Corona-Krise
Jeder zweite Deutsche fürchtet um Job

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Hamburg – Mehr als jeder zweite Deutsche (55%) glaubt inzwischen nicht mehr daran, dass sich die Ausbreitung von SARS-Cov-2 durch Reisebeschränkungen und angeordnete Selbstisolierungen verhindern lässt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Ipsos-Umfrage, die vom 19. bis 21. März in 14 betroffenen Ländern durchgeführt wurde. Auch in Japan (62%), Indien (61%), Mexiko (59%), Brasilien (56%), Vietnam (55%) und Australien (52%) überwiegt der Anteil derjenigen, die daran zweifeln, dass politische Maßnahmen die Corona-Pandemie eindämmen werden. In China (61%), Kanada (59%), Italien (57%) und Frankreich (56%) ist eine Mehrheit der Bürger dagegen nach wie vor zuversichtlich, dass sich die rasante Verbreitung des Virus durch Reiseverbote und Social Distancing bremsen lässt. Vier von fünf Deutschen befürworten Grenzschließungen Obwohl viele bezweifeln, dass sich das Virus aufhalten lässt, befürworten in Deutschland inzwischen vier von fünf Befragen (80%) eine Schließung der Landesgrenzen sowie ein generelles Ein- und Ausreiseverbot, bis das Virus nachweislich unter Kontrolle gebracht wurde. Das entspricht einem Zuwachs von 23 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche. Lediglich in Kanada und Frankreich (+28 Prozent) ist der Zuspruch für Grenzschließungen noch stärker angestiegen. Virus wird immer öfter als Gefahr für die Gesundheit eingestuft In keinem anderen Land ist die Angst um das eigene Wohlbefinden im Vergleich zur Vorwoche stärker angestiegen als in der Bundesrepublik (+11 Prozent). Inzwischen gehen mehr als vier von zehn Bundesbürgern (43%) davon aus, dass eine mögliche Infektion mit SARS-Cov-2 der eigenen Gesundheit ernsthaft oder gar extrem schaden würde. Am größten ist die Sorge vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Virus aber nach wie vor im asiatischen Raum: Knapp drei Viertel aller befragten Chinesen (77%), Inder (75%) und Vietnamesen (74%) gehen davon aus, dass eine Infektion mit dem Coronavirus ihre Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen könnte. Überraschenderweise ist Italien (26%) das einzige Land, in dem diese Einschätzung seit der letzten Erhebung zurückgegangen ist. Jeder zweite Deutsche fürchtet um Job Das Coronavirus wird von vielen Menschen jedoch nicht nur als gesundheitliche Gefahr, sondern als wirtschaftliche und damit einhergehend auch als finanzielle Bedrohung wahrgenommen. In fast allen befragten Nationen ist die Anzahl der Befragten, die glauben, dass die COVID-19 Pandemie eine große Bedrohung für ihren Arbeitsplatz oder ihr Unternehmen darstellt, spürbar gestiegen. Am größten ist die Angst vorm Jobverlust aufgrund der Corona-Krise momentan in Vietnam (66%), dicht gefolgt von Italien (63%). Doch auch in Deutschland wird das Virus inzwischen von mehr als jedem zweiten Arbeitnehmer als potentielle Gefahr für die eigene berufliche Zukunft eingeschätzt.

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– USA – Corona-Krise: US-Anwaltskanzlei reicht Sammelklage gegen China ein

Die in Las Vegas, Nevada ansässige Anwaltskanzlei Eglet Adams hat im Namen von „Kleinunternehmen“ in den Vereinigten Staaten von Amerika, darunter dem US-Bundesstaat Nevada, eine Sammelklage gegen die Volksrepublik China und andere chinesische Regierungsstellen eingereicht – wegen monetären und damit zusammenhängenden Schäden, die durch die Coronavirus-Pandemie entstanden sind.

