Willkommenskultur
Supermodel Laetitia Casta lobt Deutschlands Flüchtlingspolitik


Paris (dts) – Laetitia Casta (37), französisches Supermodel und Schauspielerin, war in den 90er Jahren eines der bekanntesten Models der Welt –und ist für viele Franzosen ein nationales Symbol. Zuweilen hadert sie mit dieser Rolle. „Ich hatte in letzter Zeit nicht viel Grund, stolz auf Frankreich zu sein“, erklärte Casta und wies auf die französische Flüchtlingspolitik hin: „Frankreich will für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen. Aber Frankreich verschließt sich, die Menschen haben Angst. Und deshalb werden sie kleingeistig.“ Sie finde, „dass (…) Deutschland das besser macht“. Casta lobt das Nachbarland: „Die Deutschen haben die Flüchtlinge ins Land und sogar in ihre Häuser gelassen.“ Zudem kritisiert Casta die Modelbranche. „Heute wird über ein Model ein Jahr lang gesprochen, dann ist es weg“, sagt Casta im „Zeitmagazin“. „Ich weiß nicht, wie diese Mädchen denken. Ob ihre Haut dick genug ist. Ich weiß nicht, was sie fühlen, wenn sie auf dem Laufsteg sind oder sich fotografieren lassen. Ob ihr Herz noch schlägt.“ Sie selbst würde unter den heutigen Bedingungen keine Model-Karriere mehr starten können: „Ich bin zu sensibel dafür. Ich würde zerbrechen.“  

U-19-Skandal
Hannover 96: Deutsch-türkischer Nachwuchskicker Enis B. und Gang nach geplantem Spielhallen-Raub suspendiert

Hannover (nex) – Ob sie mit dem erbeuteten Geld der abstiegsbedrohten ersten Mannschaft ihres Vereins Hannover 96 zu einer Verstärkung im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga verhelfen wollten, ist ungewiss. Fest steht jedoch, dass drei junge Männer aus der U-19-Mannschaft der Niedersachsen vorerst keinen Fuß mehr auf den Rasen bekommen werden. Der „Bild“ zufolge sollen die Nachwuchstalente Marcel L., Mohamad D. und Enis B. einen Überfall auf ein Automatencasino in Lauenau bei Hannover geplant haben. Sie hätten dafür bereits ein Autokennzeichen gestohlen und auf das Auto eines ihrer Väter montiert. Allerdings sollen sie dieses im Halteverbot geparkt haben, sodass dieses der Polizei auf Grund zweier unterschiedlicher Kennzeichen aufgefallen wäre. Im Auto seien zudem, so „Bild“, Sturmhauben und eine Gaspistole gefunden worden. Das Abenteuer dürfte für die Möchtegern-Gangster allerdings glimpflich enden. Sie hatten, möglicherweise bevor sie eine unmittelbare Ausführungshandlung zum geplanten Raub setzen konnten, aus freien Stücken ihren Tatentschluss wieder aufgegeben und waren unverrichteter Dinge wieder umgekehrt. Bei der Vernehmung vor der Polizei offenbarten sie ihren ursprünglichen Tatplan. Bis zur Klärung der Angelegenheit wurden sie von ihrem Verein jedoch vorerst suspendiert. Die Tatvorwürfe des Kennzeichendiebstahls und der Urkundenfälschung stehen nach wie vor im Raum. Was den versuchten Raub anbelangt, wird zu klären sein, wie weit sie mit der Ausführung ihres Plans tatsächlich bereits gekommen waren.

Türkisch-israelische Beziehungen
Treffen zwischen Türkei und Israel in der Schweiz

