Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Fast jedes zweite Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad will in den kommenden fünf Jahren zusätzliche qualifizierte Mitarbeiter einstellen. Dies geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. Die Studie beruht auf einer aktuellen Umfrage bei den Personalchefs von 1.400 Unternehmen, die das Institut je nach Digitalisierungsgrad in drei Gruppen eingeteilt hat.
Demnach wollen rund 44 Prozent der stark digitalisierten Unternehmen künftig qualifizierte Fachkräfte und Akademiker neu einstellen. Auch knapp 40 Prozent aller übrigen Unternehmen plane Neueinstellungen in diesem Bereich. Weniger Jobchancen hätten dagegen Ungelernte: In diesem Bereich wollten rund zehn Prozent aller Unternehmen in den kommenden Jahren Jobs abbauen, so die Umfrage. Die Studie widerlegt aus Sicht des arbeitgebernahen Instituts die verbreitete Auffassung, dass durch die fortschreitende Digitalisierung zunehmend Arbeitsplätze verlorengehen würden. Die Umfrage zeige vielmehr, „dass nur jedes zehnte Unternehmen, das digital stark aufgestellt ist, kurzfristig Jobs abbauen will“, schreibt die Autorin Andrea Hammermann. Die große Mehrheit der digitalisierten Unternehmen plane genauso viele Neueinstellungen wie alle anderen Betriebe.
Türkisches Unternehmen Durmazlar stellt 264 U-Bahn-Waggons für München her
Bursa (nex) – Die Straßenbahn mit dem Namen İpekböcegii (Seidenraupe), die vom Unternehmen Durmazlar Makine A. Ş. aus Bursa hergestellt werden, fahren bald auch im Rahmen des Münchner Verkehrsnetzes. Dies berichten verschiedene türkische Medien. Durmazlar soll dabei die Waggonkörper zu einem Großauftrag beisteuern, den sich Siemens im Rahmen einer Ausschreibung sichern konnte. Bis dato sollen bereits 20 der 264 Fahrzeuge produziert worden sein, die in der bayerischen Landeshauptstadt zum Einsatz kommen sollen.
(Foto: bursa.bel.tr)
Ob die İpekböcegi auch in Dortmund zum Einsatz kommen werden, steht noch nicht fest, da die Entscheidung hinsichtlich des Anbieters vonseiten der Stadt noch nicht gefallen ist. Auch in der Türkei kann sich das 1956 gegründete Unternehmen über einen prestigeträchtigen Auftrag freuen. So teilte die Stadtverwaltung von Samsun am 1. Oktober mit, dass acht Straßenbahnwaggons mit einer Länge von 31,8 Metern und einem Fassungsvermögen von 290 Passagieren für 12,3 Millionen Euro ebenfalls in Bursa hergestellt werden sollen.
Saalfeld (dts) – Nach dem Brand in einer Asylbewerberunterkunft im thüringischen Saalfeld geht die Polizei davon aus, dass der nach dem Feuer tot aufgefundene 29-jährige Mann Suizid begangen hat. Wie die Saalfelder Polizei am Dienstag mitteilte, war das Zimmer des Mannes aus Eritrea abgeschlossen, als der Brand am Montagabend ausbrach. Es ist demnach ausgeschlossen, dass jemand von außen in das Zimmer eindrang.
Das Feuer selbst sei durch eine brennbare Flüssigkeit beschleunigt worden, hieß es seitens der Ordnungshüter weiter. Die Obduktion der Leiche habe ergeben, dass der Mann an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist. Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung seien nicht gefunden worden.
Berlin (dts) – Die Sängerin Mieze Katz, Frontfrau der Berliner Elektropop-Gruppe Mia, schwebt derzeit auf Wolke sieben: „Ich bin gerade sehr verliebt. Ich führe eine tolle Beziehung mit einem ganz tollen Menschen, dem egal ist, ob ich Kindergärtnerin oder Sängerin bin“, schwärmt die ehemalige „DSDS“-Jurorin im Gespräch mit dem Frauen-Magazin „Emotion“. Ihr Partner habe sie in einer „extremen Trotzphase“ kennengelernt.
