Tigermücke
Experten: Exotische Mückenart in Deutschland kann Zika-Virus übertragen

Düsseldorf (ots) – Biologen haben darauf hingewiesen, dass die in Deutschland vorkommende asiatische Tigermücke auch das gefährliche Zika-Virus übertragen kann. Diese Art breite sich seit Jahren in Deutschland aus. „Der Anteil dieser exotischen Mückenart ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung der „Rheinischen Post“. So sei die sehr aggressive Tigermücke vor allem in Baden-Württemberg verbreitet, komme aber mittlerweile auch in Teilen von Bayern, NRW, Hessen und Thüringen vor. „Die asiatische Tigermücke gilt nach der Gelbfiebermücke als der wichtigste Überträger von Erregern wie dem Zika-Virus“, sagte der Mückenexperte Norbert Becker der „Rheinischen Post“. Becker lehrt an der Universität Heidelberg und ist zudem für die Weltgesundheitsorganisation WHO tätig. Unterdessen wiesen Tropenmediziner vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut darauf hin, dass in Südeuropa vermehrt mit Zika-Infektionen zu rechnen sei, wo die asiatische Tigermücke seit den 1990er Jahren heimisch ist. Insgesamt wird die Übertragungsgefahr in Deutschland aber als gering eingeschätzt.

Cyber-Krieg gegen Boykottbewegung
Israelischer General: „Das gefährlichste Land im Nahen Osten ist der Staat Facebook“

Jerusalem (nex) – Die israelische Regierung hat angekündigt, einen „elektronischen Krieg“ gegen die Bewegung „Boykott, Desinvestition und Sanktionen“ (BDS) führen zu wollen. Dazu sollen eine Überwachung, Spurenverfolgung und Obstruktion der Online-Aktivitäten von BDS-Aktivisten ebenso gehören wie Attacken mittels „spezieller intelligenter Maßnahmen“. In der Zeitung Israel Hayom heißt es dazu: „Israel ist einer Delegitimationskampagne ausgesetzt. Deren Wirkung reicht weit und erreicht sogar den Generalsekretär der Vereinten Nationen“. Allerdings sei dies eine Schlacht in „unserem eigenen Stadion: den Cyberspace“. Die Zeitung zitierte den israelischen Minister für strategische Angelegenheiten, Gilad Erdan, wonach dieser geäußert habe, das Statement des UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, in dem dieser zu einem Ende der Besetzung palästinensischen Territoriums aufgerufen habe, trage zu einer „globalen Beeinträchtigung des israelischen Images“ bei. Während der Cyber Tech Conference 2016 in Tel Aviv erklärte Erdan: „BDS sollte eigentlich in die Defensive gezwungen werden und nicht Israel angreifen können.“ Er fügte hinzu, dass die Regierung mehr als 100 Millionen Schekel (etwa 25 Mio. US-Dollar) für den „elektronischen Krieg“ zur Verfügung gestellt habe. Der Vorsitzende des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien, General Amos Yadlin, erklärte: „Das gefährlichste Land im Nahen Osten ist der Staat Facebook.“ In den Universitäten, an denen nun antiisraelische Propaganda existiere, lernten derzeit diejenigen, die in 20 Jahren die USA führen würden.

Geberkonferenz zu Syrien in London
Welthungerhilfe: Neue Strategie zur Unterstützung der syrischen Flüchtlinge erforderlich