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Genf (nex) – In die Bemühungen der Türkei und Israels, die seit mehreren Jahren angeschlagenen bilateralen Beziehungen wieder zu normalisieren, scheint Bewegung zu kommen. Am Dienstag besuchten Vertreter bekannter jüdischer Organisationen aus den USA den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan im Weißen Palast von Ankara. Unter diesen sollen sich Vertreter der Anti Defamation League (ADL) und des Amerikanisch-Israelischen Komitees für öffentliche Angelegenheiten (AIPAC) sowie Malcolm Hoenlein, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde der USA, befunden haben, der als enger Vertrauter des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu gilt. Am Mittwoch wird es nach Berichten israelischer und türkischer Medien im schweizerischen Genf eine Gesprächsrunde namhafter Diplomaten beider Länder geben. Unter anderem soll der Staatssekretär im türkischen Außenministerium, Feridun Sinirlioğlu, mit nach Genf reisen, um dort an den bereits seit längerer Zeit geplanten Verhandlungen zur Normalisierung der wechselseitigen Beziehungen teilzunehmen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind bereits seit 2009 angespannt. Damals übte Recep Tayyip Erdoğan, zu jener Zeit der Premierminister und heute Präsident der Türkei, im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos scharfe Kritik an Luftangriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen infolge Raketenbeschusses israelischer Städte. Die diplomatischen Beziehungen wurden 2010 abgebrochen, nachdem israelische Sicherheitskräfte im Juni desselben Jahres ein Schiff der Hilfsflottille „Mavi Marmara“ gestürmt hatten. Pro-Gaza-Aktivisten wollten damit die 2006 nach der Machtübernahme der Hamas verhängte Seeblockade durchbrechen. Während der Erstürmung kam es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und israelischen Soldaten, bei denen zehn Menschen, hauptsächlich türkische Staatsangehörige, ums Leben kamen. Erst 2013 kam es auf Initiative des US-Präsidenten Barack Obama wieder zu einer Annäherung, als die israelische Regierung sich für die Todesopfer auf der „Mavi Marmara“ entschuldigte und sich bereit erklärte, über eine Entschädigung der Hinterbliebenen zu verhandeln. Die Türkei hatte diese beiden Punkte sowie eine Aufhebung der Gaza-Blockade zu Voraussetzungen für eine vollständige Normalisierung der Beziehungen benannt. Der von der Türkei scharf kritisierte neuerliche Gaza-Krieg im Sommer 2014 führte zu einer phasenweisen Aussetzung der Entschädigungsverhandlungen. Israel äußert bis dato auch stets Bedenken hinsichtlich einer Aufhebung der Gaza-Blockade, da man die dort regierende Hamas als Terrororganisation betrachtet und befürchtet, dass Gaza im Falle eines freien Zugangs zu einer Basis für weitere Angriffe gegen Israel werden könnte. Türkischen Quellen zufolge sei die Vereinbarung so gut wie ausgehandelt. Lediglich in zwei Punkten, von denen einer von der türkischen, der andere von der israelischen Gesprächspartei angesprochen worden sei, gebe es noch Unstimmigkeiten, berichtet die Zeitung „Zete“.

Digitaler Markt
Google verspürt zunehmenden Konkurrenzdruck aus Schwellenländern

San Francisco (dts) – Philipp Schindler, seit einem halben Jahr im Vorstand von Google und Chief Business Officer, erlebt in Kalifornien einen stärker werdenden Wettbewerb im digitalen Markt: „Die Wahrnehmung, welch starkem Wettbewerb wir unterliegen, unterscheidet sich dramatisch zwischen Europäern und Menschen im Silicon Valley“, sagt Schindler in der Wochenzeitung „Die Zeit“. „In Europa werde ich dauernd gefragt, ob wir überhaupt noch Wettbewerb spüren, dabei sitzen wir alle in Kalifornien und denken, wir sind stärker herausgefordert denn je.“ In den Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen es darum gehe, „wer die so genannte ‚next billion’ für sich gewinnt, also die Menschen in den aufstrebenden Schwellenländern“, stehe Google in starkem Wettbewerb mit Unternehmen wie Apple, Facebook, Amazon und WeChat aus China. Vergangene Woche hatte der Internetkonzern Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, Jahreszahlen vorgelegt. Als Chief Business Officer sei er letztlich für sämtliche Einnahmen von Google zuständig, sagt der einzige Deutsche im Vorstand. Dazu zählt allen voran das Werbegeschäft der Suchmaschine, die Bewegtbildwerbung bei YouTube, aber auch der App-Store und die geschäftliche Seite von Google for Works. „Ich arbeite für eine Firma, die nach wie vor die Welt zum Positiven verändern will. Und ich muss dafür sorgen, dass wir das finanzieren können“, so Schindler. Über YouTube und das Geschäft mit Bewegtbildwerbung sagt der Google-Vorstand: „Die Nutzung von YouTube ist in Deutschland allein im vergangenen Jahr um 40 Prozent gewachsen, und niemand zweifelt, dass diese Entwicklung weiter voranschreitet. Sie sehen es bereits in den USA: Dort wurde im vergangenen Jahr bereits mehr in Bewegtbildwerbung im Internet investiert als in klassische Fernsehwerbung.“