Corona-Krise: US-Anwaltskanzlei reicht Sammelklage gegen China ein

USA
Corona-Krise: US-Anwaltskanzlei reicht Sammelklage gegen China ein

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Las Vegas – Die in Las Vegas, Nevada ansässige Anwaltskanzlei Eglet Adams hat im Namen von „Kleinunternehmen“ in den Vereinigten Staaten von Amerika, darunter dem US-Bundesstaat Nevada, eine Sammelklage gegen die Volksrepublik China und andere chinesische Regierungsstellen eingereicht – wegen monetären und damit zusammenhängenden Schäden, die durch die Coronavirus-Pandemie entstanden sind. Die Kläger behaupten, dass China, nachdem es erstmals vom Bestehen der Coronavirus-Pandemie Kenntnis erlangte, diese vertuschte und zur Verbreitung des Coronavirus in alle Welt beigetragen hat – und dass es damit Kleinunternehmen in den Vereinigten Staaten von Amerika, darunter dem US-Bundesstaat Nevada, wirtschaftliche Schäden in Höhe hunderter Milliarden US-Dollar zugefügt hat. Die Klage wurde am späten Montag im United States District Court im District of Nevada im Namen der Kläger Bella Vista LLC (einer in Nevada eingetragenen Limited Liability Company), Greenfield & Company Inc. (einer in Nevada eingetragenen Aktiengesellschaft), Life Real Estate LLC (einer in Nevada eingetragenen Limited Liability Company), Mobile Medic CPR LLC (einer in Nevada eingetragenen Limited Liability Company) und DT Group LLC (einer in Illinois eingetragenen Limited Liability Company) eingereicht. Die Klage behauptet, dass über eine Million US-amerikanischer „Kleinunternehmen“ gezwungen worden sind, ihren Betrieb zu schließen oder wesentlich einzuschränken. Die wirtschaftlichen Verluste, die diese Unternehmen erlitten haben, belaufen sich auf hunderte Milliarden US-Dollar. Es wird damit gerechnet, dass diese Zahl – während Gouverneure, County-Commissioners und Bürgermeister von Städten in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika Kleinunternehmen weiter anweisen, ihren Betrieb zu schließen oder einzuschränken – noch deutlich steigen wird.

FÜR DIENSTAG, DEN 24. MÄRZ, 15.00 UHR EASTERN STANDARD TIME IST EINE WELTWEITE PRESSEKONFERENZ ANGESETZT. Die Pressekonferenz wird in den Räumlichkeiten der Anwaltskanzlei von Eglet Adams unter der Adresse 400 South 7th Street, 4. Etage durchgeführt – per „Highfive“-Videokonferenz. Um der Konferenz von Ihrem Rechner oder Mobilgerät aus beizutreten, klicken Sie bitte hier: https://egletlaw.highfive.com/rte-press-conference-re-corona-virus-litigation-kh.

Rechtsextremismus
Mutmaßlicher Lübcke-Mörder: Mordversuch auf Iraker soll angeklagt werden

Hamburg – Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke soll auch wegen eines Messerangriffs auf einen Asylsuchenden angeklagt werden. Der Rechtsextremist Stephan E. soll versucht haben, ihn zu erstechen. Der Generalbundesanwalt bereitet derzeit die Anklage gegen Stephan E. wegen des Mordes an Walter Lübcke vor. Der Rechtsextremist soll den CDU-Politiker in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2019 auf dessen Terrasse mit einem Kopfschuss ermordet haben. Nach Informationen des NDR und „Zeit Online“, der Netz-Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“, wird sich E. jedoch nicht nur wegen des Mordes an Lübcke verantworten müssen, sondern auch wegen eines offenbar rassistisch motivierten Messerangriffs im Jahr 2016. Damals war ein Asylsuchender aus dem Irak in Lohfelden bei Kassel von einem Mann mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Der Generalbundesanwalt sieht einen hinreichende Tatverdacht gegen Stephan E., für die Messerattacke auf den Iraker verantwortlich zu sein. Deswegen soll E. wegen versuchten Mordes vor dem Oberlandesgericht Frankfurt angeklagt werden. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Der Tatverdacht stützt sich nach Recherchen von NDR und „Zeit Online“ unter anderem auf Ergebnisse kriminaltechnischer Untersuchungen. Am 6. Januar 2016 hatte ein unbekannter Täter den irakischen Flüchtling hinterrücks mit einem Messer angegriffen. Das 22-jährige Opfer erlitt schwere Verletzungen. Der Täter konnte unerkannt auf einem Fahrrad flüchten. Die Tat in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft in Lohfelden – zweieinhalb Kilometer von E.s Wohnhaus entfernt – wurde damals nicht aufgeklärt. Doch bereits 2016 war E. bei der Überprüfung von Personen der rechten Szene ins Visier der Fahnder geraten. Die Ermittler ließen sich das Fahrrad von E. zeigen und befragten ihn, hatten jedoch keinen Anhaltspunkt für eine Tatbeteiligung. Nach der Festnahme von Stephan E. wegen des Mordes an Walter Lübcke nahmen die Behörden die Ermittlungen wegen der Messerattacke wieder auf und durchsuchten dazu das Wohnhaus von E. In seinem ersten Geständnis zum Lübcke-Mord hatte E. auch über den 6. Januar 2016, den Tattag des Messerangriffs, gesprochen. E. sagte aus, an jenem Tag aufgebracht über die Ereignisse an Silvester in Köln gewesen und durch die Straßen im Kasseler Stadtteil Forstfeld, unweit von Lohfelden, gelaufen zu sein. Dabei habe er Wahlplakate der Grünen und der SPD abgerissen. Er sei auch einem „Ausländer“ begegnet, schilderte E. in seiner Vernehmung, diesen habe er mit dem Tode bedroht und gesagt, man müsste ihm den Hals aufschneiden. E.s Anwalt Frank Hannig sagte dazu auf Anfrage, sein Mandant verwahre sich gegen den Vorwurf des Mordversuchs an dem Iraker. Aus Sicht von Stephan E. versuchten die Behörden nun, ihm „jede ungelöste Straftat in Kassel der letzten Jahre in die Schuhe zu schieben“, sagte Hannig auf Anfrage von NDR und „Zeit Online“. Stephan E. sitzt seit Juni 2019 in Untersuchungshaft, weil er Walter Lübcke mit einem Kopfschuss ermordet haben soll. Der Mordverdächtige hatte die Tat zunächst gestanden und die Polizei zu einem Waffenlager geführt, in dem sich auch die Tatwaffe befand. Dieses erste Geständnis zog E. zwischenzeitlich zurück und belastet nun seinen Freund Markus H., den tödlichen Schuss auf den CDU-Politiker abgegeben zu haben. Markus H. sitzt ebenfalls in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen ihn wegen des Verdachtes zur Beihilfe am Mord von Lübcke.