„Ich habe ihn gleich mit meinen Ecken und Kanten konfrontiert, nichts verschönt. Der Mann in meinem Leben muss das abkönnen.“ Mit einem eifersüchtigen Mann könne die 36-Jährige nichts anfangen: „Ich bin eine Frontfrau. Ich arbeite in einem Männerberuf mit vier Männern, da kann ich auch mit Eifersuchtsszenen nichts anfangen.“
Höchste Summe ausländischer Direktinvestitionen in der Türkei seit 2007
Istanbul (nex) – Ausländische Direktinvestitionen in der Türkei haben im Juli mit einer Gesamtsumme von 3,4 Milliarden US-Dollar (3,04 Mrd. Euro) im Monat Juli einen 101-Monats-Rekord erreicht. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf die Daten des Wirtschaftsministeriums.
Gleichzeitig war diese Investitionssumme die höchste seit der Periode vor der globalen Finanzkrise 2008, als ausländische Direktinvestitionen im Januar 2007 die Gesamthöhe von 6,45 Mrd. US-Dollar (5,77 Mrd. Euro) erreicht hatten. In der Zeit von Januar bis Juli haben die ausländischen Direktinvestitionen eine Summe von 9,71 Mrd. US-Dollar (8,68 Mrd. Euro) erreicht und damit ein Plus von 22,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In der Zwischenzeit lag die Gesamthöhe der Kapitalzuflüsse durch ausländische Investoren mittels neuer oder bereits existierender Unternehmen und Anteile an heimischen Firmen bei 3,06 Mrd. US-Dollar (2,74 Mrd. Euro), davon entfielen 2,2 Mrd. US-Dollar (1,97 Mrd. Euro) auf Aktivitäten von Finanzvermittlern.
Hurra-Patriotismus im TV: Russische Wetterfee sagt „Bombenwetter“ für Syrien voraus
Moskau (nex) – Auf den Spuren von Fox News wandelt nun auch das russische Fernsehen. Die Antiterroroperation gegen den so genannten „Islamischen Staat“ (IS) und weitere dschihadistische Milizen in Syrien weckt auch in Moskau zunehmend den Hurra-Patriotismus.
So hat die Wetterfee des staatlichen Senders Rossiya24 am Samstag im Zuge ihrer Langzeit-Wettervorhersage für Oktober angemerkt, das Wetter in Syrien wäre in diesem Monat „ideal, um im Zuge der Militäroperation Flüge durchzuführen“. Während sie eine fachmännische Analyse über die perfekten Bedingungen für den Bombenabwurf lieferte, stand sie vor dem Bild eines Kampfjets der russischen Luftwaffe, der mit dem Titel „Flugwetter“ überschrieben war.
(Foto: daily)
Leichte Bewölkung werde „das Fliegen nicht schwieriger machen und keine Auswirkung auf Systeme zur Eliminierung von Waffen haben“, erklärte die Wetterpräsentatorin, während einander abwechselnd Wetterkarten und Einspielungen des Verteidigungsministeriums über das erfolgreiche Treffen von Bombenzielen im Hintergrund liefen.
„Experten zufolge ist der Zeitpunkt zum Start der Luftoperationen (in Syrien) sehr gut gewählt.“ Bereits zwei Tage zuvor, am Tag des Beginns der Luftoffensivem war ein ähnlicher Wetterbericht gelaufen und hatte stabile meteorologische Konditionen vorhergesagt. Auch dies war nicht das erste Mal, dass Wetterberichte im russischen TV „patriotische“ Botschaften übermittelt hätten. Schon unmittelbar nach der umstrittenen Abstimmung auf der Krim über eine Sezession der Halbinsel und deren Anschluss an die Russische Föderation im März 2014 hatte man diesen auf der Wetterkarte nachvollzogen. Ein Wettermoderator warnte auch am Tag vor der Deklaration der „Volksrepublik Donezk“ vor „Wolken, die sich über der Ostukraine zusammenziehen“.
Mit „schlechten Wetterverhältnissen“ hingegen erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, die Verletzung türkischen Luftraums entlang der Grenze zu Syrien durch die russische Luftwaffe am gestrigen Montag. Die NATO verurteilte den Vorfall und forderte Russland auf, das „extrem gefährliche“ und „unverantwortliche“ Eindringen in den türkischen Luftraum zu unterlassen.
Erfurt (dts) – Nach einem Brand in einer Asylbewerberunterkunft in der Stadt Saalfeld in Thüringen ist eine Leiche entdeckt worden. Das teilte die Polizei am Montagabend mit. Der leblose Körper sei in einer verqualmten Wohnung aufgefunden worden.
Bei dem Toten handele es sich um einen jungen Mann aus Eritrea. Die genaue Todesursache sei noch unklar. Auch die Brandursache war zunächst nicht bekannt. Das Feuer wurde laut Polizei bis zum Montagabend gelöscht.
