Wirtschaft
Weltbank erhöht Wachstumsprognose der Türkei

Washington D.C (nex) – Die Weltbank hat, wie ihrem am vergangenen Sonntag veröffentlichten Bericht über die Weltwirtschaftsaussichten zu entnehmen ist, die Wachstumseinschätzungen für die Türkei in den kommenden zwei Jahren angehoben.

Nun werde erwartet, dass die türkische Wirtschaft in diesem Jahr um 3,5 – und nicht wie im Januar prognostiziert um 3 Prozent – wachsen werde.

Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft des Landes um 2,9 Prozent gewachsen, 2015 lag die Rate noch bei 6,1 und 2014 bei 5,2 Prozent.

„Es wird erwartet, dass die Türkei mithilfe der akkommodierenden Fiskalpolitik 2017 um 3,5 Prozent und 2018 um 3,9 Prozent wachsen wird“, heißt es in dem Bericht der Bank. Die Korrektur rühre vom Rückgang der Unsicherheit, von der Erholung des Tourismussektors und der Verbesserung der Unternehmensbilanzen her.

„Der Prognoseanhebung für die Türkei infolge der schneller als vorhergesehenen Erholung nach dem vereitelten Putschversuch steht eine Abwärtskorrektur für Russland wegen der Ausweitung der Wirtschaftssanktionen gegenüber“, heißt es weiter.

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„Generationenschnitt“
Kommentar: „Doppelpass-Plan der SPD riecht stark nach Assimilationszwang“