Bonn (ots) – Vor der internationalen Geberkonferenz am Donnerstag in London fordert die Welthungerhilfe eine neue Strategie, um die syrischen Flüchtlinge in den Anrainerstaaten besser zu versorgen. Die wichtigsten Organisationen, die in Syrien sowie der Türkei, dem Libanon und Jordanien Hilfe leisten, treffen sich bereits heute in London, um ihren Forderungen an die Staatengemeinschaft noch einmal Nachdruck zu verleihen. Dazu gehört auch, dass die Kriegsparteien aufgefordert werden müssen, die Belagerung von Städten zu beenden und den Beschuss von Krankenhäusern sowie Schulen einzustellen. „Nur ein Ende der Kämpfe und eine politische Lösung können langfristig das Leid der Syrer beenden. Deshalb müssen alle Länder konstruktiv die diplomatischen Bemühungen für einen Frieden unterstützen. Bis dahin muss es uns gelingen, die katastrophale humanitäre Lage der Menschen zu verbessern“, betont Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, am Rande des Treffens in London. Zentraler Bestandteil einer neuen Strategie muss auch die langfristige Finanzierung der Programme der Vereinten Nationen sein. Die UN braucht mehr als 7 Milliarden Dollar, um die Kriegsflüchtlinge versorgen zu können. Bisher sind die von den Vereinten Nationen für 2015 benötigten Hilfsgelder nur zu knapp 60 Prozent überwiesen worden. Seit Ausbruch des Krieges vor 5 Jahren werden stündlich 50 syrische Familien aus ihren Häusern vertrieben. Die Lebenserwartung ist im Land um 13 Jahre gesunken und jeder zweite Syrer ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Dr. Till Wahnbaeck steht für Interviewanfragen in London zur Verfügung. Die Welthungerhilfe leistet seit November 2012 humanitäre Hilfe für syrische Bürgerkriegsopfer. Nachdem dies zunächst innerhalb Syriens erfolgte, wurde die Welthungerhilfe angesichts der zunehmenden Flüchtlingsströme in die Türkei und in den Nordirak auch in diesen Ländern aktiv. Koordiniert von dem Länderbüro in Gaziantep/Türkei werden seit Sommer 2014 Bürgerkriegsopfer und Vertriebene in der Region unterstützt. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Welthungerhilfe.  

Russische Jets über der Türkei
Türkei erlaubt russische Beobachtungsflüge

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Ankara (nex) – Ungeachtet der jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und der Russischen Föderation infolge des Abschusses eines russischen Su-24-Kampfjets im November 2015 und der mutmaßlichen weiteren Verletzung türkischen Luftraums am Freitag der Vorwoche wird im Laufe dieser Woche ein russisches Beobachtungsflugprogramm über der Türkei stattfinden. Dieses wird im Rahmen des 1992 abgeschlossenen internationalen Open Skies Abkommens abgehalten, dem die Türkei 1994 beigetreten war. In der Zeit von Montag bis Freitag ist es Russland auf dieser Basis gestattet, unbewaffnet Beobachtungsflüge über türkischem Territorium durchzuführen. Ein Team türkischer Spezialisten wird die Flüge überwachen. Üblicherweise nimmt die Türkei ihrerseits ihr Recht, über russischem Territorium Beobachtungsflüge durchzuführen, im Schnitt vier Mal pro Jahr in Anspruch, die Russische Föderation übt ihres regelmäßig zwei Mal jährlich aus. Unabhängig davon hat die türkische Luftwaffe jedoch, wie militärische Quellen mitteilen, infolge des Vorfalls vom letzten Freitag über das gesamte Land hinweg einen „orange Alarm“ auf Schlüsselbasen ausgelöst. Damit ist eine hohe Alarmstufe in Kraft getreten, die sonst nur bei akuter Gefahr eines Terroranschlags Anwendung findet. In Anbetracht der erhöhten Bedrohungslage angesichts des syrischen Bürgerkrieges und der wiederholten Verletzungen türkischen Luftraums hat die NATO am Montag Statements zufolge den Lieferungsumfang militärischer Hardware ausgeweitet, insbesondere seit dem Zwischenfall mit der russischen Su-24. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu kündigte an, neben der spanischen Entscheidung, die Patriot-Raketenabwehrsysteme, die an die türkische Grenze geliefert worden waren, „in Kürze noch weitere Erklärungen“ abgeben zu können. Aus einem NATO-Statement geht unterdessen hervor, dass das westliche Militärbündnis seinem türkischen Partner ein maßgeschneidertes neues Sicherheitspaket in Aussicht gestellt habe, das der instabilen Situation vor Ort Rechnung tragen soll. Dieses Paket soll zusätzliche AWACS-Aufklärungsflüge, eine verstärkte Präsenz der Luftwaffe, stärkere Präsenz zur See und den Einschluss des östlichen Mittelmeers in Hafenrufsysteme, Übungen und maritime Aufklärungsflüge beinhalten. Auch soll der NATO-Sicherheitsplan langfristige Verteidigungspläne für die Türkei umfassen und in diesem Zusammenhang die türkische Luftwaffe mit defensiven Raketenabwehrgeräten ausstatten. Nachdem die syrische Luftwaffe am 22. Juni 2012 nach einem kurzen Eindringen in den syrischen Luftraum eine türkische RF-4E, eine unbewaffnete Aufklärungsversion des F4-Kampfflugzeugs abgeschossen hatte und immer wieder Kampfhandlungen auf der syrischen Seite türkische Grenzdörfer in Mitleidenschaft gezogen hatten, stationierten die NATO-Partner auf Ansuchen der Türkei Patriot-Batterien an mehreren süd- und südosttürkischen Standorten in den Provinzen Şanlıurfa und Gaziantep. Im Vorjahr wurden diese abgezogen. Einige Stimmen hatten die zunehmende Indifferenz russischer Kampfpiloten gegenüber der türkischen Grenze auch auf die Abwesenheit der Patriot-Systeme zurückgeführt. Das Außenministerium erklärte zum Vorfall vom Freitag, man habe den russischen Botschafter in der Angelegenheit der mutmaßlichen Grenzverletzung einbestellt.