"Verachtung der Polen und der polnischen Politiker"
Rosenmontagszug: Nach Türkei nun auch Polen „not amused“

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Düsseldorf/Warschau (nex) – Ein Düsseldorfer Rosenmontagswagen könnte in Polen ein diplomatisches Nachspiel haben. Wie Medien berichten, wolle der polnische Außenminister Witold Waszczykowski in Berlin wegen eines Motivs intervenieren, das Polen als misshandelte Frau unter dem Stiefel des nationalkonservativen Parteichefs Jaroslaw Kaczynski darstellte. Im polnischen Rundfunk habe Waszczykowski mitgeteilt, dass man auf diplomatische Art darauf aufmerksam machen und Deutschland fragen werde, wem das diene. Wie Medien weiter berichten, sah der Politiker, der wie Kaczynski zur nationalkonservativen PiS-Partei gehört, in dem Motivwagen „Verachtung der Polen und der polnischen Politiker“. Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly nehme die Kritik an seiner Arbeit aber gelassen. „Für mich ist das auf jeden Fall eine Bestätigung dafür, dass sich autoritäre Politik weiter durchsetzt“, zitieren ihn die Medien. Er lasse sich von derlei Protesten aber nicht beeinflussen. Narrenfreiheit sei das oberste Gebot und jeder kriege einen drüber. Nachdem fälschlicherweise der Begriff „Kurden“ anstatt „PKK“ auf einem anderen Wagen Tillys zu sehen war, hatte sich auch die türkische Generalkonsulin in Düsseldorf kritisch geäußert.   Mehr zum Thema: Erdogans Demokratiepaket: Erste kurdischsprachige Suchmaschine „Serketin“ geht in Diyarbakır online  

China lockt Barça-Star
Mega-Angebot: Chinesen bieten 100 Millionen Euro für türkischen Nationalspieler Arda Turan

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Barcelona (nex) – Wie türkische und chinesische Medien berichten, seien die Erstligisten Peking Gouan und Shanghai SPIG bereit, für eine Verpflichtung von Arda Turan 100 Millionen Euro zu zahlen. Zuletzt zahlten die Chinesen für Alex Teixeira eine Ablösesumme von 50 Millionen Euro. Den nun beim spanischen Traditionsclub Barcelona unter Vertrag stehenden Ex-Galatasaray-Star Arda Turan locken die Pekinger Clubs mit einem millionenschweren Jahresgehalt von 20 Millionen Euro. Sollte er zustimmen, könnte der 29-Jährige insgesamt unglaubliche 100 Millionen Euro verdienen. Ein Wechsel des Mittelfeld-Spielers scheint aber unwahrscheinlich. Der türkische Superstar war erst im vergangenen Sommer für 34 Millionen Euro von Atletico Madrid zu Barça gewechselt. Der Türke darf aufgrund der Transfersperre allerdings erst seit Anfang 2016 an Pflichtspielen für Barcelona teilnehmen. Laut Mundo Deportivo beträgt die Ablösesumme 125 Millionen Euro. Turans Vertrag beim Barcelona ist bis 2020 gültig. Erst vor einigen Wochen wechselte sein Landsmann Burak Yilmaz ebenfalls zum Erstligisten Peking Gouan.    
     

Bargeld-Obergrenze
Maas: „Jeder sollte die Freiheit behalten, bar zu bezahlen“

Berlin (dts) – Im Streit um die Pläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), eine Bargeld-Obergrenze einzuführen, warnt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor Eingriffen des Staates in die Freiheitsrechte: „Jeder sollte die Freiheit behalten, bar zu bezahlen“, sagte Maas der „Bild“. „Eine vollständige Digitalisierung aller Bankgeschäfte, das wäre auch eine totale Überwachung.“ Der Minister kündigte an, die – unter anderem durch den früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier geäußerten – verfassungsrechtlichen Bedenken bezüglich einer Bargeld-Grenze sehr ernst zu nehmen. Auch Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) übte scharfe Kritik an den Plänen des Bundesfinanzministeriums. „Ein Bargeldverbot ist ein Zwang, der unnötig ist“, sagte Söder der „Bild“. „Die Menschen sollen ihre Freiheit behalten. In den Zeiten von Finanzkrisen und Negativzinsen ist ein Bargeldverbot ein reiner Bankenzwang.“