Wer wird Millionär
Neuer Millionär: Der Kölner Ronald Tenholte gewinnt 1 Million Euro bei Günther Jauch

Köln – Gute Vorbereitung, einfach mal auf Risiko spielen und Glück haben: Der Kölner Ronald Tenholte (35, Besitzer einer Saft- & Smoothiebar) konnte diese drei Dinge bei „Wer wird Millionär?“ auf sich vereinen. Am Dienstagabend wurde er neuer Millionär bei Günther Jauch. Mit der Million will er endlich seine Verlobte heiraten, ein Elektroauto kaufen und auf jeden Fall seine Saftbar „Kaltpresse“ in der Kölner Südstadt weiterbetreiben. Ronald Tenholte spielte bei RTL wagemutig, risikofreudig und voll auf Sieg. Günther Jauch: „Nach außen hin wirkt er absolut kühl, hat sich vorbereitet auf die Sendung, sagt kein Wort mehr als eigentlich nötig wäre, ist gleichzeitig mutig und hat ein Bauchgefühl…“ Dazu hatte der Kölner auch noch Glück. Die Millionenfrage: „Die klassische, genormte Europalette EPAL 1 besteht aus 78 Nägeln, neun Klötzen und insgesamt wie vielen Brettern?“ A: neun, B: zehn, C: elf, D: zwölf (richtige Antwort C). Ronald Tenholte verzichtet vorerst auf die Antwortmöglichen und rätselt. Ronald Tenholte: „Kann ich einmal nachdenken, bevor die Lösung kommt?“ Günther Jauch: „Ist nicht dumm. Er überlegt sich vorher, wie viel das wohl sein könnte… und guckt dann, ob das irgendwie mit den Antworten zusammenpasst.“ Ronald Tenholte: „Ich bekomme Waren auf Europaletten angeliefert. Die lade ich selber ab.“ Der Saftbar-Besitzer rätselt über Europaletten, schätzt irgendwas zwischen acht und elf Brettern und bittet schließlich um die Antworten. Ronald Tenholte: „Zwölf kann ich ausschließen.“ Günther Jauch gibt Raum und Zeit. Ronald Tenholte: „Ich tendiere zu elf.“ Er atmet tief durch und zählt in Gedanken nochmals die Anzahl der Bretter. „Es sind definitiv zehn oder elf. Ich glaube, es sind elf… Ich habe mit Sicherheit 300 Palletten in meinem Leben entladen.“ Und weiter: „Ich mache es. Wenn es elf sind, dann werde ich es mir bis zum Rest meines Lebens nicht verzeihen. Elf, elf, elf!“ Absolute Ruhe im Studio. Günther Jauch: „Die richtige Antwort ist elf!“ Jubelstürme im Publikum, Umarmung mit Günther Jauch und Glitzerregen. Günther Jauch: „Wahnsinn, super gemacht!“ Schließlich wird eine Europalette ins Studio gebracht und die Bretter werden gezählt. Günther Jauch: „Die Europalette ist in der Million mit drin.“ Dann ruft Günther Jauch noch die Verlobte von Ronald Tenholte, Nora Boeckler (39, Schauspielerin und Komikerin), an. Die beiden Verlobten geben sich telefonisch ein Eheversprechen und Günther Jauch verrät den Millionengewinn. Jubelgeschrei am Telefon und unglaublicher Applaus im Studio. Günther Jauch: „Mehr geht nicht heute Abend.“ Ronald Tenholte ist der zehnte reguläre Millionär (ohne Promi- und sonstige Specials – inklusive aller Specials sind es sogar 16 Millionäre). Der letzte reguläre Millionengewinn liegt fast fünf Jahre zurück. Am 7. Dezember 2015 beantwortete der Doktorand und Eventveranstalter Leon Windscheid alle 15 Fragen richtig. Ronald Tenholte spielte nur mit drei Jokern. Seinen ersten Joker (Publikum) setzte er erst bei der 64.000-Euro-Frage. Im Interview spricht der neue Millionär über seinen großen Auftritt. Sie haben gerade eine Million Euro gewonnen! Wie fühlt sich das an? „Das ist schwer in Worte zu fassen. Es gehen einem so viele Sachen durch den Kopf, das muss man erst mal alles sortieren. Natürlich bin ich total erleichtert und es herrscht ein extremer Überschuss an jeglichen Glückshormonen.