Türkei
Türkischer Justizminister: Wir haben ausreichend Beweise gegen Gülen
Dortmund (nex) – Der US-amerikanische Vizepräsident Joe Biden habe zugegeben, von Ankara konkrete Beweise erhalten zu haben, dass der ehemalige Prediger Fetullah Gülen der Mastermind des vereitelten Putschversuchs in der Türkei gewesen sei. Dies teilte der türkische Justizminister Bekir Bozdag am vergangenen Donnerstag mit.
Bozdag, der den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf seinem Besuch in New York anlässlich der UN-Generalversammlung begleitet hatte, erklärte dies vor Journalisten, deren Fragen er beantwortete.
„Wir haben ausreichende Informationen, Dokumente und Beweise, die zeigen, dass Fetullah Gülen der Anführer dieser Terrorgruppe ist, die versucht hat, zu putschen“, erklärte Bozdag in Bezug auf das Gülen-Netzwerk FETÖ, dem Ankara vorwirft, in den Putschversuch verwickelt zu sein. Bozdag wies darauf hin, dass die Türkei von den USA erwarte, dass sie den notwendigen zweiten Schritt veranlassen und Gülen vorläufig festnehmen würden und fügte hinzu:
„Wir hoffen, dass sich das nicht verzögert, also baldmöglichst geschieht. Wir haben eine vorläufige Festnahme Gülens wegen des Putschversuchs vom 15. Juli und wegen seiner führenden Rolle bei diesem Putschversuch beantragt. Er ist ein Terrorist, und er hat diesen Putschversuch von Pennsylvania aus geleitet.“
Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fetullah Gülen, den Putschversuch mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das sogenannte Gülen-Netzwerk FETÖ gegründet hätten. Dem Prediger wird auch vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.
"Gefährdung beim Verzehr nicht ausgeschlossen"
Bundesweite Rückrufaktion: Keime in H-Milch der Supermärkte
Dortmund (nex) – Der Lebensmittelhersteller Hochwald Foods GmbH ruft aufgrund einer Unsterilität massenhaft H-Milch Produkte zurück. Das Unternehmen beliefert auch zahlreiche Discounter deutschlandweit. Betroffen sind vor allem Eigenmarken aus Penny, Lidl, Netto und Kaufland.
Nach Unternehmensangaben vom Samstag bildete sich ein Keim während der Produktion, welcher schließlich in die Milch gelangte und erst bei Kontrollen entdeckt wurde. Betroffen seien alle H-Milch Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 27. und 31. Dezember dieses Jahres.
Da eine Gefährdung beim Verzehr nicht ausgeschlossen werden könne, bittet die Hochwald-Nahrungsmittelgruppe die Verbraucher die betroffenen Produkte zu Hause zu entsorgen oder in die jeweilige Verkaufsstelle zurückzubringen – dort bekämen die Käufer den Kaufpreis erstattet.
Betroffen sind nach Unternehmensangaben folgende Produkte:
Penny: – Marke Penny, 1 Liter, 3,5 % mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 27.12.2016, 28.12.2016, 29.12.2016, 30.12.2016, 31.12.2016 und dem Identitätskennzeichen DE – RP 221- EG – Marke Penny, 1 Liter, 1,5 %, 27.12.2016, 30.12.2016, 31.12.2016, DE – RP 221- EG
Netto: – Marke Gutes Land, 1 Liter, 1,5 %, 27.12.2016, 28.12.2016, 29.12.2016, 30.12.2016, DE – RP 221- EG – Marke Gutes Land, 1 Liter, 3,5 %, 26.12.2016, 27.12.2016, 28.12.2016, DE – RP 221- EG
Kaufland: – Marke K-Classic, 1 Liter, 1,5 %, 29.12.2016, 31.12.2016, DE – RP 221- EG – Marke K-Classic, 1 Liter, 3,5 %, 28.12.2016, DE – RP 221- EG
Globus: – Marke Korrekt, 1 Liter, 1,5 %, 27.12.2016, DE – RP 221- EG
Edeka: – Marke Gut & Günstig, 1 Liter, 1,5 %, 27.12.2016, 30.12.2016, DE – RP 221- EG – Marke Gut & Günstig, 1 Liter, 3,5 %, 27.12.2016, DE – RP 221- EG
Lidl: – Marke Milbona, 1 Liter, 1,5 %, 27.12.2016, DE – RP 221- EG
Deutsche Post DHL
Post-Chef Appel erwartet 100.000 neue Arbeitsplätze im Konzern
Düsseldorf (nex) – Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL, rechnet damit, dass der Konzern „in einigen Jahren“ statt jetzt 500.000 Menschen 600.000 Beschäftigte haben wird.
