Corona-Krise
NRW-Kommunen fordern längere Vorlaufzeit für Schulstart

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Düsseldorf – Die Kommunen als Schulträger fordern eine längere Vorlaufzeit für den Neustart. „Wir brauchen mindestens eine Vorlaufzeit von einer Woche, um die neuen Regeln umsetzen zu können“, sagte Bernd Jürgen Schneider, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds NRW, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Wenn die Schulen ab Montag wieder geöffnet würden, könne noch nicht alles reibungslos funktionieren. „Weniger Schüler gestaffelt auf mehr Zeit und Räume zu verteilen, bringt ganz neue Abläufe mit sich, zum Beispiel beim Transport der Schüler oder beim Betrieb der Mensen“, so Schneider. Es werde auf jeden Fall eine gestaffelte Wiederaufnahme des Schulbetriebes geben. Nach derzeitiger Planung sollen die Schulen frühestens am Mittwoch erfahren, wie es genau weitergeht. Der kommende Montag aber ist in NRW bereits der erste Schultag nach den Osterferien. Die Kommunen würden dafür sorgen, dass die Anforderungen an Hygiene und Gesundheitsschutz erfüllt würden, versprach Schneider: „Es sollte kein Problem sein, Waschgelegenheiten mit Seife und Einmalhandtüchern auszustatten oder Desinfektionsspender aufzustellen.“ Es gebe aber auch noch viele offene Fragen: „Bekommen die Schulen auf dem Markt all die Hygienemittel, die es jetzt braucht? Wo sollen die Schüler und Lehrer den Mundschutz in ausreichender Zahl herbekommen? Wie oft müssen die Klassenräume gereinigt werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren? Müssen die Tische mehrmals am Tag desinfiziert werden? Da benötigen wir klare Empfehlungen.“ Schneider sprach sich für einen alternierenden Schulbesuch aus: „Am leichtesten wäre es zu organisieren, wenn der Rhythmus tageweise wechselt, die Klassen also geteilt werden und nur jeden zweiten Tag die Schule besuchen.“ Der Interessenvertreter der Schulträger forderte aber zugleich, auch den Umgang mit künftigen Infektionsfällen zu regeln:
„Es ist sehr wichtig, dass vorher geklärt wird, wie die Schulen mit Infektionsfällen umgehen sollen, denn die werden selbst bei strengster Hygiene nicht zu vermeiden sein. Wenn der Schulbetrieb jedes Mal wieder eingestellt wird, sobald sich ein Kind infiziert hat, kann man den Neustart gleich sein lassen.“
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– Corona-Pandemie – Türkei-Deutsche: Die haben hier schneller reagiert als in Deutschland

Obwohl die Türkei zu den Ländern gehört, die am schnellsten mit Maßnahmen auf die sich anbahnende Corona-Krise reagierte, bezeichnete das Nachrichtenmagazin Focus den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Corona-Ignoranten“ und behauptete, er habe zu lange gezögert.  In der Türkei lebende Deutsche widersprechen den Behauptungen des Focus jedoch.

 
Türkei-Deutsche: Die haben hier schneller reagiert als in Deutschland

Corona-Pandemie
Türkei-Deutsche: Die haben hier schneller reagiert als in Deutschland