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Wie ernst kann man die SPD als Law-and-Order-Partei nehmen? Von Yasin Baş Nachdem die SPD 2017 alle Landtagswahlen verloren hat und in Schleswig-Holstein sowie Nordrhein-Westfalen (NRW) aus der Regierung geflogen ist, sieht es nicht gerade rosig aus bei den Genossen. Nach den Landtagswahlen im Saarland wurde deutlich, dass die Sozialdemokraten höchstens noch als Juniorpartners zu gebrauchen sind. Der sogenannte „Schulz-Effekt“ währte nicht allzu lang. Der Hype um den ach so viel gepriesenen Parteichef Martin Schulz hatte von Beginn an einen unrealistischen und gestellten Charakter. Auch Schulz´ Vorgänger Sigmar Gabriel hat als Kapitän das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen. Man möchte sich die Frage gestatten, ob Gabriel es, als er im Januar 2017 von seinem Amt zurücktrat, geahnt hat, wie desaströs die SPD bei den kommenden Landtagswahlen abschneiden würde. Die erste Pleite für die Genossen gab es am 26. März im Saarland. Dieser folgte der Machtwechsel in Schleswig-Holstein. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte mit seiner Partei auch hier das Nachsehen. Die wahrscheinlich weitaus schmerzhaftere Niederlange mussten die Genossen jedoch in NRW, der einstigen Hochburg der Arbeiterbewegung, einstecken. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), der eigentlich eine große Zukunft in der Bundespolitik zugerechnet wurde, musste sich sang- und klanglos geschlagen geben. Auch in der ersten konstituierenden Sitzung des Düsseldorfer Landtags gab sich die ehemalige Landeschefin betont wortkarg. Martin Schulz, der auf dem Parteitag im März mit 100 Prozent der gültigen Stimmen zum Vorsitzenden gewählt wurde, konnte im Nachhinein nicht für die nötige Aufbruchstimmung sorgen. Der Stil des ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten kann sich als „mehr Schein als Sein“ zusammenfassen. Es gab durchaus Ideen von Schulz, die das linke Herz höher schlagen ließen, wie zum Beispiel sein Vorschlag, er wolle im Falle eines Wahlsiegs im September die Fehler der umstrittenen „Agenda 2010“ des früheren SPD-Kanzlers Gerhard Schröder revidieren. Solche durchaus populären Einfälle konnten sich aber leider nicht lange auf der Tagesordnung halten. Schulz schaffte es nur selten bis kaum, spürbare und nachhaltige Akzente in der politischen Diskussion zu setzen. Er gab sich zwar Mühe, sich in die kontroversen Debatten einzuschalten und sich aktiv zu beteiligen. Richtig erfolgreich und eigentlich viel wichtiger, erfolgversprechend, war er dabei jedoch fast zu keinem Zeitpunkt. Wenn er sich zu Wort meldete, sah alles gezwungen und verkrampft aus. SPD kopiert Ideen anderer Parteien und macht sich damit nur unglaubwürdig Auch den Verantwortlichen in der Führung der SPD muss dieser makelhafte Zustand ihrer Partei aufgefallen sein, sie vielleicht sogar verängstigt haben, sodass sich einige ernsthafte Gedanken machen mussten, aus diesem Tief wieder herauszukommen. Am Ende scheinen sich wohl diejenigen durchgesetzt zu haben, die sich von den restriktiven Vorschlägen von AfD und Co. leiten ließen. So stellte sich Kanzlerkandidat Schulz den Niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) zur Seite und beide verkündeten Anfang Juni im Willi-Brand-Haus ihre zehn Thesen für eine angebliche „starke sozialdemokratische Innenpolitik“, zu der unter anderem eine härtere Abschiebepolitik ebenso dazu gehören soll wie die Ausweitung der Videoüberwachung, die Einführung einer europäischen Grenzschutzpolizei, der Aufbau einer Art europäischer FBI und was besonders Türkischstämmige Menschen mit der doppelten Staatsbürgerschaft betrifft, die Überprüfung der Doppelpassregeln. Noch im August 2016 hatte Boris Pistorius laut FAZ gesagt: „Wer die doppelte Staatsbürgerschaft in Frage stelle, diffamiere viele Menschen, die sie haben.“ Und: „Es gebe zudem nicht den leisesten Anhaltspunkt dafür, dass der Doppelpass mit dem Thema innere Sicherheit zusammenhänge.“ Jetzt jedoch vollzieht der ehemalige Osnabrücker Oberbürgermeister aus dem Stadtteil Schinkel eine völlige Kehrtwende, die seinesgleichen sucht. In dem Zehn-Punkte-Papier, das von Pistorius mitentworfen wurde, spricht sich der Innenpolitiker nun für einen „Genrationenschnitt“ bei der doppelten Staatsbürgerschaft aus. „Generationenschnitt“ als Vehikel der Assimilationspolitik? Dieses umstrittene Modell stammt vom Sachverständigenrat Deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Beim sogenannten „Generationenschnitt” sollen in Deutschland geborene Kinder von Einwanderern zunächst den Doppelpass erhalten. Diese (Angehörige der zweiten Generation) wiederum sollen ihren Kindern (dritte Generation) jedoch die Staatsangehörigkeit ihrer Großeltern nicht mehr automatisch, sondern nur noch auf Antrag weitergeben dürfen. In der vierten Generation soll gar keine Weitergabe der doppelten Staatsbürgerschaft bzw. der Staatsangehörigkeit der Eltern und Großeltern mehr möglich sein. Mit einem solchen „Generationenschnitt” soll verhindert werden, dass Menschen die Staatsangehörigkeit eines Landes besitzen, das ihre Familien bereits vor Generationen verlassen haben. Ob dieses diskriminierende Modell, das stark nach Assimilationszwang riecht, wofür im Übrigen auch schon Bundesinnenminister Thomas de Maizière seit Langem wirbt, auch für US-Amerikaner, Kanadier, Schotten oder EU-Bürger gelten soll? Denkt die SPD wirklich, dass sie damit Erfolg hat, wenn sie die Ideen ihrer Konkurrenten kopiert? Wenn man den „Generationenschnitt“ weiterdenkt, kann es dann auch dazu kommen, dass die Nachfahren der ehemaligen Einwanderer eines Tages dazu genötigt werden, ihre Herkunftssprache, Herkunftskultur oder Religion irgendwann einmal ablegen sollen? Werden die Enkel und Urenkel der türkischen Gastarbeiter möglicherweise auch irgendwann ihre Namen ändern bzw. zwangsgermanisieren lassen müssen? Der „Generationenschnitt“ macht eher den Eindruck einer aufreibenden Walze. Das Wahlvolk wählt lieber das Original als die Kopie Die SPD vollzieht mit seinem Wunsch nach der Revision des Doppelpasses eine historische Kehrtwende. Die türkischstämmigen Wähler, die bis noch vor weniger Zeit mehrheitlich die SPD gewählt haben, werden sich über dieses „Geschenk“ sicher Gedanken machen. Die Neuausrichtung nach hartgesottenen Law-and-Order-Politikern wie Otto Schily wird die Partei nicht voranbringen. Die SPD müsste sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren. Dazu gehört beispielsweise die soziale Gerechtigkeit, von der sich die Partei seit der Agenda 2010 entfernt hat und was dazu führte, dass sich sogar Teile der Genossen sowie des gewerkschaftlichen Flügels zur WASG (später Fusion mit der PDS zur Linkspartei) abgespalten haben. Die AfD oder andere rechtsgerichtete Parteien nachzuahmen hat zwar derzeit Konjunktur, hat aber auch bis jetzt weder den etablierten Parteien geholfen, noch wird sie der SPD etwas bringen. Das Nachahmen oder billige Imitieren von Positionen kommt beim Wähler nicht als aufrichtig und ehrlich an. Das Wahlvolk wählt lieber das Original als die Kopie. Das sollten sich die Genossen hinter ihre Ohren schreiben.

