von dem bösen Sultan und den braven Freiheitskämpfern auszuschmücken, statt tatsächlich einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sehr das türkische Volk Tag für Tag unter dem Terror zu leiden hat und wie dieser in ihren Alltag eingreift. Von Linken und Grünen, deren geistige Ahnen im früheren Ostblock bzw. im China der so genannten „Kulturrevolution“ wesentlich weniger liberal im Zusammenhang mit Fotoaufnahmen waren, ist offenbar nicht viel an konstruktiven Beiträgen zu erwarten.
Anti-Terror-Gesetze: Türkei soll lockern – während EU-Länder verschärfen
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Visaliberalisierung für Türken
Türkischer Außenminister: „EU misst bei Visafreiheit mit zweierlei Maß“
Wien (nex) – Cavusoglu kritisierte am gestrigen Montagabend in einer Ansprache vor türkischen Geschäftsleuten nach einem Treffen zu Libyen in Wien, dass die EU mit zweierlei Maß messe, wenn es um die Gewährung der Visafreiheit gehe: Manche EU-Länder seien Mitglied geworden, obwohl sie nicht alle Anforderungen erfüllt hätten:
„Sie haben Beitrittskandidaten Visafreiheit gewährt, noch bevor die Verhandlungsphase begonnen hatte. Ist es dann nicht das Recht der türkischen Staatsangehörigen, auch dieses Privileg genießen zu dürfen? Wir sprechen hier von visafreiem Reisen, nicht von Mitgliedschaft“, fügte er hinzu.
Am vergangenen Mittwoch hatte das EU-Parlament den Prozess der für türkische Staatsangehörige ausgehandelten Visaliberalisierung angehalten. Die Türkei habe es nicht geschafft, die notwendigen Kriterien zu erfüllen, lautete die Begründung.
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Ohne die Türkei könne die EU keine globale Kraft entfalten und ihre Wirtschaftsprobleme lösen, betonte der türkische Außenminister und rief in der Visadiskussion zu Vernunft auf. „Wir werden die Visaangelegenheit auf vernünftige Weise mit der EU diskutieren. Wir müssen einen Fahrplan entwickeln. Jeder wird seine Versprechen halten“, unterstrich er. Cavusoglu bekräftigte auch, dass Ankara seine Anti-Terror-Gesetze nicht ändern werde und die Beharrlichkeit der EU in dieser Frage „einer Unterstützung des Terrors“ gleichkomme. Die Türkei werde, so der Außenminister weiter, dem Druck der EU nicht nachgeben, um im Gegenzug Visafreiheit für ihre Staatsangehörigen im Schengen-Raum zu erhalten. „Uns aufzufordern, unsere Anti-Terror-Gesetze zu ändern, während wir gegen die PKK und den IS (Daesh) kämpfen, kommt einer Unterstützung des Terrors gleich. Wir werden uns niemals solchen Zwängen ausliefern“, stellte Cavusoglu klar.
Bundesagentur für Arbeit bittet Türkei um Fachkräfte, doch Türken lehnen ab
Ohne die Türkei könne die EU keine globale Kraft entfalten und ihre Wirtschaftsprobleme lösen, betonte der türkische Außenminister und rief in der Visadiskussion zu Vernunft auf. „Wir werden die Visaangelegenheit auf vernünftige Weise mit der EU diskutieren. Wir müssen einen Fahrplan entwickeln. Jeder wird seine Versprechen halten“, unterstrich er. Cavusoglu bekräftigte auch, dass Ankara seine Anti-Terror-Gesetze nicht ändern werde und die Beharrlichkeit der EU in dieser Frage „einer Unterstützung des Terrors“ gleichkomme. Die Türkei werde, so der Außenminister weiter, dem Druck der EU nicht nachgeben, um im Gegenzug Visafreiheit für ihre Staatsangehörigen im Schengen-Raum zu erhalten. „Uns aufzufordern, unsere Anti-Terror-Gesetze zu ändern, während wir gegen die PKK und den IS (Daesh) kämpfen, kommt einer Unterstützung des Terrors gleich. Wir werden uns niemals solchen Zwängen ausliefern“, stellte Cavusoglu klar.
"Massiv überschrittene Grenzwerte bei Stickoxid-Emissionen"
Opel: „Monitor“ und „Der Spiegel“ bleiben bei ihrer Darstellung
Köln (ots) – Das ARD-/WDR-Politikmagazin „Monitor“ und „Der Spiegel“ bleiben auch nach den Äußerungen des Opel-Vorstandschefs Karl-Thomas Neumann von heute (Dienstag, 17.05.2016) bei Ihrer Darstellung, die auf gemeinsamen Recherchen mit der Deutschen Umwelthilfe beruht.
Das Rechercheteam hat Opel am Montag (09.05.2016) vor der Veröffentlichung (12.05.2016) mit allen Vorwürfen bis in die technischen Details konfrontiert. Opel entschied sich, nicht auf die konkreten Vorwürfe einzugehen. Auf das Angebot, weiterführende Gespräche über die Recherche-Ergebnisse zu führen, reagierte Opel nicht. Auch auf das Angebot eines Interviews vor der Kamera ging Opel nicht ein.
Das Rechercheteam hat die Ergebnisse seiner Untersuchung (reduzierte Abgasreinigung ab 145 Stundenkilometer, ab 2.400 Umdrehungen/min, bei 915 Millibar) dem Bundesverkehrsministerium übergeben. Diese werden nun Gegenstand einer Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums sein.
