Forschung
Fettleibigkeit, Fettsucht, Adipositas – drei Bezeichnungen für eine moderne Plage

Warum fettleibige Mäuse sich nicht bewegen

Fettleibigkeit, Fettsucht, Adipositas – drei Bezeichnungen für eine moderne Plage der Menschheit. Laut Nationaler Verzehrstudie sind über 35 % der Menschen in Deutschland übergewichtig und circa 20 % sogar adipös (BMI ≥ 30), sprich diese Menschen leiden an einer „Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist“. Gleichzeitig geht eine Adipositas mit Bewegungsarmut einher, was wiederum den Teufelskreis aus Gewichtszunahme bzw. -abnahme schließt. Nun wurden interessante Forschungsergebisse zu dieser Volkskrankheit veröffentlicht. Zwar in Mäusen, aber dennoch mit einem Nutzen für die Grundlagenforschung am Menschen. Forscher des National Institute of Health in Bethesda (Maryland, USA) um Alexxai Kravitz konnten eine Gewichtszunahme mit einer verminderten Bewegungsneigung in Verbindung bringen. Fütterten die Forscher zwei Gruppen von Mäusen (gesunde vs. Mäuse mit einer Mutation in einem bestimmten Dopamin-Rezeptor) mit einer fettreichen Diät, so nahm die Aktivität des  DR2-Typ Dopamin-Rezeptors ab, wodurch sich die Mäuse weniger bewegten. Genauso wie die DR2-mutierte Kontrollgruppe an Mäusen. Natürlich ist dies ein im Labor unter kontrollierten Bedingungen beobachtetes Ergebnis und man sollte diese Studie jetzt nicht als DEN Therapieansatz der Adipositas ansehen, da man auch nicht den Schluß ziehen sollte, dass nur das falsche Essen zur Adipositas führt. Dennoch ermöglicht diese Studie sehr interessante Einblicke in das Zusammenspiel von Ernährung und der Chemie des Gehirns, zusammengefasst in der nachfolgenden Grafik aus der Originalpublikation. Die Nährstoffe aus unserer Nahrung und seine Verstoffwechselung durch unsere Darmbakterien (unser intestinales Mikrobiom) spielt eine eminente Rolle, bei so ziemlich allem, was die korrekte Funktion unseres Organismus und somit unsere Gesundheit angeht. Zwar lehne ich mich mit dieser Aussage etwas weit aus dem Fenster, dennoch spricht eine stetig ansteigende Zahl an Studien dafür. Hoffentlich führen diese Studien bald zu einer besseren Therapie und somit zu einer Entlastung des Gesundheitssystems. DR. DOĞAN DORUK DEMIRCIOĞLU  
Mit freundlicher Genehmigung von www.scietopia.de  

Mehrbelastungen ab 80.000 Euro
IW-Studie: Fünf bis zehn Euro im Monat netto mehr für kleine und mittlere Einkommen

Düsseldorf (ots) – Arbeitnehmer mit kleineren und mittleren Einkommen werden durch die Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben zum Jahresbeginn 2017 um monatlich fünf bis zehn Euro entlastet. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. Wer jedoch 80.000 Euro oder mehr im Jahr verdient, muss demnach geringfügige Mehrbelastungen gegenüber dem vergangenen Jahr hinnehmen. „Die meisten Single, Ehepaare, Alleinerziehenden und Familien werden leicht entlastet“, heißt es in der Studie. „Etwa fünf bis zehn Euro bleiben ab Januar im Monat mehr vom Bruttoeinkommen“, so die Berechnungen des Instituts. „Haushalte mit Kindern profitieren durch die Erhöhung von Kinderfreibetrag und Kindergeld stärker als Kinderlose“, schreiben die IW-Autoren. Allerdings treffe dies nur für Einkommen bis etwa 80.000 Euro im Jahr zu. „Für Höherverdienende bedeuten die Änderungen ein Minus in der Haushaltskasse, da der steigende Beitragssatz in der Pflegeversicherung und die höheren Beiträge aufgrund der verschobenen Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung die Steuerentlastung überkompensieren“, so die IW-Studie. Alle Steuer- und Abgabenänderungen zusammen führen laut den Berechnungen dazu, dass ein Single mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto um 55 Euro im Jahr 2017 gegenüber 2016 entlastet wird. Bei einem Einkommen von 45.000 Euro liegt die Entlastung bei 87 Euro, bei 60.000 Euro bei 58 Euro. Bei einem Einkommen von 80.000 Euro hat der Single dagegen 54 Euro netto weniger als 2016 auf dem Konto. Eine Familie mit einem Einkommen von 30.000 Euro gewinne 113 Euro netto hinzu, so das IW. Bei 45.000 Euro Einkommen liege das Plus bei 131 Euro, bei 60.000 Euro noch bei 74 Euro. Bei einem Brutto-Verdienst von 80.000 Euro dagegen verliere die Familie 32 Euro im Jahr.

