Friendly Fire
Syrien: Russische Luftwaffe zerstört aus Versehen YPG-Lager
Mardin (nex) – Offenbar unter russischen Beschuss ist die von der PKK gesteuerte Terrormiliz YPG im nordostsyrischen al-Hasakah gekommen. Zuvor waren Spekulationen laut geworden, die US-geführte Anti-IS-Koalition habe die Einheiten unter Feuer genommen. Um 9:30 Ortszeit teilte das Generalkommando der YPG mit, dass ein unbekanntes Militärflugzeug eine ihrer Positionen nahe der Region Tishrin im Osten der Stadt al-Hasakah unter Feuer genommen habe.
Es seien dabei Clusterbomben und schweres Gewehrfeuer zum Einsatz gekommen. Drei Kämpfer der YPG seien der Erklärung zufolge dabei ums Leben gekommen, weitere drei verletzt worden. Jüngst berichtete die Tageszeitung „Sabah“, dass die Daten unterschiedlicher militärischer Beobachtungs- und Radarstationen ergeben hätten, dass russische Kampfflugzeuge im Zuge einer Offensive gegen sunnitische Rebellen aus Versehen auch ein Lager des Frauenbataillons der YPG südlich von al-Hasakah dem Erdboden gleichgemacht habe.
Die Opferzahl könnte in Anbetracht der Schäden noch wesentlich höher sein als die ursprünglich vom Generalkommando angegebene. Die russische Luftwaffe, die sehr schnell den Fehler bemerkte, erklärte, es habe Unwägbarkeiten bezüglich der Übermittlung der korrekten Koordinaten für die Piloten vonseiten Syriens gegeben. Moskau äußerte sein Bedauern über den Vorfall und stellte eine Entschädigung in Aussicht. Die syrische Luftwaffe bestritt unterdessen, mit dem Angriff etwas zu tun zu haben. Vor wenigen Tagen habe die russische Luftwaffe auch versehentlich ein wichtiges Lager der syrischen Armee getroffen. Die YPG erklärte, man erwäge eine Beendigung der Zusammenarbeit, sollte sich ein Vorfall dieser Art wiederholen.
ApolloN
Schnellstes Serienauto der Welt: Stößt Apollo N den Bugatti Veyron vom Thron?
Genf (nex) – Der 2013 insolvent gegangene Sportwagenhersteller Gumpert scheint ein Comeback zu planen: „Today we are still building the fastest road car on the planet“, heißt es auf der Facebook-Seite des Unternehmens.
Damit scheint man den aktuellen Halter des „Guinness Buch der Rekorde“-Titels, den Bugatti Veyron Supersport mit über 1.000 PS, vom Thron stoßen zu wollen. Auf der Facebook-Seite ist ein Ausschnitt des neuen Supersportlers mit dem Namen „Apollo N“ zu sehen. Abgesehen von der auffälligen Farbgebung unterscheidet sich das neue Modell kaum vom bisherigen Apollo. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der neue ApolloN mit gründlich überarbeiteter Technik in den Handel kommen wird.

Mit neuem Namen und Besitzer will der Hersteller wieder in der Liga der Supersportwagen mitspielen. Das neue Logo der Marke zeigt jetzt ein stilisiertes „A“ anstelle des geflügelten Pferdes. Der Extremsportler Apollo mit bis zu 861 PS, nun offenbar auch Namensgeber der Marke, war bislang das einzige Serienmodell von Gumpert. Top-Speed: 350 km/h. Laut „World Car Fans“ ist die Hong Konger Investorengruppe Ideal Team Venture neuer Besitzer des Herstellers. Das neue Unternehmen heißt nun Apollo Automobil GmbH und ist im oberbayerischen Denkendorf beheimatet. Der ehemalige Audi-Ingenieur Roland Gumpert gründete das Unternehmen 2005.

Fremdenfeindlichkeit
Thierse nennt „Wir sind das Volk“-Rufe von Clausnitz „Pervertierung“
Berlin (dts) – Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse nennt die „Wir sind das Volk“-Rufe von Clausnitz eine „Pervertierung“. „Diese Menge dreht den Ruf „Wir sind das Volk“ in seinem Sinn um“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. 1989 sei dies ein Ruf der Ohnmächtigen und Schwachen gegen die Mächtigen der SED-Diktatur gewesen.
