Wissenschaftler äußern ihre Meinung zum 100. Jahrestag des geheimen Sykes-Picot-Abkommens
Istanbul (nex) – Wissenschaftler äußern sich zum 100. Jahrestag des Sykes-Picot-Abkommens, das am 16. Mai 1916 unterzeichnet wurde und dessen Ziel die heimliche Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg war.
Das Abkommen, das die Grenzen des Iraks und Syriens bestimmte, ist offiziell auch unter dem Namen „Asia Minor Agreement“ (Kleinasien-Abkommen) bekannt. Es handelt sich dabei um ein geheimes Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich, Irland und Frankreich, das mit dem Segen des Russischen Zarenreichs geschlossen wurde.
Tayyar Ari, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Uludag in der Türkei, sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu:
„Sykes-Picot sah eine Aufteilung des Nahen Ostens noch vor dem Ende des Ersten Weltkriegs vor. Das Abkommen ignorierte die Interessen der irakischen, syrischen und libanesischen Bevölkerung, indem es Großbritannien und Frankreich die Befugnis gab, Ortsansässige zum Regieren im Nahen Osten einzusetzen, die leicht zu kontrollieren waren.“
Ari vertritt die Auffassung, dass die Umwälzungen von heute mit der Vergangenheit zu tun hätten.
„Das osmanische Territorium sollte in kleine Teile zerlegt werden; heute ist das Gebiet wieder genauso dazu geeignet, entlang der ethnischen Identitäten aufgeteilt zu werden.“
Zekeriya Kursun, Vorsitzender des Vereins der Forscher des Nahen Ostens und Afrikas (ORDAF), erklärte:
„Das Abkommen, dessen Ursprung 300 Jahre zurückliegt, hatte das Ziel, Einflusssphären für Großbritannien und Frankreich zu schaffen. Sykes-Picot legte keine Grenzen fest, sondern es war der Versuch, eine Einflussmöglichkeit zu schaffen. Und dieser Einfluss dauert noch heute an.”Mehmet Celik, Professor an der Technischen Universität des Nahen Ostens Ankara, erklärt:
„Die Gründe für die Interessen Großbritanniens und Frankreichs sind heute dieselben wie damals. Sie möchten zusammen mit den USA, Russland, dem Iran und Israel die Region neu ordnen.“
Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wies am Donnerstag darauf hin, dass die Türkei seit dem Beginn der Krise an der Seite des syrischen Volkes stehe und weiterhin stehen werde.
„Wir, die Türkei, haben vom ersten Tag der Krise an unsere syrischen Geschwister nicht im Stich gelassen. Wir haben ihnen unsere Tore geöffnet, und diese Tore werden weiterhin offenbleiben“, unterstrich er während eines Treffens mit ausländischen Studierenden in Istanbul.
Erdogans Statement kommt nur einige Tage, nachdem er die Europäische Union beschuldigt hatte, ihr Versprechen, den Betrag in Milliardenhöhe für die Millionen syrischer Flüchtlinge in der Türkei zur Verfügung zu stellen, nicht gehalten zu haben. Er stellte klar, dass die Türkei bei der Unterstützung der Flüchtlinge sich nicht auf fremde Hilfe verlasse.
„Seit sechs Jahren werden unsere syrischen Geschwister von einem unrechtmäßigen Regime brutal ermordet“, sagte der türkische Präsident. „Bislang wurden etwa 600 000 unschuldige Menschen mit Fassbomben, ballistischen Raketen, Folter und chemischen Waffen getötet.“
Syrien befindet sich seit Anfang 2011, als Baschar al-Assads Regime Demonstrationen für Demokratie mit unerwarteter Brutalität niederschlug, in einem grausamen Bürgerkrieg.
Seitdem hält die Türkei ihre Tore für etwa drei Millionen Syrer offen, die vor dem Krieg in ihrem Land fliehen. Die Türkei ist somit zu dem Land mit den meisten Flüchtlingen geworden.Erdogan beschuldigte die Terrororganisationen IS (Daesh), YPG und PYD – letztere stellen den verlängerten Arm der terroristischen Vereinigung PKK in Syrien dar –, der „ethnischen Säuberung und Genozids“ in Syrien. „All dies geschah und geschieht immer noch vor den Augen der ganzen Welt“, unterstrich er.
