SEECP
Türkei: Erdogan fordert EU-Beitritt

Antalya – „Es ist unmöglich, dass die EU ohne eine Vollmitgliedschaft der Türkei, ihr Ziel, ein Machtzentrum und Anziehungsmagnet zu werden, erreicht“, sagte der türkische Staatschef in seiner Eröffnungsrede beim Gipfel des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (SEECP) in Antalya am Donnerstag. „Wir wollen, dass die Bemühungen, die wir seit einem halben Jahrhundert trotz aller Ungerechtigkeiten geduldig und beharrlich für eine Vollmitgliedschaft unternommen haben, zum Tragen kommen. Wir erwarten von der Union, dass sie die strategische Blindheit, in die sie verfallen ist, sofort ablegt und den Beitrittsprozess mit einer positiven Agenda vorantreibt“, so Recep Tayyip Erdogan weiter. Erdogan lobte in seiner Rede die Entscheidung der EU, Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien zu beginnen. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung. Es sei jedoch ein „großes Manko, dass die Entscheidung noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt“ worden sei. Die Türkei hoffe, so Erdogan weiter, dass die Europäische Union auch Bosnien- Herzegowina und den Kosovo weiterhin unterstütze und die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro und Serbien erfolgreich abschließen werde. Versuche, den Westbalkan im Integrationsprozess künstlich von der Türkei zu trennen, seien mit gemeinsamen Werten nicht zu vereinbaren, sagte Erdogan. 25 Jahre SEECP In seiner Eröffnungsrede des Gipfels wies Erdogan zudem darauf hin, dass der SEECP 1996 ins Leben gerufen wurde, um ein Umfeld des Friedens, der Sicherheit und der Stabilität in Südosteuropa auf einer soliden Grundlage zu schaffen. Der Südosteuropäische Kooperationsprozess wurde 1996 auf Initiative Bulgariens als Regionalinitiative zur politischen Koordinierung der Zusammenarbeit in Südosteuropa gegründet. Organ des SEECP ist der Regionale Kooperationsrat (engl. Regional Cooperation Council, RCC), der am 27. Februar 2008 ins Leben gerufen wurde. Das Ziel des Rates ist es, die Zusammenarbeit unter den Ländern zu fördern und als einheitliches Sprachrohr der Region zur Welt zu dienen. Zu den Mitgliedsstaaten gehören Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Moldau. Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Türkei. Kampf gegen den Terrorismus Erdogan betonte auch die Bereitschaft der Türkei zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus: „Wir sind immer bereit, Erfahrungen und Wissen mit Ländern der Region im Kampf gegen alle Formen des Terrorismus zu teilen.“ Zur Frage der irregulären Migration sagte er: „Als südosteuropäische Länder haben wir nicht den Luxus, gleichgültig gegenüber irregulären Migrationsströmen zu sein.“ Die Türkei sei derzeit ein sicherer Hafen für mehr als 4 Millionen Flüchtlinge, von denen 3,7 Millionen Syrer seien, sagte er und fügte hinzu: „Wir bieten 9 Millionen Menschen Hilfe und Schutz, darunter auch Binnenflüchtlingen in Syrien.“ „Leider bekommen wir nicht die notwendige Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf die irreguläre Migration und den Schutz der unterdrückten Syrer“, sagte er.

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– Ljubljana – Slowenien für EU-Beitritt der Türkei

Der slowenische Außenminister Anze Logar hat zugesagt, eine konstruktive Rolle für die Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union zu spielen.

