Ausnahmezustand in Berlin und Hamburg
Sturmtief „Xavier“: Anzahl der Toten steigt auf sieben

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Ausnahmezustand in Berlin und Hamburg Berlin (nex) – Sturmtief „Xavier“ hat im gesamten Norden und Osten Deutschlands erheblichen Schaden angerichtet. In einigen Orten habe der Sturm sogar Orkanstärke erreicht. In Berlin und Hamburg wurden zwei Frauen in ihren Autos von umfallenden Bäumen erschlagen. Auch in Brandenburg kamen drei Menschen in ihren Fahrzeugen ums Leben. In Mecklenburg-Vorpommern kam ein LKW-Fahrer ums Leben, als er in Neu-Karstädt von einem umstürzenden Baum getroffen wurde, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. In der Nähe von Bremen erlitt eine Frau lebensgefährliche Kopfverletzungen. Ein 72 Jahre alter Mann an der B1 zwischen Müncheberg und Hoppegarten sei von einem Baum erschlagen worden, als er Äste von der Straße entfernen wollte, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Gegen 16 Uhr traf der Sturm auf Berlin. Wenig später wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Innerhalb einer halben Stunde seien rund 50 Notrufe eingegangen, teilte die Behörde mit. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover stellte die Deutsche Bahn den Zugverkehr ein.    

Irakkrise
Erdogan zu Irak: Wir werden mit Sicherheit intervenieren

Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat auf seiner Rückreise aus dem Iran auf die Fragen der Journalisten bezüglich des Referendums, welches im vergangenen Monat im Nordirak stattgefunden hat, beantwortet.

Dabei deutete Erdogan auf die Entstehung eines neuen Terrorstaates im Nordirak hin und machte deutlich, dass die türkische Regierung diese Entwicklung nicht zulassen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen werde.

„Was haben wir zuvor gesagt? Wir werden die Errichtung eines Terrorkorridors südlich unserer Grenzen nicht zulassen. Wir werden als Staat so einen Terrorkorridor auf keinen Fall erlauben“, betonte er und ergänzte:

„Wir haben mit Herrn Trump offen darüber gesprochen, dass wir unsere Maßnahmen ergreifen werden, falls sich die Errichtung eines solchen Terrorkorridors in unserem Süden durchsetzen sollte“, so Erdogan.

Zudem führte er fort, dass das Referendum keine juristische Rechtsgrundlage habe und dem Völkerrecht widerspreche.

„Es ist offensichtlich, dass selbst das Bundesparlament diesem nicht zustimmen wird. Die irakische Regierung hat ohnehin schon verordnet, dass das Ergebnis des Referendums unterbunden werden muss.“, so Erdogan weiter.

Die türkische Regierung setze sich weiterhin mit dieser Problematik auseinander und werde in dieser Hinsicht die Gespräche und Arbeiten fortführen.

„Wenn der einzige Unterstützer dieses Referendums Israel ist und die PKK schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse feiert, dann kann das weder legitim noch unschuldig sein“, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vergangener Woche. Bericht: Dilara Faslak

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Arbeitsmarkt
Mitarbeiter-Nachfrage im Gesundheitssektor steigt

