Netzsicherheit
Vorsicht Keylogger: So klauen Hacker Ihr Passwort

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Dortmund (nex) – Damit Hacker Zugriff auf fremde Daten bekommen, müssen sie in der Regel einen Passwortschutz überwinden. Ein Passwort auszuspähen kann jedoch unter Umständen äußerst leicht sein. Das bewährte Mittel von Hackern sind dabei sogenannte Keylogger. Software-Keylogger sind Programme, die jeden Tastaturanschlag aufzeichnen, also auch die Eingabe des Passworts. Keylogger können als Virus oder Trojaner auf den PC des Opfers gelangen. In vielen Fällen werden die Spionage-Tools jedoch auch von Personen aus dem näheren Umfeld absichtlich installiert. Die Software kann so programmiert werden, dass sie ein Protokoll der Anschläge über eine Internetverbindung veschickt, zum Beispiel an einen Hacker. Passwörter für Mail-Konten, Online-Banking oder Facebook lassen sich so ganz einfach ablesen. Keylogger per se sind nicht illegal. Man kann sich diese Programme mit wenigen Mausklicks herunterladen. Strafbar ist jedoch die Installation eines Keyloggers auf einem PC ohne Zustimmung des Nutzers, also zum heimlichen Ausspähen. Das hindert Hacker jedoch nicht daran, diese Methode zu nutzen. Auf dem Portal Chip Online gehört der „Wolfeye Keylogger“ zu den beliebtesten Downloads. Das Überwachungsprogramm kann sogar Bildschirmaufnahmen erstellen. Schutz vor Keyloggern bietet vor allem eine aktuelle Antiviren-Software. Ganz neue und bislang unbekannte Schad-Codes können sich aber trotzdem unbemerkt einschleichern. Varianten wie der Wolfeye-Keylogger ermöglichen sogar eine Einrichtung in den Antivirus-Einstellungen, die den Keylogger als Ausnahme behandelt und daher nicht meldet. In diesen Fällen hilft der richtige Passwort-Manager. Dieser verhindert, dass Passwörter überhaupt über die Tastatur eingegeben werden müssen und so vom Keylogger aufgezeichnet werden. Für den Fall, dass ein Passwort doch irgendwie geklaut werden sollte, ist es wichtig, für jedes Konto ein anderes Passwort zu wählen. Ein Hacker erhält dann mit einem Passwort nicht Zugang zu allen Konten. Sinnvoll ist außerdem eine Firewall, damit verdächtige Softwareaktivitäten im Hintergrund sofort erkannt werden. Aber selbst wenn man komplexe Passwörter nutzt, unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste wählt und einen Passwort-Manager verwendet, besteht immer ein Restrisiko, dass jemand die Passwörter klaut. Seit einigen Jahren gibt es eine Technologie, die das sehr wirkungsvoll unterstützt: die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird das Passwort – der erste Faktor –, kombiniert mit einem in der Regel numerischen Code – der zweite Faktor –, den man zum Beispiel per SMS gesendet bekommt. Um sich also an einem Dienst anzumelden, muss man zum einen das Passwort eingeben und zum anderen den Code, den man per SMS erhält. Obwohl die Zwei-Faktor-Authentifizierung einen sehr hohen Sicherheitsstandard bietet und den Konten-Zugang effektiv schützt, hat sich das nicht so richtig durchgesetzt. Es gibt zwar viele Plattformen, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten, die meisten User nutzen diese sehr effektive Möglichkeit allerdings nicht. Die Hersteller arbeiten daher an anderen Methoden. Vor allem biometrische Daten sollen helfen, die Zugänge zu schützen. Die bekannteste Methode ist der Fingerabdruck als Schutz zum Entsperren des Iphones. Ganz neu ist die Gesichtserkennung. Diese gibt es zum Beispiel im Windows 10, wo der Dienst namens „Hello“ das Gesicht des Benutzers über die eingebaute Kamera des Computers erkennt.