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Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Luftwaffenstützpunkt Incirlik
SPD-Verteidigungsexperte Arnold fordert unverzüglichen Abzug aus Incirlik

Düsseldorf (ots) – Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, hat sich für einen „unverzüglichen Abzug“ deutscher Soldaten vom türkischen Stützpunkt Incirlik ausgesprochen. „Die Konsequenz ist klar. Wenn es keine dauerhafte grundsätzliche Besuchserlaubnis gibt, muss unverzüglich mit dem Abzug der Bundeswehrsoldaten aus Incirlik begonnen werden“, sagte Arnold der „Rheinischen Post“. Die Tankflugzeuge könnten schnell abgezogen werden. Für die Tornados würden etwa acht Wochen benötigt. „Die Gespräche mit Jordanien sind weit gediehen. Jordanien ist gut geeignet. Andere sind auch dort und kriegen ihre Einsätze von dort gut hin.“  

„Halim-Dener-Platz“
Hannover: Yeneroglu verurteilt Benennung öffentlichen Platzes nach PKK-Aktivisten

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Köln (nex) – “Die Benennung eines öffentlichen Platzes in Hannover nach einem PKK-Aktivisten zeigt, dass die Terrororganisation PKK allem Anschein nach zu einer bestimmenden Größe in der Hannoveraner Kommunalpolitik geworden ist”, erklärt Mustafa Yeneroğlu (AK Partei), Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, anlässlich der Entscheidung des Bezirksrates Linden-Limmer, den Platz zwischen der Pfarrland- und der Velvetstraße in Hannover in „Halim-Dener-Platz“ umzubenennen.

Die Entscheidung des Bezirksrats Hannover mache Yeneroglu zufolge deutlich, dass eine Mehrheit aus Linken, Grünen, Piraten und die Partei offensichtlich kein Problem damit habe, sich von der Terrororganisation PKK instrumentalisieren zu lassen. Einem PKK-Aktivisten einen öffentlichen Platz zu widmen, sei eine schwerwiegende politische Fehlentscheidung. „Halim Dener kam 1994 unter nie ganz geklärten Umständen durch die Kugel eines Polizeibeamten ums Leben, als er am Steintor Plakate für die verbotene PKK angebracht und versucht hatte, sich der Festnahme zu entziehen. Mit dieser Entscheidung wird der PKK eine symbolisch bedeutsame Ehre erwiesen“, sagt Yeneroglu in einer Stellungnahme. In diesem Sinne überrasche es auch nicht, dass die Namensgebung durch die Linkspartei initiiert wurde. Die Linke Hannover habe sich bereits in ihrem Kommunalwahlprogramm 2016 für die Umbenennung des Steintorplatzes eingesetzt und oft zum Gedenken an Halim Dener aufgerufen, betont Yeneroglu und ergänzt: „Grüne, Linke, Piraten und die Satirepartei ‚Die Partei‘ waren sich vorab über die Umbenennung einig. Hinzu kommt, dass die Initiative ‚Kampagne Halim Dener‘ seit Jahren offenkundig darum wirbt, an Dener zu erinnern und sich zugleich für die Abschaffung des PKK-Verbots in Deutschland einsetzt. Seit vielen Jahren beobachten wir, wie frei PKK Sympathisanten in Deutschland agieren. Darüber hinaus beobachten wir, wie immer mehr Vertreter von politischen Parteien in Deutschland demonstrativ die PKK, Tarnvereine bzw. ihre scheinbar legalen Arme unterstützen.“ Die Entscheidung des Bezirksrats bestätige, dass der Einflussbereich der PKK bishin zu kommunalpolitischen Entscheidungen reiche. „Dass die Linke durch die PKK stark unterwandert ist, überrascht uns nicht“, stellt Yeneroglu fest und fügt hinzu: „In ihrem Antrag zur Begründung der Umbenennung verweisen die Parteien darauf, dass der Halim-Dener-Platz somit zu einem Ort des Zusammenkommens würde, der die demokratische Kultur des Stadtbezirks verkörpert und die Vielfalt widerspiegelt. Obwohl sich verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen mit der Befürchtung um das friedliche Zusammenleben gegen eine Umbenennung ausgesprochen haben, wurde dies ignoriert. Linden ist ein lebhafter und multikultureller Stadtteil.“ Um dauerhaften Unfrieden und Zwietracht in Linden zu verhindern, läge es jetzt an den Verantwortlichen der Stadt Hannover, die skandalöse Umbenennung zu verhindern.

