Kurdischsprachige Suchmaschine
Erdogans Demokratiepaket: Erste kurdischsprachige Suchmaschine „Serketin“ geht in Diyarbakır online
Diyarbakır (nex) – Fünf Jahre lang haben die Vorbereitungs- und Forschungsarbeiten gedauert, nun ist es so weit: „Serketin“, die erste kurdischsprachige Suchmaschine der Türkei ist online gegangen. Für Serdar Anuştekin, den Manager der Seite, nur ein erster Schritt. Schon im Laufe der kommenden Monate will der Programmierer von „Serketin“ („Erfolg“) auch eine kurdischsprachige Video-Sharing-Plattform starten.
Gegenüber dem Regionalbüro der Nachrichtenagentur Anadolu in Diyarbakır erklärte Anuştekin: Bislang hat unsere Seite in mehreren Sprachen gesucht. Unser Ziel war es aber, gezielt auch Minderheitensprachen in der Türkei wie Laz, Zazaki [Sprache der Zaza-Kurden] und Armenisch zu integrieren.“ Die Arbeiten am Projekt www.serketin.com begannen im Jahr 2010 und wurden 2015 fertiggestellt, sodass die Nutzer sie in ihrer eigenen Sprache bedienen und ihre eigene Kultur vorstellen können.
Die Segregationspolitik und Diskriminierung gegenüber den Kurden und das Verbot der kurdischen Sprache wurden im Zuge des vom damaligen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan seit 2009 kontinuierlich in die Wege geleiteten Friedens- und Verständigungsprozesses beseitigt. Erdoğan und die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), die das Verbot der kurdischen Sprache aufhoben, hoben auch den öffentlich-rechtlichen kurdischsprachigen Fernsehsender TRT Kurdi aus der Taufe und schafften Voraussetzungen für Direktinvestitionen und Projekte im zuvor verarmten Osten und Südosten der Türkei.
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ARD-DeutschlandTrend
Umfrage: Merkel verliert weiter an Zustimmung
Berlin (dtsr) – Bundeskanzlerin Angela Merkel verliert einer Umfrage des „s“ zufolge erneut an Zustimmung. 49 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden (minus fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Oktober). Im Vergleich zum April hat Merkel 26 Prozentpunkte an Zustimmung verloren.
Auf Platz eins der Liste der beliebtesten Politiker liegt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 68 Prozent Zustimmung (plus vier Prozent). Es folgt Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 67 Prozent (plus zwei Prozent). Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer legt um sechs Punkte zu auf 45 Prozent. Kanzleramtsminister Peter Altmaier kommt auf 43 Prozent Zustimmung. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erreicht 43 Prozent Zustimmung und SPD-Chef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kommt auf 43 Prozent Zustimmung.
Arbeitsministerin Andrea Nahles erreicht 40 Prozent Zustimmung und Innenminister Thomas de Maizière 37 Prozent Zustimmung. Die Zufriedenheit der Deutschen mit der Bundesregierung sinkt weiterhin: Derzeit bewerten 42 Prozent die Regierungsarbeit positiv (minus sechs Prozent). Dies ist der niedrigste Wert in der laufenden Legislaturperiode. 57 Prozent sind mit der Arbeit weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden (plus sechs Prozent). In der Sonntagsfrage verliert die Union im Vergleich zum Vormonat drei Punkte und kommt auf 37 Prozent. In den letzten beiden Monaten hat die Union damit insgesamt fünf Prozentpunkte verloren. Die SPD kommt auf 24 Prozent. Die Grünen erreichen elf Prozent, die Linke neun Prozent. Die FDP erreicht fünf Prozent, die AfD acht Prozent.