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Deutsche in der Türkei
Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe

Ein Gastbeitrag von Holger Vorbeck Ich lebe seit einiger Zeit dauerhaft in der Türkei. Die Gründe dafür sind vielfältig und beschränken sich keinesfalls auf dauernden Sonnenschein, wie viele meiner Bekannten vermuteten, als sie von meinen Plänen hörten. Ja, natürlich spielt das milde Klima auch eine Rolle, aber es sind die freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die mir gefallen. Des Weiteren gefällt mir das Preisniveau hier, ich mag die türkische Küche, die Art und Weise, wie ältere Menschen hier behandelt werden, die liberalen Aufenthaltsbestimmungen und ich mag es, dass nicht alles bis in das allerletzte Detail geregelt ist. Das bedeutet einerseits mehr persönliche Freiheit und andererseits mehr Verantwortung für mein Wohlergehen. So sollte man beispielsweise nicht unbedingt erwarten, dass ein Loch im Gehweg „vorschriftsmäßig“ abgesichert wird. Entweder gibt es dazu keine Vorschrift oder sie interessiert niemanden! Ich bin selbst dafür verantwortlich, darauf zu achten wo ich hintrete. Und wenn ich in einen offenen Gully falle, ist das einzig und allein meine eigene Dummheit oder Unaufmerksamkeit. Seit einiger Zeit stellen mir Freunde aus Deutschland merkwürdige Fragen, ob ich mich noch sicher fühle, ob ich schon einmal verhaftet wurde, ob ich noch ins Ausland telefonieren kann, ob ich das Land noch verlassen kann und so weiter und so fort! Alle diese Fragen kann ich so beantworten, dass ich mich absolut sicher fühle, dass ich in keiner Form das Gefühl habe, unterdrückt, bedroht, gefährdet, unfrei oder eingeschränkt zu sein! Verfolgt man allerdings die deutschen Medien, versteht man, woher diese Fragen rühren! Die Berichterstattung über die Türkei ist seit Längerem eine einzige Katastrophe, einseitig, tendenziös, bösartig, und zu einem beträchtlichen Anteil schlicht unwahr! Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Themenbereiche: die Sicherheitslage und die politische Situation. In beiden Bereichen wird massiv gegen die Türkei Stimmung gemacht! Selbstverständlich ist die Sicherheitslage angespannt und ja, es gab eine Anzahl von Anschlägen im Land. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es sowohl mit einer innertürkischen Terrororganisation (PKK) Konflikte gibt, als auch akute Konflikte in den Nachbarstaaten Irak und Syrien und mit dem sogenannten „Islamischen Staat“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man in der Türkei stärker gefährdet ist als beispielsweise in Paris, Brüssel, Nizza, Berlin, London, Madrid, Boston, München oder Moskau, um nur einige Orte zu nennen! Die Sicherheitsvorkehrungen sind hier mindestens so umfangreich und so gut wie in jedem anderen europäischen Land. Und absolute Sicherheit wird es niemals geben können, trotz anderslautender Beteuerungen deutscher Politiker! Hört man allerdings einige Politiker und sogenannte „Experten“, könnte man meinen, man kann sich hier in der Türkei nur mit kugelsicherer Weste bewegen und Touristen würden reihenweise umgebracht. Etwaige Reisewarnungen des Bundesaußenministeriums sind dabei sicherlich auch nicht hilfreich.

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Insolvenzfall Becker
Gläubiger fordern von Boris Becker 61 Millionen Euro

