Brexit
Großbritannien und Türkei „kurz vor“ Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens

London – Die Türkei und Großbritannien stehen kurz davor ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Gespräch mit der in London ansässigen Wirtschaftszeitung Financial Times mit, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern „liefen sehr gut“. Cavusoglu besuchte am Mittwoch London, um Gespräche mit Premierminister Boris Johnson und Außenminister Dominic Raab zu führen. Financial Times betonte, dass Großbritannien mit einem Handelsvolumen von 18,8 Milliarden Pfund (fast 21 Milliarden Euro) nach Deutschland der zweitgrößte Handelspartner der Türkei ist und mehr als 2.500 britische Unternehmen in der Türkei tätig sind, darunter BP, Shell, Vodafone, Unilever, BAE Systems, HSBC, Aviva und Diageo, berichtet Anadolu weiter. Die Handelsgespräche zwischen der Türkei und Großbritannien haben nach dem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU am 31. Dezember 2019 an Fahrt gewonnen. „Wir haben uns bereits mit Großbritannien darauf geeinigt, dass wir in der Zeit nach Brexit unseren bilateralen Handel ausweiten werden; in Bezug auf das Volumen haben wir uns ein Ziel von 20 Milliarden Dollar [bilateraler Handel] gesetzt“, sagte Cavusoglu. Handelsminister Ranil Jayawardena werde in der kommenden Woche seinen türkischen Amtskollegen zu Gesprächen treffen. In einem Briefing mit türkischen Reportern betonte er, dass die Türkei und Großbritannien nach dem Brexit in vielen Bereichen zusammenarbeiten würden, und fügte hinzu, dass „selbst wenn Großbritannien aus der EU austreten sollte, wird es weiterhin einer der wichtigsten Länder des europäischen Kontinents sein“.

Zum Thema

– Zeit nach Brexit – Türkei und Großbritannien wollen Gespräche für ein Freihandelsabkommen intensivieren

Die Türkei und Großbritannien werden die Gespräche über das geplante bilaterale Freihandelsabkommen sehr bald intensivieren, so der britische Botschafter in der Türkei, Dominick Chilcott, gegenüber Medien.

Türkei und Großbritannien wollen Gespräche für ein Freihandelsabkommen intensivieren
   

Corona-Krise
Lauterbach fordert Testpflicht für Flugpassagiere aus Mallorca

Düsseldorf – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der Bilder vom sogenannten Ballermann Mallorca als Corona-Risikogebiet bezeichnet und eine Testpflicht für alle Flugpassagiere nach dem Rückflug gefordert. „Was sich auf Mallorca und in anderen Ländern abspielt, kann eine zweite Welle in Deutschland auslösen“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Mallorca sehe ich nach den Bildern vom Ballermann als Risikogebiet.“ Deutschland solle eine Testpflicht für Urlauber aus solchen Risikogebieten einführen, sagte Lauterbach. „Denkbar wäre: An Flughäfen müssten die Passagiere ihre Personalien hinterlegen und binnen weniger Tage einen Corona-Test nachweisen.“ Nur so könnten die Behörden schnell genug mitbekommen, ob Urlauber nicht das Virus nach Deutschland einschleppen, sagte der Gesundheitsexperte. Er rief die Bundesregierung dazu auf, sich für eine Änderung der Abstandsregeln in Flugzeugen einzusetzen. „Es kann nicht sein, dass wir uns mit den schlechten Konzepten der EU für Flugreisende einfach so abfinden. Die Bundesregierung sollte sich dringend dafür einsetzen, dass ein Platz zwischen Flugpassagieren frei bleiben muss“, sagte Lauterbach. Die beste Filteranlage im Flugzeug helfe nicht, wenn man neben einem Infizierten sitze.

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– Die Wollnys – Silvia Wollny: Vielleicht wandere ich in die Türkei aus

Die Wollnys aus der gleichnamigen RTL II Pseudo-Doku lassen es sich derzeit in der Türkei gut gehen und teilen Videos und Bilder von ihrem Urlaub auf Instagram.