Integrationsprojekt
Sachsen-Anhalt: Flüchtlinge fahren in den Karnevalszügen mit

Halle (ots) – Trotz Terror, Gewalt und Flüchtlingskrise: Sachsen-Anhalts Karnevalisten bereiten sich auf einen fast normalen Faschingshöhepunkt vor – die Rosenmontagsumzüge. „Ich bin relativ gelassen“, sagte der Präsident des Karneval-Landesverbandes, Dirk Vater, der Mitteldeutschen Zeitung. Die Polizei im Osten des Landes sprach zwar von verstärkter Präsenz. „Das ist aber wie immer im Karneval“, so Ralf Moritz, Sprecher der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau. In Dessau und Köthen finden am Sonntag und Montag zwei der größeren Umzüge statt. „Wir haben keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung“, so Moritz. Das verlautete auch aus dem Innenministerium. Auch Sicherheitszonen für Frauen, wie sie am Rhein nach den Kölner Vorfällen der Silvesternacht eingeführt werden, seien nicht geplant, so Moritz. Beim Köthener Karnevalsverein Kukakö hieß es zwar, die Sicherheitsvorkehrungen seien bürokratischer geworden – erstmals habe das Konzept der Veranstalter schriftlich vorgelegt werden müssen. Von einer Verschärfung könne man aber nicht reden. In Dessau wurden Vereine nach Angaben der Organisatoren lediglich gebeten, leere Kartons oder Rücksäcke nicht auf der Straße stehen zu lassen, um Irritationen zu vermeiden. In Halle war von einem etwas verschärften Konzept mit mehr Sicherheitspersonal die Rede. „Wir gehen dem aber auch gelassen entgegen“, so Vereins-Chef Volker Rosenau. Vorgaben zum inhaltlichen Umgang mit den Themen Terror, Gewalt und Flüchtlinge gebe es nicht, sagte Verbandschef Vater – lediglich den Hinweis „verantwortungsbewusst damit umzugehen“. Gänzlich aussparen lasse sich das Flüchtlingsthema nicht. „Dazu ist es im Tagesgeschehen zu präsent. Aber man sollte nicht über die Stränge schlagen.“ Kostümierungen wie jüngst in Hübitz (Mansfeld-Südharz), wo Gäste im Dschihadisten-Kostüm mit Attrappen von Munitionsgürteln erschienen, „sind für mich nicht mehr lustig“. In Köthen werden Flüchtlinge sogar bewusst in den Rosenmontagsumzug integriert. Auf dem Mottowagen des Deutschen Fördervereins für Sanitätswesen würden 15 bis 20 Gäste aus Syrien, Afghanistan und Indien mitfahren, sagte Vereinschef Raymond Schulz der Zeitung. „Die Flüchtlinge gehören zu unserem Alltag, wir wollen sie integrieren – und sie den Karneval kennenlernen.“ Der Verein ist in der Flüchtlingsbetreuung aktiv. Auch auf anderen Faschingsveranstaltungen sei er bereits mit Flüchtlingen gewesen, so Schulz – ohne negative Reaktionen.