“ Was machen Sie mit der Million? „Die Hochzeit mit meiner Verlobten Nora steht an. So ein Gewinn nimmt natürlich ein bisschen Druck raus, weil man weiß, man hat jetzt finanzielle Mittel. Unser größter Wunsch wäre es, in den Bergen zu heiraten, weil wir wirklich Wald-, Wiesen- und Bergekinder sind. Dafür wird ein Teil dieses Gewinns verwendet. Und danach muss ich einfach mal schauen was ansteht. Ich denke, ich werde mir auch eine Belohnung gönnen. Ein Elektroauto spielt da bei mir im Kopf eine große Rolle.“ Was war Ihr Erfolgsrezept? „Ich glaube, bei mir haben mehrere Punkte gut zusammengespielt. Zum einen habe ich mich richtig gut vorbereitet. Seit ich wusste, dass ich zur Sendung eingeladen werde, habe ich wirklich jeden Tag Quiz gespielt, um mir möglichst viel Wissen anzueignen, aber auch, um eine gewisse Routine zu bekommen und mich selbst kennenzulernen. Es war für mich ein riesen Zugewinn, zu wissen, dass eine erste Intuition oft ein starker Indikator für eine richtige Antwort ist. Also, Punkt Nummer eins: Gute Vorbereitung. Punkt Nummer zwei: Einfach mal auf Risiko spielen. Das entspricht allerdings auch meinem Naturell. Für mich war es wichtig, die 16.000 Euro-Hürde zu schaffen und zu wissen, ich gehe nicht mit leeren Händen nachhause, auch wenn danach etwas schiefgeht. Mit den 16.000 Euro hatte ich eine gewisse Absicherung und konnte risikobereit sein. Und zuletzt ist ein ganz wichtiger Faktor auch einfach Glück. Es gab einige Fragen, die mir sehr entgegen kamen. Zum Beispiel die allerletzte Frage zu Europaletten. Denen begegne ich fast jeden Tag bei mir im Laden, weil unsere Waren auf Europaletten geliefert werden – Das war einfach Glück.“ Wie lange haben Sie sich denn vorbereitet? „2016 und 2018 war ich schon mal in der Auswahlrunde bei WWM, habe es aber nicht auf den Stuhl geschafft. Schon damals habe ich mich jeweils drei bis vier Wochen lang jeden Tag vorbereitet. Und auch dieses Mal habe ich mich sofort nach der Einladung zu WWM in die Vorbereitung gestürzt und mir einen Lernplan ausgearbeitet. Jeden Tag habe ich im Schnitt drei bis vier Stunden geübt, trainiert und gelernt, sieben Tage die Woche. Vor allem die Auswahlrunde, in der es darum geht, möglichst schnell und sicher zu antworten, fordert einfach Vorbereitung. Gerade dafür habe ich die App von WWM durchgespielt bis die Finger geblutet haben. Aber ich lerne für mein Leben gerne, deshalb hat mir die Vorbereitungszeit auch total viel Spaß gemacht.“ Werden Sie Ihre Saftbar weiter betreiben? „Auf jeden Fall! Das ist mein Baby, das ich über mehr als fünf Jahre großgezogen habe und das will ich natürlich nicht von heute auf morgen liegen lassen. Ich habe dort super Leute um mich herum – unsere Mitarbeiter und unsere Kunden – und deshalb werde ich den Laden auf jeden Fall weiter betreiben. Ob sich irgendetwas ändern wird, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber es ist nicht nur ein Job für mich, sondern wirklich eine Herzensangelegenheit.“ Wie fanden Sie Günther Jauch? „Ich fand es sehr angenehm und mir hat es sehr, sehr viel Spaß gemacht, auf dem Stuhl zu sitzen. Man befindet sich natürlich gewissermaßen in einer Blase, vor allem wenn es um höhere Summen geht, versucht man sich sehr zu konzentrieren. Aber die Gespräche mit Herrn Jauch haben alles sehr viel angenehmer und leichter gemacht. Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich auch zu bewerben und einen Abend gegenüber von Herrn Jauch zu erleben.“ Sie leiden unter Prosopagnosie – Was ist das? „Das bedeutet, dass man sich keine Gesichter merken kann. Bei mir wurde es Gott sei Dank nicht klinisch festgestellt, es hat kein pathologisches Ausmaß, aber ich habe einfach ein unglaublich schlechtes Gesichter-Gedächtnis. Das hat schon zu unangenehmen Situationen geführt, wenn ich mich bei Leuten, die ich eigentlich schon länger sporadisch kenne, immer wieder aufs Neue vorgestellt habe.“