Berlin (dts) – In der Debatte um Grenzen der Flüchtlingsaufnahme hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert: „Die Kanzlerin muss Wege aufzeigen, um die hohen Flüchtlingszahlen zu verringern“, sagte Woidke der „Rheinischen Post“. Das Asylrecht kenne zwar keine Obergrenzen. „Bei der Belastbarkeit der Länder und Kommunen gibt es aber faktische Grenzen und denen nähern wir uns rasant“, warnte Woidke.
Der Bund habe die Verantwortung und müsse endlich handeln, sagte Brandenburgs Regierungschef. Zuvor hatte unter anderem SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ein klares Signal der Kanzlerin zu den Grenzen der Aufnahmekapazitäten verlangt.
Wolfsburg (dts) – Der Volkswagen-Konzern hat offenbar eingeräumt, dass allein in der Europäischen Union insgesamt acht Millionen Dieselfahrzeuge mit der Manipulationssoftware zur Messung von Schadstoffen ausgestattet sind. Das geht laut eines Berichts des „Handelsblatts“ aus einem Brief des Konzerns hervor. „Betroffen sind in der Europäischen Union (EU 28) 8,0 Millionen Diesel-Motoren mit dem Typ EA 189 EU5 mit Hubraumgrößen 1,2 l, 1,6 l und 2,0 l“, heißt es demnach in dem Formbrief an alle Bundestagsabgeordneten mit Standorten von Volkswagen in ihren Wahlkreisen.
Das Schreiben ist auf den 2. Oktober datiert und von Thomas Steg, ehemaliger Regierungssprecher unter Kanzlerin Angela Merkel und heute Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG, sowie Michael Jansen, Leiter der Konzernrepräsentanz in Berlin, verfasst, schreibt das „Handelsblatt“. In dem Brief entschuldigen sich die Cheflobbyisten bei den Abgeordneten für das „Fehlverhalten einiger weniger Personen“ im Konzern und versprechen, dass der Aufsichtsrat mit Unterstützung deutscher und US-Juristen die „lückenlose Aufklärung der Vorgänge überwachen“ werde. Die Motorenkonzepte würden „gegenwärtig darauf hin überprüft, ob sie den rechtlichen Vorgaben entsprechen“. Und weiter: „Seien Sie versichert, dass wir derzeit mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit den Behörden (Kraftfahrtbundesamt) und der Bundesregierung an einer technischen Lösung für die betroffenen Fahrzeuge arbeiten.“ Bis kommenden Mittwoch muss Volkswagen dem Bundesamt mitteilen, wie es die Probleme zu beheben gedenkt. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärte, es lägen keine Erkenntnisse vor, dass VW die Frist verstreichen lasse.
Berlin (dts) – Die Erdverkabelung der beiden geplanten Stromautobahnen „Suedlink“ und „Südost“ kostet die Stromverbraucher „insgesamt drei bis acht Milliarden Euro“ zusätzlich. Das geht aus Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, über die das „Handelsblatt“ berichtet. Demnach zahlen Privathaushalte jährlich bis zu 9,10 Euro allein für die Erdverkabelung der beiden Leitungen.
Für Kunden aus der Industrie wird es wesentlich teurer: Größere Verbraucher, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, müssen mit einer Erhöhung der Übertragungsnetzentgelte „um neun bis 24 Prozent“ rechnen. „Bei einem großen Industriekunden (100 Megawatt, 7.000 Benutzungsstunden) entspricht dies jährlichen Mehrkosten von 370.000 Euro bis 990.000 Euro“, rechnen die Ministeriums-Fachleute vor.
Die Erdverkabelung ist das Zugeständnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), der vehement gegen die beiden Stromautobahnen protestiert hatte. Am 1. Juli hatten sich Angela Merkel, Seehofer und Gabriel verständigt, der Erdverkabelung bei den Stromautobahnen Vorrang vor Freileitungen zu geben. Bis dahin war es genau umgekehrt. Die Erdverkabelung soll die Akzeptanz erhöhen. Sie sorgt für eine Vervielfachung der Kosten für die beiden Gleichstrom-Leitungen, die Windstrom von Norddeutschlands in den Süden transportieren sollen. In dem Papier aus Gabriels Ministerium, Titel: „Kosten der Erdkabel-Neuregelungen“, heißt es, Suedlink hätte als reine Freileitung 2,8 Milliarden Euro gekostet, die Südost-Trasse 1,2 Milliarden Euro.