Rücknahmeabkommen
Özdemir fordert Visa-Erleichterung für Maghreb-Staaten

Düsseldorf (nex) – In der Debatte um die Anerkennung von Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsländer hat der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir unter anderem Visa-Erleichterungen gefordert, damit sich im Gegenzug die Maghreb-Staaten in der Frage der Rücknahmeabkommen bewegen. „Wenn man möchte, dass sich Marokko, Algerien und Tunesien bewegen, muss man klug vorgehen und im Gegenzug beispielsweise Handels- und Visaerleichterungen und Stipendien im Angebot haben, damit endlich Bewegung ins Spiel kommt“, sagte Özdemir der „Rheinischen Post“. Niemand bezweifle, dass Menschen ohne jede Bleibeperspektive aus den drei Maghreb-Staaten Deutschland wieder verlassen müssten, sagte Özdemir. „Der beste Weg dafür sind nach Meinung aller Experten Rücknahmeabkommen. Ohne sie kann man die ganze Welt zu sicheren Herkunftsstaaten erklären und hat noch immer keinen einzigen Menschen abgeschoben“, so der Grünen-Vorsitzende. „Sichere Herkunftsstaaten sollen die Verfahren beschleunigen. Dies sind sie jedoch bereits weitgehend“, sagte Özdemir.

Kampf gegen den Terror
Nordirak: Kurden vereinbaren Stärkung der Kooperation mit der Türkei

Erbil (nex) – Die autonomen kurdischen Gebiete (KRG) sind bereit, die Kooperation mit der Türkei in allen Bereichen, insbesondere den Kampf gegen die Terrorbedrohung sowie die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, auszuweiten. Dies teilte KRG-Präsident Masud Barzani auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim am heutigen Sonntag in Erbil mit. „Wir freuen uns über diesen Besuch“, sagte Barzani. „Wir begrüßen ihn sehr. Dies bedeutet eine große Unterstützung des türkischen Staates und seines Volkes für die autonomen kurdischen Gebiete. Wir danken der Türkei, ihrem Präsidenten, Ihnen und dem türkischen Volk für Ihre Unterstützung der autonomen kurdischen Gebiete.“ Barzani erklärte, dass sowohl die Türkei als auch die KRG mit der Terrorbedrohung konfrontiert seien. „Wir alle stehen dem Übel des Terrors und des Terrorismus gegenüber“, betonte Barzani und fügte hinzu: „Und um den Terror zu bekämpfen, brauchen wir die Zusammenarbeit aller Betroffenen. Glücklicherweise haben die Terroristen an unseren Grenzen eine große Niederlage erlitten, und wir hoffen, dass die Terroristen auch an allen anderen Grenzen – der Türkei, Iraks und aller anderen Länder – ebenfalls beseitigt werden. Wir sind bereit, unsere Zusammenarbeit in allen Bereichen zu stärken.“ Barzani wies darauf hin, dass heute eine große Bandbreite von Fragen auf „erfolgreichen Treffen“ erörtert worden seien. For his part, the Turkish PM said that his country did not accept the Kurdistan Workers’ Party (PKK) activities carried out against Turkey from the Kurdistan Region, warning that they will not accept the de-facto Kurdish administration in northern Syria either. Binali Yildirim seinerseits erklärte, dass sein Land die Aktivitäten der PKK gegen die Türkei, die von den autonomen kurdischen Gebieten aus durchgeführt würden, nicht dulde und stellte klar, dass sie auch eine von der PKK kontrollierte Regierung in Nord-Syrien nicht akzeptieren werde.

