New York – Nach der Wahlniederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen hat US-Vizepräsident JD Vance den Iran-Krieg als Grund genannt: „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, schrieb er. Kritiker in den USA machen Israel für den Krieg mitverantwortlich, Vance nannte unter vier Wählerthemen auch ein verändertes Verhältnis zu Israel.
Nun weist Israels UN-Botschafter Danny Danon die Verantwortung zurück und verweist auf die USA. Der Angriff auf den Iran sei „die Entscheidung der Vereinigten Staaten“ gewesen.
Danon sagte dem israelischen Sender i24NEWS: „Die Entscheidung, den Iran anzugreifen, war die Entscheidung der Vereinigten Staaten. Es war nicht unsere Entscheidung.“ Israel habe die Bemühungen der USA unterstützt und halte sie für „die richtige Entscheidung“. Er sagte außerdem: „Es ist sehr einfach, immer Israel für alles die Schuld zu geben, aber das ist nicht der Fall.“
Vances Aussage nach der Wahl
Vance hatte nach den Zwischenwahlen vom 3. November geschrieben, die Republikaner hätten nicht einfach verloren, weil ihre Anhänger nicht wählen gingen. Wähler, die 2024 das Ticket aus Donald Trump und ihm gewählt hätten, seien zur anderen Seite gewechselt. Als Gründe nannte er vier Anliegen: ein Ende des Iran-Krieges, die Lebenshaltungskosten, einen „America First“-Kurs und eine Veränderung im Verhältnis Washingtons zu Israel. Trump nannte Vances Einschätzung am Mittwoch „weitgehend zutreffend“.
Schon im Juli hatte Vance im Podcast von Joe Rogan gesagt, er wisse „ohne jeden Zweifel“, dass es Leute in der israelischen Regierung gebe, die die US-Politik verändern wollten. Einige israelische Vertreter versuchten, die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen, „um den Krieg unbegrenzt am Laufen zu halten“. Auf die Frage, ob Trump den Militäreinsatz ohne israelischen Einfluss fortgesetzt hätte, antwortete er: „Ja. Das glaube ich.“
Preise und Kongress
Danon sagte, es sei „bedauerlich“, dass viele Menschen die steigenden Preise, vor allem die Ölpreise, mit „der Situation hier in Israel“ verbänden. Diesen Zusammenhang wies er zurück. Zur Lage nach der Wahl sagte er: „Es wird also schwerer für uns.“ Ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran nannte er „eine Entscheidung, die der Präsident zu treffen hat“.
Berichte über Druck auf Trump
Kurz vor der Wahl hatte Axios berichtet, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dränge Trump, den Iran unmittelbar nach den Zwischenwahlen erneut anzugreifen. Trump bevorzuge dagegen, die Verhandlungen laufen zu lassen. Wie Iran International berichtet, wies Israels UN-Gesandter das zurück. Außenminister Marco Rubio sagte, Trump habe „noch keine Entscheidung getroffen“. Katarische Vermittler führten Gespräche in Teheran.
Israel’s Ambassador to the United Nations Danny Danon on JD Vance: I think it’s unfortunate that many made the link between rising prices, mainly oil prices, and the situation here in Israel. The decision to attack Iran was the decision of the United States. It wasn’t our decision. We supported the U.S. effort, and we think it was the right decision. It’s very easy to always blame Israel for everything, but that is not the case.
— Clash Report (@clashreport) November 4, 2026