Antalya – Obwohl die Türkei zu den Ländern gehört, die am schnellsten mit Maßnahmen auf die sich anbahnende Corona-Krise reagierte, bezeichnete das Nachrichtenmagazin Focus den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Corona-Ignoranten“ und behauptete, er habe zu lange gezögert. Nur einen Tag nach Bekanntwerden des ersten Corona-Falles, berief Erdogan jedoch sein Kabinett ein. Nahezu zeitgleich wurde die Schließung der Schulen und Universitäten beschlossen. Der Unterricht wird seitdem online abgehalten. Italien benötigte dafür 39 Tage, Spanien 40, Großbritannien 47 und Deutschland und Frankreich sogar 49 Tage. Ebenso wurden innerhalb von ein bis vier Tagen die vorübergehende Schließung von Cafés, Bars und Restaurants, Unterhaltungszentren, Einkaufszentren, Bibliotheken und Gotteshäusern beschlossen. Deutschland brauchte hierfür fast zwei Monate. Bereits am 12. März wurde auch beschlossen, Sportveranstaltungen ohne Zuschauer abzuhalten. Der Bildungsminister des Landes, Ziya Selcuk, kündigte an, dass die Grund- und Sekundarschulen am 23. März mit dem digitalen Fernunterricht beginnen würden. Der öffentliche türkische Rundfunk TRT richtete zu diesem Zweck einen neuen Kanal ein. In einem am 20. März veröffentlichten Präsidialerlass wurde bekannt gegeben, dass alle wissenschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Treffen und Veranstaltungen bis Ende April verschoben würden. Nur wenige Tage nach Bekanntwerden des ersten Falles stoppte die Türkei Flüge in zahlreiche Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Norwegen, Dänemark, Belgien, Schweden, Österreich und die Niederlande. Umfangreiche Reisebeschränkungen begannen in Italien und Deutschland erst 39 Tage nach der Entdeckung der ersten Coronavirus-Fälle, 43 Tage in Spanien, 53 Tage in Großbritannien und 53 Tage in Frankreich. Präsident Erdogan kündigte am 27. März an, dass alle internationalen Flüge eingestellt worden seien und der Binnen-Verkehr nur mit Genehmigung der Gouverneure durchgeführt werde. Er sagte auch, dass die Ein- und Ausfahrt von Fahrzeugen in 30 Großstädte, darunter die Schwarzmeerprovinz Zonguldak, am 3. April gestoppt wurde. Darüber hinaus wurden Quarantänemaßnahmen für Menschen, die aus dem Ausland zurückkehrten, durchgeführt. Am 21. März verhängte das Innenministerium eine Ausgangssperre für Personen über 65 Jahre und für Personen, die an chronischen Krankheiten leiden. Am 3. April wurde die teilweise Ausgangssperre auf Personen unter 20 Jahren ausgedehnt, und es wurde für alle Bürgerinnen und Bürger verbindlich vorgeschrieben, an öffentlichen Orten Masken zu tragen. Umfassende Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen begannen 38 Tage nach Auftreten des ersten Coronavirus-Falls in Italien, 43 Tage später in Spanien, 52 Tage in Großbritannien, 53 Tage in Frankreich und 54 Tage in Deutschland. In der Türkei lebende Deutsche widersprechen den Behauptungen des Focus jedoch. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA), sagte etwa die in Side lebende Marion Füller, dass die Türkei viel früher reagiert habe als Deutschland. Sie finde, dass sich dort sehr um die Einwohner gekümmert werde. „Es klappt bisher ganz gut“, so Füller. Ihre Freundin, die ebenfalls in der Türkei lebt, habe ihr erzählt, dass das Gesundheitsamt bei ihr angerufen und sich nach ihrem Befinden erkundigt habe. „Obwohl sie gar nicht durch Vorerkrankungen registriert ist“, sagte Füller. NEX24 sprach mit der in Side lebenden Deutschen. Sehr geehrte Frau Füller, haben Sie die Ausgangssperre in der Türkei am vergangenen Wochenende gut überstanden?  