Türkisch-russische Beziehungen
Türkei: Rekordverdächtige 300.000 russische Touristen in nur zwei Monaten

Moskau (nex) – Die Zahl der Touristen aus Russland hat nach Angaben der Geschäftsführerin des Branchenverbands der russischen Reiseunternehmen (ATOR), Maya Lomidze, in den vergangenen zwei Monaten die Prognosen der Organisation übertroffen. Auf einer Pressekonferenz teilte Lomidze mit, dass über 300.000 russische Staatsangehörige in den Monaten September und Oktober ihren Urlaub in der Türkei verbracht hätten. Dies seien 100.000 mehr als erwartet gewesen. Touristen aus Russland hatten ihre Reisen in die Türkei eingestellt, nachdem die Türkei im November vergangenen Jahres einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte. Russland hatte daraufhin Sanktionen gegen die Türkei im Tourismus- und Investitionssektor verhängt. Die Türkei sei, so Lomidze weiter, wieder zum Lieblingsurlaubsziel russischer Touristen aufgestiegen, nachdem das Reiseverbot für russische Charterflüge Ende August aufgehoben worden sei.

Justiz
Niedersachsen: Islamisten kommen zunächst in videoüberwachte Zellen

Osnabrück (nex) – Als Reaktion auf den Selbstmord des Terrorverdächtigen Jaber Al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis werden in Niedersachsen mutmaßliche oder verurteilte Islamisten ab sofort zunächst in Zellen mit Kameraüberwachung untergebracht. Das bestätigte das Justizministerium der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eine Sprecherin erklärte, dies geschehe aus präventiven Gründen, um „mit der gebotenen Sorgfalt in der dafür erforderlichen Zeit“ abklären zu können, ob eine Suizidgefahr bestehe und notwendige Sicherungsmaßnahmen anzuordnen seien. Der Suizid könne bei Hoch-Radikalisierten ein finaler Akt sein, um sich des Zugriffs der deutschen Gerichtsbarkeit zu entziehen. Nach Auskunft des Ministeriums sind in Niedersachsen derzeit drei verurteilte islamistische Gewalttäter in Strafhaft. Fünf mutmaßliche Islamisten befänden sich in Untersuchungshaft. Das Thema Gefängnisse und Islamisten wird auch bei der am Donnerstag in Berlin stattfindenden Justizministerkonferenz auf der Tagesordnung stehen. Niedersachsens Amtschefin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) hatte sich für bundesweit einheitliche Handlungsempfehlungen zur Unterbringung von terroristischen Attentätern im Justizvollzug ausgesprochen. Dies halte sie für „dringend geboten“. Das Ministerium sprach sich aber gegen die zentrale Unterbringung von Terroristen in Niedersachsen oder gar bundesweit aus. Das hatte die Gewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten gefordert. „Nach den Erfahrungen der Vergangenheit insbesondere mit Gefangenen der ,Rote-Armee-Fraktion‘ rät Niedersachsen von einer Zusammenlegung dieser Gefangen dringend ab“, so die Ministeriumssprecherin. Entsprechende Gefangene würden getrennt voneinander untergebracht, um das Verbreiten der extremistischen Vorstellungen zu unterbinden.

Kampf gegen den Terror
Brüssel: Europäischer Gerichtshof lehnt Klage einer türkischen Richterin ab

Brüssel (nex) – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am heutigen Donnerstag die Klage einer türkischen Richterin abgewiesen, die in ihrer Festnahme und Haftstrafe infolge des vereitelten Putschversuchs vom 15. Juli in der Türkei einen Verstoß gegen das europäisches Recht sah. Zeynep Mercan, eine Richterin aus der Schwarzmeerstadt Giresun wurde der Verbindung zum Gülen-Netzwerk FETÖ verdächtigt, das den gescheiterten Staatsstreich mit 246 Todesopfern durchgeführt haben soll. Sie klagte vor dem Straßburger Gerichtshof und mit der Begründung, dass ihre Festnahme und Inhaftierung gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen hätten, und zwar gegen das Folterverbot, das Recht auf Freiheit und Sicherheit sowie das Recht auf ein faires Verfahren. Die Klage wurde jedoch vor dem Gericht mit der Begründung abgewiesen, dass sie die Rechtsmittel in der Türkei nicht ausgeschöpft habe.
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„Das Gericht hat die Klage bezüglich der Haftbedingungen abgelehnt und festgestellt, dass die nationalen Rechtsmittel von der Klägerin nicht ausgeschöpft worden sind, da sie diese Klage nicht bei den zuständigen nationalen Gerichten eingereicht hat“, erklärten die Richter. Das Gericht wies des Weiteren die Klage wegen des Rechts auf ein faires Verfahren ab, da diese zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht und unzulässig sei. Mercan war am 17. Juli festgenommen worden. Sie befand sich unter den 2.900 Richtern, die am Tag zuvor ihres Amtes enthoben worden waren. Ihre Klage reichte sie am 2. September, etwa drei Wochen nach deren Abweisung von einem türkischen Gericht in der Provinz Ordu, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Zehntausende Juristen, Staatsanwälte, Polizisten, Militärangehörige, Lehrer, Journalisten und andere sind infolge des vereitelten Putschversuchs wegen des Verdachts der Verbindung zum FETÖ festgenommen worden. Dem FETÖ-Anführer Fetullah Gülen wird vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.