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Iran
Teheran: Früherer iranischer Präsident Rafsandschani ist tot

Tehran (nex) – Der frühere iranische Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Rafsandschani starb am Sonntag im Alter von 82 Jahren in einem Teheraner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarkts. Das berichten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Isna. Rafsandschanis achtjährige Amtszeit als Präsident war geprägt von der Öffnung des Landes nach außen. Zwischen 1989 und 1997 stand er an der Spitze der Islamischen Republik. Der Kleriker zählt zu den Architekten der Revolution von 1979.

Terrorismus
PKK-Anhänger in Europa versammeln sich weiterhin ungehindert – trotz Verbot

Paris (nex) – Anhänger der Terrororganisation PKK haben am gestrigen Samstag in der französischen Hauptstadt Paris eine Demonstration veranstaltet, auf der sie Transparente ihres inhaftierten Anführers Abdullah Öcalan hochhielten. Die PKK-Unterstützer hatten sich zum Gedenken des Todestages von Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Sönmez versammelt, die im Januar 2013 in Paris getötet worden waren. Die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung skandierten Slogans gegen Frankreich und verlangten die Aufklärung der Morde an den drei PKK-Mitgliedern. Eine weitere Gedenkveranstaltung für die Getöteten wurde am vergangenen Freitag in Basel in der Schweiz abgehalten. Die 1978 gegründete PKK hatte seit den 1980-er Jahren gegen die Türkei für die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates gekämpft. Später änderte sie ihr Ziel und verlangt seitdem die Autonomie der überwiegend von Kurden bewohnten Regionen der Türkei. Die Terrorgruppe nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind über 1.100 Menschen, von denen etwa 800 Sicherheitskräfte und 300 Zivilisten waren, bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben, während über 4.000 Sicherheitskräfte und 2.000 Zivilisten verletzt wurden. Die PKK ist auch für die neuesten Anschläge in der westtürkischen Millionenmetropole Izmir und der zentralanatolischen Stadt Kayseri verantwortlich. Der Kampf der PKK besteht darin, Zivilisten im Namen der Freiheit für Kurden in der Türkei zu töten. Sie ist seit ihrer Gründung für den Tod von etwa 7.000 Zivilisten verantwortlich. Die Mehrheit dieser Opfer waren kurdischstämmige türkische Staatsangehörige, die wegen ihrer Unterstützung der türkischen Regierung sterben mussten. Die PKK intensivierte ihre Anschläge in den mehrheitlich von Kurden bewohnten südosttürkischen Städten, in denen sie um die Unterstützung der Bevölkerung kämpfte Die PKK wird von den USA, der EU und der Türkei als eine Terrororganisation eingestuft. Obwohl sie sich auf der EU-Liste terroristischer Organisationen befindet, begegnen einige europäische Länder der Präsenz der PKK in Europa mit einer Gleichgültigkeit, die bereits mehrmals zu heftiger Kritik vonseiten Ankaras geführt hat. Die türkische Regierung wirft der EU vor, dass ihre Anti-Terror-Rhetorik der Duldung von PKK-Aktivitäten in EU-Ländern vollkommen widerspreche.

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Islamkritik
Köhler: „Ihr wollt etwas über Gleichberechtigung lernen? Lest den Koran!“

Von Fabian Köhler Sie sind wieder da – die immer gleichen Reaktionäre, die in Talkshows und auf Podien erklären, was Sexismus ist. Nur muslimischer Sexismus wohlgemerkt! Dabei könnten die Horst Seehofers, Andi Scheuers und Co. in Sachen Frauenrechte viel vom bekanntesten aller Muslime lernen: Ja genau, von Mohammed, diesem vermeintlich gewalttätigen, unzivilisierten Barbaren aus dem siebten Jahrhundert.