Slowenien für EU-Beitritt der Türkei
 

Wasserknappheit
Bauernpräsident fordert Priorisierung der Landwirtschaft bei Wasserversorgung

Osnabrück – Anhaltende Trockenheit macht den Landwirten in Deutschland auch in diesem Jahr zu schaffen. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied, das feuchte Frühjahr sei im Großen und Ganzen zwar gut gewesen für die Landwirtschaft. „Aber einzelne Regionen leiden bereits wieder. Dort hat es nicht genügend geregnet, und die Lage ist daher teilweise kritisch“, sagte Rukwied. Der Bauernpräsident forderte bei Wasserknappheit Vorrang für die Lebensmittelerzeugung: „Landwirtschaft muss Vorrang vor der Bewässerung des heimischen Rasens haben, wir brauchen die Priorisierung.“ In den zurückliegenden Sommern hatten bundesweit Landwirte unter wochenlanger Trockenheit gelitten. Behörden hatten als Reaktion auf die Dürre das Anzapfen von Grundwasser und Oberflächengewässern teilweise eingeschränkt. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung weist aktuell für weite Teile Ostdeutschlands ausgetrocknete Böden bis in tiefere Schichten auf. Sogenanntes pflanzenverfügbares Wasser fehlt im Osten, aber auch in weiten Teilen Westdeutschlands.

Antisemitismus
Innenministerkonferenz: Reul lobt neue Statistik zu antisemitischen Tätern

Düsseldorf – Antisemitische Straftaten sollen künftig genauer den Tätergruppen zugeordnet werden. Darauf hat sich die Innenminister-Konferenz am Freitag verständigt. „Eine zielgerichtete Bekämpfung erfordert eine bundesweit einheitliche, präzisere Erfassung und Zuordnung der Motivationslage“, heißt es in dem Beschluss, der der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vorliegt. Die Initiative hatten Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ergriffen. „Ich freue mich über die heutige Einigung, denn es ist völlig klar, dass wir beim Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland mehr tun müssen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind präzise Daten und eine ehrliche Analyse“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der WAZ. Bislang werden antisemitische Straftaten in der Kriminalitätsstatistik als „Phänomenbereich Rechts“ erfasst. Künftig soll untergliedert werden zwischen Tatverdächtigen aus der rechtsextremen, linksextremen oder islamistischen Szene. Die Präzisierung gilt als Konsequenz aus den antisemitischen Aufmärschen im Mai unter anderem vor der Synagoge in Gelsenkirchen. Im Zusammenhang mit der Eskalation des Nahost-Konflikts hatten sich vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund mit Juden-Hass hervorgetan. Künftig wollen die Innenminister ein „Sonderlagebild“ zu antisemitischen Vorfällen in Deutschland erstellen lassen. „Mit einem Sonderlagebild gewinnen wir neue Erkenntnisse über die jeweilige Motivation der Täter. Und in der Statistik kommen wir zu mehr Ehrlichkeit bei der Frage, ob es sich um rechten, linken oder zugewanderten Antisemitismus handelt“, lobte Reul den Beschluss.

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– Selahattin Ülkümen – Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.

Selahattin Ülkümen Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.