PKK-Deutschland
Geheimdienstbericht: PKK rekrutiert in Deutschland ungehindert Kämpfer gegen Türkei

Berlin (nex) – Berichte des deutschen Geheimdienstes zeigten, dass die PKK in Deutschland frei Milizen rekrutieren könne, obwohl sie als eine Terrororganisation eingestuft werde, klagte am gestrigen Mittwoch ein hochrangiger türkischer Abgeordneter. Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, Mustafa Yeneroglu, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass sie Berichte des Inlandsgeheimdienstes erhalten hätten, die ganz klar aufzeigten, dass die PKK in Deutschland für den Terror rekrutiere, erpresse und Kämpfer in die Türkei und den Irak bringe. „Die PKK steht auf der Liste der [verbotenen] Terrororganisationen in Deutschland und Europa, doch das entspricht nicht der Wahrheit“, sagte Yeneroglu und beschuldigte den Westen, den Terror nicht angemessen zu bekämpfen, obwohl ihre eigenen Geheimdienste an die Regierungen appellierten, eben dies zu tun. Yeneroglu wies in dem Gespräch darauf hin, dass die PKK ihre Terrorpropaganda vor allem in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Österreich durch ihre Tageszeitungen nach Belieben verbreiten könne. „Wenn Deutschland ehrlich ist, dann sollte es in den eigenen Geheimdienstberichten lesen“, so Yeneroglu weiter. „Dann werden sie nämlich sehen, dass die PKK keine verbotene Organisation ist, da sie ihre Aktivitäten frei fortsetzen kann wie ein Verein, der für das öffentliche Interesse tätig ist. Während in der Türkei tagtäglich Menschen getötet werden, während diese Terrororganisation mit seine blutigen Taten in unserem Land fortführt, können doch die Mitglieder derselben Terrororganisation in Deutschland mit dessen Segen operieren.“ Auf eine Nachfrage der Nachrichtenagentur Anadolu habe die deutsche Botschaft in Ankara den Inhalt der Geheimdienstberichte weder bestätigt noch abgestritten, sondern lediglich mitgeteilt, dass sie Kontakt zum Bundesaußenministerium aufnehmen werde. Yeneroglu betonte, dass der Kampf der Türkei gegen den Terror im Ausland als ein „ethnischer Konflikt“ dargestellt werde und fügte hinzu, dass die PKK, YPG und PYD in einigen europäischen Ländern Stände zur Desinformation, zum Beispiel darüber, dass sie die Rechte der Kurden verteidigten, errichtet hätten und mit dem Aufruf „Wer will für die PKK in der Türkei kämpfen?“ Milizen rekrutierten.

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Fall Hilal Ercan
NSU-Verbindung? – Türkische Einwanderer erinnern am Sonntag in Köln an Hilal Ercan