Dies erklärt er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Er hält in seinem Unternehmen „zweistellige Produktivitätszuwächse für möglich“. Logistik wachse insgesamt „schneller als der Durchschnitt der Wirtschaft“.
Appel regt eine „Weiterentwicklung unseres Steuer- und Abgabensystems“ an, weil Maschinen einen immer höheren Anteil der Wertschöpfung trügen. „Wenn wir Arbeit noch mehr belasten, wird es schwierig, neue Dienstleistungen anzubieten. Würden wir Unternehmen stärker besteuern, könnte dies zu Kapitalflucht führen. Also hielte ich es für richtig, digitale Wertschöpfung und die Arbeit von Robotern intelligent zu besteuern – natürlich ohne Fabriken aus dem Land zu vertreiben.“
Der Staat solle mit den neuen Einnahmen soziale und ökologische Projekte bezahlen: „Wir können die höhere Wertschöpfung zum Teil auch nutzen, um wichtige andere Aufgaben zu bezahlen: Beispielsweise eine bessere Pflege der ja immer länger lebenden Bevölkerung, auch Investitionen in die Umwelt, einen Ausbau des Bildungssystems.“
Scharf lehnt er aber ab, mit dem Geld ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren. Appel: „Nach meiner Auffassung ist es gegen die Natur des Menschen, ihn zu bezahltem Nichtstun zu verdammen. Der Mensch will Teil einer Gemeinschaft sein, zu der er oder sie beiträgt – und dazu zählt Erwerbsarbeit.“
Kassel
PKK-Terror in Deutschland: Zwei Fahrzeuge in Brand gesteckt
Kassel (nex) – Nach einem Bericht des Nachrichtenportals für Kassel und Umgebung hna.de wurden in den frühen Morgenstunden des Freitags zwei Fahrzeuge in Kassel in Brand gesteckt. Die Täter hinterließen des Weiteren eine politische Botschaft: Sie sprühten direkt neben die Fahrzeuge in roter Farbe auf die Straße „PKK-INTIKAM – zu Deutsch: PKK-Rache. Die Kripo des Polizeipräsidiums sucht Zeugen für den Vorfall.
Gegen 0.50 Uhr meldete ein Passant bei der Kasseler Feuerwehr zwei in der Maybachstraße brennende Fahrzeuge.
Als Polizei und Feuerwehr eintrafen, war es dem Anrufer bereits gelungen, einen der Brandbeschleuniger, der auf dem Reifen eines weißen Sprinters mit dem Schriftzug „Türkische Lebensmittel Istanbul“ angebracht war, zu entfernen. An den Brandbeschleuniger am anderen Fahrzeug, einem C-Klasse-Mercedes, konnte er jedoch nicht herankommen. Der Feuerwehr gelang es, die noch brennenden Fahrzeugteile am Sprinter zu löschen. An den Pkw ging die Polizei mit einem Handfeuerlöscher heran. Wenn auch die Fahrzeuge nicht komplett ausbrannten, entstand ein Gesamtschaden von 10.500 Euro.