Hamburg (nex) – Der Insolvenzfall des früheren Wimbledon-Siegers Boris Becker nimmt immer größere Ausmaße an. Gläubiger des ehemaligen Tennisspielers meldeten inzwischen Forderungen in Höhe von 54,4 Millionen Pfund bei der Insolvenzverwaltung in London an – umgerechnet mehr als 61 Millionen Euro. Das berichtet der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. An Vermögenswerten ermittelte die Insolvenzverwaltung einem ersten internen Report zufolge bei Becker bislang nur einen Bruchteil der Forderungssumme. Die mit Abstand höchste Forderung kommt laut Gläubigerliste von dem einstigen Metro-Manager und Investor Hans-Dieter Cleven, der umgerechnet 38,4 Millionen Euro anmeldete. Cleven unterhielt seit 1999 mit Becker mehrere Firmen und lieh dem deutschen Tennisstar immer wieder Geld. Cleven streitet gleichzeitig auch vor schweizerischen Gerichten um die Rückzahlung der Summen. Weit mehr als bislang bekannt fordert die britische Privatbank Arbuthnot Latham & Co, die den Fall im Juni dieses Jahres vor das Insolvenzgericht in London gebracht und so die Pleitespirale bei Becker losgetreten hatte: Die Bank will rund 10,5 Millionen Euro. Aber auch Wirtschaftsprüfer, eine Anwaltskanzlei, eine Londoner Kommunalbehörde und zwei Unternehmer aus Deutschland, denen Becker offenbar noch Geld schuldete, meldeten Ansprüche an. Ob alle Forderungen in der genannten Höhe durch die Insolvenzverwaltung anerkannt werden, ist noch offen. Auf der „Haben“-Seite Beckers bleibt ebenfalls Klärungsbedarf. Verschiedene Vermögenswerte wie etwa sein Elternhaus in Leimen sind in einem ersten Bericht der Insolvenzverwalter („initial report“) bislang nicht erfasst. Seine mit hohen Grundschulden belastete Finca auf Mallorca sowie Firmen, die sich um Beckers Markenrechte kümmern, wurden bis dato zudem noch nicht bewertet. Dennoch lässt sich bereits erahnen, dass die Forderungen nach derzeitigem Stand wohl kaum befriedigt werden können. So wurden nach Informationen des stern bislang erst Vermögenswerte in Höhe von rund 540.000 Euro identifiziert – darunter der Restwert eines kreditfinanzierten oder geleasten Porsche Macan, eine Versicherungspolice, Möbel im Wert von rund 200.000 Euro sowie diverse Uhren, die zusammen 41.000 Euro bringen sollen. Und auch auf der Bank lagen bei Becker zum Zeitpunkt der Insolvenz offensichtlich keine Reichtümer: Ein Privatkonto wies rund 5500 Pfund auf, ein gemeinsam gehaltenes Konto weitere 35.000 Pfund. Boris Becker wollte sich auf stern-Anfrage hin nicht zu dem Fall äußern.

"Neuaufstellung als Oppositionspartei"
NRW-Grünen-Chef Sven Lehmann kündigt Rückzug von Parteispitze an

Köln (nex) – Der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Sven Lehmann, kündigt seinen Rückzug von der Parteispitze an. „Nach zwölf Jahren im Landesvorstand ist im nächsten Jahr Zeit für einen Wechsel. Deswegen stelle ich im Januar mein Amt als Vorsitzender zur Verfügung“, sagte Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der Grünen-Chef erklärte, er wolle sich voll auf sein Bundestagsmandat konzentrieren. Lehmann führt den größten Landesverband der Grünen seit 2010. Der 37-Jährige zählt zum linken Flügel der Partei. In einem Brief an die Parteimitglieder begründet Lehmann seine Entscheidung auch mit der weiteren Neuaufstellung als Oppositionspartei in NRW. Lehmann hatte bei der Bundestagswahl im Kölner Südwesten mit 15,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis der Grünen in NRW erzielt. Wer seine Nachfolge antritt, entscheiden die Grünen auf ihrem Landesparteitag am 20. Januar 2018.