Köln (nex) – Auch nach fast 18 Jahren ist das spurlose Verschwinden der damals erst zehn Jahre alten Hilal Ercan aus Hamburg-Lurup nicht aufgeklärt. Im Jahr 2011 hat die Sendung „Aktenzeichen XY Spezial“ sich des Falles angenommen, auch das brachte keine verwertbaren Spuren. Das Mädchen verschwand am 27. Januar 1999 um etwa 13:30 aus dem Einkaufszentrum Elbgaupassage, wo die Zehnjährige war, um sich Süßigkeiten kaufen. Ein Gemüsehändler sah das Mädchen zuletzt gegen 13:25 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum. Seither fehlt von Hilal jede Spur. Einige mysteriöse Ereignisse hatten sich seither zugetragen. So hatte sich ein Anrufer bei den Eltern gemeldet, der jedoch zu einem vereinbarten Treffen nicht erschienen war. Außerdem hat ein Verdächtiger gleich zwei Mal ein Geständnis abgelegt und die Polizei zum angeblichen Ablageort der Leiche geführt, die Geständnisse allerdings später widerrufen, ohne dass irgendwelche Spuren am besagten Ort gefunden werden konnten. Ein Bus will zudem einen „Wikingertyp“ mit rotblonder Haarfarbe beobachtet haben, der sich gegenüber Hilal Ercan auffällig verhalten habe. Im Lichte von DNA-Spuren des 2011 tot aufgefundenen mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhard, die am Fundort der Leiche der ermordeten Peggy Knobloch gefunden wurden, will die Polizei in Hamburg nun auch prüfen, ob es einen möglichen Zusammenhang zwischen der damals zehnjährigen Hilal Ercan und den Rechtsterroristen geben könnte. Da auf dem Laptop der in München angeklagten Beate Zschäpe unter anderem auch kinderpornografisches Material gefunden wurde und der frühere Verfassungsschutz-Informant und Neonazi Tino Brandt, der zum NSU-Trio Kontakt pflegte, bereits für Straftaten mit pädophilem Hintergrund verurteilt wurde, liegt der Verdacht nahe, dass auch im Neonazi-Netzwerk rund um den „Thüringer Heimatschutz“ noch nicht entdeckte Querverbindungen zu sexuellem Missbrauch von Kindern zutage treten könnten. Um ihre Anteilnahme am Schicksal des verschwundenen Mädchens auszudrücken und ihrer Forderung nach Aufklärung des mutmaßlichen Verbrechens Nachdruck zu verleihen, haben mehrere türkische Einwandererorganisationen und Aktivisten für kommenden Sonntag zu einer Kundgebung auf dem Ebertplatz in Köln aufgerufen.

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„Ich möchte mit dieser Veranstaltung zeigen, dass die NSU-Opfer unsere Landsleute waren. Diese Versammlung soll dazu beitragen, dass weitere derartige Gewalttaten und Morde verhindert werden. Ich möchte, dass wir gemeinsam ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir zusammenhalten Ich wünsche mir, dass Ermittlungen besser vorangehen und die Opfer nicht nach Ethnie, Hautfarbe oder Religion kategorisiert werden“, so die Veranstalterin Nurcan Kabakoglu in einem Gespräch mit NEX24. „Ich fühle mit der Familie von Hilal, die seit 1999 als vermisst gemeldet wurde, denn sie ist die Tochter von uns allen, es hätte jeder Familie passieren können, dass ihre Tochter von heute auf morgen verschwindet. Umso schlimmer ist es bestimmt, wenn eventuelle Zusammenhänge mit den NSU Tätern in Verbindung gebracht werden. Ich habe selbst mit dem Bruder kommuniziert und seine Zeilen gaben noch immer die tiefe Trauer, zusammen mit Verzweiflung, wieder. Er wollte selbst nicht am der Veranstaltung teilnehmen und das kann man ihm nicht verübeln.“ Die Zusammenkunft soll um 13 Uhr beginnen. Auch der Landesvorsitzende der Allianz Deutscher Demokraten (ADD), Osman Bahar, hat sein Kommen zugesagt und Anhänger seiner Partei zur Teilnahme aufgerufen. „Die vielen Skandale rund um die Ermittlungen zu den NSU-Verbrechen haben das Vertrauen türkischer Einwanderer in die Arbeit der Polizei stark untergraben“, erklärte Bahar gegenüber NEX24. “ Statt in alle Richtungen zu ermitteln, auch mit Blick auf einen möglichen rechtsradikalen Hintergrund, hatte man das Umfeld der Opfer selbst verdächtigt. Wenn die Polizei dem Verbrechen an der kleinen Hilal jetzt noch einmal nachgeht und es aufklären kann, könnten die Angehörigen wenigstens Ruhe finden. Am Sonntag wollen wir ihnen unsere Solidarität zeigen.“   Gedenken an alle NSU Opfer und für d. vermisste Hilal Ercan

Zustand der Selbsttherapie
Ex-„Handelsblatt“-Chefredakteur: Medien haben keine Verbindungen mehr zu bestimmten Bevölkerungsgruppen

