Vorfall in Köln
Übergriffe in Köln: Krings (CDU) will „möglichst viele“ Täter ausweisen

Berlin (dts) – Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenminister, Günter Krings (CDU), hat nach den Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof ein hartes Vorgehen gegen die Täter gefordert.

Es seien nicht nur strafrechtliche und präventive Konsequenzen nötig, sagte Krings dem „Handelsblatt“: „Auch die Ausländerbehörden müssen hier nun ihren Ermessensspielraum konsequent nutzen, damit möglichst viele der Täter unser Land zügig verlassen.“ Der Kölner Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck forderte von den Sicherheitsbehörden eine selbstkritische Analyse, wie es überhaupt zu dieser Häufung solcher Taten im öffentlichen Raum habe kommen können, „damit sich Vergleichbares nicht wiederholt“. „Ich warne aber vor einer Instrumentalisierung dieser schlimmen Taten für rassistische Zwecke“, sagte Beck dem „Handelsblatt“. „Wer jetzt schon wieder schlauer als die Ermittler sein will, dem geht es nicht um die Opfer der Übergriffe, sondern eine Instrumentalisierung der schrecklichen Taten.“ Die Vorfälle müssten nun aufgeklärt, die Täter ermittelt und konsequent angeklagt werden, sagte Beck weiter. In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Ausgangspunkt für die Übergriffe soll eine Gruppe von etwa 1.000 Männern gewesen sein, teilte die Kölner Polizei am Montag in einer Pressekonferenz mit. Es habe zahlreiche Sexualdelikte gegeben, so der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers. „Auch in sehr massiver Form. Frauen sind angefasst, angegangen worden.“ Die Straftaten seien aus einer Gruppe von Menschen heraus begangen worden, „die von ihrem Aussehen her überwiegend aus dem nordafrikanischen beziehungsweise arabischen Raum stammen“, so Albers weiter. Auch rund um die Hamburger Reeperbahn waren mehrere Frauen belästigt und bestohlen worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei gehe es derzeit um zehn Delikte im Bereich der sexuellen Beleidigung sowie Raub und räuberischer Diebstahl.
 

Reisefeiheit
Lambsdorff will Ende der Grenzkontrollen in der EU

Brüssel (dts) – Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), hat ein Ende der Kontrollen an EU-Binnengrenzen gefordert. „Schlagbäume und Passkontrollen in Europa sollten der Vergangenheit angehören“, sagte der FDP-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Europäer müssten „alles dafür tun, um die Reisefreiheit in Europa wieder zu ermöglichen“. Lambsdorff warf der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine „chaotische, nicht mit den EU-Partnern abgestimmte Politik“ vor, die das Schengen-System „in Gefahr gebracht“ habe. „Erst wurden ohne Absprache die Außengrenzen aufgerissen, dann gab es großes Erstaunen, wie viele Menschen zu uns kommen“, sagte er. „Und jetzt setzt die Bundeskanzlerin hilflose Appelle an die europäische Solidarität ab, die ihre Regierung selber nicht aufgebracht hat, als Italien und Griechenland darum baten.“

Wahlrecht für alle
NRW: Türkische Einwanderer sammeln Unterschriften für Wahlrechtsreform