Türkei
Ankara: Parlaments-Moschee soll abgerissen werden

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Ankara (nex) – Aus Platzgründen soll die Moschee im Parlamentskomplex in der türkischen Hauptstadt Ankara abgerissen werden, um alle Abgeordneten der Großen Nationalversammlung der Türkei im höchsten Gremium des Landes unterbringen zu können. Dies hat Parlamentspräsident Ismail Kahraman am vergangenen Sonntag bekannt gegeben. „Um der wachsenden Zahl von bisher 550 auf nun 600 Abgeordnete gerecht zu werden, werden Änderungen an der Anlage vorgenommen“, sagte Kahraman und ergänzte: „Deshalb soll die Moschee, die während der Regierungszeit von Ministerpräsident Turgut Özal errichtet worden war, umgebaut werden.“ Nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016, im Zuge dessen das Parlamentsgebäude durch Luftangriffe beschädigt worden  war, wurde mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen und die Moschee geschlossen – „aus Sicherheitsgründen“, wie es damals hieß. Der Architektenverband hatte seit Juli letzten Jahres versucht den Abriss zu verhindern, das Parlament hatte jedoch sein Veto dagegen eingelegt. Die Moschee, die 1989 fertiggestellt und mit dem Aga Khan Architecture Award ausgezeichnet wurde, hatte zu einer gemischten Resonanz geführt – hatte sie doch keine Minarette und erinnerte manch einen mehr an eine Kirche denn an ein islamisches Gotteshaus.

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EUR 880 Mio. gegen Scania
Amsterdam: EU-weite Schadensersatzansprüche gegen Lkw-Kartell