Fußball
Europa League: Schalke unentschieden, Augsburg gewinnt
Prag (dts) – Der FC Schalke und Sparta Prag haben sich am vierten Spieltag in der Gruppenphase der Europa League mit 1:1 unentschieden getrennt, der FC Augsburg gewann unterdessen mit 4:1 gegen AZ Alkmaar. Für Prag traf David Lafata in der 6. Minute, Johannes Geis verwandelte in der 20. Minute einen Foulelfmeter für Schalke. In Augsburg trafen Raul Bobadilla in der 23., in der 33. und in der 74. Minute sowie Dong-Won Ji in der 66. Minute, Vincent Janssen gelang in der 45. Minute ein Treffer für Alkmaar.
Zuvor hatte Borussia Dortmund mit 4:0 gegen den FK Gabala gewonnen und damit vorzeitig die Runde der letzten 32 erreicht.
Türkei-Wahlen
Kommentar: „Deutschlands Türkenpolitik erklärt Erdogans Beliebtheit unter den Türken in Deutschland“
Ein Gastkommentar von Mustafa Esmer
Die öffentlichen Kommentare führender Bundespolitiker und Meinungsmacher Deutschlands im Hinblick auf den türkischen Präsidenten Erdoğan sind Ausdruck einer neo-wilhelminischen Arroganz, die mit fortschreitendem Realitätsverlust einhergeht. Die ständige Einmischung der deutschen Öffentlichkeit in die innenpolitischen Angelegenheiten des NATO-Partners verschärft bestehende Spannungen unter den Türken und bedroht auch den sozialen Frieden in Deutschland.
Mit meinen 39 Lebensjahren, die ich ausschließlich in Deutschland verbracht habe, erinnere ich mich nur an eine ganz kurze Zeitperiode, in der Stimmen aus Medien und Politik nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ständig an den türkischen Migranten und der Türkei etwas auszusetzen hatten. Als Kind nahm ich reinen Herzens an, ursächlich für die ständigen in unterschiedlichen Formen erlebten, signifikanten Darstellungen von Türkenfeindlichkeit in Deutschland, sei die fehlende Sprachkompetenz der „einfachen“, der „Schwarzen Türken“ gewesen.
Sie haben nie „Das Kapital“ von Karl Marx oder „Das kommunistische Manifest“ gelesen und beteten auch nicht Pol Pot, Che, Comandante en Jefe, Lenin oder Stalin an. Sie haben nie gemeinsam mit den Deutschen abends am Lagerfeuer gesessen und gemeinsam mit ihnen „Die Internationale“ gesungen. Nie biertrinkend Schweinshaxe in der Kneipe gegessen. Nie gelernt, wie man beim Skat reizt und die Hand gut spielt. Sie haben einfach keine Gemeinsamkeiten mit den Deutschen gefunden, die ihnen mehrheitlich vorurteilsbehaftet begegneten und sie zogen sich zurück in die Unterschicht-Enklaven, die von öffentlich-geführten Wohnungsverwaltungsgesellschaften zugewiesen wurden. Sie hatten nie die Möglichkeit, ihre Argumente mit der Mehrheitsgesellschaft zu teilen und der gelenkten Propaganda türkischer Linksextremisten etwas entgegenzusetzen.
Als sie in den 1990ern versucht haben, ihre Stimmen gegen das Unrecht zu erheben, sind ihnen die fehlenden Sprachkenntnisse zum Verhängnis geworden und sie wurden öffentlich als Faschisten etikettiert, einzig weil sie mit türkischen Fahnen und Atatürk Postern demonstriert haben. Die Konsequenz war, dass weitere Meinungsbekundungen in der deutschen Öffentlichkeit daraufhin eingestellt wurden. Man muss Meinungen nicht zensieren, um sie zu unterbinden. Man kann auch die Schwächen von Menschengruppen ausnutzen und sie derart einschüchtern, dass sie sich nicht mehr trauen öffentlich mit ihrer Meinung aufzutreten. Exakt das ist mit den Meinungen der Mehrheit der Türken in Deutschland passiert.
Türken raus?!