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Balkan
Kommentar: Der Völkermord von Srebrenica hätte verhindert werden können

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Der Völkermord von Srebrenica 1995 Vor 25. Jahren, am 11. Juli 1995 eroberten serbische Einheiten die bosnische Stadt Srebrenica, in dem sich eine von den Vereinten Nationen (UN) eingerichtete Schutzzone befand, die von UN-Blauhelmsoldaten überwacht wurde. Durch den Ausbruch der Kriege in Kroatien und Slowenien 1991 und der darauffolgenden Unabhängigkeitserklärung der beiden Teilrepubliken, begann der Zerfall Gesamtjugoslawiens. Im Anschluss erklärte sich auch Mazedonien für unabhängig. Diesem Schritt wollte auch Bosnien-Herzegowina folgen, in dem bosnische Muslime, römisch-katholische Kroaten und orthodoxe Serben bis dahin zusammengelebt hatten. Die politischen Vertreter der bosnischen Serben wollten dies nicht akzeptieren und strebten einen Anschluss an Serbien an. Es begann ein grausamer Krieg um Bosnien. Die bosnischen Serben wollten den Großteil von Bosnien-Herzegowina erobern. Um die bosnischen Muslime zu schützen, richteten die Vereinten Nationen über das Land verteilt Schutzzonen ein. Die niederländischen UN-Soldaten, die für die Schutzzone verantwortlich waren, leisteten gegen die heranrückenden serbischen Truppen keinen Widerstand. Nach der Einnahme der Schutzzone durch die serbisch-bosnische Armee, gingen Bilder um die Welt, bei dem der ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladic mit dem Kommandeur der dortigen niederländischen UN-Soldaten, Tom Karremans, mit Schnapsgläsern anstieß. Es vergingen kaum 48 Stunden, als serbische Soldaten damit begannen die im und um das Lager von Srebrenica ausharrenden muslimischen Männer, Frauen und Kinder voneinander zu trennen. Zuvor hatte der 2017 vom UN-Kriegsverbrechertribunal zu lebenslanger Haft verurteilte ehemalige Armeechef in einem Lager bei Potocari, in dem sich etwa 20.000 bosnische Muslime aufhielten, diesen versichert, dass sie nichts zu befürchten hätten, was gelogen war. Die Frauen und Kinder wurden in Bussen und LKWs vom Ort des Grauens abtransportiert. Die serbischen Milizen brachten mit Lastwagen etwa 7.000-8.000 Männer nach Bratunac, wo diese zwischen dem 14. und 17. Juli 1995 von diesen ermordet wurden. Der Völkermord von Srebrenica ist eines der schlimmsten Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und ist eine Schande für Europa und die internationale Staatengemeinschaft. Hätte dieser Völkermord an den bosnischen Muslimen damals verhindert werden können? Ja, man hätte militärisch intervenieren können, denn zur damaligen Zeit kreuzten in der Adria drei Flugzeugträger (die jeweils den USA, Frankreich und Großbritannien gehörten), die mit Kampfflugzeugen ausgestattet ohne große Schwierigkeiten die serbischen Einheiten hätten aufhalten können. Insbesondere die europäischen Staaten und die USA, die die Menschenrechte als Grundrecht immer und immer wieder anderen Staaten wie einen Spiegel vorhalten und Belehrungen aussprechen, haben beim Völkermord an den bosnischen Muslimen grenzenlos versagt, weil man die serbischen Mordkommandos gewähren ließ und nichts dagegen unternahm. Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Srebrenica!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Balkan – Kosovo: Das Massaker von Ljubenic

Am 1. April 1999 ereignete sich in einem Dorf nahe Peja im Westen des Kosovo eines der schlimmsten Massaker des damaligen Krieges.

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Türkei
Istanbul: Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden

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Ankara – Istanbuls Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden. Ein Gericht hat eine Kabinettsentscheidung von 1934, die aus der zuvor als Moschee geführten Hagia Sophia ein Museum machte, für ungültig erklärt. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat den Status eines Museums aberkannt. Stattdessen kann der Kuppelbau, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, für muslimische Gottesdienste genutzt werden, hieß es in der Gerichtsentscheidung, berichtet die Tagesschau unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Anadolu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte die Meldungen und kündigte umgehend die Öffnung für muslimische Gebete an. Die Leitung der ehemaligen Kirche werde zudem der Religionsbehörde übergeben, steht in einem von Erdogan unterschriebenen Beschluss, den er auf Twitter teilte. Wie Tagesschau unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur Interfax weiter berichtet, habe Wladimir Legoida vom Moskauer Patriarchat die Entscheidung kritisiert. „Die Sorgen von Millionen von Christen wurden nicht gehört. Die Gerichtsentscheidung zeigt, dass alle Forderungen nach Zurückhaltung ignoriert wurden“, zitiert Tagesschau den Geistlichen. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.  