Der türkische Präsident betonte, dass diejenigen, die 1994 dem Morden in Ruanda tatenlos zusahen, heute in Syrien, Libyen und Jemen dasselbe täten.
Köln (ots) – Die langjährige RTL-Moderatorin Erika Berger ist am Sonntag im Alter von 76 Jahren gestorben. Als Sex-Expertin der RTL-Sendung „Eine Chance für die Liebe“ wurde sie 1987 einem großen Publikum bekannt und revolutionierte das deutsche Fernsehen nachhaltig. Mit ihrem charmanten Münchner Akzent talkte sich die 1939 geborene Moderatorin und Autorin zahlreicher Bücher in die Herzen der Deutschen.
Am bekanntesten war Erika Berger wohl für ihre direkte Art und ihren stets entspannten Umgang auch mit Themen, die so manch anderem die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Das konnte sie auch in ihrer zweiten eigenen Sendung „Der flotte Dreier“ ab 1991 beweisen. Dort beschäftigte sie sich vor allem mit sexuellen Randthemen, die in dieser Deutlichkeit zuvor nicht thematisiert wurden. Mitte der Neunziger Jahre wechselte Erika Berger dann das Metier und moderierte das „Tageshoroskop“. Nach dem Tod ihres Ehemannes Richard Mahkorn im Jahr 2007 übernahm sie außerdem die Leitung seines Medienbüros und organisierte u.a. den Deutschen Fernsehpreis.
RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann: „Erika war ein besonders herzlicher und professioneller Mensch. Auch über ihre Sendungen hinaus war sie immer ein aufgeschlossener und vorurteilsfreier Ratgeber. Dafür haben wir sie geliebt. Sie hat die Anfangsjahre unseres Senders maßgeblich geprägt und ist bis zuletzt noch immer Teil der großen RTL-Familie geblieben, so dass wir sie und ihr einzigartiges Lachen ganz besonders und schmerzlich vermissen werden.“
RTL gedenkt Erika Berger heute im Rahmen der Berichterstattung in „RTL Aktuell“ um 18.45 Uhr und morgen in allen Magazinen von „Guten Morgen Deutschland“ über „Punkt 12“ bis „Exclusiv – Das Starmagazin“.
Teheran (nex) – Mit der Neuauflage eines erstmals 2006 von der Administration des damaligen iranischen Präsidenten Mahmut Ahmadinedschad abgehaltenen Karikaturenwettbewerbs zum Thema „Holocaust“ ist der Iran einmal mehr in den Fokus internationaler Kritik geraten.
Israel beschuldigt Teheran, die Veranstaltung verhöhne die Opfer des von Hitlerdeutschland und seinen Verbündeten verübten Völkermordes an europäischen Juden, der in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in der Ermordung von mindestens sechs Millionen Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe kulminierte.
(Foto: irancartoon.ir)
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warf der Führung in Teheran vor, sie würde nicht nur den Holocaust leugnen und dessen Opfer verhöhnen, sondern darüber hinaus „einen weiteren Massenmord anstreben“.
Damit spielt Netanjahu auf das Atomprogramm des Iran an, das Teheran nach Auffassung Israels mitnichten lediglich auf die zivile, friedliche Nutzung der Kernenergie beschränkt sehen wolle, sondern dessen Ziel es sei, an eigene Atomwaffen zu gelangen.
Auch die USA kritisieren, der Wettbewerb könnte als Plattform für die Leugnung der Judenvernichtung in Europa Mitte des 20. Jahrhunderts instrumentalisiert werden. Bereits in der Vergangenheit hatten Holocaustleugner und Antisemiten den Wettbewerb zu Zwecken der politischen Propaganda benutzt.
(Foto: irancartoon.ir)
Die Veranstalter des Karikaturenwettbewerbs wiesen diese Anschuldigungen zurück. Es gehe bei der Veranstaltung um die Bloßstellung doppelter Standards im Westen hinsichtlich der Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung oder des Rechts auf Freiheit der Kunst mit Blick auf gesellschaftlich als notwendig erachtete Tabu-Bereiche.