Genaugenommen habe ich als Türke noch nie eine Einigkeit unter den Türken erlebt. In Deutschland nicht, wo ich aufgewachsen bin und auch nicht in der Türkei. Ich habe das Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Aleviten und Sunniten erlebt, die auch in Deutschland ausgetragen wurden. Im Anschluss folgte, bis Mitte der 1980er, ein unerbittlicher Kampf zwischen linken und rechten Türken, der auch in Deutschland ausgetragen wurde. Ende der 1980er entflammte der Konflikt zwischen der PKK und der Türkei, der auch in Deutschland ausgetragen wurde. Seit 2008 verschärfen sich die Spannungen zwischen den Unterstützern des türkischen Präsidenten Erdoğan und den vorwiegend linksextremen- und nationalsozialistischen Oppositionellen, DIE auch in Deutschland ausgetragen werden.
Das die innenpolitischen Konflikte der Türkei in Deutschland ausgetragen werden ist nicht zufällig. Ressentiments gegen die Türkei und Türken wurden seit jeher von Bundespolitikern, mit Hilfe der Medien, gezielt geweckt und populistisch aufbereitet für den Wahlkampf in Deutschland missbraucht. Begleitet wurde dieses Verständnis von partnerschaftlichen Beziehungen beider Staaten, von türkenfeindlichen Kampagnen im Inland, die sich direkt gegen die hier lebenden Türken richteten und ihre Ablehnung manifestierten. Bereits seit Anfang der 1980er Jahre beschwören das Bürgertum und die Rechtsextremen vereint die Türkengefahr. “Mit großer Sorge beobachten wir die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums”, verkündeten beispielsweise im Jahr 1981 elf Professoren im sogenannten “Heidelberger Manifest”.
Die Ablehnung war parteiübergreifend. Als hessischer Ministerpräsident postulierte der Sozialdemokrat Holger Börner 1982: „Deutschland hat kein Ausländerproblem, sondern ein Türkenproblem.“
Im taz-Interview vom 10. 9. 2002 wiederholte der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler die Wortfolge Börners. „Die Bundesrepublik hat kein Ausländerproblem, sie hat ein
Türkenproblem. Diese muslimische Diaspora ist im Prinzip nicht integrierbar. Man soll sich nicht freiwillig Sprengstoff ins Land holen.” Türken raus! So könnte der Titel einer Zusammenfassung des 53-jährigen deutsch-türkischen Zusammenlebens lauten. Diese Forderung unterstützte auch Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) und erarbeitete ein Rückkehrprogramm, dass sein Nachfolger Helmut Kohl erfolglos umgesetzt hat. Dieses Politikverständnis Deutschlands hat sich in den 1980ern als fatal erwiesen.
Nach einer Welle fremdenfeindlicher Proteste und Aktionen von biodeutschen Jugendlichen, vom öffentlichen Diskurs ermuntert, gipfelte diese Kampagnenpolitik Anfang der 1990er in der Ermordung von fremdstämmigen Menschen bei diversen
Brandanschlägen. Das Bürgertum reagierte schockiert und gab sich ahnungslos. Es schämte sich. Deutschlands Leitmedien titelten scheinheilig: “Türken in Deutschland: Erst seit ihre Häuser brennen, nehmen wir sie wahr.”
Die inszenierte Betroffenheitsshow, Lichterketten, Bekenntnisse zu Multikulti, Aufstand der Anständigen und weitere wohlklingenden Worte dominierten über Wochen die Öffentlichkeit. Die Türkenfeindlichkeit war nicht verschwunden, sie wurde nur leiser und vorsichtiger formuliert, wie der CSU-Beitrag zum Zuwanderungsgesetz aus dem Jahr 2001: “Wenn wir die Identität unseres Landes bewahren wollen, ist eine Begrenzung der Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten weiterhin unabdingbar.”