Den Schriftzug „PKK-INTIKAM“ entdeckten die Beamten der Kripo Nordhessen nach den Löscharbeiten. Da die Sprühfarbe noch frisch gewesen sei, bestehe ein „enger Tatzusammenhang zu den Brandstiftungen“, heißt es weiter auf lokalo24.de.
Da ein politisches Motiv hinter der Tat vermutet wird, ermitteln die Beamten des Zentralkommissariats des Polizeipräsidiums Nordhessen. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben und Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.
Terror gegen Journalisten
Syrien: PYD-Milizen schlagen schwangere kurdische Journalistin
Schwangere Journalistin beschimpft und geschlagen
Basel (BZZ) – Milizen der PYD in Syrien haben am Donnerstag eine Journalistin des privaten kurdischen TV-Senders Rudaw aus Erbil trotz ihrer Schwangerschaft bedroht, geschlagen und sie daran gehindert, ihre Familie zu besuchen. Dies berichtet der Sender im Internet.
Die renommierte kurdische Journalistin Rengin Shero wollte vom Irak aus ihre Eltern und Verwandten im Dorf Dugrga nahe der Stadt Grke Lage in der Provinz Hasaka besuchen. Sie überquerte dazu den Pishxapur-Simalka Grenzübergang. Die Grenzbeamten des Kantons Cizre in Rojava hatten die Passkontrolle bereits anstandslos beendet, und die Journalistin wurde von ihrem Vater abgeholt. Am Busbahnhof wurde die junge Frau jedoch von Männern der PYD, den Sicherheitskräften des Kantons Cizre angerufen und ihr wurde befohlen, sie solle sofort in den Irak zurückkehren. Dabei sollen die Sicherheitskräfte die Journalistin und ihren Fernsehsender heftig beschimpft haben.
Als Rengin Shero sich weigerte, dem Befehl zu gehorchen, da sie die Grenzformalitäten für den Besuch ihrer Familie korrekt erledigt habe, wurde sie von einem männlichen Asayish-Mitglied und einer Reihe von weiblichen PYD-Milizen angegriffen. Sie rissen an ihren Kleidern und schlugen sie obwohl sie wussten, dass die Journalistin schwanger ist.
„Um Gottes willen und zum Wohle des Propheten, bitte, tun sie meiner Tochter dies nicht an!,“ ist auf einem Video der Vater der Journalistin zu hören, der laut weinte und die Beamten bat, mit dem Angriff aufzuhören. Die Asayish-Männer antworteten ihm: „Wir kennen Gott oder den Propheten nicht“. Sie schickten Rengin Shero dann mit einem Boot zurück in den Irak.
Das Rudaw Media Network in Erbil verurteilte den Angriff auf seine Mitarbeiterin auf das Schärfste. Rengin Shero als Journalistin, als schwangere Frau und als Bürgerin der autonomen Kurdenregion verdiene es nicht, dass ihr ein Besuch ihrer Familie und ihres Geburtsorts verboten und sie geschlagen und gedemütigt werde.
Es sei nicht zum ersten Mal, dass Journalisten des Rudaw Media Network in den von der PYD kontrollierten Gebieten mit Gewalt und Demütigung konfrontiert würden. „Es ist klar, dass Rudaws Journalisten wegen ihrer Berichterstattung über Ereignisse in den Kurdengebieten Syriens den Preis für ihre Professionalität zahlen müssen“, so der Sender.
„Rudaw Media Network fordert die autonome Kurdenregion und alle internationalen Organisationen, die sich für die Menschenrechte, die Rechte der Journalisten, die Meinungsfreiheit und die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen, dazu auf, ihren Protest gegen diese Gewalt zu erheben.“ Die Beamten der drei Kantone von Rojava sollten unter Druck gesetzt werden damit sie die Belästigung und Gewalt gegen Journalisten künftig unterlassen.
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Medienbranche
Axel Springer übernimmt La Centrale vollständig
Berlin (nex) – Axel Springer erwirbt weitere 39 Prozent der Anteile an Car&Boat Media. Damit gehört der Betreiber von La Centrale, dem größten spezialisierten Autorubrikenportal in Frankreich, sowie weiterer digitaler Inhalte- und Rubrikenportale im Automobil- und Bootsegment künftig vollständig zu Axel Springer.