Rechtsextremismus
Kuhle fordert europäischen Rechtsextremismus-Gipfel

Osnabrück – Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Konstantin Kuhle, hat nach der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts in Berlin einen „europäischen Rechtsextremismus-Gipfel“ gefordert. „Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht müssen während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu einem europäischen Rechtsextremismus-Gipfel einladen. Innenpolitischer Sprecher sieht „europaweites Problem“ und fordert abgestimmtes Konzept Der Attentäter von Hanau, der in der Slowakei Schießtrainings absolviert hat, oder deutsche Rechtsextremisten, die für Krawalle nach Griechenland gereist sind, zeigen, dass Rechtsextremismus längst ein europaweites Problem ist“, sagte Kuhle der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Strukturen zerschlagen“ Die deutsche Ratspräsidentschaft muss seiner Ansicht nach genutzt werden, „um das Problem mit der nötigen politischen Schlagkraft anzugehen“. „Am Ende muss ein europaweit abgestimmtes Konzept zum Kampf gegen rechtsextremistische Strömungen stehen, das die vernetzten Strukturen zerschlägt“, sagte Kuhle. Kuhle: Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Rechtsextremismus noch nicht ausreichend ausgestattet FDP-Innenpolitiker dringt auf besseren Informationsaustausch zwischen Nachrichtendiensten und Polizei. Kuhle hält die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Rechtsextremismus noch nicht für schlagkräftig genug. „Das Gefährderbewertungssystem RADAR-rechts des Bundeskriminalamtes soll beispielsweise erst 2022 fertig sein. Das ist deutlich zu spät. Hier ist auch das Bundesamt für Verfassungsschutz gefragt, indem es durch seine Erkenntnisse auf die angespannte Sicherheitslage aufmerksam macht“, sagte Kuhle der NOZ anlässlich der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts. Kuhle weist darauf hin, dass zum Zweck des Informationsaustauschs zwischen Nachrichtendiensten und Polizei im Bereich des Rechtsextremismus seit 2012 das Gemeinsame Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ) existiert. „Diese Einrichtung muss – ebenso wie das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus – endlich auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden, damit der Informationsaustausch verlässlich erfolgt. Deutschland kann sich angesichts der extremistischen Bedrohungen kein reines Nebeneinander der Sicherheitsbehörden erlauben“, sagte Kuhle.

Bundeswehr
Wehrpflicht: „Armee ist professioneller ohne sie“

Bundeswehrverbandschef André Wüstner hält den Vorschlag der neuen Wehrbeauftragten der Bundeswehr, Eva Högl (SPD), zur Wiedereinführung der Wehrpflicht für unangebracht und abwegig. „Die alte Wehrpflicht passt nicht mehr zu den neuen Anforderungen an die Truppe“, sagte Wüstner der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ . Den heutigen Herausforderungen könne ohne Wehrpflicht gut begegnet werden – „in Sachen Professionalität sogar besser als mit ihr“. Es gebe aktuell keine sicherheitspolitische Herleitung zur Wiedereinführung des Pflichtdienstes. Außerdem: „Mit Wehrerfassung, Ausbildungsstrukturen und der Infrastruktur für neue Kasernen sind wir sicherlich im Milliardenbereich. Und aktuell haben wir weder die Kapazitäten, noch das Geld oder die Zeit dafür“, sagte Wüstner. Deutschland sei sehr unüberlegt aus der Wehrpflicht ausgestiegen. „Heute wäre es genauso unüberlegt, spontan wieder einzusteigen.“ Bundeswehrverband sieht deutsche Truppe vor Zusammenbruch durch Überlastung Die deutschen Soldaten sind nach Angaben von Wüstner mit ihren Aufgaben derart überlastet, dass der Truppe der Zusammenbruch droht. „Wenn immer neue Aufgaben zusätzlich zu den laufenden Missionen im Krisen- und Konfliktmanagement oder im Bündnis hinzukämen, „droht die Bundeswehr zu implodieren“, sagte Wüstner der „Rheinischen Post“. Außerdem gebe es einen immensen Stau bei der Modernisierung der Waffensysteme, der in nicht allzu ferner Zukunft zu einem „Shutdown“ der Streitkräfte führen könne. Der politische Anspruch an die Bundeswehr decke sich in keiner Weise mit ihrer Größe und materiellen Ausstattung. „Wir haben eine Situation der Überlastung: Eine zu kleine Truppe hat zu viele Aufgaben zu bewältigen.“ Wenn die Zeit zur Regeneration und Verarbeitung des Erlebten zwischen Auslandseinsätzen fehle, gebe es einen Fehler im System. Das müsse Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beheben.