Düsseldorf (ots) – Die meisten Stellen im Gesundheitssektor werden in NRW und Bayern ausgeschrieben. Altenpfleger am meisten gefragt, Nachfrage nach Augenoptiker steigt enorm. Auch wenn der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte erst in den letzten Tagen des zurückliegenden Wahlkampfes zum Thema wurde, HR-Experten wissen: Der Gesundheitssektor in Deutschland und Europa ächzt derzeit unter einem Mangel an Arbeitskräften. Die genauen Zahlen erhebt nun eine aktuelle Studie von Indeed, für die die Stellenentwicklung sowie das Jobsuchverhalten in diesem Bereich der letzten zwei Jahre ausgewertet wurde. Demnach ist die Anzahl der ausgeschriebenen Positionen in diesem Zeitraum um 26,5 Prozent angestiegen. Allerdings haben Arbeitgeber, die im Mitarbeiter im gesundheitlichen Kontext suchen, einen schweren Stand. Denn das Angebot ist 2,5 Mal so hoch wie die Nachfrage. Im September 2015 war sie noch 1,9 Mal so groß. Nordrhein-Westfalen sucht die meisten Mitarbeiter Nordrhein-Westfalen ist indes das Bundesland mit dem größten Bedarf an medizinischem Personal. Hier werden 21 Prozent aller in Deutschland veröffentlichen Positionen ausgeschrieben. Auf das bevölkerungsreichste Bundesland folgen Bayern (16 Prozent), Baden Württemberg (11 Prozent), Niedersachsen (9 Prozent) sowie Berlin (8 Prozent). Am wenigsten Stellen schreiben saarländische Kliniken, Unternehmen und Organisationen aus (0,5 Prozent). Nachfrage nach Augenoptikern steigt um den Faktor 6 Wenig überraschend besteht der größte Bedarf auf Arbeitgeberseite im Pflegebereich. Hier werden in erster Linie Altenpfleger gesucht, die 36,5 Prozent der insgesamt im Gesundheitssektor ausgeschriebenen Stellen ausmachen. Gleich darauf folgen Krankenpfleger mit 16,5 Prozent. Interessant: Die Nachfrage nach Augenoptikern übersteigt die nach Fachärzten. Während Augenoptiker 11,3 Prozent aller vakanten Positionen ausmachen, sind es bei den Fachärzten 10,7 Prozent. Dazu passt: Der Bedarf an Augenoptikern ist in den vergangenen beiden Jahren um mehr als das sechsfache (636 Prozent) gewachsen. Bei den Augenoptikermeistern liegt dieser Wert bei 284 Prozent. Zum Vergleich: Die Ausschreibungen von Facharztstellen sind im gleichen Zeitraum „nur“ um 18,5 Prozent gestiegen. Im Pflegebereich wächst die Nachfrage nach Pflegemitarbeiter unverdrossen. Während die Zahl der Vakanzen in der Altenpflege um 34,8 Prozent anstieg, wuchs der entsprechende Wert in der Krankenpflege allerdings mit 6,7 Prozent vergleichsweise gering. „Keine Frage: Die Mitarbeitersuche im Gesundheitsumfeld ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft – gesellschaftlich, politisch und unternehmensseitig. Vergleichsweise unattraktive Rahmenbedingungen wie oft schlechte Bezahlung oder stressige Arbeitszeiten wirken auf Kandidaten nicht unbedingt anziehend. Allerdings stellen wir fest, dass sich immer mehr Kliniken oder Pflegeorganisationen bereits heute auf den verstärkten Wettbewerb um die passenden Kandidaten einstellen und selbst Bedingungen schaffen, die Jobs in ihrem Umfeld interessanter machen. Das ist genau der richtige Weg, um hier die passenden Kollegen zu finden,“ sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland. Für die Studie hat Indeed eigene Daten in einem Zeitraum von April 2015 bis April 2017 ausgewertet.