Corona-Pandemie
Hamas: Türkei und Katar werden uns in der Corona-Krise unterstützen

Gaza – Der Leiter des politischen Büros der Hamas kündigte am Sonntag an, dass die Türkei und Katar bereit seien, den Palästinensern in ihrem Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. „Ich habe mehrere Staatsoberhäupter und Beamte angerufen“, erklärte Ismail Haniyeh, „nämlich den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und den katarischen Emir Tamim Bin Hamad Al-Thani, die beide zugesagt haben, unser Volk in seinem Kampf gegen diese Pandemie zu unterstützen“, so Ismail Haniyya gegenüber dem in London ansässigen Nachrichtenportal Middle East Monitor. Haniyya fügte hinzu, dass die Türkei und Katar materielle und finanzielle Unterstützung zugesagt hätten. Im Falle Erdogans bedeute dies „alles“, was die Türkei zu tun vermag. Die Hamas gab bekannt, dass der Emir von Katar 150 Millionen Dollar für die Palästinenser im Rahmen ihrer Hilfsprogramme, einschließlich der von der UNRWA durchgeführten, zugesagt habe. Am Samstagabend gab das Gesundheitsministerium in Gaza bekannt, dass zwei Palästinenser positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Pakistan-Rückkehrer, die über den Rafah-Grenzübergang von Ägypten in den Gazastreifen einreisten, sind positiv getestet worden. „Glücklicherweise waren die beiden Infizierten seit ihrer Einreise in Quarantäne“, sagt Gerald Rockenschaub, Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die palästinensischen Gebiete. Er unterstützt derzeit das Hamas-Gesundheitsministerium in der Coronakrise mit medizinischem Rat. „Das Risiko, dass sich das Virus von ihnen weiter ausbreitet, ist minimal.“ Die beiden Infizierten befinden sich derzeit in einer Quarantänestation am Grenzübergang Rafah, berichtet die taz. Schulen, Märkte und Hallen für öffentliche Versammlungen wurden im Gazastreifen schon im Lauf der letzten zwei Wochen geschlossen.        

Corona-Pandemie
Corona-Krise: Zahl der Toten in der Türkei auf 44 gestiegen

Ankara – Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus (Covid-19) ist in der Türkei auf 44 gestiegen. Wie der Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstagabend auf Twitter mitteilte, seien in den letzten 24 Stunden insgesamt 3.952 Tests durchgeführt worden 343 Personen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit sei die Gesamtzahl der erfassten Infizierten auf 1.872 angestiegen, sagte Koca. An einem Tag seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Ankara hat bereits zahlreiche Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. Seit Sonntag ist eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und chronisch Kranke in Kraft, berichtet Onvista. Nach einer neuen Regelung des Innenministeriums wird zudem die Anzahl an Kunden, die gleichzeitig einen Supermarkt betreten dürfen, begrenzt. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind zudem nur noch 50 Prozent der zugelassenen Kapazität an Fahrgästen erlaubt.