Den Haag (ots) – Die Europäische Kommission (EK) hat gegen Scania aufgrund der Beteiligung am Lkw-Kartell im Zeitraum von 1997 – 2011 eine Geldbuße in Höhe von EUR 880 Mio. verhängt. Es handelt sich dabei um die zweithöchste Geldbuße, die einem einzelnen Unternehmen bislang von der Kommission auferlegt worden ist. Das Bezirksgericht Amsterdam hat in einer am Freitag, den 22. September 2017 veröffentlichten Grundsatzentscheidung das Modell der Abtretung von Ansprüchen befürwortet, wonach die Opfer von Kartellrechtsverstößen aus ganz Europa ihre Forderungen in einen einzigen Rechtsstreit bündeln können, um Schadensersatz für die aufgrund von Kartellabsprachen, überhöhten Preise zu erwirken. Eine derart klare Unterstützung von Seiten der Gerichte für dieses Modell der gebündelten Sammelklage macht es wahrscheinlich, dass die Niederlande zur zentralen Anlaufstelle der gerichtlichen Zuständigkeit für die gesamteuropäischen Schadensersatzansprüche werden, die aus dem Lkw-Kartell erwachsen. Da sowohl DAF als auch Iveco ihren Sitz in den Niederlanden haben, fällt die Geltendmachung von Schadensersatzforderungen gegen alle Kartellmitglieder in den Zuständigkeitsbereich der niederländischen Gerichte. Die sechs Lkw-Hersteller haben ihren Rechtsbeistand in den Niederlanden bereits dementsprechend instruiert. Hintergrund – Geldbußen in Rekordhöhe   Die Europäische Kommission hat gegen Scania aufgrund der Beteiligung am Lkw-Kartell im Zeitraum von 1997 – 2011 eine Geldbuße in Höhe von EUR 880 Mio. verhängt. Es handelt sich dabei um die zweithöchste Geldbuße, die einem einzelnen Unternehmen bislang von der Europäische Kommission auferlegt worden ist. Bei der Festsetzung der Geldbuße trug die Europäische Kommission der ‚Schwere des Verstoßes‛, dem Umsatz von Scania mit Lastkraftwagen und der geografischen Reichweite des Kartells sowie seiner Dauer Rechnung.[1] Die Europäische Kommission hatte im Juli 2016 gegen die Lkw-Hersteller Volvo/Renault, Daimler, IVECO und DAF eine Geldbuße in Höhe von EUR 2,93 Mrd. festgesetzt. Gegen MAN wurde keine Geldbuße verhängt, da das Unternehmen die Europäische Kommission im September 2010 über die Existenz des Kartells informiert hatte. Nach einer mehrmonatigen Untersuchung führte die Europäische Kommission am 25. Januar 2011 unangekündigte Durchsuchungen der Geschäftsräume bei den anderen beteiligten europäischen Lkw-Herstellern durch. Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF haben, nachdem sie offiziell ihre Beteiligung am Kartell einräumten und die Verantwortung dafür übernahmen, eine Reduzierung der Geldbuße um 10% erhalten. Trotz dieser Reduzierung handelt es sich bei der gegen Daimler verhängten Strafzahlung von EUR 1 Mrd. um die höchste Kartellbuße, die jemals von der Kommission gegen ein Unternehmen festgesetzt wurde. Da Scania keine formellen Aussagen hinsichtlich der Beteiligung am Kartell gemacht hatte, zog sich die Untersuchung der Kommission über einen längeren Zeitraum hin, Scania kam aus diesem Grund auch nicht für die Reduzierung der Geldbuße um 10% in Frage. Am Dienstag, den 26. September erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager „Dieses Kartell hat eine ganz erhebliche Zahl von Güterkraftverkehrsunternehmen in Europa beeinträchtigt, da mehr als 90 Prozent aller in Europa verkauften schweren und mittelschweren Lastkraftwagen von Scania oder einem anderen an dem Kartell beteiligten Lkw-Hersteller produziert werden. […] Anstatt ihre Preise untereinander abzustimmen, hätten die Lkw-Hersteller miteinander konkurrieren sollen“. Grundsatzentscheidung des Amsterdamer Gerichts Das Bezirksgericht Amsterdam hat in einer am Freitag, den 22. September 2017 veröffentlichten Grundsatzentscheidung das Modell der Abtretung von Ansprüchen befürwortet, wonach die Opfer von Kartellrechtsverstößen aus ganz Europa ihre Forderungen in einen einzigen Rechtsstreit bündeln können, um Schadensersatz für die aufgrund von Kartellabsprachen ‚überhöhten Preise‛ zu erwirken. Die Entscheidung fiel in der von der führenden niederländischen Kanzlei BarentsKrans im Namen der Geschädigten des Luftfrachtkartells im Zeitraum von 1999 – 2006 gegen KLM, Air France, Lufthansa und British Airways angestrengten Schadensersatzklage. Die gebündelten Ansprüche der durch die Kartellrechtsverstöße Geschädigten werden von BarentsKrans abgewickelt und von Claims Funding Europe und der US-Kanzlei Grant & Eisenhofer finanziert. Martin Hyde, Leiter von Claims Funding Europe, sagte „Sowohl das Ausmaß als auch die Dauer des europäischen Lkw-Kartells sind enorm. Unternehmen in ganz Europa wurden davon hart getroffen.“ Martijn van Maanen, Partner bei BarentsKrans für Kartellsachen: „Diese wichtige Entscheidung des Amsterdamer Gerichts hat den Weg geebnet und kann den Standort Niederlande zur zentralen Anlaufstelle für die Streitigkeiten zwischen den Lkw-Herstellern und den Opfern ihrer illegalen Preisabsprache machen„.

Energiepolitik
Gewerkschafts-Chef warnt Jamaika-Koalition vor Braunkohle-Aus

Düsseldorf (ots) – Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG BCE, warnt die Jamaika-Koalitionäre vor einer Abschaltung von Braunkohle-Kraftwerken. „Ich kann nur davor warnen, es zu solchen Deals kommen zu lassen. Ein derart profanes Geschachere wäre ein fatales Signal für die Jamaika-Konstellation“, sagte Vassiliadis der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Würde man 20 Braunkohlekraftwerke, wie von den Grünen gefordert, aus dem System nehmen, wären alle Gruben sofort unwirtschaftlich. „Die wegfallenden Kapazitäten müsste man durch das Hochfahren deutlich teurerer Gaskraftwerke kompensieren. Für einige energieintensive Industrien wären diese höheren Kosten durchaus existenzbedrohend.“ Vassiliadis forderte von einer Jamaika-Koalition: „Keines unserer Mitglieder darf durch politische Entscheidungen arbeitslos gemacht werden. Wer bestellt, muss auch bezahlen.“ Er forderte staatliche Investitionen in den Braunkohle-Regionen. „In der Lausitz beispielsweise müssten massiv Autobahnen und Bahnlinien ausgebaut und im großen Stil Industrieflächen ausgewiesen werden. Mit noch mehr Nagelstudios werden wir jedenfalls keine Alternativen für die Bergleute schaffen.“