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Ausland
Türkei: Regierung nimmt durch Steuerumstrukturierung fast 6,5 Milliarden US-Dollar ein

Ankara (nex) – Die türkische Regierung hat mit ihrem Umstrukturierungsprogramm der Steuerschuld fast 23 Milliarden Türkische Lira (6,5 Milliarden US-Dollar)  eingenommen.

Der türkische Finanzminister Naci Agbal, der mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, erklärte, dass allein im Mai der Ertrag aus der Steuerumstrukturierung sich auf 726 Millionen US-Dollar belaufen habe.

Agbal wies des Weiteren darauf hin, dass im vergangenen Jahr nach der Einführung des umfassenden Plans zur Umstrukturierung von Steuern und Forderungen der öffentlichen Hand 3,48 Milliarden US-Dollar eingenommen worden seien.

“Unsere Bürger zeigen ein großes Interesse an diesem Programm. Über sechs Millionen Steuerzahler haben einen Antrag auf Umstrukturierung ihrer Steuerschuld gestellt, was die Annahme nahelegt, dass 76 Prozent unserer Schuldner von dieser Regelung profitieren”, betonte der Minister. Das neue Modell zur Steuerumstrukturierung wird besser angenommen als das zuletzt im Jahre 2011 verabschiedete. Die Zahl der Anträge stieg um 68,5 Prozent gegenüber der damaligen Regelung, der Anstieg des restrukturierten Steuervolumens stieg insgesamt sogar um 99 Prozent.

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Gabriel: Türkei hat Recht
Kampf gegen Terror: Deutschland will Finanzströme der PKK trockenlegen

Berlin (nex) – In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ überraschte der deutsche Außenminister Gabriel die Leser mit ungewohnt klaren Worten gegen die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK. Gabriel verlangte mit Blick auf die Interessen der Türkei ein härteres Vorgehen gegen die Terrormiliz.

„Die PKK ist auch bei uns eine verbotene Organisation, weil sie in Waffen- und Drogenhandel und Schutzgelderpressung tief verwickelt war.“ Es sei durchaus auch im Interesse Deutschlands, Finanzströme der PKK trockenzulegen und ihr auf deutschem Boden keine Spielräume zu lassen. Diesen Punkt spreche die Türkei zu Recht an, so Gabriel.

Die von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte PKK hat im Juli 2015 ihren bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen und ist seitdem für den Tod von etwa 1.200 Sicherheitskräften und Zivilisten verantwortlich.

Vor dem Besuch von Gabriel in Ankara hofft die türkische Regierung auf eine Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland und der EU. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag berichtete, sei das Ziel der Türkei laut Ministerpräsident Binali Yildirim eine Normalisierung der Beziehungen. Yildirim habe jedoch auch angemahnt, dass das keine einseitige Angelegenheit sei. „Es ist grundlegend, dass sich Deutschland dazu bewegt“, sagte er.