Ukraine
Selenskyj: „Mächtigste Armee Europas“

Kiew – „Die Ukraine wird gezwungen sein, die mächtigste Armee in Europa zu schaffen, wenn der Westen es Kiew überlässt, die Probleme im Zusammenhang mit der Situation im Donbas selbst zu lösen“, so Ukraines Staatschef Wolodymyr Selenskyj in einem Interview am Mittwoch. „Jeder sollte verstehen, dass ein anderes Land an unserer Stelle sein könnte. Wenn die Ukraine dieses globale Problem selbst löst, werden wir keine andere Wahl haben als eine starke, die mächtigste Armee in Europa in Bezug auf Ausrüstung und Truppen aufzubauen. Das würden wir tun müssen, einfach alles in unserer Macht nutzen. Eine Menge menschliches Potenzial, eine Menge talentierter Menschen“, betonte Selenskyj. Das Problem in der Ostukraine sei „das Problem von ganz Europa“. „Die westlichen Länder müssen verstehen, dass der Krieg in der Ukraine, an der Grenze oder in den vorübergehend besetzten Gebieten das erste Signal dafür ist, wo er morgen ausbrechen kann und an wessen Grenze. Es ist ein Krieg in Europa, aber es sterben Ukrainer“, sagte er. Bereits im vergangenen Dezember sagte Selenskyj, dass im Falle eines Angriffs seitens Russland auf sein Land jeder Ukrainer kämpfen würde. In so einer Situation würde jeder mobilisiert werden, sowohl Männer als auch Frauen, betonte der ukrainische Staatschef. „Haben Sie jemals darüber nachgedacht, dass Russland die Ukraine erneut angreifen könnte, aber diesmal von der anderen Seite? Zum Beispiel von der Krim“, zitiert Focus den ukrainischen Staatschef „Das wäre eine schreckliche Situation, ich möchte sie mir gar nicht vorstellen. Ich bin dagegen“, so Selenskyj. In so einem Fall, werde man jedoch nicht flüchten, alle würden kämpfen.
Jeder würde mobilisiert werden – sowohl Männer als auch Frauen. Es wäre für die ukrainische Bevölkerung sehr schlecht und Russland weiß das auch sehr gut.
Starkes Parlament zuerst: Russische Diplomatin kommentiert Ukraine-Pläne für „mächtigste Armee“ Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat der ukrainischen Führung geraten, zuerst das „mächtigste Parlament“ zu schaffen, bevor sie Pläne zum Aufbau der „mächtigsten Armee in Europa“ macht. „Vielleicht zuerst zumindest das mächtigste Parlament schaffen? Dann wird es möglich, viele Probleme zu lösen, ohne die mächtigste Armee zu bauen“, schrieb Sacharowa am Donnerstag auf ihrem Telegram-Kanal. Wie die Nachrichtenagentur TASS weiter berichtet, teilte die Diplomatin unter ihrem Kommentar ein Video, in dem ukrainische Politiker zu sehen sind, die während einer Parlamentssitzung kämpfen. Situation in der Ostukraine In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen. Krim-Krise Nach einem Referendum unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am 18. März 2014 einen Vertrag über die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation. Die Volksabstimmung wurde bis heute international jedoch nicht anerkannt. Westliche Staaten haben daraufhin mehrfach Sanktionen gegen Russland erlassen. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Ereignisse bis heute als völkerrechtswidrige Annexion. Auch die Türkei bezeichnete Russlands Präsenz in der Krim als „illegale Annexion“. Die Türkei hat die „illegale Annexion der Krim“ nicht anerkannt und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine müsse respektiert werden, sagte etwa der stellvertretende türkische Außenminister Yavuz Selim Kiran bei einer Sonderveranstaltung zur Krim auf der 46. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates im Februar 2021. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wiederholt die Annexion der Krim durch Russland verurteilt. „Wir haben und werden immer die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine unterstützen, auch über die Krim,“ sagte Erdogan etwa bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj im Oktober 2020 in der türkischen Hauptstadt Ankara. „Die Türkei sieht die Ukraine als ein Schlüsselland für die Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit, Frieden und Wohlstand in unserer Region,“ so Erdogan.

Laut Moskau sei das eindeutige Ergebnis des Referendums jedoch eine Willensbekundung der Krim-Bevölkerung für einen Beitritt zur Russischen Föderation gewesen. Diese gehe mit dem Selbstbestimmungsrecht dieser Gruppe einher und Russland hätte eine Schutzverpflichtung gegenüber den in der Ukraine lebenden Russen. Deswegen handle es sich bei den Ereignissen keineswegs um eine Annexion. Russland sieht die Krim als russisch und versucht die Annexion mit geschichtspolitischen Argumenten zu legitimieren, so die Bundeszentrale für Politische Bildung.

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– Ukraine-Krise – Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine
 

Bundeswehrabzug
Stamp fordert unbürokratische Hilfe für die Ortskräfte in Afghanistan