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Düsseldorf (nex) – Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland haben türkische Einwanderer mit Aufenthaltsberechtigung eine Unterschriftensammlung gestartet, deren Ziel es ist, eine Änderung der Landesverfassung mit dem Ziel zu erreichen, ein Wahlrecht für in Deutschland lebende türkische Staatsangehörige auf Landesebene und die Gleichstellung mit EU-Bürgern auf kommunaler Ebene zu schaffen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu erklärte der Sprecher der Initiative „NRW -Initiative Kommunales Wahlrecht“ Bahattin Gemici, in einer Zeit, in der über die Änderung der Verfassung des Bundeslandes gesprochen wird, sei es eine große Chance für einen solchen Schritt. Die Initiative würde vor allem für eine Reform des aktiven Wahlrechts kämpfen. Wer seit mindestens fünf Jahren legal in Deutschland lebe, solle auch auf kommunaler und auf Landesebene mitbestimmen dürfen.
Kommunales Wahlrecht für alle: Bahattin Gemici (Foto: aa)
Kommunales Wahlrecht für alle: Bahattin Gemici (Foto: aa)
Wie Gemici weiter verlauten ließ, hätte man es sich zum Ziel gesetzt, bis zum 15. Februar 50 000 Unterschriften zu sammeln, außerdem solle eine Demonstration vor dem Landtag von NRW stattfinden. „Während die sich in Deutschland drei Monate aufhaltenden EU-Bürger wählen dürfen, ist es eine große Ungerechtigkeit, dass die seit 54 Jahren diesem Land dienenden Türken nicht wählen dürfen“, erklärte Gemici. Dies würde auch europäischen Standards widersprechen. Auf europäischer Ebene setzten sich der Europarat und das Europäische Parlament bereits seit langem dafür ein, bei Wahlen auf kommunaler Ebene allen rechtmäßig in einem Land lebenden Menschen das aktive und passive Wahlrecht einzuräumen. Zahlreiche Länder der EU wie Schweden, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Irland, Ungarn, Estland, Litauen und die Slowakei hätten das kommunale Wahlrecht für legale Einwanderer sogar bereits umgesetzt. Das demokratische Prinzip gebiete die Mitwirkung aller Mitglieder der Gesellschaft an Entscheidungen, die das gesellschaftliche Zusammenleben betreffen, erklärt Gemici weiter. „Städte, Gemeinden und Landkreise können es sich nicht länger leisten, einen Teil ihrer Einwohnerinnen und Einwohner von der politischen Willensbildung durch Wahlen und damit von Entscheidungen auszuschließen, die die Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes betreffen.“ Mit Einführung des kommunalen Wahlrechts für EU-Staatsangehörige sei ein “Dreiklassenwahlrecht” mit voll wahlberechtigten deutschen Staatsbürgern, kommunalwahlberechtigten EU-Bürgern und wahlrechtslosen Drittstaatsangehörigen entstanden. Die damit verschärfte Ungleichbehandlung müsse ein Ende haben. Die Gleichstellung im Wahlrecht wäre auch ein wesentlicher Beitrag zur Integration, hieß es vonseiten der Initiatoren.    

Bundestagswahl 2017
Experte sieht Politiklandschaft wegen AfD vor tiefgreifenden Veränderungen

Berlin (dts) – Nach Einschätzung des Passauer Politikwissenschaftlers Heinrich Oberreuter steht die Politiklandschaft vor tiefgreifenden Veränderungen, sollte die Alternative für Deutschland (AfD) bei den anstehenden Landtagswahlen weitere Erfolge für sich verbuchen können. „Für die Bundestagswahl 2017 würden bei Erfolgen in den Ländern die Hemmschwellen sinken“, sagte Oberreuter dem „Handelsblatt“. Schon die gemäßigtere AfD habe den Einzug ins Parlament 2013 nur äußerst knapp verpasst, im Osten sei sie damals sogar schon über der 5-Prozent-Grenze gewesen. „Käme sie in den Bundestag, gewönne sie zusätzliche Resonanz“, so Oberreuter. Die CDU wäre daran nicht ganz unschuldig, zumal sie mittlerweile schon als Partei links der Mitte wahrgenommen werde. Das könne für manche Wähler ein zusätzliches Motiv sein, sich „rechts“ zu orientieren. Der Einzug der Partei in den Bundestag würde zudem Koalitionsbildungen jenseits der Großen Koalition „äußerst erschweren, wenn nicht verunmöglichen“, fügte der Experte hinzu. Eine Fortsetzung der Großen Koalition im Bund würde jedoch „Alternativen und Profile entschärfen und damit den Markt für Radikaleres oder Profilierteres erweitern“, ist Oberreuter überzeugt. „Das träfe einen Nerv unseres Parlamentarismus, auch ohne dass die AfD in der Lage wäre, Entscheidungsprozesse zu blockieren“, sagte er. Oberreuter sprach von einer „ernsthaften Entwicklung“, die auf Deutschland zukäme, sollte sich das Anwachsen der AfD in der Demoskopie an den Wahlurnen fortsetzen. Zwar habe sich bisher in der Bundesrepublik dauerhaft eigentlich keine rechte Partei stabil etablieren können. Bleibe die Flüchtlingskrise allerdings wie sie derzeit sei, „werden mehr Leute auf die hören, die ihnen vermeintlich plausible und einfache Antworten anbieten“, sagte Oberreuter. „Das kann das Klima in der Republik verändern.“