Als die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Ende 2011 der Öffentlichkeit als die gesuchten Döner-Mörder vorgestellt wurde, inszenierten die Politik und die Medien ein mehrmonatiges, öffentliches Betroffenheitsspektakel, auch diesmal, mutmaßlich für das Ausland. Jedenfalls nicht für die Opferangehörigen und erst recht nicht für uns, die Türken in Deutschland. Diese Vermutung liegt nahe, denn etwaige Bemühungen das gegebene Versprechen, die Morde lückenlos aufzuklären, existieren bis dato nicht. Bundespräsident Gaucks Weigerung beispielsweise – kurz nach dem Bekanntwerden des Skandals – sich mit den Angehörigen der Opfer zu treffen, war ein weiteres erschreckendes Beispiel dieser Ignoranz von oberstaatlicher Stelle.
Bundeskanzlerin Merkel sagte auf der zentralen Gedenkfeier: „Wir vergessen zu schnell, wir verdrängen zu schnell. Gleichgültigkeit hat eine verheerende Wirkung.” Das ist vollkommen zutreffend, Frau Kanzlerin. Deutschlands Spiel mit dem Feuer. Alle tagelang wird in Deutschland eine Studie zu Türken vorgestellt. Periodisch werden die angebliche Gewaltbereitschaft und das geringe Bildungsniveau dieser Gruppe öffentlich thematisiert. Es existieren in ausreichender Menge fundierte Daten zu allen relevanten Aspekten bis hin zur politischen Einstellung und Parteipräferenz in der Türkei.
Es ist also den Agitatoren – spätestens seit gestern mit Veröffentlichung der Wahlergebnisse aus Deutschland bei den türkischen Parlamentswahlen 2015 – wohlbekannt, dass mehr als 60% der Türken in Deutschland die aktuelle türkische Regierung unterstützen und somit auch Erdoğan befürworten. Geradezu paradox erscheint in diesem Zusammenhang die Agitation einiger Bundespolitiker, die den sozialen Frieden auf Deutschlands Straßen ihren kurzfristigen, persönlichen Interessen opfern. Was dahingehend keine Relevanz für sie besitzt, weil sie mit den Konsequenzen ihres Handelns nie direkt konfrontiert werden.
Sie wohnen nicht in den sozial schwachen Stadtteilen und verkehren nicht in Lokationen der Unterschicht. Die typischen Biedermänner eben. Quer durch alle Parteien. Dass die soziale Ungleichheit und allgegenwärtige Islamfeindlichkeit als Multiplikatoren wirken und eine explosive Mischung aus Frust, Hoffnungs- und Hilflosigkeit ergeben, sollte den Verantwortlichen bekannt sein. Suspektes Verständnis von Freundschaft. Immer dann, wenn Stimmen aus der Türkei das Gebaren hierzulande kritisieren, kommt „unter Freunden müsse man auch Dinge sagen können, die der andere vielleicht nicht gerne höre“.
Dieses Einbahnstraßen-Verständnis entlarvt sich schnell als leere Worthülse, denn jegliche Kritik aus der Türkei verbittet sich Deutschland augenblicklich als Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten. Die Maske der Freundschaft dient mutmaßlich nur als Vorwand, wie sich immer wieder herausstellt. Die Niveaulosigkeit, mit der man das Land, das seit knapp 300 Jahren enge und freundschaftliche Beziehungen mit Deutschland pflegt, kritisiert, belegt die angebliche Entschuldigung der Fauxpas nicht.
Echte Freunde engagieren sich nicht als Scharfmacher, um Menschengruppen aus dem freundschaftlich-verbundenem Land gegeneinander aufzuwiegeln und ihre bestehenden Konflikte zu verschärfen. Sie protegieren auch nicht regierungsfeindliche-linksextreme Gruppierungen in ihrem Kampf gegen die Regierung des befreundeten Staates und unterstützen den Feind des Freundes.
Nein!