Meinung
Kommentar: Viele Missverständnisse im deutsch-türkischen Verhältnis

Von Holger Vorbeck. Die Türkei steht kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, die Bevölkerung verarmt tagtäglich mehr und mehr, das tägliche Leben ist geprägt durch die Diktatur eines Tyrannen, in der es weder eine Opposition noch persönliche Freiheiten gibt! Erst kürzlich habe ich diese Diskussion mit einem Nachbarn geführt, der mich zum wiederholten Male vor der Zukunft hier warnen wollte, denn die Türkei befinde sich in einer Rezession und die Menschen hier haben kein Geld mehr und werden demnächst stehlen und einbrechen! Und vor allem der schwache Kurs der Lira macht den Menschen hier zu schaffen! Tatsächlich ist die Wirtschaft der Türkei im vergangenen Jahr deutlich gewachsen und wächst weiter. So erwartet man für den Juli 2017 den höchsten Export in einem Monat in der türkischen Exportgeschichte.  Im vergangenen Jahr hat die Türkei in der EU die meisten Kraftfahrzeuge verkauft. Die EU-Staaten haben 2016 für über 77 Milliarden Dollar Kraftfahrzeuge aus der Türkei importiert, was einem Anteil von 20 Prozent entspricht. Es folgen Importe aus Japan mit 19 Prozent und aus den USA mit 14 Prozent. „Ach, solche Zahlen sind doch alle geschönt!“ hört man dann häufig. Aha, diese Zahlen beispielsweise stammen von der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Geschönt? Gefälscht? Wohl kaum. Ja, die Lira hat an Wert verloren im Laufe des letzten Jahres. Vor einem Jahr gab es für den Euro ca. 3,25 Lira, heute sind es ca. 3,90 bis 4,15 Lira. Wie das allerdings Privatleuten hier Probleme bereiten soll, ist nicht ersichtlich. Der schwache Lira-Kurs wirkt sich allerdings auf den Export positiv aus, da türkische Waren im Ausland billiger werden. Und auch der Tourist aus UK, Norwegen, Deutschland , Dänemark oder den Niederlanden bekommt jetzt mehr für seinen Euro, sein Pfund oder seine Krone. Um die Wirtschaft der Türkei zu beurteilen, lohnt auch ein Blick auf die Infrastrukturprojekte, die kürzlich fertig gestellt sind oder sich im Bau oder in der Planung befinden. Dabei reden wir von der Bosporusbrücke, dem Tunnel in Istanbul, den Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge, die teilweise schon in Betrieb sind oder zügig ausgebaut werden, dem neuen Flughafen in Istanbul, dem weltgrößten Genforschungszentrum in Izmir, dem größten und modernsten Krankenhaus Europas in Mersin, dem Ausbau der Autobahnen und vielen weiteren Projekten. Und dann kommt immer wieder das leidige Thema der „Diktatur“, der „Tyrannei“, der „Freiheit“, der „Menschenrechte“ und der „Demokratie“ hoch. Diese ganzen Diskussionen basieren nach meiner Überzeugung auf einigen Annahmen, die zumindest einmal hinterfragt werden sollten. Die erste Annahme ist die etwas arrogante Behauptung, dass nur und ausschließlich die Demokratie nach westlichem Muster geeignet ist, ein Land zu führen und zu verwalten, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. Es gibt allerdings genügend Beispiele, dass es sehr wohl andere Modelle gibt, ein Land aufblühen und erfolgreich werden zu lassen – die Türkei ist sicher ein Beispiel hierfür! Und was die Menschenrechte angeht, denke ich, dass es für jede Regierung wichtiger sein sollte, dafür zu sorgen, dass die Menschen genug zu essen haben, als dafür zu sorgen, dass sie sagen können „Ich habe nicht genug zu essen“ oder in der Zeitung lesen können, dass es nichts zu essen gibt! Eine weitere Annahme ist , dass die Oppositionsparteien der Türkei aus lupenreinen Demokraten bestehen! Wer die CHP und ihren Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu als Demokraten ansieht, ist entweder unwissend und ahnungslos oder verfolgt eigene Interessen, die nicht unbedingt lauter sein müssen. Nebenbei bemerkt, gibt es zwischen Kemal Kılıçdaroğlu und dem Präsidenten Erdoğan keinen Dissens darüber, dass der Prediger Gülen hinter dem Putschversuch vom Juli 2016 steckt. Kılıçdaroğlu wirft Erdoğan lediglich vor, früher davon gewusst und nicht rechtzeitig etwas dagegen unternommen zu haben. Eine weitere weit verbreitete Annahme ist, dass die „Experten“, die auf allen Medien präsent sind, unabhängig sind und keine eigenen Interessen verfolgen, also die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit erzählen. Da hört man dann gerne einem Herrn Cem Özdemir zu, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, deutscher Staatsbürger ist, in der Türkei zur Minderheit der Tscherkessen gehören würde, aber doch einen türkischen Namen hat, also doch bestimmt Alles über die Türkei weiß. Wirklich? Es darf bezweifelt werden. Gerne genommen wird hier auch Can Dündar, ein rechtskräftig in der Türkei verurteilter und nach Deutschland geflohener Straftäter. Dass der nun objektiv über das Land berichtet, dessen Gerichte ihn verurteilt haben, mag ich nicht recht glauben. Zumal auch seine Reputation hier in der Türkei nicht gerade glänzend ist, bei der Erwähnung seines Namens verdrehen die meisten Türken die Augen und sagen so etwas wie „ach, der….“. Ganz aktuell wird in allen Medien über die Festnahme des deutschen Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner berichtet. Der Aufschrei ist riesig, die Reaktionen reichen bis zur Forderung, die Türkei aus der Nato auszuschließen (was die Verträge allerdings nicht hergeben). Ich weiß nicht, was dort in Istanbul im Einzelnen vorgefallen ist. Was mich allerdings interessiert ist, was genau habe ich mir unter einem Menschenrechts“aktivisten“ vorzustellen? Aktivist? Bedeutet das, er unternimmt Aktionen? Er tut mehr als Menschenrechte einzufordern und auf Defizite hinzuweisen? Irgendwo habe ich gelesen, dass er bisher überwiegend in Afrika tätig war und zur Türkei keinen Bezug hat. Wenn das stimmt, hätte er sicher gut daran getan, sich vor seinen „Aktionen“ über die Gesetzeslage in der Türkei zu informieren! Alles in allem sehe ich nach wie vor viele Missverständnisse und Irrtümer im derzeitigen Verhältnis Deutschland – Türkei und kann nur hoffen, dass beide Seiten mit mehr Verständnis aufeinander zugehen und dass die Medien objektiver und weniger sensationslüstern berichten.