So zumindest lautet das Klischee, das einmal mehr auf alle anderen männlichen Muslime projiziert wird. Dabei war der islamische Prophet emanzipierter als viele seiner heutigen Kritiker: Nehmen wir zum Beispiel Hans-Peter Friedrich, den stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag: „[Muslime] bringen häufig ein archaisches Verständnis von Geschlechterrollen, von Familie und Gesellschaft mit, das unserer freiheitlichen, vielfältigen Kultur zuwiderlauft“, sagt der. Patriarchale Gesinnungen sind in muslimischen Ländern durchaus ein Problem, aber wenn ausgerechnet der Vizechef der reaktionärsten und anti-emanzipatorischen Partei im Bundestag von Freiheit und vielfältiger Kultur spricht, dann sollte man sich schleunigst wundern.

Dschāhiliyya nennen Muslime den zivilisationslosen Zustand vor dem Islam. Quasi der CSU-Stammtisch der arabischen Halbinsel.

Müsste man den Zustand der CSU und ihrer Anhänger mit einem Wort aus dem Koran erklären, Dschāhiliyya träfe es wahrscheinlich am besten. Mit diesem Begriff beschreiben Theologen einen quasi zivilisationslose Zeit, in dem nicht das Recht, sondern tribalistische Traditionen, Gewalt und Alphamänner das Leben und damit auch die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern bestimmten. Quasi: der bayerische Stammtisch der arabischen Halbinsel.

Als dann Mohammed im siebten Jahrhundert seine Prophezeiung verkündete, kam das einer feministischen Revolution gleich. Die Wucht dürfte in etwa jener entsprochen haben, als hätte #Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek ihre #ausnahmslos-Thesen jeder CSU-Ortsgruppe an die Tür genagelt. Mit Mohammeds Prophezeiung konnte sich zum ersten Mal jene Hälfte der Menschen, die zuvor völlig rechtlos waren, auf niedergeschriebene Gesetze berufen. Ein Erb- und Scheidungsrecht für Frauen gab es vor dem Jahr 620 auf der arabischen Halbinsel ebenso wenig wie einen allgemeinen Gleichheitsgrundsatz wie er nun in Sure 9, Vers 71 zu finden war: „Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche.“

Auf einen Grad der Emanzipation wie in Mohammeds erster Ehe wartet Frau Stoiber bis heute

Dass Mohammed ein  progressiveres Frauenbild hatte als viele seiner heutigen Kritiker, spiegelt sich auch in seinem Privatleben wider. Seine erste Ehefrau Khadidscha lernte er als Angestellter kennen: Die erfolgreiche Geschäftsfrau stellte den mittellosen jungen Mohammed in ihrem Karawanen-Unternehmen ein. Auch der Heiratsantrag ging von Khadidscha aus, die vor der Ehe mit Mohammed bereits zweimal verheiratet war.

Es ist in etwa die gegenteilige Rollenverteilung, wie bis heute von den Andi Scheuers dieses Landes vorgelebt werden. Unertragbar sei es,  “dass Frauen in deutschen Großstädten nachts auf offener Straße, auf öffentlichen Plätzen sexuell traktiert und beraubt werden“, hat der CSU-Generalsekretär gesagt. Der Satz fiel ihm noch zu keinem Oktoberfest ein, bei dem Polizei und Opferschutzinitiativen Frauen zum Schutz vor Vergewaltigern routinemäßig davor warnen, allein nach Hause zu gehen. Und auch von seinem Engagement gegen die mindestens 7000 jährlich in Deutschland begangenen Vergewaltigung und sexuellen Nötigungen ist nichts bekannt.

1.400 Jahre nachdem Mohammed Gewalt gegen Frau sanktionierte, votierten CSU-Politiker gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigungen

Ganz anders bei Mohammed. Sure 4, Vers 34 legte damals die Bedingungen fest, unter denen ein Mann seine Frau schlagen durfte. Dass Gewalt gegen die eigene Ehefrau nur dann legitim ist, wenn sie diesen finanziell hintergeht, klingt rückständig, war aber in einer Welt, in der jeder Mann seine Ehefrau schlagen durfte wie er wollte, ein gewaltiger Fortschritt. Die deutsch-christliche Entsprechung zu Sure 4, Vers 34 heißt Paragraph 177. Seine Aufnahme in die deutsche Strafgesetzgebung ließ allerdings noch 1.400 Jahre auf sich warten.