Merkels Türkei-Besuch
Flüchtlingskrise: Merkels Nato-Idee überrascht die SPD

Berlin (dts) – Mit ihrem Vorstoß, die Nato in die Bewältigung der Flüchtlingskrise einzubeziehen, hat Angela Merkel den Koalitionspartner überrascht: Er habe von der Idee erst durch den gemeinsamen Auftritt der Bundeskanzlerin mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu bei ihrem Besuch in Ankara erfahren, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, der „Berliner Zeitung“. Es sei nicht seine „erste Wahl, die Nato zu fragen“, um den Küstenschutz zu verbessern und Schleppern von Flüchtlingen zur See das Handwerk zu legen. Dafür gebe es andere Sicherheitskräfte wie die europäische Agentur Frontex. „Das ist nicht in erster Linie die Aufgabe der Nato.“ Nun sei die Bundesregierung gefordert, im Parlament Einzelheiten der neuen Pläne zu nennen, so Mützenich. Jetzt schon sei jedoch absehbar, dass ein Mandat des Bundestages erforderlich wäre, wenn deutsche Soldaten an einer solchen Mission teilnähmen.

Berlin
CDU-Wirtschaftsrat: Flüchtlingskrise erfordert Wende in Arbeitsmarktpolitik

Berlin (dts) – Der CDU-Wirtschaftsrat hat die Große Koalition angesichts der Flüchtlingskrise zu einer Wende in der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik aufgefordert. Die aktuellen Probleme erlaubten keine weiteren Belastungen von Unternehmen, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Deutschland brauche eine robuste wirtschaftliche Entwicklung, um die Flüchtlingskrise überhaupt stemmen zu können. Es sei jetzt an der Zeit, dass die Unions-Führung ihr Versprechen spürbar umsetze, dass „mal die Wirtschaft dran ist“, so Steiger. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gebe sich „in Reden sehr wirtschaftsfreundlich“, während Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) ein „wirtschaftsfeindliches Programm“ abspulten, beanstandete der Generalsekretär. Nahles plane bei Zeit-und Werkverträgen weitere Beschränkungen für die Arbeitgeber, die nicht hinnehmbar seien. „Betriebe brauchen Flexibilität, um Auftragsspitzen bewältigen zu können“, betonte Steiger. Außerdem habe sich das Instrument Zeitarbeit als Brücke in den Arbeitsmarkt gut bewährt. Maas wiederum betreibe eine „eigentümerfeindliche Politik“. Wenn die Kosten zur Modernisierung von Mietwohnungen nicht mehr wie bisher umgelegt werden könnten, drohten sich Investitionen in Altbauten flächendeckend nicht mehr zu lohnen. Sehr kritisch bewertete der CDU-Wirtschaftsrat, dass die Forderungen an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor allem aus den Reihen der SPD „immer forscher“ würden. Für Mehrausgaben werde die Flüchtlingskrise oft nur als Vorwand genutzt. Die „schwarze Null“ und damit ein ausgeglichener Bundeshaushalt müsse das zentrale Ziel für mehr Generationengerechtigkeit bleiben.

"Vertrauen der Investoren verloren"
Experte warnt vor neuer Banken-Krise

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Frankfurt/Main (dts) – Der Wissenschaftler Hans-Peter Burghof warnt vor einer neuen Bankenkrise. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ stellt er fest: „Die Geldhäuser haben das Vertrauen der Investoren verloren.“ Das „Banksein“ als solches sei „so teuer, dass Investoren zu Recht seine Nachhaltigkeit infrage stellen“, kommentiert Burghof, der an der Universität Hohenheim lehrt. Neues Vertrauen würden Investoren erst gewinnen, wenn Banken wieder profitabler werden. Dafür gebe es Burghof zufolge zwei Wege. „Entweder der Wettbewerb wird reduziert, etwa durch Bankenfusionen. Alternativ muss die Regulierung maßvoller werden“, meint der Inhaber des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen. Der Datenhunger der Aufseher beispielsweise belaste besonders kleinere Institute. Zudem sieht er die Einmischung der Regulierer in die Geschäftsmodell der Banken kritisch.