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Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 da

Fußball International
Wechselt Mesut Özil zu Besiktas Istanbul?

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Istanbul (nex) – Der türkische Meister Beşiktaş Istanbul habe sich Medienberichten zufolge bereits im letzten Monat mit dem Manager des 29-jährigen FC-Arsenal Stars in Istanbul getroffen. Mesut Özils Manager gibt Erklärung zu Besiktas ab Heute schlug die Nachricht wie eine Bombe in der türkischen Fussballwelt ein, dass der Manager von Mesut Özil Verhandlungen mit Besiktas aufgenommen haben soll. Mesut Özils Vertrag mit Arsenal läuft zum Saisonende aus und bislang wurden die Namen Manchester United und Manchester City als heiße Tipps gehandelt. Erkut Söğüt, Manager von Mesut Özil, gab dazu heute eine Erklärung ab. Wie das türkische Nachrichtenportal Habertürk meldete, hat Özil großes Interesse an Besiktas Istanbul. Besonders die Spiele in Europa, die Atmosphäre im Stadion und die Championate sind interessant für ihn, so Sögüt, der sich bereits mit Beşiktaş unterhalten haben will. „İm Moment hat er keine Pläne, in die Türkei zurückzukehren. Wenn das der Fall ist, dann wäre Besiktas sein Favorit“ so der Manager weiter.

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Studie
253.000 Jobs bei EU-Nachbarn hängen vom deutschen US-Export ab

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Düsseldorf (nex) – In den europäischen Nachbarstaaten hängen mindestens 253.000 Arbeitsplätze von den deutschen Exporten in die USA ab. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. „Dieser Wert ist seit dem Jahr 2000 um rund 16 Prozent gestiegen“, heißt es in der Studie, die der Redaktion vorliegt. „Allein die deutschen US-Exporte der Automobilindustrie sicherten über die Vorleistungsverflechtung die Beschäftigung von knapp 110.000 Arbeitnehmern in anderen EU-Ländern“, so das Institut. Die EU-Nachbarn dürften daher ein hohes Eigeninteresse daran haben, einen Handelskrieg mit den USA zu verhindern und die Kritik Deutschlands an den von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzöllen zu unterstützen, so das Institut.

