Osmanischer Friedhof
Friedhofschändung in Griechenland: Urteile sorgen für Kritik

Urteil nach Zerstörung eines historischen türkisch-muslimischen Friedhofs in Horozlu sorgt für Kritik

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Xanthi/İskeçe – Im Prozess um die 2022 durch Baufahrzeuge der Stadtverwaltung von Balustra (Avdira) verursachte Zerstörung des historischen türkisch-muslimischen Friedhofs im Dorf Horozlu in Nordostgriechenland wurde am Freitag (12. Dezember) nur einer von vier Angeklagten verurteilt.

Der für die Reinigungsdienste zuständige stellvertretende Bürgermeister erhielt wegen seiner Verantwortung eine auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von neun Monaten. Die drei weiteren Beschuldigten wurden freigesprochen.

Der Fall wurde von den damaligen Abgeordneten Hüseyin Zeybek und Burhan Baran angezeigt, die auf die Vernichtung eines bedeutenden kulturellen Erbes der türkischen Minderheit in Westthrakien hingewiesen hatten.

Zeybek kritisierte nach der Urteilsverkündung, die Entscheidung befriedige das Gerechtigkeitsempfinden nicht, da die Hauptverantwortlichen ohne Konsequenzen geblieben seien. Baran betonte, die Strafe könne den Verlust nicht ungeschehen machen, sehe jedoch in der gerichtlichen Feststellung einer „historischen Zerstörung“ einen wichtigen Schritt.

Die Nachricht von der Zerstörung des historischen Friedhofs aus osmanischer Zeit sorgte bei Mitgliedern der türkischen Minderheit damals für heftige Proteste. Der griechische Historiker Georgios Mpatzakidis, der sich für den Schutz von historischen Denkmälern aus osmanischer Zeit einsetzt, erklärte nach der Zerstörung des Friedhofs 2022:

„Das hier ist ein alter Friedhof, ein türkischer Friedhof. Wir sehen hier, dass zahlreiche Fälle von Vandalismus vorliegen. Mit welcher Genehmigung das gemacht wurde, wissen wir nicht. Vor 6,7,8 Monaten waren schon einmal Baufahrzeuge hier, um Ausbesserungen vorzunehmen. Darüber hatten wir eine Mitteilung erhalten und daher gelang es uns die Zerstörung zu verhindern. Was wir heute hier sehen, ist die Fortsetzung von damals. Es ist eine bedrückende Sache. Das ist nicht mit den Werten einer zivilisierten Gesellschaft vereinbar. Diese Angelegenheit ist mit dem Wert des Respekts vor der Kultur nicht vereinbar. Gleichzeitig passt es nicht in die multikulturelle Stadt von İskeçe/Xanthi.“

Kemal Bölge

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