Verkäufer ist eine Tochtergesellschaft des französischen Medienunternehmens Spir Communication. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 23. September 2016 unterzeichnet. Der Vollzug der Transaktion wird in den kommenden Wochen erwartet.
Car&Boat Media, gegründet 2007, verzeichnet auf seinen digitalen Angeboten monatlich insgesamt etwa 8 Millionen Besucher – davon alleine 3,2 Millionen bei La Centrale (Médiametrie, 6/2016). Das Unternehmen gehört seit 2014 mehrheitlich zu Axel Springer. Neben La Centrale betreibt Car&Boat Media die Portale Promoneuve.fr (Marktplatz für Neuwagen), AnnoncesBateau.com (führendes Portal in Frankreich für Boote), Caradisiac.com (führendes französisches Informationsportal im Auto-Segment) sowie Garantie System (Plattform für Versicherungsleistungen rund um Automobile.
Dr. Andreas Wiele, Vorstand Vermarktungs- und Rubrikenangebote, Axel Springer SE: „La Centrale hat sich seit unserer Mehrheitsübernahme 2014 deutlich besser entwickelt als geplant. Mit der vollständigen Übernahme bauen wir das wachstumsstarke Segment unserer Rubrikenangebote konsequent weiter aus.“
François Couffy, CEO Car&Boat Media: „Wir freuen uns, dass wir jetzt vollständig zu Axel Springer gehören und einen noch größeren Beitrag zu der Entwicklung des Unternehmens leisten können.“
Bäcker kauften Billigmohn
Billig-Mohn aus Australien: Brötchen machen „high“ zum Frühstück
Von Peter Z. Ziegler
Basel (BZZ/nex) – Opium gehört selbst in einer Klinik in einen speziell gesicherten Schrank und nur ein Oberarzt darf das Rauschgift verordnen. Kein Verbraucher rechnete bisher damit, dass er bereits zum Frühstück Opium konsumiert – versehentlich und ohne es zu wollen.
Bei der Analyse von Mohnbrötchen am Chemischen Untersuchungsamt Karlsruhe stieß eine Lebensmittelchemikerin auf ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Morphin. Besser bekannt ist der Naturstoff als Morphium. Ein Rauschmittel und sogenanntes Opiat, das von Schlafmohn-Pflanzen produziert.
Die Mediziner verwenden das Opiat als Schmerzmittel. Morphin wirkt zudem dämpfend, unter Umständen aber auch euphorisierend: „Der Maximalbefund lag bei 6.250 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Gesamtprobe“, berichtete eine Chemikerin dem Deutschlandfunk.
Das ist sehr viel, vor allem wenn das Mohnbrötchen zum Frühstück von einem Kind verspeist wird. „Wenn ein Kind ungefähr 15 Kilogramm wiegt, dann schöpft es die sogenannte akute Referenzdosis bereits zu 200 Prozent aus.“
Das heißt: Das Kind würde in diesem Fall doppelt so viel Morphin zu sich nehmen, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit noch für tolerierbar hält. Für Erwachsene sind sechs Milligramm Morphin angeblich noch nicht gefährlich.
Die Chemiker geben jedoch zu, „dass man bei sensibleren Verbrauchern dann vielleicht tatsächlich in den Bereich, wo eine Wirkung auftritt, kommen könnte.“ Was zum Beispiel ist mit Drogenabhängigen, die durch Mohnbrötchen wieder rückfällig werden könnten? Das Untersuchungsamt beurteilte die auffälligen Brötchen jedenfalls als „nicht zum Verzehr geeignet“.