Gesundheit
Studie: Fasten verlängert „gesunde Lebensspanne“

ÜberlingenFasten, besonders das intermittierende Fasten, wird aktuell in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen thematisiert. Der jüngst in der Fachzeitschrift Annals of Medicine erschienene Review „Unravelling the health effects of fasting: a long road from obesity treatment to healthy life span increase and improved cognition“ geht detailliert auf die positiven Auswirkungen des Fastens bei Tieren und Menschen ein. Der Fokus wird dabei vor allem auf das längerfristige Fasten (5, 10, 15, 20 Tage oder mehr) gelegt, wie es in den Buchinger Wilhelmi-Kliniken praktiziert wird. Der Schlüsselmechanismus des Fastens ist die Umstellung des Stoffwechsels von der Verwertung der durch Mahlzeiten zugeführten Glukose zur Nutzung von Ketonkörpern und körpereigenen Fettdepots. Diese Umstellung geht einher mit einer Umschaltung in dem, in den menschlichen Genen verankerten, Programm: Genetische Signalwege werden entweder deaktiviert oder aktiviert, um den Fastenmodus in Gang zu setzen, wenn mehr als 12 bis 16 Stunden keine Nahrung aufgenommen wird. Exemplarisch ist hier der mTOR-Signalweg zu nennen, der durch das Fasten deaktiviert wird. Dadurch werden Zellwachstum und Zellteilung gehemmt, die z.B. die Entstehung von Krebs begünstigen. Fasten kann also mehr leisten, als lediglich zur Gewichtsreduktion und zur Normalisierung des Fett- und Glukosestoffwechsels beizutragen. Zu den neu erkannten positiven Wirkungen bei Normal- und Übergewichtigen gehören
  • – die Verlängerung der gesunden Lebensspanne,
  • – die Verminderung entzündlicher Prozesse und
  • – die Aktivierung der Autophagie, durch die sich Gewebezellen und Zellstrukturen regenerieren können,
  • – sowie eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten.
Ein wichtiger Teil des Reviews beschäftigt sich mit der Klassifikation verschiedener Fastenformen und restriktiver Ernährungsstrategien. Der Review gibt einen Überblick über die neuesten internationalen Publikationen sowie über ältere Publikationen, z.B. aus den 1960er- bis 1970er-Jahren, als die Nulldiät als eine (extreme) Form des Fastens über Wochen und Monate zur Gewichtsreduktion bei massiv übergewichtigen Menschen angewandt wurde. Regelmäßiges längerfristiges Fasten in Kombination mit intermittierendem Fasten oder time restricted eating (Begrenzung der Essenszeiten)könnte zum Bestandteil eines neuen medizinischen Paradigmas zur Prävention und Behandlung von altersbedingten Krankheiten werden. An der vorliegenden Arbeit waren Wissenschaftler der Klinik Buchinger Wilhelmi, der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Dyslipidemie Zentrum in Mailand sowie der Universität Mailand beteiligt. Wilhelmi de Toledo, F.; Grundler, F.; Sirtori, C.R.; Ruscica, M.: Unravelling the health effects of fasting: a long road from obesity treatment to healthy life span increase and improved cognition. Annals of Medicine, 2020

Gesundheit
Apothekerin rät: Schürfwunden richtig versorgen

Auf Asphalt ausgerutscht, an einer rauen Fläche entlanggeschrammt: Eine Schürfwunde kann ordentlich brennen oder auch bluten. Selbst wenn nur die oberste Hautschicht verletzt und die Wunde meist harmlos ist, sollten Schürfwunden richtig versorgt werden, rät Cynthia Milz, Apothekerin aus Kulmbach und Vorstand der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V., im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Kleine Wunden am besten an der Luft heilen lassen Verschmutzte Wunden sollten am besten mit Leitungswasser gereinigt werden – Mineralwasser mit Kohlensäure eignet sich auch, weil es keimarm ist. Antiseptisches Spray oder Gel nach dem Reinigen und Trocknen kann helfen, die Heilung zu beschleunigen. Eine kleine Wunde lässt man am besten an der Luft heilen. Luftdurchlässiges Pflaster verhindert, dass die Wunde mit der Kleidung verklebt. Das neue Gewebe einer frisch verheilten Schürfwunde sollte vor Sonnenstrahlung geschützt werden, so Apothekerin Milz. Diabetiker können Schürfwunden leicht übersehen Ist die Wundfläche sehr groß, befindet sich am Kopf, blutet stark, eitert oder heilt schlecht, sollte man zum Arzt gehen – dieser kann zudem feststellen, ob eine Tetanusimpfung ratsam wäre. Diabetiker sollten ihre Füße jeden Abend auf Wunden untersuchen. Da bei diabetesbedingten Nerven- und Gefäßschäden die Schmerzwahrnehmung gestört ist, kann eine Schürfwunde leicht übersehen werden, warnt Cynthia Milz.