Sowas machen Freunde nicht! Freunde versuchen zu schlichten und sich konstruktiv an der Konfliktlösung zu beteiligen. Was die Eskalation der Spannungen innerhalb der türkischen Community für Folgen in Deutschland haben kann, will ich mir gar nicht ausmalen. Ich stelle nur eines fest: Deutschlands Türken- und Türkeipolitik fehlt jegliche Integrität. Deutschlands jahrelang betriebene Türkenpolitik erklärt auch Erdoğans Beliebtheit unter den Türken in Deutschland. Viele sehen in Erdoğan den Mann, der den in Deutschland lebenden Türken ihre über Jahrzehnte geschundene Würde wiedergegeben hat. Die Republik Türkei engagiert sich erstmalig in ihrer Geschichte für die Belange der Türken, die in Deutschland leben und forderte ihre Rechte ein. Erdoğan betont bei jeder Gelegenheit, dass die Türkei für ihre Landsleute da sei, dass die Menschen stolz sein könnten auf ihr Land und dafür ist ihm die überwältige Mehrheit der hiesigen Türken dankbar.
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"Who Would Imagine A King"
Yvonne Catterfeld singt Whitney-Houston-Songs zum Einschlafen
Berlin (dts) – Dass Yvonne Catterfeld gern singt ist bekannt. Als Gute-Nacht-Song für ihren anderthalbjährigen Sohn hat sie sogar ein ganz bestimmtes Lied. „Ich singe Charlie vor allem vor, wenn es ins Bett geht und habe da ein paar ganz bestimmte Lieder, die er sehr liebt“, sagte die 35-Jährige der Zeitschrift „Gala“.
Ganz oben auf ihrer Liste steht „Who Would Imagine A King“ von Whitney Houston. „Den Song habe ich ihm schon vorgesungen, als er noch in meinem Bauch war“, so Catterfeld. „Es war einfach unglaublich, wie er nach der Geburt sofort auf das Lied reagiert hat.“
"Toleranzexperimente"
Seelsorger fordern getrennte Heime für christliche Flüchtlinge
Berlin (dts) – Weil christliche Flüchtlinge in Asylbewerberheimen immer häufiger Opfer von Bedrohungen und Gewalt durch radikale muslimische Heimbewohner würden, haben Seelsorger aus Deutschland eigene Unterkünfte für Christen gefordert. Gegenüber dem Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) erklärte Pfarrer Gottfried Martens von der evangelischen Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz, es sei nicht zu verantworten, die Minderheit christlicher Flüchtlinge „zu Versuchskaninchen für irgendwelche Toleranzexperimente zu machen“. Auch wenn sich nur eine Minderheit der muslimischen Flüchtlinge intolerant verhalte, fordere er eine intensive soziale Betreuung aller Flüchtlinge, um Spannungen abzubauen.
Übergriffe gegen Flüchtlinge, die Christen sind oder konvertierten, seien mittlerweile keine Einzelfälle mehr. Auch Pfarrer Paul Klaß von der Phillipus-Nathanael-Gemeinde in Schöneberg berichtete, er werde häufiger um Hilfe bei der Wohnungssuche gebeten. Die Christen in den Heimen seien „immens unter Druck“, so Klaß. „Erst fliehen sie wegen ihres Glaubens, haben Gewalt erfahren und stehen jetzt in den Heimen wieder vor diesen Konflikten.“
Pfarrer Harry Karcz von der katholischen Gemeinde Mater-Dolorosa in Berlin-Lankwitz organisiert seit langem Hilfe für irakische Christen und beobachtet seit Jahren, dass sich die Probleme christlicher Flüchtlinge verschärfen. Dagegen helfe nur die Vernetzung innerhalb der orientalischen christlichen Gemeinden, um Betroffene schnell aus den Heimen zu holen. Karcz forderte wie sein protestantischer Amtskollege Martens die Trennung von Flüchtlingen nach Religionen, um die Situationen zu entspannen.