Köln
Bosbach: Bundestag soll sich mit Sexualdelikten in Köln befassen

Berlin/Köln (dts) – Der frühere Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), hat eine Befassung des Bundestags mit den Sexualdelikten in der Silvesternacht in Köln gefordert. „Es wäre sinnvoll, wenn sich der Innenausschuss des Bundestags mit den Vorgängen in Köln in der Silvesternacht beschäftigen würde, weil der Bahnhof und das Bahnhofsgelände in der Verantwortung der Bundespolizei liegt“, sagte Bosbach der „Rheinischen Post“. Die Bundespolizei sei dort für Gefahrenabwehr und die Aufklärung von Straftaten verantwortlich. „Im Bahnhofsumfeld ist die Landespolizei NRW zuständig. Es stellen sich zwei Fragen: Hatten wir genügend Kräfte und wie läuft die Kooperation zwischen Bundespolizei und Landespolizei“, so Bosbach. In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Ausgangspunkt für die Übergriffe soll eine Gruppe von etwa 1.000 Männern gewesen sein, teilte die Kölner Polizei am Montag in einer Pressekonferenz mit. Es habe zahlreiche Sexualdelikte gegeben, so der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers. „Auch in sehr massiver Form. Frauen sind angefasst, angegangen worden.“ Die Straftaten seien aus einer Gruppe von Menschen heraus begangen worden, „die von ihrem Aussehen her überwiegend aus dem nordafrikanischen beziehungsweise arabischen Raum stammen“, so Albers weiter.

Flüchtlingspolitik
Dreyer wirft Union mangelnde Solidarität mit Merkel vor

Berlin (dts) – Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin  kritisiert die Union für mangelnde Solidarität mit der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingskrise: „Frau Merkel ist mit ihrer Politik in der eigenen Partei oft einsam. Manche und mancher in der CDU schwankt, mag nicht klar sagen, ob sie hinter Merkel stehen oder nur so tun“, sagte Dreyer im Interview der „Welt“. „Wer die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für richtig hält, kann eigentlich nur SPD wählen“, sagte die Landesregierungschefin mit Blick auf die Landtagswahl am 13. März dieses Jahres. Mit dem Ausgang der Wahl verbindet Dreyer ihr politisches Schicksal. Ein Amt in einer möglicherweise CDU-geführten Landesregierung unter Julia Klöckner kommt für sie nicht infrage. „Ich will Ministerpräsidentin bleiben, alles andere schließe ich aus“, sagte Dreyer. „Ich kämpfe für unseren Wahlsieg, und setze voll darauf. Eine andere Option gibt es für mich nicht.“ In Umfragen liegt die CDU zurzeit deutlich vor der SPD. Demnach gibt es auch keine Mehrheit für die von Dreyer geführte rot-grüne Koalition. Angesichts der schwierigen Lage der Bundes-SPD bemüht sich Dreyer um Abgrenzung. „Die SPD in Rheinland-Pfalz setzt auf ihre eigene Stärke, sie ist eine geschlossene Partei. Wir orientieren uns an den Menschen im Land und weniger an Berlin“, sagte sie. Zwar wäre es „schön, wenn die SPD im Bund ein paar Prozentpunkte zulegt.“ Bei der Landtagswahl kandidierten aber „weder Sigmar Gabriel noch Angela Merkel“.

Ernährungsreport 2016
Bericht: Städter leiden häufiger unter Allergien als Landbewohner

Berlin (dts) – Die Menschen in großen Städten leiden häufiger unter Allergien und Unverträglichkeiten als Bewohner auf dem Land. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, geht dies aus dem „Ernährungsreport 2016“ hervor, den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Dienstag in Berlin vorstellen will. Laut Report reagieren inzwischen 16 Prozent der Menschen in Orten mit über 500.000 Einwohnern empfindlich auf Nahrungsmittel oder Pollen. In Städten zwischen 20.000 und 500.000 sind es nur 13 Prozent, in Kommunen bis 20.000 Bürgern sogar lediglich neun Prozent. Der Experte der Europäischen Stiftung für Allergieforschung, Matthias Colli, bestätigte die Entwicklung. „In den westlichen Industriestaaten nimmt die Zahl der Allergiker seit Jahren zu“, sagte Colli der Zeitung. Der Anstieg sei auf bessere Hygiene, veränderte Umweltfaktoren sowie Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Auch Stress im „urbanen Lebensstil“ spiele eine Rolle.
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Medienwelt
Nina Kunzendorf: Das heute bekannte Fernsehen hört irgendwann auf