Die Mohnproben waren australischer Herkunft. In Australien wird Mohn angebaut zur Gewinnung von Morphin für pharmazeutische Zwecke. Als Abfallprodukt fällt dann Mohnsamen an, der weltweit vertrieben wird und besonders billig ist. Er zeichnet sich durch sehr hohe Opiatgehalte aus. Es lohnt sich also, ihn zu importieren.
Das Problem haben wir deshalb, weil es Bäckereien gibt, die um jeden Preis billiger produzieren möchten. Da macht es dann scheinbar nichts, dass der Mohn, den sie einkaufen, gar nicht für Brötchen bestimmt ist. „Das sind ja dann die Pflanzen-Varietäten, die eben speziell selektiert wurden, um hohe Morphin-Gehalte zu haben. Und nicht die normalen Varietäten, wie wir sie hier in Europa für den Lebensmittelverzehr anbauen“, kommentiertr ein Karlsruher Chemiker.
In zwölf Backwaren mit Mohn entdeckte die Arbeitsgruppe darüber hinaus hohe Gehalte von Thebain. Es zählt ebenfalls zur Stoffgruppe der Opiate. Möglicherweise gehe auch von dieser Substanz in so hohen Konzentrationen eine gesundheitliche Gefahr aus, so die Karlsruher Analytiker. Es sei bekannt, dass Thebain Krämpfe auslösen könne.
Wie kritisch hohe Opiat-Gehalte in Mohnbrötchen für Verbraucher sind, lässt sich laut Deutschlandfunk noch nicht sagen. Die Chemiker in Karlsruhe haben das Bundesinstitut für Risikobewertung um eine Bewertung dieser Gehalte gebeten, weil da einfach noch keine ausreichenden Daten vorliegen. Der rat kann also nur lauten: Finger weg von allen Backwaren die Mohn enthalten.
Syrienkonflikt
Syrer über PKK-Ableger PYD: „Sie sind sehr feindselig eingestellt, vor allem gegenüber Arabern“
Dscharablus (nex) – Eine Gruppe syrischer Männer, die sagen, sie seien gezwungen worden, sich der PKK/PYD anzuschließen, sind vor der Terrorgruppe geflohen und haben Zuflucht bei der Freien Syrischen Armee (FSA) gesucht.
Am gestrigen Donnerstag erklärten die Männer gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. dass sie ihre Dörfer in der Nähe von Kobane hätten verlassen müssen. Die Stadt wird von der PYD, dem syrischen Ableger der PKK, kontrolliert, der sie sich ihren Angaben zufolge unter der Bezeichnung „allgemeine Wehrpflicht“ infolge von Androhungen hätten anschließen müssen.
Die Syrer, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten – ihre Familien leben in von der PKK/PYD kontrollierten Gebieten –, sprachen über die, wie sie es nannten, „Grausamkeiten der Terrororganisationen“. Einer von ihnen erzählte, dass die Terrororganisationen mindestens ein Mitglied aus jeder Familie zum Kampf zwinge und Menschen, die der Gruppe widersprächen, kein Recht auf Leben gewährten. Er beschrieb, wie die Anführer der Terrororganisationen sie vier Tage zuvor an einen unbekannten Ort gebracht und gesagt hätten „Wir werden in al-Bab gegen den IS (Daesh) kämpfen“.
„Sie brachten uns an einen stockdunklen Ort“, so der ehemalige Gefangene. „Wir blieben dort zwei Tage. Dann brachten sie uns auf einen Hügel und sagten ‚Al-Bab ist gleich drüben“, so der Syrer. „Bei Sonnenaufgang sahen wir aber die Fahne der FSA und beschlossen zu flüchten.“
Ein weiterer Syrer sprach über die Verfolgung der Menschen durch die PKK/PYD in der Region. Die PKK/PYD habe, erzählte der Syrer, die Menschen vor die Wahl gestellt: „Entweder schließt ihr euch uns an oder ihr könnt hier nicht leben“, und fügte hinzu:
„Sie sind sehr feindselig eingestellt, vor allem gegenüber Arabern. Die meisten in unserem Dorf waren Araber. Sie beschlagnahmten unser ganzes Eigentum. Aus den jungen Menschen machten sie unter der Bezeichnung ‚allgemeine Wehrpflicht‘ Soldaten.“
Der dritte Syrer sagt, dass die PKK-/PYD-Mitglieder die Religionsfreiheit beeinträchtigten und fromme Muslime, die ihren Glauben praktizierten, schlecht behandelten.