Füller: Da ich eh nicht raus gehen darf, da ich der Risikogruppe angehöre, hat es mir nichts ausgemacht. Da wir uns in einem hotelähnlichen Gebäude befinden, kam auch kein Bäcker vorbei. So rief ich die 112 (Notruf, Anm. d. Red.) an und nach zirka einer halben Stunde stand ein Bäcker vor der Tür. Ansonsten haben wir immer Vorrat im Haus. 2 Tage sind leicht zu überbrücken. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) sagten Sie, dass man einfach die Polizei anrufen könne, wenn man etwas benötigt oder Sie sogar zum Arzt oder zur Post gefahren würden. Einige Nutzer in sozialen Medien haben Ihnen das nicht abgenommen. Kommen die wirklich zu jedem der anruft? Eine Freundin von ihnen, die ebenfalls in der Türkei lebt, sei sogar vom Gesundheitsamt angerufen worden und man habe sich nach ihrem Befinden erkundigt. Füller: Wenn wir die 112 anrufen, bringt einen die Polizei zur Bank, Arzt oder wo man hin muss. Auch eingekauft wird einem, wenn es nötig ist, weil man nicht raus darf, wie die über 65-Jährigen oder wenn man zur Risikogruppe gehört. Mein Lebensgefährte war bei der Bank und hat es mit eigenen Augen gesehen, dass ältere Menschen in Begleitung der Polizei dort waren. Auch das mit dem Einkaufen stimmt. Siehe Fotos.
(Fotos: Manavgat Belediyesi))
Selbst am Wochenende hat uns die Polizei angerufen und gefragt, ob wir noch etwas benötigen, da ja Ausgangssperre für alle war. Ich habe bis jetzt schon von einigen gehört, dass sich immer nach dem Befinden der älteren und kranken Menschen per Telefon erkundigt wird. Da ich nicht gelistet bin, kann ich nur meinen deutschen Freunden glauben. Ich leide unter COPD, habe aber meinen Lebensgefährten, Michael Wiegand, der ja für mich sorgen kann. Sollte es ihm aber auch mal nicht gut gehen, bekommen wir zu 100 Prozent Hilfe. Auch unser Vermieter und unsere Nachbarn haben uns Hilfe angeboten, sollte es meinem Lebensgefährten mal nicht gelingen selbst einzukaufen. Dies kann man uns in Deutschland auch glauben, denn was hätte ich davon, wenn ich lügen würde? In den kommenden Wochen könnten die Maßnahmen noch enger werden. Die nächste Ausgangssperre wird bereits am kommenden Wochenende in Kraft gesetzt. Glauben Sie, dass Ihre Versorgung dann weiterhin gewährleistet wird? Auch wenn es letztes Wochenende nicht ganz so gut war und alles für zwei Stunden etwas aus dem Ruder lief, wurde auch von unserer Politik eingeräumt, so sehen wir keine Problem, dass wir hier Hunger schieben müssen. Die Leute können sich mit Lebensmitteln eindecken und auch die Bäcker drehen wieder mehrmals am Tag ihre Runden um uns mit frischem Brot zu versorgen. Sollte man etwas aus der Apotheke benötigen, ruft man die 112 an und es wird gebracht. Also auch die Gesundheit ist gesichert.
(Foto: Füller)
Obwohl die Türkei schneller als die meisten europäischen Länder reagierte, bezeichnete der Focus den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Corona-Ignoranten“ und behauptet, er habe zu lange gezögert. Gegenüber der HNA sagten Sie jedoch, dass die Türkei viel schneller als europäische Länder reagiert habe. Füller: Ich selbst war hier in einem Hotel und bekam alles hautnah mit. Am 13.03. hieß es, keiner kommt mehr aus der Türkei raus, da keine Flüge mehr raus gehen. Eine Stunde später kam dann die Nachricht, dass jeder bis zum 21. ausgeflogen wird. Ich war dort mit zwölf deutschen Frauen. Alle sind wohlbehalten nach Deutschland gekommen. Es war unser letzter Abend im Hotel. Also mir persönlich geht die deutsche Presse allmählich auf die Nerven. Hätte Erdogan nicht so schnell reagiert, hätte die Türkei wohl noch mehr Infizierte.