„Heute wird dieser Ruf gegen die Ohnmächtigen und Schwachen geschrien, gegen die Ausländer und Fremden, die zu uns kommen. Das nenne ich eine Pervertierung des Rufes ‚Wir sind das Volk‘.“ Thierse erklärte die Geschehnisse von Clausnitz und Bautzen mit den „radikalen Umbrüchen der vergangenen Jahre“. „Hass und Gewalt sind im Osten stärker sichtbar und hörbar“, sagte Thierse. Die Bevölkerung im Osten sei empfänglicher für menschenfeindliche Botschaften. „Wer in den vergangenen 25 Jahren so viele Veränderungen überstehen musste, ist offensichtlich weniger gefestigt in seinen demokratischen und moralischen Überzeugungen.“ Und das Verrückte dabei sei, dass es viel mehr Fremdenfeindlichkeit in dem Teil des Landes gebe, in dem es viel weniger Ausländer gebe.
Flüchtlingspolitik
Ökonom Fuest fürchtet Zwei-Klassen-Ausbildung durch Flüchtlingskrise
Berlin (dts) – Der Ökonom Clemens Fuest fürchtet, dass die Flüchtlingskrise in Deutschland zu einer Zwei-Klassen-Bildung führt. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere bewährten Ausbildungssysteme nicht mit einer Ausbildung Light unterminieren“, sagte Fuest der „Welt“. Politiker, Manager und Forscher hatten in der Vergangenheit davor gewarnt, die Ausbildungsstandards für Flüchtlinge abzusenken.
Fuest sieht trotz dieser Gefahr in den Neuankömmlingen eine Chance. Deutschland brauche Zuwanderung, sagte er. „Jeder, der qualifiziert ist, jeder, der einen Ausbildungsplatz annimmt und behält, jeder, der in der Schule Fortschritte macht, sollte das Angebot erhalten, hier zu bleiben, selbst wenn er kein Asylrecht bekommt.“ Dort, wo das Potenzial da sei, müsse es genutzt werden. Der Wissenschaftler, der in diesem Jahr Hans-Werner Sinn als Ifo-Chef ablösen soll, warnt aber vor überzogenen Erwartungen.
„Wir dürfen uns keine Illusionen machen, dass daraus massenhaft hochqualifizierte Leute entstehen.“ Fuest spricht sich dafür aus, die Zuwanderung stärker zu kontrollieren. „Auf Dauer kann man entweder einen Sozialstaat haben oder ungesteuerte Zuwanderung, mit Sicherheit aber nicht beides“, sagte er. „Da kommen Leute, die nicht mehr in die öffentlichen Kassen einzahlen werden, als sie herausbekommen. Daraus folgt, dass die Inländer von diesem Zustrom nicht profitieren.“ Der Professor für Volkswirtschaftslehre fordert daher, die Bundesregierung solle eine Gruppe von Ländern zusammenzubringen, die bereit sei, die Außengrenzen stärker zu überwachen.
Rüstungshandel
Sipri: Waffenimporte Saudi-Arabiens um 275 Prozent gestiegen
Riad (dts) – Saudi-Arabien hat zwischen den Jahren 2011 und 2015 deutlich mehr Waffen importiert als in den Jahren zuvor: Im Vergleich zum Zeitraum von 2006 bis 2010 seien die Waffenimporte Saudi-Arabiens um 275 Prozent gestiegen, teilte das Friedensforschungsinstitut Sipri mit. Demnach stieg die Nachfrage nach Waffen im Mittleren Osten von 2011 bis 2015 deutlich. Im Vergleich zum Zeitraum 2006-2010 hätten die Länder der Region fast zwei Drittel mehr Waffen eingeführt.
Zudem nimmt China laut Sipri bei den Exporten eine immer wichtigere Rolle ein: Die Rüstungsausfuhren des Riesenreichs seien im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum um insgesamt 88 Prozent gestiegen. Peking steigerte seinen Weltmarktanteil damit auf knapp sechs Prozent.
Fußball International
Türkei: Spieler zeigt Skandalschiedsrichter rote Karte
Trabzon (nex) – Beim Skandalspiel Galatasaray gegen Trabzonspor kam es nach Fehlentscheidungen des Schiedsrichters zu einer Szene, die es so auf Fußballplätzen beim Profifußball noch nie gab. Salih Dursun von Trabzonspor zeigte in der 86. Minute dem Schiedsrichter Deniz Ates Bitnel die rote Karte und schrieb somit Fußballgeschichte.