Der Wettbewerb wurde ursprünglich als Reaktion auf die dänischen Mohammed-Karikaturen angekündigt, die 2005 weltweit für Proteste gesorgt hatten. Sein Ziel sei es, so die Initiatoren, herauszufinden, wie weit die Meinungsfreiheit der westlichen Gesellschaft tatsächlich gehe. Die 16 Finalisten erhalten insgesamt etwa 44 000 Euro an Preisgeld, der Sieger allein umgerechnet 10 000 Euro. Die iranische Regierung distanziert sich mittlerweile von dem Wettbewerb.
Politische Hardliner hatten sich jedoch im Vorfeld für die Abhaltung des Wettbewerbs stark gemacht. Zeitlich wurde er so gelegt, dass er mit palästinensischen Gedenkveranstaltung zur so genannten „Nakba“ zusammengelegt, der Flucht und Vertreibung von 760 000 Arabern aus den palästinensischen Territorien infolge des Palästinakrieges im Anschluss an die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948.
Mehrere arabische Staaten hatten im Anschluss an die Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 gewaltsam versucht, dessen Territorium unter ihre Kontrolle zu bringen, waren dabei aber gescheitert. Zeitgleich mit der „Nakba“ wurde in etwa eine gleich große Anzahl an Juden aus den arabischen Nachbarstaaten Israels und aus Nordafrika vertrieben.
Ankara (nex) – Erdogan wies darauf hin, dass das, was in Kilis geschehe, ein „Lackmustest“ für die Anti-IS-Koalition sein werde. Er werde zeigen, wie ehrlich es die Anti-IS-Koalition mit dem Umgang mit der Bedrohung meine. „Wir glauben nicht an die Aufrichtigkeit irgendeines Landes, das die auf unsere Stadt fallenden Raketen nicht genauso bewertet, als wären sie auf Moskau, London, Brüssel, Washington, Paris oder Berlin gefallen.“
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am vergangenen Donnerstag, dass die Türkei sich auf die “Säuberung” der syrischen Seite der Grenze von IS-Terroristen vorbereite, nachdem eine türkische Grenzstadt zum wiederholten Male unter Raketenbeschuss geraten ist.
„Wir treffen alle notwendigen Vorbereitungen, um die andere Seite der Grenze wegen der Probleme in Kilis zu säubern“, sagte er wegen der anhaltenden Spekulationen einer möglichen grenzüberschreitenden Bodenoperation, gab jedoch keine Details über die besagten Vorbereitungen bekannt.
Etwa zwei Dutzend Menschen wurden seit Januar in der türkischen Grenzstadt Kilis infolge des Raketenbeschusses vonseiten der IS (Daesh)-Terroristen getötet, worauf das türkische Militär mit Artilleriebeschuss antwortete.
Die Türkei, die Mitglied der von den USA geführten Anti-IS-Koalition ist, habe von letzterer bislang keinerlei Unterstützung erhalten, um die sie im Kampf gegen die extremistische Gruppe gebeten habe, so Erdogan weiter. Das Land bereite sich nun auf einseitige Maßnahmen vor.
„Was können wir von unseren Bündnispartnern erwarten, während unsere Mitbürger jeden Tag auf den Straßen von Kilis wegen der von der anderen Seite abgeschossenen Raketen sterben“, fragte er. „Lassen Sie es mich hier sagen: Wir werden nicht zögern, die notwendigen Schritte einzuleiten, wenn es sein muss“, betonte der Präsident.
Duisburg (nex) – Der Verein türkischer Studenten hatte vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt, als eine von ihm organisierte Vortragsveranstaltung zum Thema „Terror in Istanbul 1896“ durch aggressive Störer mehrfach unterbrochen wurde und die Veranstaltung deshalb vorzeitig beendet werden musste.
NEX24 ist der Frage auf den Grund gegangen, wer denn der VtS ist und wie seine Ziele aussehen.
Wie würdet ihr den „Verein türkischer Studenten“ beschreiben und wofür steht er?
VtS: Wir, der Verein türkischer Studenten, haben uns als Hochschulverein der Universität Duisburg-Essen das Ziel gesetzt, das friedliche und solidarische Zusammenleben zu fördern – selbstverständlich unabhängig von nationalen oder religiösen Bekenntnissen!