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Zur Bekämpfung des Coronavirus hat die Türkei in die von der Pandemie hart getroffenen Länder Italien und Spanien Hilfscontainer geschickt. Die Außenminister Italiens und Spaniens haben der Türkei am Mittwoch dafür gedankt.

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Corona-Pandemie
Türkei: Weitere Ausgangssperre am kommenden Wochenende

Ankara – Im Rahmen von Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan heute für das kommende Wochenende eine weitere Ausgangssperre angekündigt „Unser Ziel ist es, Bürger, die der Verlockung des guten Wetters nachgeben, vor den Gefahren des Coronavirus zu schützen. Ich möchte im Voraus ankündigen, dass wir eine Ausgangssperre verhängen werden, die nach dem 17. April um Mitternacht beginnt und am Sonntag um Mitternacht endet“, sagte Erdoğan nach einer Kabinettssitzung per Telefonkonferenz, bei der der Kampf der Türkei gegen das Coronavirus ganz oben auf der Tagesordnung stand. Um Szenen wie am vergangenen Wochenende zu vermeiden, würden alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, so der türkische Staatschef. Die türkische Regierung hatte am Freitagabend mit nur zwei Stunden Vorwarnung in 31 Großstädten Ausgangssperren verhängt. Der für viele extrem überraschende Schritt sorgte für viel Kritik. Medienberichten zufolge sei es nach der kurzfristigen Ankündigung am Freitagabend zu Panikkäufen und „chaotischen Szenen“ vor Geschäften gekommen. Nutzer sozialer Medien kritisierten die Behörden für die späte Bekanntgabe der Ausgangssperre. Innenminister Süleyman Soylu hatte am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter daraufhin seinen Rücktritt verkündet. In seiner Rücktrittserklärung sagte Soylu, dass er die volle Verantwortung über die teils tumultartigen Szenen aufgrund der kurzfristig anberaumten 48-stündigen Ausgangssperre vom Wochenende übernehme. Erdogan hatte das Rücktrittsgesuch am Sonntagabend jedoch abgelehnt und Soylu gebeten, sein Amt weiterhin auszuüben. „Ich schätzte die Sensibilität unseres Innenministers in dieser Frage, aber ich habe ihn gebeten, seine Arbeit fortzusetzen“, sagte Erdoğan nach der Kabinettssitzung und lobte Soylu für seine erfolgreiche Arbeit im Kampf gegen den Terror und die Reaktion auf verschiedene Katastrophen, die die Türkei in den vergangenen Monaten erlebt hat. In der Türkei gab es bereits eine Ausgangssperre für über 65-Jährige und unter 20-Jährige, die jedoch noch nicht vollständig aufgehoben wurde. Die Regierung hat sich bis zu diesem Wochenende darauf verlassen, dass die Öffentlichkeit den Forderungen nach Selbstisolierung nachkommt. Die Behörden haben die Menschen wiederholt aufgefordert, ihre eigenen Quarantänemaßnahmen durchzusetzen. Die Türkei gehörte zu den ersten Ländern, die Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen, ihre Grenze zum Iran geschlossen und Flüge aus China und Italien gestoppt haben. Seither hat sie alle internationalen Ankünfte gestoppt, Inlandsflüge eingeschränkt und Straßenkontrollpunkte außerhalb der Städte eingerichtet, um nicht unbedingt notwendige Reisen zu verhindern.

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Auf Anweisung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan lieferte ein Militärflugzeug der türkischen Luftwaffe am Freitag neben einem persönlichen Brief Erdogans an den britischen Premierminister Boris Johnson, medizinische Hilfsgüter an Großbritannien.

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Soylus Rücktritt
Türkei: Erdogan lehnt Rücktrittgesuch Innenminister Soylus ab