Empörung im Internet
US-Missionarin verkleidet sich zu Halloween als „Syrische Flüchtlingsfrau“
Durban (nex) – Eine US-amerikanische evangelikale Missionarin in Südafrika hat mit einem Halloween-Kostüm Aufsehen erregt und für Empörung in der Netzgemeinde gesorgt. Die aus St. Louis (Missouri) stammende Abigail Dapron hat ein Bild von sich selbst auf Instagram gepostet, auf dem sie in einer Verkleidung als „syrische Flüchtlingsfrau“ zu sehen ist, die ein Baby trägt. Dazu schrieb sie den Text: „Der Nutzen, von Saudis großgezogene Freunde zu haben“ #hijabmaster #weloveourrefugeefriends #jesuslovestherefugees #jesuswasarefugee.
https://twitter.com/JigmeUgen/status/660689229438029824/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw
Das Bild verbreitete sich in Windeseile über die Netzwerke, die Reaktionen waren jedoch vorwiegend entrüstete. Das nicht datierte Bild wurde von zahlreichen Kommentatoren als „rassistisch“ und „empathielos“ bewertet.
https://twitter.com/ZaahiraYelena/status/660900800911302656/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw
Die Missionarin arbeitet derzeit in einer Einrichtung in der südafrikanischen Provinz Westkap. Üblicherweise lehnen Protestanten die Teilnahme an Halloween-Veranstaltungen ab, da viele von ihnen das aus stark katholisch geprägten Gegenden überlieferte Fest zum Teil für „satanisch“ halten oder zumindest für ein Event, das vom Gedenken an die Reformation ablenken würde, das traditionell ebenfalls am 31. Oktober begangen wird.
Einigung zur Asylpolitik
Koalition einigt sich auf „verschärfte Residenzpflicht“ für Flüchtlinge
Berlin (dts) – Die Koalitionsspitzen haben sich auf die Schaffung von speziellen Aufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive geeinigt, in denen beschleunigte Asylverfahren abgewickelt werden sollen. Dort soll eine „verschärfte Residenzpflicht gelten“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend nach dem Treffen der Parteivorsitzenden der großen Koalition. Das bedeute, dass die Asylbewerber den Landkreis, in dem sich die Einrichtung befindet, nicht verlassen dürfen.
Nur bei einer Registrierung in einem solchen Zentrum bestehe Anspruch auf Leistungen. Insgesamt soll es drei bis fünf Registrierzentren geben. Zudem soll es einheitliche Ausweise für Flüchtlinge geben, die Voraussetzung für einen Asylantrag sein sollen.
Bekannter Zeitgeschichtler tot
Historiker Hans Mommsen (85) im bayerischen Tutzing gestorben
Tutzing (dts) – Der Historiker Hans Mommsen ist der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge gestorben. Demnach erlag er am Donnerstag an seinem 85. Geburtstag einer langen Krankheit. Mommsen war damit bekannt geworden, unbequeme Blicke auf die deutsche Vergangenheit zu werfen.
Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Wolfgang zählte er zu den wichtigsten Geschichtswissenschaftlern der Nachkriegszeit. Seine Ansichten waren nicht immer beliebt. 1971 schrieb er beispielsweise, dass Hitler ein „schwacher Diktator“ gewesen sei. Die Schoah, so arbeitete Mommsen heraus, sei nicht einfach auf Befehl der NS-Spitze in Gang gesetzt worden. Die Vernichtung der Juden habe sich aus dem Wunsch niederer Chargen ergeben, sich lieb Kind zu machen. Doch immer wieder nahm die internationale Geschichtswissenschaft seine Arbeit auf. Seine Erkenntnisse fasste er zuletzt noch einmal in seinem Buch, „Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa“ zusammen, das 2014 erschien.
Beratungen zur Asylpolitik
Flüchtlingskrise: Koalitionsspitzen und Länderchefs beraten über Transitzonen
Berlin (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sind am Donnerstagnachmittag erneut zu Beratungen über die Bewältigung der Flüchtlingskrise zusammengekommen. Dabei soll unter anderem ein Kompromiss bei den umstrittenen Transitzonen gefunden werden. Vor dem Treffen der Parteivorsitzenden der großen Koalition hatte Merkel sich mit CSU-Chef Seehofer beraten, am Abend trifft sich die Bundeskanzlerin im Kanzleramt mit den Regierungschefs der Länder.
An dem Bund-Länder-Treffen zur Asylpolitik werden unter anderem auch der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit und Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, sowie Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble teilnehmen.


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