Nobelpreis
Biologe Michael W. Young erhält Medizin-Nobelpreis

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New York (prn) – Michael W. Young, Biologe an der Rockefeller University und Entdecker der molekularen Mechanismen hinter dem zirkadianen Rhythmus, der die biologische Uhr von Lebewesen bestimmt und damit den Schlaf, das Essverhalten und den Stoffwechsel reguliert, ist der diesjährige Gewinner des Nobelpreises für Physiologie bzw. Medizin, wie die Nobel-Stiftung gestern in Stockholm, Schweden, bekannt gegeben hat. Er teilt sich den Preis mit Jeffrey C. Hall und Michael Rosbash von der Brandeis University. Young nutzte die Genetik, um Genmutationen zu identifizieren, durch die die Fruchtfliege Drosophila melanogaster die Fähigkeit verliert, ihre innere Uhr in Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt entsprechend anzupassen. In einem weiteren Schritt bestimmte er dann deren biochemischen Mechanismen. Es erweist sich, dass diese Uhr, die bei den Fruchtfliegen entdeckt wurde, bei allen Lebewesen erhalten ist. Dabei erlaubt sie Einblicke darin, wie das Hirn Umweltreize in eine Änderung beim Verhalten übersetzt. Seine Arbeit hat bereits direkte Auswirkungen auf das Verstehen von Schlafstörungen beim Menschen, die Mechanismen beim Jetlag und die Schwierigkeiten, die sich aus der Nachtschichtarbeit ergeben. Youngs Labor arbeitet aktuell an der Bewertung dessen, wie rhythmische Gen- und Proteinaktivitäten in Zellen von Patienten mit Schlafstörungen und Depressionen eingestellt sind. Neben anderen Entdeckungen wurde im Rahmen dieser Arbeit vor Kurzem eine weit verbreitete Mutation identifiziert, die für eine Verlangsamung der biologischen Uhr des Menschen verantwortlich ist. Menschen, die über die sogenannte „Nachteulen“-Variante dieses Gens verfügen, haben einen langen zirkadianen Zyklus, wodurch es ihnen schwerfällt, einen normalen 24-Stunden Zyklus durchzuhalten. „Ich freue mich riesig, dass sich die Nobel-Stiftung entschieden hat, Mike für seine Pionierarbeit zum zirkadianen Rhythmus auszuzeichnen“, sagt Richard P. Lifton, Präsident der Rockefeller University. „Die Entdeckungen, die Mike und seine Kollegen gemacht haben, haben fundamentale Einblicke in die molekularen Abläufe geliefert, durch die das Hirn auf Umweltreize reagiert, was ein tief greifender Fortschritt ist. Der Nobelpreis ist der Gipfel unter den wissenschaftlichen Auszeichnungen und ich kann mir niemand anderes als Mike vorstellen, der diesen Preis mehr verdient hätte.“ Young, der Richard and Jeanne Fisher Professor sowie Leiter des Labors für Genetik ist, ist der 25. mit der Rockefeller University verbundene Wissenschaftler, der mit dem Nobelpreis geehrt wird. Neben Young sind fünf weitere Nobelpreisgewinner aktuelle Mitglieder der Rockefeller-Fakultät: Roderick MacKinnon (2003), Paul Nurse (2001), Paul Greengard (2000), Günter Blobel (1999) und Torsten Wiesel (1981). Young machte 1971 an der University of Texas in Austin seinen Bachelor-Abschluss in Biologie und erhielt dort 1975 auch seinen Ph.D. in Genetik. Nach seiner Arbeit als Postdoktorand in Biochemie an der Stanford University School of Medicine erhielt er 1978 im Rahmen des Rockefeller University Fellows Program eine Anstellung als Assistenzprofessor an der Rockefeller-Universität. Young wurde 1984 Privatdozent und 1988 bekam er eine ordentliche Professur. 2004 wurde er zum Vice President for Academic Affairs und Richard and Jeanne Fisher Professor ernannt. Von 1987 bis 1996 war Young Forscher am Howard Hughes Medical Institute. Er ist Mitglied der National Academy of Sciences sowie Fellow der American Academy of Microbiology. Young erhielt 2013 den Shaw Prize im Bereich Life Science und Medizin, den Wiley Prize 2013 im Bereich Biomedical Sciences, den Massry Prize 2012, den Canada Gairdner International Award 2012, den Louisa Gross Horwitz Prize 2011 sowie den Peter and Patricia Gruber Foundation Neuroscience Prize 2009.