In diesem Rahmen wird Opel erneut die Gelegenheit haben, die Abschaltfunktionen in der Software der Motorensteuerung darzulegen und die massiv überschrittenen Grenzwerte bei Stickoxid-Emissionen des Opel Zafira 1,6 Liter Diesel Euronorm 6, sowie des Opel Astra 1,6 Liter Euronorm 6 zu erklären.
Reisen
Turkish Airlines: Neue Flugroute nach Atlanta
Atlanta ist das 15. Flugziel der türkischen Fluggesellschaft auf dem amerikanischen Kontinent
Istanbul (nex) – Wie Turkish Airlines in einem Statement bekannt gab, bietet sie eine neue Direktroute zwischen Istanbul und Atlanta an. Der Mitteilung der türkischen Fluggesellschaft war weiter zu entnehmen, dass am gestrigen Montag das erste Flugzeug von Istanbul nach Atlanta startete.
Die Direktflüge sollen täglich stattfinden.
Atlanta ist bereits das 15. Flugziel der Turkish Airlines auf dem amerikanischen Kontinent.Die türkische Fluggesellschaft bietet Flüge zu über 250 internationalen Destinationen in mehr als 100 Ländern in Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika.
Erdgas in der Türkei
Türkei: Kanadisches und norwegisches Unternehmen intensivieren Erdgas-Exploration in Thrakien
Edirne (nex) – Das in Norwegen ansässige Energieunternehmen Statoil hat zusammen mit dem kanadischen Unternehmen Valeura einen verbindlichen Lizenzierungsvertrag über die Erdgasexploration im türkischen Teil Thrakiens abgeschlossen.
Die Lizenz erstreckt sich über eine Fläche von 540 Quadratkilometern. Die Kanadier hatten sich, so hieß es in der schriftlichen Erklärung von Statoil, zuvor hauptsächlich auf die Erdgas-Exploration im Bezirk Banarlı in der Provinz Tekirdağ konzentriert. An den Lizenzen für Banarlı ist Statoil mit einem 50-prozentigen Anteil beteiligt, der Rest wird Valeura zugeordnet. Das Unternehmen in an der Börse von Toronto gelistet.
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Dem Abkommen zufolge werden die Explorationsarbeiten in Thrakien in beschleunigter Form vonstattengehen, am Ende soll bereits im Frühjahr 2017 Gas aus den Quellen gebohrt werden. Die Explorationstätigkeit des Konsortiums soll einen Maßstab für das Gaspotenzial bilden, das in den Tiefen des 540 m³ großen Areals vorhanden sei. In der Erklärung machte das Unternehmen deutlich, dass die im Nordwesten der Türkei begonnenen Explorationsbemühungen Teil der Explorationsstrategie von Statoil gewesen sei. Man wäre jedoch optimistisch bezüglich eines möglichen darüber hinausgehenden Potenzials, wird der für Statoil sonst für die Exploration in der südlichen Hemisphäre zuständige Vizepräsident des Unternehmens in der Erklärung zitiert. Valeura wiederum betreibt Öl- und Gasexploration in der Türkei seit etwa vier Jahren. Anfang 2016 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass man Erdgas im Brunnen des Feldes Batı Gürgen-1 gefunden habe, das zu den Lizenzen von Banarlı gehört. Diese Quelle habe während der Explorationsperiode eine Kapazität von 100 000 Kubikmeter erkennen lassen. In der Region Thrakien hat Valeura nach eigenen Angaben Erdgas in drei verschiedenen Brunnen gefunden und bereits mit der Produktion begonnen. Insgesamt übt das kanadische Unternehmen derzeit 14 Explorations- und Produktionslizenzen in Thrakien und eine Öl-Explorationslizenz in Gaziantep aus.
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Dem Abkommen zufolge werden die Explorationsarbeiten in Thrakien in beschleunigter Form vonstattengehen, am Ende soll bereits im Frühjahr 2017 Gas aus den Quellen gebohrt werden. Die Explorationstätigkeit des Konsortiums soll einen Maßstab für das Gaspotenzial bilden, das in den Tiefen des 540 m³ großen Areals vorhanden sei. In der Erklärung machte das Unternehmen deutlich, dass die im Nordwesten der Türkei begonnenen Explorationsbemühungen Teil der Explorationsstrategie von Statoil gewesen sei. Man wäre jedoch optimistisch bezüglich eines möglichen darüber hinausgehenden Potenzials, wird der für Statoil sonst für die Exploration in der südlichen Hemisphäre zuständige Vizepräsident des Unternehmens in der Erklärung zitiert. Valeura wiederum betreibt Öl- und Gasexploration in der Türkei seit etwa vier Jahren. Anfang 2016 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass man Erdgas im Brunnen des Feldes Batı Gürgen-1 gefunden habe, das zu den Lizenzen von Banarlı gehört. Diese Quelle habe während der Explorationsperiode eine Kapazität von 100 000 Kubikmeter erkennen lassen. In der Region Thrakien hat Valeura nach eigenen Angaben Erdgas in drei verschiedenen Brunnen gefunden und bereits mit der Produktion begonnen. Insgesamt übt das kanadische Unternehmen derzeit 14 Explorations- und Produktionslizenzen in Thrakien und eine Öl-Explorationslizenz in Gaziantep aus.


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