Der nordrhein-westfälische Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) drängt vor dem Hintergrund des Bundeswehrabzugs aus Afghanistan auf eine unbürokratische Aufnahme von Ortskräften. „Es wäre eine menschliche Schande, wenn auch nur eine Ortskraft, die uns in Afghanistan unterstützt hat, durch starrsinnige Regelungen der Rache der Taliban zum Opfer fallen würde“, sagte Stamp der in Essen erscheinenden Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung. Er fordere die Bundesregierung auf, entsprechend zu handeln. „Die individuellen Schicksale derer, die uns gegen den Terror unterstützt haben, dürfen uns nicht egal sein.“ Aktuell baut die Bundesregierung für die Ortskräfte in Afghanistan vergleichsweise hohe Hürden auf. Sie dürfen nur einen Antrag auf Aufnahme stellen, wenn sie in den zwei Jahren zuvor beispielsweise für die Bundeswehr oder die Polizei gearbeitet haben, müssen ihre Gefährdung individuell nachweisen und die Ausreise nach Deutschland selbst organisieren. Laut dem designierten Regionalvorstand West des Bundes Deutscher Einsatzveteranen (BDV) sind in Afghanistan 10.000 bis 20.000 Menschen gefährdet, die für Deutschland gearbeitet hatten oder die Angehörige von Ortskräften sind. „Ich sehe nicht die unkomplizierte Hilfe, die unsere Verteidigungsministerin versprochen hat“, sagte Oberstabsfeldwebel a.D. Andreas Eggert der NRZ. Eggert war selbst auf sieben Einsätzen in Afghanistan und hat dort für den Militärischen Abschirmdienst (MAD) gearbeitet. Manche der Einheimischen seien Seite an Seite mit der Bundeswehr in Kampfeinsätze gegangen, teilweise sogar in deutscher Uniform, und hätten ihr Leben riskiert. Jetzt würden sie im Stich gelassen. „Es werden viele Leute getötet werden. Das macht mir Angst“, so Eggert.

Justiz
Rechtsextreme Chatgruppe: Polizist wegen Prügelattacke auf Kosovo-Albaner verurteilt

Mülheim – Ein Mitglied der rechtsextremen Chatgruppe „Alphateam“ der Polizeiwache Mülheim/Ruhr ist wegen mehrfacher Faustschläge gegen einen gebürtigen Kosovo-Albaner mit deutscher Staatsangehörigkeit zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Sprecher des Amtsgerichts Mülheim, Andreas Kunze, berichtete dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass der Polizeikommissar im Prozess am 7. Juni die Vorwürfe der Körperverletzung im Amt eingeräumt habe. Der Beamte hatte demnach im Januar 2019 bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt den Wohnungsinhaber nach einer lautstarken Auseinandersetzung gefesselt und dann mehrfach ins Gesicht geschlagen. Als Grund habe er angegeben, mit der schwierigen Lage vor Ort überfordert gewesen zu sein. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg ferner wegen der Beteiligung an der rechtsextremen Chatgruppe „Alphateam“. Die Streifenpartnerin des Angeklagten hatte geholfen, den Übergriff anderthalb Jahre lang durch falsche Aussagen zu vertuschen. Wie die Zeitung weiter erfuhr, hat das Amtsgericht inzwischen per Strafbefehl die Polizeioberkommissarin zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Gegen zwei Dienstgruppenleiter, die den Vorfall nicht gemeldet haben sollen, laufen die Ermittlungen noch.

Türkei
Oppositionspolitikerin Meral Akşener möchte deutschtürkische BioNTech-Gründer für Nobelpreis nominieren

Ankara – Meral Akşener, Vorsitzende der oppositionellen IYI-Partei, hat das türkische Parlament aufgefordert, die deutsch-türkischen BioNtech-Mitgründer Uğur Şahin and Özlem Türeci für den Nobelpreis zu nominieren. Akşener. Mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs hätten Şahin und Türeci der Menschheit einen großen Dienst erwiesen, so Akşener in einer Rede vor der Parlamentsfraktion ihrer Partei, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Schon vor der Pandemie seien sie in wissenschaftlichen Kreisen wegen ihrer Krebsstudien respektiert worden, erklärte sie. „Deshalb werden wir als IYI-Partei heute die Große Türkische Nationalversammlung auffordern, diese beiden Wissenschaftler, die der Stolz der Türken sind, für ihre Beiträge zur Menschheit und der Welt der Wissenschaft für den Nobelpreis zu nominieren“, so Akşener. „Uğur Şahin und Özlem Türeci sind die unvergesslichen, loyalen Kinder der türkischen Nation, an die wir uns für immer mit Stolz erinnern werden. Wir erwarten die Unterstützung aller Parteien im Parlament für diesen wichtigen Schritt“, fügte sie hinzu. Dem Pharmaunternehmen BioNTech, das 2008 von Türeci und Şahin – beide Kinder türkischer Einwanderer – gegründet wurde, ist es gelungen, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer den weltweit ersten wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln.  