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Türkei
Marokkanischer Held der Putschnacht erhält posthum türkische Staatsbürgerschaft

Ankara (nex) – Die Türkei werde Jadoid Merroune posthum die türkische Staatsbürgerschaft verleihen, der in der Nacht des vereitelten Putschversuchs von an diesem beteiligten Soldaten getötet worden war, als er gegen die Militärpanzer Widerstand leistete.

Merroune, der als Touristenführer arbeitete, war einer von Tausenden, die am 15. Juli 2016 in Istanbul auf die Straße gingen, nachdem Präsident Erdogan das türkische Volk dazu aufgerufen hatte, sich gegen den Putschversuch zu stellen.

Der 32-Jährige wurde später in der Nähe des Gebäudes des staatlichen Fernsehsenders TRT im Istanbuler Landkreis Harbiye von Putschisten erschossen.

Wie türkische Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichten, soll Merroune die türkische Staatsbürgerschaft erteilt werden, damit seine Familie von den Leistungsansprüchen profitieren können, die Angehörigen von Märtyrern vonseiten des Staates zustehen.

Merrounes Familie erhalte bereits im Rahmen der „Märtyrertumsrechte“ monatliche Zahlungen, ohne dass er dafür türkischer Staatsbürger zu sein brauche, heißt es in den Medien weiter. Der türkische Pass würde ihnen aber weitere Möglichkeiten eröffnen wie eine Anstellung in staatlichen Institutionen, den Erhalt von kostenloser Ausbildung sowie die Aufnahme zinsloser Immobilienkredite.

Über den Verlauf und Zeitplan der Einbürgerung wurden bislang noch keine Details bekannt.

Bei dem vereitelten Putschversuch vom 15. Juli 2015 wurden 250 Menschen getötet und fast 2.200 verletzt.

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Moschee in Tacloban
Philippinen: Von Türkei erbaute Moschee mit Feier eröffnet

Manila (nex) – Eine Moschee und ein islamisches Zentrum im Osten der Philippinen, die die türkische Diyanet-Stiftung (TDV) erbauen ließ, wurden am gestrigen Freitag mit einer großen Feier eröffnet.

Nach dem Freitagsgebet, das im Rahmen der Eröffnungszeremonie stattfand, bedankten sich philippinische Repräsentanten der dem Türkischen Präsidium für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) unterstehenden TDV und dem türkischen Volk dafür, „dass sie ihre Geschwister nicht im Stich gelassen haben“.

„Die Türkei war eines der ersten Länder, das unserem Land nach dem Taifun von 2013 die Hand reichte“, sagte der Vizegouverneur von Tacloban, Sambo Yaokasin, in seiner Eröffnungsrede und ergänzte: „Die Türkei hat Tacloban ein sehr wertvolles Geschenk überreicht, was die Gemeinschaftsbande zwischen den beiden Ländern stärken wird.“

(Foto: Diyanet)

TDV-Vertreter Ahmet Öztürk wied darauf hin, dass die Diyanet-Stiftung damals hergekomme sei, den vom Taifun Haiyan Schaden erlittenen Menschen zu helfen. „Seitdem führen wir Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an Gebetsstätten durch, die zu Schaden gekommen waren. Das türkische Volk steht an der Seite seiner philippinischen Geschwister.“

Aisha Flores-Malayang von der National Commission on Muslim Filipinos (NCMF) würdigte ebenfalls die „grenzenlose Großzügigkeit“ der Türkei gegenüber den Philippinen.

Die 400 Quadratmeter große Anlage aus Moschee und Islamischem Zentrum in Tacloban bietet Platz für 350 Personen.

Die TDV hat für Bau-, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Moscheen, darunter auch dreien in der Stadt Ormoc, etwa eine Million US-Dollar ausgegeben.

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TAI-625
Türkei: Einheimischer Hubschrauber soll 2018 ersten Flug absolvieren

Ankara (nex) – Das türkische Verteidigungsministerium hat am gestrigen Freitag mitgeteilt, dass der Mehrzweckhubschrauber T-625 seinen ersten Flug 2018 absolvieren werde.

Der T-625  hat eine Spannweite von 15, 87 Meter, 2 Motoren und 5 Blätter am Hauptrotor. Der Durchmesser des Hauptrotors beträgt 13,2 Meter.

Der Hubschrauber hat eine Treibstoffkapazität von 1020 Kilogramm sowie ein einziehbares Fahrwerk.