Der Fokus liegt dabei auf der Herbeiführung einer positiven Entwicklung des Interesses an Wissenschaft und Forschung. Gemäß der Leitlinie unserer Universität „Offen im Denken“ möchten wir einen Dialog herstellen, um den akademischen Prinzipien gerecht zu werden.
Da es anscheinend Usus ist, dass man Gruppen oder Menschen in bestimmte Schubladen einordnet, möchten wir an dieser Stelle nochmals betonen, dass wir ein unpolitischer Hochschulverein sind und keinerlei ideologischen Ziele verfolgen.
Wie setzt ihr eure Ziele um? Und was steht dabei im Fokus?
VtS: Indem wir Studierende, Mitglieder und Interessierte zur Teilnahme und zum Engagement in gesellschaftlichen Themenfeldern motivieren möchten. Durch Veranstaltungen, die Bereiche und Spektren wie Integration, Bildung, Erziehung, Geschichte oder Sprache abdecken sollen, werden gewisse Problematiken thematisiert und in einem offenen Dialog Meinungsbildungsprozesse geschaffen.
Hierbei ist es uns besonders wichtig, und das steht permanent im Fokus, dass wir im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung agieren. Insbesondere bestimmt die Meinungsfreiheit unsere Vereinsphilosophie.
Leider haben wir bereits erfahren müssen, dass es einige Gegner unseres Grundgesetzes gibt, welche diesen Zielen einen Riegel vorschieben und den wahrhaftigen Austausch im akademischen Raum auf sehr primitive Art und Weise unterbinden möchten.
Momentan wird viel über eure letzte Veranstaltung an der Universität Duisburg-Essen gesprochen. Könnt ihr uns schildern, was an diesem Tag geschah?
VtS: Zunächst einmal möchten wir uns beim Rektorat für seine Unterstützung bedanken, das den Dialog wahren wollte. In unserer letzten Veranstaltung, die sich – aufgrund der aktuellen Thematik „Terror“ – mit dem Terroranschlag in Istanbul 1896 befasste, wurde seltsamerweise von anderen Hochschulgruppen nicht wie angekündigt „kritisch“ verfolgt, sondern es wurde vielmehr störend und auf blamable Weise versucht, den Redner Dr. Söylemezoglu mit Verleumdungen und extrem unsachlichen Kommentaren zu diskreditieren.
Dass unsachliche Zwischenrufe, irrsinnige Fragestellungen, permanentes Geschrei und persönliche Attacken letztlich zum Abbruch der Veranstaltung führten, war ein Armutszeugnis für diejenigen, die anscheinend nicht in der Lage sind, einen Beitrag zum ernsthaften wissenschaftlichen Diskurs zu leisten.
Hattet ihr den Eindruck, dass die Störungen von langer Hand geplant waren?
VtS: Die Störer sind sehr organisiert vorgegangen. Es war eine klare Handschrift erkennbar, wie man sie vor allem von linksextremen Gruppierungen kennt, die ganz offenbar der Meinung sind, an den Universitäten einen „Heimvorteil“ zu genießen und dazu berufen zu sein, zu entscheiden, wer sich dort äußern darf und wer nicht. Es ging den Störern nie um einen Meinungsaustausch; sie wollten in rotfaschistischer Manier lediglich Personen zum Schweigen bringen und so ihre Dominanz auf dem Campus unterstreichen.
Welche Schlüsse zieht ihr durch diesen Vorfall?
VtS: Es ist völlig ersichtlich, dass es niemals einen vollständigen Konsens bei gewissen Themen geben kann – Anstand und Respekt sollte man aber, vor allem von angehenden Akademikern, erwarten dürfen. Wer moralische Prinzipien unserer Gesellschaft in solcher Art und Weise konterkariert, dem hilft auch kein akademischer Abschluss.
Entlarvend ist auch, zu beobachten, dass sich Institutionen, die sich eigentlich neutral verhalten sollten, einseitige Positionen beziehen und somit ihre eigentliche Rolle innerhalb der Universität nicht wahrnehmen. Letzten Endes kann man nur festhalten, dass unsere Dialogbereitschaft lediglich dafür benutzt wurde, unsere Partizipationsversuche zu sabotieren und unseren Wunsch der Teilnahme am öffentlichen Meinungsbildungsprozess brutal zu unterbinden.