Hamburg (nex) – Der ehemalige Chefredakteur des „Handelsblattes“, Hans-Jürgen Jakobs, sieht eine große Diskrepanz zwischen den Medien und zahlreichen Konsumenten: „Es ist Tatsache, dass sie keine Verbindung mehr zu bestimmten Bevölkerungsgruppen haben. Die renitenten Wähler nehmen die Medien als Teil des Establishments wahr“, sagte der 60-Jährige, der heute sein Buch „Wem gehört die Welt?“ vorstellte, im exklusiven Interview mit dem Mediendienst kress.de. Die Medien befänden sich „im Zustand der Selbsttherapie“. Sie seien auf der Suche nach den „Gründen für diese politische Entwicklung und ihren schwindenden Einfluss“, so Jakobs zu kress.de. Gleichzeitig kritisiert Jakobs die „absurden ‚Lügenpresse‘-Rufe“: „Das Bestreben der Medien, Hintergründe aufzuzeigen und die Meinungsbildung zu unterstützen, wird dadurch konterkariert.“ Vernunft habe in einem Umfeld, „das von Emotionen beherrscht wird, keine Chance“. Einen Kampf gegen die Superreichen, die die globale Politik bestimmen und so die Menschen gegen das System aufbringen – die zentrale These seines Buches -, sei „aussichtslos“, sagte er zu kress.de. Das könne auch kein amerikanischer Präsident leisten, selbst wenn Donald Trump im Wahlkampf versprochen habe, „mit der Wallstreet aufzuräumen“. Schließlich brauche der Staat auch die Finanzmärkte, „um die Pensionen der eigenen Mitarbeiter zu bezahlen“. Trumps „Wahlkampfgerede“, so Jakobs zum Mediendienst kress.de, sei „ohne Wert für die praktische Politik“. Ein Kampf gegen die Finanzindustrie werde ausbleiben. Im Gegenteil: Trump, so meint Jakobs, werde „die Banken hätscheln“.

Mit 19 schon mehrfacher deutscher Meister
Kickbox-Weltmeister Harun Saglam: „Mein nächstes Ziel ist die WM in Polen“

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Köln (nex) – Der in Köln lebende Harun Saglam ist erst 19 Jahre und bereits fünffacher deutscher Meister und jetzt und sogar Weltmeister im Kickboxen. Der in der Weltergewichtsklasse beim Verband WFMC kämpfende Saglam will, nachdem er in diesem Jahr bereits im britischen Manchester Weltmeister geworden ist, auch im nächsten Jahr in Polen wieder an die Spitze. Der für die türkische Nationalmannschaft startende Fachabiturient hatte bereits im Alter von sechs Jahren begonnen, Taekwondo zu betreiben und dort den Schwarzen Gürtel im 1. Dan erworben. Anschließend wechselte er zum Kickboxen. Seit etwa einem Jahr betreibt er parallel dazu auch den herkömmlichen Boxsport. Als Vorbild benennt Saglam im Gespräch mit NEX24 die niederländisch-türkische Kickbox- und Muay-Thai-Legende Gökhan Saki. harun-cankirili-kickbox-weltmeister-nex-nex24-nationalmannschaft-fbshot Für die Zukunft hat Saglam sowohl sportlich als auch beruflich große Pläne. Er sucht derzeit einen Ausbildungsplatz, während er seinen Lebensunterhalt am Flughafen bei UPS verdient. Gleichzeitig arbeitet er bereits als Trainer. Er sucht zudem Sponsoren, da er vorhat, die Trainertätigkeit auszubauen und eines Tages einen eigenen Gym zu betreiben. „Da Wichtigste bei einem Kampf ist nicht der Sieg, sondern dass man 100 Prozent seiner Leistung erbringt“, erklärt Saglam im Gespräch mit NEX24. Harun Saglam wollte ursprünglich in den Polizeidienst, wurde dort jedoch nicht aufgenommen, obwohl er den Einstellungstest bestand. Im Vorstellungsgespräch sei er unter anderem nach seiner Religion gefragt worden und ob er dem IS angehöre. Saglam will sich jedoch nicht entmutigen lassen. Er geht davon aus, dass Gott den richtigen Weg für sein Leben kenne. Bis sich eine neue Tür geöffnet habe, werde er dort, wo er jetzt schon wirken kann, sein Bestes geben.