Zuvor hatte der Schiedsrichter die beiden Trabzonsporspieler Özer Hurmaci in der 59. und Aykut Demir in der 79. Minute mit der gelb-roten Karte vom Platz verwiesen. Das nächste Opfer des Skandalschiedsrichters wurde Luis Cavada in der 86. Minute – er flog nach der roten Karte vom Platz. Bei der anschließenden Rangelei zwischen den Spielern von Trabzonspor und dem Schiedsrichter fiel die rote Karte auf den Platz, Salih Dursun hob diese auf und zeigte sie dem Schiedsrichter, woraufhin auch dieser Spieler vom Platz flog.
Trabzonspor beendete das Spiel mit sechs Feldspielern. Nach der Partie protestierten zu Recht aufgebrachte Trabzonspor-Fans vor dem Gebäude des türkischen Fußballbundes. Dieser hat noch für heute 13 Uhr eine Sondersitzung seines Schiedsrichtergremiums einberufen.
Und wen das Ergebnis dieses unrühmlichen Spiels noch interessiert: Es endete 2-1 für Galatasaray.
Glaube und Tourismus
Türkei: Überdimensionale Marienstatue in der Stadt Selcuk geplant
Selcuk (nex) – Die Stadtverwaltung der westtürkischen Stadt Selcuk möchte der Jungfrau Maria, die ihren Lebensabend in der Region verbracht haben soll, ein überdimensionales Standbild ähnlich der Jesus-Statue in Rio de Janeiro errichten.
Das Monument soll in der Nähe ihrer letzten Wohnstätte entstehen. Bereits jetzt ist das Haus der Jungfrau Maria am Fuße des Berges Bülbül seit seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ziel christlicher Pilger. Um den Tourismus noch weiter zu beflügeln, will der Bürgermeister von Selcuk, Zeynel Bakici, eine „beeindruckende Statue“ errichten lassen, die die heilige Persönlichkeit darstellen soll, und des Weiteren im nächsten Jahr eine Veranstaltung im Bereich des internationalen Glaubenstourismus abhalten.
„Das Haus der Jungfrau Maria besuchen trotz ihrer Authentizität jährlich nur 2,5 Millionen Besucher, während 5 Millionen jährlich die Pilgerstätte Fatima in Portugal besuchen“, erklärte Bakici am Samstag im Rahmen eines Tourismus-Events mit Blick auf die weltberühmte katholische Pilgerstätte, wo Maria im Jahr 1917 drei Kindern erschienen sein soll. „Wir müssen unsere Stadt besser vermarkten.“
Obwohl man noch keine exakte Vorstellung über die Größe der Statue habe, solle diese, so der Bürgermeister, „so eindrucksvoll sein wie die Erlöserstatue in Brasilien oder die Freiheitsstatue in den USA“. Die Stadtverwaltung, so Bakici, sei im Gespräch mit Investoren, um den Bau zu finanzieren. Der genaue Standort sei noch nicht bestimmt, aber man tendiere dazu, auch die Statue am Fuße des Bülbül-Berges zu errichten, um sie noch mehr Touristen zugänglich zu machen. Das Haus der Jungfrau Maria wurde entdeckt, nachdem die Nonne Anna Katharina Emmerich nach einer Reihe von Visionen Priester nach Ephesus geführt hatte.
Emmerich, die später durch den Vatikan seliggesprochen wurde, erklärte, das Haus sei vom Apostel Johannes Zebedäus für Maria errichtet worden. Der Vorstellung katholischer Gläubiger zufolge soll ihre Himmelfahrt von diesem Haus ausgegangen sein, das auf das Zeitalter der Apostel datiert wird. Obwohl es bis dato keine offene Anerkennung des Hauses als Wohnhaus der Heiligen Jungfrau durch den Vatikan gibt, haben nicht weniger als drei Päpste im 20. Jahrhundert und der vor drei Jahren vorzeitig aus dem Amt geschiedene Papst Benedikt XVI. im Jahre 2006 die Stätte besucht.
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Brexit
Londoner Bürgermeister für EU-Austritt Großbritanniens
London (dts) – Der Londoner Oberbürgermeister Boris Johnson hat sich für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ausgesprochen. Premierminister David Cameron habe nicht die nötige „fundamentale Reform“ erreicht, sagte Johnson am Sonntag. Die EU untergrabe die Souveränität des Königreiches.
Daher werde er für den Austritt im Referendum am 23. Juni werben. Auch fünf Minister aus Camerons Kabinett kündigten bereits an, für einen „Brexit“ zu werben. Cameron selbst will nach den Zugeständnissen der EU an London für einen Verbleib in der Union werben.