Empfehlenswert wäre, dass jene, die derart rigoros gegen eine andere Meinung vorgehen, doch bitte zunächst die Möglichkeiten einer akademischen Bildungsstätte nützen. Das würde sicherlich die Qualität ihrer Kritik wie auch die ihrer Wortbeiträge immens erhöhen.
Was sind eure Vorhaben für die Zukunft?
VtS: Als Studenten der Universität Duisburg-Essen und als Bürger Deutschlands betrachten wir uns weiterhin als dazu verpflichtet, das zivilgesellschaftliche Engagement zu steigern, um das Gemeinwohl unserer Gesellschaft zu verbessern. Das Mitwirken in einem solchen Prozess und dessen Mitgestaltung ist von enormer Bedeutung.
Deshalb begrüßen wir all jene, die demokratischen Grundwerten auch in Zukunft einen Raum zur Entfaltung geben wollen. Mit den Steinen der Intoleranz und Unvernunft gilt es daher, ein Bauwerk der Humanität zu errichten. Um das zu erreichen, werden wir trotz Drohungen weiterhin für unsere Rechte kämpfen und unsere Hand zum Dialog reichen!
Kiew (nex) – Wie der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Hennadij Subko am vergangenen Freitag mitteilte, haben die türkische und ukrainische Regierung eine Reihe gemeinsamer Projekte wie den Bau von Flugzeugen in einer Anlage des ukrainischen Konzerns Antonow beschlossen.
Der Entwurf der Vereinbarungen wurde vom ukrainischen stellvertretenden Minsterpräsidenten und dem Minister für Regionalentwicklung, Hennadij Subko, und dem türkischen Verteidigungsminister Ismet Yilmaz auf der 10. Tagung des Türkisch-Ukrainischen Komitees für handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Kiew unterzeichnet.
„Der Zeitpunkt der Unterzeichnung des Entwurfs auf der Tagung entspricht dem virtuellen strategischen Fahrplan, den die Präsidenten beider Länder unterzeichnet hatten. Er umreißt die Interessenpunkte unserer Zusammenarbeit, um die Handelsbeziehungen unserer Länder in allen Bereichen anzukurbeln“, wurde Subko von seiner Pressestelle zitiert.
In den Vereinbarungen geht es um freien Handel, Steuererleichterungen, Unternehmensförderung und gemeinsame Industrieprojekte.
Türkei und Ukraine beschließen die Entwicklung dreier Flugzeugmodelle
In der Kategorie „Industrielle Entwicklung“ haben die Türkei und die Ukraine die gemeinsame Produktion dreier Flugzeugmodelle in einer Anlage in der Ukraine vereinbart.
„Dabei handelt es sich insbesondere um die Entwicklung und Herstellung des Passagierflugzeugs Typ TAN-158 auf der Grundlage des Jets An-158; des Frachtflugzeugs für die türkische Partei auf der Grundlage des An-178 und eines Flugzeugs für die türkische Partei auf der Grundlage des An-70“, hieß es weiter in der Pressemitteilung.
Besiktas holt seit 2009 zum ersten Mal wieder türkischen Süper Lig-Titel
Dortmund (nex) – Das Istanbuler Fußballteam Besiktas hat nach 2009 seinen ersten Spor Toto Süper Lig-Titel. Es schlug am heutigen Sonntag Osmanlispor im Heimspiel in der Vodafone Arena mit 3-1.
Nachdem der Club als Champion gekrönt wurde, gingen die Fans weltweit auf die Straßen; in den Hauptstraßen waren Konvois unterwegs.
(Foto: AA)
Mit 76 Punkten hatte Spitzenreiter Besiktas den Vorsprung auf Verfolger Fenerbahce auf sechs Punkte ausgebaut und hielt auch ein Tordifferenzvorteil mit zwei ausbleibenden Spielen.
Der brasilianische Mittelfeldspieler Marcelo Guedes sorgte in der 21. und 24. Minute für zwei Tore der Gastgeber.