Michael W. Young, Biologe an der Rockefeller University, mit dem Nobelreis für Pionierleistung mit seinen Studien zum biologischen Rhythmus ausgezeichnet

 

FPÖ-Chef Strache
Österreichischer Politiker fordert Auflösung Bosnien Herzegowinas

Wien (nex) – Die internationale Gemeinschaft sollte aufhören, ihre Energie darauf zu verwenden, um Bosnien und Herzegowina künstlich am Leben zu erhalten, vielmehr sollte sie deren Völkern Selbstbestimmung ermöglichen. Das waren die Worte von Heinz-Christian Strache, dem Vorsitzenden der rechtspopulistischen Freiheitspartei Österreichs (FPÖ) in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Radio Television Republika Srpska (RTRS). „Bosnische Serben und Kroaten sollten das Recht auf Selbstbestimmung haben, und dieses Recht sollte niemandem verwehrt bleiben“, erklärte Strache. Die EU-skeptische, antimigrantische Partei ist bekannt für ihre antimuslimischen Ansichten. Strache sprach sich kürzlich für ein Verbot des „faschistischen Islam“ aus. In dem RTRS-Interview vom vergangenen Freitag bestand Strache darauf, dass radikale islamische Gruppen eine Gefahr für Bosnien darstellten, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung Muslime sind. Das Land sei nicht in der Lage, dieses Problem selbst zu lösen, behauptete Strache und fügte hinzu: „Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, aber Muslime stecken hinter all den Terrorattacken, welche in Europa in den vergangenen Jahren begangen wurden.“ Strache wies auf seine „sehr guten Beziehungen“ zu RS-Präsidenten Milorad Dodik und der Regierung der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) hin. Straches Partei hofft, bei der kommenden Nationalratswahl am 15. Oktober gut abzuschneiden. Sie hat nach dem Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Bundestagswahl am 24. September zur drittstärksten Partei Deutschlands (12,6 Prozent) einen starken Aufwind erhalten.

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(Foto: Wikimedia)

Tag der deutschen Einheit
Solidarpakt: Schwesig will Ostdeutschland weiterhin fördern

Düsseldorf (ots) – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat zum heutigen Tag der deutschen Einheit besondere Strukturfördermittel für Ostdeutschland auch nach dem Ende des Solidarpakts 2019 gefordert. „Wir haben die politische Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Angleichungsprozess zwischen Ost und West bald geschafft ist“, sagte Schwesig der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Dies dürfe nicht nochmals „drei Jahrzehnte“ dauern. „Wir brauchen deshalb auch in Zukunft eine besondere Förderung für strukturschwache Regionen, künftig allerdings in Ost und West“, sagte Schwesig. Weite Flächen Ostdeutschlands sollten von der Neuordnung der Strukturförderung des Bundes und der Länder aber besonders profitieren. „Nach dem Auslaufen des Solidarpakts II brauchen wir ein Fördersystem für die strukturschwachen Regionen in Ost und West, um deren wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und um dort die öffentliche Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten und dauerhaft zu sichern“, sagte auch die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), der Zeitung.