Litauen
„Sexuelle Nötigung und rassistische Lieder“: Bundeswehr zieht Soldaten aus Litauen ab

Vilnius – Die Bundeswehr hat vier Soldaten der Nato-Mission in Litauen nach einem schweren Fehlverhalten abgezogen. Erneut steht die Bundeswehr im Zentrum eines Skandals um mutmaßlich schweres „Fehlverhalten“ ihrer Soldaten. Die Bundeswehrsoldaten wurden von der NATO-Mission „Enhanced Forward Presence“ in Litauen abgezogen. Ihnen wird vorgeworfen, auf einer „wilden“ Party in „rassistische“ und „extremistische“ Handlungen sowie sexuellen Übergriffen verwickelt gewesen zu sein. „Nach unserem Kenntnisstand sind zehn Soldaten betroffen“, heißt es in einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums an den Verteidigungsausschuss des Bundestages, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Bislang seien nur vier Soldaten aus dem Einsatz abberufen worden. Den Berichten zufolge sangen die Verdächtigen bei einer Party in einem Hotel „rechtsextreme“ und „antisemitische“ Lieder. Dabei soll es auch einen sexuellen Übergriff gegeben haben. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an, Vorwürfe gegen Soldaten gibt es bisher nicht, heißt es. „Was genau im Rahmen einer Feier passiert ist, wird gerade geklärt“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Dienstag am Rande eines NATO-Treffens in Brüssel. Sie versprach zudem eine strenge Bestrafung der Verantwortlichen. „Eines muss auf jeden Fall gesagt werden: Was immer geschehen ist, ist in keiner Weise akzeptabel. Es wird mit aller Härte verfolgt und bestraft werden“, sagte die Ministerin.

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– Treffen in Athen – Türkei und Griechenland vereinbaren Verbesserung der Beziehungen

Die Türkei und Griechenland haben eine Vereinbarung über 25 Artikel erreicht, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Unter anderem werden beide Länder die COVID-19-Impfungen des jeweils anderen anerkennen, um den Tourismus zu fördern.

Türkei und Griechenland vereinbaren Verbesserung der Beziehungen
       

NATO-Treffen
Erdogan: Keine unlösbaren Probleme zwischen der Türkei und den USA

Brüssel – Es gibt kein Problem, das in den Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten nicht gelöst werden kann, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Brüssel. Sie hätten vereinbart direkte Kanäle des Dialogs effektiv und regelmäßig zu nutzen, so Erdoğan. „Wir haben die Schritte evaluiert, die unternommen werden können, um das wirtschaftliche Potenzial zwischen uns voll auszuschöpfen, unter Berücksichtigung der neuen Möglichkeiten, die sich nach der Coronavirus-Pandemie ergeben werden“, sagte Erdoğan weiter und betonte die Bedeutung der Wiederbelebung der bestehenden bilateralen Zusammenarbeit und der regionalen Konsultationsmechanismen zwischen den beiden Ländern. Mit dem Hinweis, dass sein Treffen mit Joe Biden positiv für die Beziehungen war, erklärte Erdoğan, dass er den US-Präsidenten eingeladen habe, die Türkei zu besuchen, und fügte hinzu, dass Biden das Land wahrscheinlich bald besuchen werde. Biden: Es war positiv und produktiv In der Pressekonferenz, die mit dreistündiger Verspätung stattfand, sprach US-Präsident Biden sowohl über den NATO-Gipfel als auch über sein Treffen mit Erdoğan. „Ich habe gerade ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan beendet. Wir hatten ein positives und produktives Treffen, das größtenteils unter vier Augen stattfand. Wir hatten ausführliche Diskussionen darüber, wie wir bei einer Reihe von, einer Reihe von Themen vorgehen. Unsere beiden Länder haben zahlreiche Pläne. Unsere Teams werden unsere Diskussionen fortsetzen, und ich bin zuversichtlich, dass wir echte Fortschritte mit der Türkei und den Vereinigten Staaten machen werden“, so Biden. Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten sind wegen einer Vielzahl von Themen angespannt. Im Dezember sanktionierten die Vereinigten Staaten die Türkei für den Kauf russischer S-400-Verteidigungssysteme, während Ankara durch die US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz in Syrien, die es als terroristische Organisation betrachtet, verärgert ist.