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Rücktrittsgesuch von Innenminister Süleyman Soylu am Sonntagabend abgelehnt. Wie türkische Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichten, habe Erdogan bei einem Telefonat dem Innenminister mitgeteilt, dass er seinem Rücktrittsgesuch nicht nachkommen werde. Jetzt sei „nicht der Zeitpunkt für einen Rücktritt“ habe Erdogan gesagt. Daraufhin habe der persönliche Referent des türkischen Präsidenten, Hasan Dogan, das Rücktrittsgesuch des Innenministers zerrissen und in den Papierkorb geworfen. Soylu hatte am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter überraschend seinen Rücktritt verkündet. In seiner Rücktrittserklärung sagte Soylu, dass er die volle Verantwortung über die teils tumultartigen Szenen aufgrund der kurzfristig anberaumten 48-stündigen Ausgangssperre vom Wochenende übernehme. Er habe das Amt des Innenministers mit stolz ausgeübt und werde dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer treu bleiben. Die Ausgangssperre sollte um Mitternacht enden. Die türkische Regierung hatte am Freitagabend mit nur zwei Stunden Vorwarnung in 30 Großstädten Ausgangssperren verhängt. Der für viele extrem überraschende Schritt sorgte für viel Kritik. Medienberichten zufolge sei es nach der kurzfristigen Ankündigung am Freitagabend zu Panikkäufen und „chaotischen Szenen“ vor Geschäften gekommen. Nutzer sozialer Medien kritisierten die Behörden für die späte Bekanntgabe der Ausgangssperre. Soylu ist ein Politiker der Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt und war seit August 2016 Minister für Inneres im Kabinett von Ministerpräsident Binali Yıldırım. Seit dem 9. Juli 2018 war er auch im Kabinett der Regierung von Recep Tayyip Erdogan Innenminister. In den Jahren 2015/2016 war er im Kabinett Davutoglu Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit. https://twitter.com/suleymansoylu/status/1249403093151887362

Türkei
Innenminister Süleyman Soylu zurückgetreten

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Ankara – Der türkische Innenminister Süleyman Soylu ist mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern zurückgetreten. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hat über den Kurznachrichtendienst Twitter überraschend seinen Rücktritt verkündet. In seiner Rücktrittserklärung sagte Soylu, dass er die volle Verantwortung über die teils tumultartigen Szenen aufgrund der kurzfristig anberaumten 48-stündigen Ausgangssperre vom Wochenende übernehme. Er habe das Amt des Innenministers mit stolz ausgeübt und werde dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer treu bleiben. Die Ausgangssperre sollte um Mitternacht enden. Die türkische Regierung hatte am Freitagabend mit nur zwei Stunden Vorwarnung in 30 Großstädten Ausgangssperren verhängt. Der für viele extrem überraschende Schritt sorgte für viel Kritik. Medienberichten zufolge sei es nach der kurzfristigen Ankündigung am Freitagabend zu Panikkäufen und „chaotischen Szenen“ vor Geschäften gekommen. Nutzer sozialer Medien kritisierten die Behörden für die späte Bekanntgabe der Ausgangssperre. Soylu ist ein Politiker der Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt und war seit August 2016 Minister für Inneres im Kabinett von Ministerpräsident Binali Yıldırım. Seit dem 9. Juli 2018 war er auch im Kabinett der Regierung von Recep Tayyip Erdogan Innenminister. In den Jahren 2015/2016 war er im Kabinett Davutoglu Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit. https://twitter.com/suleymansoylu/status/1249403093151887362

Osterbotschaft
Türkei: Erdogan sendet Ostergrüße an Christen

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Ankara – Während bei uns in Deutschland Botschaften der Kanzlerin oder des Bundespräsidenten an Muslime starke Irritationen in der Bevölkerung hervorrufen, gehört dies in der Türkei schon lange zur Tradition. So hat der türkische Staatspräsident auch dieses Jahr wieder eine Osterbotschaft gesendet und den Christen zum Osterfest gratuliert. „Die Kultur des Zusammenlebens auf anatolischem Boden wird heute, wie in der Vergangenheit, Frieden und Brüderlichkeit festigen und uns in eine strahlende Zukunft tragen“, sagte er. Die Koexistenz verschiedener Religionen in der Region seit Hunderten von Jahren sei ein Beispiel für die Welt, fügte Erdogan hinzu. Die Türkei werde weiterhin alles tun, dass türkische Bürger christlichen Glaubens ihre Religion frei ausüben könnten. Er dankte den christlichen Bürgern zudem für die Unterstützung der Solidaritätskampagne der Türkei gegen den Ausbruch des Coronavirus. Auch christliche Stiftungen in der Türkei beteiligen sich an dem von Präsident Erdogan eingerichteten Solidaritätsfonds für Betroffene der Corona-Pandemie. Wie Vatikan News berichtet, unterstützte die armenische Kirche die Kampagne mit umgerechnet 60.000 Euro, die syrisch-orthodoxe rund 14.000 Euro und die Stiftung des ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel mit 41.000 Euro. Erdogan hatte Ende vergangenen Monats die „Nationale Solidaritätskampagne“ zur Förderung des Kampfes gegen die Ansteckung mit dem Coronavirus ins Leben gerufen. Die Gelder sollen auch Menschen zugute kommen, die nun in ihrem Alltag massive wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, berichtet Vatikan News weiter. Erdogan selbst habe sieben seiner Monatsgehälter für den Fonds gespendet. Christen begehen Ostern als die Zeit der Kreuzigung und der drei Tage später folgenden Auferstehung Jesu.