Geschichte
Doku: Der türkische Reisepass – The Turkish Passport

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel „The Turkish Passport“, erzählt die Geschichte von Diplomaten der türkischen Botschaft und Konsulate in einigen europäischen Ländern, welche zahlreiche Juden während des 2. Weltkrieges gerettet haben. Ob sie sie aus den Lagern rausgebracht hatten oder von den Zügen, welche sie in die Konzentrationslager bringen sollten, retteten, die Diplomaten stellten sicher, dass Juden mit türkischer Staatsbürgerschaft oder anderen Ländern in die Türkei überführt wurden. Außer den Aussagen von Augenzeugen verwendeten die Macher von „The Turkish Passport“ auch schriftliche historische Dokumente und Archivmaterial aus europäischen und türkischen Archiven, um die Geschichte der Rettung von Juden zu erzählen und um Licht in die Ereignisse der damaligen Zeit zu bringen. Die Diplomaten retteten nicht nur das Leben der türkischen Juden. Sie retteten auch zahlreiche ausländische Juden, die zum Tode verurteilt waren, indem sie ihnen türkische Reisepässe gaben. In dieser dunklen Ära der Geschichte, erleuchteten die Taten der Diplomaten den sicheren Weg in die Türkei. In Interviews, welche mit überlebenden Juden gemacht wurden und Gesprächen mit Diplomaten oder ihrer Familienangehörigen, die das Leben dieser Juden retteten, zeigt dieser Film, dass „solange Menschen bereit sind zu handeln, das Böse nicht siegen kann.“ Der Film zeigt zunächst wie alles mit antisemitischer Propaganda begann. Während der Besetzung Europas breitete sich der Nationalsozialismus aus. Juden waren an öffentlichen Plätzen plötzlich nicht mehr erlaubt, sie waren gezwungen, einen Stern und einen „jüdischen“ Stempel zu tragen, was später ihr Schicksal in Konzentrationslagern besiegelte. Jeden Tag wurden die Juden aus ihren Häusern und von den Straßen abgeholt und in Konzentrationslager gebracht, wo sie gegen Kälte und Hunger kämpften und diejenigen, die diese Torturen überlebten, dann in die Gaskammern geschickt wurden. Vor diesem Hintergrund der Barbarei, versuchten türkische Diplomaten während ihres Dienstes in den europäischen Botschaften, Möglichkeiten zu finden, um diesen Menschen zu helfen. Wege zu finden, ein Funken Hoffnung bei den jüdischen Bürgern Europas zu erwecken. Nicht wenige türkische Juden die mittlerweile europäische Staatsbürgerschaften erlangt hatten, wurden festgehalten, in Lager gesteckt und für den Abtransport in die KZs gesammelt. In dieser Phase versuchten türkische Diplomaten, mit ihren Kontakten Juden zu befreien, in dem Sie vorgaben, türkische Juden zu sein. In Folge der erfolgreichen Versuche wurde jedoch die Unterdrückung und Verfolgung durch die Nazis verschärft. Diplomaten berichteten von immer schwereren Bedingungen und Schikanen, bis hin zu Verhaftungen von Juden und Türken mit regulären türkischen Pässen. Während dieser Zeit erhielten sehr viele Juden türkische Pässe und konnten so auf eigene Faust oder mithilfe der von den Diplomaten bereitgestellten Züge Europa verlassen. Insgesamt konnten so 12 Züge nach Istanbul organisiert und auf die Reise geschickt werden. Hier einige Aussagen von Augenzeugen dieser Zeit:
 
Louise Behar, die diese Ereignisse miterlebt hat:
Da wir den gelben Stern nicht trugen, konnten wir durch die Straßen ziehen. Dies erlaubte mir, die jüdischen Kindern, deren Mütter und Väter in Lager gechickt wurden, sie in Kinderschutzzentren zu bringen.
In den Worten von Arlette Bules, einer Augenzeugin:
Mein Vater war von den Deutschen verhaftet und in das Internierungslager Drancy gebracht worden. Meine Mutter ging sofort in die türkische Botschaft und bat um Hilfe und Rettung meines Vaters. Dank der Briefe durch den Botschafter, wurde mein Vater aus dem Lager entlassen.
Augenzeuge Albert Carel:
Ich glaube, gegen Ende 1943, erhielt unsere Familie Informationen, dass die Botschaft unsere Sicherheit in Frankreich nicht mehr garantieren können und uns in die Türkei schicken wolle. Fünf Wochen später schlossen wir uns einem Konvoi an und erreichten die Türkei. Jüdische Bürger und Juden, die Dokumente hatten wonach sie die Staatsbürgerschaft beantragt hatten, kamen am Ende einer 11-tägigen Reise der Hoffnung mit den Zügen in der Türkei an, die von der Botschaft zur Verfügung gestellt wurde. Für sie bedeutete es die Rettung vom Holocaust und die Wiedergeburt.
Bella Lustyk:
Meine Mutter und mein Vater hatte uns nie gesagt, das Sie Juden oder Türken sind. Ich war sehr erschrocken. Ich kann mich noch daran erinnern, unsere Bahn, die 5 Wagons hatte, hielt in Sofia an. Alles brannte lichterloh. Wir verbrachten einen Tag und eine Nacht dort. Keiner von uns wusste, was mit uns geschehen würde. Die Menschen, die für uns verantwortlich waren sagten, sie sind Deutsche wir Türken. Auf diese Weise konnten wir unsere Reise fortsetzen.
Ida Kohen erzählt:
Alle Orte, die wir während unserer Reise passierten waren dunkel, kalt, neblig und grau. Als wir am Ende unserer Reise in Istanbul ankamen, sah ich ein helles Licht.
Albert Barbouth erinnert sich:
Ich war in der Türkei wiedergeboren, als wir am 24. April 1944 in Istanbul ankamen. Ich bin Türke und Franzose. Nicht Franzose und Türke.
Bella Lustyk erzählt:
Rückblickend war es eine erstaunliche Sache. Unglaubliches Glück. Ich danke dir tausendmal. Dank Ihnen, habe ich diese Dokumente überlebt. Und niemand wird jemals sagen können, dass diese Ereignisse nicht stattgefunden haben. Ich wünsche Ihnen einen Platz im Buch der Wahrheiten, weil die Türkei das verdient hat.