Beide Länder haben in letzter Zeit jedoch die Bereitschaft zur Wiederannäherung signalisiert. Biden werde künftig die „strategische Partnerschaft“ mit der Türkei zur Lösung regionaler Probleme wie in Libyen, wo beide Länder den Einfluss Russlands eindämmen wollen. Viele in Ankara haben auch das Angebot der US-Regierung, der türkischen Führung eine Vermittlerrolle bei den Afghanistan-Verhandlungen zu geben, als Teil dieser Strategie interpretiert.

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„Nato 2030“ USA: „Türkei ist ein geschätzter Verbündeter“

Die Türkei ist ein Land, „an dessen Verankerung wir in der NATO starkes Interesse haben“, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag in einer Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem NATO-Außenministertreffen in Brüssel.

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Passau
Kommunikationsforscher: „Am Ende ist immer die ‚jüdische Weltverschwörung‘ schuld

Er habe „in einen Abgrund geschaut“: Der Passauer Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Ralf Hohlfeld hat zusammen mit Studenten Kanäle einschlägiger Corona-Leugner wie Attila Hildmann, Eva Herrmann, Michael Wendler und Rüdiger Dahlke untersucht und nach antisemitischen und gewaltverherrlichenden Posts ausgewertet. Im Vergleich zum zwischenzeitlich durch das Netzwerk-Durchsetzungsgesetz regulierten Sozialen Netzwerk Facebook sei die Kommunikation im Instant-Messenger deutlich roher. „Das für mich Erschütterndste ist für mich der starke Fokus auf den Antisemitismus. Am Ende ist immer die „jüdische Weltverschwörung“ schuld und natürlich die Menschen, die mit dieser vermeintlichen Verschwörung in Verbindung gebracht werden“, sagte Hohlfeld im Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung (Regensburg) In den Telegram-Channels haben die Forscher der Universität Passau aber auch offene Morddrohungen gegen Politiker, Wissenschaftler und Journalisten gefunden. Auch Aufrufe zum Staatsstreich und zum Sturm des Bundestages stellten die Forscher bei Telegram fest. Hohlfeld: „Viele dieser Aussagen sind sicherlich auch justitiabel. Man kann sich eigentlich nur wundern, dass es über so einen langen Zeitraum – wir haben uns ein halbes Jahr der Pandemie angesehen – möglich war, dass sich so ein Parallel-Universum bilden konnte.“ Der Forscher verband das mit einer Kritik an den Behörden und der Bundesregierung, erst jetzt auf Telegram aufmerksam geworden zu sein. Die Debatte darüber, Instant Messenger wie Telegram ebenfalls wie Facebook zu regulieren, käme spät: “ Ich will keine Parallelen zur Impfstoff-Beschaffung ziehen, aber man hätte jedenfalls deutlich länger Zeit gehabt, sich um dieses Thema zu kümmern. Es ist nicht erst ein paar Tage her, dass Hildmann abgetaucht ist und Ermittlungen gegen ihn laufen. Das war Ende vergangenen Jahres.“ Allerdings könne das auch zu einem Katz-und-Maus-Spiel werden: „an muss aber kein Raketenwissenschaftler sein, um zu wissen, dass sich diese Leute andere Plattformen suchen werden.“

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– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

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