Neon-Figuren in London
Palästinensischer Künstler will Angela Merkel helfen

London (nex) – Wie der Sender CNN berichtet, sollen sechs Neon-Figuren, die eine Flüchtlingsfamilie darstellen sollen und derzeit noch zwei Monate länger als geplant an der Stätte des Winter Lights at Canary Wharf Festivals in London ausgestellt wird, auch bald in Deutschland zu sehen sein. Ihr Schöpfer ist der palästinensische Künstler Alaa Minawi, der mit seinem Werk das Flüchtlingselend in Europa darstellen will. Im Vorfeld hat er mehr als 1000 Gespräche mit Flüchtlingen über ihr Schicksal geführt. „Wenn Menschen gezwungen sind, ihr Land zu verlassen, verlieren sie nicht nur ihre Schulen, Spielsachen und Autos“, erklärte Minawi über die Bedeutung seiner Figuren. „Sie lassen ihre Haut, ihre Organe, ihre Erinnerungen fallen. Sie verwandeln sich in Konturen menschlicher Wesen.“ Minawi, der selbst als Flüchtling im Libanon gelebt hat, will seine Skulpturen noch in Portugal ausstellen, sie aber am Ende in Deutschland verkaufen. Er möchte nach eigenen Angaben die Skulpturen zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deutschland verkaufen und habe ihr in dieser Sache bereits geschrieben. Allerdings warte er noch auf Antwort, da die Kanzlerin „wirklich schwer zu erreichen“ sei. Mit dem Großteil des Verkaufserlöses würde Minawi gerne syrischen Flüchtlingen in Deutschland helfen. „Angela Merkel war die erste Person, die mutig genug war, Flüchtlingen die Tür zu öffnen. Ich schätze sehr hoch, was sie getan hat und möchte einen Beitrag zu dem beisteuern, was sie leistet. Dies würde der Installation einen Wert geben, der noch über das Vermitteln einer emotionalen Botschaft hinausreicht“, äußerte der Künstler sich gegenüber CNN. Die Figuren sollen aber nicht nur für die Europäer, sondern auch für die Flüchtlinge selbst eine Botschaft enthalten. „Ich will ihnen sagen, dass sie ihr Licht scheinen lassen und weiter voranschreiten sollen“, so Minawi. „Fünf der Statuen tragen ihre Köpfe gesenkt. Nur das kleine Kind nicht. Kinder passen sich immer an. Sie sind stärker, als wir glauben. Dieser kleine Junge lief gerade und dann sah er etwas, das seine Aufmerksamkeit erregte. Das reichte ihm, um zu vergessen, was er mitgemacht hat.“

Türkisch-palästinensische Beziehungen
Kooperationsabkommen Türkei-Palästina: „Bildung als wichtiger Sektor im Freiheitskampf“

Ankara (nex) – Der türkische und der palästinensische Bildungsminister haben im Kontext der Stärkung der bilateralen Beziehungen ein Kooperationsabkommen auf dem Gebiet der Bildung unterzeichnet. Das Abkommen wurde vom türkischen Bildungsminister Nabi Avci und seinem palästinensischen Amtskollegen, Sabri Saidam, im Hauptgebäude des Bildungsministeriums in Ankara unterfertigt. In seiner Ansprache während der Zeremonie zur Unterzeichnung erklärte Avci: „Wir werden unsere Beziehungen zu unseren palästinensischen Geschwistern mit den Mitteln des Kooperationsabkommens, das wir unterzeichnet hatten, auf allen Ebenen der Bildung voranbringen“. Dabei erwähnte er, dass derzeit 484 palästinensische Studenten in höheren Bildungseinrichtungen der Türkei registriert seien. Saidam wiederum brachte seine Dankbarkeit gegenüber der Türkei für ihr herzliches Willkommen und ihre großzügige Gastfreundschaft zum Ausdruck. „Wenn wir die Türkei besuchen, ist es, als ob wir unsere Heimat besuchen“, so der Minister. „Wir betrachten die Bildung als einen der wichtigsten Sektoren in unserem Freiheitskampf.“   Mehr zum Thema:

WHO Gesundheitsnotstand
Zika-Virus: Bundesgesundheitsminister Gröhe hält Wachsamkeit für geboten

Düsseldorf (ots/nex) – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält die Gefahr durch eine Übertragung des Zika-Virus in Deutschland für gering, hält aber Wachsamkeit dennoch für geboten. „Eine Übertragung in Deutschland halten die Experten für sehr unwahrscheinlich, aber wir bleiben wachsam“, sagte Gröhe der „Rheinischen Post“. Die nötigen Verwaltungsschritte seien bereits eingeleitet worden, sagte er. „Damit einzelne Infektionen in Deutschland, etwa bei Reiserückkehrern, besser überwacht werden können, habe ich bereits in der letzten Woche die Einführung einer Meldepflicht für Arboviren, zu denen etwa das Zika-Virus und Dengue-Fieber gehören, auf den Weg gebracht.“ Dadurch würden die Gesundheitsämter vor Ort die notwendigen Informationen erhalten, um im Bedarfsfall entsprechende Vorkehrungen zu treffen. „Damit liegen wir ganz auf der Linie der WHO“, sagte Gröhe. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte angesichts der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Über die Übertragungswege des Zika-Virus ist bisher wenig bekannt. Übertragen wird der Virus vor allem der Art Aedes aegypti. aber auch andere Arten, darunter möglicherweise auch die Tigermücke. Das Zika-Virus ist Verursacher des Zikafiebers. Bislang existiert weder eine Impfung noch Medikamente zur Prävention.  

Unmut in Washington
USA üben scharfe Kritik an antitürkischem Propagandavideo der PYD

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Washington (nex) – Der Inhalt des in englischer, spanischer und französischer Sprache veröffentlichten Propagandavideos des syrischen PKK-Ablegers PYD, in dem in der Vorwoche zum weltweiten Terror gegen die Türkei sowie türkische Einrichtungen aufgerufen worden war, hat sich offenbar bis in die Regierungsetage der USA herumgesprochen. Am Dienstag hat der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, Kritik an der PYD geübt und im Rahmen des täglichen Pressegesprächs auf eine diesbezügliche Frage das Video scharf verurteilt. „Solch eine Haltung kann nicht akzeptiert werden“, erklärte Kirby. „Wir rufen alle Parteien dazu auf, sich auf den Kampf gegen unseren gemeinsamen Feind IS zu konzentrieren und diesen zu intensivieren.“ Die USA hatten im syrischen Bürgerkrieg über längere Zeit hinweg mit der PYD bei der Bekämpfung der Terrormiliz IS zusammengearbeitet. Erst mit dem Beitritt der Türkei zur internationalen Anti-IS-Koalition ist Washington zunehmend von der Organisation abgerückt, die im Unterschied zur PKK in den USA noch nicht als Terrororganisation eingestuft ist.   Mehr zum Thema:  

Islamkritisches Frauenbild
Abdel Ourghi: Sexistisches Foul eines „modernen Islam-Reformers“