Der deutsche Stürmer Mario Gomez, der herausragende Spieler von Besiktas in dieser Saison und einer der erfolgreichsten Importe der vergangenen Jahre in den türkischen Fußball, fügte in der zweiten Halbzeit noch einen dritten Treffer hinzu.
In der 74. Minute konnte Osmanlispor-Stürmer Pierre Webo aus Kamerun für die Gäste einen Treffer erzielen, doch da fingen die Besiktas-Fans schon mit dem Feiern an.
Besiktas hatte schon am vergangenen Sonntag den Druck auf Fenerbahce erhöht, als Mario Gomez gegen den Istanbuler Rivalen Galatasaray ein entscheidendes Tor in der zweiten Spielhälfte schoss.
Gomez, den der türkische Erstligist zunächst nur für diese Saison ausgeliehen hat, stellte seine hervorragenden Fußballkünste in einer für Besiktas glorreichen Saison unter Beweis, das im vergangenen Monat auch zu seiner historischen, nun brandneuen Heimstätte am Bosporusufer zurückkehren durfte.
Mit diesem Sieg ist Besiktas nun 14-maliger Sieger des höchsten Preises im türkischen Fußball, womit es sich für die Champions League qualifiziert hat.
Mardin (nex) – Die kurdischstämmigen türkischen Staatsbürger, die vor dem PKK-Terror in den südosttürkischen Städten geflohen sind und nun in verschiedenen Städten in der Türkei leben, möchten, dass die Terroristen dieser illegalen Organisation ihre Heimatstädte verlassen, sodass sie zu ihrem normalen Leben wieder zurückkehren können.
Einige Einwohner von Nusaybin, einem Distrikt der südosttürkischen Provinz Mardin, die mit der türkischen Tageszeitung Daily Sabah sprachen, erzählten, sie hätten wegen der Terroraktionen der PKK und deren Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften ihre Arbeit, ihr Zuhause und ihr Leben hinter sich gelassen.
„Wir möchten wieder zurück. Wir haben unsere Arbeit aufgegeben, unser Zuhause verlassen. Unsere Kinder mussten die Schule abbrechen“, schildert ein Einwohner von Nusaybin seine Erlebnisse, der jetzt bei Verwandten in Istanbul lebt und aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss.
„Während des Versöhnungsprozesses ging es unserer Stadt sehr gut“, erzählt Ali, ein anderer Nusaybiner. „Das Geschäft brummte. Die Leute waren immer bis um Mitternacht unterwegs, in Cafés, Restaurants. Jetzt ist die Stadt wegen der Terroraktionen menschenleer. Wir haben unsere Kinder nun hier zur Schule angemeldet“, fährt er fort.
„Aber wir wissen nicht, wie lange wir hier bleiben können. Wir hoffen, dass der Terror in unseren Städten bald ein Ende nimmt und wir in unsere Häuser zurückkehren können. Wenn auch unsere Gastgeber uns gegenüber großzügig und sehr hilfsbereit sind, so genieren wir uns doch schon sehr, in jemandes Haus so lange wohnen zu müssen.“
Tausende Einwohner flohen vor dem Terror in den Städten im Südosten der Türkei. Während viele derzeit in umliegenden Städten leben, sind auch einige in andere Städte überall in der Türkei gezogen.
Nach dem Ende der Operationen werden die Rückkehrer mit zerstörten Städten, also unter anderem Schulen, Krankenhäusern und Moscheen konfrontiert, die die PKK während der Einsätze entweder als Schutzschilde benutzte oder diese mutwillig zerstörte.
Der kurdischstämmige Vorsitzende der Föderation der Dorfbeschützer und Angehöriger von Gefallenen hat in einer Pressemitteilung drastische Maßnahmen gefordert. Die von Terror und Gewalt betroffenen Städte müssten evakuiiert und dann dem Erdboden gleich gemacht werden.