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Minderheiten
Türkei: Assyrische Christen gründen nach 23 Jahren wieder einen Fußballverein

Mardin (nex) – Assyrische Christen im Landkreis Midyat der südosttürkischen Provinz Mardin haben nach einer 23-jährigen Pause einen Fußballverein gegründet: Turabdinspor trat am vergangenen Sonntag in seinem ersten Spiel in einer unteren Liga gegen Kızıltepe Sport Lyceum an und schlug diesen mit 4-0. „Heute haben wir unser erstes Spiel, das der Brüderlichkeit gewidmet ist, gespielt“, sagte der Turabdin-Vorsitzende Mesut Aslan gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur DHA und ergänzte: „Wir sind hier zusammen mit unseren kurdischen, arabischen und syrischen Freunden. Wir hatten seit 15 oder 20 Jahren keine Fußballmannschaft“, sagte Turabdinspor-Vorsitzender Mesut Aslan. Der Vorgänger Telkarispor Football Club, wurde 1984 gegründet, jedoch zehn Jahre später infolge einer Migrationswelle von Assyrern aus der Türkei nach Europa im Jahr wieder aufgelöst. „Wir sind heute hergekommen, um uns das Spiel anzuschauen“, sagt Gebro Seven. Er ist mit seiner Frau extra aus Deutschland angereist: „Ich erinnere mich an die alte Tage Zeit von vor 50 oder 60 Jahren, als es in Midyat ähnliche Fußballspiele gab.“ „Gespräche, Dialog sind immer gut“, sagt seine Frau Yıldız Seven. Ein weiterer Unterstützer, der syrische Silberschmied Murat Aslan, betont die Bedeutung von Fairplay und Brüderlichkeit: „Es ist für uns nicht wichtig, ob jemand Muslim, Assyrer oder Jeside ist. Wir sind alle Brüder. Gemeinsam sind wir ein Team“, so Aslan gegenüber der DHA.

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Las Vegas
Deutsches Ehepaar erlebte Attentat in Las Vegas im gleichen Stock wie der Schütze

„Es war wie im Kriegsgebiet“

Köln (nex) – Mindestens 58 Tote, dazu rund 500 weitere Verletzte – das ist die traurige Bilanz des blutigsten Attentats in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten. Das Ehepaar Sarah und Ludger Laber aus Nienburg an der Weser erlebte die Massenschießerei in Las Vegas aus nächster Nähe. Wie Attentäter Stephen Paddock hatten sie ein Zimmer im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels gebucht, konnten von ihrem Zimmer aus die Fenster sehen, aus denen Paddock die tödlichen Schüsse auf die Besucher eines Country-Konzerts abgab. Von ihren Erlebnissen in der Nacht des Attentats berichteten beide am Mittwochabend live bei stern TV. „Ich hatte im Halbschlaf so etwas wie ein Feuerwerk wahrgenommen“, sagte Ludger Laber. „Aus meinem Blickwinkel war es allerdings ein sehr komisches Feuerwerk. Es waren sehr schnell aufeinanderfolgende Knalle.“ An ein Attentat dachte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Unser Blick ging direkt zum Festivalgelände, und es war voll mit Blaulicht, Sirenen heulten auf, und da wurde uns erstmals bewusst: Da ist etwas passiert“, berichtete Sarah Laber. „Ich habe dann einmal kurz das Handy gecheckt. Da habe ich schon in den Nachrichten gelesen: ‚Schüsse. Mandalay Bay, Festival.'“, so die 27-Jährige weiter. Von ihrem Hotelfenster aus sahen beide, dass auf der anderen Seite des Hotels Fenster offen standen. Sarah Laber dachte erst, dass dort jemand Wäsche aufgehängt habe. Erst später erfuhr sie, dass sie die wehenden Vorhänge des Schützen gesehen hatte. Nur wenig später klopfte es an der Zimmertür und das Ehepaar stand sechs schwerbewaffneten Sicherheitskräften gegenüber. Zusammen mit anderen Hotelgästen wurde das Ehepaar aus Niedersachsen von den Sicherheitskräften zunächst in die Hotelwäscherei, später in ein nahegelegenes Theater geführt, musste dort stundenlang in Ungewissheit ausharren. Erst als die Labers zurück zu ihrem Hotel begleitet wurden, wurde ihnen das Ausmaß des Attentats bewusst. „Auf der Straße war es ganz still, überall standen Scharfschützen, es war wie im Kriegsgebiet“, berichtete Sarah Laber. Dass der Attentäter sich tagelang im gleichen Hotel aufhielt wie das Paar, macht Ludger Laber nach wie vor zu schaffen: „Im Nachhinein ist es erschreckend. Auch der Gedanke, wie oft wir ihm an dem Tag unwissentlich am Pool oder im Casino begegnet sein könnten. Das ist schon ein befremdliches Gefühl.“ Dennoch wollen beide den Urlaub fortführen – auch wenn sie das Attentat sehr beschäftigt: „Jedes Klopfen vom Room-Service, jedes laute Geräusch auf dem Flur schreckt einen wach und verursacht ein unwohles Gefühl. Das Erlebnis mit dem SWAT-Team war auch nicht gerade toll. Wenn man die Tür aufmacht und eine Waffe im Gesicht hat – das ist schwierig, sich da zu entspannen.“