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– The Lost Requiem – Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland gefeiert wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Corona-Pandemie
Corona-Krise: Italien wurde im Stich gelassen

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Italien hat weltweit die meisten Toten durch Corona-Pandemie zu beklagen. Die jetzt zur Schau gestellte europäische Solidarität darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, welche Enttäuschungen das Land bis dahin erfahren musste. Internationale Medien zufolge treffen in Italien aus Kuba, China und Russland Dutzende Ärzte ein, um die italienischen Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Um die Ausbreitung zu stoppen, laufen zudem Hilfslieferungen an Schutzmasken, Schutzkleidungen oder Beatmungsgeräten an. Vor Tagen sah das gegenwärtige solidarische Bild etwas anders aus. Frankreich und Deutschland blockierten in der Anfangsphase der italienischen Corona-Krise zunächst den Export von Schutzmasken, was sie auch konkret gegenüber der EU-Kommission zur Aussprache gebracht hatten, um Tage bis Wochen später die Exporte doch noch zu genehmigen. Die Antwort der EU-Kommission auf die Exportstopps Frankreichs und Deutschlands ließ nicht lange auf sich warten: „Die Mitgliedstaaten sind befugt, den freien Warenverkehr aus schwerwiegenden Gründen zu blockieren, und der Schutz der eigenen öffentlichen Gesundheit ist eine davon, aber die Maßnahmen müssen gerechtfertigt und verhältnismäßig und objektiv begründet sein.“ Tschechien und Polen beschlagnahmten derweil zuerst die Lieferungen an Schutzmasken aus China nach Italien, um sich Tage später zu entschuldigen und einige Chargen der Lieferungen durchwinken oder anderweitig auftreiben zu lassen. Deutschland oder die Türkei bauten unerklärlich weise bürokratische Hindernisse auf oder verzögerten die Zollabfertigungen, um erst auf Telefonate des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte hin, mit erheblichen Verzug die Abfertigungen doch zu genehmigen. In Krisenzeiten beweist sich zwar der Charakter, aber diese Krise ist weitaus komplexer, als es scheint. Die Corona-Pandemie war aber ein Gradmesser dafür, wie die Europäische Union selbst mit Krisen unter Mitgliedsstaaten umgeht: oftmals voreilig egoistisch, ignorant und sehr schwerfällig. Der niederländische Gesundheitsminister Bruno Bruins brachte es dann auch und gerade wegen der Versuche Frankreichs und Deutschlands, die Verbote zu rechtfertigen, auf den Punkt: „Das Exportverbot für diese Waren wird die europäische Solidarität gefährden.“ Der Präsident der italienischen Region Ligurien, Giovanni Toti (Forza Italia) sprach das auch aus, was viele Italiener jetzt über die Europäische Union Denken: „Danke an euch, dass ihr zuerst die Krise bewältigt habt und dass ihr jetzt, wo ihr diesen Kampf gewinnt, nicht zögert, uns die Hand zu reichen. Wenn alles vorbei ist, werden wir uns daran erinnern, wer da war… und wer nicht da war.“ Aber auch außerhalb der Europäischen Union ist die Meinung über die europäische Solidarität wenig bis gar nicht schmeichelhaft. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärte, „es war ein schönes Märchen.“ Das Land auf dem Westbalkan, das seit 2012 offiziell als EU-Beitrittskandidat gilt, fühlt sich vor allem jetzt von den Europäern im Stich gelassen. Bulgarien, ein EU-Land, das stellvertretend für die Gemeinschaft die EU-Außengrenze sichert, sah sich wie Italien ebenfalls im Stich gelassen. Bisher gelangten seit Anfang März nur 89.950 Einwegschutzanzüge aus der Türkei, 500.000 Handschuhe und 2.000 Einweganzüge aus Russland sowie 300.000 Schutzmasken aus Katar in das Land. Dabei versuchte Bulgarien nur, den kurzfristigen Engpass zu kompensieren, bis inländische Unternehmen die Produktionsabläufe abändern und selbst den Bedarf des Landes an Schutzmasken und Schutzanzügen decken können. Manche Beobachter in der EU äußern nun angesichts der asolidarischen Haltung manch europäischer Länder die Befürchtung, dass Peking, Moskau oder Ankara jetzt die Chance nutzen könnten, einen Keil in die EU zu treiben. Die Frage würde sich eigentlich erübrigen, wenn die Wertegemeinschaft bei der Eindämmung der Pandemie einander unbürokratisch und schnell geholfen hätte. Den Zusammenhalt in der EU haben aber ausgerechnet jene Länder aufs Spiel gesetzt, die diese Wertegemeinschaft aufgebaut haben und eigentlich repräsentieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Corona-Pandemie
Corona: Bis zu 200.000 Menschen in häuslicher Pflege nicht versorgt