Ankara (tp) – Extreme Situationen erfordern extreme Maßnahmen. Das fordert der Vorsitzende der „Föderation der Dorfbeschützer und Angehöriger von Gefallenen“ zur Bekämpfung der Terrororganisation PKK, die den bewaffneten Kampf seit vergangenem Juni auch in die Städte getragen hat. Ziya Sözen, der Vorsitzende der Föderation mit Sitz in Ankara, teilte in der Pressemitteilung mit, dass die Sicherheitskräfte zwar sehr darum bemüht seien, während der Operationen zivile Opfer zu vermeiden, das wiederum führe aber auch zur Zunahme eigener Verluste.
Sözen ist inzwischen mit seiner Meinung nicht alleine. Innerhalb der Bevölkerung wächst der Unmut und die Schlagzeilen über gefallene Polizisten, Gendarmen und Soldaten reißen nicht ab. Das weckt vor allem den Unmut innerhalb der Familien und Angehörigen der Gefallenen. Die Mehrheit der Bevölkerung hat auch durch den Umstand, dass die Türkei die stärkste Armee innerhalb der NATO bereitstellt, auch einen direkten oder indirekten Bezug zu Sicherheitskräften. Fast jeder kennt einen oder ist mit einem verwandt. Sözen greift also nicht ins leere, wenn er drastische Maßnahmen fordert.
Um dem entgegenzuwirken müssten die Sicherheitskräfte die Zivilbevölkerung aufrufen, die betroffenen Gebiete zu evakuieren. Danach könne man dann betroffene Stadtviertel sturmreif schießen und so die Verluste unter den Sicherheitskräften minieren, so Sözen weiter. Vor allem in Nusaybin, wo die PKK mit Sprengfallen ganze Häuserblocks in Schutt und Asche gelegt sowie dutzende Sicherheitskräfte getötet hat, ist die Lage prekär. Die Sicherheitskräfte werden seit Wochen durch Sondereinsatzkräfte verstärkt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Auch in der türkischen Bevölkerung ist man der Verlustmeldungen von Polizisten, Gendarmen und Dorfbeschützern inzwischen überdrüssig geworden. Hier werden inzwischen Stimmen laut, die Sözen nun laut ausspricht. Allein am vergangenem Sonntag starben insgesamt 6 Sicherheitskräfte, wodurch auch die Regierung in Zugzwang gerät.
Die Verluste unter den Sicherheitskräften in den Statdbezirken in Sur, Silopi, Cizre, Nusaybin, Yüksekova und Silvan haben Sözen zufolge, die Zahl der Verluste während der Zypern-Operation weit überschritten. Polizei- und militärische Kräfte müssen laut Sözen sich Haus um Haus unter Extremsituation vorkämpfen. Einerseits ist das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen, anderseits würden sie aber auch zu einem leichten Ziel für Terroristen. Allein durch Sprengfallen seien mehr Sicherheitskräfte getötet worden, als durch direkte Gefechte mit der PKK. Das, so Sözen weiter, könne man nur mit radikalen Maßnahmen verhindern.
Laut Sözen, der selbst einige Zeit als Dorfbeschützer in Bingöl tätig war und dessen Vater während eines Gefechts mit der PKK 1994 getötet wurde, verlangt daher, dass die betroffenen Stadtviertel aufgefordert werden, sich in Sicherheit zu begeben. Danach könnten Sicherheitskräfte die Ziele sturmreif beschießen und die PKK aus ihren „Löchern“ treiben. Der Staat müsse dafür Sorge tragen, dass die Sicherheitskräfte unter optimalen Bedingungen ihre Aufgabe erledigen. Die jetzige Situation sei kaum noch vertretbar, zumal Polizisten und Militärs zum Schutz der Bevölkerung ihr eigenes Leben riskieren würden.
Dorfbeschützer (Türkisch: koruculuk sistemi) sind bezahlte, ausgebildete und bewaffnete paramilitärische Verbände im Osten und Südosten der Türkei beim Kampf gegen die PKK. Sie setzen sich zu 98 Prozent aus kurdischstämmigen Türken zusammen. Zumeist werden sie von Sippen und Asirets, sogenannten kurdischen Clans aufgestellt, um sich vor übergriffen der PKK zu schützen. Erst jüngst drohte ein Asiret der PKK mit Vergeltung, als ein Stammesmitglied bei einer illegalen Straßensperre der PKK verletzt wurde.
Erschienen bei turkishpresss