Berlin
JU-Chef Ziemiak: Die Politik der AfD ist Angst

Düsseldorf (ots) – Der JU-Vorsitzende Paul Ziemiak hat CDU und CSU zu einer Politik in der neuen Legislaturperiode aufgefordert, die den Wiedereinzug der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland in den Bundestag 2021 verhindert. „Nach der nächsten Bundestagswahl darf es keine Partei mehr rechts von der Union im Bundestag geben“, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation der in Düsseldorf erscheinende „Rheinischen Post“. Das bedeute nicht, dass die Union die Politik der AfD betreiben dürfe. „Das Thema der AfD ist Angst. Damit macht sie Politik. Zu werden wie die AfD, würde ich schon als persönliche Beleidigung auffassen.“ Die Union habe aber verstanden, dass viele Menschen Ängste haben. „Und wir konnten ihnen diese Ängste nicht nehmen. Verstanden haben wir, dass wir uns darum kümmern müssen.“ Ziemiak forderte mehr Teilhabe der jungen Unionspolitiker an der Macht. „Wir müssen uns breiter aufstellen, auch mit jüngeren Köpfen in Regierung, Fraktion und Partei.“ Dazu gehöre auch Finanzstaatssekretär Jens Spahn. Ferner sprach sich Ziemiak dafür aus, den für Dezember 2018 geplanten regulären CDU-Parteitag vorzuziehen und die Basis stärker an der Themensetzung zu beteiligen.

Berlin
Nähe zur Türkei: Bund kürzt Fördermittel für Ditib um 80 Prozent

Dortmund (ots) – Ungeachtet dessen, dass der Islamverband Ditib seit Jahrzehnten seine immensen Kosten durch Mitgliedsbeiträge zu decken versucht, will der Bund die Fördermittel für den Verband im kommenden Jahr deutlich verringern. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Die Zusagen beliefen sich nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, so die Zeitung weiter. Wie aus der Auflistung des Ministeriums hervorgeht, sei dies etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel. Der scheidende religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verlangte erneut, die Kooperation mit Verbänden wie der Ditib, dem Zentralrat der Muslime oder Milli Görüs generell auf den Prüfstand zu stellen, da diese „aus dem Ausland gesteuert“ würden. Er monierte auch das Fehlen einer Strategie für den Umgang mit den Verbänden und verlangte einen Neuanfang – auch im Hinblick auf die „Deutsche Islamkonferenz“. Für die umfassende Information von Politik und Öffentlichkeit über die verschiedenen islamischen Akteure in Deutschland solle ein eigenes wissenschaftliches Institut gegründet werden. Für 2017 weist das Ministerium Zahlungen von 1,47 Millionen Euro an die Ditib-Zentrale sowie Ditib-Teilverbände aus. Der Schwerpunkt der Projektförderung lag wie schon im Vorjahr auf der Flüchtlingshilfe. 2016 hatte der Bund laut dem Kölner Stadtanzeiger 3,27 Millionen an die Ditib gezahlt. Der Zentralrat der Muslime steht für 2018 mit gut 100.000 Euro auf der Empfängerliste. Im Vorjahr hatte der Verband mehr als eine Million Euro erhalten, 2016 waren es knapp 880.000 Euro. Beck nannte die Höhe der Zuwendungen „erstaunlich“. Unter den Leistungen seien „Fehlinvestitionen“ und „religionspolitische Fehlgriffe“. Die Regierung habe „das Abhängigkeitssystem der Ditib stark gemacht“.

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