Pflegeforscher Isfort: Krankenhäuser und Pflegeheime können diese Personen nicht aufnehmen. Der „Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V.“, VHBP, rechnet nach „Report Mainz“-Recherchen kurzfristig mit einem Versorgungsnotstand, wenn osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland fehlen. Hintergrund ist: Viele osteuropäische Betreuungskräfte verlassen wegen der Corona-Krise aus Angst Deutschland, wenige Osteuropäerinnen kommen derzeit aber als Ersatz nach. Auch Wartezeiten von bis zu 15 Stunden an der Grenze schrecken ab. „Wir rechnen damit, dass ab Ostern 100.000 bis 200.000 Menschen schrittweise nicht mehr versorgt sind, dass sie alleine zuhause bleiben und dass sie dann in Altenheimen oder Kliniken versorgt werden müssen. Zusätzlich versorgt werden müssen zudem Menschen, die sowieso jetzt schon in Altenheimen und Kliniken versorgt werden“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Frederic Seebohm im Interview mit dem ARD Politikmagazin. Krankenhäuser können die Pflegebedürftigen nicht aufnehmen Zu den vom VHBP genannten Zahlen sagte der Kölner Pflegeforscher Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung: „Die Krankenhäuser können diese Personen nicht aufnehmen, weil sie die Plätze für Erkrankte brauchen. Die Pflegeheime sind voll, das heißt, dort können auch momentan nicht ad hoc tausende zusätzliche pflegebedürftige Menschen aufgenommen werden. Das heißt, momentan weiß man nicht, wie so etwas bewerkstelligt werden sollte.“ Auf Anfrage von „Report Mainz“ nahm das Bundesgesundheitsministerium zu den Zahlen keine Stellung. Problemlage Schwarzarbeit Derzeit sind nach Schätzung des VHBP rund 300.000 osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland tätig. 90 Prozent von ihnen, also ca. 270.000, arbeiten schwarz. „Die Betreuungskräfte sind und waren immer schon systemrelevant, und dabei spielt es keine Rolle, ob sie legal oder illegal beschäftigt sind. Sie sind einfach als Personen hier in Deutschland systemrelevant, weil nur sie stabilisieren das Versorgungssystem der Pflegebedürftigkeit“, sagte Pflegeforscher Michael Isfort im „Report Mainz“-Interview. Daher fordert VHBP-Geschäftsführer Seebohm die Bundesregierung auf: „Wir brauchen für die Betreuungspersonen eine Passiermöglichkeit, dass sie die Grenze überqueren können. Das bedeutet eine Registrierungspflicht für diese Betreuungspersonen, damit man weiß, wer kommt.“ Virenschleuder Bus Bisher kamen die Betreuungskräfte vor allem mit Bussen. Doch Reisebusreisen sind in Deutschland jetzt verboten. Deshalb werde laut VHBP der Transport auf Kleinbusse oder Autos mit fünf Personen verlagert. „Das ist ein gewaltiges Infektionsrisiko für Betreuungskräfte, die die Hochrisikogruppe Pflegebedürftige versorgen. Gerade die vielen illegalen Betreuungskräfte, die nicht durch Agenturen betreut und transportiert werden, brauchen Fahrten ohne Infektionsrisiko, z. B. Einzeltaxis vom Wohnort bis zum Auftragsort, mit Fahrerwechsel an der Grenze“, sagte VHBP Geschäftsführer Seebohm gegenüber „Report Mainz“. Der VHBP ist der größte Branchenverband und vertritt über Vermittlungsagenturen rund ein Drittel der legal in Deutschland tätigen Betreuungspersonen.

Corona-Pandemie
Verbraucherschützer: Staat soll für Kundengelder bei Tourismusbranche einspringen

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Düsseldorf – Nachdem die Tourismusunternehmen alle Urlaubsreisen über Ostern storniert haben, befürchtet der Verbraucherzentralen-Bundesverband (VZBV) eine Pleitewelle in der Reiseindustrie, weil Kundengelder zurückgezahlt werden müssen. Um diese Gelder und die Unternehmen zu retten, solle der Bund einen Kundengelder-Absicherungsfonds gründen. Das fordert VZBV-Chef Klaus Müller in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Der Fonds solle Ansprüche der Kunden mit Bundesmitteln auszahlen, ohne dass die Kasse der Unternehmen geleert würde. „Dann können Zahlungen erstattet werden, ohne die Reisebranche in die Insolvenz zu treiben“, sagt Müller. „Das ist auch im Interesse der Kunden, damit es dauerhaft ein breites Angebot gibt und die gesamte Volkswirtschaft sich stabilisiert.“ Müller hätte zwar nichts dagegen, wenn den Kunden Gutscheine für spätere Reisen angeboten werden, doch es dürfe keinen Zwang geben, diese anzunehmen: „Es gibt viele Menschen, die brauchen das Geld einfach, weil sie beispielsweise als Selbstständige aktuell fast nichts verdienen oder weil sie in Kurzarbeit müssen. Darum muss es das Recht geben, dass der Absicherungsfonds das Geld direkt erstattet.“