Unicode-Konsortium
Smartphones: Ab 2017 auch Emojis mit Kopftuch und Bart

Dortmund (nex) – Eine Frau mit Kopftuch, eine Person mit Bart und eine stillende Frau sind nur einige der 56 neuen Emojis, die es bald auf den Smartphones geben wird. Das Unicode-Konsortium, die gemeinnützige Organisation, die über neue Emojis wacht, hat das Emoji einer Kopftuch tragenden Frau genehmigt. Den Antrag gestellt hatte die 15-jährige Berlinerin Rajouf Alhumedi im vergangenen September, „mit dem Ziel, Millionen Frauen zu repräsentieren, die jeden Tag Kopftuch tragen und stolz darauf sind“. Das Mädchen mit saudi-arabischen Wurzeln hatte im Chat mit ihren Freundinnen ein Emoji gesucht, das sie am ehesten verkörperte – und nicht fündig geworden. Unicode erklärte, dass das Kopftuch nicht nur für Musliminnen, sondern auch Jüdinnen, Katholikinnen und orthodoxe Christinnen ein wichtiges Symbol darstelle. Unter den 56 Emojis befinden sich auch gleichgeschlechtliche Paare mit Kind, ein Kotz-Smiley, ein explodierender Kopf sowie ein Mann und eine Frau, die Yoga machen. Die neuen Emojis werden ab Mitte 2017 auf allen Smartphones verfügbar sein.

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IT-Gipfel
Deutscher Industrie-und Handelskammertag: Jedes dritte Unternehmen macht IT-Angebote

„Neue Berufe und digitale Ausbildung“ – Wirtschaftsverband fordert ältere Mitarbeiter zu Weiterbildung auf Osnabrück (nex) –  Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) rechnet mehr als die Hälfte der Betriebe in Deutschland infolge der Digitalisierung der Arbeitswelt mit steigenden Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter. „Jedes dritte Unternehmen macht seinen Mitarbeitern bereits entsprechende Angebote“, sagte Vize-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) mit Blick auf den nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung. Vor allem in der Industrie erwarteten laut Umfrage 62 Prozent der Unternehmen zusätzliche Herausforderungen. Die Betriebe hätten frühzeitig reagiert und neue Berufe entwickelt, beispielsweise den des Produktionstechnologen beziehungsweise der Produktionstechnologin. Außerdem starte 2018 die Ausbildung für E-Commerce-Kaufleute, sagte Dercks. Auch viele andere Ausbildungsberufe seien bereits so angelegt, dass sie Anforderungen von Arbeit 4.0, wie vernetztes Arbeiten oder fachübergreifende Projekte, berücksichtigten. „Aber auch für Mitarbeiter, die schon längere Zeit im Betrieb sind, hat die Weiterentwicklung ihrer digitalen Kompetenzen einen hohen Stellenwert“, erklärte er. Am 10. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung in Saarbrücken, der am Mittwoch begann und zwei Tage dauert, nimmt an diesem Donnerstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Militäroperation Schutzschild Euphrat
Syrien: Von der Türkei unterstützte Kämpfer befreien weitere Dörfer vom IS

Ankara (nex) – Die türkischen Streitkräfte haben am heutigen Mittwoch bestätigt, dass bei Kampfeshandlungen am gestrigen Dienstag in Nordsyrien ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) getötet sowie 14 weitere verletzt worden seien. Zu dem Zwischenfall sei es im Zuge der Militäroperation Schutzschild Euphrat der Türkei gekommen, die Ende August anlief und die Säuberung der nordsyrischen Grenze von Terroristen zum Ziel hat. Die Militäroffensive dauert seit 85 Tagen an. Die Türkei teilte mit, dass drei IS (Daesh)-Terroristen während der Kämpfe am Dienstag gefasst worden seien. Soldaten des FSA-Sondereinsatzkommandos hätten die Kontrolle über zwei Dörfer, Kabbasin und al-Kufayr, in dem Gebiet Al-Bab gewonnen. Das türkische Militär teilte mit, dass syrische Oppositionskräfte am Dienstag 75 Ziele, davon 74 des IS (Daesh) sowie eins der PKK/PYD, getroffen hätten. Es habe sich dabei um Unterkünfte, Einsatzleitstellen und Fahrzeuge gehandelt. Über 200 Wohngebiete einschließlich 1.700 Quadratkilometer Land in Nordsyrien wurde bislang im Zuge der Militäroperation Schutzschild Euphrat von IS (Daesh)-Terroristen bereinigt.

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