Ein Kommentar von Christian Rogler Bremen (nex) – Abdel Hakim Ourghi ist in der „islamkritischen“ Gemeinde Deutschlands und weit darüber hinaus schon fast eine kleine Berühmtheit, und darauf scheint er überaus stolz zu sein. Immerhin hat er sich diesen Ruhm auch hart erarbeitet. Er leitet die Abteilung für Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er lässt kein Mikrofon aus und keine Gelegenheit verstreichen, sich durch deutsche Medien reichen zu lassen, um von dort aus den vermeintlich verderblichen Einfluss der „konservativen Islamverbände“ zu beklagen und die Muslime zur Selbstkritik und Hinterfragung ihrer religiösen Überzeugungen aufzufordern. Während er den Muslimen Maßhalten bei der Artikulation ihrer Interessen in der Öffentlichkeit empfiehlt, tritt er selbst seinerseits überaus fordernd auf, wenn es darum geht, die Anpassung an „westliche Werte“ seitens in Deutschland lebender Muslime anzumahnen. Gegenüber der Mehrheitsgesellschaft und so genannten „Islamkritikern“ betätigt er sich gerne als Abschnittsbevollmächtigter und Kronzeuge – jüngst etwa gegenüber dem hardcore-atheistischen „humanistischen pressedienst“ (hpd), wo er vor einer (konservativ-islamischen) „Parallelgesellschaft“ warnt und der deutschen Politik Verfehlungen vorwirft, die eine „Weiterentwicklung des Islams zu einem modernen humanistischen und säkularen Islam“ verhinderten. Dieser sei nämlich nach seiner Überzeugung offenbar jener der Mehrheit, da die gängigen Islamverbände nur 20 Prozent aller Muslime organisierten. Warum dann kein „humanistischer“ Islamverband gegründet wird, der die restlichen 80 Prozent organisieren würde, lässt er dabei offen.

„Es gibt keine Islamophobie“

Wie es Assimiliationspolitiker und diverse Journalisten gerne hören, erklärt Abdel Hakim Ourghi, dass es eigentlich gar keine Islamophobie gäbe, sondern diese nur eine Erfindung darstelle, um „nicht nur den Islam im westlichen Kontext unangreifbar zu machen, sondern auch die Macht der konservativen Dachverbände zu stärken“. Leider dürfe man dies nicht sagen, weil „politische Korrektheit das Aussprechen unangenehmer Wahrheiten verhindert“. Nur ein solcher „moderner“ und „humanistischer“ Islam sei mit der säkularen Gesellschaft vereinbar – was mit den Leuten passieren soll, die einem solchen nicht angehören wollen, lässt er offen. Der Zuspruch, den er zu seinen Thesen nicht zuletzt im AfD- und Pegida-Publikum erhält, wirft unweigerlich die Frage auf, ob diesbezüglich eventuell sogar die eine oder andere Schrotflinten-Fantasie im Spiel sein könnte, wie sie kürzlich die Politikerinnen Frauke Petry und Beatrix von Storch artikuliert hatten. In eigener Sache nimmt Ourghi es beim Kampf gegen „reaktionäre“ und „archaische“ Denkmuster übrigens nicht immer so ganz genau. Die Bremer Islamwissenschaftlerin Caroline Neumüller, ehemalige Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes e.V. und somit sicherlich nicht im Verdacht, einer allzu orthodoxen Auslegung der Religion das Wort zu reden, hatte lange die Äußerungen Ourghis auf dessen Facebookseite mitverfolgt und kommentiert. Dass sie dabei wiederholt aus ihrer Sicht allzu holzschnittartige und unterkomplexe Betrachtungen des Kollegen zerpflückt hat und auch offenbart hat, wie viel Luft nach oben das religiöse Wissen seiner Anhängerschaft hat, hat ihr keine Freunde gemacht und am Ende hat Ourghi die unwillkommene Kritikerin ganz liberal vom weiteren Kommentieren auf seiner Pinnwand ausgeschlossen. Caroline Neumüller schreibt dazu in einer Stellungnahme auf Facebook: „In den vergangenen sechs Monaten hat sich sein Profil zu einem Hetzlager von IslamgegnerInnen entwickelt. Musliminnen und Muslime dürfen sich daran beteiligen, solange sie dem Fanclub nach dem Munde reden und auch selbst den Islam und Muslime verteufeln. Wer als positiv verstehende(r) Muslimin, Muslim oder Islam-„Freund“ auftritt, dem wird alles Mögliche angehangen; der wird beleidigt, verhöhnt, belächelt und vorgeführt. Schlussendlich wird man von Herrn Ourghi noch einmal vorgeführt und dann gelöscht, blockiert etc. Selbst seine eigenen StudentInnen blockiert er mittlerweile. Er, der ständig von Selbstkritik schreibt (jedoch nicht bei sich selbst anwendet), angeblich jeden Menschen respektiert (was er nicht tut), sich als Muslim arabischer Herkunft als etwas Höheres und Besseres als Türken und Konvertiten sieht (wir haben das schriftlich), kann nicht als leuchtendes Beispiel und Vorbild für Muslime verstanden werden. Wenn man nicht nach seiner Pfeife tanzt und ihn nicht hofiert oder anbetet, der bekommt von ihm die Quittung. Er beleidigt ständig Leute, die ihm nicht nach dem Munde reden. Dafür hofiert er diejenigen, die ihm Honig um den Bart streichen, obwohl das mit Respekt, Achtung, Akzeptanz und einem guten Gewissen nichts mehr zu tun hat.“