Berlin (dts) – Schauspielerin Nina Kunzendorf glaubt, dass dem Fernsehen eine grundlegende Veränderung bevorsteht: „Die Art von Fernsehen, die wir kennen, die wir gewohnt sind“, werde irgendwann aufhören, sagte Kunzendorf in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Das wird nicht mehr lange so gehen.“ Als Gründe nennt die Schauspielerin unter anderem die sich verändernde finanzielle Situation. „Natürlich schlägt es sich auf die Qualität eines Films nieder, ob man 24 oder 21 Tage Zeit hat zu drehen.“ Sie erlebe zudem immer wieder, dass Drehbücher nicht fertig seien. „Das liegt nicht daran, dass wir nicht tolle Autoren haben, im Gegenteil, die bekommen meist nur nicht die Zeit bezahlt, die es braucht, um Bücher sorgfältig zu entwickeln und zu schreiben“, so die 44-Jährige. „Ich hoffe sehr, dass sich die Machtverhältnisse wieder zugunsten der eigentlichen Macher, der Kreativen, der Erzähler – damit meine ich allen voran die Autoren und Regisseure – verändern.“

"Rote Notiz"
USA: Wird Fethullah Gülen bald ausgeliefert?

Ankara (nex) – Gegen den in den USA lebenden, umstrittenen türkischen Prediger Fethullah Gülen soll demnächst eine „rote Notiz“ von Interpol erwirkt werden. Dieser Vermerk entspricht einem Ersuchen um Festnahme oder vorläufige Festnahme mit dem Ziel der Auslieferung. Dem Prediger wird vorgeworfen, an der Spitze einer Terrororganisation zu stehen, die innerhalb des türkischen Staatsapparates eine Parallelstruktur gebildet haben soll mit dem Ziel, einen institutionellen Staatsstreich gegen die gewählte Regierung zu verüben. In diesem Zusammenhang soll die „Fethullistische Terrororganisation“ (FETÖ) unter anderem gesetzwidrige Lauschangriffe durchgeführt und Militärspionage begangen haben. Türkische Gerichte hatten im Vorfeld grünes Licht für die Erwirkung eines Auslieferungsantrags auf dem Wege der Interpol gegeben. Insgesamt vier Verfahrensakten, zwei aus Istanbul, eine aus Izmir und eine aus Bursa, die mit strafrechtlich relevanten Tatvorwürfen gegen mutmaßliche Angehörige der FETÖ in Verbindung stehen, wurden im Ersuchen zusammengefasst, das vonseiten des türkischen Justizministeriums nun an Interpol weitergeleitet werden soll. Auf der Basis des bilateralen Auslieferungsabkommens zwischen den USA und der Türkei soll nun eine Auslieferung des krimineller Machenschaften beschuldigten Predigers begehrt werden.

Monumentales Filmprojekt
Mel Gibson führt Regie in Filmprojekt des Osmanen-Enkels

Istanbul (nex) – Der berühmte Hollywood-Schauspieler und Regisseur Mel Gibson besuchte vor kurzem die Türkei. Dies berichteten mehrere türkische Medien. Grund für seinen geheim gehaltenen Besuch sei, wie demnach erst jetzt bekannt wurde, das teuerste türkische Filmprojekt aller Zeiten. Für dieses soll der Hollywoodstar – bekannt aus Kinohits wie Mad Max, Lethal Weapon, Kopfgeld und Apocalypto – den Stuhl des Regisseurs besetzen. Bei dem 35 Millionen Dollar teuren Projekt handelt es sich um die Verfilmung des Romans „El Isra“ („Die nächtliche Reise“) von Talat Özpolat. Als Produzent des Filmes ist ein nicht weniger bemerkenswerter Name verantwortlich: Kayıhan A. Osmanoğlu, der Enkel des Osmanischen Sultans und des Khalifen Abdülhamid Han II., soll hinter dem monumentalen Projekt stehen. Trotz strengster Geheimhaltung während der Castings werde jetzt schon gemunkelt, dass einige Weltstars an der Produktion mitwirken werden, so heißt es in den Medienberichten.
Kayihan Osmanoglu (Foto: haber)
Kayihan Osmanoglu (Foto: haber)