Das Cockpit des sechs Tonnen schweren Mehrzweckhubschraubers ist mit modernster Avionik ausgestattet.

Der Hubschrauber wurde hauptsächlich für den militärischen Einsatz gebaut, kann aber auch als Luftambulanz, bei Offshore-Einsätzen, Such- und Rettungaktionen verwendet werden.

Mit der Unterstützung der Regierung hat die türkische Verteidigungsindustrie eine Produktionskapazität von 5 Milliarden US-Dollar sowie eine Exportkapazität von 1,65 Milliarden US-Dollar erreicht.

Der Sektor wächst bereits seit Jahren mit den einheimischen, für die Streitkräfte entwickelten, Projekten

https://youtu.be/jojCAy4_U3c

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Fremdenfeindlichkeit
Yeneroglu: „Neonazis treten heutzutage mit Anzug und Krawatte an“

Köln (nex) – “Die Zahl der Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund bewegen sich auf einem besorgniserregenden Niveau. Deutlich wird, dass Islamfeindlichkeit die Hauptgefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung und somit auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt“, erklärt Mustafa Yeneroğlu (AK Partei), Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei. Merkwürdig sei jedoch, dass trotz zahlreicher registrierter Fälle, kein einziger Täter festgestellt werden konnte. Dies deute auf die Existenz eines institutionellen Rassismus in Deutschland hin, so Yeneroglu weiter. Anlass zu Yeneroglus Stellungnahme ist die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage zu islamfeindlichen und antimuslimischen Straftaten im ersten Quartal 2017. Danach wurden im ersten Quartal dieses Jahres 223 verbale und physische Übergriffe gegenüber Muslimen registriert, 15 dieser Angriffe richteten sich direkt gegen Moscheen. Yeneroğlu weiter: “Den offiziellen Zahlen zufolge werden in Deutschland täglich mindestens 2 Straftaten gegen Muslime verübt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Viele Provokationen, Droh- und Hassbriefe, Schmierereien mit Nazi Symbolen oder Übergriffe auf Moscheen werden aus Mangel an Vertrauen in die Aufklärungsarbeit der Sicherheitsbehörden erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“ Yeneroglu zufolge verdeutlichen bereits die registrierten Fälle, welches Gefahrenpotenzial von der Islamfeindlichkeit, insbesondere für das demokratische Gemeinwesen ausgehe. Im Kampf gegen Islamfeindlichkeit machten sich Muslime schon seit vielen Jahren für eine separate Erfassung islamfeindlicher Übergriffe stark. „Erst seit Anfang dieses Jahres werden diese Angriffe gesondert erfasst. So wichtig dieser Schritt auch ist, es ist bei Weitem nicht ausreichend, wie die nun vorliegende erste Statistik zeigt“, sagte Yeneroglu. Es sei außerordentlich fragwürdig, dass kein einziger Täter identifiziert werden konnte. Dies zeige, so Yeneroglu, wie weit der institutionelle Rassismus in den deutschen Behörden verbreitet und verankert ist. „Darüber hinaus wirft es die Frage auf, inwieweit Polizei und Verfassungsschutz willig sind, die Täter überhaupt zu finden. Dabei ist die Feststellung und Bestrafung der Täter die effektivste Vorbeugungsmaßnahme überhaupt“, betont Yeneroglu. In diesem Kontext sei es laut Yeneroglu schon zynisch, wenn die Bundesregierung einen Rückgang von islamfeindlichen Kundgebungen feststellt. „Dies sei ein realitätsferner Ansatz, der einen wesentlichen Faktor außer Acht lässt: die Existenz einer rechtspopulistischen Partei, die bald flächendeckend in allen Bundesländern sowie im Bundestag vertreten sein wird. Rechtsextreme Islamfeinde werden gar nicht mehr das Bedürfnis haben, ihre islamfeindlichen Positionen auf den Straßen einzufordern, sondern inzwischen in den Parlamenten“, so Yeneroglu in der Stellungnahme weiter. Neonazis ließen sich heute nicht mehr auf Springerstiefel reduzieren, sie träten heutzutage mit Anzug und Krawatte an und seien längst in der Mitte der Gesellschaft höchst präsent. „Diese Entwicklung besorgt uns sehr“, sagte Yeneroglu.

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