Wahlen in Polen
Patzelt wirbt für Dialog zwischen Polen und Deutschland

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Der ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Patzelt (CDU), wirbt dafür, Verstimmungen im deutsch-polnischen Verhältnis offen anzusprechen. Hintergrund sind Vorwürfe der polnischen Regierung, Deutschland nehme über die Medien Einfluss auf den Wahlkampf in Polen. Am Sonntag wird dort in einer Stichwahl über den neuen Präsidenten abgestimmt. Patzelt, der Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag ist, sagte dazu am Freitag im Inforadio vom rbb: „Ich halte diese Kontroverse vielleicht sogar ein bisschen für positiv, dass wir auch den Polen noch mal deutlich machen, was wir von Pressefreiheit halten. Da kommt ja das Missverständnis zum Ausdruck oder auch der manipulative Charakter, der eigentlich von der Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit) ausgeht, dass wir einen solchen Einfluss auf unsere Presse nehmen könnten und wollten. Das wollen wir nicht, das ist Pressefreiheit, das steht in unserem Grundgesetz, und insofern ist die Kontroverse vielleicht hilfreich zur Aufklärung.“ Patzelt forderte auch dazu auf, offen über das strittige Thema Reparationszahlungen zu sprechen: „Auch die Reparationsforderungen sind erst mal verständlich, also sie kommen ja aus einem bestimmten Verständnis den Deutschen gegenüber und unserer Schuld, die wir im Zweiten Weltkrieg auf uns geladen haben. Aber darüber muss man ganz sachlich reden über das, was möglich ist und was nicht möglich ist, was angemessen ist und was nicht angemessen ist.“

Stern-Recherche
Hamburger Firma bestreitet jede Beteiligung an Waffenschmuggel für die Türkei

Eine Hamburger Speditionsfirma mit Verbindungen in den Libanon hat jetzt kategorisch bestritten, mit möglichen Waffenlieferungen an die Türkei zu tun gehabt zu haben. Man habe bereits im Jahr 2015 „sämtliche Geschäftsbeziehung“ zu der libanesischen Abou-Merhi-Gruppe beendet, erklärte ein Anwalt im Namen der in Hamburg ansässigen AML Ship Management GmbH auf Anfrage des stern. Der Verdacht der Waffenlieferungen bezieht sich auf die mit der libanesischen Abou-Merhi-Gruppe verbundenen Frachtschiffe „Bana“ und „Single Eagle“, die ansonsten Gebrauchtwagen zwischen Europa und dem Nahen Osten verschiffen. Die „Bana“ wurde im Februar von den Behörden im italienischen Genua festgesetzt und durchsucht. Laut Aussagen von Seeleuten soll sie Ende Januar türkische Waffen, darunter Panzerhaubitzen und Daimler-Militärfahrzeuge nach Libyen gebracht haben, unter Bruch eines UN-Waffenembargos. Laut Vernehmungsprotokollen, die dem stern und „Report München“ vorliegen, soll die „Bana“ zuvor in der Vergangenheit bereits zwei- oder dreimal weitere Rüstungsgüter aus der Türkei nach Libyen gebracht haben. Die „Single Eagle“ und eine mögliche Rolle der Hamburger Firma wurden jetzt in einem Bericht des Recherchebüros „Open Facto“ thematisiert. Eine Fahrt der „Single Eagle“ und geplante Zwischenstationen in Libyen hatte ein Geschäftsführer der AML Ship Management GmbH in Hamburg im Januar auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Heute lässt sein Anwalt erklären, dass die Hamburger Firma als „reine Frachtagentin“ Fahrten von Schiffen wie der „Single Eagle“ angekündigt habe. Man habe nun „gleichwohl aufgrund der im Raum stehenden Verdachtsmomente die Zusammenarbeit mit der Reederei der ‚Single Eagle‘, der African Mediterranean Lines, eingestellt“. Die AML Ship Management sei überdies „kein deutscher Ableger der AML Gruppe des Merhi Ali Abou Merhi“ und sei dies auch „niemals“ gewesen. Im Oktober 2015 hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen mehrere Angehörige und Firmen der Abou-Merhi-Familie verhängt. Auf der Liste standen damals auch zwei Personen mit deutschem Pass, außerdem die inzwischen aufgelöste Hamburger Firma Abou Merhi Linienagentur GmbH sowie der Gründer der AML Ship Management GmbH. Die US-Behörden hatten den Clan im Verdacht, der Hisbollah beim Drogentransport geholfen zu haben. Den Vorwurf ließen die Behörden aber dann offenbar wieder fallen.