Pristina (nex) – Nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen Kosovos um einen EU-Beitritt könnte die Regierung ein Referendum über einen Beitritt zu Albanien ausrufen, sollte es auch weiter keinen Fortschritt geben. Das berichtet das Nachrichtenportal „Sputnik„.
„Die kosovarischen Anführer müssen ihren Bürgern doch etwas anbieten. Deshalb sind sie offenbar zu einem Plan B übergegangen – unter dem Motto ‚Wenn man uns nicht in die EU aufnimmt, gehen wir nach Albanien‘“, zitiert „Sputnik“ einen namentlich nicht genannten Vertreter aus regierungsnahen Kreisen des Kosovo.
Sollte sich in den nächsten drei Monaten nichts ändern, werde die Regierung „ihre alte Drohung wahrmachen und ein Referendum über einen Beitritt zu Albanien organisieren“, so der Vertreter gegenüber „Sputnik“. Am 17. Februar jährt sich die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zum 10. Mal.
Der Kosovo ist eine ehemalige serbische Provinz mit circa 1,8 Millionen Einwohnern, von denen 90 Prozent Kosovo-Albaner sind.
Der Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit und wurde von über 100 Ländern anerkannt wie beispielsweise den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Türkei. Serbien, Russland und China befinden sich unter den Staaten, die das Land noch nicht anerkannt haben.
Bereits im April dieses Jahres erwähnte der albanische Regierungschef Edi Rama in einem Interview mit dem Internetportal „Politico“ eine „kleine Union“ mit dem Kosovo. Er nannte eine „fehlende EU-Beitrittsperspektive“ als Grund für diesen möglichen Schritt.
„Es wäre ein Albtraum für Europa, wenn die Westbalkan-Staaten wegen fehlender EU-Beitrittsperspektive ‚durchdrehen‘ würden“, so Rama im Gespräch mit „Politico“.
Dann wäre die Region nämlich „eine graue Zone, in der andere Akteure mehr Einfluss als die EU hätten“, sagte der albanische Regierungschef.
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