"Tausende Polizistenstellen abgebaut"
Fremdenfeindlichkeit in Sachsen: Polizeigewerkschaft sieht Schuld bei der Landesregierung
Dresden (dts) – Die Gewerkschaft der Polizei hat nach den fremdenfeindlichen Übergriffen in Clausnitz und Bautzen schwere Vorwürfe gegen die sächsische Landesregierung erhoben.
„Das sind die Folgen des jahrelangen Sparkurses in der Sicherheitspolitik des Freistaats Sachsen“, sagte der sächsische GdP-Vorsitzende Hagen Husgen der „Rheinischen Post“. „Die Landesregierung hat sich ausgeruht auf einer trügerischen Ruhe und seit 2002 Tausende Polizistenstellen abgebaut. Das war ein eklatanter Fehler, denn die Kriminalität in Sachsen hat deutlich zugenommen“, sagte Husgen. „Heute fehlen in Sachsen über 3.000 Polizisten.“ Bisher habe die Landesregierung nur ein Lippenbekenntnis abgegeben, wieder mehr Polizistenstellen schaffen zu wollen, geschehen sei jedoch bislang nichts. In Clausnitz hatten am Donnerstag rund 100 Menschen einen Bus mit Flüchtlingen blockiert.
Erst nach mehreren Stunden konnten die Flüchtlinge in die Unterkunft gebracht werden. Am Freitag war dann ein Video aufgetaucht, das Kritik am Vorgehen der Polizei ausgelöst hatte. In Bautzen war in der Nacht zum Sonntag im Dachstuhl einer geplanten Unterkunft für Flüchtlinge ein Feuer ausgebrochen. Laut Polizei hielten sich während der Löscharbeiten Anwohner und mehrere teils alkoholisierte Schaulustige in der Nähe des Gebäudes auf, einige hätten das Brandgeschehen mit abfälligen Bemerkungen oder unverhohlener Freude kommentiert. Drei Bautzener sollen die Löscharbeiten massiv behindert haben.
Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, es seien Spuren von Brandbeschleuniger in dem Gebäude entdeckt worden.
Fußball-Bundesliga
Bayer Leverkusen-Trainer Schmidt entschuldigt sich nach Eklat
Leverkusen (dts) – Der Trainer von Bundesligist Bayer Leverkusen, Roger Schmidt, hat sich für sein Verhalten während der Begegnung zwischen seinem Verein und Borussia Dortmund entschuldigt.
„Ich habe zu lange gezögert, zu gehen. Es war ein Fehler von mir. Ich bin zu stur gewesen“, sagte Schmidt am Abend. Er war in der zweiten Halbzeit nach dem Führungstreffer für die Gäste aus Dortmund vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt worden: Auslöser war eine hitzige Debatte um die Entstehung des Treffers gewesen.
Als Schmidt sich weigerte, auf die Tribüne zu gehen, unterbrach Schiedsrichter Zwayer in einer bislang in der Bundesligageschichte einmaligen Entscheidung das Spiel und verließ mit den Linienrichtern das Feld. „Ich denke, wir sind durch ein irreguläres Tor in Rückstand geraten“, beharrte Schmidt.
Die Partie hatte zunächst nur langsam begonnen, beide Mannschaften tasteten sich ab und konzentrierten sich auf die Defensivarbeit. In der 64. Minute erzielte Aubameyang dann das 1:0 für die Borussen: Ein schneller Freistoß von Ginter landete bei Reus, der Durm auf die Reise schickte, der wiederum für Aubameyang auflegen konnte. Ginters Freistoß war Auslöser für die Verbannung Schmidts auf die Tribüne, da er nicht exakt am Ort des vorausgegangenen Foulspiels ausgeführt worden war. In der 71. Minute hatte Dortmund Glück: Nach einem Handspiel von Sokratis entschied Zwayer nicht auf Strafstoß für die Werkself. Nach der Unterbrechung wurde das Spiel munterer, aber auch giftiger geführt.
Leverkusen drängte nach Wiederanpfiff auf den Ausgleich, doch in der Schlussphase hatten die Borussen wenig Mühe mit den Gastgebern. In der 88. Minute verpasste Reus frei vor dem Tor den Entscheidungstreffer. In der Nachspielzeit scheiterte Chicharito vor dem Dortmunder Kasten mit einem harten Schuss an der Querlatte. Durch den Sieg bleibt Dortmund Bayern auf den Fersen, Leverkusen verpasst die Gelegenheit, wieder an Hertha vorbei auf Platz drei zu ziehen.
Leverkusen konnte den Rückstand nicht mehr ausgleichen.


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