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Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP.

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Corona-Pandemie
Türkische Botschaft: In der Türkei herrscht keinerlei Chaos oder Panik

Berlin – Die Türkei hat bislang auf flächendeckende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verzichtet. Für dieses Wochenende hat die Regierung jedoch ein 48-stündiges Ausgangsverbot in 31 Städten verhängt. Medienberichten zufolge sei es nach der kurzfristigen Ankündigung am Freitagabend zu Panikkäufen und „chaotischen Szenen“ vor Geschäften gekommen. Nutzer sozialer Medien kritisierten die Behörden für die späte Bekanntgabe der Ausgangssperre. Am Samstag hielten sich die Menschen jedoch weitgehend an die Beschränkungen. Fernsehbilder aus Istanbul zeigten bei schönem Wetter ungewohnt menschenleere Plätze und fast autofreie Straßen. Die Nachrichtenagentur Anadolu zeigte am Samstag in Bildern, wie staatliche Helfer Menschen Tüten mit Lebensmitteln übergaben. In einer Pressemitteilung hat sich die türkische Botschaft zur aktuellen Lage geäußert. Die am Samstag um 0.00 Uhr eingeführte Sperre sei vor allem eine Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung gegen die weltweit verbreitete Corona-Pandemie. Geschäfte wie Bäckereien und Apotheken, die zur Erfüllung der dringenden oder grundlegenden Bedürfnisse der Bürger dienen, blieben während dieser Ausgangssperre weiter geöffnet. Die Regierung habe die Bürger der betroffenen 31 Provinzen gebeten, sich zu ihrer eigenen Sicherheit an die Ausgangssperre zu halten und vorher jegliches Verhalten zu vermeiden, das zu einer Verringerung des sozialen Abstands führt. Zu Panikatmosphären sei es nur vereinzelt gekommen, der größte Teil der Bevölkerung habe die Entscheidung mit Verständnis aufgenommen, so die türkische Botschaft in Berlin. Es herrsche weder Chaos noch Panik. Mehr als 1.000 Corona-Tote in der Türkei Wie der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitag mitteilte, ist die Zahl der Infizierten Menschen auf 47.029 gestiegen. 1.006 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

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Corona-Pandemie
RWI-Chef fordert umgehende Lockerungen in Corona-Krise

Der Essener Ökonom und frühere Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat sich für rasche Lockerungen in der Corona-Krise ausgesprochen. Der Präsident des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung gehört dem Expertenrat Corona von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an. Schmidt sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“: „In den vergangenen Wochen war das Herunterfahren unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens noch unverzichtbar. Nun sollte umgehend eine Phase der wachsamen Normalisierung aufgenommen werden.“ Dazu müsse man vor allem auf individuelle Schutzmaßnahmen setzen. Es solle vor allem darum gehen, am Arbeitsplatz und beim Konsum Sicherheitsabstände und Hygienestandards zu gewährleisten. „Bei der Umsetzung sind in erster Linie die Unternehmen gefragt, und ich bin auch davon überzeugt, dass sie in der Lage sind, ihre Produktionsverfahren und die Prozesse ihrer Leistungserbringung rasch darauf auszurichten“, sagte Schmidt. Die schrittweise Öffnung müsse zwingend durch eine staatlicherseits orchestrierte Strategie des massiven Testens begleitet werden, die noch über Monate durchzuhalten sei. „Dann könnten im Falle von Neuinfektionen umgehend Isolationsmaßnahmen eingeleitet werden, insbesondere auch dann, wenn keine Symptome erkennbar sind.“ Zudem sprach sich der Ökonom für den freiwillige Einsatz einer Tracing-App aus. „Wir werden auch damit leben müssen, dass in den kommenden Monaten an verschiedenen Stellen immer wieder nachgesteuert werden muss.“