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Militäroperation „Schutzschild Euphrat“
Nach türkischer Militäroperation: Bereits über 20.000 Syrer nach Dscharablus zurückgekehrt
Istanbul (nex) – Wie aus regionalen Behördenkreisen bekannt wurde, seien mehr als 20.000 Syrer nach Dscharablus in der Nähe der türkischen Grenze zurückgekehrt, nachdem Wochen zuvor die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee die nordsyrische Stadt im Gouvernement Aleppo befreit hat.
Während der einen Monat dauernden Militäroperation Schutzschild Euphrat seien etwa 1.200 Quadratkilometer Territorium in Nordsyrien von terroristischen Elementen in der Region gesäubert worden.
Etwa 900 IS (Daesh)-Ziele seien nach der Übernahme von Dscharablus über 4.000 Mal getroffen worden, fügte die Quelle hinzu. Als Folge der Operation sei die Einwohnerzahl von Dscharablus von 3.500 auf 25.000 angestiegen, so ein Ratsmitglied der syrischen Stadt. Hunderte Familien seien von Azaz nördlich von Aleppo und Manbidsch wieder zurückgekehrt, so die anonyme Quelle weiter.
Die syrischen Oppositionskräfte haben vor Kurzem die Kontrolle über die zuvor von IS (Daesh)-Milizen besetzte Stadt Cobanbey im Nordwesten von Aleppo übernommen. Die Operation Schutzschild Euphrat begann im vergangenen Monat, im Zuge dessen die vom türkischen Militär unterstützte FSA die Kontrolle über die zuvor vom IS (Daesh) besetzte Stadt übernahm.
Die Türkei hat erklärt, dass das Ziel der Operation die Sicherung der Grenze, die Unterstützung der Koalitionskräfte und die Eliminierung der von Terrororganisationen, insbesondere dem IS (Daesh) ausgehenden Bedrohung sei. Die Operation steht im Einklang mit dem Selbstverteidigungsrecht des Landes, das sich aus internationalen Verträgen sowie einem den türkischen Streitkräften vom Parlament verliehenen Mandat im Jahr 2014 herleitet, das im September 2015 für ein weiteres Jahr verlängert worden war.
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Fremdenfeindlichkeit
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Dresden (nex) – Die sächsische Stadt Bautzen kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Elementen aus den Reihen dort untergebrachter Flüchtlinge und rechtsgerichteten Anwohnern haben am Donnerstag zwei Jugendliche einen 72-jährigen Deutschen algerischer Herkunft zu Boden gestoßen und dabei „Ausländer raus“ gerufen.
Dies berichtet die örtliche Polizei. Das Opfer der Attacke lebt seit etwa 40 Jahren in Deutschland. Die Fahndung nach den Tatverdächtigen verlief bislang erfolglos. Auch eine Woche nach den Ausschreitungen am zentral gelegenen Kornmarkt zeigt die Polizei in der Lausitzer Kreisstadt Präsenz.
Die Überwachung des „Kontrollbereiches“ soll noch für eine weitere Woche andauern, wie im Rahmen eines Runden Tisches mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Marko Schiemann am Mittwochabend beschlossen wurde. Bislang wurden der Stadtverwaltung zufolge 30 Strafverfahren im Zusammenhang mit den Krawallen vom Kornmarkt eingeleitet.
Unterdessen wurden mit Wirkung ab Mittwoch die zuvor verhängte Ausgangssperre und das Alkoholverbot für minderjährige Flüchtlinge in der Stadt wieder aufgehoben.


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