„Carolein“, „Schätzchen“ (?), „Ab in die Küche“

Damit nicht genug, scheint er auch die Beiträge Neumüllers auf ihrer persönlichen Wall mit großem Interesse weiterzuverfolgen und am heutigen Dienstag fühlte er sich sogar veranlasst, an das „liebe Schwesterchen Carolein“ mittels einer persönlichen Nachricht, deren Inhalt dem Nachrichtenxpress zugespielt wurde, heranzutreten. In stark verbesserungsfähigem Deutsch erklärte er unter anderem, „öffizielle Stellen“ (sic!) hätten ihm mitgeteilt, dass Caroline Neumüller „inzwischen nur lächerlich“ sei. „Gebe zu : Du bist nur neidig, mein Carolein“, formulierte der Islamwissenschaftler in distanzarmer Weise weiter, und ging sogar noch weiter: „Ich betrachte deine Kommentare als Hass-liebe. Manchmal denke ich, dass du wirklich psychisch krank bist oder du bist mit deinem Leben unzufrieden. Kümmere dich endlich um deine deinen Sohn und deinen Ehemann oder schreibe lieber endlich etwas Besseres, damit du berühmt wirst. Strenge dich an! Schätzen.“ Ob das „Schätzen“ am Ende eine Aufforderung oder eine übergriffige Anrede („Schätzchen“) darstellen soll, ist aus dem Zusammenhang nicht eindeutig zu erkennen. Für einen „fortschrittlichen westlichen Geist“, der gerne das Frauenbild des Islam angreift und sich in der Öffentlichkeit als besonders „emanzipatorisch“ präsentiert, erscheinen die Untertöne dieses Schreibens jedenfalls als durchaus sexistisch. Hätte ein Vertreter der „konservativ-orthodoxen“ Islamverbände in einer solchen Situation in ähnlicher Weise durch die Blume eine Kritikerin dazu aufgefordert, doch bitte „zurück in die Küche“ zu gehen, wäre dies ohne Zweifel auf breiter Ebene skandalisiert worden. So aber bleibt die Frage offen, ob es nicht in Wahrheit die selbst ernannten „Progressiven“ sind, deren Frauenbild noch wesentlich problematischer ist als das traditionelle. Caroline Neumüller hat auf ihrer Facebook-Pinnwand das Treiben Abdel Hakim Ourghis öffentlich gemacht und angesichts der beleidigenden Nachricht an ihre Person bemerkt: „Mittlerweile gibt es keine privaten Nettigkeiten mehr, da Herr Ourghi sich entschlossen hat aus welchen Gründen auch immer einen Kampf anzufangen, den es sich eigentlich nicht zu kämpfen lohnt. Es hebt nur die Unsicherheit hervor. Das Kartenhaus hat angefangen zu wackeln.“ UPDATE 07.02.2016: Abdel Hakim Ourghi hat sich in einer neuerlichen Nachricht bei Caroline Neumüller für den Ton seiner Nachricht entschuldigt.