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Corona-Krise
Jedem zweiten Familienunternehmen droht Pleite in den nächsten drei Monaten

Düsseldorf – Vielen Familienunternehmen droht aufgrund der Corona-Krise das Aus. Laut einer Umfrage des Verbands „Die Familienunternehmer“, die der Rheinischen Post (Samstag) vorliegt, reicht die Liquidität von 56 Prozent der befragten Unternehmen unter den aktuellen Bedingungen nur noch maximal drei Monate. Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen könnten sich demnach ein Jahr lang über Wasser halten. „Die Lage ist dramatisch“, sagte Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“, der „Rheinischen Post“. Bei 67 Prozent der Betriebe seien die Umsätze eingebrochen – im Durchschnitt um knapp die Hälfte. „Diese Halbierung der Umsätze wird tiefe Narben in unserer Wirtschaftskonjunktur hinterlassen, sowohl bei den Arbeitslosenzahlen, als auch bei den Investitionen“, prophezeit der Unternehmer. Der Verband hatte 1260 Unternehmer befragt, welche Auswirkungen es auf ihr Geschäft gibt. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat demnach bereits Kurzarbeit beantragt. Allerdings wurde bislang offenbar nur bei 40 Prozent der Befragten dem Antrag auch bereits stattgegeben – im Schnitt nach 7,7 Werktagen. Auch andere Instrumente wie das Aussetzen von Steuervorauszahlungen (40 Prozent der Befragten) oder Anträge auf Steuerstundungen (36 Prozent der Befragten) wurden bereits von Unternehmen genutzt. Doch mehr als die Hälfte der Befragten gab jeweils an, dass nach mehr als neun Bearbeitungstagen noch keine Genehmigung der Anträge vorliegt. „Die Anträge für Hilfsangebote stecken im Bearbeitungsstau der Behörden fest“, kritisiert Reinhold von Eben-Worlée: “Es sind die Bundes- und die Landesregierungen, die den Stillstand der Wirtschaft zu verantworten haben. Sie haben zwar viele Hilfen beschlossen, aber ihre Behörden vielfach nicht ausreichend für diese Situation verstärkt.“

Corona-Pandemie
Kommentar zur Weltspiegel-Sendung „Türkei: Vertuschen statt Helfen“