Erst 1997 erklärte der Bundestag Vergewaltigungen in der Ehe für strafbar. Die Vergewaltigung-Befürworter argumentierten damals unter anderem mit der besonderen christlichen Bedeutung von Ehe und Familie. Auch der heutige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer stimmte damals gegen die Strafbarkeit. Heute fordert er, sexuell übergriffige Migranten sofort abzuschieben – ohne Gerichtsprozess. Dschāhiliyya eben.

In einer Sache sind sich muslimische und christliche Sexisten einig: Schuld an der Frauenverachtung sind immer die anderen

In deren Herkunftsländern sind reaktionäre Männer, die von Sexismus nur wissen, dass immer die anderen daran schuld sind, natürlich auch kein fremdes Phänomen. In ägyptischen Talkshows tauschen eierschaukelnde Bosbach-Imitate anzügliche Altherren-Witze aus und erklären jungen Moderatorinnen, dass das beste Mittel gegen sexuelle Übergriffe islamische Frömmigkeit sei. Auch sie verbreiten die Mär von der importierten Frauenverachtung. Nur bei ihnen ist es der schädliche Einfluss des sexuell enthemmten Westens, der dazu geführt habe, dass in Ägypten Frauen vergewaltigt werden.

Und genauso, wie sich Feministen und Sexistinnen hierzulande gleichermaßen auf den christlichen Glauben berufen, ist auch die Interpretation von Mohammed als Frauenrechtler, nur eine von vielen möglichen Lesarten des Koran. Auch für reaktionäre Männer, die ihren Mohammed lieber frauenverachtend mögen, bietet der Koran zahllose geeignete Textstellen.

Alle anderen können es stattdessen mit echtem Feminismus versuchen – den für Frauen, nicht den gegen Muslime. Das tun viele Muslime und Musliminnen übrigens auch. Und für alle sexistischen Christen, die der Dschāhiliyya entkommen wollen, gibt es ebenfalls eine gute Nachricht: Auch die Bibel kann man so interpretieren, das Jesus trotz seiner zwölf männlichen Apostel ein Feminist war.

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Erschienen bei Schantall und die Scharia

Berufsbildungspakt
Handwerkspräsident fordert für Ausbildungsoffensive Milliarden-Hilfe vom Bund

Düsseldorf (nex) – Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer will dem Nachwuchsmangel im Handwerk mit einer Ausbildungsoffensive begegnen. Dafür fordert er von der Bundesregierung eine finanzielle Unterstützung vergleichbar dem 22 Milliarden Euro schweren Hochschulpakt. „Wir brauchen jetzt einen Berufsbildungspakt. Nur mit einem dem Hochschulpakt gleichwertigen Programm für die berufliche Bildung können wir auch eine gleichwertige Attraktivität der Bildungsgänge erreichen“, sagte Wollseifer der „Rheinischen Post“. Der Handwerkspräsident plant auch eine Werbekampagne. „An Gymnasien darf nicht nur für die akademische Laufbahn geworben werden.“ Die Karrierechancen in der beruflichen Bildung müssten Lehrern, Eltern und Schülern deutlicher gemacht werden. „Dieser Teil des Bildungspaktes kostet kein Geld – ist aber entscheidend, da zuletzt 58 Prozent eines Jahrgangs an die Uni strebten“, sagte Wollseifer. Er verwies darauf, dass das Handwerk „seit Jahren rund 20.000 Ausbildungsplätze pro Jahr“ nicht besetzen könne. Immer mehr Jugendliche würden in die Hörsäle gelockt und bemerkten zu spät, dass dies nicht „ihr Ding“ sei.