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Ich habe mir den Weltspiegel in der ARD vom 5. April angesehen und es wurde dabei unter anderem auch über die Türkei berichtet. Der Titel des Beitrags über die Türkei hieß „Türkei: Vertuschen statt Helfen“. Unter dem Link der Sendung Weltspiegel kann man sich den Beitrag noch einmal ansehen. In der Anmoderation wird erklärt, dass auch die türkische Regierung die Gefahr des Coronavirus lange heruntergespielt hätte. Jetzt würden sich die Nachrichten vom rasanten Anstieg der Infizierten häufen. Die Zweifel würden immer lauter, die die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums über die Opferzahlen infrage stellten und erklärt „Angeblich sollen auch schon Massengräber für die Toten ausgehoben worden sein.“ Die Regierung würde das dementieren. Ich weiß nicht, woher die Journalisten des Weltspiegels ihre Informationen beziehen, aber der Vorwurf an die türkische Regierung die Gefahren vor dem Coronavirus heruntergespielt zu haben ist absurd, weil die Türkei zu den ersten Staaten gehörte, die konkrete Maßnahmen gegen die Pandemie ergriffen haben. Zu den „angeblichen“ Massengräbern: Wenn das wirklich der Fall wäre, hätte sich das in den sozialen Medien und anderen Medien schon längst rumgesprochen. An die Weltspiegel Redaktion: Wo sind denn bitte die Massengräber, wenn ihr das schon behauptet? Aber dem Weltspiegel geht es gar nicht um die Wahrheit, sondern um die Verbreitung von gehörtem. Ich möchte nicht behaupten, dass es im Rahmen der Corona-Pandemie keine Probleme in der Türkei gibt, denn die gibt es auch in anderen Ländern. Aber lasst bitte die Kirche im Dorf. Wir alle befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation, die es vorher in dieser Form noch nicht gab. Dann kommt in dem Beitrag eine anonyme Ärztin zu Wort, die Corona-Patienten behandeln würde und die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums für zu niedrig hält. Das Personal des Krankenhauses, in dem sie arbeitet, wäre auch auf Corona getestet worden, aber man hätte ihnen keine Ergebnisse mitgeteilt, weil nach ihrer Ansicht „bei 70 Prozent positiv getestetem Krankenhauspersonal“ keiner mehr da wäre, der die Patienten versorgt. Diese angebliche Ärztin kann eine andere Meinung vertreten, was auch normal wäre, aber was sie sagt ist nicht repräsentativ. Es ist ihre Meinung und aus der kann ich nicht auf die Allgemeinheit schließen. Jetzt komme ich zu den Maßnahmen in der Türkei gegen die Corona-Pandemie. Ich nenne jetzt ein paar Maßnahmen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen, wie in Deutschland auch, Einschränkungen im täglichen Leben hinnehmen. Für Menschen ab 65 Jahren und für unter 20-Jährige gilt eine Ausgangssperre. Stadtreisen in andere Städte sind nur in Ausnahmefällen bzw. mit Zustimmung des örtlichen Regierungspräsidiums möglich. Es gibt noch andere Einschränkungen, aber ich kann jetzt nicht alle hier aufführen. Jeder Bürger in der Türkei und Ausländer mit Aufenthaltstitel können über ihre persönlichen e-devlet (Internetportal des türkischen Staates) Zugangsdaten kostenlos eine Schutzmaske bestellen. Jeder Supermarkt in der Türkei bietet vor seinem Eingang kostenlose Hygienehandschuhe und Masken an. Warum um Himmels willen erwähnt der Weltspiegel das nicht? Stattdessen kommt eine anonyme Ärztin zu Wort. Hier in Deutschland bekomme ich nicht einmal gegen Bezahlung in der Apotheke Hygienehandschuhe. Stattdessen heißt es „Tut uns leid, leider ausverkauft.“ In Deutschland hatte zeitweise nicht einmal das Krankenhauspersonal eigene Schutzmasken und dem Weltspiegel fällt nichts Besseres ein, als die Türkei schlecht zu reden. In der Türkei bekommt jeder Bürger pro Woche 5 Masken kostenlos zur Verfügung gestellt. In welcher Institution bekomme ich hier in Deutschland kostenlos Hygienehandschuhe gestellt? Jetzt komme ich noch auf die medizinischen Hilfslieferungen der Türkei zurück. Die Türkei ist ein hilfsbereites Land und das zeigt sie gerade eindrucksvoll. Über Italien, Spanien, Österreich, Serbien, Nordmazedonien, Kosovo, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Großbritannien und andere Länder, hat die Türkei ihre Unterstützung bewiesen und wird es auch weiterhin tun. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich die wahre Größe eines Staates bzw. Landes. Aber auch die Bundeswehr hilft in diesen schwierigen Zeiten. So transportierten Flugzeuge der deutschen Luftwaffe 100 Covid-19 erkrankte Patienten aus Frankreich und Italien zur Behandlung nach Deutschland. In diesen außergewöhnlich schwierigen Zeiten, aber auch sonst, sollten die Staaten zusammenstehen und sich gegenseitig unterstützen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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