Türkei
Bericht: NATO versprach PKK Sturz Erdogans

Istanbul (nex) – Die Generalkommandantur der Gendarmerie der Türkei hat einen Bericht über die Verbindungen des Gülen-Netzwerks FETÖ mit der PKK und dem IS (Daesh) vor und nach dem Putschversuch vom 15. Juli mit 248 Toten und fast 2.200 Verletzten veröffentlicht. Der Bericht wurde am heutigen Freitag dem Putsch-Untersuchungsausschuss vorgelegt. „Die Auswertung der Ereignisse, Informationen, Funkgespräche und des beschlagnahmten Materials weist darauf hin, dass FETÖ-Mitglieder, die in den Putschversuch verwickelt waren, mithilfe von IS (Daesh)- und PKK-Mitgliedern in Regionen gehen könnten, wo sie die Sicherheitskräfte meiden können“, heißt es in dem Bericht. Die FETÖ-Mitglieder könnten dann gemeinsam mit anderen Terrorgruppen Selbstmordanschläge, Morde und bewaffnete Anschläge in der Türkei durchführen, um Chaos und innere Konflikte im ganzen Land zu schaffen, so die Experten weiter. Laut dem Bericht habe das Hauptquartier der Gendarmerie in der südosttürkischen Provinz Sirnak vor dem Putschversuch einen Hinweis erhalten. Demnach sei drei türkischen Staatsbürgern in Nordirak von zwei hochrangigen PKK-Mitgliedern in der Region mitgeteilt worden, dass die USA und die NATO der PKK versprochen hätten, dass Erdogan im Herbst 2016 gestürzt würde und er entweder selbst zurücktreten oder nach einem Aufstand, der viel gewaltsamer als die Gezi-Proteste ablaufen würde, gezwungen würde, das Amt niederzulegen. Dieser Aufstand sollte dem Bericht zufolge von einer aus PKK-, Gülen- sowie Anhängern anderer Gruppen initiiert werden. In dem Papier wird auch erwähnt, dass Cyberattacken aus den USA gegen die Türkei nach dem 15. Juli zugenommen hätten: „Während in den dreieinhalb Monaten vor dem Putschversuch 97 Cyberattacken von US-IP-Adressen ausgegangen waren, stieg die Zahl der Angriffe in den dreieinhalb Monaten nach dem Putschversuch auf 4.437 und somit um 4.574 Prozent.“ Die türkische Regierung wirft dem im US-Exil lebenden FETÖ-Anführer Fetullah Gülen vor, das Mastermind hinter dem Putschversuch gewesen zu sein.

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Wettlauf um schärfere Sicherheitsgesetze
Richterbund warnt vor Aktionismus in Sicherheitsdebatte

Osnabrück (ots) – Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Jens Gnisa, warnt vor Aktionismus in der Debatte um Terrorgefahren und die innere Sicherheit. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Gnisa: „Der politische Wettlauf um schärfere Sicherheitsgesetze zum Auftakt des Wahljahres erweckt den fatalen Eindruck, dass unser Rechtsstaat den Gefahren des Terrorismus weitgehend hilflos gegenübersteht. Dieser Aktionismus ist das Gegenteil einer besonnenen Sicherheitspolitik, die jetzt gefragt wäre.“ Gnisa betonte, es gehe nicht in erster Linie um Gesetzesdefizite, sondern um „Defizite beim Vollzug der bestehenden Vorschriften“. Angesichts einer seit Jahren akuten Terrorgefahr seien die Gesetze immer wieder verschärft worden. „Der Rechtsstaat gibt den Behörden bereits heute sehr weitreichende Befugnisse, die sie aber auch konsequent und in effizienter Zusammenarbeit anwenden müssen.“ Zur Debatte um Abschiebungen so genannter Gefährder sagte Gnisa: „Es ist nicht so, dass das Ausländerrecht den Behörden bisher keine Handhabe bietet.“ Zur Abwehr einer besonderen Gefahr für die öffentliche Sicherheit seien eine Abschiebungsanordnung und auch Sicherungshaft möglich, sofern sich die Gefährlichkeit des Betroffenen hinreichend belegen lasse, „was die Behörden im Fall Anis Amri aber verneint haben“. Der Tunesier Amri hatte am 19. Dezember einen Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gelenkt und zwölf Menschen getötet. Die Sicherheitsbehörden hatten ihn monatelang beobachtet und mehrfach als Gefährder eingestuft, ohne ihn aber in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Man könne auch einen Mann wie Amri nicht hinter Gitter bringen, wenn sich der Verdacht der Sicherheitsbehörden „auf Hörensagen“ gründe, hatte dazu am Donnerstag das nordrhein-westfälische Innenministerium erklärt. Auch für eine Abschiebehaft gab es dem Ministerium zufolge nicht die rechtlichen Voraussetzungen.